Kann Spuren von Spoilern enthalten
(Seht ihn euch an, bevor ihr diese Kritik lest! Ich habe euch gewarnt!)
Wir erinnern uns: Das DC Cinematic Universe (wie hieß es noch gleich genau? Ich habs vergessen) von Zack Snyder war – mit wenigen Ausnahmen – alles in allem eher eine Aufeinanderfolge von Peinlichkeiten, als wirklich sehenswert. Weil das auch den hohen Herren bei Warner, den Rechteinhabern an Superman, Batman und Co, irgendwann dämmerte, witterte man Morgenluft, als James Gunn beim Maus-Haus aufgrund Manipulationen rechter Trolle in Ungnade gefallen war, und man heuerte ihn an, um DC-Helden im Kino so erfolgreich zu machen, wie dieses gewisse andere Comic-Universum.
Und es hätte alles so schön sein können, denn prinzipiell hatte Gunn mit drei GUARDIANS OF THE GALAXY-Filmen bewiesen, dass er es drauf hat. Und der SUPERMAN-Film ließ dann auch hoffen, dass es jetzt mit dem DC-Film-Universum bergauf gehen könnte, denn der wurde allgemein recht positiv aufgenommen, ebenso wie David Corenswet als der Kryptonier mit der roten Badehose, auch wenn ich fand, dass es gewisse Abzüge in der B‑Note gab.
Dass Gunn am Ruder (als Produzent, Regie führte Craig Gillespie) noch kein Garant für gute Filme ist, zeigt SUPERGIRL.
Ich habe noch einen Schrank voller DVDs- und Blu-rays, in dem die Video-Konserven stehen, die ich dort haben möchte, weil ich mich nicht darauf verlassen will, dass irgendein Streaming-Dienst sie morgen vielleicht noch im Programm hat – wird er nämlich nicht haben. Genau dieses Argument scheint inzwischen wieder mehr Leute zu überzeugen, denn ein britisches Presswerk meldet erstaunliche Zahlen.
Am 20. Juni 2026 wird die Blu-ray 20 Jahre alt. Pünktlich zum Jubiläum hat das britische Branchenmagazin TechRadar mit Kath Summersgill gesprochen, Joint Group Head of Sales bei Key Production Group, einem Hersteller, der eigentlich primär Vinyl, Kassetten und CDs fertigt, daneben aber eben auch Blu-rays und DVDs. Summersgills Aussage zur Auftragslage: ein Plus von über 10.000 Prozent bei Blu-ray-Bestellungen, insbesondere im Bereich Blu-ray Audio, gemessen über die letzten acht bis zehn Jahre. Für ein angeblich totes Format ist das eine ziemlich bemerkenswerte Hausnummer.
Belastbarer als die Zahlen eines einzelnen Presswerks sind die Daten der britischen Entertainment Retailers Association. Laut deren Jahresreport für 2025 ist der physische Videomarkt insgesamt zwar weiter geschrumpft, Blu-ray legte aber um drei Prozent zu, 4K-Blu-ray sogar um 19,5 Prozent. Bestverkaufte Scheibe des Jahres war WICKED. Steelbooks und Sondereditionen spielen dabei eine wachsende Rolle: Jede zehnte 4K-Blu-ray-Veröffentlichung kam 2025 als Steelbook oder Special Edition, und auf diese Editionen entfielen 20 Prozent des gesamten 4K-Blu-ray-Umsatzes in Großbritannien.
Warum das so ist, ist wahrlich kein Mysterium. Filme verschwinden ohne Vorwarnung aus den Streaming-Bibliotheken, wechseln zu Konkurrenten, bei denen man kein Abo hat, oder werden auch nach dem Kauf wieder einkassiert. Auf reddit gibt es regelmäßig Berichte von Leuten, denen gekaufte Filme bei Amazon Prime Video schlicht aus der Bibliothek verschwunden sind. Dazu kommt die völlige Abhängigkeit von der Internetverbindung. Wer schon mal versucht hat, einen 4K-Stream mit mäßiger deutscher Bandbreite zu schauen und stattdessen ein matschiges 720p-Bild mit Buffering-Pausen serviert bekam, weiß, wovon ich rede. Eine Scheibe im Player macht solche Probleme nicht. Und eben der zentrale Punkt: Man kann zwar theoretisch alle Marvel-Blockbuster bei Disney+ sehen, aber nur so lange, bis man das Abo kündigt. Auf Silberscheibe kann man sie nach dem Kauf jederzeit aus dem Schrank ziehen.
Summersgill zieht im Gespräch eine Parallele zum Vinyl, die auch einleuchtet: Niemand erwartet, dass Schallplatten oder Blu-rays das Streaming ersetzen, aber sie existieren daneben, weil sie etwas anderes bieten. Etwas, das man besitzt, anfassen und immer wieder abspielen kann, ohne dass eine Lizenzabteilung in Burbank oder Seattle darüber entscheidet, ob man das morgen noch darf.
Eine wichtige Rolle spielen dabei auch die unabhängigen Labels, die hochwertige Restaurationen herausbringen und Filmen damit überhaupt erst einen Grund geben, im Regal zu landen. Criterion, Arrow Video, Kino Lorber, Shout Factory und das BFI bedienen ein Publikum, das nicht unbedingt den nächsten Marvel-Film konsumieren will, sondern eine sorgfältig restaurierte Fassung eines Klassikers in der bestmöglichen Bild- und Tonqualität. Genau dieses Publikum wächst offenbar wieder und das finde ich überaus erfreulich, denn das bedeutet, dass wir möglicherweise Klassiker in verbesserter Form bekommen können.
Sony und LG haben sich Ende 2024 beziehungsweise Anfang 2025 aus dem Blu-ray-Player-Geschäft zurückgezogen, was als Sargnagel für das Format gehandelt wurde. Verbatim und I‑O Data haben dagegen erklärt, dass sie an der Disc festhalten. Wenn die Zahlen der ERA und die Auftragslage bei Presswerken stimmen, dann war das vielleicht keine Fehlentscheidung, sondern Realitätssinn. Zumindest ist die Lage der Blu-ray zum 20. Geburtstag deutlich besser, als die Abgesänge der letzten Jahre vermuten ließen. Und man bekommt nach wie vor nicht nur Player, sondern auch reichlich Medien; zudem wissen wir dass es äußerst umtriebige chinesische Anbieter gibt, die vermeintlich vorsintflutliche Medien wie CDs oder sogar Compact-Cassetten aus Coolness- und Lifestyle-Gründen mit neuen Playern versorgen (FiiO), ich bin sicher, dass aus der Quelle auch qualitativ hochwertige DVD und Blu-Ray-Abspieler kommen werden, wenn auch nur ein wenig Nachfrage besteht – und die wird bestehen.
Wie sagte schon Mark Twain: »Die Berichte über meinen Tod waren eine Übertreibung.«
Zur Meldung neulich, dass die BBC das DOCTOR WHO-Weihnachtsspecial gestrichen hat und Russell T Davies geht, passt ein Interview, das Davies kurz vorher der HuffPost UK gegeben hatte. Eigentlich ging es darin um sein neues Channel-4-Drama TIP TOE, das sich mit Online-Radikalisierung und Hass gegen LGBTQ+-Menschen beschäftigt. Im Rückblick und dem Zusammenhang mit DOCTOR WHO bekommen seine Aussagen eine neue Perspektive.
Davies sagt, der Hass im Netz gegen ihn habe in genau dem Moment angefangen, als er eine Trans-Figur in DOCTOR WHO eingeführt hat. Gemeint ist Rose, gespielt von Yasmin Finney aus HEARTSTOPPER, die 2023 in den 60-Jahre-Specials als Tochter von Donna Noble eingeführt wurde. Seitdem habe das nicht mehr aufgehört »mit Wahnsinnigen und Idioten« (Zitat Davis), und das schwappe inzwischen aus dem Netz in die reale Welt.
TIP TOE selbst behandelt genau diese Themen, mit Alan Cumming und David Morrissey als zwei Nachbarn, die in einer immer stärker polarisierten Gesellschaft aneinandergeraten. Davies sagt, er habe das schreiben müssen, weil er sehe, wie sehr Freund°Innen aus der queeren Community gerade unter Druck stehen.
Gegen den »woke«-Vorwurf, der reflexhaft seit seiner Rückkehr gegen die Serie geführt wird, hatte Davies sich schon letztes Jahr in der BBC gewehrt: Was die einen Diversität nennen, sei für ihn schlicht eine offene Tür, und er habe keine Sekunde Zeit für diese alberne Debatte. Im HuffPost-Interview geht es jetzt aber nicht mehr um die Serie, sondern darum, was die ganze Sache mit ihm persönlich gemacht hat.
Einen direkten Zusammenhang zwischen dem Ausstieg und dem geschilderten Druck durch Rechte und Trolle stellen weder Davies noch die BBC her. Aber dass die Trollarmeen den Ausstieg als ihren Sieg feiern werden, ist absehbar. Und dass die Führungsetage bei der BCC dem Vernehmen nach deutlich konservativer und offenbar auch zumindest in teilen LGBTIQ+-feindlich geworden ist, geistert ebenfalls seit einiger Zeit durch die Communities, so dass ich persönlich durchaus Zusammenhänge sehen würde.
Neulich war ich äußerst positiv überrascht, als ich die SciFi-Mystery-Serie THE BOROUGHS, ausführend produziert von den Duffer Brothers (STRANGER THINGS) bei Netflix entdeckte. Man könnte es als eine Art STRANGER THINGS mit Senior°Innen beschreiben; innovativ und eben mal mal mit älteren statt jungen Schauspieler°Innen.
Netflix hat die Show allerdings nach einer Staffel abgesetzt, knapp einen Monat nach dem Start und während die Serie noch in den hauseigenen Top 10 lief. Das berichtet The Hollywood Reporter unter Berufung auf mehrere Quellen. Im Cast: Alfred Molina, Geena Davis, Alfre Woodard, Denis O’Hare, Clarke Peters und Bill Pullman, also nicht die billigste Truppe, die man so zusammenbekommt.
Das Kuriose: Die Serie kam gut an. In der ersten vollen Woche Platz eins der englischsprachigen Netflix-Charts mit 9,5 Millionen Views, danach Platz vier, dann Platz acht, bei Nielsen Platz zwei für die Startwoche hinter NEMESIS, ebenfalls Netflix. Bei Rotten Tomatoes 97 Prozent Kritikenscore, 79 Prozent Audience Score. Abgesetzt wurde THE BOROUGHS am 17. Juni, einen Tag nach Veröffentlichung der Zahlen für die vierte Woche.
Offiziell sind es die Kosten. Laut THR liegt das Budget bei rund zehn Millionen Dollar pro Folge, eine zweite Quelle nennt eine deutlich höhere Zahl. Netflix rechnet Zuschauer gegen Produktionskosten und THE BOROUGHS war zwar erfolgreich, aber halt nicht WEDNESDAY.
Die etwas weniger offizielle Version: Die Duffer-Brüder haben Netflix für einen Vierjahresvertrag bei Paramount verlassen, und das hat einigen Verantwortlichen beim Streamingdienst offenbar gar nicht geschmeckt. Eine Quelle sagte dem Hollywood Reporter, das Verhältnis sei seitdem »angespannt«, die Brüder hätten den Streamer mit ihrem Abgang »blamiert«. Eine Netflix-nahe Quelle dementiert das allerdings prompt und eine den Duffer-Brüdern nahestehende Quelle sagte, das Verhältnis zu Netflix sei weiterhin gut und die beiden hätten dort mehrere Projekte in Entwicklung, was die Zerwürfnis-Lesart wieder ein Stück weit einkassiert.. Zwei Tage vor der Absetzungsmeldung hatte Paramount übrigens den geheimnisumwitterten Event-Film der Duffer-Brothers auf den 3. November 2028 datiert. Zufall?
Am 15. Juni lief die Frist für die Verlängerung der Cast-Optionen, der Streamer ließ sie ungenutzt verstreichen. Netflix besitzt die Serie zu 100 Prozent, ein Verkauf an die Konkurrenz, zu der jetzt eben auch Paramount gehört, gilt als ausgeschlossen. Geena Davis sagt im Interview mit dem Hollywood Reporter, sie habe keine Erklärung für die Absetzung bekommen.
Es sieht gerade gar nicht so gut aus für den britischen SciFi-Klassiker: Die BBC hat das für 2026 geplante Weihnachtsspecial von DOCTOR WHO abgesagt und Russell T Davies verlässt die Serie als Showrunner. Beides wurde gestern bekannt gegeben und beides hängt offenbar zusammen.
Davies schreibt auf Instagram, das Special sei ursprünglich nur angekündigt worden, um in einer unklaren Phase überhaupt eine Zukunft der Serie zu garantieren. Jetzt, wo klarer ist, wie es weitergeht, brauche man die Brücke nicht mehr. Wörtlich kündigt er an, die Fans müssten zwar etwas länger auf neue Folgen warten, dafür komme dann aber mehr als ein einzelnes Special. Er stellt außerdem ausdrücklich klar, dass es nie ein Skript gegeben habe und auch kein°e Schauspieler°in für die Rolle des nächsten Doctor ausgesucht worden sei. Klingt in meinen Ohre trotzdem alles irgendwie fishy. Zumal hinter der Reinkarnation in Rose Tyler ja eigentlich ein Plan gesteckt haben muss. So hofft man zumindest.
Die BBC selbst formuliert in ihrer Mitteilung, die Entscheidung sei nicht leichtfertig getroffen worden, man wolle die Serie stattdessen langfristig neu aufstellen. Konkret bedeutet das, dass die Produktion ausgeschrieben wird. Produktionsfirmen können sich bewerben, um die nächste Staffel als Koproduktion zu realisieren. Damit endet auch die bisherige Konstellation mit Bad Wolf aus Cardiff in der bisherigen Form. Disney+ war als internationaler Koproduzent ohnehin schon 2025 nach 26 Episoden ausgestiegen.
Die letzte Staffel lief im Mai 2025 und war die zweite und letzte mit Ncuti Gatwa in der Hauptrolle. Im Finale regenerierte sich der Doktor, und am Ende stand überraschend Billie Piper da, die zwischen 2005 und 2010 die Companion Rose Tyler gespielt hatte. Ob sie damit als nächste Doktor°in eingeführt wurde oder in einer anderen Funktion zurückkehrt, ließ die BBC seinerzeit offen. Daran hat sich auch jetzt nichts geändert.
Davies gibt sich auf Instagram betont gelassen und stellt selbst die Fragen, die jetzt im Raum stehen. Bleibt das Titelthema? Bleibt die blaue Box? Kommen die Drahvin zurück? Alles sei verhandelbar, was sehr DOCTOR WHO sei. Eine bereits angekündigte Animationsserie für CBeebies bleibt von alldem unberührt und wird produziert.
Was die Neuausschreibung praktisch bedeutet, ist noch völlig offen. Klar ist, dass die nächste Inkarnation der Serie nicht mehr in der bisherigen Form entstehen wird, weder personell an der Spitze noch produktionsseitig. Wann tatsächlich wieder neue Folgen kommen, dazu hält die BBC sich bedeckt. Diese Ausschreiberei an jeden der »hier« schreit, erscheint mir einerseits bedenklich, andererseits kommt vielleicht frischer Wind in die Serie. Wobei mir persönlich Ncuti Gatwa als Doctor ausgesprochen gut gefallen hatte und auch die Folgen völlig in Ordnung waren. Bei Disney hatte man aber offensichtlich das internationale Interesse am Franchise deutlich überschätzt und der Ausstieg des Maus-Hauses hat die Verantwortlichen bei der BBC offenbar in eine existenzielle DOCTOR WHO-Krise gestürzt.
Das alles ist übrigens auch deswegen merkwürdig, weil man unterschwellig ein STAR TREK: STRANGE NEW WORLDS-Crossover angeteasert hatte und in einem SNW-Episode eine T.A.R.D.I.S. zu sehen war, wenn man sehr genau hinsah (Staffel 3, Episode 6 – »THE SEHLAT WHO ATE IT’S TAIL«), und daraufhin das Nerd-Internet explodierte.
Kann Spuren von Spoilern enthalten, außer man hat die Trailer gesehen, die haben im Prinzip eh schon alles verraten.
Steven Spielberg war in der frühen Phase meiner Kinozeit, also in den 1970ern bis 1990ern eine feste und prägende Größe in den Lichtspielhäusern. Und eigentlich war auch damals alles was er abgeliefert hatte, automatisch ein Renner. Alles bevor selbsternannte Fans und Wichtigtuer per Internet und Social Media die alleinige Wahrheit für sich reklamierten, heute hätte es vermutlich selbst ein Spielberg schwierig gegen die organisierten Trollarmeen.
Aber unbestritten dürfte sein, dass Spielberg der Meister des mehr oder weniger leichten Abenteuerfilms war, oft voller Klischees, aber stets ungeheuer unterhaltsam.
Und letzteres könnte auch das Fazit sein, mit dem DISCLOSURE DAY klassifizieren kann.
Aus dem groß angekündigten AAA-Rollenspiel im AVATAR: THE LAST AIRBENDER-Universum wird nichts. Shawn Kittelsen, Senior Vice President bei Paramount Games Studio, bestätigte gegenüber IGN, dass das Projekt bereits beerdigt war, als die neue Spielesparte im Herbst 2025 nach der Fusion von Paramount und Skydance an den Start ging. Es habe bei Paramount zwar Ambitionen gegeben, aber weder die Überzeugung noch die Mittel dahinter. Mit anderen Worten: viel heiße Luft, wenig Substanz.
Entwickelt werden sollte das Spiel bei Saber Interactive, dem Studio hinter WARHAMMER 40.000: SPACE MARINE II. Intern lief das Projekt unter dem Namen ICE WARS und sollte rund tausend Jahre vor den Ereignissen der Serie spielen, mit einem bislang unbekannten Avatar als Hauptfigur. Paramount hatte die Sache Ende 2024 noch als »größtes Videospiel der Franchise-Geschichte« verkauft. Großes Kino, das nun nie auf den Bildschirm kommt.
Kittelsen wollte ein zukünftiges AAA-Spiel im AVATAR-Universum nicht völlig ausschließen, ließ es aber bei Andeutungen. Das klingt eher nach Schadensbegrenzung, als nach einem konkreten Plan.
Weiter erscheinen soll AVATAR LEGENDS: THE FIGHTING GAME, dessen Release wurde allerdings gerad vom 2. auf dem 23 Juli 2026 verschoben.
ArenaNet hat auf dem Summer Game Fest am 5. Juni 2026 GUILD WARS 3 angekündigt, den dritten Teil des GUILD WARS-Franchise und das erste neue Spiel des Studios seit GUILD WARS 2 im Jahr 2012.
GW3 erscheint für PC, Steam und PlayStation 5, womit GUILD WARS erstmals auf einer Spielekonsole landet. Der erste Beta-Test ist für Herbst 2027 geplant, ein konkretes Veröffentlichungsdatum gibt es derzeit nicht.
Entwickelt wird in der Unreal Engine 5. Inhaltlich siedelt sich das Spiel als Prequel an: GUILD WARS 3 spielt in der Welt Tyria, aber rund 1.000 Jahre vor den Ereignissen der bisherigen Teile, in der Region Orr. Der Fokus liegt auf der titelgebenden Ära der Guild Wars, also der Zeit, in der menschliche Königreiche und Gildenfraktionen gegeneinander kämpften, Ereignisse, die in der bisherigen Hintergrundgeschichte nur erwähnt wurden und nun direkt erlebbar sein sollen.
Game Director und ArenaNet Studio Head Colin Johanson ließ in der offiziellen Pressemitteilung verlauten, GUILD WARS 3 das Spiel sei »a new era not just for ArenaNet and Guild Wars, but also for MMORPGs as a whole.« Ob das zutrifft, wird man 2027 im Beta-Test sehen.
Auf der Steam-Seite und der offiziellen Website beschreibt ArenaNet ein Bewegungssystem, das Laufen, Gleiten, Springen und Wandlaufen miteinander verbindet: Wer beim Reiten Schwung aufbaut, nimmt diesen Momentum mit in den nächsten Sprung oder Gleiter. Das Reittier, ein sogenannter Seeker, ist dabei kein reines Transportmittel, sondern ein Vael-Geist mit direkter Verbindung zur Magie von Orr. Ob das in der Praxis so flüssig funktioniert wie versprochen, wird ebenfalls der Beta-Test zeigen.
Das Vorhaben ist durchaus gewagt. Das MMO-Genre gilt im AAA-Bereich seit Jahren als weitgehend ausgereizt, und die Liste der gescheiterten Versuche, neue Platzhirsche zu etablieren, ist lang, zuletzt hat Amazon das angekündigte neue HERR DER RINGE-MMO nach einiger Entwicklungszeit eingestampft. Dabei hat ArenaNet in den vergangenen 14 Jahren kein zweites Standbein aufgebaut, sondern alles auf eine Karte gesetzt: GUILD WARS 2 wurde mit vier Erweiterungen und kontinuierlichem Live-Content weitergeführt, 2025 kam noch das Remaster des Originals als GUILD WARS REFORGED dazu. Ein komplett neues Spiel ist trotzdem etwas anderes als ein weiteres Update für ein bestehendes. Dass ArenaNet diesen Schritt jetzt wagt, mag man mutig oder leichtsinnig finden, wobei das Franchise zumindest keine schlechte Ausgangslage bietet: eine bekannte Welt, eine eingespielte Community, und mit GUILD WARS 2 ein Vorgänger, der nach 14 Jahren immer noch aktiv gespielt wird.
Wie gehabt soll GUILD WARS 3 ohne monatliche Abo-Gebühr spielbar sein. Die bisherigen Teile haben damit über 29 Millionen Spielerinnen und Spieler erreicht, was für das Modell spricht.
Zur Ankündigung wurde ein Cinematic-Trailer mit ersten In-Engine-Aufnahmen gezeigt, sowie eine offizielle Website unter guildwars3.com online gestellt. Interessierte können sich dort für weitere Informationen registrieren.
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Free League Publishing hat am 2. Juni 2026 gleich drei neue Veröffentlichungen für ihre Mittelerde-Rollenspiellinie auf den Markt gebracht: HANDS OF THE WHITE WIZARD und HOBBIT TALES für THE ONE RING, das offizielle Tischrollenspiel basierend auf den Werken von J.R.R. Tolkien, sowie TRIALS OF SARUMAN für THE LORD OF THE RINGS ROLEPLAYING, das 5E-Pendant. Alle drei sind im Free League Webshop inklusive PDF erhältlich, im Fachhandel weltweit und digital über DriveThruRPG.
HANDS OF THE WHITE WIZARD und das inhaltlich eng verwandte TRIALS OF SARUMAN spielen zwischen dem Jahr 2965 des Dritten Zeitalters und den ersten Zügen des Ringkrieges. Sechs Abenteuer lassen die Spieler°Innen in Isengard eintauchen und Saruman den Weißen begleiten, bevor sein Verrat offenkundig wird. Die Kampagne stellt dabei eine interessante Frage: Ist Sarumans Verderben bereits besiegelt, oder können die Charaktere noch etwas an seinem Schicksal ändern? Mit neuen Verbündeten, Widersachern und Geheimnissen rund um Isengard richtet sich der Band an alle, die diese Episode der Geschichte des Dritten Zeitalters aus der Innenperspektive erleben wollen. HANDS OF THE WHITE WIZARD ist für THE ONE RING konzipiert, TRIALS OF SARUMAN bringt denselben inhaltlichen Rahmen für das 5E-System.
HOBBIT TALES bringt Abenteuer in den Auenlanden ins THE ONE RING-System. Der Ergänzungsband enthält eine Beschreibung der vier Gaue sowie fünf fertig spielbare Abenteuer, bei denen die Spieler°Innen in die Rollen bekannter Hobbits wie Primula und Rory Brandybuck, Paladin Tuk oder Bilbo Beutlin schlüpfen können. Free League weist ausdrücklich darauf hin, dass das Material bereits im ursprünglichen Starterpaket für THE ONE RING veröffentlicht worden war und in diesem Band neu zusammengestellt wurde.
Quelle: Pressemitteilung Free League, Coverfotos Copyright Free League
Der Kickstarter für CAMELOT UNCHAINED lief vom 2. April bis 2. Mai 2013 und sammelte 2.232.933 Dollar von 14.873 Backer°Innen ein. Ich war einer davon. Am 2. Juni 2026 ist das RvR-MMORPG von Mark Jacobs nun auf Steam in den Early Access gegangen, gut 13 lange Jahre später.
CAMELOT UNCHAINED ist ein Realm-versus-Realm-MMORPG mit drei Fraktionen und dem Fokus auf große Open-World-Schlachten, ohne Instanzen und Themepark-Gedöns. Mark Jacobs hatte vorher DARK AGE OF CAMELOT und WARHAMMER ONLINE gemacht, was damals für viel Vertrauen sorgte.
Die Zwischenzeit war für viele Backer°Innen nicht immer zufriedenstellend. Es gab Verzögerungen, die Entwicklung und spätere Einstellung eines zweiten Spiels auf der hauseigenen Engine und Rückerstattungsstreitigkeiten. Manche Rückerstattungsanfragen blieben über Jahre ohne jede Reaktion des Entwicklers liegen. Bei mir lief das Spiel nicht, und auf Support-Anfragen bekam ich nie irgendeine Antwort. Die versprochene Pledge-Belohnung »früher Zugang« war damit für mich de facto nicht existent. Interessiert hat sich dafür bei City State Entertainment nie jemand. Deswegen bin ich auch skeptisch, was den zukünftigen Betrieb des Spiels angeht. Wenn der Support dann immer noch so schlecht ist: Gute Nacht. Das Interesse am Spiel habe ich schon lange verloren.
Ein für 2025 geplanter Early Access verschob sich zunächst auf 2026; im März 2026 öffnete eine erste Version ausschließlich für bestehende Backer. Der Steam-Launch folgte dann Anfang Juni.
Backer°Innen, die noch ein aktives Konto haben, spielen weiterhin über den hauseigenen Unchained Launcher ohne Aufpreis und bekommen automatisch die »Premium War Unending Edition«. Die Server laufen zunächst nur am Wochenende; ein Monatsabo ist geplant, sobald der Betrieb rund um die Uhr steht. Die aktuelle Version hat alle drei Reiche, neun Rassen, sieben Archetypen, zehn Klassen, drei Skilltrees pro Klasse, Heimzonen, umkämpfte Zonen sowie grundlegende Gilden- und Gruppenfunktionen.
Das Studio selbst bezeichnet den Early Access als Meilenstein, nicht als Ziellinie, und räumt ein, dass noch ein weiter Entwicklungsweg vor dem Team liegt. Nach 13 Jahren noch ein weiter Weg? Na dann …
Ob es jetzt bei mir läuft, weiß ich noch nicht, der aktuell von der Webseite herunter geladene Launcher musste sich erst gefühlt zehnmal patchen und der Download des Client tröpfelt nur so dahin … Ich habe kein gutes Gefühl, werde aber berichten.
Edit: Nach zwei Stunden begann der Patcher was zu patchen, nach der Anzeige brauche ich zehn Tage, bis die gerade mal 21 GB herunter geladen sein werden. So wird das alles nichts, Unchained Entertainment …
Edit: Sieben Stunden später, Download bei 2% … Wenn die noch nicht mal Downloadserver hinbekommen …
Update: Zwei Tage später und ich bin bei 44 Tagen Wartezeit. Was für eine Shitshow.
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