Dass man beim Bastei-Verlag insbesondere im Bereich der Heftromane in der Vergangenheit auch gern auf (billigen) Sexismus gesetzt hat, um die Verkäufe anzukurbeln, ist nichts Neues. Beispiele gibt es viele, beispielsweise die barbusige Druuna bei MADDRAX, hier sollen vermutlich gewissen Zielgruppen angesprochen werden, vielleicht Pubertierende oder Lustgreise.
Nun hätte man annehmen können, dass vielleicht auch Bastei mal im 21. Jahrhundert ankommt und auf andere Werbemaßnahmen setzt. Wie schlecht muss die Lage im Verlag sein, dass man jetzt mit der angekündigten Horrorserie HORROTICA erneut offensiv auf Sexismus setzt, der wie aus der Zeit gefallen wirkt? Ist keine der Debatten der letzten Jahre bei den Verantwortlichen angekommen?
Dazu kommt, dass man es offenbar so billig haben möchte, dass die Coverillustration aus irgendeinem KI-Bildgenerator genommen wurde. Und man kann kaum besser demonstrieren, dass es hier ausschließlich um den schnellen Euro geht, als durch die Nutzung von KI-Covern, denn die signalisieren einer Zielgruppe sehr deutlich »für euch reichts!«, auch wenn die das vermutlich nicht mal bemerken wird.
Als ich die Ankündigung gesehen habe, war ich ehrlich gesagt fassungslos und ich frage mich ernsthaft, was die Verantwortlichen bei Bastei geritten hat, mit einer derart sexistischen Nummer im Jahr 2026 aus dem Keller zu kommen? Und dann auch noch der »in your face«-Titel … Klebstoff geschnüffelt?
Ich dachte zuerst an einen Aprilscherz, was ein Blick aufs Datum schnell widerlegte. Dann dachte ich, es handel sich bei »Bastei Abenteuerlust« auf Facebook und instagram vielleicht um eine Fanseite, auf der irgendwer schnell ein Fake-Cover zusammengeklatscht hatte. Zumal auf der Facebook-Seite jegliche vorgeschriebenen rechtlichen Angaben, wie ein Link auf ein Impressum fehlen, sie allerdings auf der offiziellen Webseite des Verlag im Footer verlinkt wird, weswegen ich davon ausgehe, dass die beiden Social Media-Präsenzen tatsächlich vom Verlag betrieben werden.
Alles in allem kann ich ob so viel Unprofessionalität im Web und des Setzens auf völlig unzeitgemäßen Sexismus nur den Kopf schütteln. Sexismus wird nicht moderner oder akzeptabler, nur weil man ihn durch KIs erstellen lässt.
Vielleicht sollte man den Verantwortlichen bei Bastei mal erläutern, dass es das wöchentliche Heftroman-Cover nicht mehr braucht, um sich aufzugeilen, es existiert dieses ominöse »Internet«.
[Edit] Nachtrag: Dabei haben wir noch gar nicht darüber gesprochen, ob der Inhalt vielleicht auch KI-generiert sein wird. Dass auf Bastei-Romanen keine Autor°Innennamen stehen, ist nichts Neues, aber heutzutage und in diesem Kontext fällt das doppelt auf.
[Edit] Nachtrag 2: Aus gegebenem Anlass möchte ich an dieser stelle nochmal auf meinen Artikel zu KI-Slop im Populärliteraturbereich hinweisen.
Promografik Copyright Bastei Lübbe AG




Wieso wirft man uns weiblichen Autorinnen eigentlich keinen Sexismus vor, wie wir unsere Leserinnen (ja, weiblich!) mit Romanen voller Sex beglücken? Ob Dark Romance, Romantasy oder einfach erotischen Romanen ohne Ende, die sich in den Buchhandlungen stapeln? Ist das so ein Männer-Ding?
Ich weiß ja nicht in welchen Kreisen Du so verkehrst, aber ich sehe das immer wieder mal thematisiert, auch durch Frauen. Fakt ist aber auch, dass zu einen die Objektifizierung von Frauen in einer patriarchalischen Gesellschaft erheblichen Überhang hat. Und nicht jeder Erotik oder Dark Fantasy-Roman sexistisch ist. Nicht selten objektifizieren sich die Protagonistinnen darin sogar selbst, indem sie sich dem sexy Vampir oder Werwolf, oder welches andere angeblich erotische Fantasywesen sonst gerade angesagt ist, unterwerfen.
Außerdem ist die Darreichungsform und Darstellungen halbnackter, unterwürfiger Frauen ein zentraler Punkt bei der Kritik. Vielleicht solltest Du Dich mal informieren, was mit Sexismus in diesem Zusammenhang gemeint ist, dann könnte das Problem vielleicht klarer werden.
Hier die Erklärung, was die Darreichungsform und Darstellungen halbnackter, unterwürfiger Frauen Sexismus ist: »Auf Buchcovern zeigt sich Sexismus vor allem durch stereotypische, klischeehafte oder rein sexuelle Darstellungen von Frauen und Männern, um Kaufanreize zu schaffen.« JA, RICHTIG GELESEN! Es betrifft nicht nur Frauen, sondern auch Männer! Beispiele:
1) Reduzierung auf den Körper: Der Mann wird nicht als Charakter mit Persönlichkeit dargestellt, sondern als rein sexuelles Objekt zur visuellen Befriedigung (der meist weiblichen) Zielgruppe.
2)Unerreichbare Körperideale: Das Cover vermittelt das sexistische Klischee, dass der Wert eines Mannes an extremen Muskeln, einem makellosen Sixpack und dominanter Männlichkeit hängt.
3)Gefühlsverbot: Der Mann darf selten verletzlich oder emotional sein. Er muss der unnahbare, starke »Alpha-Mann« sein.
Der Buchmarkt ist voll von solchen Romanen! Nur regt sich da niemand drüber auf.
Erstens: Ich habe nie behauptet, dass Männer nicht betroffen sind, auch wenn du versuchst, mir das zu unterstellen. Und: Wir reden hier über hostilen Sexismus.
Zweitens:
Ich kann mich nur wiederholen: Das ist falsch, es gibt immer wieder Diskussionen genau darüber. Seit Jahrzehnten.
Ein wirkliches Problem ist übrigens ein anderes. Das ist mit einem Wort beschreibbar. Und das ist ein Problem, das du gerade mal wieder unter Beweis stellst.
Mansplaining.
Du bist ja echt lustig. Erst fühlst Du Dich bemüßigt, hier ungefragt einen Kommentar zu verfassen (der schwer nach Schlaumeierei und Whataboutismus klingt, ganz geschlechterunabhängig, übrigens) und wenn Dir die Antwort auf Deine Meinung nicht gefällt, versuchst Du mich als Mansplainer zu diskreditieren und zu beleidigen? Netter Versuch, aber ziemlich durchsichtig.