Rezension

Animé Eyes – ALITA: BATTLE ANGEL

Es war schon lan­ge ein Her­zens­pro­jekt von James Came­ron: Eine fil­mi­sche Umset­zung des Man­gas und Ani­més BATTLE ANGEL ALITA. Erst­ma­lig wur­de ein Film bereits im Jahr 2003 ange­kün­digt, das Pro­jekt ver­schob sich aller­dings auf­grund von Came­rons Arbei­ten am AVA­TAR-Fran­chise immer wie­der und manch einer hat­te die Hoff­nung schon lan­ge auf­ge­ge­ben, den Film als in der Pro­duk­ti­ons­höl­le ver­schol­len abge­schrie­ben.
Als sich Came­ron von dem Anspruch trenn­te, selbst Regie füh­ren zu wol­len und die­ser Job an Robert Rodri­guez ging, konn­te das Pro­jekt end­lich Fahrt auf­neh­men. Came­ron bliebt aller­dings wei­ter als Pro­du­zent mit an Bord und er ver­fass­te auch zusam­men mit Laeta Kalogri­dis Sto­ry und Dreh­buch.
Die Dreh­ar­bei­ten began­nen bereits im Okto­ber 2016 und dau­er­ten bis zum Febru­ar 2017. Danach soll­te es wegen der äußerst auf­wen­di­gen Post­pro­duc­tion noch ein wei­te­res Jahr dau­ern, bis ALITA: BATTLE ANGEL jetzt in die Kinos kam.

Aber die War­te­zeit hat sich gelohnt.

HOLMES & WATSON

Bun­des­start 07.02.2019

Für einen guten Schrei­ber geziemt es sich, die zur Bespre­chung anlie­gen­de Sache erst ein­mal sacken zu las­sen. Sofern es die Zeit erlaubt. Ein biss­chen reflek­tie­ren, ein biss­chen ana­ly­sie­ren. Hin­ter so man­chen nicht wirk­lich gelun­ge­nen künst­le­ri­schen Ergüs­sen könn­te sich doch hier und da ein fein­geis­ti­ger Schliff ver­ber­gen. Aber die nach­ge­stell­te Töp­fer-Sze­ne aus GHOST – NACHRICHT VON SAM gehört sicher nicht dazu. Für einen guten Schrei­ber geziemt es sich, irgend­wo in dem zur Kri­tik ste­hen­den Objekt etwas her­aus zu kit­zeln, das doch einen posi­ti­ven Ein­druck hin­ter­las­sen könn­te. Aber dann gibt es auch jene Mach­wer­ke, wo man eine Aus­ein­an­der­set­zung nach dem soge­nann­ten Genuss des Mach­wer­kes ganz schnell hin­ter sich brin­gen möch­te.

CHAOS IM NETZ – RALPH BREAKS THE INTERNET

Bun­des­start 24.01.2019

Ja, wo Mar­vel drauf steht, ist auch Stan Lee drin. Vor­sicht für alle Film-Buffs, kurz ein­mal mit dem Nach­barn geschwätzt, schon hat man ihn ver­passt. Aber es bleibt wirk­lich aus­rei­chend Gele­gen­heit, sich in ande­ren vie­len klei­nen und grö­ße­ren Details zu ver­lie­ren. Außer­dem geht es ja in ers­ter Linie um den lie­bens­wer­tes­ten aller Böse­wich­ter aus den Kon­so­len­spiel­hal­len. Schon zu Beginn des Fil­mes macht die­se Fort­set­zung den Ein­druck, dass sie kei­ne erzwun­ge­ne Geld­ma­schi­ne sein soll, die sich am Erfolg des Vor­gän­gers güt­lich tun will. Natür­lich möch­te Teil zwei genau das, die Regeln des Geschäf­tes sehen das so vor. Aber man kann sehr wohl dar­über hin­weg sehen, weil Autor John­s­ton mit sei­ne Kol­la­bo­ra­teu­rin Pame­la Ribon mit viel Sorg­falt gegen­über dem Zuschau­er, der Geschich­te und sei­nen Figu­ren einen fast flie­ßen­den Über­gang zwi­schen den zwei Fil­men gelingt. Auch wenn zwi­schen­zeit­lich sechs Jah­re ver­gan­gen sind. Genau wie in der Hand­lung von CHAOS IM NETZ.

Niemand mag AQUAMAN

… die­ses bei­na­he schon geflü­gel­te Wort stammt aus der Nerd-Come­dy THE BIG BANG THEORY und hat danach in die Pop­kul­tur Ein­zug gefun­den. Umso erstaun­ter war man natür­lich des­we­gen, als DC und War­ner nicht nur einen AQUA­MAN-Film ankün­dig­ten, son­dern dann aus­ge­rech­net auch noch Jason Mom­oa die Titel­rol­le über­neh­men soll­te, der nun wirk­lich völ­lig anders aus­sieht, als man die Figur bis­her kann­te. Eben kein blond­ge­lock­ter Jüng­ling in pein­li­chem, oran­ge­grü­nem Span­d­ex.

DC Comics hat mit sei­nen Kino­fil­men abge­se­hen von WONDER WOMAN nicht eben rie­si­gen Erfolg gehabt. Das liegt in mei­nen Augen zum einen an Sny­ders über­stra­pa­zier­tem Grim­dark-Ansatz, zum ande­ren dar­an, dass den Fil­men der Humor fehl­te, und zum letz­ten auch die schie­re über­spru­deln­de und ent­spannt insze­nier­te Genia­li­tät nicht vor­han­den ist, die die Mar­vel-Fil­me aus­zeich­net.

Man merkt wäh­rend der gesam­ten Spiel­dau­er, dass man bei DC und War­ner den fes­ten Wil­len hat­te, jetzt aber end­lich einen Film auf die Lein­wand zu brin­gen, der mit den Epen des direk­ten Kon­kur­ren­ten nicht nur mit­hal­ten, son­dern sie über­tref­fen  kann. Lei­der steht man sich genau des­we­gen auch selbst im Weg.

MORTAL ENGINES – Endzeit-Steampunk auf Turbo-Laudanum

Als bekannt wur­de, dass Peter Jack­son mit WETA Work­shop eine Umset­zung der MORTAL ENGINES-Roman­rei­he von Phil­ip Ree­ve plant, war das schon bemer­kens­wert, denn bei den Büchern han­delt es sich um ein Gen­re, das zwar im nach wie vor noch eher einen Geheim­tipp dar­stellt, aber auf der ande­ren Sei­te bei­na­he im Main­stream ange­kom­men ist, zumin­dest wenn man sich die Aus­la­ge im Kar­ne­vals­la­den ansieht. Im Bereich Lite­ra­tur fas­sen die gro­ßen deut­schen Ver­lag das The­ma nicht mehr an, nach­dem sie es mit Ver­öf­fent­li­chun­gen ver­brannt haben, die mit Steam­punk so viel zu hat­ten, wie 50 SHADES OF GREY.

Und jetzt kommt Jack­son und macht einen sei­ner bekannt opu­len­ten Fil­me aus einer Steam­punk-Vor­la­ge. Dabei ist das Gen­re doch mau­se­tot, wie mir vie­le Schlau­mei­er in den ver­gan­ge­nen Jah­ren immer wie­der erläu­tern woll­ten.

Ich habe eben­so immer wie­der gelacht wenn man mir das sag­te und nach dem Anse­hen die­ses gran­dio­sen Films lache ich noch viel mehr. Neben dem soeben Geschrie­be­nen auch des­we­gen, weil die zahl­lo­sen Vic­to­ria-Feti­schis­ten unter den hie­si­gen Steam­punks hier nicht unbe­dingt bedient wer­den – und weil MORTAL ENGINES zeigt, dass das Gen­re eben auch in einer fer­nen Zukunft ganz pri­ma funk­tio­nie­ren kann.

BATMAN: THE DOOM THAT CAME TO GOTHAM

Als ich las, dass es eine BATMAN Gra­phic Novel gibt, die mit H. P. Love­crafts Ver­satz­stü­cken spielt, muss­te ich mir das natür­lich anse­hen. THE DOOM THAT CAME TO GOTHAM ist so ein »was wäre wenn«-Ding, das Bruce Way­ne und sein Alter Ego in eine ande­re Koni­tui­tät ver­legt, als man sie eigent­lich kennt (»DC Else­worlds«). Geschrie­ben haben das Gan­ze Mike Migno­la (HELLBOY) und Richard Pace, Blei­stift­zeich­nun­gen stam­men von Troy Nixey, drü­berg­einkt hat Den­nis Jan­ke, kolo­riert wur­de durch Dave Ste­wart und das Let­te­ring über­nahm Bill Oak­ley. Der eng­lisch­spra­chi­ge Sam­mel­band erschien Dezem­ber 2015 bei DC Comics.

FULGUR: THE DEPTH OF THE ABYSS – ein Comic inspiriert von Jules Verne

FULGUR, genau­er gesagt der ers­te Band (von drei) mit dem Titel THE DEPTH OF THE ABYSS, ist ein Comic vom Autor Chris­to­phe Bec und dem Zeich­ner Dejan Nen­a­dov, das ursprüng­lich in fran­zö­si­scher Spra­che erschien. Da ich der nur rudi­men­tär mäch­tig bin, habe ich zur eng­li­schen Fas­sung gegrif­fen, hier genau­er zur Kind­le-Fas­sung.

Ich tue mich etwas schwer damit, das Comic in die Kate­go­rie »Steam­punk« ein­zu­sor­tie­ren, obwohl es eigent­lich dazu gehört. Wis­sen­schaft­ler bre­chen mit einem U‑Bot mit moder­ner, neu­er Tech­no­lo­gie in die Tie­fen des Oze­ans auf, um die Ladung eines gesun­ke­nen Schif­fes zu ber­gen.

THE DRESDEN FILES: BRIEF CASES

Beim Ver­lag war man offen­bar der Ansicht, dass man den Fans die Zeit bis zum Erschei­nen des lan­ge über­fäl­li­gen nächs­ten Romans um Har­ry Dres­den ver­kür­zen müs­se und eine Sto­ry­samm­lung ver­öf­fent­licht. In dem Buch mit dem Titel BRIEF CASES fin­den sich diver­se Geschich­ten aus dem Dres­den­ver­se, aller­dings nicht alle aus dem Blick­win­kel des Haupt­prot­ago­nis­ten Har­ry.

Ich war sehr gespannt, wie die Sto­ries um den ein­zi­gen Magi­er im Tele­fon­buch Chi­ca­gos bei mir ankom­men wür­den, denn ich bin schon viel zu lan­ge auf Ent­zug.

»Ich werde Pilot. Der Beste in der Galaxis.«: SOLO – A STAR WARS STORY

nahe­zu 100% spoi­ler­frei

Der zwei­te Film nach ROGUE ONE »außer der Rei­he«, also jen­seits der Sky­wal­ker-Saga, dreht sich um eine der belieb­tes­ten Figu­ren aus dem STAR WARS-Uni­ver­sum über­haupt, wenn es nicht sogar die belieb­tes­te ist: Han Solo, den Schur­ken mit dem Her­zen aus Gold.

Doch eben weil die­se Figur so beliebt ist, und der zen­tra­le Punkt dafür sicher­lich des­sen Dar­stel­lung durch den Schau­spie­ler Har­ri­son Ford war, reg­ten sich im Vor­feld bei vie­len Zwei­fel, ob gera­de die­se Figur in SOLO – A STAR WARS STORY ein­fach so von jemand ande­rem dar­ge­stellt wer­den kann. Zudem Alden Ehren­reich zwar vom Typ her ähn­lich ist, aber eben nicht wie der jun­ge Ford aus­sieht.

Produziert von denselben Personen, die John Wicks Hund erschossen haben

Weit­ge­hend spoi­ler­frei

Der ers­te DEADPOOL war ein abso­lu­ter Über­ra­schungs­er­folg, und das trotz der Frei­ga­be ab 16. Das machen Stu­di­os nor­ma­ler­wei­se nicht so ger­ne, weil man dann die Comic-affi­ne Zie­grup­pe ab 12 außen vor hat, was sich meist nega­tiv auf die Ein­spiel­ergeb­nis­se nie­der­schlägt. Den­noch zeig­te der ers­te Teil, dass man trotz­dem einen Rie­sen­er­folg lan­den kann – wenn man sich nur Mühe gibt, und damit eben die erwach­se­nere Ziel­grup­pe ins Kino bekommt.

Doch man muss sich natür­lich immer fra­gen: Wer­den die Macher in der Lage sein, die Num­mer in DEADPOOL 2 noch­mal durch­zu­zie­hen? Denn die gan­zen Gags wie das Durch­bre­chen der vier­ten Wand oder Sei­ten­hie­be auf Gen­re und Pop­kul­tur kön­nen bei einem nicht-Ori­gin-Film schwer­lich noch­mal über zwei Stun­den tra­gen. Oder doch?

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