Buchpreisbindung für Selfpublisher – revisited

Ans­gar War­ner hat ges­tern auf e‑book-news.de auf eine inter­es­san­te Tat­sa­che hin­ge­wie­sen: laut einer Aus­sa­ge im Stan­dard­werk Buch­preis­bin­dungs­ge­setz: Die Preis­bin­dung des Buch­han­dels (Ver­lag C. H. Beck, Autoren: Fran­zen, Wal­len­fels, Russ, ISBN 978–3406611902) gilt das Buch­preis­bin­dungs­ge­setz nicht für Self­pu­blisher.

Das stand in kras­sem Wider­spruch zu einer Aus­sa­ge des Jus­ti­ziars des Bör­sen­ver­eins, die ich im Janu­ar die­sen Jah­res erhal­ten hat­te. Des­we­gen frag­te ich noch­mal bei der Rechts­ab­tei­lung des Bör­sen­ver­eins nach und erhielt vom Jus­ti­zi­ar Dr. Chris­ti­an Sprang sehr kurz­fris­tig eine Ant­wort. Hier­für möch­te ich mich bedan­ken. Nach­fol­gend die Stel­lung­nah­me:

Sowohl der Bör­sen­ver­ein des Deut­schen Buch­han­dels als auch Prof. Dr. Chris­ti­an Russ, unser Preis­bin­dungs­treu­hän­der von der Kanz­lei Fuhr­mann Wal­len­fels, erklä­ren dazu Fol­gen­des:

Bis­lang waren Bücher aus Selbst­ver­la­gen nicht preis­ge­bun­den, weil Sie (sic!) im Buch­han­del kei­ne Rol­le spiel­ten und daher nicht »buch­han­dels­ty­pisch« waren. Nun erle­ben wir gera­de, dass bei E‑Books vie­le »Selbst­ver­le­ger« mit Ihren (sic!) Büchern bei Ama­zon, Apple und ähn­li­chen Platt­for­men nicht uner­heb­li­che Ver­kaufs­zah­len gene­rie­ren. Damit ändert sich wohl gera­de auch die Ant­wort auf die Fra­ge der Buch­han­dels­ty­pi­zi­tät. Die Preis­bin­dungs­treu­hän­der stre­ben daher vor­aus­schau­end eine Rege­lung an, wonach Selbst­ver­le­ger, die ihre E‑Books über Inter­net- Groß­buch­händ­ler anbie­ten, die Prei­se ein­heit­lich fest­le­gen müs­sen. Anders Print­ver­le­ger, die in klei­ner Stück­zahl ihre Pri­vat­dru­cke unter die Leu­te brin­gen.

Aha. :) Man darf davon aus­ge­hen, dass es in die­ser Sache gera­de eini­ge »Kom­mu­ni­ka­ti­on hin­ter den Kulis­sen« gege­ben haben dürf­te, um es mal vor­sich­tig aus­zu­drü­cken. Die For­mu­lie­run­gen »bis­her« und »ändert sich wohl gera­de« deu­ten aller­dings dar­auf hin, dass damit die pau­scha­le Aus­sa­ge aus dem Janu­ar, dass Selbst­ver­le­ger auf alle Fäl­le der Buch­preis­bin­dung unter­lie­gen, in die­ser Aus­schließ­lich­keit (nicht nur) zum dama­li­gen Zeit­punkt nicht ganz kor­rekt gewe­sen sein dürf­te. Auch der Hin­weis, dass man »eine Rege­lung für Self­pu­blisher anstrebt«, weist dar­auf hin, dass es sei­tens der Treu­hän­der der­zeit eben noch kei­ne kon­kre­te Rege­lung gibt.

Hoch­in­ter­es­sant aus mei­ner Sicht zudem, dass jetzt auf ein­mal die Fra­ge nach einer Gel­tung des Buch­PrG für Self­pu­blisher an Absatz­zah­len fest­ge­macht wird, anstatt am Buch­for­mat. Was denn nun?

Rechts­si­cher­heit für Selbst­ver­le­ger stellt das alles nicht gera­de her.

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Bild: »eBook-Para­graph« von mir, CC BY-NC-SA

Peter Molyneuxs GODUS auf Kickstarter: Start verpatzt

Ein gro­ßer Name schien ein Garant dafür zu sein, via der Crowd­fun­ding-Platt­form Kick­star­ter von loya­len (und nost­al­gi­schen) Fans einen hau­fen Koh­le für ein Com­pu­ter­spie­le­pro­jekt ein­zu­sam­meln. Gelun­gen ist das bei­spiels­wei­se Tim Scha­fer mit nebu­lö­sen Ankün­di­gun­gen zu einem Point&Click-Game namens DOUBLE FINE ADVENTURE, Obsi­di­an Games mit einer moder­ni­sier­ten Ver­si­on von BALDURS GATE unter dem Namen PROJECT ETERNITY sam­mel­te ins­ge­samt 4 Mil­lio­nen Dol­lar. Der letz­te Gewin­ner war WING COM­MAN­DER-Erfin­der Chris Roberts, der über Crowd­fun­ding bei Kick­star­ter und sei­ne eige­ne Sei­te 5,5 Mil­lio­nen Dol­lar für eine Welt­raum-Shoo­ter- und Han­dels­si­mu­la­ti­on zusam­men bekom­men konn­te.

Aber ein Name reicht nicht, man muss zum einen auch ein sexy Kon­zept vor­le­gen kön­nen und zum ande­ren darf man offen­bar nicht als noto­ri­scher Ange­ber bekannt sein. Peter Moly­neux ist jemand, der immer wie­der bahn­bre­chen­de Spie­le ankün­dig­te, die dann hin­ter den der­art geweck­ten Ankün­di­gun­gen Licht­jah­re zurück blie­ben. Auf Kick­star­ter sucht er jetzt nach Geld­ge­bern für sein PROJECT GODUS (eine Neu­erfin­dung von POPULOUS) – doch er ern­tet auch her­be Kri­tik, da etli­che Spie­ler kei­nen Bock auf noch ein über­mä­ßig gehyp­tes Game haben, das dann nicht in der Lage ist, sei­ne Vor­schuss­lor­bee­ren zu ver­die­nen. Es wur­den Stim­men laut die sag­ten »nie­mals wie­der«.

Den­noch: das Pleg­de-Goal ist 450000 bri­ti­sche Pfund, nach zwei von 30 Tagen sind fast 100000 davon zusam­men, ich wür­de mal die Vor­her­sa­ge wagen, dass das klap­pen dürf­te, auch wenn ande­re Pro­jek­te ihre Koh­le bereits inner­halb von zwei Tagen zusam­men hat­ten.

Auf der Plus-Sei­te muss man sehen, dass man das Spiel als Back­er für gera­de mal 15 GBP bekom­men kann und an der Beta teil­neh­men darf.

Gegen moder­ni­sier­te Fas­sun­gen von Klas­si­kern ist erst ein­mal nichts ein­zu­wen­den, wenn sie auch erkenn­bar inno­va­tiv wer­den. Ein gro­ßer Name kann – wie man sieht – auch scha­den, wenn die Repu­ta­ti­on nicht stimmt. Und wann kom­men end­lich die gro­ßen Alten des Spie­le­de­signs mit ganz neu­en Ideen aus der digi­ta­len Höh­le, statt nur Altes auf­zu­wär­men? Wobei ich zuge­ben muss, dass man­ches Auf­ge­wärm­te äußerst schmack­haft ist …

Bild: Peter Moly­neux 2007, von DanielAlex­an­derS­mith, aus der Wiki­pe­dia, CC BY, Pro­mo­gra­fik GODUS Copy­right Peter Moly­neux und 22Cans

Wird Hugh Laurie zu Blackbeard?

Arrr! Ich hat­te auf Phan­ta­News bereits über NBCs neue Pira­ten­se­rie mit dem Arbeits­ti­tel CROSSBONES berich­tet. Die Show wird ent­wi­ckelt und geschrie­ben von Neil Cross (LUTHER), es pro­du­zie­ren Wal­ter Par­kes und Lau­rie Mac­Do­nald. Jetzt wird gemel­det, dass sich Hugh Lau­rie, bekannt in letz­ter Zeit ins­be­son­de­re als unkon­ven­tio­nel­ler Arzt in der Serie DR. HOUSE, die Haupt­rol­le über­neh­men soll. Es han­delt sich dabei um kei­nen ande­ren, als den berüch­tig­ten Pira­ten Black­be­ard ali­as Edward Teach. Es han­delt sich, wie gesagt, der­zeit noch um Ver­hand­lun­gen, man wird abwar­ten müs­sen, wie die aus­ge­hen wer­den.

Bei CROSSBONES han­delt es sich um eine auf zehn Tei­le ange­leg­te Serie, die im Jahr 1715 spielt und auf der und um die Baha­mas-Insel New Pro­vi­dence han­delt. Dort regiert der dia­bo­li­sche Pirat Edward Teach, ali­as Black­be­ard, über eine Nati­on von Die­ben, Auß­ge­sto­ße­nen und schur­ki­schen See­fah­rern – und eine frü­he ame­ri­ka­ni­sche Demo­kra­tie. Die Ansied­lung ist eine Bara­cken­stadt und ein Para­dies für Maro­deu­re, ein Ort wie kein ande­rer auf der Welt. Doch sie stellt eine wach­sen­de Bedro­hung für den inter­na­tio­na­len Han­del dar – und das gefällt vie­len nicht …

Die Show ba­siert auf Co­lin Wood­ards Buch THE RE­PU­BLIC OF PI­RA­TES und steht in direk­ter Kon­kur­renz zur sich eben­falls für Starz in Ent­wick­lung befin­den­den Rei­he BLACK SAILS von Micha­el Bay. Bis­her hät­te ich nicht dar­auf gewet­tet, dass CROSSBONES gegen eine Starz-Serie anstin­ken kann, aber mit Hugh Lau­rie als Black­be­ard ..? Shi­ver me tim­bers!

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Bild: Hugh Lau­rie 2009 von Kris­tin Dos San­tos, aus der Wiki­pe­dia, CC BY-SA

Rant: Tolkien, Warner und die Qualitätsmedien

Lie­be Qua­li­täts­me­di­en. Habt ihr wie­der alle bei der dpa abge­schrie­ben? Oder bei einer ande­ren Agen­tur? Anders kann ich es mir eigent­lich nicht erklä­ren, dass ich allent­hal­ben im Web die Über­schrift »Tol­ki­en-Erben kla­gen gegen HOB­BIT-Pro­du­zen­ten« und Varia­tio­nen davon lesen muss. Bei­spiels­wei­se beim Focus, beim Tages­spie­gel, bei Der Wes­ten, Ber­li­ner Zei­tung, fr-online, Bör­sen­blatt (wo ich das zum ers­ten Mal fand) und zahl­lo­sen mehr (lie­be Leser, wenn ihr nach »Tol­ki­en« und »Pro­du­zen­ten« goo­glet, fin­det ihr reich­lich Tref­fer).

Ihr müsst jetzt ganz stark sein: nein, lie­be Qua­li­täts­me­di­en, das stimmt so nicht.

Kor­rekt ist, dass das Tol­ki­en-Estate (und noch ein paar mehr) War­ner Bros. Enter­tain­ment wegen angeb­lich uner­laub­ter digi­ta­ler Ver­wer­tung im Rah­men von »Glücks­spie­len« und Online-Games wie LOTRO, sowie der »Schä­di­gung des Anse­hens Tol­ki­ens und sei­ner Wer­ke« vor einem kali­for­ni­schen Gericht ver­klagt hat. Bis hier­hin nicht schlecht.

Inkor­rekt ist aber, dass War­ner Bros. Pro­du­zent des HOBBITS ist. War­ner Bros. ist viel­mehr der Dis­tri­bu­tor. Die pro­du­zie­ren­den Fir­men der Film­rei­he sind: New Line Cine­ma, Metro-Gold­wyn-May­er (MGM), Wing­Nut Films und 3Foot7. War­ner pro­du­ziert zwar auch Fil­me, aber in die­sem Fall nicht direkt, son­dern höchs­tens indi­rekt über die Fir­men, die ihm gehö­ren – sie tre­ten aber defi­ni­tiv nicht offi­zi­ell als Pro­du­zent der HOB­BIT-Ver­fil­mung auf. Der War­ner-Kon­zern macht aber auch noch eine gan­ze Men­ge ande­rer Din­ge, bei­spiels­wei­se durch sei­ne Mar­ke War­ner Bros. Inter­ac­ti­ve – die ste­hen letzt­lich auch hin­ter dem bemän­gel­ten HERR DER RINGE ONLINE und unter ande­rem wegen die­ses MMORPGs (ich habe den Begriff für euch ver­linkt, falls ihr den nicht kennt) ist der Kon­zern ver­klagt wor­den. War­um muss dann in der Schlag­zei­le was vom »HOB­BIT-Pro­du­zen­ten« ste­hen? Weil das The­ma HOBBIT so ange­sagt ist und garan­tier­te Hits ver­spricht? Weil irgend­ei­ne Agen­tur, bei der ihr alle copy&pastet, es so ver­lau­ten ließ?

DER HOBBIT und des­sen Pro­duk­ti­on hat mit der Kla­ge erst ein­mal exakt nichts zu tun – höchs­tens indi­rekt, weil das Tol­ki­en-Estate eine Pro­mo-Sei­te mit einem Slot­ma­chi­ne-Spiel, in dem Kon­ter­feis der Hel­den aus HOBBIT und HERR DER RINGE auf­tauch­ten, idio­ti­scher­wei­se als »Glücks­spiel« bezeich­ne­te und bemän­gel­te. War­ner pro­du­ziert den HOBBIT nicht. Kor­rekt wäre es also gewe­sen, wenn die Schlag­zei­le bei­spiels­wei­se gelau­tet hät­te: »Tol­ki­en-Erben ver­kla­gen War­ner Bros.«. So wie bei mir ges­tern.

Aber ihr lest das hier ja eh nicht. :)

Update: auf eini­gen Web­sei­ten ändern die Zei­tun­gen die Titel inzwi­schen, in den Goog­le Ergeb­nis­sen fin­den sich aber noch die alten Über­schrif­ten.

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Bild Pro­du­zent – Dis­tri­bu­tor von mir. CC BY-NC-SA.

MucCon 2012: Aliens zeichnen und die Frage, was Jürgen unter seinem Röckchen trägt

Am 17. und 18. Novem­ber 2012 fand in Mün­chen Tru­de­ring der dies­jäh­ri­ge Muc­Con statt. Miri­am Pha­ro hat­te sich freund­li­cher­wei­se bereit erklärt, für Phan­ta­News von dort zu berich­ten. Vie­len Dank dafür! Der Red.

Um es vor­weg zu neh­men: Am letz­ten Wochen­en­de sind in Mün­chen Tru­de­ring kei­ne Ali­ens gelan­det. Auch wenn eini­ge Mit­glie­der des SFCD – nach­fol­gend »la Fami­glia« genannt – sich nicht dar­über einig waren, ob der Begriff »Ali­ens« als Sub­jekt oder Akku­sa­tiv­ob­jekt gemeint war. Ich kann bezeu­gen: Es han­del­te sich um harm­lo­se Strich­zeich­nun­gen im Rah­men des Muc­Con-Pro­gramms. Am Sonn­tag bot Mul­ti­ta­lent Gabi Beh­rend neben einem Schreib­work­shop ein Zei­chen­work­shop an, eben unter jenem Mot­to »Ali­ens zeich­nen«.

Aber ich grei­fe vor.

Boris Strugatzki (1933 – 2012)

Bereits am 19. Novem­ber ver­starb der rus­si­sche Sci­ence Fic­tion-Autor Boris Stru­gatz­ki. Er gehör­te mit sei­nem Bru­der Arka­di (1925–1991) zu den bedeu­tends­ten Ver­tre­tern rus­si­scher Phan­tas­tik; sie ver­fass­ten zahl­lo­se Roma­ne und Kurz­ge­schich­ten. Die Gesamt­auf­la­ge ihrer Bücher liegt bei über 50 Mil­lio­nen Exem­pla­ren, sie wur­den in mehr als 30 Spra­chen über­setzt.

Bei­de Brü­der wuch­sen im dama­li­gen Lenin­grad, dem heu­ti­gen Sankt Peters­burg, auf. Nach dem zwei­ten Welt­krieg stu­dier­te er an der dor­ti­gen Uni­ver­si­tät, danach arbei­te­te er zeit­wei­lig in die­ser Stadt auch als Pro­gram­mie­rer für das Pul­ko­wo-Obser­va­to­ri­um.

Etli­che Bücher der Stru­gatz­ki-Brü­der sind im soge­nann­ten »Mit­tags-Uni­ver­sum« ange­sie­delt. Die Mensch­heit hat hier einen hohen gesell­schaft­li­chen, wis­sen­schaft­li­chen und tech­ni­schen Stan­dard erreicht. Da jeder­mann einer Beschäf­ti­gung nach den eige­nen Inter­es­sen nach­geht und damit für das Gemein­wohl arbei­tet, hat Geld an Bedeu­tung ver­lo­ren. Eine for­ge­schrit­te­ne, mys­te­riö­se Zivi­li­sa­ti­on, die Wan­de­rer, schei­nen immer wie­der in die Ent­wick­lung der Mensch­heit ein­zu­grei­fen.

Ver­filmt wur­den unter ande­rem ES IST NICHT LEICHT, EIN GOTT ZU SEIN (1990, Regis­seur Peter Fleisch­mann, eine west­deutsch-sowje­tisch-fran­zö­si­schen Pro­duk­ti­on), sowie STALKER, der auf PICKNICK AM WEGESRAND beruht.

Boris Stru­gatz­ki ver­starb am 19. Novem­ber in Sankt Peters­burg an Herz­pro­ble­men und Lun­gen­ent­zün­dung.

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Bild Boris Stru­katz­ki 2007, von БережнойСергей, aus der Wiki­pe­dia, CC BY-SA

RED TAILS

RED TAILS – Bun­des­start 15.11.2012

Geor­ge Lucas hat schon vor lan­ger Zeit betont, dass er sich nach Abschluss der jüngs­ten STAR-WARS-Tri­lo­gie zurück­zie­hen wol­le, um sich klei­nen per­sön­li­chen Fil­men wid­men zu kön­nen. RED TAILS kann nicht die­ser klei­ne per­sön­li­che Film sein. Von der ers­ten Minu­te an ist er ein rei­ße­ri­sches Effek­te-Aben­teu­er, das die letz­ten Errun­gen­schaf­ten der Com­pu­ter­ani­ma­ti­on in vol­lem Umfang aus­nutzt. Der Film star­tet mit­ten in dem Ver­such, ob Afro-Ame­ri­ka­ner taug­lich wären, für die U.S.-Streitkräfte Kampf­flug­zeu­ge zu flie­gen. Tat­säch­lich gab es eine ärzt­li­che Stu­die aus den Neun­zehn­hun­dert­zwan­zi­ger­jah­ren, in der beschei­nigt wur­de, dass Schwar­ze nicht in der Lage sind, Flug­zeu­ge zu steu­ern. 1944 sitzt ein kom­plet­tes Geschwa­der schwar­zer Pilo­ten mit über­al­ter­ten Maschi­nen irgend­wo in Ita­li­en und war­tet auf die Chan­ce, sich zu bewei­sen und den ras­sis­ti­schen Vor­ur­tei­len ent­ge­gen­zu­wir­ken.

eBooks in Buchhandlungen: die Schweiz zeigt, wie es gehen muss

Ich hat­te kürz­lich gegen­über für Sean O’Con­nells Blog »Wort­wel­len« eini­ge Fra­gen im Zusam­men­hang mit der Zukunft von Buch­han­del und Ver­la­gen beant­wor­tet. Dabei hat­te ich mich unter ande­rem auch dazu geäu­ßert, dass der hie­si­ge Buch­han­del tief und fest schläft, wenn es um eBooks geht. Es gibt bei­spiels­wei­se bei kaum einem Händ­ler die Mög­lich­keit, eBooks vor Ort zu erwer­ben.

Dass das auch ganz anders geht, zeigt die Ket­te Orell Füss­li in der Schweiz laut einem Bericht beim Buch­re­port. Dort kann der Kun­de nicht nur diver­se eRea­der-Model­le tes­ten – und wird auch noch dazu bera­ten (ver­sucht das mal in Deutsch­land, bei mei­nen Tests bestand die Bera­tung aus »damit kann man Bücher lesen«). Zusätz­lich gibt es »Surf­sta­tio­nen«, über die man sofort an Mate­ri­al für den eRea­der kom­men kann.

Es geht also doch. Natür­lich sind Inves­ti­tio­nen in eine ent­spre­chen­de Infra­struk­tur nötig und es wird sich auch nicht jeder klei­ne Buch­händ­ler öffent­li­che »Surf­sta­tio­nen« in den Laden stel­len wol­len. Das Bei­spiel zeigt aber deut­lich, was mög­lich ist – und mir fal­len auf Anhieb noch wei­te­re Mög­lich­kei­ten ein, wie man eBooks auch am »Point Of Sale« an die Kun­den bekom­men könn­te, damit das Geschäft nicht aus­schließ­lich online gemacht wird – wenn man nur woll­te.

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Bild: Buch­hand­lung auf iPad von mir (CC BY-NC-SA), Bild Buch­hand­lung von Mat­tes, gemein­frei

Tolkien Estate verklagt Warner wegen Online-Inhalten

Ande­res als im obi­gen Screen­shot dräu­en düs­te­re Wol­ken über der vir­tu­el­len Mit­tel­er­de:

Eine Gemein­schaft aus dem Tol­ki­en-Estate (Nach­lass- und Rech­te­ver­wal­ter des Pro­fes­sors), sowie wei­te­ren Teil­neh­mern, hat War­ner Bros. und den Lizenz­in­ha­ber The Saul Zaentz Com­pa­ny ver­klagt, die Kla­ge­schrift wur­de beim Hol­ly­wood-Repor­ter ver­öf­fent­licht. Saul Zaentz hal­ten bereits seit 1969 bzw. 1975 Lizenz­rech­te an dem Mar­ken LORD OF THE RINGS und HOBBIT. Zen­tra­ler Punkt der Kla­ge ist, dass die Rech­te­inha­ber ihr Lizenz­recht uner­laubt auf nicht­phy­si­sche Pro­duk­te aus­ge­wei­tet zu haben sol­len. Damit sind ins­be­son­de­re »Glücks­spie­le« (bit­te?), aber auch »her­un­ter­lad­ba­re Spie­le« und Online-Games gemeint. Pri­mä­res Ziel ist hier offen­bar HERR DER RINGE ONLINE, es geht aber auch um Off­line-Spie­le, für die Down­load-Con­tent zur Ver­fü­gung gestellt wur­de.

Das Pikan­te dar­an: es wird nicht nur Scha­dens­er­satz in Höhe von 80 Mil­lio­nen Dol­lar gefor­dert, zusätz­lich ist eine For­de­rung ein Teil der Kla­ge, sämt­li­che »nicht­phy­si­schen« Pro­duk­te sofort ein­zu­stel­len und vom Markt zu neh­men.

Ein Aus­zug aus der Kla­ge­schrift:

Howe­ver, in recent years, and par­ti­cu­lar­ly in the after­math of the unpre­ce­den­ted finan­cial and cri­ti­cal suc­cess of the Films, defen­dants have, with incre­asing bold­ness, enga­ged in a con­ti­nuing and escala­ting pat­tern of usur­ping rights to which they are not entit­led — rights which belong exclu­si­ve­ly to plain­ti­ffs.

For exam­p­le, alt­hough their limi­t­ed mer­chan­di­sing licen­se only gives them the right to sell tan­gi­ble mer­chan­di­se, defen­dants have deve­lo­ped, licen­sed and/​or sold (and con­ti­nue to deve­lop, licen­se and/​or sell) down­loa­da­ble video games based on The Lord of the Rings and The Hob­bit, available only by down­loa­ding and/​or access via the Inter­net, via mobi­le apps, tablet apps or other simi­lar digi­tal dis­tri­bu­ti­on chan­nels, or through other online inter­con­nec­ti­vi­ty such as Face­book.  The­re is no phy­si­cal or tan­gi­ble item of mer­chan­di­se sold to the con­su­mer with the­se games.

Defen­dants also have asser­ted and con­ti­nue to assert that they have rights rela­ting to a wide varie­ty of goods and ser­vices bey­ond »artic­les of tan­gi­ble per­so­nal pro­per­ty« and have regis­tered trade­marks and/​or filed »intent to use« appli­ca­ti­ons in tho­se same cate­go­ries, inclu­ding wit­hout limi­ta­ti­on hotels, restau­rants, tra­vel agen­ci­es, ring­to­nes, online/​downloadable games and housing deve­lo­p­ments — cate­go­ries of rights which plain­ly have not been gran­ted to them.

War­ner hat ver­ständ­li­cher­wei­se bis­lang nicht zu den Vor­wür­fen Stel­lung genom­men. Soll­te die Kla­ge Erfolg haben, wür­de das das Ende von LOTRO bedeu­ten, aller­dings ist davon aus­zu­ge­hen, dass der Kon­zern sei­ne gesam­te Rechts­ab­tei­lung akti­viert – und der Aus­gang sol­cher Kla­gen ist in den USA dank des ver­schwur­bel­ten Rechts­sys­tems alles ande­re als gewiss.

Ich wür­de mal ver­mu­ten, dass dem Tol­ki­en Estate inzwi­schen geschwant hat, dass sie schlecht ver­han­delt haben und Ver­brei­tungs­rech­te über das Inter­net nicht früh­zei­tig genug in die Ver­trä­ge ein­gin­gen. Jetzt möch­te man das nach­ho­len und kas­sie­ren – es ist wahr­schein­lich, dass sich Darth War­ner wie üblich hier­bei nicht son­der­lich frei­gie­big zei­gen woll­te. Ich gehe nicht davon aus, dass die Ver­ant­wort­li­chen der­art naiv sind zu glau­ben, wirk­lich eine Abschal­tung des Online­spiels errei­chen zu kön­nen. Mal ganz davon abge­se­hen soll­te ihnen klar sein, dass die Fan­ge­mein­de von HDRO ins­be­son­de­re seit­dem das Spiel zu free-2-play wur­de groß ist und die­se in hohem Maße erbost dar­über sein wür­de, wenn das erfolg­rei­che MMO auf­grund der Kla­ge so ein­fach abge­schal­tet wer­den müss­te – den Klä­gern dürf­te dann ein Shit­s­torm epi­schen Aus­ma­ßes ins Haus ste­hen. Ich den­ke, aller­dings, dass das Gan­ze auf einen Ver­gleich hin­aus­lau­fen wird, bei dem War­ner (zäh­ne­knir­schend) einen Betrag bezahlt und dafür die Online-Inhal­te bestehen blei­ben.

Inter­es­sant wird aller­dings sein zu sehen, ob die For­de­run­gen der Tol­ki­en-Erben gund­sätz­lich von Gerich­ten als vali­de ange­se­hen wer­den. Soll­te dem so sein, dürf­te das mög­li­cher­wei­se auch Aus­wir­kun­gen auf zahl­lo­se ande­re »Intellec­tu­al Pro­per­ties« haben.

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Screen­shot LOTRO Copy­right Tur­bi­ne und War­ner Bros.

TSR ist zurück (sort of), veröffentlicht das GYGAX MAGAZINE

Die Fir­ma TSR (Tac­ti­cal Stu­dies Rules) ist unter Rol­len­spie­lern legen­där – es war die von Gary Gygax und dort erschien einer der Urvä­ter des Pen & Paper-Rol­len­spiels: DUNGEONS & DRAGONS. Nach finan­zi­el­len Pro­ble­men wur­de TSR 1979 von Wiz­kids auf­ge­kauft (die exis­tie­ren seit 2008 aber auch nicht mehr).

Jetzt gibt es Infor­ma­tio­nen, dass eine Fir­ma namens TSR Games ab Dezem­ber ein Rol­len­spie­ler-Maga­zin namens GYGAX MAGAZINE her­aus brin­gen möch­te. Es exis­tiert dazu bereits eine rudi­men­tä­re Web­sei­te, eben­so wie eine zur Fir­ma TSR GAMES. Die Spe­ku­la­tio­nen schlu­gen natür­lich sofort hohe Wel­len. Über whois-Abfra­gen fand man im EN World-Forum her­aus, dass der Inha­ber der Domains ein Mann namens Jay­son Elli­ot ist. Man frag­te sich zudem, was das für ein Maga­zin sein kann und ob die Fami­lie Gygax damit irgend­wie zu tun hat. Jay­son Elli­ot mel­de­te sich dort im Forum dar­auf­hin per­sön­lich zu Wort (Über­set­zung von mir):

Hi guys, this is Jay­son. I’m the edi­tor for Gygax Maga­zi­ne.

Gygax Maga­zi­ne is mys­elf, Ernie Gygax, Luke Gygax, Tim Kask, James Car­pio, and Jim Wam­pler. Our first issue is out in Decem­ber; sin­ce it’s not finis­hed yet, we’­ve been pret­ty quiet about things until it’s rea­dy.

Just to address some of the ques­ti­ons, I thought it was best that I lea­ve a rep­ly. We do own the trade­mark for TSR, and have sin­ce Decem­ber of 2011. We are a new com­pa­ny, not the old TSR, as they were purcha­sed by Wizards in the ’90s. The trade­mark was aban­do­ned about nine years ago, and we regis­tered it in 2011.

We deci­ded the best thing to release first as TSR was a gam­ing maga­zi­ne, becau­se we wan­ted a way to bridge the tra­di­ti­ons of the old guard with the awe­so­me new games that are out today.

Hal­lo Leu­te. Ich bin’s, Jason. Ich bin der Redak­teur des Gygax Maga­zi­ne.

Gygax Maga­zin, das sind: ich, Ernie Gygax, Luke Gygax, Tim Kask, James Car­pio und Jim Wam­pler. Unse­re ers­te Aus­ga­be wird im Dezem­ber erschei­nen; da sie noch nicht fer­tig ist, haben wir uns bis jetzt ziem­lich zurück­ge­hal­ten, dar­über zu spre­chen.

Um auf eini­ge der Fra­gen ein­zu­ge­hen, dach­te ich es wäre am bes­ten, hier zu ant­wor­ten. Uns gehört das Trade­mark an TSR, wir haben es seit dem Dezem­ber 2011. Wir sind eine neue Fir­ma, nicht die alte TSR, denn die wur­de in den 90ern von Wiz­kids gekauft. Das Trade­mark wur­de vor neun Jah­ren auf­ge­ge­ben und wir haben es in 2011 erwor­ben.

Wir haben uns ent­schie­den, dass es das bes­te wäre, als TSR zuerst ein­mal ein Spie­le­ma­ga­zin zu ver­öf­fent­li­chen, weil wir eine Brü­cke von den Tra­di­tio­nen der alten Gar­de zu den groß­ar­ti­gen neu­en Spie­len, die es heu­te gibt, schla­gen wol­len.

Holy Moly … Na, da darf man aber mal wirk­lich gespannt sein …

Vie­len Dank an Cynx für den Hin­weis!

Logo TSR Games und Logo GYGAX MAGAZINE Copy­right TSR Games

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