Eine Neufassung von Ben Edlunds Superheld THE TICK (1986) als Fernsehserie war einer der Erfolge bei der letztjährigen Amazon Prime Season im September. Dabei werden Amazon-Kunden diverse Serienepisoden gezeigt und diese können dann darüber abstimmen, welche tatsächlich in Serie produziert werden.
Zwar sind die Verhandlungen mit Fox um neue Folgen des Revivals der Kult-Mystery-Serie X‑FILES (AKTE X) noch nicht zu einem Ergebnis gekommen, weitere Abenteuer um die FBI-Agenten Mulder und Scully wird es allerdings als Hörspiele geben. An denen kann man sich erfreuen falls man der englischen Sprache mächtig ist.
Audible Studios wird unter dem Titel X‑FILES: COLD CASES neue Fälle, die es nicht in eine TV-Episode geschafft haben, als Hörspiele veröffentlichen. Die Episoden basieren auf den von Joe Harris geschriebenen Comics und sollen nach dem Kinofilm I WANT TO BELIEVE handeln. Ebenfalls als »Creative Director« dabei ist Serienschöpfer Chris Carter. Die Audio-Adaption stammt von Dirk Maggs (THE HITCHHIKER’S GUIDE TO THE GALAXY).
Der Start X‑FILES: COLD CASES bei Audible ist am 18. Juli 2017 (bei Amazon Deutschland sind sie allerdings noch nicht gelistet)
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Amazon macht damit weiter, neben Buch- und Onlinehandel allgemein, auch den Fernseh- bzw. Streamingmarkt aufzumischen. In den USA gibt es bereits das sogenannte »Amazon Prime Streaming Partners Program«. Dabei öffnet sich Amazon Prime Video für Inhalte Dritter, das können klassische Fernsehsender sein, aber auch direkt Produzenten, die dann in der Lage sind, ihren Content ohne Umweg über irgendwelche Sender zu verbreiten.
Dieses Programm könnte laut den Informationen von W&V bereits im Frühsommer auch in Deutschland starten. Amazon hält sich dazu allerdings noch bedeckt und möchte das nicht kommentieren, es wäre aber eine logische Fortführung des Amazon Prime Video Konzepts. Und selbstverständlich wird sich Amazon die Verbreitung der Inhalte Dritter auf seiner gut eingeführten, reichweitestarken Streamingplattform ordentlich bezahlen lassen.
Dennoch dürfte das insbesondere für öffentlich-rechtliche oder private Sender durchaus attraktiv sein, weil sie damit möglicherweise Zuseher zurückgewinnen könnten, die sich vom klassischen Fernsehen längst abgewandt haben. Auf der anderen Seite könnte das aber auch dazu führen, dass sich noch mehr Zuschauer vom technisch, konzeptionell und inhaltlich überholten Pantoffelkino verabschieden.
Angeblich gibt es zudem Verhandlungen mit Discovery wegen Bundesliga-Übertragungen und dem Pay-TV-Sender Sky, aber auch da will sich niemand äußern.
Amazon hat für seinen Lautsprecher-Assistenten Echo (manche nennen ihn auch Alexa) eine neue Funktion freigeschaltet: Ab sofort kann das Gerät Kindle eBooks vorlesen, natürlich nur solche, die sich in der Bibliothek des Nutzers befinden und für die die Vorlesefunktion freigegeben ist.
Die dabei verwendete Speech-Engine ist offenbar dieselbe, die auch bei der Kommunikation mit Echo verwendet wird. Die Sprachqualität lässt derzeit zu wünschen übrig, Betonungen und Pausen wissen derzeit nicht so recht zu überzeugen. Bleibt abzuwarten, ob Amazon das in Zukunft noch verbessert.
Die Vorlesefunktion ist nur in der deutschen Fassung neu, bei der US-Version ist sie bereits seit ca. einem Jahr freigeschaltet.
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Im Mai vergangenen Jahres hatte ich das letzte Mal darüber berichtet, dass Ron Moore, Michael Dinner und Bryan Cranston ausführende Produzenten bei einer SF-Fernsehserie namens ELECTRIC DREAMS: THE WORLDS OF PHILIP K. DICK sind, die auf den Werken des US-amerikanischen Autors basiert. Ursprünglich sollte die Show auf AMC laufen, da war laut der Produktionsfirma Channel 4 angeblich auch schon alles in trockenen Tüchern, aber dann hat der Sender offenbar kalte Füße bekommen und eine Verzögerungstaktik gefahren, die jetzt offenbar dazu führte, dass man sich jetzt einen neuen Partner gesucht hat.
Neuer Co-Produzent ist Amazon Video, das Konzept bleibt dasselbe: Eine zehnteilige Serie, bei der jeder Episode ein Werk von Dick zugrunde liegen wird. Die Episoden werden von namhaften Autoren verfasste, beispielsweise Jack Thorne (HARRY POTTER AND THE CURSED CHILD, THE FADES), Matthew Graham (DOCTOR WHO, die nicht realiserte STAR WARS-Serie), Tony Grisoni (FEAR AND LOATHING IN LAS VEGAS) oder David Farr (THE NIGHT MANAGER).
Cranston wird nicht nur produzieren, sondern auch mitspielen.
Im vergangenen Mai hatte ich noch vermutet, die Serie käme im Frühjahr 2017. Daraus wird dank AMC nun nichts, mein neuer Tipp wäre der Herbst diesen Jahres.
Bild: Bryan Cranston 2014, von Peabody Awards, aus der Wikipedia, CC-BY
Amazon feiert gerade sein sogenanntes Indie-Lesevestival ab, in dessen Rahmen haufenweise Selfpublisher-eBooks günstiger abgegeben werden. Darunter ist auch die Glasberg-Trilogie von Anja Bagus, die einen halten es für Steampunk, die anderen für Phantastik vor einer alternativen Historie, die zur Zeit des deutschen Kaiserreichs spielt. Zum Inhalt:
Seit dem Jahr 1900 gibt es auf der Welt eine seltsame Substanz: Æther ist als grüner Nebel über Flüssen und Seen aufgestiegen. Er ist energiereich und wird als Treibstoff für Luftschiffe und industrielle Prozesse genutzt. Aber er hat die Welt noch tiefgreifender verändert: Kreaturen aus Mythen und Legenden tauchen aus den Nebeln auf und jedem kann es passieren, dass ihm Flügel oder Hörner, Hufe oder Klauen wachsen.
Schwarzwald 1912: Im mondänen Hotel Waldesruh scheint die Welt noch in Ordnung. Man will hier die Silvesterfeier ungestört von den Vorgängen am Rhein verbringen. Aber der Æther hat auch diesen Rückzugsort verändert und der Glasberg hat seinen grünen Gipfel enthüllt. Religiöse Fanatiker und eine uralte Wesenheit stören die Feierlichkeiten. Begleiten Sie die adelige Freifrau Minerva von Rappenfeld und den Unternehmer Falk Bischoff durch die Unruhen dieser besonderen Nacht.
Falk entdeckt, dass das Glas des Glasbergs besondere Kräfte hat. Die Vorgänge der Silvesternacht haben Folgen: Baden-Baden wird durch eine seltsame Krankheit bedroht, die Kinder grausam sterben lässt. Finden Falk und Minerva die Ursache? Und können sie den Widersacher, der hinter allem steckt, schließlich besiegen oder wird es im Finale am Rhein zu einem Scharmützel kommen, welches in weltweitem Krieg enden könnte?
Was in WALDESRUH beginnt, nimmt in GLASBERG seinen Lauf und endet actionreich und dramatisch in RHEINGOLD. In der Steampunk-Welt von Anja Bagus gibt es alles, was das Herz begehrt: starke Frauen, Soldaten, Beamte und Monster, Action und Romantik.
Die drei Bücher erhält man im Rahmen des Indie-Festivals noch bis zum 22.02.2017 vergünstigt. WALDESRUH wäre als Print-Ausgabe 312 Seiten dick, GLASBERG hätte 378 Seiten und RHEINGOLD käme mit 307 Seiten. Alle drei eBooks erhält man derzeit für jeweils nur 1,19 Euro.
Im vergangenen April hatte ich darüber berichtet, dass Neil Gaiman persönlich sein und Terry Pratchetts Buch GOOD OMENS in eine Fernsehserie umsetzen wolle. Damals war nur klar, dass es geschehen soll, allerdings nicht wie die genauen Begleitumstände sein würden, ein Sender wurde noch nicht genannt.
Jetzt wird berichtet, dass Amazon die Serie für seinen Streamingdienst finanzieren wird, in Coproduktion mit der BBC. Und tatsächlich wird Gaiman selbst der Showrunner des Projekts sein. GOOD OMENS soll dann irgendwann im Jahr 2018 weltweit auf Amazon Prime bereit gestellt werden. Neil Gaiman wird auch ausführend produzieren, zusammen mit Caroline Skinner (DOCTOR WHO), Chris Sussman, Rob Wilkins, und Rod Brown.
GOOD OMENS (deutsch: EIN GUTES OMEN) dreht sich um ein ungewöhnliches Paar: Der Dämon Crowley und der Engel Aziraphale müssen sich zusammen tun, um die Apokalypse zu verhindern.
Coverabbildung GOOD OMENS Copyright Harper Torch
Amazon hat sich entschieden, eine dritte Staffel seiner Alternativ-Historien-Serie THE MAN IN THE HIGH CASTLE nach Philip K. Dick zu produzieren. In der Show geht es um eine Welt in den 1960ern, in der die Nazis und Japan den zweiten Weltkrieg gewonnen und die USA unter sich aufgeteilt haben.
Der Trailer, mit dem Amazon das ankündigt, hat verblüffenderweise ein Geoblocking und kann nur in den USA betrachtet werden. Was soll denn der Unsinn? Glücklicherweise wurde er natürlich sofort repliziert und von anderen Kanälen ohne Blocking angeboten.
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Studio Ghibli, bekannt durch diverse Hayao Miyazaki-Filme wie NAUSICAÄ, PRINZESSIN MONONOKE, CHIHIROS REISE INS ZAUBERLAND oder DAS WANDELNDE SCHLOSS, hat 2014 in Japan Astrid Lindgrens Abenteuer um RONJA RÄUBERTOCHTER als Animé-Serie (Sanzoku no Musume R?nya) umgesetzt. Die kommt jetzt via Amazon Prime Video auch in den Westen.
Bereits in den 70ern hatten die Studiogründer Hayao Miyazaki und Isao Takahata versucht, an eine Lizenz für die Umsetzung von PIPPI LANGSTRUMPF zu kommen, das war damals aber vergeblich gewesen.
Regie bei der RONJA-Umsetzung führte Hayaos Sohn Goro Miyazaki. Es handelt sich um eine Zusammenarbeit zwischen Studio Ghibli und Polygon Pictures, der Mix aus Ghiblis Charakterdesigns und der 3D-Animationstechnik von Polygon erinnert ein wenig an NI NO KUNI, das Computerspiel, welches das Studio 2010 mit dem Entwickler Level‑5 realisierte. Aber auch Erinnerungen an andere Animé-Kinderserien kommen hoch.
Durch einen Lizenzdeal zwischen dem Distributor Serious Lunch und Amazon wird man die Serie auf dem Videostreamingservice des Onlinehändlers zu sehen bekommen, wann genau ist allerdings derzeit noch unbekannt. Die Serie soll offenbar aufwändig ins Englische übersetzt werden, eine der Stimmen ist Gillian Anderson (Scully in X‑FILES). Ebenfalls unbekannt ist, ob RONJA auch bei Prime Video Deutschland zu sehen sein wird, angesichts der Handhabung anderer Serien sehe ich keinen Grund, warum nicht.
Anfang des Jahres ging es durch den virtuellen Blätterwald hauptsächlich rund ums Selfpublishing: Onlinehändler Amazon wollte Fehler in eBooks erkennen und dann irgendwie reagieren. In den USA geschieht das bereits seit Februar 2016, jetzt auch im deutschen Shop.
eBooks bei denen Qualitätsprobleme festgestellt werden, markiert Amazon mit entsprechenden Hinweisen. Das können beispielsweise Rechtschreibfehler oder falsch formatierte Bilder sein. Der Meldung »Qualitätsprobleme wurden gemeldet« nach zu urteilen, greift das System dabei aber offenbar nicht auf automatisierte Algorithmen zurück, sondern auf Rückmeldungen von Kunden.
Falls in den Verlagen jetzt ein lautes »Hähä!« anhebt, da jetzt die unliebsame Selfpublisher-Konkurrenz ihr Fett weg bekommt, freut man sich dort allerdings zu früh, denn wie wir wissen, leiden auch vermeintliche Profi-Publikationen unter Problemen, seien es Rechtschreibfehler, oder gleich komplett miserabel erstellte eBooks. Das zeigt sich beispielsweise an Carlsens PERCY JACKSON – DIE LETZTE GÖTTIN, das einen entsprechenden Hinweis verpasst bekommen hat.
Unklar sind wie so oft die Kriterien, die bei Amazon angesetzt werden, auch bleibt im Ungewissen, wieviele Meldungen zusammen kommen, oder wie wahrheitsgetreu diese sein müssen, damit eBooks eine entsprechende Markierung verpasst bekommen. Laut Recherchen von lesen.net geht Amazon dabei aber offenbar nach der Prämisse »lieber eins mehr als eins weniger kennzeichnen« vor.
Man sollte also möglicherweise neben Amazons Hinweis auch mal einen Blick in die Bewertungen werfen, denn wenn ein Buch tausende fünf-Sterne-Wertungen hat, sollte man den Hinweis vielleicht nicht zu schwer gewichten.
Autoren wie Verlage erhalten übrigens eine Liste der Fehler, um diese beheben zu können, nachdem das geschehen ist, sollen die neuen Versionen wie bisher kurzfristig online stehen und der Hinweis verschwinden. Man darf gespannt sein, ob das auch in der Praxis funktioniert.
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