Gnadenlos brennt die Sonne auf das Outback von Australien. Vielleicht ist es auch gar nicht das Outback, sondern der verbleibende Rest großer Städte. Ein steter Wind verstaubt die Luft. In den Blechhütten sitzen schwitzende Männer. Diese Männer sitzen nebeneinander, oder liegen umarmt auf ihren Pritschen. Es wird nicht geredet. Überhaupt sind sehr wenige Menschen zu sehen, sehr wenige in den Hütten, oder verbleibenden Häusern, noch weniger auf dem glühenden Asphalt der Straße. Sollten Worte gewechselt werden, passiert das immer mit einer Waffe im Anschlag. Überschlägt sich ein Wagen auf offener Straße, dann ist das eben so. Es ist zehn Jahre nach dem Kollaps. Eine Dystopie die an Max Rockatanskys Welt erinnert, irgendwo zwischen dem ersten und zweiten Teil. Doch hier trägt niemand Nieten und Leder verzierte Endzeitklamotten, und keiner fährt mit Rahmengittern verstärkte Geländewagen. Zehn Jahre nach dem Kollaps blieb man bei luftigen Freizeithemden und kurzen Khaki-Stoffhosen, und bewegt sich mit Daewoo und Toyota fort. Warum sich hier so viel Asiaten im Schweiße ihres Angesichts tummeln bleibt ein Rätsel. Doch das alles scheint ohne Bedeutung. Selbst für Eric, der sich apathisch, und wortlos durch diese Welt schleppt. Bis drei flüchtende Gangster sich Erics Wagen bemächtigen. Und da hört jede stoische Apathie auf.
GUARDIANS OF THE GALAXY – Bundesstart 28.08.2014
Mit GUARDIANS OF THE GALAXY muss Marvel beweisen, dass ihr Superhelden-Universum noch funktioniert, und weiter funktionieren wird. Zehn Filme, die auf unterschiedlichste Weise ineinander verwoben sind, wurden bisher veröffentlicht. Fünfzehn werden es sein, wenn Phase 3 des Cinematic Universe abgeschlossen wird, aber nicht mit AVENGERS 3, sondern mit GUARDIANS 2. Das zeigt nicht nur Marvels Weitblick, sondern auch unerschütterliches Vertrauen. Die Struktur stand, noch bevor Phase 2 mit IRON MAN 3 richtig angelaufen war, und der erste GUARDIANS-Einsatz noch in weiter Ferne lag. Jetzt sind diese Filme nicht alle wirklich Fortsetzungen, doch ein wackeliges Gerüst kann es dennoch schnell werden. Der Zuschauer bleibt eben ein unberechenbares Objekt der Begierde. Sieht man sich gerade den Kino-Sommer an, in dem sich GUARDIANS nun entfalten darf, hat das Zielpublikum einige als sicher geltende Kassenschlager einfach ignoriert. Nun haben sie sehr wohl Geld eingespielt, viele lagen dabei allerdings weit unter den von den Studios anvisierten Höhen. Weit drunter. Und dann die Retter der Kino-Galaxy mit einem Startwochenende von 94 Millionen Dollar. Damit liegt der Film zwar nur auf Platz 32 in der Rangfolge der Eröffnungswochenenden, doch die Branchenblätter jubelten und zeigten sich gleichzeitig verblüfft. Ein eindeutiges Zeichen, dass die Industrie nicht wirklich mit einem Erfolg in dieser Größenordnung gerechnet hatte. Nur Marvel, die eben bewiesen haben, dass alles noch funktioniert.
Es ist ein Jammer. Da gibt es genügend Science Fiction- und Fantasy-Fans in Deutschland, die es leid sind, immer nur von RAUMPATROUILLE ORION und der UNENDLICHEN GESCHICHTE zu lesen, wenn Massenmedien über deutsche Genre-Produktionen schreiben. Man sieht sich amerikanische Science-Fiction-Filme an, guckt neidisch auf den Briten DOCTOR WHO und bedauert, dass Deutschland eine wahre Diaspora der Fantasy ist. Und dann kommen da zwei enthusiastische Filmemacher, wagen die Verfilmung einer Fantasy-Trilogie, einer durchgehenden Zeitreise-Geschichte, erzählt über drei Filme, setzen mit vergleichsweise bescheidenem Budget aktuell den zweiten Film in die Kinolandschaft, und nur ein Bruchteil des SF- und Fantasy-Publikums nimmt davon Notiz. Der zweite Film erhält von der Filmbewertungsstelle das Prädikat »wertvoll«, etliche Rezensionen loben ihn, aber oft genug werden die Macher als bloße Nachahmer der Twilight- und Hunger-Games-Trilogien beschimpft. Warum erkennen so wenige, wie mit wie viel Herzblut und Professionalismus Felix Fuchssteiner und Katharina Schöde, Drehbuchautoren und Regisseure von RUBINROT und SAPHIRBLAU, um die es in diesem Artikel geht, an ihren Filmen gearbeitet haben? Warum müssen sie um jeden einzelnen Besucher kämpfen?
Fast schon zwanzig Jahre liegt es zurück, dass Jan de Bont mit TWISTER frischen Wind in den Katastrophenfilm blies. Dass das bis heute lediglich eine Flut von billigen TV-Filmen nachzog, zeugt vom cineastischen Respekt, den man vor TWISTER hatte, der in Dramaturgie und Tricktechnik einfach alles perfekt machte. Dass mit STORM HUNTERS wieder einmal die Leinwand richtig durchgeblasen werden soll, macht dann doch neugierig. Schließlich hat sich nicht nur die Tricktechnik verbessert, sondern es kommt noch Dolby-Atmos hinzu, und das große Vorbild selbst als Motivation. Die ersten Bilder bei STORM HUNTERS sind jedenfalls eine echte Überraschung. In der Hoffnung einen wirklich eigenständigen Film zu produzieren, haben sich die Produzenten etwas ausgedacht. Was der Zuschauer in der Pre-Titel-Sequenz zu sehen bekommt, setzt sich vornehmlich stilistisch fort. Steve Quale, der bisher nur mit FINAL DESTINATION 5 das Kino vom Regiestuhl aus beglücken durfte, produzierte einen nervenaufreibenden Found-Footage-Thriller. Nervenaufreibend deswegen, weil man viel Geld zahlende Zuschauer nicht mit einem Stilmittel quälen sollte, welches sich schon vor Jahren tot geritten hat.
HARTE JUNGS nennt sich eine spezielle Vorstellungsreihe in Nürnbergs Multiplex-Erfolg Cinecitta. HARTE JUNGS ist eine Art Preview, in der Testosteron-geschwängerte Streifen einem vornehmlich männlichen, aber entsprechend geneigtem Publikum präsentiert werden, einschließlich gekühltem Gerstensaft. Das passiert im Cinecitta einmal im Monat, und kann im August natürlich nur mit EXPENDABLES 3 erfüllt werden. Eine raffinierte Handlung, geschliffene Dialoge, überraschende Wendungen, dramaturgischer Tiefgang, und schon kann es losgehen. Auf zur dritten, und vermeintlich letzten Runde in der besten Hommage an die Achtziger, die man sich vorstellen kann. Natürlich spaltet das die Gemüter. Zum einen, sind die EXPENDABLES dann doch mit der Technik und den Versatzstücken des aktuellen Kinos gemacht, und dann glauben schlaue Sprücheklopfer, dass die Zeiten für unrealistisch übersteigertes Action-Kino endgültig vorbei sein müssten. Dieser Meinung kann man durchaus sein, hat aber gleichzeitig die Möglichkeit, diese Filme einfach zu meiden.
DAS MONDMALHEUR ist das Erstlingswerk von Anette Kannenberg in Romanform. Fantasy-Interessierte haben aber – so wie ich – unter Umständen schon das Glück gehabt, die eine oder andere Kurzgeschichte kennen zu lernen, die sie für die Publikation Follow des Fantasy Club e.V. geschrieben hat.
Dem Schreibstil dieser überwiegend heiteren, bisweilen auch dramatischen, aber immer unterhaltsam geschriebenen Geschichten bleibt die Autorin auch im Mondmalheur treu: Vom ersten Kapitel an hat mich das Buch in den Bann gezogen, wie seit langem kein anderes.
In flüssigem Stil stellt die Autorin ihre Protagonisten vor, deren Leben und die Welt, in der die Geschichte spielt. Dabei gibt es keine »bequemen« Zeitangaben oder Erklärungen aus dem »off«, nein, der Leser wird durch kleine Hinweise im Hintergrund mit dem zeitlichen Kontext vertraut gemacht, und muss immer wieder selbst Schlüsse ziehen, um mit der rasch fortschreitenden Geschichte Schritt zu halten.
Der Film beginnt mit einem sehr ungewöhnlichen, für Eric Serra hingegen nicht überraschenden, Soundtrack, der in seiner einfachen und sehr eingeschränkten Orchestrierung den Zuschauer sofort aufmerksam werden lässt. Seit IM RAUSCH DER TIEFE von 1988 begleitet Serra den französischen Ausnahmeregisseur Besson auf seinen Wegen durch das europäische Action-Kino. Was im Arthouse-Kino wunderbar funktionierte, gilt noch lange nicht für das Mainstream-Establishment. BOND-Regisseur Martin Campbell wollte für GOLDENEYE den französischen Komponisten, sorgte am Ende bei den Zuschauern letztendlich nur für Verwirrung. Diese Verwirrung überträgt sich allerdings auch auf andere Produktionen von Luc Besson, der seinem Geschmack und seinem Stil treu blieb, und der Ungewöhnlichkeit von Eric Serras Kompositionen die Stange hielt. Musikalisch ist LUCY durchaus im Trockenen, was die Zusammenarbeit von Serra mit Besson nur unterstreicht. Wo außergewöhnliche Themen auf eine besondere Abhandlung treffen.
Wir sind im Jahr 2014, wo Angelina Jolie aus Termingründen eine von Action geprägte Rolle an Scarlett Johansson abgeben musste. Eine Glückskeks-geschwängerte Komposition, die durchaus ihre Rechtfertigung findet. Jolie war nach dem ersten TOMB RAIDER Abenteuer die in Hollywood und ihren auserkorenen Anhängerschaften angesagte Action-Heldin, was sie mit den anschließenden SALT und WANTED zu unterstreichen wusste. Währenddessen machte sich Johansson im Marvel-Universum als Black Widow breit, und bewies sich fortan als die Power-Frau im Testosteron-gesteuerten Superhelden-Zirkus.
Lest euch den folgenden offenen Brief durch (Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten offenen Briefen sind selbstverständlich reiner Zufall und keine Absicht), und wenn ihr damit einverstanden seid, dann unterschreibt ihn bitte in einem Kommentar (echter Name oder Pseudonym, ganz wie ihr wollt). Vielleicht bekommen wir ja mehr als die 500 Unterschriften irgendwelcher Verlagsautoren zusammen, die gegen Amazon wettern. Ihr dürft beim Kommentar gern auch eure Webseite eintragen, dann habt ihr gleich noch einen Backlink.
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Hinweis: Aus rechtlichen Gründen schalte ich alle Kommentare manuell frei, deswegen bitte nicht wundern, wenn Deiner nicht sofort erscheint, manchmal schlafe ich, oder entferne mich vom Computer, um Bezos Cthulhu anzubeten.
Teilt diese Aktion bitte und tragt sie an andere Selfpublisher, Sympathisanten, Wasauchimmer, weiter, damit auch die unterschreiben können.
Wollen wir doch mal sehen, wie viele wir zusammen bekommen!
Wer sich an meine Rezension zum ersten Teil erinnert, der weiß, dass ich von ÆTHERMAGIE ziemlich weggeflashed wurde. Grandiose Erzählkunst in einem tollen Setting mit interessanten Figuren wurde in jenem Buch von Susanne Gerdom geboten und wieder einmal gezeigt, dass Steampunk aus Deutschland sich mal so überhaupt nicht verstecken muss, auch dann nicht, wenn es sich vorgeblich um ein Jugendbuch handelt.
Nun ist bei Ueberreuter der zweite Teil mit dem Titel ÆTHERSTURM erschienen und meine Spannung wuchs, ob diese Qualität so würde aufrechterhalten bleiben können.
Ich hätte mir da erwartungsgemäß mal gar keine Sorgen machen sollen.
Nach nur einem Jahr schiebt Autor und Regisseur James DeMonaco eine Fortsetzung zu dem Überraschungshit THE PURGE nach. Ein Film, bei dem die Faszination über die Logik siegte. War dieser allerdings noch ein kammerspielartiger Thriller, geht DeMonaco dem Gesetz der Serie zufolge natürlich einen Schritt weiter. Erlebte man diese neue amerikanische Ordnung anfangs aus der Perspektive des in sich geschlossenen Refugiums der vermeintlichen Opfer, zeigt uns DeMonaco nun die Welt draußen auf der Straße, wenn Purge im Gange ist.
Der Hintergrund ist auf der einen Seite tatsächlich hirnrissig, auf der anderen Seite birgt er unverhohlen eine anziehende Begehrlichkeit. Amerika war wirtschaftlich und sozial am Boden, was in 2016 sein wird. Die »Neuen Gründungsväter von Amerika« erließen ein Verordnung, dass einmal im Jahr für genau 12 Stunden alle Gesetze aufgehoben sind. Alle Verbrechen werden in dieser Zeit straffrei bleiben, erlaubt sind allerdings nur Waffen, so klärt einen der Film auf, bis Klasse 4. Was bedeutet, dass man sich auch noch mit einem schweren Maschinengewehr austoben kann. »Purge« bedeutet Säuberung, und so funktioniert auch dieses System. Während Reiche und der gehobene Mittelstand sich mit entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen in dieser bestimmten Nacht verbarrikadieren können, werden natürlich Arme und Obdachlose die ersten Opfer von Menschen, die gerne morden und foltern. Die Purge-Night, also die Nacht der Säuberung, hat die Kriminalitätsrate gesenkt, und die Armut fast abgeschafft. Eine Institution, die also aufgeht.
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