Buchmesse Leipzig und WerkZeugs: Statement der Veranstalter

Buchmesse Euro

In Sachen der Que­re­len um die Buch­mes­se Leip­zig und die von Werk­Zeugs ver­an­stal­te­te Lese­insel, hat­te ich die Pres­se­ab­tei­lung der Mes­se um Stel­lung­nah­me gebe­ten:

Sehr ge­ehrte Frau Jus­ten,

den nach­fol­gen­den Text ver­öf­fent­lichte die Werk­Zeugs KG, die in den ver­gan­ge­nen Jah­ren die Phan­­tas­­tik-Les­ein­­sel auf der Leip­zi­ger Buch­messe be­trie­ben hat, heu­te auf ih­rer Face­­book-Sei­te und hat da­mit viel Ver­wun­de­rung in der Phan­­tas­­tik-Sze­ne, so­wohl bei Le­sern, wie auch bei Ver­la­gen und Au­to­ren, aus­ge­löst.

[hier der obi­ge Text von Werk­Zeugs]

Ich wür­de hier­zu um eine Stel­lung­nahme bit­ten und dan­ke da­für im vor­aus.


Mit freund­li­chem Gruß,
Ste­fan Holz­hauer
Phan​ta​News​.de
Phan­tas­ti­sche Nach­rich­ten

Dar­auf­hin hat­te ich noch am sel­ben Tag fol­gen­de Ant­wort bekom­men:

Sehr geehr­ter Herr Holz­hau­er,

das Unter­neh­men Werk­Zeugs KG ist ein lang­jäh­ri­ger Part­ner für den Gemein­schafts­stand inner­halb des Fan­ta­sy-Berei­ches der Leip­zi­ger Buch­mes­se. Des­halb haben wir ihm auch in die­sem Jahr ein Ange­bot für die­sen Gemein­schafts­stand und sei­ne Dienst­leis­tun­gen rund um das Forum zu wei­ter­hin güns­ti­gen Son­der­kon­di­tio­nen vor­ge­schla­gen, die deut­lich unter den regu­lä­ren Stand­ge­büh­ren lie­gen. Wir bedau­ern sehr, dass Werk­Zeugs mit uns die­ses Ange­bot nicht dis­ku­tiert hat, son­dern öffent­lich sei­ne Teil­nah­me abge­sagt hat. In unse­rem Forum „Fan­ta­sy-Lese­insel“ und in unse­rem Aus­stel­lungs­be­reich fin­den Autoren und Ver­la­ge selbst­ver­ständ­lich auch zukünf­tig ein star­kes Podi­um für ihre Prä­sen­ta­ti­on. Zudem wer­den die Ver­la­ge die Mög­lich­keit haben, ihre Titel über einen eige­nen Fan­ta­sy-Bereich über die Mes­se­buch­hand­lung in Hal­le 2 zu ver­kau­fen. Wir freu­en uns selbst­ver­ständ­lich auf alle Fan­ta­sy-Fans in Leip­zig und sehen wei­ter­hin den Bereich als einen wich­ti­gen Teil der Leip­zi­ger Buch­mes­se.

Mit freund­li­chen Grü­ßen

i. A. Ruth Jus­ten
Pres­se­spre­che­rin Leip­zi­ger Buch­mes­se 2017
i. A. der Leip­zi­ger Mes­se GmbH

Da sich die­se Aus­sa­ge nun doch deut­lich von der unter­schei­det, die Werk­Zeugs ver­öf­fent­licht hat­te (und es für mich des­we­gen so aus­sah, als wol­len die Ver­an­stal­ter sie in die Pfan­ne hau­en), stell­te ich Werk­Zeugs via Face­book die­ses State­ment bereits vor­ab zur Ver­fü­gung und bat ihrer­seits um Stel­lung­nah­me, da ich das hin­sicht­lich der von den Ver­an­stal­tern geäu­ßer­ten Vor­wür­fen für fair hielt. Die wur­de mir für heu­te zuge­sagt.

Aller­dings bekom­me ich die­sen Kom­men­tar nun nicht, das stand in einer Mail, die ich soeben erhielt. Man möch­te kei­ne offi­zi­el­len State­ments abge­ben, »um eine Schlamm­schlacht zu ver­mei­den« und weil man »über ver­schie­de­ne Schie­nen mit der Mes­se in Dia­log zu kom­men ver­sucht«. Das fin­de ich rela­tiv ulkig, immer­hin ist die Schlamm­schlacht bereits in vol­lem Gan­ge. Offen­bar hofft man bei Werk­Zeugs immer noch, dass die Ver­an­stal­ter ein­len­ken. Ange­sichts der Tat­sa­che, dass bereits vor­ges­tern ein ande­rer Betreu­er der Lese­insel fest­stand (LSL Leip­zig) und dass die Rah­men­be­din­gun­gen in Sachen Stän­de auch für die Ver­la­ge grund­le­gend geän­dert wur­den, sehe ich aller­dings kaum Hoff­nung, dass es die Lese­insel mit Lounge samt ange­schlos­se­nen Stän­den auch in 2017 in akzep­ta­bler Form geben wird. Da das Kon­zept sei­tens der Mes­se bereits weit fort­ge­schrit­ten scheint, hal­te ich Ände­run­gen für unwahr­schein­lich.

Noch ges­tern um 7:48 Uhr schrie­ben Werk­Zeugs auf ihrer Face­book-Sei­te:

Wir dan­ken Euch herz­lich für Euer Feed­back bezüg­lich der #Leip­zi­ger­Buch­mes­se – so vie­le lie­be, ent­rüs­te­te und trau­ri­ge Kom­men­ta­re, Nach­rich­ten und Emails! Irgend­was müs­sen wir also in den ver­gan­ge­nen Jah­ren rich­tig gemacht haben.
Zum »Fak­ten­check« der Leip­zi­ger Buch­mes­se hier zwei klei­ne Rich­tig­stel­lun­gen, eine etwas aus­führ­li­che­re Stel­lung­nah­me wird es in Kür­ze auf geben.

(1) »Des­halb haben wir ihm auch in die­sem Jahr ein Ange­bot für die­sen Gemein­schafts­stand und sei­ne Dienst­leis­tun­gen rund um das Forum zu wei­ter­hin güns­ti­gen Son­der­kon­di­tio­nen vor­ge­schla­gen«

Fakt: Es ist rich­tig, dass wir für 2017 noch güns­ti­ge (wenn auch schon deut­lich gestie­ge­ne) Kon­di­tio­nen bekom­men hät­ten. Aller­dings hät­ten wir uns auf drei Jah­re ver­trag­lich fest­le­gen müs­sen, im drit­ten Jahr hät­ten die Stand­ge­büh­ren mehr als das dop­pel­te des bis­he­ri­gen Prei­ses betra­gen.

(2) »Wir bedau­ern sehr, dass Werk­Zeugs mit uns die­ses Ange­bot nicht dis­ku­tiert hat, son­dern öffent­lich sei­ne Teil­nah­me abge­sagt hat.«

Fakt: Wir haben schrift­lich vor­lie­gen, dass die Leip­zi­ger Buch­mes­se von ihrem »Ange­bot« nicht abwei­chen und und die Zusam­men­ar­beit des­halb nicht wei­ter­füh­ren möch­te.

Und noch ein Wort zur : Die­se bleibt unse­res Wis­sens nach wei­ter­hin bestehen – eben »nur« ohne die von uns erbrach­ten Dienst­leis­tun­gen (wie etwa Anmo­de­ra­ti­on, Koor­di­na­ti­on der Signier­schlan­gen, Stel­len der Secu­ri­ty etc.).

Dass die Buch­mes­se von Ihrem Ange­bot nicht abwei­chen woll­te ist doch in mei­nen Augen ein ziem­lich zen­tra­les Argu­ment für den Stand­punkt von Werk­Zeugs und ande­rer Teil­neh­mer, die jetzt noch ver­su­chen, auf die Ver­an­stal­ter ein­zu­wir­ken.

Ich weiß zudem auch von Klein­ver­la­gen, die auf­grund des geän­der­ten, unvor­teil­haf­ten Stand­kon­zepts nun über­le­gen, in den sau­ren Apfel zu bei­ßen und anstatt nun inak­zep­ta­ble neue Bedin­gun­gen zu akzep­tie­ren, lie­ber die Stor­no­ge­bühr in Höhe von EUR 350 zu zah­len, um der Mes­se fern­zu­blei­ben. Wie man sieht, gehen die Pro­ble­me rund um die Lese­insel über den The­men­kom­plex »Werk­Zeugs« deut­lich hin­aus.

Unab­hän­gig davon sehe ich die Aus­sa­ge der Pres­se­spre­che­rin eben­so wie das sehr ähn­lich klin­gen­de State­ment des Mes­se­chefs im Bör­sen­blatt äußerst kri­tisch und hal­te bei­de für einen fes­ten Tritt in den Hin­tern der Autoren, Ver­la­ge und Fans des Phan­tas­tik-Bereichs, Werk­Zeugs sowie­so. Mal ganz unab­hän­gig davon, wie die aktu­el­le Kon­stel­la­ti­on in Sachen Ver­ant­wor­tung für die Mise­re zwi­schen Mes­se und Werk­Zeugs tat­schlich aus­se­hen mag:

Auch Mes­se­di­rek­tor Oli­ver Zil­le soll­te zur Kennt­nis neh­men, dass Werk­Zeugs in den ver­gan­ge­nen Jah­ren da nicht nur einen Stand hat­te und ansons­ten Däum­chen dreh­te, son­dern viel­mehr die Lesun­gen, Anmo­de­ra­tio­nen, Secu­ri­ty und jede Men­ge mehr rund um die Lese­insel orga­ni­siert hat. Alles Tätig­kei­ten, für die sich die Mes­se­ver­an­stal­ter nicht befä­higt sahen – bevor Werk­Zeugs das über­nahm, war der Phan­tas­tik-Bereich samt Lese­insel eine lieb­lo­se Ecke, die aus hin­ge­streu­ten Sitz­mö­beln bestand. Statt die Prei­se inner­halb von drei Jah­ren (mit gleich­zei­ti­gem Kne­bel­ver­trag über drei Jah­re) auf das Dop­pel­te zu erhö­hen, soll­te die Mes­se für das Enga­ge­ment eher eine Gage zah­len.

Man wird sehen, wie die Ver­hand­lun­gen PANs und Werk­Zeugs´ mit der Leip­zi­ger Mes­se GmbH tat­säch­lich enden, und ob es zu einem für alle betei­lig­ten Prot­ago­nis­ten befrie­di­gen­den Ergeb­nis kom­men wird. Abge­sichts diver­ser Ver­hal­tens­wei­sen des Mes­se­ver­an­stal­ters in den letz­ten Jah­ren (fragt bei­spiels­wei­se mal Klein­ver­la­ge, wie lan­ge die im ver­gan­ge­nen Jahr auf die Abrech­nung der in den Mes­se­buch­hand­lun­gen ver­kauf­ten Bücher gewar­tet haben) hege ich dar­an star­ke Zwei­fel, aber man soll ja die Hoff­nung nie auf­ge­ben …

Logo Buch­messe Leip­zig Co­py­right Leip­zi­ger Mes­se GmbH

STAR TREK DISCOVERY verschoben

Logo STAR TREK DISCOVERY

Im Janu­ar 2017 soll­te die neue Serie STAR TREK DISCOVERY star­ten. Doch dar­aus wird nichts, wie jetzt gemel­det wird, ver­schiebt sich der Start um sagen­haf­te vier Mona­te nach hin­ten, in den Mai. Eigent­lich hät­ten sie genug Zeit gehabt, die nur 13 Epi­so­den der ers­ten Staf­fel bis Janu­ar zu pro­du­zie­ren. Aller­dings waren in den ver­gan­ge­nen Mona­ten schon eini­ge Unge­reimt­hei­ten vor­aus­ge­gan­gen. Die Infor­ma­tio­nen tröp­fel­ten äußerst spar­sam und bis dato steht sogar immer noch aus, wer für die Rol­len der Crew des Raum­schiffs Dis­co­very besetzt wur­de. Ich gehe mal davon aus, dass die­se Beset­zung­pro­ble­me jetzt auch der Grund für die Ver­spä­tung sind.

Aller­dings ist die offi­zi­el­le Vari­an­te, dass das Krea­tiv­team Bryan Ful­ler und Alex Kurtzman um die Ver­schie­bung gebe­ten hät­ten, weil sie bis­her nur die Dreh­bü­cher für drei Epi­so­den hät­ten fer­tig stel­len kön­nen. Quel­len zufol­ge lag die Pro­duk­ti­on eigent­lich gut im Zeit­plan. Ful­ler und Kurtzman sagen in einem gemein­sa­men State­ment:

Brin­ging STAR TREK back to tele­vi­si­on car­ri­es a respon­si­bi­li­ty and mis­si­on: to con­nect fans and new­co­mers ali­ke to the series that has fed our ima­gi­na­ti­ons sin­ce child­hood. We aim to dream big and deli­ver, and that means making sure the demands of phy­si­cal and post-pro­duc­tion for a show that takes place enti­re­ly in space, and the need to meet an air date, don’t result in com­pro­mi­sed qua­li­ty. Befo­re hea­ding into pro­duc­tion, we eva­lua­ted the­se rea­li­ties with our part­ners at CBS and they agreed: STAR TREK deser­ves the very best, and the­se extra few months will help us achie­ve a visi­on we can all be proud of.

Das übli­che Bla­bla. Auf der ande­ren Sei­te kann man viel­leicht froh sein, wenn Ful­ler sich nicht dem Zeit­dik­tat von CBS unter­wirft und lie­ber dafür sorgt, dass die Show gut wird. Ange­sichts der diver­sen Que­re­len, die es jetzt bereits im Vor­feld gab, und wie geheim­nis­tue­risch man der­art kurz vor dem Start mit Infor­ma­tio­nen ist, bekom­me ich aller­dings lang­sam ein schlech­tes Gefühl. Eben­so wie die Tat­sa­che, dass die Show in den USA aus­schließ­lich über CBS´ kos­ten­pflich­ti­gen Strea­ming­dienst »All Access« zu sehen sein wird. Der Sen­der hofft offen­bar, mit der neu­en Serie hau­fen­wei­se zah­len­de Zuschau­er zu gene­rie­ren. Wenn sie sich da mal nicht täu­schen. Im Rest der Welt wird DISCOVERY via Net­flix zu sehen sein.

Logo STAR TREK DISCOVERY Copy­right CBS

Drei Teaser zu THE SON, dem TV-Western mit Pierce Brosnan

Auf AMC wird dem­nächst eine neue Wes­tern­se­rie mit dem Titel THE SON zu sehen sein. Pier­ce Bros­nan spielt dar­in den texa­ni­schen Pari­ar­chen Eli McCul­logh, der gebo­ren wur­de, als der Staat als unab­hän­gi­ge Repu­blik ent­stand. Jetzt hat die Fami­lie damit zu kämp­fen dass der wil­de Wes­ten lan­ge nicht mehr so wild ist wie frü­her. Neben Bros­nan spie­len Hen­ry Gar­rett, Zahn McC­lar­non, Pao­la Nuñez, Syd­ney Lucas u.a. Die Serie basiert auf einer Buch­rei­he von Phil­ipp Mey­er.

Ursprüng­lich soll­te Sam Neill die Rol­le von McCul­logh über­neh­men, der bekam aber offen­bar kal­te Füße und stieg aus.

THE SON soll offen­bar ein Epos wer­den, das meh­re­re Gene­ra­tio­nen über­spannt. AMC hat die Serie vom Fleck weg gekauft, ohne erst einen Pilo­ten pro­du­zie­ren zu las­sen, die zehn Epi­so­den wer­den irgend­wann in 2017 in den USA zu sehen sein. Regie füh­ren unter ande­rem Kevin Dow­ling und Tom Har­per, geschrie­ben haben Bri­an McGree­vy, Phil­ipp Mey­er, Kevin Mur­phy und Lee Ship­man.

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Keine WerkZeugs Phantastik-Leseinsel auf der Buchmesse Leipzig

Buchmesse Euro

Auf ihrer Face­book­sei­te mel­den sich die Betrei­ber hin­ter der Werk­Zeugs Krea­tiv KG mit einer Pres­se­mit­tei­lung zu Wort. Werk­Zeugs hat­te in den ver­gan­ge­nen neun Jah­ren auf der Leip­zi­ger Buch­mes­se die Phan­tas­tik-Lese­insel sowie einen Gen­re-Buch­han­del betrie­ben. Jetzt schrei­ben sie:

Lie­be Freun­de der Fan­tas­ti­schen Lite­ra­tur, lie­be Buch­mes­se-Fans,

lei­der müs­sen wir Euch heu­te etwas für uns sehr trau­ri­ges mit­tei­len:
Nach gut neun Jah­ren endet 2016 unse­re Koope­ra­ti­on mit der Leip­zi­ger Buch­mes­se.
Wir haben uns in den ver­gan­ge­nen Jah­ren bemüht, die Lese­insel Fan­ta­sy und den dazu­ge­hö­ren­den Werk­Zeugs-Stand, die Fan­ta­sy-Buch­hand­lung, zu einem span­nen­den Ort mit vie­len tol­len Lesun­gen und Begeg­nun­gen zu machen. Nicht nur für die Leser, son­dern auch für die Autoren und Ver­lags­ver­tre­ter, die unse­re Lounge gern genutzt haben.
Unse­re bestehen­den Ver­trä­ge mit der Mes­se­lei­tung sind in die­sem Jahr aus­ge­lau­fen. Die neu­en Kon­di­tio­nen, die uns die Mes­se ange­bo­ten hat, machen jedoch ein wirt­schaft­li­ches Arbei­ten unmög­lich, da die Stand­ge­büh­ren mehr als ver­dop­pelt wer­den sol­len. Ein Auf­tritt auf der Mes­se in der gewohn­ten Wei­se wäre einem finan­zi­el­len Ruin gleich­zu­setz­ten. Unse­re Ver­su­che, eine Lösung zu fin­den, die für bei­de Par­tei­en sinn­voll wäre, waren ver­geb­lich.
Aus die­sem Grund muss­ten wir unse­re Zusam­men­ar­beit mit der Leip­zi­ger Buch­mes­se lei­der been­den und wer­den 2017 nicht auf der Mes­se ver­tre­ten sein.

Wir bedau­ern dies sehr.
Euer Werk­Zeugs-Team

Ver­dop­pel­te Stand­prei­se. Da kann man wie­der ein­mal sehen, wor­um den Ver­an­stal­tern es auch auf der Buch­mes­se Leip­zig letzt­end­lich geht: Nicht um Bücher, son­dern um das Gene­rie­ren von mög­lichst viel Koh­le. So eine Mes­se ist ja qua­si eine Geld­druck­ma­schi­ne, ins­be­son­de­re, wenn einem die Mes­se­hal­len selbst gehö­ren. Man kas­siert von allen ab: Von Besu­chern und Fach­be­su­chern bei den Ein­tritts­kar­ten und von den Aus­stel­lern gleich dop­pelt bei den Stand­ge­büh­ren und über die Mes­se­buch­hand­lun­gen.

Man kann nun spe­ku­lie­ren, war­um auf ein­mal die dop­pel­te Stand­ge­bühr genom­men wer­den soll? Das erscheint als Preis­stei­ge­rung doch arg über­trie­ben und kaum ver­tret­bar. Es gibt aller­dings neu­er­dings eini­ge Publi­kums­ver­la­ge, die sich inten­siv im Gen­re-Bereich posi­tio­nie­ren, bei­spiels­wei­se Fischer mit der deut­schen Aus­ga­be von TOR oder Piper Fan­ta­sy. Man könn­te nun auf die Idee ver­fal­len, dass die ver­meint­li­chen Ama­teu­re aus­ge­boo­tet wer­den sol­len, damit Buchbranchen-»Profis« die Phan­tas­tik-Lese­insel über­neh­men kön­nen. War­ten wir mal ab, aber ich pro­phe­zei­he, dass die Buch­mes­se-Ver­an­stal­ter dem­nächst mit einem tol­len, neu­en Part­ner für die Lese­insel um die Ecke kom­men wer­den.

Oder ob die Stand­ge­büh­ren all­ge­mein so ange­zo­gen wur­den? In dem Fall dürf­te das ver­mut­lich auch für etli­che Klein­ver­la­ge das Mes­se-Aus bedeu­ten, wenn sich der Stand rein wirt­schaft­lich nicht mehr recht­fer­ti­gen lässt, weil man die Aus­ga­be nicht mal ansatz­wei­se wie­der rein­ho­len kann. Dazu kommt ja noch, dass man sei­ne Bücher dort nicht selbst ver­kau­fen darf, son­dern die Ver­an­stal­ter sogar dar­an noch einen nicht gerin­gen Anteil haben wol­len und des­we­gen nur über spe­zi­el­le Mes­se­buch­hand­lun­gen abe­setzt wer­den darf.

Ange­sichts der Geschäfts­prak­ti­ken der Ver­an­stal­ter der Leip­zi­ger Buch­mes­se wun­dert man sich in der Nach­schau nicht mehr dar­über, dass sie schon ein­mal eine renom­mier­te Bran­chen­mes­se ver­lo­ren haben: Die Games­con, die heu­te unter der Neu­fir­mie­rung Games­Com in Köln ver­an­stal­tet wird. Es ist nun sicher unwahr­schein­lich, dass eine so lang­jäh­ri­ge Ver­an­stal­tung wie die Buch­mes­se ein­fach umzieht, aber wenn durch sin­ken­de Attrak­ti­vi­tät wegen deut­lich weni­ger Aus­stel­lern die Besu­cher­zah­len zurück gehen, wird  sich der Ver­an­stal­ter etwas ein­fal­len las­sen müs­sen.

Da es doch angeb­lich um Kul­tur geht, könn­te man die­se aktiv för­dern, indem die Groß­an­bie­ter (also Publi­kums­ver­la­ge ober­halb eines gewis­sen Jah­res­ge­winns) etwas höhe­re Gebüh­ren zah­len und damit die klei­ne­ren Anbie­ter bzw. deren Stän­de spon­sorn. Es wird ja regel­mä­ßig die kul­tu­rel­le Viel­falt beschwo­ren, bei­spiels­wei­se wenn es um die Recht­fer­ti­gung der Buch­preis­bin­dung geht. Auf Ver­an­stal­tun­gen wie der Leip­zi­ger oder Frank­fur­ter Buch­mes­se ist davon dann aber kei­ne Rede mehr, da darf nur teil­neh­men, wer auch ordent­lich Geld auf den Tisch legt – und das über­steigt eben die Mög­lich­kei­ten vie­ler Klein- und Kleinst­ver­la­ge ganz erheb­lich. Hier wird, von der Bran­che sicher nicht ganz unbe­ab­sich­tigt, eine Zwei­klas­sen­ge­sell­schaft gepflegt: auf der einen Sei­te die Branchen-»Élite« und auf der ande­ren Sei­te die Indies, mit denen man gern prahlt, die sich die teu­ren Prä­sen­zen auf den Bran­chen­selbst­be­weih­räu­che­rungs­ver­an­stal­tun­gen aber eben nicht leis­ten kön­nen.

Aber wie ich schon schrieb: Es geht auf den Mes­sen weder ums Buch, noch um Kul­tur, und schon gar nicht um Autoren und deren Bücher, son­dern nur noch dar­um, mög­lichst viel Geld zu gene­rie­ren. Als Besu­cher soll­te man sich das vor Augen füh­ren, und viel­leicht mal mit den Füßen abstim­men.

Update: Ich habe bei den Ver­an­stal­tern der Leip­zi­ger Buch­mes­se um Stel­lung­nah­me gebe­ten:

Sehr geehr­te Frau Jus­ten,

den nach­fol­gen­den Text ver­öf­fent­lich­te die Werk­Zeugs KG, die in den ver­gan­ge­nen Jah­ren die Phan­tas­tik-Lese­insel auf der Leip­zi­ger Buch­mes­se betrie­ben hat, heu­te auf ihrer Face­book-Sei­te und hat damit viel Ver­wun­de­rung in der Phan­tas­tik-Sze­ne, sowohl bei Lesern, wie auch bei Ver­la­gen und Autoren, aus­ge­löst.

[hier der obi­ge Text von Werk­Zeugs]

Ich wür­de hier­zu um eine Stel­lung­nah­me bit­ten und dan­ke dafür im vor­aus.


Mit freund­li­chem Gruß,
Ste­fan Holz­hau­er

Phan​ta​News​.de
Phan­tas­ti­sche Nach­rich­ten

Man darf gespannt sein, wie die­se Tel­lung­nah­me aus­se­hen wird, falls über­haupt eine kommt.

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STAR WARS-Fanfilm: CALL OF THE EMPIRE

Das Beson­de­re an die­sem STAR WARS-Fan­film von Tre­vor Kerr ist die Tat­sa­che, dass er fast aus­schließ­lich in 3D-Soft­ware erzeugt wur­de, näm­lich mit Cine­ma 4D, Arnold Ren­de­rer und Foundrys Nuke. Geschnit­ten wur­de in Pre­miè­re und der Sound ent­stand in Ado­be Audi­tion. Der T.I.E.-Fighter-Pilot ist aller­dings echt. :)

Crea­ted by: Tre­vor Kerr
Direc­tor: Tre­vor Kerr
Crea­ti­ve Direc­tors: Don­nie Bau­er, Micha­el Fig­ge
Pro­du­cers: Don­nie Bau­er, Tre­vor Kerr, Jon Desir
CGI Lead: Tre­vor Kerr
CGI Mode­lers: Wil­liam Tir­loy, Ara Ker­ma­niki­an, Tre­vor Kerr, Luis Mayor­ga
Ani­ma­ti­on: Tre­vor Kerr
Tech­ni­cal Direc­tors: Tre­vor Kerr, Micha­el Fig­ge
IT Sup­port: Roy Chung
Edi­tor: Tre­vor Kerr
Assistant Edi­tor: Don­nie Bau­er
Lead Com­po­si­tor: Tre­vor Kerr
Com­po­si­tor: Don­nie Bau­er
Logo Design: Mark Butch­ko
2D Design: Don­nie Bau­er
Audio Engi­neer: Ian McDa­ni­el (Good Theo­ry Stu­di­os)

Sound Desi­gners: Zach Scheit­lin, Tre­vor Kerr

Pro­duc­tion cre­dits:

Live Action Direc­tor: Micha­el Fig­ge
Pro­du­cers: Roy Chung, Ryan Chung, Alex Dol­ce, Katie Plum­mer, Ker­ry Brown
TIE Pilot: Tre­vor Sovi­ne
Storm­tro­o­pers: Kit Sovi­ne, Edgar Alca­la
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Ein Making-Of gibt es eben­falls und unter dem Video kann man sogar die Sze­ne-Datei­en her­un­ter laden. Das wer­de ich dann sofort mal machen … :)

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»Zahl was Du willst«? Börsenvereins-Justiziar zur Buchpreisbindung – und Konsequenzen daraus

eBook-Paragraph

Ich hat­te vor eini­ger Zeit (2012) mal beim Bör­sen­ver­ein in Sachen Buch­preis­bin­dung nach­ge­fragt und dar­auf­hin von deren Jus­ti­zi­ar Chris­ti­an Sprang eine Ant­wort bekom­men, die die Sicht der Lob­by­or­ga­ni­sa­ti­on aus­drück­te. Wie jeder weiß muss das aller­dings nicht den Tat­sa­chen ent­spre­chen; dass sogar die Buch­bin­dungs­treu­händ­ler­kanz­lei das spä­ter anders sah, dürf­te zwi­schen denen und dem Ver­ein zu eini­gem … »Spaß« geführt haben, wie das spä­te­re Rum­ge­eie­re zum The­ma ziem­lich deut­lich zeigt. Da man aller­dings sei­ne Mei­nung gern in Geset­ze gefasst sieht, wur­de so lan­ge auf die Gesetz­ge­ber ein­ge­re­det, bis eBooks expli­zit ins Buch­preis­bin­dungs­ge­setz auf­ge­nom­men wur­den, die Erwei­te­rung trat am 1. Sep­tem­ber in Kraft. So weit, so nor­mal.

Trailer: Netflix´ ARQ

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Strea­ming­dienst Net­flix ver­sucht sich mit sei­nem Film ARQ nicht nur an Sci­ence Fic­tion, son­dern auch gleich an der Mur­mel­tier­tag-Pro­ble­ma­tik.

Der Film dreht sich um einen Mann, der ein Gerät erfin­det, das kos­ten­los end­lo­se Men­gen an Ener­gie erzeu­gen kann. Dann wird er von Ein­dring­lin­gen getö­tet, erwacht aber im nächs­ten Moment unver­letzt. Das pas­siert ab sofort immer und immer wie­der, aller­dings kann er sich an die Ereig­nis­se des Vor­tags erin­nern – und er ver­sucht her­aus­zu­fin­den, wie er aus der Schlei­fe aus­bre­chen kann. Klingt ziem­lich exakt so wie GROUNDHOG DAY, man darf gespannt sein, ob die­se Inter­pre­ta­ti­on dem The­ma neue Facet­ten hin­zu­fü­gen kann, oder nur eine Kopie bleibt. Die bereits vor­han­de­nen Bespre­chun­gen auf IMDB sind aller­dings sehr viel­ver­spre­chend.

Die Haupt­rol­le spielt Rob­bie Amell (TOMORROW PEOPLE, FLASH), in wei­te­ren Rol­len sind zu sehen: Racha­el Tay­lor, Gray Powell, Jacob Neay­em und Shaun Ben­son. Regis­seur Tony Elliott (ORPHAN BLACK) schrieb auch das Dreh­buch.

ARQ wird ab dem 16. Sep­tem­ber 2016 auf Net­flix zu sehen sein. Ob auch in Deutsch­land konn­te ich nicht her­aus­fin­den, da es sich aber um eine Eigen­pro­duk­ti­on han­delt, wür­de ich davon aus­ge­hen.

DOCTOR WHO kommt im Dezember und April zurück

Doctor Who Promo

Die nächs­te Staf­fel der BBC-Kult­se­rie DOCTOR WHO macht bekann­ter­ma­ßen in die­sem Jahr Pau­se, unter ande­rem weil Show­run­ner Ste­ven Moffat die Über­ga­be an sei­nen Nach­fol­ger Chris Chib­nall vor­be­rei­ten will. Doch auch in die­sem Jahr wird es ein Weih­nachts­spe­cial mit dem Doc­tor geben.

Die Dreh­ar­bei­ten zur zehn­ten Staf­fel haben bereits im Juni begon­nen, den Start hat die BBC bis­her immer nur mit »Früh­jahr 2017« ange­ge­ben. Doc­tor-Dar­stel­ler Peter Capal­di gab nun wäh­rend eines Chats bekannt, dass es im April 2017 wei­ter gehen wird.

Bekannt ist bereits, dass es eine neue Com­pa­n­ion geben wird: Pearl Mackie wird die Beglei­te­rin des Timelords sein. Jetzt wird es natür­lich span­nend, ob die im Christ­mas Spe­cial oder erst in Series 10 ein­ge­führt wer­den wird.

Pro­mo­fo­to DOCTOR WHO SERIES 10 Copy­right BBC

DCs BLACK LIGHTNING wird zur Fernsehserie

Black Lightning

Auch Fox möch­te vom im Fern­se­hen erfolg­rei­chen DC-Super­hel­den­ku­chen etwas abha­ben und hat erfolg­reich mit Greg Ber­lan­ti (ARROW, FLASH, LEGENDS OF TOMORROW, SUPERGIRL) ver­han­delt, um den unbe­kann­te­ren Hel­den BLACK LIGHTNING aufs Pan­tof­fel­ki­no zu brin­gen.

Wie üblich wird es erst ein­mal eine Pilo­t­epi­so­de geben, die wer­den die Mäch­ti­gen dann begut­ach­ten, und wenn alles so ist wie immer, wer­den sie die Serie dann abset­zen, bevor es sie über­haupt gege­ben haben wird. Wenn dann immer noch alles so ist wie immer, wird The CW sie kau­fen … ;)

Geschrie­ben wird die ers­te Epi­so­de von Mara Brock Akil (BEING MARY JANE) und ihrem Ehe­mann Salim Akil, die sol­len auch zusam­men mit Ber­lan­ti und Sarah Sch­ech­ter als aus­füh­ren­de Pro­du­zen­ten fun­gie­ren. Die Akils wer­den ver­mut­lich nicht Show­run­ner wer­den, denn die sind mit BEING MARY JANE noch gut beschäf­tigt, ver­mut­lich wird erneut Ber­lan­ti den Job über­neh­men. Pro­duk­ti­ons­fir­ma hin­ter der Show ist wie bei allen Ber­lan­ti-Pro­jek­ten War­ner Bros. TV.

Fox schreibt zur Show:

Jef­fer­son Pier­ce made his choice. He hung up the suit and his secret iden­ti­ty years ago, but with a daugh­ter hell-bent on jus­ti­ce and a star stu­dent being recrui­ted by a local gang, he’ll be pul­led back into the fight as the wan­ted vigi­lan­te and DC legend — Black Light­ning.

Wei­te­re Details feh­len noch, bei­spiels­wei­se, wann die BLACK LIGHT­NING-Serie star­ten soll, oder wer mit­spie­len wird.

Black Light­ning Copy­right DC Comics – Bild von Matthew Clark

Warner Music, Copyright-Trolle und Lobbyhuren

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Ich habe auf You­tube seit 2013 ein Video von der Inter­mo­dell­bau, das Minia­tur-Dampf­ma­schi­nen zeigt. Hin­ter­legt hat­te ich den Clip mit Rag­time-Musik aus der Public Domain-Samm­lung von free​mu​si​c​ar​chi​ve​.org. Die ver­wen­de­ten Datei­en sind Ori­gi­nal­auf­nah­men aus den frü­hen Jah­ren des 20. Jahr­hun­derts (unge­fähr 1900 bis 1916) und selbst­ver­ständ­lich sind alle Urhe­ber schon so lan­ge tot, dass sämt­li­che Rech­te erlo­schen sind.

Das hin­dert natür­lich die Algo­rith­men der Copy­right-Trol­le nicht dar­an, die bekann­te­ren der ver­wen­de­ten Musik­stü­cke als geklaut zu flag­gen, ins­be­son­de­re Gershwins Chi­ne­se Blues oder Scott Jop­lins Map­le Leaf Rag (aus dem Jahr 1899!). An sich schon eine Unver­schämt­heit (ins­be­son­de­re da im Abspann des Video die Quel­len ein­deu­tig genannt sind, das hat aller­dings logi­scher­wei­se weder die Auto­ma­tis­men von War­ner noch die von You­tube gejuckt), aber nor­ma­ler­wei­se soll­te ein Cla­im damit aus der Welt sein, dass man You­tube die Quel­le nennt. Im Fal­le von Koch Media war das auch so (da hat sich das offen­bar tat­säch­lich jemand ange­se­hen), aber War­ner Music trieb das Spiel bei Geor­ge Gershwin auf die Spit­ze, indem mein Ein­spruch als nicht vali­de abge­schmet­tert wur­de. Da blieb mir schon die Spu­cke weg, denn offen­sicht­lich hat­te sich das beim Musik­mul­ti nie­mand inhalt­lich ange­se­hen – denn dann wäre sofort klar gewe­sen, dass das alles kom­plet­ter Bull­shit ist.

Wenn man dann noch­mal wider­spre­chen möch­te, weist You­tube einen dann auch mit dra­ma­ti­schen Wor­ten dar­auf hin, dass ein wei­te­rer Ein­spruch dras­ti­sche recht­li­che Kon­se­quen­zen haben kann, es wird also eine Droh­ku­lis­se auf­ge­baut, die mög­li­cher­wei­se Ängst­li­che­re dazu ver­füh­ren kann, ihre Ansprü­che auf­zu­ge­ben und den Copy­right-Trol­len von War­ner und Co. das Feld zu über­las­sen. Nicht mit mir, also noch einen Ein­spruch ein­ge­reicht und noch­mal die­sel­ben Hin­wei­se wie beim ers­ten hin­ter­las­sen.

Dann pas­sier­te lan­ge nichts und nach 30 Tagen kam die Mel­dung von You­tube, dass bei War­ner nie­mand auf den Ein­spruch reagiert habe und der Fall nun geschlos­sen sei. Neu­es von Cap­tain Obvious, denn selbst wenn sich das irgend­ein Erfül­lungs­ge­hil­fe bei War­ner ange­se­hen haben soll­te, was ich nicht glau­be, wäre sofort klar gewe­sen, dass der Cla­im, der sofort dazu führ­te, dass sämt­li­che Mone­ta­ri­sie­rung des Vide­os sofort an War­ner geht, völ­lig für die Füße ist.

Ver­damm­te Copy­right-Trol­le. Ich habe kurz dar­über nach­ge­dacht, War­ner Music Deutsch­land wegen Betrugs anzu­zei­gen, habe es dann aber gelas­sen, weil ich mir das dar­aus resul­tie­ren­de Gener­ve nicht antun woll­te, und weil ver­mut­lich eh nie­mand ermit­telt hät­te, da die Ein­nah­men aus der Video-Mone­ta­ri­sie­rung schlicht­weg Pea­nuts sind.

Wie dumm die von Con­tent­ma­fia (Musik, Film, egal) ver­wen­de­ten Ver­fah­ren tat­säch­lich daher kom­men, zeigt der Bericht dar­über, dass sie ihre eige­nen Sei­ten oder sogar Shop­sei­ten Ama­zons, auf denen sie selbst ihre Fil­me ver­kau­fen, als Urhe­ber­rechts­ver­stö­ße bei Goog­le mel­den. Man darf an die­ser Stel­le dar­über spe­ku­lie­ren, wie­vie­le völ­lig lega­le Goog­le-Such­ergeb­nis­se auf­grund unbe­rech­tig­ter Ansprü­che sei­tens irgend­wel­cher Rech­te­inha­ber-Voll­idio­ten gesperrt wer­den.

Auch hier gehört das Urhe­ber­recht drin­gend zuguns­ten der Urhe­ber und Nut­zer refor­miert, damit nicht Copy­right-Trol­le in gro­ßen Mas­sen Claims ins Netz bom­ben dür­fen, son­dern bei fal­schen Anschul­di­gun­gen und Miß­brauch des Urhe­ber­rechts (das nach Ver­ga­be von Lizen­zen »Ver­wer­ter­recht« hei­ßen soll­te) auch Kon­se­quen­zen zu tra­gen haben. Das wür­de die auto­ma­ti­sier­ten Trol­lerei­en erheb­lich ver­rin­gern.

Ich gehe aber davon aus, dass in der Hin­sicht dank unse­rer lob­by­lut­schen­den Poli­tik nichts pas­sie­ren wird. Der gele­ak­te Ent­wurf des »refor­mier­ten« Urhe­ber­rechts der EU-Kom­mis­si­on und des in mei­nen Augen mehr als pein­li­chen Inter­net-Kom­mis­sars Oet­tin­ger (wenn man irgend­wel­che Vögel in der deut­schen Poli­tik nicht mehr brau­chen kann, wer­den sie nach Brüs­sel abge­scho­ben, um dort Unheil anzu­rich­ten) zeigt ja ein­deu­tig, dass der Ver­wert­er­ma­fia alles in den Hin­tern gescho­ben wer­den soll, und man die Inter­es­sen und Rech­te der Urhe­ber und Nut­zer erneut mit Füßen tritt. Tei­le des Geset­zes lesen sich, als sei­en sie von den Con­ten­tan­bie­tern dik­tiert wor­den, und ver­mut­lich war das auch so.

Wenn die­se Geset­ze so durch­kom­men, wird Raub­ko­pie­ren zu zivi­lem Unge­hor­sam.

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