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Kommentar: Die Blu-Ray ist tot? Lang lebe die Blu-Ray!

Blu-Ray Face, Blu-Ray with a face made of drops

Ich habe noch einen Schrank vol­ler DVDs- und Blu-rays, in dem die Video-Kon­ser­ven ste­hen, die ich dort haben möch­te, weil ich mich nicht dar­auf ver­las­sen will, dass irgend­ein Strea­ming-Dienst sie mor­gen viel­leicht noch im Pro­gramm hat – wird er näm­lich nicht haben. Genau die­ses Argu­ment scheint inzwi­schen wie­der mehr Leu­te zu über­zeu­gen, denn ein bri­ti­sches Press­werk mel­det erstaun­li­che Zah­len.

Am 20. Juni 2026 wird die Blu-ray 20 Jah­re alt. Pünkt­lich zum Jubi­lä­um hat das bri­ti­sche Bran­chen­ma­ga­zin Tech­Ra­dar mit Kath Sum­mers­gill gespro­chen, Joint Group Head of Sales bei Key Pro­duc­tion Group, einem Her­stel­ler, der eigent­lich pri­mär Vinyl, Kas­set­ten und CDs fer­tigt, dane­ben aber eben auch Blu-rays und DVDs. Sum­mers­gills Aus­sa­ge zur Auf­trags­la­ge: ein Plus von über 10.000 Pro­zent bei Blu-ray-Bestel­lun­gen, ins­be­son­de­re im Bereich Blu-ray Audio, gemes­sen über die letz­ten acht bis zehn Jah­re. Für ein angeb­lich totes For­mat ist das eine ziem­lich bemer­kens­wer­te Haus­num­mer.

Belast­ba­rer als die Zah­len eines ein­zel­nen Press­werks sind die Daten der bri­ti­schen Enter­tain­ment Retail­ers Asso­cia­ti­on. Laut deren Jah­res­re­port für 2025 ist der phy­si­sche Video­markt ins­ge­samt zwar wei­ter geschrumpft, Blu-ray leg­te aber um drei Pro­zent zu, 4K-Blu-ray sogar um 19,5 Pro­zent. Best­ver­kauf­te Schei­be des Jah­res war WICKED. Steel­books und Son­der­edi­tio­nen spie­len dabei eine wach­sen­de Rol­le: Jede zehn­te 4K-Blu-ray-Ver­öf­fent­li­chung kam 2025 als Steel­book oder Spe­cial Edi­ti­on, und auf die­se Edi­tio­nen ent­fie­len 20 Pro­zent des gesam­ten 4K-Blu-ray-Umsat­zes in Groß­bri­tan­ni­en.

War­um das so ist, ist wahr­lich kein Mys­te­ri­um. Fil­me ver­schwin­den ohne Vor­war­nung aus den Strea­ming-Biblio­the­ken, wech­seln zu Kon­kur­ren­ten, bei denen man kein Abo hat, oder wer­den auch nach dem Kauf wie­der ein­kas­siert. Auf red­dit gibt es regel­mä­ßig Berich­te von Leu­ten, denen gekauf­te Fil­me bei Ama­zon Prime Video schlicht aus der Biblio­thek ver­schwun­den sind. Dazu kommt die völ­li­ge Abhän­gig­keit von der Inter­net­ver­bin­dung. Wer schon mal ver­sucht hat, einen 4K-Stream mit mäßi­ger deut­scher Band­brei­te zu schau­en und statt­des­sen ein mat­schi­ges 720p-Bild mit Buf­fe­ring-Pau­sen ser­viert bekam, weiß, wovon ich rede. Eine Schei­be im Play­er macht sol­che Pro­ble­me nicht. Und eben der zen­tra­le Punkt: Man kann zwar theo­re­tisch alle Mar­vel-Block­bus­ter bei Dis­ney+ sehen, aber nur so lan­ge, bis man das Abo kün­digt. Auf Sil­ber­schei­be kann man sie nach dem Kauf jeder­zeit aus dem Schrank zie­hen.

Sum­mers­gill zieht im Gespräch eine Par­al­le­le zum Vinyl, die auch ein­leuch­tet: Nie­mand erwar­tet, dass Schall­plat­ten oder Blu-rays das Strea­ming erset­zen, aber sie exis­tie­ren dane­ben, weil sie etwas ande­res bie­ten. Etwas, das man besitzt, anfas­sen und immer wie­der abspie­len kann, ohne dass eine Lizenz­ab­tei­lung in Bur­bank oder Seat­tle dar­über ent­schei­det, ob man das mor­gen noch darf.

Eine wich­ti­ge Rol­le spie­len dabei auch die unab­hän­gi­gen Labels, die hoch­wer­ti­ge Restau­ra­tio­nen her­aus­brin­gen und Fil­men damit über­haupt erst einen Grund geben, im Regal zu lan­den. Cri­ter­ion, Arrow Video, Kino Lor­ber, Shout Fac­to­ry und das BFI bedie­nen ein Publi­kum, das nicht unbe­dingt den nächs­ten Mar­vel-Film kon­su­mie­ren will, son­dern eine sorg­fäl­tig restau­rier­te Fas­sung eines Klas­si­kers in der best­mög­li­chen Bild- und Ton­qua­li­tät. Genau die­ses Publi­kum wächst offen­bar wie­der und das fin­de ich über­aus erfreu­lich, denn das bedeu­tet, dass wir mög­li­cher­wei­se Klas­si­ker in ver­bes­ser­ter Form bekom­men kön­nen.

Sony und LG haben sich Ende 2024 bezie­hungs­wei­se Anfang 2025 aus dem Blu-ray-Play­er-Geschäft zurück­ge­zo­gen, was als Sarg­na­gel für das For­mat gehan­delt wur­de. Ver­ba­tim und I‑O Data haben dage­gen erklärt, dass sie an der Disc fest­hal­ten. Wenn die Zah­len der ERA und die Auf­trags­la­ge bei Press­wer­ken stim­men, dann war das viel­leicht kei­ne Fehl­ent­schei­dung, son­dern Rea­li­täts­sinn. Zumin­dest ist die Lage der Blu-ray zum 20. Geburts­tag deut­lich bes­ser, als die Abge­sän­ge der letz­ten Jah­re ver­mu­ten lie­ßen. Und man bekommt nach wie vor nicht nur Play­er, son­dern auch reich­lich Medi­en; zudem wis­sen wir dass es äußerst umtrie­bi­ge chi­ne­si­sche Anbie­ter gibt, die ver­meint­lich vor­sint­flut­li­che Medi­en wie CDs oder sogar Com­pact-Cas­set­ten aus Cool­ness- und Life­style-Grün­den mit neu­en Play­ern ver­sor­gen (FiiO), ich bin sicher, dass aus der Quel­le auch qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge DVD und Blu-Ray-Abspie­ler kom­men wer­den, wenn auch nur ein wenig Nach­fra­ge besteht – und die wird bestehen.

Wie sag­te schon Mark Twa­in: »Die Berich­te über mei­nen Tod waren eine Über­trei­bung.«

Russell T Davies: Hass gegen ihn begann mit Trans-Figur in DOCTOR WHO

Russel T Davies 2025

Zur Mel­dung neu­lich, dass die BBC das DOCTOR WHO-Weih­nachts­spe­cial gestri­chen hat und Rus­sell T Davies geht, passt ein Inter­view, das Davies kurz vor­her der Huff­Post UK gege­ben hat­te. Eigent­lich ging es dar­in um sein neu­es Chan­nel-4-Dra­ma TIP TOE, das sich mit Online-Radi­ka­li­sie­rung und Hass gegen LGBTQ+-Menschen beschäf­tigt. Im Rück­blick  und dem Zusam­men­hang mit DOCTOR WHO bekom­men sei­ne Aus­sa­gen eine neue Per­spek­ti­ve.

Davies sagt, der Hass im Netz gegen ihn habe in genau dem Moment ange­fan­gen, als er eine Trans-Figur in DOCTOR WHO ein­ge­führt hat. Gemeint ist Rose, gespielt von Yas­min Fin­ney aus HEARTSTOPPER, die 2023 in den 60-Jah­re-Spe­cials als Toch­ter von Don­na Noble ein­ge­führt wur­de. Seit­dem habe das nicht mehr auf­ge­hört »mit Wahn­sin­ni­gen und Idio­ten« (Zitat Davis), und das schwap­pe inzwi­schen aus dem Netz in die rea­le Welt.

TIP TOE selbst behan­delt genau die­se The­men, mit Alan Cum­ming und David Mor­ris­sey als zwei Nach­barn, die in einer immer stär­ker pola­ri­sier­ten Gesell­schaft anein­an­der­ge­ra­ten. Davies sagt, er habe das schrei­ben müs­sen, weil er sehe, wie sehr Freund°Innen aus der quee­ren Com­mu­ni­ty gera­de unter Druck ste­hen.

Gegen den »woke«-Vorwurf, der reflex­haft seit sei­ner Rück­kehr gegen die Serie geführt wird, hat­te Davies sich schon letz­tes Jahr in der BBC gewehrt: Was die einen Diver­si­tät nen­nen, sei für ihn schlicht eine offe­ne Tür, und er habe kei­ne Sekun­de Zeit für die­se alber­ne Debat­te. Im Huff­Post-Inter­view geht es jetzt aber nicht mehr um die Serie, son­dern dar­um, was die gan­ze Sache mit ihm per­sön­lich gemacht hat.

Einen direk­ten Zusam­men­hang zwi­schen dem Aus­stieg und dem geschil­der­ten Druck durch Rech­te und Trol­le stel­len weder Davies noch die BBC her. Aber dass die Troll­ar­meen den Aus­stieg als ihren Sieg fei­ern wer­den, ist abseh­bar. Und dass die Füh­rungs­eta­ge bei der BCC dem Ver­neh­men nach deut­lich kon­ser­va­ti­ver und offen­bar auch zumin­dest in tei­len LGBTIQ+-feindlich gewor­den ist, geis­tert eben­falls seit eini­ger Zeit durch die Com­mu­ni­ties, so dass ich per­sön­lich durch­aus Zusam­men­hän­ge sehen wür­de.

Bild Rus­sel T Davies von Gary Kirk, aus der Wiki­pe­dia, CC BY-SA

Netflix setzt THE BOROUGHS nach einer Staffel ab

Poster The Buroughs

Neu­lich war ich äußerst posi­tiv über­rascht, als ich die Sci­Fi-Mys­tery-Serie THE BOROUGHS, aus­füh­rend pro­du­ziert von den Duf­fer Brot­hers (STRANGER THINGS) bei Net­flix ent­deck­te. Man könn­te es als eine Art STRANGER THINGS mit Senior°Innen beschrei­ben; inno­va­tiv und eben mal mal mit älte­ren statt jun­gen Schauspieler°Innen.

Net­flix hat die Show aller­dings nach einer Staf­fel abge­setzt, knapp einen Monat nach dem Start und wäh­rend die Serie noch in den haus­ei­ge­nen Top 10 lief. Das berich­tet The Hol­ly­wood Repor­ter unter Beru­fung auf meh­re­re Quel­len. Im Cast: Alfred Moli­na, Gee­na Davis, Alf­re Woo­dard, Denis O’Ha­re, Clar­ke Peters und Bill Pull­man, also nicht die bil­ligs­te Trup­pe, die man so zusam­men­be­kommt.

Das Kurio­se: Die Serie kam gut an. In der ers­ten vol­len Woche Platz eins der eng­lisch­spra­chi­gen Net­flix-Charts mit 9,5 Mil­lio­nen Views, danach Platz vier, dann Platz acht, bei Niel­sen Platz zwei für die Start­wo­che hin­ter NEMESIS, eben­falls Net­flix. Bei Rot­ten Toma­toes 97 Pro­zent Kri­ti­kens­core, 79 Pro­zent Audi­ence Score. Abge­setzt wur­de THE BOROUGHS am 17. Juni, einen Tag nach Ver­öf­fent­li­chung der Zah­len für die vier­te Woche.

Offi­zi­ell sind es die Kos­ten. Laut THR liegt das Bud­get bei rund zehn Mil­lio­nen Dol­lar pro Fol­ge, eine zwei­te Quel­le nennt eine deut­lich höhe­re Zahl. Net­flix rech­net Zuschau­er gegen Pro­duk­ti­ons­kos­ten und THE BOROUGHS war zwar erfolg­reich, aber halt nicht WEDNESDAY.

Die etwas weni­ger offi­zi­el­le Ver­si­on: Die Duf­fer-Brü­der haben Net­flix für einen Vier­jah­res­ver­trag bei Para­mount ver­las­sen, und das hat eini­gen Ver­ant­wort­li­chen beim Strea­ming­dienst offen­bar gar nicht geschmeckt. Eine Quel­le sag­te dem Hol­ly­wood Repor­ter, das Ver­hält­nis sei seit­dem »ange­spannt«, die Brü­der hät­ten den Strea­mer mit ihrem Abgang »bla­miert«. Eine Net­flix-nahe Quel­le demen­tiert das aller­dings prompt und eine den Duf­fer-Brü­dern nahe­ste­hen­de Quel­le sag­te, das Ver­hält­nis zu Net­flix sei wei­ter­hin gut und die bei­den hät­ten dort meh­re­re Pro­jek­te in Ent­wick­lung, was die Zer­würf­nis-Les­art wie­der ein Stück weit ein­kas­siert.. Zwei Tage vor der Abset­zungs­mel­dung hat­te Para­mount übri­gens den geheim­nis­um­wit­ter­ten Event-Film der Duf­fer-Brot­hers auf den 3. Novem­ber 2028 datiert. Zufall?

Am 15. Juni lief die Frist für die Ver­län­ge­rung der Cast-Optio­nen, der Strea­mer ließ sie unge­nutzt ver­strei­chen. Net­flix besitzt die Serie zu 100 Pro­zent, ein Ver­kauf an die Kon­kur­renz, zu der jetzt eben auch Para­mount gehört, gilt als aus­ge­schlos­sen.  Gee­na Davis sagt im Inter­view mit dem Hol­ly­wood Repor­ter, sie habe kei­ne Erklä­rung für die Abset­zung bekom­men.

Es ist sehr scha­de um eine wirk­lich gute Serie.

Pro­mo­pos­ter Copy­right Net­flix

BBC streicht DOCTOR WHO Weihnachtsspecial, Russell T Davies verlässt die Serie

Es sieht gera­de gar nicht so gut aus für den bri­ti­schen Sci­Fi-Klas­si­ker: Die BBC hat das für 2026 geplan­te Weih­nachts­spe­cial von DOCTOR WHO abge­sagt und Rus­sell T Davies ver­lässt die Serie als Show­run­ner. Bei­des wur­de ges­tern bekannt gege­ben und bei­des hängt offen­bar zusam­men.

Davies schreibt auf Insta­gram, das Spe­cial sei ursprüng­lich nur ange­kün­digt wor­den, um in einer unkla­ren Pha­se über­haupt eine Zukunft der Serie zu garan­tie­ren. Jetzt, wo kla­rer ist, wie es wei­ter­geht, brau­che man die Brü­cke nicht mehr. Wört­lich kün­digt er an, die Fans müss­ten zwar etwas län­ger auf neue Fol­gen war­ten, dafür kom­me dann aber mehr als ein ein­zel­nes Spe­cial. Er stellt außer­dem aus­drück­lich klar, dass es nie ein Skript gege­ben habe und auch kein°e Schauspieler°in für die Rol­le des nächs­ten Doc­tor aus­ge­sucht wor­den sei. Klingt in mei­nen Ohre trotz­dem alles irgend­wie fishy. Zumal hin­ter der Reinkar­na­ti­on in Rose Tyler ja eigent­lich ein Plan gesteckt haben muss. So hofft man zumin­dest.

Die BBC selbst for­mu­liert in ihrer Mit­tei­lung, die Ent­schei­dung sei nicht leicht­fer­tig getrof­fen wor­den, man wol­le die Serie statt­des­sen lang­fris­tig neu auf­stel­len. Kon­kret bedeu­tet das, dass die Pro­duk­ti­on aus­ge­schrie­ben wird. Pro­duk­ti­ons­fir­men kön­nen sich bewer­ben, um die nächs­te Staf­fel als Kopro­duk­ti­on zu rea­li­sie­ren. Damit endet auch die bis­he­ri­ge Kon­stel­la­ti­on mit Bad Wolf aus Car­diff in der bis­he­ri­gen Form. Dis­ney+ war als inter­na­tio­na­ler Kopro­du­zent ohne­hin schon 2025 nach 26 Epi­so­den aus­ge­stie­gen.

Die letz­te Staf­fel lief im Mai 2025 und war die zwei­te und letz­te mit Ncu­ti Gat­wa in der Haupt­rol­le. Im Fina­le rege­ne­rier­te sich der Dok­tor, und am Ende stand über­ra­schend Bil­lie Piper da, die zwi­schen 2005 und 2010 die Com­pa­n­ion Rose Tyler gespielt hat­te. Ob sie damit als nächs­te Doktor°in ein­ge­führt wur­de oder in einer ande­ren Funk­ti­on zurück­kehrt, ließ die BBC sei­ner­zeit offen. Dar­an hat sich auch jetzt nichts geän­dert.

Davies gibt sich auf Insta­gram betont gelas­sen und stellt selbst die Fra­gen, die jetzt im Raum ste­hen. Bleibt das Titel­the­ma? Bleibt die blaue Box? Kom­men die Drah­vin zurück? Alles sei ver­han­del­bar, was sehr DOCTOR WHO sei. Eine bereits ange­kün­dig­te Ani­ma­ti­ons­se­rie für CBee­bies bleibt von all­dem unbe­rührt und wird pro­du­ziert.

Was die Neu­aus­schrei­bung prak­tisch bedeu­tet, ist noch völ­lig offen. Klar ist, dass die nächs­te Inkar­na­ti­on der Serie nicht mehr in der bis­he­ri­gen Form ent­ste­hen wird, weder per­so­nell an der Spit­ze noch pro­duk­ti­ons­sei­tig. Wann tat­säch­lich wie­der neue Fol­gen kom­men, dazu hält die BBC sich bedeckt. Die­se Aus­schrei­be­rei an jeden der »hier« schreit, erscheint mir einer­seits bedenk­lich, ande­rer­seits kommt viel­leicht fri­scher Wind in die Serie. Wobei mir per­sön­lich Ncu­ti Gat­wa als Doc­tor aus­ge­spro­chen gut gefal­len hat­te und auch die Fol­gen völ­lig in Ord­nung waren. Bei Dis­ney hat­te man aber offen­sicht­lich das inter­na­tio­na­le Inter­es­se am Fran­chise deut­lich über­schätzt und der Aus­stieg des Maus-Hau­ses hat die Ver­ant­wort­li­chen bei der BBC offen­bar in eine exis­ten­zi­el­le DOCTOR WHO-Kri­se gestürzt.

Das alles ist übri­gens auch des­we­gen merk­wür­dig, weil man unter­schwel­lig ein STAR TREK: STRANGE NEW WORLDS-Cross­over ange­teasert hat­te und in einem SNW-Epi­so­de eine T.A.R.D.I.S. zu sehen war, wenn man sehr genau hin­sah (Staf­fel 3, Epi­so­de 6 – »THE SEHLAT WHO ATE IT’S TAIL«), und dar­auf­hin das Nerd-Inter­net explo­dier­te.

Amazon stoppt neue STARGATE-Serie kurz vor Produktionsbeginn

Promografik Stargate

Die neue Star­ga­te-Serie bei Ama­zon ist Geschich­te, bevor auch nur eine ein­zi­ge Fol­ge gedreht wur­de. Varie­ty berich­te­te zuerst exklu­siv über die Abset­zung; das Pro­jekt hat­te im erst Novem­ber 2025 eine Seri­en­be­stel­lung von Bezos’ Bauch­la­den erhal­ten.

Show­run­ner war Mar­tin Gero, der die Serie über zwei Jah­re lang ent­wi­ckelt hat­te und dabei einen neu­en Ein­stiegs­punkt für Zuschau­er ohne Vor­wis­sen schaf­fen woll­te, ohne dabei die bestehen­de Kon­ti­nui­tät zu igno­rie­ren. Unter­stüt­zung bekam er von Star­ga­te SG-1-Vete­ra­nen: dem Show­run­ner Joseph Mal­loz­zi und dem Pro­du­zen­ten Brad Wright.

Die Ent­schei­dung zur Abset­zung fiel dabei sehr spät: Das Autoren­team hat­te bereits 20 Wochen zusam­men­ge­ar­bei­tet und die Pro­duk­ti­on befand sich in der Vor­be­rei­tungs­pha­se in Groß­bri­tan­ni­en. Laut einem Insi­der hat­ten Ama­zon-Mana­ger Beden­ken, dass Geros Ansatz nicht über die bereits bestehen­de Fan­ge­mein­de hin­aus genug Zuschau­er anspre­chen wür­de. Mal­loz­zi wider­sprach die­ser Ein­schät­zung öffent­lich auf Social Media und beton­te, man sei sich der Not­wen­dig­keit brei­ter Attrak­ti­vi­tät sehr bewusst gewe­sen.

Im Hin­ter­grund spiel­te offen­bar auch ein inter­ner Umbau bei Ama­zon MGM eine Rol­le: Die Füh­rungs­kräf­te Nick Pep­per und Matt King, die das Pro­jekt ursprüng­lich befür­wor­tet hat­ten, haben das Unter­neh­men nach einer Umstruk­tu­rie­rung unter dem neu­en »Head of World­buil­ding & Gen­re Series« (was für ein klo­bi­ger Job­ti­tel), Brett Fet­ter, ver­las­sen.

Ama­zon hat­te das Star­ga­te-Fran­chise im Zuge der MGM-Über­nah­me 2022 erwor­ben. Mal­loz­zi kom­men­tier­te die Abset­zung auf sei­nem Blog mit dem wenig opti­mis­ti­schen Titel »June 3, 2026: Star­ga­te can­cel­led, for the fourth and likely final time« und schrieb, man wer­de die Welt und die Figu­ren, die für die Serie ent­wi­ckelt wur­den, nun nie zu sehen bekom­men:

My heart breaks. For the incre­di­bly talen­ted wri­ters who work­ed tire­less­ly to bring this show to life. For Mar­tin who main­tai­ned an unwa­ve­ring posi­ti­ve out­look throug­hout despi­te the chal­lenges, and who always stro­ve to make a show that would honor the fans while wel­co­ming a new audi­en­ces. And for the long-suf­fe­ring Star­ga­te fan­dom who wai­ted so long and came so clo­se to get­ting a show they tru­ly would have loved.

Eine Über­nah­me durch einen ande­ren Sen­der oder Strea­ming­dienst ist auf­grund der Rech­te­la­ge lei­der unwahr­schein­lich. Das wie­viel­te gecan­cel­te Pro­jekt ist das jetzt im Bereich TV, Film und Games bei Ama­zon?

Pro­mo­gra­fik Star­ga­te Copy­right MGM und Ama­zon

A MINECRAFT MOVIE SQUARED

Jetzt ist die recht­ecki­ge Kat­ze aus dem nicht weni­ger wink­li­gen Sack: Offen­bar war A MINECRAFT MOVIE der­ma­ßen erfolg­reich, dass es eine Fort­set­zung geben wird. Was mich als alten MINE­CRAFT-Spie­ler sehr freut, ins­be­son­de­re auch des­we­gen, weil ich den ers­ten Film abge­fei­ert hat­te. Dabei wird es nicht nur ein Wie­der­se­hen mit den Protagonist°Innen aus dem ers­ten Teil geben (unter ande­rem Jack Black und Jason Mom­oa), es kom­men auch noch Kirs­ten Dunst und Matt Ber­ry neu hin­zu.

Regie führt erneut Jared Hess nach einem Dreh­buch von ihm und Chris Gal­let­ta.  Produzent°Innen und aus­füh­ren­de Produzent°Innen gibt es mehr, als ich hier auf­zäh­len möch­te.

Zur Ankün­di­gung spen­dier­te man ein kur­zes Video.

A MINECRAFT MOVIE SQUARED soll am 27. Juli 2027 in die US-ame­ri­ka­ni­schen Licht­spiel­häu­ser kom­men, bei uns ver­mut­lich einen Tag vor­her.

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Kommentar: This is the way …

Ich möch­te doch nach ein paar Tagen Abstand zum Kino­be­such und mei­ner Bespre­chung noch ein paar Wor­te mehr über THE MANDALORIAN AND GROGU ver­lie­ren. Es ist lan­ge her, dass mich ein STAR WARS‑, Mar­vel oder ande­rer Block­bus­ter-Film so zufrie­den aus dem Kino ent­las­sen hat. Und das eben genau, weil der Film weder sein Fran­chise oder sein Uni­ver­sum neu erfin­det, und schon gar nicht irgend­ein Gen­re, son­dern weil er ganz genau weiß, was er möch­te: Unter­hal­ten. Und das ein­fach mal tut.

Die Geschich­te ist über­schau­bar und wird kei­nen Ori­gi­na­li­täts­preis gewin­nen. Das macht aber nichts. In einer Zeit, in der mir Fil­me immer wie­der gro­ßen Spaß und gute Unter­hal­tung ver­spre­chen und lei­der zu oft dabei schei­tern, weil sie zu viel wol­len, oder weil bei Hand­lung oder Umset­zung geschlu­dert wur­de, ist es erfreu­lich, einen Stei­fen zu sehen, der sein Unter­hal­tungs­ver­spre­chen auch tat­säch­lich ein­löst. Man muss nicht alle STAR WARS-Fil­me oder Seri­en gese­hen haben, um zu ver­ste­hen, was hier pas­siert: Zum einen geht es um einen Kopf­geld­jä­ger, der für die Neue Repu­blik Bös­wat­ze fängt und zum ande­ren um das klei­ne grü­ne Wesen, für das er ver­ant­wort­lich ist und die Bezie­hung zwi­schen den bei­den. Das reicht als Hin­ter­grund. Den Rest erle­digt der Film. Dass Nerd­in­nen, die jedes Detail des Fran­chise atmen, natür­lich Freu­de an all den Quer­ver­wei­sen haben, macht es nur umso erfreu­li­cher.

Regis­seur Jon Fav­reau hat ein Gespür für klas­si­sches Aben­teu­er­ki­no, die Insze­nie­rung gemahnt stel­len­wei­se an Italo-Wes­tern oder Mafia-Dra­ma, ver­mischt mit einer 80er-Jah­re-Sen­si­bi­li­tät, die sich in der Tona­li­tät nie­der­schlägt, auch die Typo­gra­fie erin­nert sicher nicht ganz zufäl­lig an »älte­re Zei­ten«. Die Mischung aus Gewalt und herz­er­wär­men­den Sze­nen (zuge­ge­ben weni­gen) mag selt­sam erschei­nen, aber erin­nert eben deut­lich an Hol­ly­woods gol­de­ne­re Zei­ten, an die angeb­lich so »guten alten« Zei­ten (die auch ihre Pro­ble­me hat­ten), aber als noch nicht jeder Film von orga­ni­sier­ten Troll­ar­meen mit Hate über­zo­gen wur­de.

Es gibt eine Sequenz ganz ohne Dia­log, in der man Gro­gu dabei zuschaut, wie er erwach­se­ner wird, wie er sich in die­ser rie­si­gen Gala­xis zurecht­fin­det und die dabei Lie­be und Ver­lust so bei­läu­fig und gleich­zei­tig so tief­grei­fend ver­han­delt, dass man das kaum ange­mes­sen beschrei­ben kann. Wer bei die­ser Sze­ne nicht gefan­gen wird, hat ver­mut­lich ein Herz aus Bes­kar.

Dazu kommt, dass man über­all dort, wo es mög­lich war, auf prak­ti­sche Sets und ech­te Krea­tu­ren gesetzt hat, und das merkt man. Die Welt fühlt sich greif­bar an, man taucht ein, ohne dass irgend­et­was die Illu­si­on bricht. Die weni­gen Momen­te, in denen der Film stär­ker auf digi­ta­le Effek­te ange­wie­sen ist, fal­len dage­gen bei­na­he etwas ab, aber das ändert am Gesamt­ein­druck wenig.

Über Lud­wig Gör­ans­sons Score muss ich noch­mal ein paar Wor­te ver­lie­ren, denn der ist schlicht­weg her­aus­ra­gend. Nor­ma­ler­wei­se ord­net sich Film­mu­sik dem Gesche­hen unter, hier ist sie gleich­be­rech­tig­ter Erzäh­ler. Der Sound­track trägt jede Sze­ne, gibt dem Film eine emo­tio­na­le Tie­fe, die über das Visu­el­le weit hin­aus­geht, und ist dabei so eigen­stän­dig, dass man ihn auch los­ge­löst vom Film hören will. Das ist meis­ter­haft und ich hat­te schon gefürch­tet, dass die­se Kunst, einen Sound­track so zu gestal­ten, ver­lo­ren schien. Weil halt zu vie­le Hol­ly­wood-Kom­po­nis­ten heut­zu­ta­ge am Com­pu­ter (oder viel­leicht sogar KI-unter­stützt) Scores desi­gnen, die sich auch dann noch ste­ril  und see­len­los anhö­ren, wenn sie für ein Orches­ter neu arran­giert wer­den.

Ist der Film feh­ler­frei? Nein. Die Hand­lung stol­pert an ein paar Stel­len, man­ches löst sich etwas zu bequem auf, und ein­zel­ne Dia­lo­ge hät­ten weni­ger erklä­rend sein dür­fen. Aber das sind klei­ne Krat­zer in einer ansons­ten sau­ber polier­ten Ober­flä­che. Im Kern ist THE MANDALORIAN AND GROGU ein Film, der es sich zur Auf­ga­be gemacht hat, sei­nem Publi­kum für zwei Stun­den ein Lächeln ins Gesicht zu zau­bern, und die­se Auf­ga­be nimmt er so ernst, dass man ihm die klei­nen Schwä­chen ger­ne nach­sieht. In einer Zeit, in der gefühlt jeder zwei­te Kino­film ver­spricht, leich­te Unter­hal­tung zu sein, und dann doch etwas ganz ande­res ablie­fert, ist es fast schon sub­ver­siv, wenn ein Film sein Ver­spre­chen tat­säch­lich ein­fach mal ein­löst.

p.s.: Hau­fen­wei­se Kri­ti­ker und Medi­en ver­su­chen den Film schlecht­zu­schrei­ben, aber 88% Audi­ence Score auf Rot­ten Toma­toes spricht eine eben­so deut­li­che Spra­che wie die 7 von 10 auf der noto­risch troll­ver­seuch­ten Platt­form imdb.

Pro­mo­fo­to Copy­right Lucas­Film & Dis­ney

AHSOKA: Zweite Staffel der STAR WARS-Serie soll Anfang 2027 kommen

Dis­ney hat wäh­rend der Upfront-Prä­­sen­­ta­­ti­on in New York einen gro­ben Start­ter­min für die zwei­te Staf­fel von AHSOKA bekannt­ge­ge­ben. Haupt­dar­stel­le­rin Rosa­rio Daw­son ver­kün­de­te per­sön­lich, dass die neu­en Fol­gen der STAR WARS-Serie Anfang 2027 bei Dis­ney+ erschei­nen sol­len.

Dis­ney zeig­te zudem einen ers­ten Blick hin­ter die Kulis­sen, in dem Seri­en­ma­cher Dave Filo­ni und meh­re­re Dar­stel­ler über die Pro­duk­ti­on spre­chen. Inhalt­li­che Details gab es aller­dings noch nicht, nur Daw­sons Hin­weis, dass die Schlach­ten grö­ßer und die Ein­sät­ze höher wer­den sol­len. Na dann.

Zur Erin­ne­rung: Die ers­te Staf­fel lief 2023 und knüpf­te an STAR WARS REBELS an. Im Fina­le stran­de­ten Ahso­ka Tano und Sabi­ne Wren in einer frem­den Gala­xie, wäh­rend Groß­ad­mi­ral Thrawn die Rück­kehr in die bekann­te Gala­xis gelang. Der aus Roma­nen und Ani­ma­ti­ons­se­ri­en bekann­te Impe­ri­ale Offi­zier will dort die Über­res­te des Impe­ri­ums neu orga­ni­sie­ren. Ob dar­aus die FIRST ORDER wer­den wird?

Nicht ganz über­ra­schend kehrt Hay­den Chris­ten­sen als Ana­kin Sky­wal­ker zurück, nach­dem die Figur bereits in Rück­blen­den und Visio­nen der ers­ten Staf­fel zu sehen war (was nach der Vor­ge­schich­te in CLONE WARS im Prin­zip auch zwin­gend war). Neu besetzt wer­den muss­te Bay­lan Skoll: Nach dem Tod von Ray Ste­ven­son über­nimmt Rory McCann die Rol­le, den man als San­dor Cle­ga­ne ali­as The Hound aus GAME OF THRONES kennt. Er hat gro­ße Schu­he aus­zu­fül­len, denn Ste­ven­son war in der Rol­le äußerst beliebt.

Filo­ni kün­dig­te außer­dem ein Wie­der­se­hen mit Admi­ral Ack­bar an, der auf Thrawn tref­fen soll. Damit deu­tet sich eine stär­ke­re Ver­knüp­fung mit Filo­nis geplan­tem STAR WARS-Kino­­­film an, der meh­re­re Seri­en­hand­lun­gen zusam­men­füh­ren soll. Wer also seit REBELS dar­auf war­tet, dass die ver­schie­de­nen Fäden end­lich zusam­men­lau­fen: Es tut sich was.

Pro­mo­gra­fik Copy­right Dis­ney+ und Lucas­Film

Teaser: STUART FAILS TO SAVE THE UNIVERSE

Es sieht ein wenig aus wie SLIDERS on Acid: Der ers­te Teaser zur Fern­seh­se­rie STUART FAILS TO SAVE THE UNIVERSE, der im Juli bei HBO star­ten­den vier­ten Show aus dem THE BIG BANG THEORY-Fran­chise (die Mut­ter­se­rie, YOUNG SHELDON, GEORGIE & GRACIE’S FIRST MARRIAGE).

Anhänger°Innen von TBBT erin­nern sich sicher­lich an den stets ein wenig glück­lo­sen Inha­ber des Comic­shops, Stuart Bloom, kon­ge­ni­al dar­ge­stellt von Kevin Suss­mann. Eben­falls in Haupt­rol­len mit dabei sind wei­te­re schrä­ge Figu­ren aus der Mut­ter­se­rie: Bri­an Posehn als Geo­lo­ge Bert Kib­b­ler, John Ross Bowie als Shel­dons Neme­sis Bar­ry Krip­ke und Lau­ren Lap­kus als Deni­se, mehr oder weni­ger Freun­din von Stuart. Wei­te­re Schauspieler°Innen aus TBBT sol­len Gast­auf­trit­te haben:

Zum Inhalt ist noch wenig bekannt, aber Stuart fin­gert wohl an einer Erfin­dung von Shel­don und Leo­nard her­um, was dazu führt, dass die vier durch eine Rei­he par­al­le­ler Uni­ver­sen rei­sen und ver­su­chen, die­se zu repa­rie­ren und nach Hau­se zu kom­men.

Das Team hin­ter der Serie ist das­sel­be wie bei BIG BANG, näm­lich Chuck Lor­re, Zak Penn und Bill Pra­dy. Lor­re beschrieb die Show als »Sci­ence Fic­tion-Action-Aben­teu­er-Come­dy« und er sagt, das er mal was machen wol­le, das ihn her­aus­for­de­re, mit Spe­zi­al­ef­fek­ten und Com­pu­ter­gra­fik, bis­lang »hät­ten sei­ne Pro­jek­te aus Leu­ten bestan­den, die auf Sofas saßen und reden«.

STUART FAILS TO SAVE THE UNIVERSE soll am 23. Juli 2026 bei HBO Max star­ten. Ich freue mich sehr auf die­se Show und der Teaser sieht schon­mal sehr viel­ver­spre­chend aus.

Teaser eng­lisch:

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Teaser deutsch (mit Über­set­zun­gen die lei­der mal wie­der schlecht sind):

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Trailer: PERFECT BLUE in 4K Ende Mai im Kino

Sato­shi Kons PERFECT BLUE kommt am 26. Mai 2026 in einer neu­en 4K-Restau­rie­rung zurück in die deut­schen Kinos. Crun­chy­roll und Sony Pic­tures haben dazu heu­te einen neu­en Trai­ler ver­öf­fent­licht.

Für alle, die den Film nicht ken­nen: PERFECT BLUE war 1997 das Regie­de­büt von Sato­shi Kon, ent­stand im Stu­dio Mad­house und basiert lose auf einem Roman von Yoshi­ka­zu Takeuchi. Kon hat­te die Vor­la­ge aller­dings ziem­lich radi­kal umge­baut. Im Kern geht es um die jun­ge Pop­sän­ge­rin Mima, die ihre Girl­group CHAM! ver­lässt, um Schau­spie­le­rin zu wer­den. Der Über­gang wird zum Alb­traum: Sie wird mit einer Ver­ge­wal­ti­gungs­sze­ne und einem Akt­shoo­ting kon­fron­tiert, erhält Droh­brie­fe, und im Netz taucht ein Tage­buch auf, das inti­me Details aus ihrem All­tag preis­gibt, die eigent­lich nur sie ken­nen kann. Als dann auch noch Men­schen in ihrem Umfeld ermor­det wer­den, ver­liert Mima zuneh­mend den Bezug zur Rea­li­tät. Das klingt nach einem typi­schen Thril­ler, aber Kon ver­wisch­te die Gren­zen zwi­schen Rea­li­tät, Fik­ti­on und Wahn so kon­se­quent, dass man als Zuschauer°In irgend­wann genau­so ori­en­tie­rungs­los ist, wie die Haupt­fi­gur. Die You­Tube-Beschrei­bung zum Trai­ler bringt es ganz gut auf den Punkt: Ein zeit­lo­ses Meis­ter­werk, das Mil­lio­nen inspi­riert hat.

Und das ist kei­ne Über­trei­bung. PERFECT BLUE war bei sei­ner Erst­ver­öf­fent­li­chung zwar kein kom­mer­zi­el­ler Erfolg – der Film wur­de ursprüng­lich für den Direct-to-Video-Markt pro­du­ziert – aber sein Ein­fluss auf west­li­che Filmemacher°Innen ist enorm. Dar­ren Aro­nof­sky über­nahm für REQUIEM FOR A DREAM die berühm­te Bade­wan­nen­sze­ne prak­tisch eins zu eins, und auch die Par­al­le­len zu BLACK SWAN sind kaum zu über­se­hen, selbst wenn Aro­nof­sky das bestrei­tet. Kon selbst hat in sei­nem Blog damals geschrie­ben, dass er in REQUIEM FOR A DREAM Sze­nen wie­der­erkannt habe, die sei­nen eige­nen Sto­ry­boards ent­spra­chen. Madon­na ver­wen­de­te Aus­schnit­te aus PERFECT BLUE auf ihrer Drow­ned World Tour 2001, und Ter­ry Gil­liam setz­te ihn auf sei­ne Lis­te der 50 bes­ten Ani­ma­ti­ons­fil­me. Das alles für einen Film, der sei­ne Pro­duk­ti­ons­kos­ten von rund drei Mil­lio­nen Dol­lar nicht ein­spiel­te. Kon, der 2010 im Alter von nur 46 Jah­ren an Bauch­spei­chel­drü­sen­krebs starb, hat den vol­len Nach­hall sei­nes Werks lei­der nicht mehr erlebt.

Dass man PERFECT BLUE jetzt in 4K auf der gro­ßen Lein­wand sehen kann, ist eine der sel­te­nen Gele­gen­hei­ten, bei der sich der Gang ins Kino wirk­lich lohnt – selbst wenn man den Film schon kennt. Oder gera­de dann. Deutsch­land­start ist am 26. Mai 2026 als Ori­gi­nal mit Unter­ti­teln.

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