Jetzt ist die rechteckige Katze aus dem nicht weniger winkligen Sack: Offenbar war A MINECRAFT MOVIE dermaßen erfolgreich, dass es eine Fortsetzung geben wird. Was mich als alten MINECRAFT-Spieler sehr freut, insbesondere auch deswegen, weil ich den ersten Film abgefeiert hatte. Dabei wird es nicht nur ein Wiedersehen mit den Protagonist°Innen aus dem ersten Teil geben (unter anderem Jack Black und Jason Momoa), es kommen auch noch Kirsten Dunst und Matt Berry neu hinzu.
Regie führt erneut Jared Hess nach einem Drehbuch von ihm und Chris Galletta. Produzent°Innen und ausführende Produzent°Innen gibt es mehr, als ich hier aufzählen möchte.
Zur Ankündigung spendierte man ein kurzes Video.
A MINECRAFT MOVIE SQUARED soll am 27. Juli 2027 in die US-amerikanischen Lichtspielhäuser kommen, bei uns vermutlich einen Tag vorher.
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Ich möchte doch nach ein paar Tagen Abstand zum Kinobesuch und meiner Besprechung noch ein paar Worte mehr über THE MANDALORIAN AND GROGU verlieren. Es ist lange her, dass mich ein STAR WARS‑, Marvel oder anderer Blockbuster-Film so zufrieden aus dem Kino entlassen hat. Und das eben genau, weil der Film weder sein Franchise oder sein Universum neu erfindet, und schon gar nicht irgendein Genre, sondern weil er ganz genau weiß, was er möchte: Unterhalten. Und das einfach mal tut.
Die Geschichte ist überschaubar und wird keinen Originalitätspreis gewinnen. Das macht aber nichts. In einer Zeit, in der mir Filme immer wieder großen Spaß und gute Unterhaltung versprechen und leider zu oft dabei scheitern, weil sie zu viel wollen, oder weil bei Handlung oder Umsetzung geschludert wurde, ist es erfreulich, einen Steifen zu sehen, der sein Unterhaltungsversprechen auch tatsächlich einlöst. Man muss nicht alle STAR WARS-Filme oder Serien gesehen haben, um zu verstehen, was hier passiert: Zum einen geht es um einen Kopfgeldjäger, der für die Neue Republik Böswatze fängt und zum anderen um das kleine grüne Wesen, für das er verantwortlich ist und die Beziehung zwischen den beiden. Das reicht als Hintergrund. Den Rest erledigt der Film. Dass Nerdinnen, die jedes Detail des Franchise atmen, natürlich Freude an all den Querverweisen haben, macht es nur umso erfreulicher.
Regisseur Jon Favreau hat ein Gespür für klassisches Abenteuerkino, die Inszenierung gemahnt stellenweise an Italo-Western oder Mafia-Drama, vermischt mit einer 80er-Jahre-Sensibilität, die sich in der Tonalität niederschlägt, auch die Typografie erinnert sicher nicht ganz zufällig an »ältere Zeiten«. Die Mischung aus Gewalt und herzerwärmenden Szenen (zugegeben wenigen) mag seltsam erscheinen, aber erinnert eben deutlich an Hollywoods goldenere Zeiten, an die angeblich so »guten alten« Zeiten (die auch ihre Probleme hatten), aber als noch nicht jeder Film von organisierten Trollarmeen mit Hate überzogen wurde.
Es gibt eine Sequenz ganz ohne Dialog, in der man Grogu dabei zuschaut, wie er erwachsener wird, wie er sich in dieser riesigen Galaxis zurechtfindet und die dabei Liebe und Verlust so beiläufig und gleichzeitig so tiefgreifend verhandelt, dass man das kaum angemessen beschreiben kann. Wer bei dieser Szene nicht gefangen wird, hat vermutlich ein Herz aus Beskar.
Dazu kommt, dass man überall dort, wo es möglich war, auf praktische Sets und echte Kreaturen gesetzt hat, und das merkt man. Die Welt fühlt sich greifbar an, man taucht ein, ohne dass irgendetwas die Illusion bricht. Die wenigen Momente, in denen der Film stärker auf digitale Effekte angewiesen ist, fallen dagegen beinahe etwas ab, aber das ändert am Gesamteindruck wenig.
Über Ludwig Göranssons Score muss ich nochmal ein paar Worte verlieren, denn der ist schlichtweg herausragend. Normalerweise ordnet sich Filmmusik dem Geschehen unter, hier ist sie gleichberechtigter Erzähler. Der Soundtrack trägt jede Szene, gibt dem Film eine emotionale Tiefe, die über das Visuelle weit hinausgeht, und ist dabei so eigenständig, dass man ihn auch losgelöst vom Film hören will. Das ist meisterhaft und ich hatte schon gefürchtet, dass diese Kunst, einen Soundtrack so zu gestalten, verloren schien. Weil halt zu viele Hollywood-Komponisten heutzutage am Computer (oder vielleicht sogar KI-unterstützt) Scores designen, die sich auch dann noch steril und seelenlos anhören, wenn sie für ein Orchester neu arrangiert werden.
Ist der Film fehlerfrei? Nein. Die Handlung stolpert an ein paar Stellen, manches löst sich etwas zu bequem auf, und einzelne Dialoge hätten weniger erklärend sein dürfen. Aber das sind kleine Kratzer in einer ansonsten sauber polierten Oberfläche. Im Kern ist THE MANDALORIAN AND GROGU ein Film, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, seinem Publikum für zwei Stunden ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, und diese Aufgabe nimmt er so ernst, dass man ihm die kleinen Schwächen gerne nachsieht. In einer Zeit, in der gefühlt jeder zweite Kinofilm verspricht, leichte Unterhaltung zu sein, und dann doch etwas ganz anderes abliefert, ist es fast schon subversiv, wenn ein Film sein Versprechen tatsächlich einfach mal einlöst.
p.s.: Haufenweise Kritiker und Medien versuchen den Film schlechtzuschreiben, aber 88% Audience Score auf Rotten Tomatoes spricht eine ebenso deutliche Sprache wie die 7 von 10 auf der notorisch trollverseuchten Plattform imdb.
Es steht kein STAR WARS im Titel (außer beim Poster). Das ist auffällig, ebenso wie der Retro-Look der Typografie des Promo-Materials. Es gibt keinen schräg scrollenden Introtext. Das ist inzwischen bei STAR WARS nichts Neues mehr. Nach einigen Staffeln im TV, oder genauer gesagt im Streaming, haben es der mandalorianische Kopfgeldjäger (der aus dieser Sekte, die den Helm nicht abnimmt) und sein kleiner, grüner Schützling es auf die große Leinwand geschafft. Ich gehe mal davon aus, dass, wer in diesen Film geht, auch die Serie gesehen und goutiert hat. Aber wie hat denn die Adaption vom Pantoffelkino auf die große Leinwand geklappt? Funktioniert das auch im Kino?
Wer auf Amazon nach Science Fiction sucht, bekommt gern mal immer wieder dieselben Titel vorgesetzt. THE EXPANSE, DUNE, PROJECT HAIL MARY – alles prima Bücher, keine Frage, aber gerade die deutschsprachige SF hat deutlich mehr zu bieten als das, was der Algorithmus von Bezos’ Bauchladen einem vorsetzen möchte (wobei man klar sagen muss, dass die Empfehlungen aufgrund eigener Käufe tatsächlich fast erschreckend gut funktionieren). Dennoch bleiben Nischentitel und Selfpublisher°Innen gern mal unsichtbar. Und genau da setzt Buchknall an.
Buchknall ist ein kuratiertes »Lexikon« deutschsprachiger Science Fiction (das mit dem Lexikon steht auf der Webseite, eigentlich handelt es sich eher um einen Buchkatalog mit angeschlossener SciFi-pedia) – betrieben von Steffen Vogt, kostenlos, werbefrei und mit dem erklärten Ziel, Bücher sichtbar zu machen, die es auf Amazon nie aus dem algorithmischen Keller schaffen würden. Nach Eigenbezichtigung auf der Seite derzeit in einer Beta-Phase. Die Datenbank umfasst derzeit über 6400 Titel aus 31 Subgenres, wobei Selfpublishing-Titel und Verlagsveröffentlichungen gleichberechtigt behandelt werden (Buchknall selbst nennt das »Indie«, was im deutschen Sprachraum allerdings eigentlich unabhängige Kleinverlage bezeichnet – gemeint sind hier aber Selbstveröffentlichungen, vulgo Selfpublishing). Sortiert wird nach Relevanz, nicht nach Verkaufszahlen.
Aber das ist noch nicht alles. Es gibt ein SciFi-Glossar mit über 750 Einträgen, die, zumindest laut der Webseite, deutlich lesbarer daherkommen als das, was Wikipedia so anbietet (dazu kommt der ohnehin äußerst traurige Zustand der Popkultur in der deutschen Wikipedia). Was ist ein Uplift? Wie funktioniert ein Alcubierre-Antrieb? Die Einträge verlinken direkt auf passende Bücher, sodass man sich beim Stöbern quasi automatisch durch den nächsten Lesestoff hangelt. Dazu kommen Ratgeber (Science Fiction für Einsteiger, Bücher wie DUNE, eine WARHAMMER-40K-Lesereihenfolge), ein Genre-Kompass und – das dürfte die Herzen der Nerds höherschlagen lassen – eine interaktive 3D-Galaxy-Map, auf der jedes Buch einen Ort hat und man sich durch Spiralarme und Nebel klickt. Das ist zumindest konzeptionell schon ziemlich innovativ und sehenswert.
Für Autorinnen und Autoren, insbesondere aus dem Selfpublishing-Bereich, bietet Buchknall ebenfalls einiges: Der Eintrag ist kostenlos, dauert laut Betreiber etwa zwei Minuten (Titel, Amazon-Link, Subgenre, Beschreibung – das Cover wird automatisch geladen) und erfordert weder Account noch Registrierung. Der hauseigene Algorithmus behandelt Selfpublishing und Verlag gleich – kein Buch wird bevorzugt, weil der Verlag Werbegeld in die Hand nimmt. Und da die Seite offenbar für diverse SciFi-Suchbegriffe bei Google rankt, bekommen eingetragene Titel Sichtbarkeit, die sie auf Amazon allein niemals erreichen würden. 216 Selfpublishing-Titel stehen aktuell gleichwertig neben Heyne, Tor und Fischer.
Dabei sind KI-Bücher laut Angaben auf BuchKnall ausgeschlossen; offen bleibt allerdings, wie man die erkennen möchte. Es gibt zwar Algorithmen, die vorgeben, KI-erstellte Texte identifizieren zu können, dabei sind die Fehlleistungen allerdings immer noch enorm hoch und diese Tools erzeugen sowohl haufenweise false positives, erkennen also menschengemachte Texte als KI-generiert, als auch umgekehrt. Man muss bei deren Einsatz somit enorm vorsichtig sein, um nicht KI-Halluzinationen aufzusitzen – die dann Autor°Innen fälschlich beschuldigen. Die auf der Seite beschriebenen Verifizierungsmaßnahmen wie »Bild mit dem Buch« oder »Screenshots des Arbeitsprozesses« erscheinen insbesondere bei reinen eBook-Publikationen nicht sonderlich realitätsnah.
Finanziert wird das Ganze über das Amazon-Partnerprogramm: Wer über Buchknall kauft, zahlt denselben Preis, die Autorentantiemen bleiben identisch, Buchknall erhält eine kleine Provision von Amazon. Keine Werbeanzeigen, keine gesponserten Platzierungen, kein Pay-to-Play – bis auf Google Analytics, das zum Einsatz kommt.
Und damit kommen wir zum Punkt, der mich – bei aller Freude über solch ein Projekt (wer PhantaNews schon lange folgt, dürfte sich über diese Freude auch nicht wundern) – dann doch ein wenig stirnrunzeln lässt: Sämtliche Kauflinks führen ausschließlich zu Amazon. Ausschließlich. Kein Kobo, keine anderen deutschsprachigen Alternativen, nichts. Man muss fairerweise sagen, dass das Amazon-Partnerprogramm natürlich ein unkompliziertes und bewährtes Finanzierungsmodell ist – aber wir schreiben das Jahr 2026 und die Zeiten, in denen man Amazon bedenkenlos als Verkaufsplattform behandeln konnte, sind lange vorbei. Jeff Bezos hat sich mit seiner Washington-Post-Kursänderung und seiner demonstrativen Nähe zur Trump-Administration nicht gerade als Leuchtturm demokratischer Werte positioniert. In einer Zeit, in der digitale Souveränität und die Frage, bei wem man sein Geld lässt (und ob dieses Geld in die USA gehen sollte), für immer mehr Menschen eine bewusste Entscheidung ist, wäre es wünschenswert, wenn Buchknall in Zukunft auch Links zu Alternativen integrieren würde. Es gibt durchaus Leser°innen – und es werden stetig mehr –, die bei Amazon schlicht nicht mehr kaufen wollen. Denen sollte man die Tür nicht vor der Nase zuschlagen, nur weil das Affiliate-Modell dort am bequemsten ist und die Ausschüttungen am höchsten (hier auf PhantaNews habe ich die Amazon-Affiliate-Links wegen dieser Bedenken schon lange eingestellt und kaufe meine eBooks inzwischen bei Kobo, gelesen auf einem Kobo-Reader mit installierter Open Source-Software KOreader).
Das soll die Leistung hinter Buchknall nicht schmälern. Über 6400 Titel zu kuratieren, ein Glossar mit 750+ Einträgen zu pflegen, eine Galaxy-Map zu bauen und das Ganze werbefrei und kostenlos anzubieten – das ist eine beeindruckende Menge Arbeit für ein Ein-Personen-Projekt. Die deutschsprachige SciFi-Szene kann so eine Anlaufstelle gut gebrauchen, gerade eine, die Selfpublishing-Titel nicht als Bücher zweiter Klasse behandelt. Ich bin sehr gespannt, wie sich das Projekt entwickeln wird und hoffe sehr, dass in Zukunft weitere Buchmarktplätze integriert werden.
Disney hat während der Upfront-Präsentation in New York einen groben Starttermin für die zweite Staffel von AHSOKA bekanntgegeben. Hauptdarstellerin Rosario Dawson verkündete persönlich, dass die neuen Folgen der STAR WARS-Serie Anfang 2027 bei Disney+ erscheinen sollen.
Disney zeigte zudem einen ersten Blick hinter die Kulissen, in dem Serienmacher Dave Filoni und mehrere Darsteller über die Produktion sprechen. Inhaltliche Details gab es allerdings noch nicht, nur Dawsons Hinweis, dass die Schlachten größer und die Einsätze höher werden sollen. Na dann.
Zur Erinnerung: Die erste Staffel lief 2023 und knüpfte an STAR WARS REBELS an. Im Finale strandeten Ahsoka Tano und Sabine Wren in einer fremden Galaxie, während Großadmiral Thrawn die Rückkehr in die bekannte Galaxis gelang. Der aus Romanen und Animationsserien bekannte Imperiale Offizier will dort die Überreste des Imperiums neu organisieren. Ob daraus die FIRST ORDER werden wird?
Nicht ganz überraschend kehrt Hayden Christensen als Anakin Skywalker zurück, nachdem die Figur bereits in Rückblenden und Visionen der ersten Staffel zu sehen war (was nach der Vorgeschichte in CLONE WARS im Prinzip auch zwingend war). Neu besetzt werden musste Baylan Skoll: Nach dem Tod von Ray Stevenson übernimmt Rory McCann die Rolle, den man als Sandor Clegane alias The Hound aus GAME OF THRONES kennt. Er hat große Schuhe auszufüllen, denn Stevenson war in der Rolle äußerst beliebt.
Filoni kündigte außerdem ein Wiedersehen mit Admiral Ackbar an, der auf Thrawn treffen soll. Damit deutet sich eine stärkere Verknüpfung mit Filonis geplantem STAR WARS-Kinofilm an, der mehrere Serienhandlungen zusammenführen soll. Wer also seit REBELS darauf wartet, dass die verschiedenen Fäden endlich zusammenlaufen: Es tut sich was.
Es sieht ein wenig aus wie SLIDERS on Acid: Der erste Teaser zur Fernsehserie STUART FAILS TO SAVE THE UNIVERSE, der im Juli bei HBO startenden vierten Show aus dem THE BIG BANG THEORY-Franchise (die Mutterserie, YOUNG SHELDON, GEORGIE & GRACIE’S FIRST MARRIAGE).
Anhänger°Innen von TBBT erinnern sich sicherlich an den stets ein wenig glücklosen Inhaber des Comicshops, Stuart Bloom, kongenial dargestellt von Kevin Sussmann. Ebenfalls in Hauptrollen mit dabei sind weitere schräge Figuren aus der Mutterserie: Brian Posehn als Geologe Bert Kibbler, John Ross Bowie als Sheldons Nemesis Barry Kripke und Lauren Lapkus als Denise, mehr oder weniger Freundin von Stuart. Weitere Schauspieler°Innen aus TBBT sollen Gastauftritte haben:
Zum Inhalt ist noch wenig bekannt, aber Stuart fingert wohl an einer Erfindung von Sheldon und Leonard herum, was dazu führt, dass die vier durch eine Reihe paralleler Universen reisen und versuchen, diese zu reparieren und nach Hause zu kommen.
Das Team hinter der Serie ist dasselbe wie bei BIG BANG, nämlich Chuck Lorre, Zak Penn und Bill Prady. Lorre beschrieb die Show als »Science Fiction-Action-Abenteuer-Comedy« und er sagt, das er mal was machen wolle, das ihn herausfordere, mit Spezialeffekten und Computergrafik, bislang »hätten seine Projekte aus Leuten bestanden, die auf Sofas saßen und reden«.
STUART FAILS TO SAVE THE UNIVERSE soll am 23. Juli 2026 bei HBO Max starten. Ich freue mich sehr auf diese Show und der Teaser sieht schonmal sehr vielversprechend aus.
Teaser englisch:
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Teaser deutsch (mit Übersetzungen die leider mal wieder schlecht sind):
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Dass KI-generierte Bücher inzwischen die Plattformen fluten, ist ein Problem, keine Frage. Insbesondere bei Amazon ist die Lage mittlerweile so dramatisch, dass man beim Stöbern in der Kinderbuch-Abteilung kaum noch unterscheiden kann, ob das hübsch illustrierte Werk über starke Mädchen von einem Menschen erdacht wurde oder von einem Large Language Model zusammengewürfelt, mit Midjourney illustriert und über Kindle Direct Publishing in eine obskure Kategorie gestopft wurde, nur damit es dort mit minimalen Verkaufszahlen in die Bestsellerliste schießt. Die Tricks sind nicht neu und bekannt: Ein generisches Motivationsbuch für Kinder landet in der Rubrik »Erdkunde«, weil dort schon drei verkaufte Exemplare für einen Spitzenplatz reichen. Schwieriger ist das bei Romanzen, Young Adult oder Romantasy, aber auch da lässt sich brauchbar pfuschen. So funktioniert der Algorithmus, und wer ihn versteht, kann ihn ausnutzen.
Satoshi Kons PERFECT BLUE kommt am 26. Mai 2026 in einer neuen 4K-Restaurierung zurück in die deutschen Kinos. Crunchyroll und Sony Pictures haben dazu heute einen neuen Trailer veröffentlicht.
Für alle, die den Film nicht kennen: PERFECT BLUE war 1997 das Regiedebüt von Satoshi Kon, entstand im Studio Madhouse und basiert lose auf einem Roman von Yoshikazu Takeuchi. Kon hatte die Vorlage allerdings ziemlich radikal umgebaut. Im Kern geht es um die junge Popsängerin Mima, die ihre Girlgroup CHAM! verlässt, um Schauspielerin zu werden. Der Übergang wird zum Albtraum: Sie wird mit einer Vergewaltigungsszene und einem Aktshooting konfrontiert, erhält Drohbriefe, und im Netz taucht ein Tagebuch auf, das intime Details aus ihrem Alltag preisgibt, die eigentlich nur sie kennen kann. Als dann auch noch Menschen in ihrem Umfeld ermordet werden, verliert Mima zunehmend den Bezug zur Realität. Das klingt nach einem typischen Thriller, aber Kon verwischte die Grenzen zwischen Realität, Fiktion und Wahn so konsequent, dass man als Zuschauer°In irgendwann genauso orientierungslos ist, wie die Hauptfigur. Die YouTube-Beschreibung zum Trailer bringt es ganz gut auf den Punkt: Ein zeitloses Meisterwerk, das Millionen inspiriert hat.
Und das ist keine Übertreibung. PERFECT BLUE war bei seiner Erstveröffentlichung zwar kein kommerzieller Erfolg – der Film wurde ursprünglich für den Direct-to-Video-Markt produziert – aber sein Einfluss auf westliche Filmemacher°Innen ist enorm. Darren Aronofsky übernahm für REQUIEM FOR A DREAM die berühmte Badewannenszene praktisch eins zu eins, und auch die Parallelen zu BLACK SWAN sind kaum zu übersehen, selbst wenn Aronofsky das bestreitet. Kon selbst hat in seinem Blog damals geschrieben, dass er in REQUIEM FOR A DREAM Szenen wiedererkannt habe, die seinen eigenen Storyboards entsprachen. Madonna verwendete Ausschnitte aus PERFECT BLUE auf ihrer Drowned World Tour 2001, und Terry Gilliam setzte ihn auf seine Liste der 50 besten Animationsfilme. Das alles für einen Film, der seine Produktionskosten von rund drei Millionen Dollar nicht einspielte. Kon, der 2010 im Alter von nur 46 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs starb, hat den vollen Nachhall seines Werks leider nicht mehr erlebt.
Dass man PERFECT BLUE jetzt in 4K auf der großen Leinwand sehen kann, ist eine der seltenen Gelegenheiten, bei der sich der Gang ins Kino wirklich lohnt – selbst wenn man den Film schon kennt. Oder gerade dann. Deutschlandstart ist am 26. Mai 2026 als Original mit Untertiteln.
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Retro Games Ltd. kennt man als die Firma hinter diversen Nachbauten klassischer Computer: vom C64 Mini und C64 Maxi über den VIC20 bis zum A500 Mini und zuletzt dem Atari 400 Mini. Seit geraumer Zeit steht mit THEA1200 eine Neuauflage des legendären Amiga 1200 in der Pipeline – und die lässt nun leider auf sich warten.
Der TheA1200 soll ein vollformatiger Nachbau des A1200 sein, inklusive funktionierender Tastatur, allerdings mit moderner Hardware im Inneren, auf der ein Emulator läuft.
In einer Mitteilung an die Community erklärte Retro Games, dass sich der Release verschiebt. Die Hardware sei zwar komplett fertig, vom Chipsatz über die Kunststoffteile bis zu den finalen Gussformen, und man befinde sich bereits in der Fertigungsphase. Allerdings hätten globale Chipengpässe und gestiegene Produktionskosten für Kunststoffe den Zeitplan erheblich durcheinander gebracht.
Das hatte auch Auswirkungen auf die Softwareseite: Das Betriebssystem sei zwar funktionsfähig, aber noch nicht in dem Zustand, den man für die Auslieferung anstrebe. Man hätte die Neuauflage des Kult-Klassikers mit einem einfacheren OS ausliefern können, könne dem THEA1200 damit aber nicht gerecht werden. Der Anspruch sei, die bestmögliche Amiga-Erfahrung zu bieten.
Der neue Erscheinungstermin ist laut Retro Games Freitag, der 4. Dezember 2026. Man werde ab sofort regelmäßige Updates zum Fortschritt veröffentlichen und außerdem ein Q&A zu Vorbestellungen und weiteren Details bereitstellen.
Retro Games haben eine gewisse Tradition darin, optimistische Releasetermine anzugeben – beim A500 Mini und beim C64 Maxi war das nicht anders. Bleibt zu hoffen, dass es diesmal beim Dezember-Termin bleibt. Für Amiga-Fans, die auf eine würdige Neuauflage des A1200 warten, dürfte die Verschiebung zwar ärgerlich sein, aber wenn es am Ende ein ordentliches Produkt wird, kann man damit gut leben.
Quelle: Pressemitteilung Retro Games Ltd., Chris Smith (CTO), Promografik Copyright Retro Games Ltd.
Wir erinnern uns: Kulturstaatsminister Weimer hatte den deutschen Buchhandlungspreis platzen lassen, weil er intransparent, höchst undemokratisch und ohne nachweisbare Belege für den behaupteten »Extremismus« drei eher links ausgerichtete Buchhandlungen von der Gewinnerliste streichen ließ. Das hatte massiven Protest aus der Branche und auch seitens der Jury des Preises hervorgerufen. Um all dem zu entgehen hatte Weimer die Verleihung des Preises auf der Leipziger Buchmesse kurzerhand abgesagt.
Die Buchhandlungen sind rechtlich gegen Weimer vorgegangen und zumindest »Zur schwankenden Weltkugel« aus Berlin hatte einen Teilerfolg. Weimer sagte im Rahmen des Skandals unter anderem gegenüber der Zeit:
Wenn der Staat Preise vergibt und Steuergelder einsetzt, dann kann er das nicht für politische Extremisten tun.
Die Betreiber des Berliner Buchladens hatten Weimer wegen der Extermismusaussage zur Abgabe einer Unterlassungserklärung aufgefordert, das hatte dieser abgelehnt. Daraufhin hatte sich die Buchhandlung mit einem Eilantrag an das Verwaltungsgericht Berlin gewandt, das hatte dem stattgegeben. Besonders pikant ist die Begründung, nach der die Äußerungen des Kulturstaatsministers das allgemeine Persönlichkeitsrecht der Antragstellerinnen verletzt, zudem gäbe es keine belastbaren Belege, diese als politische Extremisten zu bezeichnen. Selbst auf Anfrage habe Weimer keine Erkenntnisse geliefert, die seine Behauptungen belegen würden, zudem sei es völlig unklar, welche Erkenntnisse des Bundesamts für Verfassungsschutz zugrunde liegen. Konkret hieß es:
Die von ihm gewählte Zuspitzung verlasse damit den Rahmen des für amtliche Äußerungen geltenden Sachlichkeitsgebots
Weimer kann dagegen vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg Beschwerde gegen die Entscheidung einlegen.
Ich bin weiterhin der Ansicht, dass jemand, der in dieser Form nach reaktionärer Gutsherrenart vorgeht und keinerlei belastbare Belege für solche drastischen Äußerungen und Taten liefern kann, an dieser Position völlig ungeeignet ist und Demokratie und Kultur nachhaltig schadet. angesichts ähnlicher Entgleisungen seitens der Bundes-CDU ist allerdings nicht damit zu rechnen, dass wir ihn so schnell loswerden.
Aber ein Rücktritt gehört in der Regel leider nicht zur Praxis konservativer Geister. Erst recht nicht, wenn sie zu den Best Buddys des Bundeskanzlers zählen. Weimer und Friedrich Merz sind so eng miteinander verbandelt, dass ein Abtritt des Ministers unweigerlich auch einen weiteren Schatten auf seinen Chef werfen würde.
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