Im ausgehenden 19. Jahrhundert arbeitet Albert Nobbs als Butler in einem Hotel in Dublin, Irland. Albert ist verschlossen, aber tüchtig, tadellos und, zumindest in seiner gesellschaftlichen Stellung, respektiert. Albert spart sich jeden Schilling ab, um sich eines Tages selbstständig zu machen. Ein Tabak- und Süßwarenladen soll es sein. Selbstständigkeit, das ist es, was Albert anstrebt. Für seine Person, ein sehr schwieriges Unterfangen, denn Albert Nobbs hat ein Geheimnis. Für einigermaßen informierte Zuschauer dürfte die Enthüllung des Geheimnis keine Überraschung sein. Im Verlauf der Handlung wird dieses sehr spät gelüftet, als der im Hotel beschäftigte Maler Hubert Page aus Versehen Mister Nobbs im gemeinschaftlichen Zimmer überrascht. Doch dadurch wird Albert Nobbs’ Traum von Selbstständigkeit und seinem Weg zum Umgehen von gesellschaftlichen Restriktionen erst richtig beflügelt. Gerade als der eigentlich zurückgezogene Albert glaubt, sich mehr seiner im Hotel geschlossenen Welt öffnen zu können, beginnt nicht nur seine Fassade zu bröckeln, sondern erhält sein ihn bis dahin schützendes Umfeld selbstzerstörerische Risse.
Update vom 26.09.2013: Der Betreiber von 100Fans hat mir eine E‑Mail geschrieben, in der er Teile des untenstehenden Artikels für »unwahr« hält. Die Ansicht des Betreibers und meine Kommentare dazu finden sich in einem neuen Artikel.
Kurz vor der Buchmesse überschlägt sich die Branche ja regelmäßig mit dem Eröffnen von irgendwelchen »Plattformen, die keiner braucht[tm]«, oder ähnlichen Projekten. In diesem Jahr ist es nicht anders. Die Münchner Verlagsgruppe bringt eine Crowdfunding-Plattform für Bücher unter dem Namen 100Fans an den Start.
Das Konzept: Man kann dort sein Buchprojekt vorstellen, das darf in Form eines eBooks oder herkömmlichen Druckwerks daher kommen, und nach Schwarm-Finanzierern suchen. Kommen mindestens 100 Fans zusammen, wird das Buch produziert. Bei Printbüchern erhält der Autor 25%, bei eBooks 30% des Nettoerlöses. Kommen mehr als 1000 Fans zusammen, »wird das Buch durch Vertreter der Verlagsgruppe auch im Handel beworben«.
Bis hierhin hört sich das alles ganz gut und macht den Anschein, dass tatsächlich mal jemand einen innovativen Ansatz hat und vor allem Crowdfunding voran bringen möchte. Schaut man allerdings hinter die Kulissen, stellt man fest, dass nicht wirklich verstanden wurde, was Crowdfunding eigentlich ist. Denn bei diesem Konzept ist es beispielsweise üblich, Projekte auch durch kleinere Spenden unterstützen zu können, ohne dafür große Gimmicks zu bekommen. Auf Kicksterter oder indiegogo beispielsweise kann man auch einfach mal einen oder fünf Dollar über den virtuellen Tisch wandern lassen, nur um zu sagen: »Ich finde das prima!«.
Auf 100fans.de fangen die sogenannten »Fanpakete«, die man als Unterstützer kaufen kann, allerdings erst bei ca. 18 Euro an. Kein Pappenstiel. Dafür bekommt man als Finanzierer dann aber – wie großzügig – die eBook-Ausgabe des unterstützten Buches. Dafür sind die Bücher später im Buchhandel erhältlich und wurden vom Anbieter lektoriert und mit einem »professionellen« Cover versehen. Vom Nettoerlös der Fanpakete, die mehr als nur ein eBook enthalten, bekommt der Projektinitiator 80%. Das hört sich auf den ersten Blick gar nicht schlecht an, aber …
Sieht man sich dann aber den Autorenvertrag an, den man eingehen muss, sollte der Indie-Autor möglicherweise schnell die Finger davon lassen, denn man verkauft ähnlich wie bei anderen Verlagen seine Seele im Rahmen eines »total buyout«:
Der Autor räumt dem Verlag an dem Werk die räumlich, zeitlich und inhaltlich unbeschränkten, ausschließlichen Nutzungsrechte für alle bekannten und unbekannten Nutzungsarten ein.
Auch den Rest der vollumfänglichen Rechteeinräumung mit Lizensierung an Dritte muss man sich in den AGBs der Seite (§ 6 Unterparagraph 3 ff) mal auf der Zunge zergehen lassen. 100Fans behält Rechte sogar dann, wenn der Vertrag aufgelöst wird, er aber Inhalte an Dritte unterlizensiert hat. Die Rechteeinräumung beinhaltet selbst Übersetzung in andere Sprachen und haufenweise elektronische Publikationsformen. Und das, obwohl nicht der Verlag, sondern die »Fans« für die Rechte gezahlt haben …
Ein Fundingziel wird ebenso wenig genannt wie die Unterstützer. Wie irgendeine Plattform heutzutage noch glauben kann, so etwas als »Crowdfunding« deklarieren zu können, wenn es doch nur ums Abgreifen von Rechten und ums Kohle machen geht, ist mir ehrlich gesagt schleierhaft. Indie-Autoren sollten sich wirklich gut überlegen, ob sie ihre Projekte dort einstellen, oder nicht vielleicht lieber zu einer echten Crowdfunding-Plattform wie Startnext gehen wollen, die nicht alle Rechte an den Inhalten an sich reißt.
Update: je öfter ich mir das durchlese, desto abstruser wird es. Die »Fans« zahlen, aber alle Rechte erhält der Verlag. Das ist ein echt bahnbrechendes Konzept, allerdings nur, wenn man einen IQ nah am Gefrierpunkt hat. Dass die Verleger das für eine grandiose Idee halten, kann ich mir vorstellen. Wenn das ein weiterer Versuch sein soll, Amazon die Stirn zu bieten …
Update 2: Eigentlich ist das auch nur eine Variante des Druckkosten-Zuschuss-Verlags, über den Autoren und Branche gern wettern.
Gestern ist mit Marvels AGENTS OF S.H.I.E.L.D. in den USA eine der meisterwarteten Fernsehserien dieser Herbst-Saison gestartet. Klar, dass man anderswo neidisch darauf schielt und Ähnliches möchte. Fox Television hat deswegen jetzt eine Serie namens GOTHAM bestellt. Die spielt in der BATMAN-Stadt, dreht sich aber nicht um den Caped Crusader, die Hauptfigur wird Commissioner Gordon sein. Der soll es mit diversen bekannten Böswatzen aus dem DC-Versum zu tun bekommen. Produziert wird das Ganze von Warner Bros. Television.
Ausführender Produzent und fürs Konzept verantwortlich ist Bruno Heller (THE MENTALIST), der hat gerade erst ein Mars-Drama an CW verkauft.
Konzept der Serie:
The origin stories of Commissioner James Gordon and the villains that made Gotham famous
Na, ob das klappen kann? Eine Serie in Gotham um typische DC-Bösewichter, aber ohne DEN Helden schlechthin? Wie will man denn die Abwesenheit BATMANs erklären? Oder werden die Fälle gezeigt, in denen Gordon sich ohne den Fledermausmann um kleinere Superbösewichter kümmert? Und überhaupt: wie lange soll das halten? Fox setzt bekanntermaßen Serien schneller ab, als man »Joker« sagen kann. Ich bin skeptisch.
[cc]
Bild: Gary Oldman als Comissioner James Gordon in der DARK KNIGHT-Trilogie Copyright Warner Bros.
Viele meiner Helden sind Antihelden. Ich mag die Idee, dass man nicht zum Helden geboren ist, sondern dass sich das Heldsein durch Taten herauskristallisiert.
Neulich habe ich den bei Feder & Schwert erschienenen deutschen Steampunk-Roman DIE ZERBROCHENE PUPPEabgefeiert. Da lag es nahe, sich ein wenig mehr mit dem Autoren zu beschäftigen. Doch wenn ich »dem Autoren« sage, dann wäre das ebenso falsch wie »die Autorin«, denn hinter »Judith C. Vogt« verbergen sich gleich zwei Personen: Judith und Christian Vogt. Zwei Personen sind besser als eine, insbesondere, wenn es um Interviews geht, dachte ich mir, und das Ergebnis meiner Fragen an die beiden finden sich im Folgenden.
Es geht um Themen wie Schreiben, Steampunk, aber auch Crowdfunding, denn die beiden haben zusammen mit dem Verlag Feder & Schwert ein Crowdfunding-Projekt aus der Taufe gehoben, an dessen Ende eine weitere Reise in die Welt der ZERBROCHENEN PUPPE stehen soll: die Anthologie EIS UND DAMPF. Auch dazu findet der geneigte Leser weiter unten zusätzliche Details.
Doch nun, ohne weiteres Brimborium, zu den Fragen und Antworten.
Wer errichtet einen Camping platz innerhalb eines Sperrgebietes? Das ist vorerst nicht wichtig, weil zuerst einmal die Handlung in Gang kommen muss. Daniel und Thomas treffen sich mit den Internet-Bekanntschaften Elli und Jessica zum Geo-Caching im Pfälzerwald. Die eigentlich untereinander Unbekannten, finden schnell Sympathien füreinander. Daniel und Elli, weil sie Geo-Caching als moderne Schnitzeljagd total klasse finden. Thomas und Jessica, weil sie das Ganze für Schwachsinn halten und sich nur aus ihrer jeweiligen Freundschaft heraus verpflichtet fühlen. Zwischen Motivation und Dauernörgelei fragt sich lediglich der Zuschauer, warum eine Notrufsäule anstatt neben der kleinen Nebenstraße weit ab mitten im Wald steht.
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Wie oft hat man es schon gesehen – und wie oft werden wir es noch sehen. Der einfache Tölpel, der von einem vermeintlich bösen Chef erpresst wird, einen unliebsamen Gegner zu unterwandern. Dieser wiederum, stellt sich als kumpelhafter Typ mit Sympathie heraus. Zu allem Überfluss hat sich der später zum Held heranreifende Tölpel kurz zuvor gerade in eine Frau verliebt, gegen deren Firma er vorgehen muss. Sehr spannend ist das Szenario bei PARANOIA wirklich nicht, weil es in keinem Moment überraschen kann. Wenn der übermotivierte Adam vom überheblichen Firmenboss Nicolas Wyatt auf die Straße gesetzt wird, um ihm kurz danach wieder gegenüberzusitzen, dann weiß man im Allgemeinen wie es kommen muss. Dass der verhasste Gegner Jock Goddard auch noch von Harrison Ford verkörpert wird, macht Kommendes noch vorhersehbarer. Es geht um Technologie-Konzerne, und ihre neuen Smartphones. Es geht um die Vernetzung der Welt, und die Zukunft sozialer Netzwerke. Wenigstens hier wäre der Ansatz möglich gewesen, die altbekannte Geschichte mit einem innovativen Anstrich zu versehen. Am Ende steht dann aber doch nur das Wesen um Loyalität und Gerechtigkeit.
Eine Truppe von Cosplayern cosplayt nicht nur, sondern dreht konsequenterweise auch noch Fanfilme zur HBO-Serie GAME OF THRONES nach George R. R. Martin.
Der Kurzfilm zeigt die unerzählte Geschichte von Benjen Stark, den jüngeren Bruder von Lord Eddard Stark und eingeschworenes Night´s Watch-Mitglied. Wer die Bücher las oder die Serie sah, wird sich vielleicht erinnern, dass der Charakter im ersten Roman verschwand. Dies ist der erste Teil seiner Geschichte.
Mehr zum Projekt auf der zugehörigen Webseite.
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Distractotron zeigt ein wahrlich episches Video mit Marvel-Superhelden-Cosplay.
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Neulich hatte ich über die neue Showtime-Serie PENNY DREADFULberichtet, in der unter anderem Eva Green und Billie Piper mitspielen und die Gruselgeschichten mit Sex-Anteil vor einem viktorianischen Hintergrund erzählen will. Dazu gibt es jetzt schon einen Teaser, obwohl die Produktion noch gar nicht begonnen hat. Dementsprechend ist der Teaser auch: kurz und … anders … Dennoch zeigt er schon ziemlich deutlich, worauf man aus zu sein scheint: Gothic Horror.
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