Am Wochenende wurde ich auf ein Video des Synchronsprechers Sven Plate aufmerksam, der auf einen Film namens DEADLY PATIENT (Originaltitel: INTENSIVE CARE, 2018) bei Amazon Video hinwies, der offensichtlich nicht nur KI-übersetzt, sondern auch noch KI-synchronisiert worden war.
Ich habe mir das sofort mal angesehen, bzw. ‑gehört und was man da vorgesetzt bekam war schon ein starkes Stück, insbesondere da Amazon einen auch noch zwang, sich sagenhafte zwei Minuten Werbung anzusehen (der Grund, warum ich auf Prime Video nichts mehr schaue und mich der Sammelklage angeschlossen habe). Die Darbietung war dermaßen platt und emotionsfrei, das war an Peinlichkeit nicht zu überbieten. Und auch manche Formulierungen ließen nicht nur vermuten, dass KI bei der Übersetzung herumgepfuscht hatte, das war eindeutig. Als ich mir das ansah hatten sich bei dem Film – vermutlich nach nach Plates Aufruf – bereits eine enorme Menge negativer Rezensionen angesammelt.
Erst wurde vermutet, Amazon selbst sei für die KI-Katastrophe verantwortlich, dem Vernehmen nach war dem allerdings nicht so. Amazon sagte in einer Stellungnahme, dass die Synchro nicht von ihnen stamme. Vermutlich hat DEADLY PATIENT seinen Weg über »Prime Video Direct« auf die Plattform gefunden, über die Drittanbieter Filme in Amazons Katalog veröffentlichen können. Gegenüber dwdl sagte ein Amazon-Sprecher: »Die deutsche Synchronisation des Films ‘Deadly Patient – Tödlicher Patient’ entsprach nicht den Qualitätsstandards von Prime Video. Der Film ist vorerst nicht mehr bei Prime Video verfügbar.«
Auch wenn der Film rasch verschwand: Das Problem bleibt, denn auch Netflix hatte sich bereits mit KI-generierten Animé-Übersetzungen in die Nesseln gesetzt und ich gehe davon aus, dass auch in Zukunft Anbieter mit Dollarzeichen in den Augen versuchen werden, uns so etwas unterzujubeln, um möglichst billig übersetzte Versionen an den Start zu bringen, für die man keine Sprecher°Innen bezahlen muss. Umso wichtiger, dann sofort zu zeigen, was man von so einem Dreck hält. Und auch Filmemacher°Innen sollten vielleicht genau hinsehen, den so etwas können die Beteiligten an einem Film nicht wollen und es verdirbt das Werk.
Ich weiß: Ich beklage mich regelmäßig über schlechte Synchros von US-Filmen. Dabei sind es aber in den allermeisten Fällen nicht die Sprecher°Innen, die schlechte Arbeit leisten (die machen das meist sogar sehr gut), sondern die Dialogregie mit Übersetzungen, die völlig daneben sind. Angesichts der drohenden KI-Gefahr, sollten die sich vielleicht ab sofort ein wenig mehr Mühe geben.
Ich habe noch einen Schrank voller DVDs- und Blu-rays, in dem die Video-Konserven stehen, die ich dort haben möchte, weil ich mich nicht darauf verlassen will, dass irgendein Streaming-Dienst sie morgen vielleicht noch im Programm hat – wird er nämlich nicht haben. Genau dieses Argument scheint inzwischen wieder mehr Leute zu überzeugen, denn ein britisches Presswerk meldet erstaunliche Zahlen.
Am 20. Juni 2026 wird die Blu-ray 20 Jahre alt. Pünktlich zum Jubiläum hat das britische Branchenmagazin TechRadar mit Kath Summersgill gesprochen, Joint Group Head of Sales bei Key Production Group, einem Hersteller, der eigentlich primär Vinyl, Kassetten und CDs fertigt, daneben aber eben auch Blu-rays und DVDs. Summersgills Aussage zur Auftragslage: ein Plus von über 10.000 Prozent bei Blu-ray-Bestellungen, insbesondere im Bereich Blu-ray Audio, gemessen über die letzten acht bis zehn Jahre. Für ein angeblich totes Format ist das eine ziemlich bemerkenswerte Hausnummer.
Belastbarer als die Zahlen eines einzelnen Presswerks sind die Daten der britischen Entertainment Retailers Association. Laut deren Jahresreport für 2025 ist der physische Videomarkt insgesamt zwar weiter geschrumpft, Blu-ray legte aber um drei Prozent zu, 4K-Blu-ray sogar um 19,5 Prozent. Bestverkaufte Scheibe des Jahres war WICKED. Steelbooks und Sondereditionen spielen dabei eine wachsende Rolle: Jede zehnte 4K-Blu-ray-Veröffentlichung kam 2025 als Steelbook oder Special Edition, und auf diese Editionen entfielen 20 Prozent des gesamten 4K-Blu-ray-Umsatzes in Großbritannien.
Warum das so ist, ist wahrlich kein Mysterium. Filme verschwinden ohne Vorwarnung aus den Streaming-Bibliotheken, wechseln zu Konkurrenten, bei denen man kein Abo hat, oder werden auch nach dem Kauf wieder einkassiert. Auf reddit gibt es regelmäßig Berichte von Leuten, denen gekaufte Filme bei Amazon Prime Video schlicht aus der Bibliothek verschwunden sind. Dazu kommt die völlige Abhängigkeit von der Internetverbindung. Wer schon mal versucht hat, einen 4K-Stream mit mäßiger deutscher Bandbreite zu schauen und stattdessen ein matschiges 720p-Bild mit Buffering-Pausen serviert bekam, weiß, wovon ich rede. Eine Scheibe im Player macht solche Probleme nicht. Und eben der zentrale Punkt: Man kann zwar theoretisch alle Marvel-Blockbuster bei Disney+ sehen, aber nur so lange, bis man das Abo kündigt. Auf Silberscheibe kann man sie nach dem Kauf jederzeit aus dem Schrank ziehen.
Summersgill zieht im Gespräch eine Parallele zum Vinyl, die auch einleuchtet: Niemand erwartet, dass Schallplatten oder Blu-rays das Streaming ersetzen, aber sie existieren daneben, weil sie etwas anderes bieten. Etwas, das man besitzt, anfassen und immer wieder abspielen kann, ohne dass eine Lizenzabteilung in Burbank oder Seattle darüber entscheidet, ob man das morgen noch darf.
Eine wichtige Rolle spielen dabei auch die unabhängigen Labels, die hochwertige Restaurationen herausbringen und Filmen damit überhaupt erst einen Grund geben, im Regal zu landen. Criterion, Arrow Video, Kino Lorber, Shout Factory und das BFI bedienen ein Publikum, das nicht unbedingt den nächsten Marvel-Film konsumieren will, sondern eine sorgfältig restaurierte Fassung eines Klassikers in der bestmöglichen Bild- und Tonqualität. Genau dieses Publikum wächst offenbar wieder und das finde ich überaus erfreulich, denn das bedeutet, dass wir möglicherweise Klassiker in verbesserter Form bekommen können.
Sony und LG haben sich Ende 2024 beziehungsweise Anfang 2025 aus dem Blu-ray-Player-Geschäft zurückgezogen, was als Sargnagel für das Format gehandelt wurde. Verbatim und I‑O Data haben dagegen erklärt, dass sie an der Disc festhalten. Wenn die Zahlen der ERA und die Auftragslage bei Presswerken stimmen, dann war das vielleicht keine Fehlentscheidung, sondern Realitätssinn. Zumindest ist die Lage der Blu-ray zum 20. Geburtstag deutlich besser, als die Abgesänge der letzten Jahre vermuten ließen. Und man bekommt nach wie vor nicht nur Player, sondern auch reichlich Medien; zudem wissen wir dass es äußerst umtriebige chinesische Anbieter gibt, die vermeintlich vorsintflutliche Medien wie CDs oder sogar Compact-Cassetten aus Coolness- und Lifestyle-Gründen mit neuen Playern versorgen (FiiO), ich bin sicher, dass aus der Quelle auch qualitativ hochwertige DVD und Blu-Ray-Abspieler kommen werden, wenn auch nur ein wenig Nachfrage besteht – und die wird bestehen.
Wie sagte schon Mark Twain: »Die Berichte über meinen Tod waren eine Übertreibung.«
Die Streamingserie SPIDER-NOIR basiert auf Marvel Comics (SPIDER-MAN NOIR) und die Macher dahinter sind dieselben wie bei den SPIDER-VERSE-Filmen, wo die Figur auch bereits einen Auftritt hatte, gesprochen von Nicolas Cage. Und der übernimmt die Rolle auch in dieser Serie, die in einem alternativen New York in den 930ern handelt und die sich um einen abgehalfterten Privatschnüffler dreht, der Superkräfte bekommt. Die Show wird es sowohl in Film Noir-Schwarz-Weiß geben, als auch in einer Farbversion und auch der Trailer steht in beiden Varianten zur Verfügung.
Ich weiß noch nicht so recht, was ich davon halten soll, aber die Schwarz-Weiß-Fassung fängt den alten Film Noir-Stil schon schön ein. Cage sagte zu der Rolle übrigens, er spiele sie in einer Mischung von 70 Prozent Bogart und 30 Prozent Bugs Bunny.
SPIDER-NOIR startet am 27. Mai 2026, leider bei Amazon Prime Video.
Trailer deutsch, schwarz-weiß:
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Trailer deutsch, Farbe:
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Trailer englisch, schwarz-weiß:
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Normalerweise würde ich hier etwas über die Golden Globes schreiben, dass sie eine Vorschau auf die Oscars sind, was man alles so üblicherweise jedes Jahr copy&pasted, bevor man zu den Sieger°Innen kommt. Aber tatsächlich habe ich gar keine Lust dazu. Nicht etwa, weil die Phantastik nicht vorkäme, einige Preisträger°Innen kommen aus den Genres.
Allerdings sehe ich mit Blick auf die politische Lage in den USA und aufgrund der Tatsache wie kackendreist Trump und seine Fascho-Regierung agiert und Völkerrechte einfach ignoriert, den Tag kommen, an dem man sich US-Produktionen nicht mehr guten Gewissens wird ansehen können. Denn auch Kinofilme und Fernsehserien aus den USA bringen Geld ins Land – und das bei Blockbustern nicht zu knapp. Und ich befürchte nun, dass es vielleicht bald nicht mehr vertretbar sein könnte, noch US-Produktionen zu schauen.
Ich bin, wie man auf dieser Seite unschwer erkennen kann, immer ein großer Freund von US-Unterhaltung gewesen, insbesondere im Bereich der Genres, über die ich hier auf PhantaNews schreibe, also beispielsweise SciFi, Fantasy, Mystery – Phantastik halt. Einer der Hauptgründe dafür war – und ist – natürlich, dass insbesondere Deutschland seit Dekaden nicht in der Lage ist auch nur halbwegs brauchbare Alternativen zu produzieren. Das höchste der Gefühle hierzulande sind nach wie vor mehr oder weniger dümmliche Komödien im Kino oder stinklangweiliger Tatort im Fernsehen, immer noch inszeniert wie zu Großvaters Zeiten.
Dabei weiß ich, dass es kreative Köpfe in diesem Land gib, die in der Lage sind, ansprechende, moderne, unpeinliche Produktionen zu schaffen (herausragendes Beispiel in letzter Zeit sicherlich Tommy Krappweis’ KOHLRABENSCHWARZ). Nur leider lassen die verantwortlichen alten, weißen Männer (alte, weiße Frauen sind mitgemeint) in den Sendern und Produktionsfirmen die nicht machen, oder reden ihnen so dermaßen rein, dass am Ende nur wieder Derselbe alte, langweilige Matsch dabei heraus komm, den man sich nicht ansehen kann, weil man vor cringe langsam im Sessel vor sich hin schrumpelt. Und wenn mal etwas Ansehnliches produziert wird, wie beispielsweise die brillante Produktion SPIDES (manchmal auch THE SPIDES, derzeit leider nur auf US-Streamingplattformen verfügbar), dann geht die sang- und klanglos unter, weil nicht beworben und nur auf okkulten Sendern zu sehen. Und im Indie-Genre-Bereich scheint es in Deutschland kein anderes Thema zu geben, als Splatter-Horror.
Erschwerend kommt hinzu, dass ein nicht geringer Teil der Schauspielerinnen in Deutschland leider nicht in der Lage ist, natürlich zu spielen und sie alle ständig komplett overacten. Das mag an der Ausbildung hierzulande liegen, die vermutlich immer noch die Bühne als das Maß aller Dinge sieht, auf Leinwand oder im TV sind allerdings deutlich nuanciertere und vor allem natürlichere Darstellungen gefragt. Wer auf US-Produktionen getrimmt ist wie ich, kann sich deutsche Produktionen in aller Regel nur ein paar Minuten ansehen, bevor man entnervt abschaltet, weil das alles so unnatürlich und unglaubwürdig ist. Bemerkenswert ist hier, dass die meisten jungen deutschen Schauspieler°Innen dieses Problem nicht haben, vermutlich sind die noch nicht durch Jahrzehnte an Regie verdorben, die Overacting einfordert.
Genau jetzt wäre die Gelegenheit, Mut zu zeigen und zu versuchen, der US-Marktmacht hiesige Produktionen entgegen zu setzen. Natürlich hat man keine Budgets wie Hollywood, aber die benötigt man auch nicht (mehr). Selbst wenn man weiß, dass eine Produktion wie AKTE X jetzt bereits Jahrzehnte alt ist, zeigt insbesondere diese Serie doch eindrücklich bis heute, wie man auch mit wenigen oder minimalistischen Spezialeffekten äußerst spannende Geschichten erzählen kann (auch KOHLRABENSCHWARZ als jüngere Produktion hat das übrigens bewiesen). Und zahllose Fanproduktionen – auch aus deutschen und europäischen Landen – demonstrieren deutlich, was aktuell mit Mitteln bewerkstelligt werden kann, die man heutzutage zuhause herum stehen hat. Am Geld oder an den Möglichkeiten kann es also nicht liegen, nur am Willen der Verantwortlichen.
Nur: Ich predige dergleichen bereits seit Jahrzehnten – und es hat sich nahezu nichts geändert, trotz vermehrter Präsenzen der ÖR-Sender auf Videoplattformen und einem Ausbau der Mediatheken, die Inhalte bleiben deutsch-piefig, das gilt genauso für die Produzent°Innen von Kinofilmen. Das höchste der Gefühle im Phantastik-Bereich sind Film-Epigonen von FANTASTISCHE TIERWESEN für Kinder.
Deswegen mag man mir vergeben, dass ich skeptisch bleibe, was ansehbare Genre-Produktionen aus Deutschland angeht.
Sie wären allerdings möglich und wünschenswert. Der Verlust von US-Produktionen wäre für die Unterhaltungswelt sehr schmerzhaft – umso mehr benötigen wir Alternativen.
Es ist schon ein wenig ironisch: Da produziert Disney mit ANDOR eine der besten STAR WARS-Serien aller Zeiten – von Kritikern gefeiert, von Fans geliebt – und dann kommt ausgerechnet vom Showrunner die Hiobsbotschaft: »Streaming ist tot«.
Diese bemerkenswerte Aussage machte Tony Gilroy, Showrunner von ANDOR, auf dem ATX Television Festival. Während der Verhandlungen zur zweiten Staffel wurde ihm von Disney mitgeteilt, dass das Studio nicht mehr das Geld habe wie früher. Sicherlich eine bittere Pille für den Mann, der aus dem STAR WARS-Universum eine erwachsene, politisch aufgeladene Geschichte über Faschismus und Widerstand geformt hat.
Die Zahlen sind durchaus beeindruckend – und erschreckend zugleich. Für die gesamten 24 Episoden von ANDOR (beide Staffeln) hat Disney stolze 650 Millionen Dollar ausgegeben, das ist mehr als so mancher Blockbuster-Film kostet. Gilroy berichtet, dass er während der ersten Staffel praktisch keine kreativen Vorgaben erhielt – Disney ließ ihn machen, selbst als die Serie mit dem berühmten »Fuck the Empire«-Ausspruch für Diskussionen sorgte.
Doch dann kam die Ernüchterung. Für die zweite Staffel musste Gilroy um das Budget kämpfen, mehrere Handlungsstränge mussten gestrichen werden. Die kreative Freiheit blieb zwar bestehen, aber die finanziellen Ressourcen wurden drastisch gekürzt.
Disney CEO Bob Iger hatte bereits bestätigt, dass Streaming dem Konzern vier Milliarden Dollar Verluste beschert hat. Der Misserfolg von teuren Produktionen wie THE ACOLYTE – die über 200 Millionen Dollar kostete, aber wenige Zuschauer anlockte – führte offenbar zu einem Umdenken. Die Folgen sind bereits spürbar: THE ACOLYTE wurde nach einer Staffel abgesetzt, die bei Faninnen relativ beliebte Show SKELETON CREW schaffte es nicht in die Nielsen-Charts und Disney kündigte massive Stellenkürzungen in den Film- und TV-Abteilungen an. Hunderte von Arbeitsplätzen in den Bereichen Casting, Marketing und Produktion fallen weg. Und sollen wohl irgendwie durch »KI« ersetzt werden.
Und auch außerhalb von STAR WARS wurden die Mittel gekürzt, auch Marvel-Produktionen waren betroffen: DAREDEVIL: BORN AGAIN hatte ebenfalls unter Budgetkürzungen zu leiden – was dabei heraus kam, war nicht wirklich sehenswert und zudem bemüht und stellenweise sinnlos gewalttätig, was sich in den vergleichsweise geringen Zuschauerzahlen niederschlug.
Der Fokus verlagert sich dem Vernehmen nach wieder auf Kinofilme. THE MANDALORIAN & GROGU kommt im Mai 2026 in die Kinos, und dessen Erfolg wird wohl darüber entscheiden, ob weitere Star Wars-Filme folgen werden. KENOBI Staffel 2? Abgesagt. THE BOOK OF BOBA FETT Staffel 2? Ebenfalls begraben. Für Genre-Fans ist das ein herber Rückschlag. Gerade Serien wie ANDOR zeigten, dass komplexe, erwachsene Science Fiction auf Streaming-Plattformen funktionieren kann. Doch die aufgeblähten Budgets brachten das Streaming-Modell offenbar an seine Grenzen.
Experten sehen die Entwicklung kritisch: Am Ende bleiben wohl nur drei, vier große Streaming-Anbieter übrig – Netflix, Amazon, Disney und vielleicht noch Apple TV+. Dabei wird das Gebotene immer mehr dem alten US-Kabelfernsehen ähneln: Man zahlt Premium-Preise, muss aber trotzdem Werbung schauen (falls die Zuschauer°Innen mitspielen, schon seit einiger Zeit ist aufgrund der kundenfeindlichen Sperenzchen der Anbieter wieder ein Trend zu P2P-Plattformen erkennbar). Gilroys Enthüllungen zeigen ein Dilemma auf: ANDOR ist eines der wenigen Projekte, bei denen man sagen kann »das Geld war gut investiert«. Die Serie wird vermutlich auch in 30 Jahren noch als Meisterwerk gelten. Doch in der aktuellen Kostenrealität wird es wohl keine vergleichbaren Produktionen mehr geben.
Für STAR WARS-Fans bleibt die Hoffnung auf Staffel zwei von AHSOKA – eine der wenigen Serien, die überlebt haben. Ob sie allerdings mit dem gleichen Budget und der gleichen kreativen Freiheit produziert wird wie ihre Vorgänger, steht in den Sternen. Oder sollte man sagen: in einer weit, weit entfernten Galaxie, in der Streaming einst Imperator war und jetzt in einen tiefen Schacht fällt?
Verschiedenen Informationen zufolge will man im Maus-Haus zukünftig bei Produktionen vermehrt auf KI setzen. Ob ich das sehen will? Ich werfe mal einen Blick in meine Kristallkugel und prophezeihe: Nein. Für billig produzierten KI-Schrott werde ich ganz sicher kein Geld ausgeben. Netflix, Apple TV+, Disney+ und Co. haben sich mit ihrer aggressiven Verdrängungspolitik und der damit einher gehenden immer teureren Produktion von Streaming-Blockbustern, um die Konkurrenten in den Schatten zu stellen und Abos zu generieren, selbst ein Bein gestellt. Und natürlich auch mit den letzten Preiserhöhungen und der Einführung von Werbung.
Alte Dungeons & Dragon-Häsinnen wissen natürlich sofort, worum es geht, wenn der Name FORGOTTEN REALMS fällt, es handelt sich um den vom Kanadier Ed Greenwood entwickelten Kampagnen-Hintergrund für das TTRPG, mit europäischen und asiatischen Einflüssen auf dem Kontinent Faerûn. Die ersten Produkte aus der Reihe erschienen 1987. Zudem wurden zahllose Romane vor diesem Hintergrund veröffentlicht, darunter die überaus erfolgreichen Drizzt Do’Urden-Bücher von R.A. Salvatore. Auch der Kinofilm DUNGEONS & DRAGONS: HONOR AMONG THIEVES (2023) basiert auf diesem Setting – und selbstverständlich das rasend erfolgreiche Computerspiel BALDUR’S GATE 3 (2023) oder der Klassiker NEVERWINTER NIGHTS (2002).
Eigentlich wollte Paramount+ daraus eine Streamingserie machen, das ist aber gescheitert. Jetzt wurde laut verschiedenen Quellen im Netz Shawn Levy (STRANGER THINGS, DEADPOOL & WOLVERINE) durch den Streamingdienst Netflix angeheuert, um die FORGOTTEN REALMS in eine Serie zu adaptieren (vermutlich nicht ganz zufällig nach dem Erfolg von HONOR AMONG THIEVES). Showrunner soll Drew Crevello (WE CRASHED) werden, D&D‑Rechteinhaber Hasbro produziert mit. Ein Zusammenhang zum aktuellen Kinofilm soll allerdings nicht bestehen.
Details zu Besetzung oder Starttermin gibt es derzeit noch nicht.
Coverabbildung Copyright TSR/Wizards of the Coast/Hasbro
Zur kommenden Fernsehserie DUNE: PROPHECY gibt es einen ersten Trailer. Das Ganze handelt 10000 Jahre vor der zuletzt in Denis Villeneuves Filmen adaptierten Geschichte der DUNE-Romane von Frank Herbert und dreht sich um die Ursprünge der Orden der Bene Gesserit, mächtige Magierinnen, die aus dem Hintergrund die Geschicke des Imperiums beeinflussen. Die offizielle Beschreibung:
From the expansive universe of DUNE, created by acclaimed author Frank Herbert, and 10,000 years before the ascension of Paul Atreides, DUNE: PROPHECY follows two Harkonnen sisters as they combat forces that threaten the future of humankind, and establish the fabled sect that will become known as the Bene Gesserit.
Die Serie basiert auf dem Roman SISTERHOOD OF DUNE, geschrieben von Brian Herbert (Frank Herberts Sohn) und Kevin J. Anderson.
DUNE: PROPHECY startet am 17. November 2024 bei HBO Max.
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Die Video- und Computerspieleheldin Lara Croft wird wieder mal verfilmt, diesmal in Form einer Fernsehserie für Amazons Streamingdienst, das wurde durch den Konzern soeben bestätigt.
Phoebe Waller-Bridge (FLEABAG, INDIANA JONES AND THE DIAL OF DESTINY) wird die Story verfassen und als ausführende Produzentin agieren, zusammen mit Personen vom Entwicklerstudio Crystal Dynamics.
Waller-Bridge sagte dazu:
Wenn ich meinem jugendlichen Ich sagen könnte, dass das passiert, würde es wohl explodieren. Tomb Raider hat einen großen Teil meines Lebens ausgemacht, und ich fühle mich unglaublich privilegiert, es mit so leidenschaftlichen Mitarbeitern ins Fernsehen zu bringen. Lara Croft bedeutet mir sehr viel, wie vielen anderen auch, und ich kann es kaum erwarten, dieses Abenteuer zu erleben. Fledermäuse und so.
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass Amazon zusammen mit Crystal Dynamics ein neues TOMB RAIDER-Spiel für verschiedene Plattformen arbeitet. Man könnte einen Zusammenhang zwischen Game und Fernsehserie vermuten.
Details zur Serie gibt es derzeit noch nicht, ebenso wenig einen Starttermin, unklar ist auch, ob Waller-Bridge selbst mitspielen wird.
Wer sich im Spider-Verse auskennt, die weiß, dass Nicolas Cage in den beiden Animationsfilmen aus dem Hause Sony die Rolle des Netzschwingers in SPIDER-MAN NOIR übernommen hatte.
Allerdings ist diese Entwicklung jetzt doch ein wenig überraschend: Sony/Columbia produzieren zusammen mit Amazon Video eine Realserie namens NOIR, in der Cage die Rolle erneut übernehmen soll. Die zugrunde liegenden Comics handeln in den 1930er Jahren von Earth-90214 zur Zeit der Großen Depression in den USA. In dieser Realität wurde Peter Parker von einer giftigen Spinne gebissen, die in einer goldenen Figur versteckt war und statt ihn zu töten verleiht das Gift ihm Superfähigkeiten.
In der angekündigten Realserie soll es offenbar um eine ältere Version Parkers gehen, einen alternden und vom Pech verfolgten Privatdetektiv (Cage) im New York der 1930er Jahre, der gezwungen ist, sich mit seinem früheren Leben als einziger Superheld der Stadt auseinanderzusetzen.
Serienschöpfer, Showrunner und ausführende Produzenten sind Oren Uziel und Steve Lightfoot, die haben die Show zusammen mit u.a. Phil Lord, Christopher Miller, und Amy Pascal (SPIDER-VERSE) entwickelt, die ebenfalls ausführend produzieren. Die Produktionsfirmen hinter der Serie sind Sony Pictures Television und Amazon MGM Studios.
Aufgrund der frühen Projektphase gibt es weder Informationen zu weiteren Schauspieler°Innen, noch einen Starttermin.
Ein weiterer Fall von Enshittification: Kunden, die über das Playstation Network Content gekauft hatten, fanden auf der zugehörigen Webseite (und nicht etwa über eine Email) eine unschöne Mitteilung:
As of 31 December 2023, due to our content licensing arrangements with content providers, you will no longer be able to watch any of your previously purchased Discovery content and the content will be removed from your video library.
We sincerely thank you for your continued support.
Thank you,
PlayStation Store
Danach folgt eine längliche Liste von betroffenem Content des Anbieters Discovery, darunter ungefähr 1000 Staffeln von Fernsehserien, zum Beispiel MYTHBUSTERS.
Ich finde, dass daran fast das Frechste die elende PR-Bullshit-Dampfblase »We sincerely thank you for your continued support.« ist.
Nochmal deutlich: Es geht hier nicht um Inhalte, die man über ein Streaming-Abo ansehen konnte, sondern um Filme und Serien, die die Kund°Innen als Video On Demand gekauft hatten. Und trotz dieses Kaufs (also Geld, das an Sony geflossen ist) verschwinden sie aus dem Konto der Nutzerin »weil die Lizenz ausläuft«. Man sollte annehmen, dass Anbieter ein Interesse daran haben müssten, gekaufte Inhalte den Kund°Innen dauerhaft zur Verfügung stellen, aber das ist offensichtlich nicht der Fall. Ebenso wenig möchte man den geprellten Nutzenden offenbar den Kaufpreis gutschreiben.
Die Reaktionen Betroffener im Web sind … vorsichtig ausgedrückt … unfreundlich.
Aber nach dem Disney+-Desaster neulich, bei dem Fernsehserien auf Nimmerwiedersehen verschwanden, weil das Maus-Haus sie von der Steuer absetzen wollte, ist das ein weiterer Fall, der eindeutig beweist, dass vermeintlich gekaufter Streaming-Content jederzeit verschwinden kann, insbesondere wenn er mit kundenfeindlichem DRM versehen ist. Auch Sony scheint alles daran zu setzen, die Kunden wieder zurück zu den P2P-Plattformen zu treiben.
Und erneut kann man – wie kürzlich Guillermo del Toro – nur dazu raten, sich Filme und Serien auf physischem Datenträger, also beispielsweise Blu-Ray, zu kaufen, wenn man dauerhaft Zugriff darauf haben will. Denn es wird niemand von Disney oder Sony zu Dir nach Hause kommen und die Scheiben aus dem Regal ziehen, und falls doch, könnte man ihnen gleich die Tracht Prügel verpassen, die sie durch ihr Verhalten verdient haben.
Ich hatte bereits vor vielen Jahren ein ähnliches Erlebnis: Ich hatte die ersten Folgen der Serie SLEEPY HOLLOW bei Apple im iTunes Store gekauft. Und die waren, als ich sie ein paar Tage später ansehen wollte, einfach weg. Apple behauptete, es habe diese Episoden nie gegeben und ich habe sie nie kaufen können – und ich hatte längere Diskussionen mit deren Support (and den auch nicht einfach heranzukommen war). Am Ende konnte ich aufgrund der Kreditkartenabrechnung den Kauf nachweisen und Apple schrieb den Betrag gut, aber das alles erst nach Wochen von Diskussionen und einer Menge Stress. Das hat mich auf alle Zeiten davon geheilt, VoD-Inhalte zu erwerben, seien es Filme oder Serien. Wenn ich was haben will, kaufe ich es auf Blu-Ray – oder mindestens als DRM-freien Download (und die Option gibt es de facto nicht legal, da alles totgeDRMt ist).
Merke: Niemals Serien oder Filme als Video On Demand kaufen. Niemals. Immer physische Datenträger. Die Gefahr dass Content und Kohle irgendwann einfach weg sind, ist viel zu groß.
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