Independent-Veröffentlichungen, auch als Selfpublishing bekannt, haben hierzulande keinen besonders guten Ruf. Das ist leider inzwischen auch nachvollziehbar, denn dummerweise veröffentlicht inzwischen jeder jeden – mit Verlaub – Scheiß.
Dass es sich dabei allerdings um ein Vorurteil handeln kann und keinesfalls eine Konstante, beweist Anja Bagus in ihrem Steampunk-Roman AETHERHERTZ auf eindrucksvolle Weise, denn der ist qualitativ fraglos auf Verlagsniveau und in Sachen Ideen Thema und inhaltlicher Umsetzung sogar darüber. Wo die Publikumsverlage nur Zahnräder und Zeppeline auf eine beliebige Geschichte kleben und sie dann – oftmals fälschlich – als Steampunk deklarieren, ist hier tatsächlich auch lupenreiner und zudem noch origineller Steampunk drin, der viele schnell zusammen geschusterte Pseudo-Genre-Geschichten weit hinter sich lässt.
Kurzzusammenfassung meiner Besprechung für Eilige: Kaufen! Lesen!
Der geheime Liebling des bisher verfilmten Marvel-Universums ist zurück. Er ist der rücksichtslose Charmeur, der egozentrische Weltverbesserer, das enfant terrible der Frauenwelt und der überheblicher Multimillionär. Und er ist ein Genie. Ein Genie, mit ganz besonderen Problemen. Das eine Problem ist sein Charakter, der anfängt, sein unbedarftes Tun selbst in Frage zu stellen. Das ist der filmische Hintergrund. Das andere Problem ist der Schatten des bestimmt gewaltigsten Superhelden-Filmes der Gegenwart in Form der AVENGERS, der über alle diesem nachfolgen Marvel-Filme fällt. Das ist das künstlerische Problem. Allerdings ist letzteres Problem eines, welches keinen Einfluss haben darf und im Fall eines zwangsläufig auftretenden Vergleiches unbedingt ausgeblendet werden müsste. Grundsätzlich sind Filme, die einen Vergleich herauszufordern scheinen, in der Argumentationskette immer im Nachteil. Natürlich sind sechs Superhelden in einem Film wesentlich cooler, als nur ein Einzelner. Aber IRON MAN will nicht cooler, größer, oder besser als andere Filme sein. Er will einfach nur ein Film mit größtmöglichem Unterhaltungswert sein.
»Hast Du Dich jemals gefragt, wo Deine Träume herkommen? Schau Dich um! Hier werden sie gemacht!«
Heutzutage ist der Trend, dass sogar usbekische Autorenfilme vorsichtshalber mal in 3D gedreht werden, damit man die Besucher an den Kinokassen nur ja nochmal extra für die Brillen und die Dreidimensionalität abseihen kann. Ein anderer Trend – aber der ist nicht wirklich neu – sind knallebunte Effektkracher, Zuckerwerk für die Augen (wobei ich dagegen grundsätzlich nichts einzuwenden habe).
Umso erstaunlicher ist es, dass der mehrfach Oscar-ausgezeichnete Scorsese-Streifen HUGO (CABRET) zwar in 3D daher kommt, sich aber dennoch weitestgehend der Effekthascherei nicht bedient, sondern eine sehr ruhige, stimmungsvoll-poetische Art des Erzählens wagt. Das Ergebnis gibt dem Regisseur recht.
Vor fast dreißig Jahren verwarfen die Disney-Obersten Tim BurtonsFRANKENWEENIE, der unter dem Buena-Vista-Label produziert worden war, als zu düster und für Kinder abschreckend. Zeiten ändern sich, und so bringt Disney 28 Jahre später eine dreimal längere Fassung von FRANKENWEENIE, ebenfalls unter der Regie von Tim Burton, in die Kinos. Und weil Tim Burton gerne mit Puppen spielt, und 3D so schick ist, hauchte man FRANKENWEENIE mit vielen neuen Teilen ebenso neues Leben ein. Aber macht dieser moderne Prometheus überhaupt Sinn, wenn eine bereits überaus gelungene Version gar nicht zu den Toten gezählt werden darf? Anders als bei medizinischen Experimenten ist das keine moralische Frage, sondern eine Sache des Geldes. Die Goldgräber von Disney verwalten die nicht zimperliche Miramax-Filmbibliothek, beheimaten auch, ohne Einfluss zu nehmen, die Marvel-Studios und filmen demnächst zudem im STAR WARS-Universum. Zeiten ändern sich, und somit ist auch das Verhältnis zu FRANKENWEENIE entspannter geworden.
Es ist noch immer die düstere, leicht morbide Geschichte von Victor, der durch einen Unfall seinen Hund verliert, sich allerdings zu helfen weiß. Bei den Nachbarn löst das Horror aus, bei den Mitschülern puren Neid. Victor und sein Hund Sparky haben alle Pfoten voll zu tun, um Verständnis zu erlangen und die Stadt vor monstermäßigen Bedrohungen zu schützen.
Man sollte endlich Abstand davon nehmen, ein Buch als unverfilmbar zu bezeichnen, gerade wenn der Film dazu in die Kinos kommt. Das hat damals die UNERTRÄGLICHE LEICHTIGKEIT DES SEINS zu keinem besseren Buch gemacht, und den Film nicht schlechter. Zuletzt war unverfilmbar bei CLOUD ATLAS zu lesen, und nun kommt LIFE OF PI. Dies macht es Ang Lees Adaption nicht leichter, wenn überall betont wird, wie sich die literarische Variante gegenüber einer visuellen Umsetzung verhalten soll. Damit werden nicht nur Erwartungen geweckt, sondern auch Meinungen geformt. In Ermangelung an der Lektüre fällt es jedenfalls sehr leicht, Ang Lees LIFE OF PI als phantastischen Film zu loben. Seinem poetischsten seit TIGER & DRAGON. Eine Poesie, die sich nicht nur aus der frei interpretierbaren Geschichte ergibt, sondern ergänzend aus der imposanten, visuellen Umsetzung.
»Ich bin böse, und das ist gut. Ich werde nie gut sein, und das ist nichts Schlechtes. Es gibt niemanden, der ich an meiner Stelle sein möchte.«
Seit dreißig Jahren macht nun Randale Ralph kaputt, was unter seine gigantischen Fäuste kommt. Nun, eigentlich nur den Gebäudekomplex Niceland, wo die schockierten Bewohner bei jedem Vierteldollar nach Fix-It Felix um Hilfe rufen. Der strahlende Held, der am Ende eines gewonnenen Spieles eine goldene Medaille verdient. Ralph würde auch gerne eine Helden-Medaille bekommen, aber so ist er eben nicht programmiert. Als alle Figuren des Fix-It-Felix-Computerspiels zusammenkommen, um den dreißigsten Geburtstag zu feiern, ohne Ralph dazu einzuladen, reicht es dem gutmütigen Bösewicht. Er will auch einmal Held sein. Selbst wenn andere Schurken aus seiner Therapiegruppe für sinnkrisengeplagte Bösewichter ihm davon abraten.
»Ich fand die Idee faszinierend, eine futuristische Welt mit der Ästhetik und Technik des 19. und frühen 20. Jahrhunderts zu erschaffen.«
Airlord Karak, Admiral einer Luftschiff-Flotte, hat auf einer Expedition eine mächtige antike Kriegsmaschine entdeckt. Nachdem er den Flottenstützpunkt Wodnik 7 eingenommen hat, möchte er die Macht in der Republik Airia an sich reißen und den ganzen Kontinent in einen Krieg hineinziehen.
Polizeichefin Lura verbündet sich mit einer Schmugglerbande, um sich dem machtbesessenen Admiral in den Weg zu stellen.
Ich hatte bereits mehrfach über das Projekt AIRLORDS OF AIRIA berichtet, bei dem in letzter Konsequenz ein abendfüllender Steampunk-Spielfilm realisiert werden soll. Das Besondere daran ist, dass das Ganze aus deutschen Landen kommt, denn in Sachen Phantastik bekleckert sich die hiesige Film- und Fernsehbranche seit Jahren oder sogar Jahrzehnten nicht eben mit Ruhm. Umso unterstützenswerter halte ich A.O.A. und deswegen habe ich nachdrücklich auf die Crowdfunding-Kampagne bei Startnext hingewiesen.
Das Fundraising wurde erfolgreich abgeschlossen, damit kann der Kurzfilm realisiert werden, der dazu dienen soll, Geldgeber und Produktionsfirmen zu überzeugen, einen vollständigen Spielfilm zu finanzieren. Falls also jemand ein paar Millionen übrig haben sollte …
Um mehr über die Hintergründe zu erfahren, habe ich dem Macher hinter dem Projekt, Dirk Müller, einige Interviewfragen dazu, aber auch zu verwandten Themen gestellt.
MADAGASCAR 3 – EUROPES MOST WANTED – Deutschlandstart: 02.10.2012
Die beliebtesten Zootiere der Filmgeschichte sind zurück. Und sie bringen wieder ihre Pinguine mit. Nahtlos knüpft Teil drei an die Nummer zwei an, wo die vier gegensätzlichen Kumpanen in ihrer ursprünglichen Heimat zurückgelassen werden, weil die Nebendarsteller in Frack-Gefieder eben mal nach Monte Carlo aufgebrochen sind. Böse Zungen behaupten ja, dass zu viele Köche den Brei verderben würden. Anlass zu dieser Unterstellung geben Werke wie MADAGASCAR 3. Drei Regisseure und zwei Drehbuchautoren. Beim modernen Animationsfilm, und bei vielen sehr gelungenen dazu, ist das nicht wirklich ungewöhnlich, doch bei diesem Film wirkt es wie eine Bestätigung des alten Sprichwortes.
Found Footage?! Wie sehr muss sich der Zuschauer eigentlich verarschen lassen? Der unsägliche APOLLO 18 war schon ein Tiefpunkt an inhaltlicher Glaubwürdigkeit und filmischer Umsetzung. Doch es gibt sich selbst zum Filmemacher erhobene Abenteurer, die so etwas noch unterbieten können. Die filmarchitektonische Limbostange ist bei DINOSAUR PROJECT auf den Boden gelegt worden.
Mal im Ernst: Found Footage kann seine Reize haben. Aber mit Dinosauriern? Mit seit Millionen von Jahren ausgestorbenen Tieren? Wie
dehydriert sind Köpfe, die allen Ernstes an den Anfang ihres Films eine Tafel setzen, in der darauf hingewiesen wird, dass das folgende Filmmaterial original und unbearbeitet gezeigt wird? Mit Dinosauriern. Hier ist dem Zuschauer einfach bewusst, dass er nicht für voll genommen wird. Wesentlich sträflicher ist der Beschiss dieser sogenannten Filmemacher an der technischen Unwissenheit seines Zielpublikums. Der Zuschauer muss weder die Technik verstehen, noch die Mechanismen des Filmemachens begreifen. Nicht der Zuschauende ist der Sorgfaltspflicht unterworfen. Es liegt in der Verantwortung der Filmschaffenden, sich dem Publikum gegenüber ehrlich zu verhalten.
Es ist vollbracht. Die Legende des Batman wurde zu einer Legende des Mainstream-Kinos. Christopher Nolan hat sich mit der tatkräftigen Unterstützung seines Bruders, des Drehbuchautoren Jonathan, einen unbestreitbaren Platz in den Annalen gesichert. Dieser Platz findet sich zwischen Francis Ford Coppolas GODFATHER-Trilogie und der ersten STAR WARS-Reihe. Die Zeit wird zeigen, ob Nolan mit BATMAN nicht sogar einen Rang höher einzustufen ist. Denn bei den beiden genannten Trilogien ist ein künstlerischer Abfall im jeweils letzten Teil zu bemängeln. Bei dem 2005 gestarteten Reboot des DC-Comic-Helden hingegen haben die kreativen Köpfe alles richtig gemacht. Wirklich alles, bis zum konsequenten Ende. Dass der übermächtige Schatten von Heath Ledger das Potential von Tom Hardys Bane verdunkeln würde, war ein zu erwartender, aber nicht enttäuschender Einbruch. THE DARK KNIGHT RISES ist aber in Form und Konsequenz viel zu sehr seiner unbeirrten Dramaturgie unterworfen, als dass er sich nicht leicht darüber hinwegsetzen könnte. Nolan hat seine Reise beendet, und das begleitende Publikum könnte an keinem phantastischeren Ziel angekommen sein. Wer BATMAN BEGINS dankend angenommen hat, wird den Aufstieg des dunklen Ritters bejubeln.
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