Nach den Querelen um die Phantastik-Leseinsel auf der Buchmesse Leipzig zieht der erste Verlag jetzt Konsequenzen. Wie Verlegerin Grit Richter auf der Webseite von Art Skript Phantastik schreibt, hat sie sich schweren Herzens entschlossen, der Messe im Jahr 2017 fern zu bleiben, und rechtzeitig die Notbremse zu ziehen, bevor die Kosten astronomisch werden.
Das hängt eher sekundär mit Werkzeugs zusammen, da die Halle zwei deutlich umstrukturiert werden soll, wie ich schon in meinem anderen Artikel heute erläuterte, fallen Standtypen weg und die Stände sollen auch anders aufgebaut werden, wodurch es zu Platzmangel kommen wird. Zu dem neuen Standkonzept äußerte sich auch schon Jürgen Eglseer vom Amrûn-Verlag mir gegenüber kritisch. Grit Richter stellt zudem heraus, dass es bereits in der Vergangenheit diverse Probleme mit der Messe Leipzig gab, und das für sie jetzt nur der Tropfen ist, der das Fass zum Überlaufen brachte.
Man muss einfach ganz klar sehen, dass die Kosten für so einen Präsenz auf der Messe erheblich sind, denn zu den Standgebühren kommen ja auch noch Anreise, Übernachtung und Verpflegung. Wenn ein Veranstalter sich so eindeutig auf große Anbieter einrichtet und keine passenden Konditionen für Klein- und Kleinstverlage anbietet, sondern stattdessen auch noch von »Gleichbehandlung gegenüber anderen Partnern« schwadroniert, dann beleuchtet das meiner Meinung nach deutlich, wie egal die kleinen Anbieter dem Messeveranstalter sind. Denn wäre es anders, könnten sicher Wege gefunden werden, wie man eine kulturelle Vielfalt mit auch kleinen Verlagen oder sogar Selfpublishern herstellt. Dasselbe gilt übrigens in ganz ähnlicher Form auch für die Buchmesse Frankfurt. Aber dass dort die Großen lieber unter sich bleiben möchten, und das durch völlig überzogene Standpreise garantieren, sind ebenfalls News von vorgestern. Dort bleiben ja inzwischen sogar renommierte Publikumsverlage fern, weil es sich nicht rechnet.
Ob weitere Phantastik-Anbieter mit Absagen folgen werden bleibt abzuwarten. Angesichts der Tatsache, dass die Messe zum Zeitpunkt der WerkZeugs-Absage offenbar bereits ein komplett neues Konzept inklusive geänderter Standanordnung stehen hatte, erscheint mir die ganze Geschichte ziemlich abgekartet und ich vermute nach wie vor, dass WerkZeugs ausgebootet werden sollte, eben zu Gunsten des Dienstleisters LSL.
Und dann, weil WerkZeugs öffentlich / auf FB mitteilt, 2017 nicht mehr dabei zu sein, tritt Oliver Zille beleidigt im Börsenblatt kräftig nach, mit Behauptungen, die nicht nur so nicht stimmen können – wir kennen WerkZeugs seit vielen Jahren und wissen, wie kommunikativ und kooperativ sie sind -, sondern man stellt sich auch noch derart selbstherrlich dar, dass man schon fragen muss, wohin will Herr Zille denn?
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In Sachen der Querelen um die Buchmesse Leipzig und die von WerkZeugs veranstaltete Leseinsel, hatte ich die Presseabteilung der Messe um Stellungnahme gebeten:
Sehr geehrte Frau Justen,
den nachfolgenden Text veröffentlichte die WerkZeugs KG, die in den vergangenen Jahren die Phantastik-Leseinsel auf der Leipziger Buchmesse betrieben hat, heute auf ihrer Facebook-Seite und hat damit viel Verwunderung in der Phantastik-Szene, sowohl bei Lesern, wie auch bei Verlagen und Autoren, ausgelöst.
[hier der obige Text von WerkZeugs]
Ich würde hierzu um eine Stellungnahme bitten und danke dafür im voraus.
—
Mit freundlichem Gruß,
Stefan Holzhauer
PhantaNews.de
Phantastische Nachrichten
Daraufhin hatte ich noch am selben Tag folgende Antwort bekommen:
Sehr geehrter Herr Holzhauer,
das Unternehmen WerkZeugs KG ist ein langjähriger Partner für den Gemeinschaftsstand innerhalb des Fantasy-Bereiches der Leipziger Buchmesse. Deshalb haben wir ihm auch in diesem Jahr ein Angebot für diesen Gemeinschaftsstand und seine Dienstleistungen rund um das Forum zu weiterhin günstigen Sonderkonditionen vorgeschlagen, die deutlich unter den regulären Standgebühren liegen. Wir bedauern sehr, dass WerkZeugs mit uns dieses Angebot nicht diskutiert hat, sondern öffentlich seine Teilnahme abgesagt hat. In unserem Forum „Fantasy-Leseinsel“ und in unserem Ausstellungsbereich finden Autoren und Verlage selbstverständlich auch zukünftig ein starkes Podium für ihre Präsentation. Zudem werden die Verlage die Möglichkeit haben, ihre Titel über einen eigenen Fantasy-Bereich über die Messebuchhandlung in Halle 2 zu verkaufen. Wir freuen uns selbstverständlich auf alle Fantasy-Fans in Leipzig und sehen weiterhin den Bereich als einen wichtigen Teil der Leipziger Buchmesse.
Mit freundlichen Grüßen
i. A. Ruth Justen
Pressesprecherin Leipziger Buchmesse 2017
i. A. der Leipziger Messe GmbH
Da sich diese Aussage nun doch deutlich von der unterscheidet, die WerkZeugs veröffentlicht hatte (und es für mich deswegen so aussah, als wollen die Veranstalter sie in die Pfanne hauen), stellte ich WerkZeugs via Facebook dieses Statement bereits vorab zur Verfügung und bat ihrerseits um Stellungnahme, da ich das hinsichtlich der von den Veranstaltern geäußerten Vorwürfen für fair hielt. Die wurde mir für heute zugesagt.
Allerdings bekomme ich diesen Kommentar nun nicht, das stand in einer Mail, die ich soeben erhielt. Man möchte keine offiziellen Statements abgeben, »um eine Schlammschlacht zu vermeiden« und weil man »über verschiedene Schienen mit der Messe in Dialog zu kommen versucht«. Das finde ich relativ ulkig, immerhin ist die Schlammschlacht bereits in vollem Gange. Offenbar hofft man bei WerkZeugs immer noch, dass die Veranstalter einlenken. Angesichts der Tatsache, dass bereits vorgestern ein anderer Betreuer der Leseinsel feststand (LSL Leipzig) und dass die Rahmenbedingungen in Sachen Stände auch für die Verlage grundlegend geändert wurden, sehe ich allerdings kaum Hoffnung, dass es die Leseinsel mit Lounge samt angeschlossenen Ständen auch in 2017 in akzeptabler Form geben wird. Da das Konzept seitens der Messe bereits weit fortgeschritten scheint, halte ich Änderungen für unwahrscheinlich.
Wir danken Euch herzlich für Euer Feedback bezüglich der #LeipzigerBuchmesse – so viele liebe, entrüstete und traurige Kommentare, Nachrichten und Emails! Irgendwas müssen wir also in den vergangenen Jahren richtig gemacht haben.
Zum »Faktencheck« der Leipziger Buchmesse hier zwei kleine Richtigstellungen, eine etwas ausführlichere Stellungnahme wird es in Kürze auf #PhantaNews geben.
(1) »Deshalb haben wir ihm auch in diesem Jahr ein Angebot für diesen Gemeinschaftsstand und seine Dienstleistungen rund um das Forum zu weiterhin günstigen Sonderkonditionen vorgeschlagen«
Fakt: Es ist richtig, dass wir für 2017 noch günstige (wenn auch schon deutlich gestiegene) Konditionen bekommen hätten. Allerdings hätten wir uns auf drei Jahre vertraglich festlegen müssen, im dritten Jahr hätten die Standgebühren mehr als das doppelte des bisherigen Preises betragen.
(2) »Wir bedauern sehr, dass WerkZeugs mit uns dieses Angebot nicht diskutiert hat, sondern öffentlich seine Teilnahme abgesagt hat.«
Fakt: Wir haben schriftlich vorliegen, dass die Leipziger Buchmesse von ihrem »Angebot« nicht abweichen und und die Zusammenarbeit deshalb nicht weiterführen möchte.
Und noch ein Wort zur #Leseinsel: Diese bleibt unseres Wissens nach weiterhin bestehen – eben »nur« ohne die von uns erbrachten Dienstleistungen (wie etwa Anmoderation, Koordination der Signierschlangen, Stellen der Security etc.).
Dass die Buchmesse von Ihrem Angebot nicht abweichen wollte ist doch in meinen Augen ein ziemlich zentrales Argument für den Standpunkt von WerkZeugs und anderer Teilnehmer, die jetzt noch versuchen, auf die Veranstalter einzuwirken.
Ich weiß zudem auch von Kleinverlagen, die aufgrund des geänderten, unvorteilhaften Standkonzepts nun überlegen, in den sauren Apfel zu beißen und anstatt nun inakzeptable neue Bedingungen zu akzeptieren, lieber die Stornogebühr in Höhe von EUR 350 zu zahlen, um der Messe fernzubleiben. Wie man sieht, gehen die Probleme rund um die Leseinsel über den Themenkomplex »WerkZeugs« deutlich hinaus.
Unabhängig davon sehe ich die Aussage der Pressesprecherin ebenso wie das sehr ähnlich klingende Statement des Messechefs im Börsenblatt äußerst kritisch und halte beide für einen festen Tritt in den Hintern der Autoren, Verlage und Fans des Phantastik-Bereichs, WerkZeugs sowieso. Mal ganz unabhängig davon, wie die aktuelle Konstellation in Sachen Verantwortung für die Misere zwischen Messe und WerkZeugs tatschlich aussehen mag:
Auch Messedirektor Oliver Zille sollte zur Kenntnis nehmen, dass WerkZeugs in den vergangenen Jahren da nicht nur einen Stand hatte und ansonsten Däumchen drehte, sondern vielmehr die Lesungen, Anmoderationen, Security und jede Menge mehr rund um die Leseinsel organisiert hat. Alles Tätigkeiten, für die sich die Messeveranstalter nicht befähigt sahen – bevor WerkZeugs das übernahm, war der Phantastik-Bereich samt Leseinsel eine lieblose Ecke, die aus hingestreuten Sitzmöbeln bestand. Statt die Preise innerhalb von drei Jahren (mit gleichzeitigem Knebelvertrag über drei Jahre) auf das Doppelte zu erhöhen, sollte die Messe für das Engagement eher eine Gage zahlen.
Man wird sehen, wie die Verhandlungen PANs und WerkZeugs´ mit der Leipziger Messe GmbH tatsächlich enden, und ob es zu einem für alle beteiligten Protagonisten befriedigenden Ergebnis kommen wird. Abgesichts diverser Verhaltensweisen des Messeveranstalters in den letzten Jahren (fragt beispielsweise mal Kleinverlage, wie lange die im vergangenen Jahr auf die Abrechnung der in den Messebuchhandlungen verkauften Bücher gewartet haben) hege ich daran starke Zweifel, aber man soll ja die Hoffnung nie aufgeben …
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Am übernächsten Wochenende, genauer am Sonntag, den 28. August 2016, findet im Freilichtmuseum Hagen die »Zeitreise« statt. Dabei handelt es sich um ein Steampunk-Picknick mit ein wenig Rahmenprogramm.
Im Mittelpunkt steht natürlich das um 14:00 Uhr stattfindende Picknick, aber auch darüber hinaus wird einiges geboten. Bereits ab 9:00 Uhr öffnet das Museum und das ist mit seinen Fachwerkhäusern, in denen alte Handwerke vorgeführt werden, allein schon einen Besuch wert und man kann es an einem Tag kaum komplett ansehen.
Wie es in früherer Zeit üblich war, kann man eine Postkarte erwerben und sich selbst von dieser Veranstaltung aus zuschicken lassen, darum kümmern sich die Beamten des Amts für Ætherangelegenheiten. Der Clou dabei: man kann die Postkarte auf einer alten Druckmaschine selbst drucken.
Ebenfalls geplant sind zwei szenische Phantastik-Lesungen mit den Autoren Anja Bagus, Thorsten Küper und Frederic Brake.
Und möglicherweise noch mehr – wir arbeiten dran.
Wer in Steampunk-Gewandung kommt (also nicht nur einen lustigen Hut aufhat), hat freien Eintritt. Für diejenigen in Zivil sind die Eintrittspreise aber ebenfalls sehr zivil.
Logo und Bild dürfen für Hinweise auf die Veranstaltung selbstverständlich gern verwendet werden.
Zur Erinnerung: Am kommenden Wochenende, also dem 20. und 21. August 2016, findet auf Schloß Burg in Solingen die erste »Medieval Fantasy Convention« statt. Und die kann mit diversen Stargästen aufwarten. Da sich das Lineup aufgrund von Terminproblemen einzelner Schauspieler geändert hat, hier nochmal die aktuelle Liste der Gäste aus verschiedenen Film- und Fernsehprofuktionen von LORD OF THE RINGS über GAME OF THRONES bis HARRY POTTER:
Neben den Stargästen wird es aber noch jede Menge weitere Aussteller und Cosplayer vor Ort geben. Beispielsweise: Greifvögel mit »Skyhunters In Nature«, MetPausen sorgt für gekühlte Kehlen, die Künstlerin Anne Stokes, Fabion Fantasy Swords bietet Replikas bekannter Filmwaffen an, die Georgs Ritter, Event Fashion Koch bietet historische Kostüme und Fantasy-Gewandungen, die Hornschnitzerey, die Wahre Bergische Ritterschaft, am Stand des Verlags »Edition Roter Drache« findet man die Autorin Anja Bagus, Induvia bietet selbstgemachte Kleidung und Accessoires aus den Bereichen Mittelalter, Wikinger, Kelten und Fantasy, Lebendige Geschichten bringen Kunst, Kultur, Kostüme und LARP, und noch viele andere mehr.
Alle Informationen und auch die gesamte Ausstellerliste findet sich auf der Webseite der Veranstaltung.
Ein weiterer heimlicher Stargast dürfte der Thron aus GAME OF THRONES sein …
Ich gebe die nachfolgende Pressemitteilung mal relativ kommentarlos weiter, um zu zeigen, dass es neben den Veranstaltern, die den Cosplayern ohne echte Not maßgebliche Teile ihrer Gewandung wegnehmen wollen, auch welche gibt, die sich wirklich Mühe mit diesem Hobby und dessen Anhängern geben (Quelle: Bumm Film).
„Künstlerische Leitung mit Gesang“
Der offizielle Gamescom Song „Celebration Of The Game“ und das diesjährige „Cosplay Village“ haben etwas gemeinsam: Bernd das Brot Erfinder und Multitalent Tommy Krappweis
Der RTL Samstag Nacht Comedian und bekennende Nerd, Tommy Krappweis, hat auf der diesjährigen Gamescom jede Menge zu tun. „Das Cosplay Village sollte in diesem Jahr atmosphärischer gestaltet werden.“, erklärt der Grimmepreis-Träger. „Der Bundesverband für Unterhaltungssoftware BIU und die Koelnmesse wollten, dass sich die Cosplayer wohlfühlen, aber auch die anderen Besucher sollten die Möglichkeit bekommen, tiefer in das Thema Cosplay einzutauchen.“
Ein besonderes Anliegen war es dem erfolgreichen Fantasyautor und Regisseur, dass sich die großen Cosplay-Themen im Village wiederfinden: „Zu diesem Zweck haben wir mehrere fünfzehn Meter breite Themenwelten konzipiert. Man kann sich zwischen Kirschblüten entspannen, in einem Endzeit-Szenario fotografieren oder in unserer High Fantasy Deko ein lebendiges Mittelalter-Museum zum Anfassen bestaunen.“ Schon sehr früh entschied man sich trotz der filmischen Dekorationen gegen professionelle Fotodienste: „Wir wollen, dass sich Besucher mit oder ohne Cosplay überall fotografieren dürfen, ohne zusätzliche Kosten oder Schlangestehen. Die Inszenierung für eigene Fotos oder zusammen mit anderen ist doch Teil des Spaßes beim Cosplay.“
Für die Gestaltung arbeitete Krappweis eng mit dem Eventdesigner der Koelnmesse, Jörg Krum, zusammen. „Das ganze Village ist eine Teamleistung. Jörg hat die Ideen in einen ganz fantastischen Plan gegossen und tatsächlich ein richtiges Cosplay Dorf gezaubert. Der Ausstatter meiner Firma bumm film GmbH, Tim Pommorin, steuert mit seinem Team filmische Dekorationen bei. Zum Beispiel bauen wir direkt auf der Messe Mauern, die dann gleich wieder zerstört werden, um in das Endzeit-Szenario zu passen. Die Kollegen von Steinigke Showtechnik beleuchten die Welten stimmungsvoll mit tonnenweise Licht, Nebel und Effekten. Das Team der Dokomi füllt das Village mit Leben und Defcon Unlimited organisiert einen großen Cosplay Award.“
Krappweis freut sich besonders, dass auch das Thema Reenactment im Cosplay Village einen Platz hat: „Historisches Reenactment und Cosplay haben durchaus einiges gemeinsam. Beide versuchen, ihren Vorlagen nahezukommen – Ob das nun ein begrabener Wikingerfürst oder ein Character aus Naruto oder Star Wars ist. Inzwischen gibt es auch Gruppen, die sogenanntes „Reenlarpment“ betreiben – also , Live Action Role Play (Larp) in einem historischen Setting mit möglichst authentischer Gewandung und Ausstattung. Dass das Team von „Kaptorga“ rund um den erfreulich Nerd-affinen Archäologen Philipp Roskoschinski unsere Fantasy-/Mittelalterwelt mit einem lebendigen Museum bereichert, in dem man historische Rüstungen, Waffen und Alltagsgegenstände bestaunen und anfassen kann, ist ein schönes Statement und eine große Bereicherung.“
Der Ex-Comedian wird aber wenig Zeit haben, im Cosplay Dorf majestätisch auf- und abzuschreiten, denn er bestreitet zusammen mit YouTuberin Bina Bianca mehrere Auftritte pro Tag mit dem offiziellen Gamescom-Song „Celebration Of The Game“: „Wir hatten für die Games-Parodie „Hoppers“ mit Fabian Siegismund und Nino Kerl einen Song mit dem Titel „Ein Echter Wahrer Held“ produziert, der sich in Folge zu einer Art Gaming-/Cosplay-/Fantasyhymne mit hohem Motivationsfaktor im Real Life gemausert hat. Der Heldensong wurde in den letzten Jahren so abgefeiert, dass man uns jetzt mit der Produktion des ersten, offiziellen Gamescom-Songs betraut hat. Bina und ich sind sehr stolz darauf, dieses Megaevent und die gesamte Gaming Community mit „Celebration Of The Game“ musikalisch feiern zu dürfen.“
Wenn die Gamescom vorbei ist, wird Krappweis wieder in den Schneideraum zurückkehren: „Eine brandneue Miniserie mit Bernd das Brot wartet darauf, geschnitten und vertont zu werden. Und ich muss in den nächsten Wochen einen neuen Band meiner Buchserie „Ghostsitter“ fertigstellen. Darum habe ich Schlaf und Nahrungsaufnahme jetzt einfach mal komplett in den Spätherbst verlegt. Bin schon gespannt, wie das funktioniert…“
Das Gamescom Village ist während der Messe täglich geöffnet. Infos finden Sie hier: http://bit.ly/2aQtyjh
Für Interviewanfragen melden Sie sich bitte bei Tuna Alpargin von Tommys Firma bumm film: t.alpargin@bummfilm.de
Während meines Urlaubs hatte ich bei den Gamescom-Veranstaltern wegen der in meinen Augen völlig überzogenen Sicherheitsmaßnahmen angefragt und es wurde bereits festgestellt, dass Plüschtiere und Styroporvögel dann offenbar plötzlich doch keine Waffen sind. Dennoch waren weiterhin Fragen offen, deswegen hakte ich nach. Auch interessierte mich, ob es die Veranstalter tatsächlich nicht für … »ungeschickt« halten, wenn einerseits drakonische Sicherheitsregeln aufgestellt werden und andererseits ausgerechnet die Türkei als Partnerland 2016 dabei ist.
Hier nochmal meiner Anfrage:
Sehr geehrte Frau xxxx,
wird das auch öffentlich gemacht? Die Cosplayerszene ergeht sich seit gestern in erheblich kritischen Äußerungen und intensiver Diskussion über das Verhalten der Gamescom-Veranstalter und die völlig unklaren Bedingungen hinsichtlich erlaubter Gegenstände. Werden Sie diese noch deutlicher formulieren, damit die Cosplayer eine höhere Sicherheit bekommen, nicht am Eingang abgewiesen zu werden, oder Gegenstände konfisziert zu bekommen? Was ist mit Personen, die keine Kenntnis von den „Regeln“ erlangen konnten? Werden die eingezogenen Gegenstände solcher Personen gekennzeichnet, gesammelt und nach Besuchsende zurückgegeben? Oder werden inkriminierte Gegenstände vernichtet? Werden solche Personen trotz gültiger Eintrittskarte abgewiesen, wenn sie mit einer Vernichtung ihres Besitzes nicht einverstanden sind? Wie sind also die konkreten Bedingungen?
Für weitere Informationen bedanke ich mich im voraus.
Die Antwort bekam ich erst auf nochmalige Nachfrage, in dieser hatte ich meine Fragen wie folgt ergänzt:
Halten Sie es nicht für geradezu grotesk, wenn Sie für die Besucher erheblich einschränkende »Sicherheitsregeln« formulieren aber gleichzeitig ausgerechnet die Türkei als Gamescom-Partnerland für das Jahr 2016 einladen?
Sind Sie nicht der Ansicht, dass eine derart drastische und einseitige Veränderung der Veranstaltungs-AGB gemäß deutschem Recht ein gewichtiger Grund für eine Vertragsauflösung durch die Besucher ist? Sprich: Dass diese ihr Ticket zurückgeben und ihr Geld zurückverlangen können?
Sehr geehrter Herr Holzhauer,
anbei die Beantwortung Ihrer Fragen:
Die Kommunikation der verstärkten Sicherheitsmaßnahmen und verschärften Kostümbestimmungen wurden über unsere bestehenden Kanäle an die Teilnehmer der gamescom kommuniziert. Fragen und Unklarheiten, die bei uns im Call Center oder in unseren Social Media Kanälen auftreten, beantworten wir.
Sofern jemand, gemäß Ihrer Frage ein Cosplayer keine Kenntnis von den angepassten Sicherheitsmaßnahmen und Kostümbestimmungen erhalten hat, und seine Nachbildungen von Waffen oder waffenähnlichen Gegenstände zum Gelände mitbringt gilt: Vor den Kontrollstellen im Außenbereich werden Garderobenzelte aufgestellt. Hier können beanstandete Gegenstände kostenpflichtig abgegeben werden. Da Sie mit Ihrer Arbeit ja dazu beitragen, Menschen zu informieren, hier noch einmal der Hinweis für Privatbesucher:
Lasst, wenn nicht zwingend erforderlich, Taschen und Rucksäcke sowie Gegenstände aller Art, die ihr nicht zwingend für den Besuch der gamescom benötigt, bitte zu Hause, um die Wartezeiten so gering wie möglich zu halten. Denn: An den Eingängen werden noch vor Betreten des Messegeländes Kontrollmaßnahmen, inkl. Taschenkontrollen, durchgeführt. Die Kontrollen sind variabel angelegt und richten sich nach kurzfristigen Rücksprachen mit den Sicherheitsbehörden. Bitte stellt euch auf längere Wartezeiten ein und unterstützt uns, durch kein oder wenig Messegepäck, bei den Kontrollmaßnahmen. Zur Planung eurer Anreise: Die Sicherheitskontrollen starten ab 07:00 Uhr. Wartezeiten müssen eingeplant werden.
Cosplayer: Die gamescom lebt auch von der Kreativität eurer Kostüme und daher sind Cosplayer auch weiterhin herzlich willkommen. Aufgrund der Ereignisse der letzten Tage bitten wir um euer Verständnis, dass alle Nachbildungen von Waffen oder waffenähnliche Elemente in eurem Kostüm auf der gamescom 2016 nicht zugelassen sind. Wir möchten euch bitten, auch in der Stadt auf das Tragen von Nachbildungen von Waffen oder waffenähnlichen Gegenständen mit Rücksicht auf die Bewohner und Besucher der Stadt Köln zu verzichten.
Hintergrund dieser Verschärfung der Kostümbestimmungen ist es, insbesondere Kinder und Familien sowie andere Besucher der gamescom, aber auch Bewohner und Gäste der Stadt Köln, durch täuschend echte Kostüme, die teilweise auch Nachbildungen von Waffen und/oder waffenähnlichen Gegenstande beinhalten, nicht zu verängstigen. Sämtliche Nachbildungen von Waffen oder waffenähnliche Bestandteile eures Kostüms ? unabhängig von Material und Größe ? werden euch vor Eintritt in das Gelände abgenommen. Daher bitten wir euch, diese nicht mit zur gamescom zu bringen.
Walking Acts der Aussteller auf der gamescom:
Genauso wie Cosplayer soll es auf der gamescom auch weiterhin Walking Acts der Aussteller geben. Diese werden aber vorab bei uns angemeldet und mögliche Nachbildungen von Waffen oder waffenähnliche Gegenstände noch vor Beginn der gamescom geprüft und gekennzeichnet. Nach der Prüfung dürfen diese Kostümbestandteile das Messegelände während der Laufzeit der gamescom nicht mehr verlassen.
Ergänzend auf Ihre Frage zur »Ticketrückgabe«: Mit dem Erwerb einer Eintrittskarte für den Besuch der gamescom erhält man das Recht, das Messegelände zu betreten und die dort ausgestellten Produkte in Augenschein zu nehmen. Einzelne Besucher/Besuchergruppen nutzen die Messe, um Teile ihrer (Rollenspiel-)Verkleidung zur Schau zu stellen. Dies ist aber nicht Bestandteil des Vertrages. Den Ticketpreis kann man sich also nicht erstatten lassen.
Ich denke, dann sollten Ihre Fragen jetzt beantwortet sein.
Grüße
xxxx
Den größten Teil der Antwort nimmt die schlichte Wiederholung der bereits bekannten »Regeln« ein, darin ist nichts Neues zu finden. Sublimieren wir also mal die neuen Informationen:
Die Kommunikation der verstärkten Sicherheitsmaßnahmen und verschärften Kostümbestimmungen wurden über unsere bestehenden Kanäle an die Teilnehmer der gamescom kommuniziert. Fragen und Unklarheiten, die bei uns im Call Center oder in unseren Social Media Kanälen auftreten, beantworten wir.
Sofern jemand, gemäß Ihrer Frage ein Cosplayer keine Kenntnis von den angepassten Sicherheitsmaßnahmen und Kostümbestimmungen erhalten hat, und seine Nachbildungen von Waffen oder waffenähnlichen Gegenstände zum Gelände mitbringt gilt: Vor den Kontrollstellen im Außenbereich werden Garderobenzelte aufgestellt. Hier können beanstandete Gegenstände kostenpflichtig abgegeben werden.
Ergänzend auf Ihre Frage zur »Ticketrückgabe«: Mit dem Erwerb einer Eintrittskarte für den Besuch der gamescom erhält man das Recht, das Messegelände zu betreten und die dort ausgestellten Produkte in Augenschein zu nehmen. Einzelne Besucher/Besuchergruppen nutzen die Messe, um Teile ihrer (Rollenspiel-)Verkleidung zur Schau zu stellen. Dies ist aber nicht Bestandteil des Vertrages. Den Ticketpreis kann man sich also nicht erstatten lassen.
Meine Anmerkungen hierzu:
Die Kommunikation wird also kommuniziert, das ist erfreulich. Was nutzt es aber, wenn auf Anfragen in den sozialen Medien nicht geantwortet wird (mir und anderen so passiert)? Oder wenn jemand keine sozialen Medien nutzt, oder nicht jene, die die Veranstalter der Gamescom nutzen?
Dass Garderobenzelte aufgestellt werden sollen, um dort nicht genehmigte Gegenstände zu lagern, ist immerhin eine sinnvolle Informationen. Dass man dafür Geld nehmen will, kann ich allerdings nur unter »dreist« einordnen. Denn nach wie vor hat man sich um die Beantwortung der Frage gedrückt, welche Gegenstände tatsächlich beanstandet werden. Was »waffenähnlich« nach der Meinung der Veranstalter oder deren Erfüllungsgehilfen vom Sicherheitsdienst ist, wissen wir leider immer noch nicht, so dass hier eine erhebliche Unsicherheit verbleibt. Wie unprofessionell sich die Sicherheitsdienstler verhalten, haben wir zur RPC gesehen, als Besucher damit belästigt wurden, dass man Nerfs und Polsterwaffen nicht zulassen wollte (die man drinnen in großen Mengen hätte erwerben können, darüber hinaus wurden auf dem Gelände sogar Blankwaffen verkauft), und ein Besucher befragt wurde, ob der Pelz an der Gewandung von einer geschützen Tierart stamme. Daran kann man wieder sehen, dass man nicht jede eingebildete Figur zum Sicherheitler machen sollte. Hier lebten offenbar einige junge Männer Machtphantasien aus, die ihnen die Uniform eingibt. Angesichts der Verhaltensweisen zur RPC kann man sich leicht ausmalen, was mit solchen Personen zur Gamescom an den Kontrollen geschehen wird. Da werden dann Plüschtiere und Styroporvögel eben doch nach Gutsherrenart zum waffenähnlichen Objekt deklariert. Der Besucher hat ja auch keinerlei Möglichkeit, sich bei Streitfragen an irgendeine übergeordnete Instanz zu wenden, sondern muss sich den möglicherweise willkürlichen Entscheidungen beugen.
Die Hinweise, dass Cosplay nicht Teil des Eintrittspreises ist, sind natürlich am Thema vorbei. Die unilateral geänderten Bedingungen und Sicherheitsmaßnahmen gelten ja auch für ganz normale Besucher und nicht nur für Cosplayer, deswegen kann man diese Argumentation nicht gelten lassen. Die drastisch geänderten Sicherheitsregeln betreffen auch nicht gewandete Besucher (Taschenkontrollen, Warteschlangen) und stellen nach meiner Ansicht selbstverständlich eine grundlegende Änderung der Bedingungen dar, die bei Vertragsabschluss galten.
Vollkommen ignoriert hat man meine Frage nach dem Partnerland Türkei. Auf eine weitere Nachfrage, in der ich auch um Informationen zu den Garderobenpreisen bat, kam keinerlei Antwort mehr. Wie man die Preise auf der Gamescom kennt, dürften auch diese eher gepfeffert sein.
Abschließend kann ich nur feststellen, dass die Informationslage hinsichtlich »waffenähnlicher Gegenstände« weiter schlecht bleibt, da man nach wie vor aufgrund ausbleibender Informationen durch die Veranstalter nicht weiß, welche Gegenstände konkret beanstandet werden, und welche zugelassen sind.
Ich kann mich nur wiederholen: Wenn wir zulassen, dass Angst geschürt wird und wir uns unser Leben von überzogenen Sicherheitsmaßnahmen einschränken lassen, haben die Terroristen gewonnen, ohne auch nur einen Schuss abzufeuern. In jedem Jahr sterben in Deutschland zigtausende durch Verkehrs- und Haushaltsunfälle oder an Nikotin. Die Zahl der Toten auf deutschem Boden aufgrund von Islamisten in den letzten 20 Jahren liegt bei zwei (Angehörige der US-Armee auf dem Frankfurter Flughafen).
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Ich muss mich doch mal aus dem Urlaub melden … Die Veranstalter der Gamescom, die in der übernächsten Woche in Köln stattfindet, haben in der Cosplayer-Szene für einigen Aufruhr gesorgt, denn offenbar aufgrund der Anschläge der letzten Wochen wurden erst jetzt, kurz vor der Veranstaltung Regeln aufgestellt, die Cosplayern das Mitbringen von Waffenattrappen untersagen. Und nicht nur das, dasselbe gilt auch für »waffenähnliche« Gegenstände, ohne dass das weiter ausformuliert wurde, also völlig intransparente Gummianweisungen, mit denen sich vermutlich nach Gutsherrenart alles verbieten lässt.
Besonders pikant war die Antwort auf die Anfrage eine Cosplayerin, die ein Plüschtier und einen Styroporvogel mitbringen wollte und der man antwortete:
Bedauerlicherweise sehen wir uns gezwungen, die Definition »Waffe« sehr hart zu interpretieren. Dies bedeutet, dass alle von Dir aufgelisteten Gegenstände nicht zugelassen sind.
Ein Plüschtier ist eine Waffe? Das hielt ich für äußerst grotesk und fragte deswegen nach:
Sehr geehrte Frau xxxxx,
Da ich die in meinen Augen überzogen paranoide Herangehensweise der Kölnmesse in einem Artikel thematisieren werde, bitte ich um Stellungnahme zu dem als Screenshot angehängten Fall, in dem Sie einer Cosplayerin untersagen wollen, einen Gehstock aus Pappe, sowie einen Plüsch- und einen Styroporvogel mitzubringen.
Warum wird das untersagt? Handelt es sich bei Plüschtieren oder Styroporvögeln Ihrer Ansicht nach um »waffenähnliche Gegenstände«? Falls ja, bitte ich um eine Begründung. Falls nein, bitte ich um eine Begründung für das Verbot. Sind Sie nicht der Ansicht, hier vollkommen überzogen und unverhältnismäßig zu agieren?
Für Informationen bedanke ich mich im voraus. Ich weise darauf hin, dass eine Antwort in einem Artikel zitiert werden wird. Ebenso das Ausbleiben einer solchen.
—
Mit freundlichem Gruß,
Stefan Holzhauer
PhantaNews.de
Phantastische Nachrichten
Eine Antwort kam heute, die ist so kurz wie aussagearm:
Hallo Herr Holzhauer,
bitte entschuldigen Sie die Formulierung der Antwort, die in diesem Fall leider nicht ausreichend differenziert war. Plüschtiere und auch Styroporvögel sind keine waffenähnliche Gegenstände und daher als Kostümbestandteile zulässig.
Gruß,
xxxx
Aha. Na das ist doch schon einmal was. Ein Plüschtier ist also keine Waffe. Bahnbrechend. Man muss sich jetzt fragen, wie es dann zu dieser kompletten Falschaussage kommen konnte? Nachlässigkeit? Sind den Mitarbeitern der Kölnmesse diese »Cosplay-Spinner« völlig egal und man kann nach Belieben mit ihnen umspringen? Und: Natürlich bleiben dadurch die Bedingungen für Cosplayer weiterhin völlig intransparent, deswegen habe ich noch eine weitere Frage hinterhergeschickt:
Sehr geehrte Frau xxxx,
wird das auch öffentlich gemacht? Die Cosplayerszene ergeht sich seit gestern in erheblich kritischen Äußerungen und intensiver Diskussion über das Verhalten der Gamescom-Veranstalter und die völlig unklaren Bedingungen hinsichtlich erlaubter Gegenstände. Werden Sie diese noch deutlicher formulieren, damit die Cosplayer eine höhere Sicherheit bekommen, nicht am Eingang abgewiesen zu werden, oder Gegenstände konfisziert zu bekommen? Was ist mit Personen, die keine Kenntnis von den »Regeln« erlangen konnten? Werden die eingezogenen Gegenstände solcher Personen gekennzeichnet, gesammelt und nach Besuchsende zurückgegeben? Oder werden inkriminierte Gegenstände vernichtet? Werden solche Personen trotz gültiger Eintrittskarte abgewiesen, wenn sie mit einer Vernichtung ihres Besitzes nicht einverstanden sind? Wie sind also die konkreten Bedingungen?
Für weitere Informationen bedanke ich mich im voraus.
Wenn sich nun Cosplayer entscheiden, aufgrund der in meinen Augen völlig überzogenen Regeln nicht zur Gamescom zu fahren, dann ist das für die Kölnmesse keinerlei Verlust, denn schließlich sind alle Karten seit Wochen ausverkauft und die Veranstalter haben das Geld bereits. Wenn jemand nicht kommt, weil er oder sie mit den kurzfristig unilateral eingeführen Regeln nicht einverstanden ist, kann das der Kölnmesse also völlig egal sein.
Aber: Es wurde die Ansicht geäußert, dass sich die Vertragsbedingungen für den Kartenkauf durch diese Änderungen der AGB ebenfalls geändert haben, denn die neuen Regeln sind ja nicht optional, sondern bindend und werden damit Teil des Vertrags. Eine solche einseitige, nachträgliche Vertragsänderung ist so aber nicht zulässig, deswegen kann man auch meiner Ansicht nach vom Kauf zurücktreten.
(Update: Nachträgliche einseitige Vertragsänderungen sind laut deutschem Recht nicht zulässig. Und auch eine Klausel in AGB, dass diese sich einseitig ändern können, ohne dass der Vertragspartner zustimmen muss, ist laut BGH nicht zulässig: Urteil vom 11.10.2007, Az. III ZR 63/07)
Wer also jetzt aufgrund der neuen »Regeln« nicht mehr auf die Gamescom fahren möchte (und das gilt nicht nur für Cosplayer), sollte von den Veranstaltern aufgrund einseitig und unerwartet geänderter AGB sein Geld zurückverlangen. Kontaktmöglichkeiten findet man auf der gamescom-Webseite.
Insgesamt hate ich die Sicherheitsvorgaben der Kölnmesse für unverhältnismäßig. Wenn wir uns von Terroristen das Leben einschränken und den Spaß verderben lassen, haben die Terroristen gewonnen, auch ohne dass sie Anschläge verüben. Und wenn sich aufgrund der Taschen- und Latexwaffenkontrollen lange Schlangen bilden, wäre es für einen Irren ein leichtes, einen Anschlag auf eben diese Wartenden zu verüben. Das Sicherheitskonzept erscheint mir in der vorliegenden Form sehr unausgegoren und in jeder Hinsicht zu ungunsten der Besucher schnell zusammengezimmert.
Kürzlich hatte ich mich darüber gewundert, warum beim Deutschen Phantastik-Preis die Kategorie »beste Webseite« abgeschafft wurde – und halte das angesichts der Digitalisierung und des Medienwandels für fehlgeleitet und rückwärtsgerichtet.
Dann habe ich zu dem Thema noch weiter überlegt. Das Ding heißt ja »Deutscher Phantastik Preis«. Statt Kategorien digitaler Medien abzuschaffen, müssten diese eigentlich dringend auf andere Erzählarten erweitert werden. Schließlich handelt es sich ja nicht um den »Deutschen Preis für Phantastik-Bücher«, sondern der Name ist weiter greifend.
Gut, dass die Audiobooks wieder abgeschafft wurden, kann ich nachvollziehen, weil Veröffentlichungen zu diesem Thema hier auf PhantaNews regelmäßig kaum Zugriffe haben, daraus würde ich schließen, dass das Thema nicht wirklich auf Interesse stößt, und deswegen vielleicht die Zahl der Stimmen gering war.
Aber Phantastisches findet beispielsweise auch im Computerspiel statt und in diesem Bereich sind deutsche Entwickler regelmäßig auch international weit vorne. Wäre es nicht überfällig, dass ein herausragendes Computerspiel mit phantastischem Thema aus deutschen Landen ausgezeichnet wird? Oder eine App?
Denkbar wäre auch ein Preis für besonders kreativen Einsatz moderner Technologien. Das muss man gar nicht nächer umschreiben, vorstellbar wären hier Apps, die Bücher ergänzen, besonders originell multimedial angereicherte eBooks oder Augmented Reality-Technologien, die ein Prinbuch zum Leben erwecken.
Und dann ist da das traurige Thema »Film & Fernsehen«. Tatsächlich findet das Genre auch in Deutschland statt, allerdings meist abseits der Fernsehbildschirme und Kinoleinwände, in Indie-Produktionen, wie z.B. dem international abgefeierten aber hierzulande völlig unbekannten DER NACHTMAHR, oder in Fanfilmprojekten auf Youtube und Vimeo wie dem millionenfach angeschauten DARTH MAUL – APPRENTICE. Die Ausrichter schreiben in ihrer FAQ:
»Deshalb gibt es auch keine Kategorie »Bester Film« oder »Beste TV-Serie« mehr, weil auf diesem Gebieten im deutschsprachigen Raum leider zu wenig produziert wird.«
Wäre es nicht viel sinnvoller durch eine Auszeichnung die unter zum Teil schwierigsten Bedingungen und mit minimalsten Mitteln realisierten Herzblutprojekte der Indie- und Fanfilmer-Szene vorzustellen, und ihnen mehr dringend nötige Sichtbarkeit zu verschaffen, die ihnen Fernsehsender und Verleiher vorenthalten? Statt zu sagen: »Wird eh nix produziert!«, was zudem eben noch nicht einmal stimmt? (Das hätte auch den Charme, dass man auch bemerkenswerte Profi-Produktionen wie MARA, CARGO oder KRABAT immer noch auszeichnen kann, wenn es denn mal eine gibt).
Könnte man mal drüber nachdenken, um den Preis aus der leicht angestaubten Print-Vergangenheit in die Gegenwart zu hieven … Stattdessen wird die Kategorie Webseite abgeschafft … Irgendwie typisch deutsch.
Ergänzung: Diskussion auf Google+ (Vorsicht, das ist in diesem neumodischen Internet!) ;)
Nein, so weit ist es natürlich noch nicht gekommen, aber ich war schon sehr verwundert, als ich bei den Kategorien der Vorrunde des Deutschen Phantastik Preises in diesem Jahr ausgerechnet »Beste Webseite« nicht mehr gefunden habe.
Klar, ich habe in den vergangenen Jahren immer wieder kritisiert, dass die Ausrichter nicht zwischen geschäftsmäßigen Seiten mit entsprechender Man- und finanzieller Power und Fanseiten unterschieden haben (was ich für unfair halte). Und: Ja, natürlich fand man bei den Nominierten immer wieder mal dieselben Seiten, aber in Sachen Serien wird seit gefühlten Jahrhunderten auch jedes Mal PERRY RHODAN nominiert, also kann das kein Grund gewesen sein.
Deswegen wundere ich mich über die stillschweigende Abschaffung der Kategorie Webseite doch ganz erheblich, insbesondere angesichts der Tatsache, dass der Medienwechsel nach wie vor in vollem Gange ist und Informationen aus dem Web immer mehr die Oberhand gegenüber klassischer Berichterstattung beispielsweise in Magazinen gewinnen (was man nicht zuletzt daran erkennt, dass die Menge entsprechender Publikationen massiv schwindet).
Einfallen würden mir reichlich Nominierungs-Aspiranten aus dem nichtgeschäftlichen Bereich, und ich meine damit nicht zwingend PhantaNews, sondern Seiten wie Teilzeithelden, Würfelheld, NonPlayableCharacters, Nerdlicht und einen Haufen mehr, bei denen Fans aus Spaß an der Freude und ohne kommerzielle Ziele über das gemeinsame Hobby berichten – und das durchaus auf professionellem Niveau. Von Myriaden an Buchblogs, die sich ausschließlich mit Phantastik befassen noch gar nicht gesprochen. Sogar die Verlage haben nach Jahren das (Werbe-)Potential solcher Seiten erkannt und versuchen sie seit einigen Monaten massiv zu hofieren. Nur beim DPP, da schafft man die Kategorie »beste Webseite« ab, als gäbe es kein Internet … Es ist fast zum Lachen.
Deswegen muss ich an dieser Stelle konstatieren, dass ich den Wegfall dieser Kategorie angesichts der Stellung des Internets in unser aller Leben und für die Phantastik für reichlich rückwärtsgerichtet und absolut nicht nachvollziehbar halte.
Update (01.06.2016):Im Scifinet.org-Forum schreibt Mammut, dass er subjektiv eher eine Schwemme an Printmagazinen sieht. Ich weiß nicht, in welcher Filterbubble Mammut lebt, aber es wurden in letzter Zeit diverse Phantastik-Magazine eingestellt, national wie international, zuletzt ist der Verlag Abenteuer Medien, der Nautilus herausgibt, in die Insolvenz gerutscht. Seit Jahren berichten die Medien darüber, dass die Absatzzahlen von Zeitungen und Magazinen massiv einbrechen, besonders stark bei jüngeren Nutzern. Als Beispiel mal ein Bericht im Spiegel – bereits 2009 erschienen (und seitdem ist es nicht besser geworden). Bereits von 1980 bis 2001 ist die Nutzung von Magazinen bei den 14 – 29-jährigen um zwei Drittel eingebrochen – und dann erst kam noch das Internet dazu. Deswegen kann ich seine »Schwemme« nur als subjektive Fehlwahrnehmung verorten und empfehle eine Recherche.
Normalerweise ist hier im Bergischen Land ja in Sachen Phantastik eher weitestgehend tote Hose. Das ändert sich, denn am 20. und 21. August 2016 findet auf dem Gelände von Schloss Burg in Solingen die erste Medieval Fantasy Convention statt. Und dabei handelt es sich nicht etwa »nur« um einen der üblichen Mittelaltermärkte, nein, es kommt ein Hauch von Hollywood ins Bergische, denn es geben sich Schauspieler aus GAME OF THRONES oder HERR DER RINGE ein Stelldichein.
Erwartet werden aktuell: John Rhys-Davies (bekannt als Gimli im HERR DER RINGE, aber bei ihm dürfte es sich um einen der meistbeschäftigten Hollywood-Darsteller überhaupt handeln), James Cosmo (Jeor Mormont in Game Of Thrones), Brenock O´Connor (Olly in GoT), Ian Beattie (Meryn Trant in GoT), Tom Hopper (Asbjörn aus NORTHMEN – A VIKING SAGA), Jefferson Hall (Torstein in VIKINGS), Tadhg Murphy (Arne in VIKINGS), Kerry Ingram (Shireen Baratheon in GAME OF THRONES), Nick Moran (Scabior aus HARRY POTTER) und Adrian Rawlins (James Potter aus HARRY POTTER).
Wer möchte, kann sich auch auf dem Eisernen Thron aus GAME OF THRONES ablichten lassen, das kommt natürlich in passender Gewandung noch viel besser.
Neben den Stars wird das ganze Ambiente passend mit einem Mittelaltermarkt, Ritterspielen, Gauklern, und einem großen Händlerbereich vereint werden. Es wird Falkner geben, welche mit Ihren Tieren auch durch das Publikum gehen, eine bekannte Wahrsagerin kann den Besuchern die Zukunft lesen, Bogenschiessen, Horngravuren, Airbrush-Tattoos für die »echten Wikinger« … und noch einiges mehr. Auch für das leibliche Wohl ist selbstverständlich gesorgt.
Abends finden dann auch noch zwei Konzerte mit Celtic Voyager und Feuerschwanz statt.
Der Eintritt kostet im Vorverkauf für einzelne Tage 22 Euro, für beide Tage zusammen 37 Euro (beides an der Tageskasse etwas teurer). Fototickets mit den Schauspielern sind gesondert zu erwerben, es gibt auch ein VIP-Ticket mit Gimmicks wie Dinner mit den Stars.
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