Lang hat es gedauert, doch was lange währt, wird endlich gut. Ab sofort liegt der Steampunk-Chroniken-Sonderband »Geschichten aus dem Æther« im Downloadbereich bereit. Als Taschenbuch wäre das Werk sagenhafte 310 Seiten stark.
In einer Zeit, die es so vielleicht nie gegeben haben mag, brechen Menschen in den unbekannten Æther auf. In diesem Buch kann man diesen Abenteurern begegnen. Ihre Beweggründe könnten unterschiedlicher nicht sein – Forscher, Piraten, Glücksritter und Eroberer geben sich ein Stelldichein.
Im diesem Sonderband »Geschichten aus dem Æther« aus der Reihe »Die Steampunk-Chroniken« finden sich sieben Geschichten, die es aufgrund ihrer Länge nicht in Ausgabe eins geschafft haben, dem Leser jedoch keinesfalls vorenthalten werden sollten:
• Im Netz der Gilde – Joshua Ayresleigh Porch
• Sternensilber – Petra E. Jörns
• Triumph der Wissenschaft – Bernd Meyer
• Im Æther verloren – Tedine Sanss
• Befreiungsschlag – Merlin Thomas
• Asaker von Asgard – Niklas Peinecke
• Piratenblut – Joshua Ayresleigh Porch
Das stand in krassem Widerspruch zu einer Aussage des Justiziars des Börsenvereins, die ich im Januar diesen Jahres erhalten hatte. Deswegen fragte ich nochmal bei der Rechtsabteilung des Börsenvereins nach und erhielt vom Justiziar Dr. Christian Sprang sehr kurzfristig eine Antwort. Hierfür möchte ich mich bedanken. Nachfolgend die Stellungnahme:
Sowohl der Börsenverein des Deutschen Buchhandels als auch Prof. Dr. Christian Russ, unser Preisbindungstreuhänder von der Kanzlei Fuhrmann Wallenfels, erklären dazu Folgendes:
Bislang waren Bücher aus Selbstverlagen nicht preisgebunden, weil Sie (sic!) im Buchhandel keine Rolle spielten und daher nicht »buchhandelstypisch« waren. Nun erleben wir gerade, dass bei E‑Books viele »Selbstverleger« mit Ihren (sic!) Büchern bei Amazon, Apple und ähnlichen Plattformen nicht unerhebliche Verkaufszahlen generieren. Damit ändert sich wohl gerade auch die Antwort auf die Frage der Buchhandelstypizität. Die Preisbindungstreuhänder streben daher vorausschauend eine Regelung an, wonach Selbstverleger, die ihre E‑Books über Internet- Großbuchhändler anbieten, die Preise einheitlich festlegen müssen. Anders Printverleger, die in kleiner Stückzahl ihre Privatdrucke unter die Leute bringen.
Aha. :) Man darf davon ausgehen, dass es in dieser Sache gerade einige »Kommunikation hinter den Kulissen« gegeben haben dürfte, um es mal vorsichtig auszudrücken. Die Formulierungen »bisher« und »ändert sich wohl gerade« deuten allerdings darauf hin, dass damit die pauschale Aussage aus dem Januar, dass Selbstverleger auf alle Fälle der Buchpreisbindung unterliegen, in dieser Ausschließlichkeit (nicht nur) zum damaligen Zeitpunkt nicht ganz korrekt gewesen sein dürfte. Auch der Hinweis, dass man »eine Regelung für Selfpublisher anstrebt«, weist darauf hin, dass es seitens der Treuhänder derzeit eben noch keine konkrete Regelung gibt.
Hochinteressant aus meiner Sicht zudem, dass jetzt auf einmal die Frage nach einer Geltung des BuchPrG für Selfpublisher an Absatzzahlen festgemacht wird, anstatt am Buchformat. Was denn nun?
Rechtssicherheit für Selbstverleger stellt das alles nicht gerade her.
Ich hatte kürzlich gegenüber für Sean O’Connells Blog »Wortwellen« einige Fragen im Zusammenhang mit der Zukunft von Buchhandel und Verlagen beantwortet. Dabei hatte ich mich unter anderem auch dazu geäußert, dass der hiesige Buchhandel tief und fest schläft, wenn es um eBooks geht. Es gibt beispielsweise bei kaum einem Händler die Möglichkeit, eBooks vor Ort zu erwerben.
Dass das auch ganz anders geht, zeigt die Kette Orell Füssli in der Schweiz laut einem Bericht beim Buchreport. Dort kann der Kunde nicht nur diverse eReader-Modelle testen – und wird auch noch dazu beraten (versucht das mal in Deutschland, bei meinen Tests bestand die Beratung aus »damit kann man Bücher lesen«). Zusätzlich gibt es »Surfstationen«, über die man sofort an Material für den eReader kommen kann.
Es geht also doch. Natürlich sind Investitionen in eine entsprechende Infrastruktur nötig und es wird sich auch nicht jeder kleine Buchhändler öffentliche »Surfstationen« in den Laden stellen wollen. Das Beispiel zeigt aber deutlich, was möglich ist – und mir fallen auf Anhieb noch weitere Möglichkeiten ein, wie man eBooks auch am »Point Of Sale« an die Kunden bekommen könnte, damit das Geschäft nicht ausschließlich online gemacht wird – wenn man nur wollte.
Der Buchreport meldet in einem Newsartikel, dass der Anteil der eBooks am Gesamtmarkt in Deutschland nach wie vor relativ gering ist und angeblich (es fehlen hierzu konkrete Quellen, es werden nur »Schätzungen von Media Control« genannt) bei ca. 2% liegt.
Interessant ist dabei allerdings, dass das bei Bestsellern anders aussieht, hier werden deutlich höhere Anteile erreicht. Random House (Bertelsmann) nennt einen Anteil von je nach Titel 3,5 bis 12%. Bastei-Luebbe spricht sogar davon, dass der eBook-Anteil bei diesen Büchern stellenweise bei bis zu 30 % liegt. Besonders interessant meiner Ansicht nach hier die Aussage, dass:
»Bücher, die im Printbereich hinter den Erwartungen zurückblieben, digital wunderbar funktionieren«
Das deutet offenbar darauf hin, dass das Kaufverhalten des eBook-Lesers von demjenigen des Printbuchnutzers deutlich abweicht. Für mich ist das allerdings keine wirkliche Überraschung. Zudem hatte Bastei-Luebbe eine Art »eBook-Offensive« gestartet, die allein schon zu höheren Absätzen führen dürfte.
Wirklich interessant wäre gewesen, wenn man die Printbuchverkäufe der Bestseller in Relation zum Gesamtmarkt gestellt hätte, um Vergleichswerte zu haben. Ohne diese Angaben stehen die Zahlen ziemlich allein auf weiter Flur. Dennoch kann man zumindest bei Bestsellern die Aussage, dass eBooks ein Nischenmarkt sind, nicht mehr halten.
Unter dem Titel »wohin dreht sich die Buchwelt 2013?« hat der Autor Sean O’Connell (TÍR NA NÓG, TÚATHA DÉ DANANN) verschiedenen Personen aus dem Umfeld Buch befragt. Die Fragen lauteten:
Welche persönliche Veränderung erwartest du beruflich von 2013?
Worauf muss sich der Leser/müssen die Verlage/als Herausgeber (sich) einstellen?
Welche Chancen siehst du?
Welche Gefahren siehst du?
Welches Projekt willst du 2013 unbedingt fertigstellen?
Und die wurden auch mir gestellt. Meine Antworten darauf – und selbstverständlich auch die der anderen Befragten – findet man seit heute Morgen auf Seans Seite Wortwellen.
Bild: Auschnitt aus dem »Wortwellen«-Header, Copyright Sean O’Connell
Viele Petitionen, die auf der e‑Petitions-Plattform des Bundestages eingereicht werden, sind lang und umständlich formuliert. Das ist bei dieser hier nicht der Fall:
Umsatzsteuer – Reduzierter Steuersatz für eBooks (7%)
Text der Petition
Der Bundestag möge beschließen, dass eBooks mit dem gleichen Mehrwertsteuersatz besteuert werden wie gedruckte Bücher, d.h. mit 7%.
Begründung
Für gedruckte Bücher gilt der reduzierte Mehrwertsteuersatz von 7%, da Bücher als Kulturgut gelten, das allen Bevölkerungsschichten zu erschwinglichen Preisen zur Verfügung stehen sollte. Da dies in gleichem Maße auch auf eBooks zutrifft, sollte für elektronische Bücher der gleiche Steuersatz gelten. Des weiteren sollten Menschen mit einer Sehschwäche, die auf eBooks wegen der Möglichkeit der Schriftvergrößerung angewiesen sind, nicht steuerlich benachteiligt werden.
Die Petition Petition Nummer 37573 kann seit dem 12.11.2012 gezeichnet werden. Ich habe allerdings die Befürchtung, dass der Petitionsausschuss sich möglicherweise einfach für nicht zuständig erklären wird, wie er es in letzter Zeit zu oft tut, wenn ihm eine erfolgreiche ePetition nicht passt. Wahrscheinlich hat beim Einrichten der ePetitionen keiner bei der Polit-Meschpoke damit gerechnet, dass das Instrument so eifrig und erfolgreich genutzt wird.
Das Ansinnen der Petition ist aber natürlich völlig korrekt: es kann nicht angehen, dass eBooks zwar nach dem Buchpreisbindungsgesetz zwingend als Bücher gelten, in Sachen MWSt jedoch nicht – das ist nicht nachvollziehbar. Erfahrungsgemäß ist der Weg einer solchen Petition auch bei einem Erfolg aber lang – und es ist nicht gesagt, dass dabei das gewünschte Ergebnis heraus kommt – zudem erst einmal die notwendigen Mitzeichner mobilisiert werden müssen und ich bin nicht sicher, dass das bei diesem Thema klappen wird. Ich bin üblicherweise nicht für Steuergeschenke an Branchen (siehe »Fast Drei Prozent« und die Hoteliers), aber in diesem Fall würde ich zustimmen. Ob die Verlage den geänderten USt-Satz dann auch an die Verbraucher durchreichen oder einfach einsacken ist noch einmal eine andere Frage.
THE INEXPLICABLES ist der neueste Roman aus Cherie PriestsA CLOCKWORK CENTURY-Reihe, ein Steampunk-Szenario mit Dieselpunk-Spritzern. Er erscheint morgen.
Werbetext:
Rector »Wreck’em« Sherman was orphaned as a toddler in the Blight of 1863, but that was years ago. Wreck has grown up, and on his eighteenth birthday, he’ll be cast out out of the orphanage.
And Wreck’s problems aren’t merelyabout finding a home. He’s been quietly breaking the cardinal rule of any good drug dealer and dipping into his own supply of the sap he sells. He’s also pretty sure he’s being haunted by the ghost of a kid he used to know—Zeke Wilkes, who almost certainly died six months ago. Zeke would have every reason to pester Wreck, since Wreck got him inside the walled city of Seattle in the first place, and that was probably what killed him.Maybe it’s only a guilty conscience, but Wreck can’t take it anymore, so he sneaks over the wall.
The walled-off wasteland of Seattle is every bit as bad as he’d heard, chock-full of the hungry undead and utterly choked by the poisonous, inescapable yellow gas. And then there’s the monster. Rector’s pretty certain that whatever attacked him was not at all human—and not a rotter, either. Arms far too long. Posture all strange. Eyes all wild and faintly glowing gold and known to the locals as simpley »The Inexplicables«.
In the process of tracking down these creatures, Rector comes across another incursion through the wall—just as bizarre but entirely attributable to human greed. It seems some outsiders have decided there’s gold to be found in the city and they’re willing to do whatever it takes to get a piece of the pie unless Rector and his posse have anything to do with it.
INEXPLICABLES ist 368 Seiten stark und kostet als Taschenbuch ca. 11 Euro, für die Kindle-Version werden 8,51 Euro fällig. Amazon weist explizit darauf hin, dass die eBook-Fassung auf Wunsch des Verlags Pan Macmillan ohne DRM angeboten wird. Sehr löblich, daran sollten sich gewisse deutsche Verlage ein Beispiel nehmen.
THE INEXPLICABLES
Cherie Priest
Steampunk-Roman
Sprache: Englisch
14. November 2012
Taschenbuch:
368 Seiten, ca. EUR 11,00
ISBN-10: 1447225597
ISBN-13: 978–1447225591
eBook (Kindle):
EUR 8,51
ASIN: B0089LOE0Y
Pan Macmillan
Man muss weiterhin leider konstatieren, dass der Börsenverein die Fehler der Musikindustrie wiederholen möchte.
Mir sind daran allerdings einige Dinge unklar:
Wäre es nicht viel sinnvoller, endlich kundenfreundlich zu agieren und auf DRM-Maßnahmen zu verzichten, die die Nutzung der erworbenen Nutzungslizenzen auf beliebigen Geräten unterbinden, die Handhabung der eBooks höchst sperrig machen und die Kunden unter Generalverdacht stellen? Wäre es zudem nicht viel sinnvoller, endlich von den Mondpreisen abzukommen und eBooks zu angemessenen Kosten anzubieten? In beiden Fällen würde das sofort für eine höhere Akzeptanz und größere Umsätze sorgen. Sind Umsätze nicht genau das, was die Anbieter wollen?
Nach den Pressemitteilungen der letzten Zeit sind eBooks immer noch kein wirklicher Faktor im deutschen Markt und der Umsatz dümpelt auf äußerst niedrigem Niveau. Wenn das so ist, dann kann auch in der Schlussfolgerung eBook-Piraterie noch kein nennenswerter Markt sein. Was stimmt denn nun? Oder handelt es sich um eine Präventivmaßnahme, weil das Internet ja schließlich in Kürze von eBook-Kopien überschwemmt wird? Hört sich für mich nicht nach einem plausiblen Szenario an.
Noch ein ketzerischer Gedanke zum Abschluss: wenn man einer Organisation Geld dafür bezahlt, gegen Urheberrechtsverstöße vorzugehen, dann wird diese in dem Moment überflüssig, in dem sie großflächig erfolgreich ist … Im Jahr 2006 wurden gegen die GVU Ermittlungen eingeleitet, weil sie selbst illegal geschütztes Material in Tauschbörsen verbreitet hatten – sie begingen also möglicherweise genau die Taten, die sie verhindern sollten. Weiterhin halten sie selbst Honeypots vor, damit diese von Release-Gruppen genutzt werden können. Unbedenklich sind diese Vorgehensweisen nicht, meiner Meinung nach auch nicht moralisch oder rechtlich einwandfrei. Vielleicht denkt darüber ja beim Börsenverein mal jemand nach …
[cc]
Bild iPad von mir, Jolly Roger von Jack Rackham, gemeinfrei, Collage von mir
Ich hatte bereits mehrfach auf die neue SF-Serie HELIOSPHERE 2265 hingewiesen, diese erscheint in Form von eBooks, die später (alle zwei Monate) auch zusammengefasst als Taschenbücher heraus gebracht werden. Jetzt ist der erste Band erhältlich. Er trägt den Titel DAS DUNKLE FRAGMENT und wurde von Andreas Suchanek verfasst:
Am 01. November 2265 übernimmt Captain Jayden Cross das Kommando über die Hyperion. Ausgerüstet mit einem neuartigen Antrieb und dem Besten an Offensiv- und Defensivtechnik, wird die Hyperion an den Brennpunkten der Solaren Union eingesetzt.
Bereits ihr erster Auftrag führt die Crew in ein gefährliches Abenteuer. Eine Bergungsmission entartet zur Katastrophe. Umringt von Feinden muss Captain Cross eine schwerwiegende Entscheidung treffen, die über Leben und Tod, Krieg oder Frieden in der Solaren Union entscheiden könnte …
Neben dem Autor Andreas Suchanek (bekannt von STERNENFAUST, MADDRAX und PROFESSOR ZAMORRA) wirken mit: Arndt Drechsler (Cover), Jonas Hoffman (technischer Redakteur) und Anja Dreher (Innenillus). Die Romane der Serie sind in eBook-Form bei Amazon und Beam eBooks zum Preis von 2,49 Euro erhältlich. Mehr auf der offiziellen Webseite und bei Facebook.
Band zwei mit dem Titel ZWISCHEN DEN WELTEN folgt im Dezember.
Wie den meisten regelmäßigen Lesern von PhantaNews bekannt sein dürfte, gibt es ein Schwesterprojekt namens DIE STEAMPUNK-CHRONIKEN in dessen Rahmen Story-Anthologien als eBooks unter Creative Commons-Lizenz aber neuerdings dank CreateSpace auch in Taschenbuchform erscheinen sollen. Die erste Ausgabe unter dem Namen ÆTHERGARN ist seit einiger Zeit erhältlich und kann in verschiedenen eBook-Formaten kostenlos auf der Projektseite herunter geladen werden. Wem es gefällt, darf das Projekt mit einer Spende unterstützen, diese Spenden stellen sicher, dass es weitere Ausgaben geben kann.
Da für den ersten Band auch Geschichten eingereicht wurden, die länger als die vorgegebene Zeichenzahl waren, wird daraus und aus zusätzlich speziell hierfür eingereichten Stories ein Sonderband mit dem Titel GESCHICHTEN AUS DEM ÆTHER entstehen. Der hat sich aufgrund hohen Arbeitsaufkommens bei mir leider ein wenig verzögert, aber es ist langsam ein Ende der Arbeit daran abzusehen.
Die Ausschreibung für Band zwei mit dem Arbeitstitel »Gaslicht« um klassische Schauergeschichten gemischt mit Steampunk ist passenderweise zu Halloween beendet worden und ich konnte voller Freude verkünden, dass hierfür deutlich mehr Stories eingesandt wurden, als für den ersten Band. Da dies äußerst positiv zu bewerten ist (und ich mich darüber sehr gefreut habe), wird es deswegen definitiv auch weitere Ausgaben der Chroniken geben.
Um die Leser und potentiellen Autoren in den Prozess der Themenfindung einzubeziehen, habe ich auf der Projektseite dazu aufgerufen doch Themenvorschläge für den dritten Band einzureichen. Aus diesen wird dann das Thema für die nächste Anthologie-Ausschreibung nach »Gaslicht« ausgewählt.
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