Interview bei Skoutz

Interview bei Skoutz

Ich wur­de wie­der ein­mal in­ter­viewt. Dies­mal von Kay Noa von Skoutz, der Platt­form, die die gleich­na­mi­gen Awards ver­leiht. Da ist die von mir her­aus­ge­ge­be­ne An­tho­lo­gie DIE STEAM­PUNK-CHRO­NI­KEN – ME­CHA­NI­SCHE GEI­STER er­freu­li­cher­wei­se auf der Short­list ge­lan­det, soll­te ich mich ei­ni­gen Fra­gen dazu und zu ver­wand­ten The­men wie dem Her­aus­ge­ben von An­tho­lo­gi­en, Spu­ren von Steam­punk, gro­ßen Ver­la­gen oder De­sign­ka­ta­stro­phen stel­len.

Was dar­aus ge­wor­den ist, kann man in die­sem Ar­ti­kel nach­le­sen.

Pro­mo­gra­fik Co­py­right skoutz.de

In eigener Sache: Interview beim Würfelheld

In eigener Sache: Interview beim Würfelheld

Na schau mal ei­ner an: An­dré Sko­ra, der Wür­fel­held, hat mich für sein Blog in­ter­viewt und mir Fra­gen zu di­ver­sen The­men ge­stellt, bei­spiels­wei­se Phan­ta­News, den Steam­punk-Chro­ni­ken, Self­pu­bli­shing, Fan­dom, Pen & Pa­per-Rol­len­spiel und noch so ei­ni­ges mehr.

Die Er­geb­nis­se die­ser Be­fra­gung kann man ab heu­te beim Wür­fel­held nach­le­sen.

Video: Neil Gaiman über die AMERICAN GODS Fernsehserie

Video: Neil Gaiman über die AMERICAN GODS Fernsehserie

Neil Gai­man un­ter­hielt sich kürz­lich mit ei­nem Ver­tre­ter des Wall Street Jour­nals über die Fern­seh­fas­sung sei­nes Ro­mans AME­RI­CAN GODS. Showrun­ner sind Bryan Ful­ler und Mi­cha­el Green, über die sag­te Gai­man, dass sie ei­nen groß­ar­ti­gen Job ma­chen.

Am Abend des 30. April 2017 wird die er­ste Epi­so­de auf Starz aus­ge­strahlt.

Der Voll­stän­dig­keit hal­ber auch noch der Trai­ler, der hat al­ler­dings schon ein hal­bes Jahr auf dem Buckel.

STAR WARS EPISODE VII: Die Dreharbeiten, begonnen sie haben

STAR WARS EPISODE VII: Die Dreharbeiten, begonnen sie haben

Ste­phen Gal­lo­way ist ein Head­hon­cho bei Walt Dis­nes Stu­di­os und hat in ei­nem In­ter­view am 2. April be­stä­tigt, dass die Dreh­ar­bei­ten für den näch­sten Teil der STAR WARS-Saga nun tat­säch­lich be­gon­nen ha­ben. Er er­zählt un­ter an­de­rem dar­über, dass der schwie­rig­ste Teil bis­her die Be­set­zung war. Die ist noch nicht ab­ge­schlos­sen und er kann auch kei­ne de­tails zu be­reits be­setz­ten Rol­len oder Schau­spie­lern ge­ben. Bis­her wur­de das Haupt­au­gen­merk aufs Dreh­buch ge­legt. Und: die drei neu­en Epi­so­den wer­den nicht »am Stück« ge­dreht.

Selfpublishing: meinbestseller.de nimmt den Mund voll

Selfpublishing: meinbestseller.de nimmt den Mund voll

Screenshot meinbestsellerIm Buch­re­port wird ak­tu­ell Pierre Vroo­men in­ter­viewt, der steht hin­ter dem nie­der­län­di­schen An­bie­ter Mijnbestseller.nl und möch­te in Deutsch­land mit meinbestseller.de eine ähn­li­che Platt­form eta­blie­ren. In die­sem In­ter­view nimmt er den Mund ziem­lich voll und er­läu­tert in blu­mi­gen Wor­ten, war­um man bes­ser ist als Ama­zon. In mei­nen Au­gen ist das mei­ste lei­der Mar­ke­ting­ge­schwur­bel und stellt kei­ne wirk­li­che Ver­bes­se­rung zum Kon­kur­ren­ten dar. Preis­lich so­gar ganz im Ge­gen­teil.

Bei­spiels­wei­se sagt er:

Das An­ge­bot der Self­pu­bli­shing-Kon­kur­renz ist in­zwi­schen in­ter­es­san­ter als das von Ama­zon. Zwar kann man bei Ama­zon auf die ge­sam­te Wert­schöp­fungs­ket­te zu­rück­grei­fen, aber da­für ist der Self­pu­blis­hung-Be­reich (sic!) in zwei Mar­ken ge­split­tet: Bei Kind­le Di­rect Pu­bli­shing kann man nur E-Books ver­öf­fent­li­chen, bei Crea­te­Space ge­druck­te Bü­cher. Das ist für den Ver­brau­cher kaum zu durch­schau­en und aus Mar­ke­ting­sicht nicht op­ti­mal.

Wie jetzt? Kin­de Di­rect Pu­bli­shing ist eine Ama­zon-Tool-Platt­form auf der man sei­ne eBooks hoch­la­den und nach Pa­ra­me­tri­sie­rung ver­öf­fent­li­chen kann. Er­wer­ben kön­nen die Le­ser die­se dann über Ama­zon. Crea­te­Space ist eine Toch­ter­fir­ma, die sich eben auf Print­bü­cher spe­zia­li­siert hat. Bei­de Pro­duk­te kön­nen über Ama­zon er­wor­ben wer­den. Das kann je­der durch­schau­en, des­sen Ta­ges­lek­tü­re aus mehr als der Corn­flakes­packung und der Bild­zei­tung be­steht. War­um das aus »Mar­ke­ting­sicht nicht op­ti­mal« sein soll, er­schließt sich mir nicht, denn bei­de Ver­sio­nen sind bei Ama­zon ver­knüpft. Man kann doch Wer­bung da­für ma­chen und auf den An­bie­ter ver­lin­ken?

Zu­dem ver­treibt Ama­zon nur über die ei­ge­nen Ka­nä­le und bie­tet Au­to­ren nicht un­mit­tel­bar die Mög­lich­keit, brei­ter im Markt prä­sent zu sein.

Das ist bei eBooks kor­rekt, bei Print­bü­chern al­ler­dings falsch, da auch noch die Op­ti­on »Ex­pan­ded Dis­tri­bu­ti­on« exi­stiert. In Deutsch­land kann man Crea­te­Space-Bü­cher je­doch lei­der nicht über den Buch­han­del be­zie­hen, das ist kor­rekt, aber das ist ein Pro­blem, das haupt­säch­lich durch eben die­sen Buch­han­del ent­steht, nicht durch den An­bie­ter. Da­von ab­ge­se­hen macht Ama­zon den Bä­ren­an­teil des on­line-Buch­ver­kaufs in Deutsch­land aus. Den mei­sten dürf­te das »breit« ge­nug sein.

… die schwer­fäl­li­ge Co­ver­ge­stal­tung

Was? Va­ri­an­te eins (Print­buch): Man er­stellt ein PDF, lädt es hoch und fer­tig. Va­ri­an­te zwei: man nutzt den Co­ver­de­si­gner. Beim eBook: Man er­stellt eine Gra­fik­da­tei, lädt sie hoch und fer­tig. Was ist dar­an »schwer­fäl­lig«?

Auch ist der Au­tor nicht ver­trags­ge­bun­den und kann sich je­der­zeit ent­schei­den, zu ei­nem Ver­lag zu wech­seln, wenn er den Ein­druck hat, dort bes­ser be­dient zu wer­den oder mehr zu ver­die­nen.

Bei Ama­zon ist der Au­tor eben­falls nicht ver­trags­ge­bun­den, dem­nach kein Un­ter­schied zum Ko­kur­renz­an­bie­ter. Die­ser Vor­teil ist mei­ner Mei­nung nach rei­ne Au­gen­wi­sche­rei.

Doch ma­chen wir mal die Pro­be aufs Ex­em­pel. Ich habe ein Ta­schen­buch in den Rech­ner auf meinbestseller.de ein­ge­ge­ben, das im Um­fang GE­SCHICH­TEN AUS DEM ÆTHER ent­spricht. Will ich die­ses Buch nur für mich selbst be­stellt­bar ma­chen, en­ste­hen Ko­sten in Höhe von 11,52 Euro zu­züg­lich Ver­sand. Bei Crea­te­Space er­hal­te ich die­ses Buch für un­ter fünf Euro in­klu­si­ve Ex­pe­di­ted-Ver­sand (inn­her­halb von sie­ben Ta­gen nach Druck) aus den USA. Ich muss al­ler­dings, da­mit sich das lohnt min­de­stens zehn Stück be­stel­len. Wie recht­fer­tigt sich ein Preis, der mehr als dop­pelt so hoch ist? Ich habe in­zwi­schen im eu­ro­päi­schen Aus­land eine Drucke­rei ge­fun­den, die druckt mir das in­klu­si­ve Ver­sand noch deut­lich preis­wer­ter, dann füh­le ich mich zu­dem auch noch woh­ler, was den CO2-Foot­print an­geht.

Es han­delt sich da­bei um eine Art »Ba­sis­preis«, der im­mer fäl­lig wird, egal ob man das Buch nur für sich be­stel­len möch­te, ob es über die Platt­form meinbestseller.de ver­trie­ben wird, oder auch über den Buch­han­del. Das ist teu­rer, als der Ver­kaufs­preis des Bu­ches bei Ama­zon! Will man dann noch über sie ver­kau­fen oder gar in den Buch­han­del, wird das Gan­ze noch­mal deut­lich teu­rer. Wür­de ich beim Ver­kauf aus­schließ­lich über meinbestseller.de die­sel­be Mar­ge ha­ben wol­len wie bei Ama­zon, müss­te das Buch gan­ze drei Euro teu­rer sein, also fast ein Drit­tel. Der Un­ter­schied ist aber: meinbestseller.de kennt kei­ner, Ama­zon je­der.

Beim eBooks sieht das Gan­ze ähn­lich aus, die Prei­se und Tan­tie­men sind im Ver­gleich zum Self­pu­bli­shing über Ama­zon ge­ra­de­zu lä­cher­lich. GE­SCHICH­TEN AUS DEM ÆTHER wird bei Ama­zon für EUR 3,99 ver­kauft. Wür­de ich auf den­sel­ben Tan­tie­men­satz kom­men wol­len, müss­te ich bei mein­best­sel­ler 6,50 Euro ver­lan­gen – und auch dann wird das Buch nur über die­se Platt­form ver­kauft.

Die Prei­se er­hö­hen sich in bei­den Fäl­len noch­mals, will man das Buch/eBook zu­dem über die üb­li­chen Platt­for­men und den Buch­han­del ver­kau­fen. Mei­ner An­sicht nach wer­den da­bei Prei­se über­schrit­ten, die der Le­ser zu zah­len be­reit ist.

Jetzt könn­te man da­von aus­ge­hen, dass um­fang­rei­che­re Dienst­lei­stun­gen ent­hal­ten sind, die kann man zwar er­hal­ten, wie bei der Kon­kur­renz auch, aber in der Ba­sis­fas­sung lädt man sein ei­ge­nes Ma­nu­skript und das Co­ver ge­nau­so selbst hoch, wie bei CreateSpace/Amazon. Auch die Ge­stal­tung der Word- bzw. PDF-Da­tei liegt beim Nut­zer.

Das ein­zi­ge Ar­gu­ment, das ich viel­leicht sehe, ist die Tat­sa­che, dass man sei­ne Bü­cher, sei es Print oder eBook, auch über wei­te­re Schie­nen als Ama­zon ver­trei­ben kann und es im Buch­han­del er­hält­lich ist. Ob ei­nem die deut­lich hö­he­ren End­kun­den­prei­se (bei ähn­li­chen Mar­gen) als beim On­line­ver­sen­der das wert sind, muss wohl je­der mit sich selbst aus­ma­chen. Man soll­te da­bei be­den­ken: ein­mal im Buch­han­del muss das Buch dank der Buch­preis­bin­dung über­all gleich viel ko­sten.

Fa­zit: Ein Groß­teil der mar­ki­gen Wor­ten im In­ter­view ent­puppt sich wie er­war­tet als Mar­ke­ting-Luft­schloss. Die Prei­se des An­bie­ters sind im Ver­gleich zu Ama­zon um ein Viel­fa­ches zu hoch, ohne dass in der Ba­sis­ver­si­on um­fang­rei­che­re Dienst­lei­stun­gen an­ge­bo­ten wer­den. So wird das nichts. Hal­ten die Self­pu­blisher für völ­lig ver­blö­det? Wo ge­nau soll das »An­ge­bot der Kon­kur­renz in­ter­es­san­ter« sein?

Be­mer­kung am Ran­de: meinbestseller.de hat als la­dungs­fä­hi­ge An­schrift im Im­pres­sum eine Adres­se ei­ner nie­der­län­di­schen Fir­ma aus Rot­ter­dam und die Da­ten­schutz­hin­wei­se ent­spre­chen mei­ner An­sicht nach nicht deut­schem Recht – müss­ten sie aber, da die Web­sei­te ein­deu­tig auf den deut­schen Markt ge­zielt ist.

Ich wür­de mich ja über eine ernst­zu­neh­men­de Kon­kur­renz zu Ama­zon in die­sem Be­reich sehr freu­en, aber es gibt sie nach wie vor nicht.

[Up­date 15.01.2014] Auf­grund des Kom­men­tars von Herrn Vroo­men habe ich mir das Im­pres­sum noch­mal an­ge­se­hen. Die la­dungs­fä­hi­ge An­schrift sicht jetzt rechts­kon­form aus. Ich gebe zu, dass ich die an­ge­nom­me­nen Män­gel de­tail­liert im Ar­ti­kel hät­te be­schrei­ben müs­sen; ich weiß näm­lich auf­grund der ver­gan­ge­nen Zeit ein­fach nicht mehr, was zum Zeit­punkt mei­nes da­ma­li­gen Be­suchs zu be­män­geln war. Die Da­ten­schutz­in­for­ma­tio­nen hal­te ich nach wie vor für un­zu­rei­chend, aber dar­über strei­ten sich auch Rechts­an­wäl­te re­gel­mä­ßig.

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Screen­shot meinbestseller.de Co­py­right Mijnbestseller.nl B.V.

Video-Interview: Tad Williams zum Thema Selfpublishing

Video-Interview: Tad Williams zum Thema Selfpublishing

Den Na­men Tad Wil­liams kennt der Phan­ta­stik-Fan durch Epen wie die OTHER­LAND- oder die OSTEN ARD-Rei­he, letz­te­re mit dem Ro­man DER DRA­CHEN­BEIN­THRON. Wil­liams wur­de kürz­lich in ei­nem Vi­deo-In­ter­view von Me­dia­pu­bli­shing-Stu­den­ten der Hoch­schu­le der Me­di­en in Stutt­gart zum The­ma Self­pu­bli­shing be­fragt (und ich fra­ge mich: war­um nut­zen aus­ge­rech­net Me­dia­pu­bli­shing-Stu­den­ten das Bild­for­mat 4:3? Aber das nur am Ran­de).

Für den Au­tor kommt nach sei­nen Aus­sa­gen Self­pu­bli­shing nicht in Fra­ge, da er sich auf das Schrei­ben kon­zen­trie­ren will und er beim In­de­pen­dent-Ver­le­gen zu vie­le Mar­ke­ting- und Pu­bli­ci­ty-Din­ge ne­ben­her ma­chen müss­te. Au­ßer­dem sagt der Au­tor: »Auch wenn alle über Self­pu­bli­shing re­den, weiß nie­mand, was pas­sie­ren wird«.

Doch auch wenn er eine Men­ge wirk­lich klu­ge Din­ge sagt, da irrt der Mei­ster ver­mut­lich. Erst ge­stern be­rich­te­te Ans­gar War­ner auf e-book-news dar­über, dass die ver­leg­ten Ti­tel in Sa­chen Self­pu­bli­shing in den USA jene der klas­si­schen Buch­bran­che be­reits um ein Viel­fa­ches über­stei­gen:

… das po­ten­ti­el­le, bis­her un­aus­ge­schöpf­te Markt­vo­lu­men lie­ge bei 52 Mil­li­ar­den Dol­lar, und da­mit etwa dop­pelt so hoch wie der ak­tu­ell von klas­si­schen Ver­la­gen er­zeug­te Um­satz.
Selbst wenn man Re­print und ge­mein­freie Klas­si­ker her­aus­rech­net, wer­den via Self-Pu­bli­shing schon jetzt acht mal mehr Ti­tel ver­legt als auf klas­si­schem Weg. Die Zahl der In­de­pen­dent-Au­to­ren über­steigt die der Ver­lags­au­to­ren so­gar um das 100-fa­che.

Das liegt un­ter am­de­rem dar­an, dass man Crea­te­Space-Bü­cher in den USA auch über das Bar­sor­ti­ment be­kommt – oder ganz pro­fan aus­ge­drückt: im Buch­han­del. Eine Si­tua­ti­on, von der die deut­schen Self­pu­blisher nur träu­men kön­nen. Es han­delt sich um »ver­deck­ten Zah­len«, denn die US-Buch­bran­che nimmt Ver­käu­fe von In­de­pen­dent-Au­to­ren bis­her nicht oder kaum in ihre Sta­ti­sti­ken auf – ge­nau wie hier­zu­lan­de.

Auf e-book-news.de heisst es wei­ter:

Fragt sich na­tür­lich: Und was ist mit Deutsch­land? In­ter­es­san­ter­wei­se hat ja die Frank­fur­ter Buch­mes­se das Self-Pu­bli­shing me­di­en­wirk­sam zum Top-The­ma des Jah­res 2013 ge­macht. In den Mes­se­hal­len selbst wer­den je­doch mal wie­der die Pro­duk­te von klas­si­schen Ver­la­gen das Bild be­stim­men, ein Bild, das aber die tat­säch­li­chen Markt­struk­tu­ren ver­schlei­ern dürf­te.

Und das ist in mei­nen Au­gen die größ­te Lach­num­mer: die Be­trei­ber der Buch­mes­se (also im Prin­zip der Bör­sen­ver­ein), er­klä­ren Self­pu­bli­shing zum ganz gro­ßen Hype, tat­säch­lich möch­te man aber auf der Ver­an­stal­tung dann doch lie­ber un­ter sich blei­ben, so wie es schon im­mer war, und alte Tra­di­tio­nen pfle­gen. Man könn­te sie auch er­starr­te Struk­tu­ren nen­nen. Wenn Self­pu­bli­shing tat­säch­lich das gro­ße Ding ist, war­um lädt man die Au­to­ren dann nicht ein, um sich auf der Mes­se zu prä­sen­tie­ren? Ein­fach: weil man selbst mit ei­ge­nen Ab­le­gern wie epu­bli oder neo­b­ooks Kon­trol­le über die In­die-Au­to­ren er­lan­gen und sie nach den bran­chen­ei­ge­nen Spiel­re­geln ma­ni­pu­lie­ren möch­te – um mit den ver­meint­li­chen Buch-Pa­ri­as trotz­dem ab­zu­kas­sie­ren.

In Deutsch­land dau­ert im­mer al­les et­was län­ger, aber es wür­de mich sehr wun­dern, wenn Self­pu­bli­shing nicht auch hier­zu­lan­de zu ei­nem Fak­tor wer­den wür­de. Ins­be­son­de­re der Han­del wür­de gut dar­an tun, sich dem zu öff­nen.

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AGENTS OF S.H.I.E.L.D.: Interview mit Joss Whedon

AGENTS OF S.H.I.E.L.D.: Interview mit Joss Whedon

Mit­te der Wo­che ist es so weit: Im US-Fern­se­hen star­tet die Se­rie AGENTS OF S.H.I.E.L.D. nach Mo­ti­ven aus Mar­vel-Co­mics. Kopf hin­ter dem Gan­zen ist Nerd-Iko­ne Joss Whe­don, der be­reits mit AVEN­GERS ge­zeigt hat, wie Su­per­hel­den heu­te aus­se­hen müs­sen. Ma­vel En­ter­tain­ment zeigt nun kurz vor dem Start noch­mal ein In­ter­view mit dem Ma­cher.

Interview mit Steven Moffat zur Zukunft von DOCTOR WHO

Für die jähr­li­che DR. WHO-Con­ven­ti­on »Gal­li­f­rey One« wur­de ein In­ter­view mit Ste­ven Moffat auf­ge­nom­men, in dem er über das Ju­bi­lä­ums­jahr der Se­rie, die 2013 50 Jah­re fei­ert, eben­so spricht, wie über die wei­te­ren Plä­ne mit dem Ti­melord. Es wird dem­nach nicht nur ein sech­zig­mi­nü­ti­ges Spe­cial ge­ben, son­dern meh­re­re. Au­ßer­dem gibt er an, be­reits da­mit be­gon­nen zu ha­ben, an Staf­fel acht zu ar­bei­ten.

Ron Moore zu einer neuen STAR TREK-Fernsehserie

In der On­line­ver­si­on des Ma­ga­zins WIRED er­schien ein in­ter­es­san­tes In­ter­view mit Ron Moo­re, der nicht nur eine lang­jäh­ri­ge Ver­bin­dung zu STAR TREK im Fern­se­hen hat, son­dern be­kann­ter­ma­ßen auch für die über­aus er­folg­rei­che Neu­fas­sung von BATT­LE­STAR GA­LAC­TICA ver­ant­wort­lich ist. WIRED sprach an­läss­lich des 25-jäh­ri­gen Ju­bi­lä­ums von THE NEXT GE­NE­RA­TI­ON mit ihm auch über die Mög­lich­keit ei­ner neu­en TREK-Fern­seh­se­rie. Moo­re sag­te dazu un­ter an­de­rem (Über­set­zung von mir):

Die Leu­te müs­sen ver­ste­hen, dass die STAR TREK-Fil­me ein ganz an­de­res Paar Schu­he sind. Und das gilt so­wohl für die Fil­me der ori­gi­na­len Se­rie wie für die der Next ge­ne­ra­ti­on und auch die von J. J. [Ab­rams]. Ih­rem We­sen nach sind die STAR TREK-Fil­me viel Ac­tion-ori­en­tier­ter, mit Raum­kämp­fen, gro­ßen Ge­gen­spie­lern und ei­ner Men­ge Lau­fen und Ren­nen. Die Ge­fahr für Erde und Uni­ver­sum sind da je­des Mal enorm.

Aber die Le­bens­kraft der STAR TREK-Fern­seh­se­ri­en wa­ren ihre mo­ra­li­schen Be­trach­tun­gen und so­zia­len Kom­men­ta­re. Die Schience Fic­tion lie­fert ein Pris­ma für die mensch­li­che Ge­sell­schaft und Kul­tur. Die Fil­me wer­den nie­mals tun, was die Epi­so­den tun, wie bei­spiels­wei­se Pi­card durch ei­nen Trans­por­ter­strahl in zwei auf­tei­len und dann phi­lo­so­phisch über die Be­schaf­fen­heit des­sen zu re­flek­tie­ren, was ei­nen Men­schen aus­macht, wel­che As­pek­te un­se­rer Stär­ke vom Gu­ten und vom Bö­sen stam­men. Die Fil­me wer­den das nie­mals tun. STAR TREK: THE NEXT GE­NE­RA­TI­ON dreh­te sich um sol­che mo­ra­li­schen Fra­gen, dar­um, wie Ge­sell­schaf­ten wach­sen und un­ter­schied­lich be­ein­flusst wer­den. Sol­cher The­men wer­den die Fil­me sich nie­mals an­neh­men.

Um STAR TREK in ei­ner Form zu er­schaf­fen, die die Zu­schau­er seit Jah­ren ken­nen, braucht es eine neue Fern­seh­se­rie und ich den­ke, dass es in die­sem Me­di­um wie­der er­folg­reich wäre. Man muss ei­ni­ge Zeit da­mit ver­brin­gen, über Form und Struk­tur zu spre­chen und wie man es für das neue Pu­bli­kum ak­tua­li­siert. Man muss auch wie­der den »un­er­schrocken dort­hin ge­hen, wo noch nie­mand ge­we­sen ist«-Aspekt be­die­nen – mit ei­nem Schiff, ei­ner Crew und fort­lau­fen­den Mis­sio­nen. Das sind we­sent­li­che Be­stand­tei­le des Fran­chise.

Aber man muss auch in der Lage sein, gro­ße Ide­en zu den­ken, die grö­ßer sind, als den Bö­se­wicht der Wo­che zu ja­gen. Da­bei war die Se­rie [TNG] nicht be­son­ders gut. Ich mei­ne, wenn man auf TOS oder TNG zu­rück blickt, dann fin­det man ein paar coo­le Ac­tion-Aben­teu­er-Epi­so­den mit Raum­kämp­fen, aber die Shows han­deln von so viel mehr als nur das. Wenn man die­sen As­pekt von STAR TREK aber jede Wo­che im Fern­se­hen zei­gen wür­de, dann wür­de das ein­fach schei­tern.

Moo­re hat da mei­ner An­sicht nach ein paar va­li­de Punk­te. Man muss sich na­tür­lich die Fra­ge stel­len, wie man ein Se­ri­en­uni­ver­sum wie­der­be­le­ben möch­te, in der ge­fühlt jede Ge­schich­te be­reits er­zählt wor­den ist. Das geht nur mit in­no­va­ti­ven An­sät­zen und dann bleibt die Fra­ge of­fen, wie­viel TREK da­bei üb­rig ge­las­sen wird und wie­viel auf der Strecke bleibt. Man könn­te auch for­mu­lie­ren: wie­viel üb­rig blei­ben muss und wie­viel auf der Strecke blei­ben muss. Eben­so muss in die Glei­chung mit ein­be­zo­gen wer­den, dass SF im Fern­se­hen heut­zu­ta­ge deut­lich dü­ste­rer, dys­to­pi­scher er­zählt wird, als frü­her. Passt das zu STAR TREK?

Per­sön­lich wür­de ich mich dar­über freu­en, auch mal wie­der eine von der Grund­ein­stel­lung her po­si­ti­ve Vi­si­on der Zu­kunft im Fern­se­hen an­ge­bo­ten zu be­kom­men – sprich: die stän­di­gen Dys­to­pi­en hän­gen mir zum Hals raus, ge­sell­schaft­li­che, po­li­ti­sche und an­de­re Ka­ta­stro­phen habe ich ge­nug, wenn ich mir die Nach­rich­ten an­se­he -, und das dann auch gern in ei­nem be­kann­ten Set­ting, eben STAR TREK. Denn das eig­net sich durch sei­ne po­si­ti­ve Grund­hal­tung nun ein­mal für eine op­ti­mi­sti­sche Be­trach­tung der Zu­kunft.

Mei­ner An­sicht nach un­ab­ding­bar ist heut­zu­ta­ge, dass eine ge­sun­de Mi­schung ge­fun­den wer­den muss aus dem epi­so­di­schen An­satz und dem über­grei­fen­den Hand­lungs­bo­gen. Heut­zu­ta­ge könn­te man »gro­ße« Ge­schich­ten auch im TREK-Uni­ver­sum er­zäh­len – und das wäre doch schon der er­ste in­no­va­ti­ve An­satz. Denn auch wenn das bei DEEP SPACE 9 schon ein­mal zeit­wei­lig funk­tio­niert hat, und auch in der drit­ten Staf­fel von EN­TER­PRI­SE ver­sucht wur­de, er­in­nert man sich an die ver­schie­de­nen Aus­prä­gun­gen der Se­ri­en doch haupt­säch­lich in Form von für sich al­lein ste­hen­den Fol­gen. Und die mei­sten er­folg­rei­chen Gen­re-Se­ri­en ha­ben heut­zu­ta­ge ent­we­der ei­nen Über­plot der im Vor­der­grund steht, oder ei­nen der die Ein­zel­epi­so­den er­gänzt und spä­ter er­setzt.

Als Ab­schluss bleibt die Er­kennt­nis, dass eine neue STAR TREK-Se­rie durch die not­wen­di­ge Sym­bio­se aus Alt und Neu kei­ne ein­fa­che Un­ter­neh­mung wer­den dürf­te. Aber bei THE NEXT GE­NE­RA­TI­ON hat es nach an­fäng­li­chen Pro­ble­men schließ­lich auch funk­tio­niert …

Das ge­sam­te, deut­lich län­ge­re und äu­ßerst in­ter­es­san­te In­ter­view mit Ron Moo­re fin­det sich bei WIRED.

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Bild: Ro­nald D. Moo­re 2006, von Cbrown1023s Va­ter, aus der Wi­ki­pe­dia, CC BY-SA

Michael Dorn möchte Worf-Film machen

Wäh­rend des Co­mic­Con in Phoe­nix setz­te sich Mi­cha­el Dorn – in der Rol­le des Klin­go­nen Worf aus TNG und DS9 der Schau­spie­ler, den in mehr Star Trek-TV-Epi­so­den als je­der an­de­re Mime mit­ge­spielt hat – mit Trek­Mo­vie für ein In­ter­view zu­sam­men und er­läu­ter­te, dass er Plä­ne für ei­nen Film mit Worf in der Haupt­rol­le hat.

Der wird als Low Bud­get-Pro­duk­ti­on be­zeich­net, was aber nur be­deu­tet, dass es sich nicht um ei­nen »gro­ßen« Ki­no­film han­deln soll, son­dern um eine Pro­duk­ti­on fürs Fen­se­hen oder als di­rect-to-DVD-Fas­sung. Gro­ber In­halt soll sein: Worf als Cap­tain ei­nes Ster­nen­flot­ten­schiffs am Ran­de des Fö­de­ra­ti­ons­ge­bie­tes auf der Jagd nach Ter­ro­ri­sten, das Set­ting dü­ste­rer als sonst. Es soll haupt­säch­lich neue Cha­rak­te­re zu se­hen ga­ben, aber viel­leicht auch den ein oder an­de­ren be­kann­ten.  Das Dreh­buch will er selbst ver­fas­sen.

Er will noch mit ein paar Leu­ten re­den, be­vor er sich mit sei­nem Pitch an den Rech­te­inha­ber CBS wen­det, bei­spiels­wei­se an den Showrun­ner ver­gan­ge­ner Se­ri­en, Rick Ber­man, sei­nem Agen­ten und »Leu­te bei SyFy, die er kennt«. Da er in die­sem Jahr viel zu tun hat, wird das al­les aber eher im näch­sten Jahr et­was wer­den.

An­ge­sichts der der­zei­ti­gen CBS-Po­li­tik, die sich auf die Ab­rams-Fil­me kon­zen­triert und da­ne­ben nichts zu­lässt wür­de es mich al­ler­dings sehr wun­dern, wenn dar­aus et­was wer­den soll­te. Die Rech­te­inha­ber ha­ben schon ganz an­de­re Pit­ches weg­ge­boxt, dar­un­ter so­gar ei­nen von Jo­na­than Fra­kes.

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Bild Mi­cha­el Dorn (2005) von Ben­ja­min Krahl; zu­ge­schnit­ten von Beyond My Ken, aus der Wi­ki­pe­dia, Pu­blic Do­main

Ausgabe 574: Bücherbrief spezial

Kaum war die letz­te Aus­gabe von Erik Schrei­bers »Phan­tas­ti­schem Bü­cher­brief« on­line, gibt es be­reits ei­nen neu­en. In die­ser »Son­der­aus­gabe« dreht sich al­les um die ame­ri­ka­ni­sche Au­to­rin Su­san Beth Pfef­fer. Erik hat sie aus­führ­lich in­ter­viewt und zu­dem eine Re­zen­sion ih­res Ro­mans DIE VER­LO­RE­NEN VON NEW YORK (THE DEAD AND THE GONE) ver­fasst.

Klap­pen­text von DIE VER­LO­RE­NEN VON NEW YORK:

Ob es je­mals wie­der so wird wie frü­her? Täg­lich stellt sich Alex die­se Fra­ge. Denn seit der Mond aus sei­ner Um­lauf­bahn ver­scho­ben wur­de, geht es im New Yor­ker All­tag ums nack­te Über­le­ben. In den Fen­stern der Hoch­häu­ser brennt kein Licht mehr; ka­put­te Au­tos ver­stop­fen die Kreu­zun­gen; Plün­de­rer zie­hen durch die Stra­ßen auf der Su­che nach den letz­ten Le­bens­mit­teln. New York ist eine In­sel der Ar­men ge­wor­den – wer konn­te, hat die Stadt längst ver­las­sen. Ver­zwei­felt küm­mert sich Alex um sei­ne Schwe­stern Bria­na und Ju­lie. Doch eine Fra­ge wagt er nicht zu stel­len: Was, wenn ihre El­tern nicht nur ver­misst sind, son­dern Schlim­me­res pas­siert ist?

Al­les über Ro­man und Au­to­rin er­fährt man im Bü­cher­brief 574, der als PDF vor­liegt und hier her­un­ter ge­la­den wer­den kann.

DER VER­LO­RE­NEN VON NEW YORK
(THE DEAD AND GONE)
Su­san Beth Pfef­fer
deutsch von An­net­te von der Wep­pen
Hard­co­ver, SF, Dys­to­pie
April 2011
352 Sei­ten, 16,90 Euro
Vom Her­stel­ler emp­foh­le­nes Al­ter: 14 – 17 Jah­re
ISBN-10: 355158219X
ISBN-13: 978–3551582195
Carl­sen

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