Amazon Video: DEADLY PATIENT leider an KI-Synchro verstorben

Deadly Patient Poster

Am Wochen­en­de wur­de ich auf ein Video des Syn­chron­spre­chers Sven Pla­te auf­merk­sam, der auf einen Film namens DEADLY PATIENT (Ori­gi­nal­ti­tel: INTENSIVE CARE, 2018) bei Ama­zon Video hin­wies, der offen­sicht­lich nicht nur KI-über­setzt, son­dern auch noch KI-syn­chro­ni­siert wor­den war.

Ich habe mir das sofort mal ange­se­hen, bzw. ‑gehört und was man da vor­ge­setzt bekam war schon ein star­kes Stück, ins­be­son­de­re da Ama­zon einen auch noch zwang, sich sagen­haf­te zwei Minu­ten Wer­bung anzu­se­hen (der Grund, war­um ich auf Prime Video nichts mehr schaue und mich der Sam­mel­kla­ge ange­schlos­sen habe). Die Dar­bie­tung war der­ma­ßen platt und emo­ti­ons­frei, das war an Pein­lich­keit nicht zu über­bie­ten. Und auch man­che For­mu­lie­run­gen lie­ßen nicht nur ver­mu­ten, dass KI bei der Über­set­zung her­um­ge­pfuscht hat­te, das war ein­deu­tig. Als ich mir das ansah hat­ten sich bei dem Film – ver­mut­lich nach nach Pla­tes Auf­ruf – bereits eine enor­me Men­ge nega­ti­ver Rezen­sio­nen ange­sam­melt.

Erst wur­de ver­mu­tet, Ama­zon selbst sei für die KI-Kata­stro­phe ver­ant­wort­lich, dem Ver­neh­men nach war dem aller­dings nicht so. Ama­zon sag­te in einer Stel­lung­nah­me, dass die Syn­ch­ro nicht von ihnen stam­me. Ver­mut­lich hat DEADLY PATIENT sei­nen Weg über »Prime Video Direct« auf die Platt­form gefun­den, über die Dritt­an­bie­ter Fil­me in Ama­zons Kata­log ver­öf­fent­li­chen kön­nen. Gegen­über dwdl sag­te ein Ama­zon-Spre­cher:  »Die deut­sche Syn­chro­ni­sa­ti­on des Films ‘Dead­ly Pati­ent – Töd­li­cher Pati­ent’ ent­sprach nicht den Qua­li­täts­stan­dards von Prime Video. Der Film ist vor­erst nicht mehr bei Prime Video ver­füg­bar.«

Auch wenn der Film rasch ver­schwand: Das Pro­blem bleibt, denn auch Net­flix hat­te sich bereits mit KI-gene­rier­ten Ani­mé-Über­set­zun­gen in die Nes­seln gesetzt und ich gehe davon aus, dass auch in Zukunft Anbie­ter mit Dol­lar­zei­chen in den Augen ver­su­chen wer­den, uns so etwas unter­zu­ju­beln, um mög­lichst bil­lig über­setz­te Ver­sio­nen an den Start zu brin­gen, für die man kei­ne Sprecher°Innen bezah­len muss. Umso wich­ti­ger, dann sofort zu zei­gen, was man von so einem Dreck hält. Und auch Filmemacher°Innen soll­ten viel­leicht genau hin­se­hen, den so etwas kön­nen die Betei­lig­ten an einem Film nicht wol­len und es ver­dirbt das Werk.

Ich weiß: Ich bekla­ge mich regel­mä­ßig über schlech­te Syn­ch­ros von US-Fil­men. Dabei sind es aber in den aller­meis­ten Fäl­len nicht die Sprecher°Innen, die schlech­te Arbeit leis­ten (die machen das meist sogar sehr gut), son­dern die Dia­log­re­gie mit Über­set­zun­gen, die völ­lig dane­ben sind. Ange­sichts der dro­hen­den KI-Gefahr, soll­ten die sich viel­leicht ab sofort ein wenig mehr Mühe geben.

Pro­mo­pos­ter Copy­right Car­tel Pic­tures

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies und von eingebundenen Skripten Dritter zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest (Navigation) oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst Du Dich damit einverstanden. Dann können auch Cookies von Drittanbietern wie Amazon, Youtube oder Google gesetzt werden. Wenn Du das nicht willst, solltest Du entweder nicht auf "Akzeptieren" klicken und die Seite nicht weiter nutzen, oder Deinen Browser im Inkognito-Modus betreiben, und/oder Anti-Tracking- und Scriptblocker-Plugins nutzen.

Mit einem Klick auf "Akzeptieren" werden zudem extern gehostete Javascripte freigeschaltet, die weitere Informationen, wie beispielsweise die IP-Adresse an Dritte weitergeben können. Welche Informationen das genau sind liegt nicht im Einflussbereich des Betreibers dieser Seite, das bitte bei den Anbietern (jQuery, Google, Youtube, Amazon, Twitter *) erfragen. Wer das nicht möchte, klickt nicht auf "akzeptieren" und verlässt die Seite.

Wer wer seine Identität im Web schützen will, nutzt Browser-Erweiterungen wie beispielsweise uBlock Origin oder ScriptBlock und kann dann Skripte und Tracking gezielt zulassen oder eben unterbinden.

* genauer: eingebettete Tweets, eingebundene jQuery-Bibliotheken, Amazon Artikel-Widgets, Youtube-Videos, Vimeo-Videos

Schließen