Gesellschaft

Aethercircus in Stade abgesagt – Clockworker und PhantaNews fragen nach

Hier auf Phan­ta­News hat­te ich bis­lang nicht dar­über berich­tet – allein das bereits eine unver­zeih­li­che Unter­las­sung die man mir ver­ge­ben möge – aber im hohen Nor­den in Sta­de soll­te in der »Fes­tung Grau­er­ort« Ende des Monats April 2012 eine Ver­an­stal­tung unter dem viel­ver­spre­chen­den Titel »Aether­cir­cus« statt­fin­den. Wie der Name bereits ver­mu­ten lässt, soll­te es sich dabei um einen Steam­punk-Event han­deln.

Das wäre natür­lich groß­ar­tig gewe­sen, ins­be­son­de­re, da sol­che Ver­an­stal­tun­gen ins­be­son­de­re in den USA, aber auch in Groß­bri­tan­ni­en und im rest­li­chen Euro­pa inzwi­schen zwar häu­fig anzu­tref­fen, in Deutsch­land jedoch nach wie vor Man­gel­wa­re sind.

Lei­der muss­ten die Ver­an­stal­ter den Aether­cir­cus Anfang die­ser Woche kurz vor dem Ter­min kom­plett absa­gen, da die Ver­wal­tung der Han­se­stadt Sta­de kurz­fris­tig und uner­war­tet Auf­la­gen mach­te, die nicht erfüll­bar waren.

Das woll­ten wir genau­er wis­sen. In Zusam­men­ar­beit mit dem Clock­wor­ker – bekann­ter­ma­ßen eine pro­fi­lier­tes­ten deut­schen Steam­punk-Sei­ten über­haupt – haben wir bei der Bür­ger­meis­te­rin der Stadt Sta­de, Sil­via Nie­ber (SPD), ange­fragt, um ein paar offe­ne Fra­gen in die­sem Zusam­men­hang zu klä­ren – und um es wei­te­ren Ver­an­stal­tern für die Zukunft zu ermög­li­chen, sol­che und ande­re Klip­pen zu umschif­fen.

Der Text die­ser Anfra­ge fin­det sich im Fol­gen­den. Sobald wir eine Ant­wort erhal­ten, wer­den wir auch die­se ver­öf­fent­li­chen.

Hugo-Nominierungen 2012

Die 2012er Nomi­nier­ten­lis­te für die all­jähr­lich von der World Sci­ence Fic­tion Socie­ty ver­lie­he­nen Hugo-Awards ist raus. Nun mag man an der Sinn­haf­tig­keit von sol­chen Aus­zeich­nun­gen grund­sätz­lich zwei­feln, aller­dings sehe ich in den US-Prei­sen aus ver­schie­de­nen Grün­den mehr Inhalt und Kom­pe­tenz als bei den hie­si­gen: die schie­re Men­ge an Abstim­men­den ist eben­so viel grö­ßer als bei uns, wie auch die pure Men­ge an Phan­tas­tik-Out­put in den Staa­ten (von der wir hier lei­der nur einen ver­schwin­dend gerin­gen Bruch­teil zu sehen bekom­men).

Ich hal­te die US-Nomi­nie­run­gen und ‑Ver­lei­hun­gen des­we­gen ins­be­son­de­re für eine treff­li­che Vor­schlags­lis­te, die dem inter­es­sier­ten Leser pri­ma Hin­wei­se gibt, was man sich mal zum Lesen oder in Sachen Fil­me und Fern­seh­se­ri­en zum Anse­hen vor­neh­men soll­te. Und das gera­de des­we­gen, weil es mög­li­cher­wei­se nicht in deut­scher Spra­che erscheint, da die Ableh­ner Ent­schei­der bei den Publi­kums­ver­la­gen der Ansicht sind, dass das hier­zu­lan­de eh nie­mand liest.

Die Hugos wer­den am 2. Sep­tem­ber 2012 auf dem sieb­ten Chi­con in Chi­ca­go ver­lie­hen.

Best Novel (932 bal­lots)
Among Others by Jo Walt­on (Tor)
A Dance With Dra­gons by Geor­ge R. R. Mar­tin (Ban­tam Spec­tra)
Dead­line by Mira Grant (Orbit)
Embas­sy­town by Chi­na Mié­ville (Macmil­lan /​ Del Rey)
Levia­than Wakes by James S. A. Corey (Orbit)

Osterei: PAC-MAN – THE MOVIE

Im Ernst, seht euch die­sen Fan-Kurz­film an, der ist näm­lich groß­ar­tig! In Wirk­lich­keit ist PAC-MAN ein Geheim­pro­jekt der US-Regie­rung …

Mehr Details zum Regis­seur, Autor und Schau­spie­ler James Farr auf sei­ner Web­sei­te, auch das Pro­jekt an sich ist selbst­ver­ständ­lich im Web zu fin­den.

http://​www​.you​tube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​l​7​o​a​d​c​h​Z​MYA#!

Der Phantastische Bücherbrief 580

Mit leich­ter Ver­spä­tung lie­fert Erik Schrei­ber die Aus­ga­be Num­mer 580 sei­nes Phan­tas­ti­schen Bücher­brie­fes. Doch die­se Ver­spä­tung hat­te einen guten Grund:

Wie bekannt ist, schreibt Erik nicht nur Bücher­brie­fe, son­dern betreibt zudem noch den Ver­lag »Saphir im Stahl«. Dort sind soeben zwei neue Bücher erschie­nen. Zum einen der Gedicht­band EIN AUGENBLICK FÜR ZWEI und zum ande­ren der SF-Roman ALLE ZEIT DER WELT von Pia Biundo. Da Erik mit den Vor­be­rei­tun­gen für die­se Ver­öf­fent­li­chun­gen befasst war, ver­schob sich as Erschei­nen des aktu­el­len Bücher­briefs ver­ständ­li­cher­wei­se. Alle Infor­ma­tio­nen zu den Büchern fin­det der Inter­es­sier­te auf der Web­sei­te von »Saphir im Stahl«.

Der Bücher­brief 580 (März 2012) beginnt mit einem äußerst sach­kun­di­gen und infor­ma­ti­ven Nach­ruf auf den lei­der Anfang März ver­stor­be­nen Autoren Hans Knei­fel. Danach folgt die bekann­te Mischung aus Rezen­sio­nen von Büchern, Comics und Maga­zi­nen aus dem wei­ten Bereich Phan­tas­tik, aber auch Fan­zines wer­den beleuch­tet.

Phan­tas­ti­scher Bücher­brief 580 – März 2012 (PDF, ca. 260 kB)

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Cover ALLE ZEIT DER WELT Copy­right Saphir im Stahl

Das neue Ende für Commander Shepard: MASS EFFECT 3 – EXTENDED CUT

Bio­Wa­re tut es tat­säch­lich: nach mas­si­ven Fan­pro­tes­ten über das nicht zufrie­den stel­len­de Ende des drit­ten und letz­ten Teils der SF-Saga MASS EFFECT um Com­man­der She­pard, hat sich der Ent­wick­ler ent­schlos­sen, ein neu­es Ende für das Spiel als Down­load­con­tent bereit zu stel­len. Unklar ist noch, ob es zusätz­li­che Spiel­in­hal­te geben wird, oder »nur« neue Cine­ma­tics und Epi­log-Sze­nen ange­bo­ten wer­den. Gelie­fert wer­den soll »mehr Klar­heit« über das Ende des Sto­ry­bo­gens, der sich über immer­hin drei Spie­le und fast fünf Jah­re hin­zog.

Bio­Wa­re-Mit­grün­der Ray Muzy­ka sagt dazu (Über­set­zung von mir):

Wir sind alle unge­heu­er stolz auf MASS EFFECT 3 und die von Casey Hud­son und sei­nem Team geleis­te­tet Arbeit. Seit dem Launch­hat­ten wir Zeit, uns das Feed­back unse­rer glü­hends­ten Fans anzu­hö­ren und wir reagie­ren nun dar­auf. Mit MASS EFFEC §: EXTENDED CUT sind wir der Ansicht, dass wir eine gute Balan­ce dazwi­schen gefun­den haben die Ant­wor­ten zu geben, nach denen die Spie­ler ver­lan­gen, und gleich­zei­tig die künst­le­ri­sche Visi­on des Teams für das Ende des Hand­lungs­bo­gens im MASS EFFECT-Uni­ver­sum bei­zu­be­hal­ten.

Da darf man gespannt sein, wie umfang­reich die Ände­run­gen sind und in wie weit man auf der »künst­le­ri­schen Visi­on des Teams« besteht.

Mir sei eine per­sön­li­che Anmer­kung erlaubt: Kunst hin oder her, wenn ein gro­ßer Teil der Spie­ler das Ende eines sol­chen Pro­duk­tes unzu­läng­lich fin­det, dann ist das kei­ne Klei­nig­keit und ein Argu­ment. Klar kann man mit künst­le­ri­schen Ansprü­chen kom­men – das bedeu­tet letzt­end­lich aber nichts ande­res als »wir wssen bes­ser, was eine gute Sto­ry ist als ihr«. Bei Büchern und Fil­men haben wir als Kon­su­men­ten die­se Mög­lich­keit der Ände­rung nicht (die hat nur ein Geor­ge Lucas), wenn uns etwas nicht gefällt. Bei einem Com­pu­ter­spiel, ins­be­son­de­re bei einem das mit Down­load­con­tent erwei­tert wer­den kann – ist die tech­ni­sche Vor­aus­set­zung im Gegen­satz zu den eben genann­ten Medi­en aber durch­aus gege­ben und alles ande­re als illu­so­risch. War­um also soll­te man dann nicht dar­auf bestehen, ein adäqua­tes und zufrie­den­stel­len­des Ende zu bekom­men? Es gab Stim­men aus der Bran­che, die haben gesagt, Bio­Wa­re sol­le sich dar­auf nicht ein­las­sen und haben eben­falls etwas von »Kunst« erzählt und dass der Künst­ler den Ver­lauf der Hand­lung bestimmt. Ja, auch ein Com­pu­ter­spiel ist Kunst, manch eines sogar weit­aus künst­le­ri­scher als so man­cher uner­träg­li­che Film. Aber war­um soll man die tech­ni­schen Mög­lich­kei­ten des Medi­um nicht nut­zen? War­um nicht den krea­ti­ven Input der Fans anneh­men, um ein Kunst­werk noch bes­ser zu machen? Wird das Kunst­werk dadurch schlech­ter?

Ich sage: nein!

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Pro­mo-Gra­fik MASS EFFECT 3 Copy­right Bio­Wa­re und Elec­tro­nic Arts

Lindsey Stirling & Peter Hollens: SKYRIM

Sän­ger Peter Hol­lens und Gei­gen-Elfe Lind­sey Stir­ling haben sich für eine Inter­pre­ta­ti­on der Titel­mu­sik des Com­pu­ter­spiel-Block­bus­ters SKYRIM zusam­men getan. Musi­ka­lisch ist das sehr anspre­chend, aller­dings soll­te man wie schon beim Video zur HERR DER RINGE-Musik dem Cut­ter Devin Gra­ham sei­ne Schnit­te um die Ohren hau­en!

Peter Hol­lens Stim­me wur­de für das Stück aus ins­ge­samt 114 Tracks zusam­men­ge­mischt (mit dem Trick wür­de ich mich als Chor wahr­schein­lich auch gran­di­os anhö­ren ;o). Nichts­des­to­trotz eine sehr coo­le Num­mer.

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Und nochmal Kickstarter: SHADOWRUN RETURNS

Jor­dan K. Weis­man war nicht nur einer der Grün­der der legen­dä­ren Spie­le­schmie­de FASA (BATTLETECH), son­dern auch einer der Mit­er­fin­der des Rol­len­spiel-Syst­zems und ‑Hin­ter­grunds SHADOWRUN. Zudem stam­men von ihm auch Brett- und Com­pu­ter­spiel­ver­sio­nen des bril­li­an­ten Die­sel­punk-Spiels CRIMSON SKIES.

In SHADOWRUN wird die Geschich­te einer Zukunft erzählt, in der Tech­nik auf Magie trifft. Mit dem Ende des Maya-Kalen­ders (also hoch­ak­tu­ell) beginnt das nächs­te Zeit­al­ter der Mensch­heit und die Magie kehrt auf die Erde zurück. Der Ein­fluss der Magie führt dazu, dass Gene reak­ti­viert wer­den, die lan­ge »geschla­fen« haben und im Zuge der »Gobli­ni­sie­rung« ent­ste­hen die alten Ras­sen, wie Elfen, Zwer­ge Orks und Trol­le neu. Die Welt wird beherrscht von Mega­cor­po­ra­ti­ons, Magi­ern und Netz­jo­ckeys, in den Schlupf­lö­chern die­ser Welt – abseits von Iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mern und Sar­a­ri­män­nern, exis­tie­ren die Shadowrun­ner, die für den pas­sen­den Betrag jeden Auf­trag aus­füh­ren.

Jor­dan K. Weis­man hat inzwi­schen die Rech­te an SHADOWRUN, die nach der FASA-Plei­te durch ver­schie­de­ne Hän­de gin­gen und auch mal von Micro$soft in ein mise­ra­bles Spiel umge­setzt wur­den, wie­der selbst in den Hän­den. Er plant nun ein Com­pu­ter­spiel auf die­ser Basis und sam­melt – wie es der­zeit ja unge­heu­er en vogue ist – via Kick­star­ter Geld ein, um das rea­li­sie­ren zu kön­nen. Das wird auch funk­tio­nie­ren: bereits ges­tern waren 30000 Dol­lar zusam­men gekom­men, heu­te sind es schon fast 350000 – benö­tigt wer­den 400000 Bucks. Die Rea­li­sie­rung ist somit qua­si bereits jetzt sicher.

Laut Weis­man soll SHADOWRUN ein run­den­ba­sier­tes Stra­te­gie­spiel mit Rol­len­spiel­ele­men­ten wer­den, das die vier grund­le­gen­den Ebe­nen des SR-Uni­ver­sums ein­be­zieht: die phy­si­sche und das Netz, sowie die mythi­sche und die astra­le Ebe­ne sol­len von ent­spre­chend fähi­gen Cha­rak­te­ren genutzt wer­den kön­nen. Als Cha­rak­te­re sol­len zur Ver­fü­gung ste­hen: der Stra­ßen­sa­mu­rai, der Netrun­ner, der Magi­er und der Scha­ma­ne, alles klas­si­sche Arche­ty­pen aus dem Rol­len­spiel.

Für die Ent­wick­lung des Plots konn­ten nam­haf­te Autoren gewon­nen wer­den, die der SHADOR­UN-Fan bereits durch Roman­ver­öf­fent­li­chun­gen aus dem­sel­ben Hin­ter­grund kennt, zum Bei­spiel: Micha­el A. Stack­po­le, Mike Mul­vihill, Tom Dowd, Malik Toms, Mel Odom, Jason Har­dy und Ste­phen Ken­son. Das freut mich ins­be­son­de­re des­we­gen ganz beson­ders, da es seit der FASA-Plei­te kei­ne neu­en eng­li­schen Roma­ne vor dem Hin­ter­grund mehr gab und der weit­aus größ­te Teil der von deutsch­spra­chi­gen Autoren ver­fass­ten Bücher ein­fach nur erbärm­lich schlecht ist (sehen wir mal von Heitz, Wies­ler und Lukas ab).

Ein wich­ti­ger Teil des Pro­jekts soll der Level-Edi­tor wer­den, der es jedem Inter­es­sier­ten ermög­li­chen soll, eige­ne Sze­na­ri­os für das Spiel zu erstel­len, die man dann Drit­ten zur Ver­fü­gung stel­len kann.

Geil!

Shoot Straight. Con­ser­ve Ammo. And Never Cut a Deal With A Dra­gon.

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Shadowrun-Logo Copy­right Jor­dan K. Weis­man

STAR TREK PHASE II – THE CHILD

STAR TREK PHASE II (vor­mals STAR TREK NEW VOYAGES) ist ein Fan­pro­jekt, dass es sich zur Auf­ga­be gemacht hat, die Aben­teu­er der ori­gi­na­len Enter­pri­se unter Cap­tain Kirk nach der drit­ten Staf­fel wei­ter zu erzäh­len. Dabei sind ein paar bemer­kens­wer­te Epi­so­den ent­sten­den, bei denen auch Schau­spie­ler wie Wal­ter Koe­nig oder Geor­ge Takei mit­wirk­ten und ihre Rol­len als Che­kov und Sulu wie­der auf­nah­men.

Aktu­ell ist THE CHILD fer­tig gestellt wor­den und kann vor­erst auf You­tube begut­ach­tet wer­den. Das Skript zu THE CHILD stammt aus der nie rea­li­sier­ten Nach­fol­ge­se­rie die wie die Fan­se­rie den Namen PHASE II tra­gen soll­te (unter Fans inzwi­schen als THE LOST YEARS bekannt). Es han­del­te sich hier­bei um eine in den 1970ern geplan­te Fort­set­zung von STAR TREK, die aber nie rea­li­siert wur­de; statt­des­sen pro­du­zier­te man den ers­ten Kino­film.

Das Dreh­buch wur­de bereits im Jahr 1988 für die zwei­te Staf­fel von STAR TREK THE NEXT GENERATION adap­tiert, hier wird Coun­se­lor Dean­na Troi uner­war­tet und »unbe­fleckt« schwan­ger und trägt ein beson­de­res Kind aus. Es dürf­te sehr span­nend sein zu sehen, wie die Crew von PHASE II das Gan­ze umge­setzt hat, von denen man durch­aus auch unge­wöhn­li­che Stoff­um­set­zun­gen gewohnt ist, bei­spiels­wei­se ließ man in einer Fol­ge Che­kov ster­ben.

Der­zeit kann man sich THE CHILD aus­schließ­lich in meh­re­re Tei­le auf­ge­teilt auf You­tube anse­hen (auch in 720er HD), die Ver­sio­nen zum Her­un­ter­la­den und Strea­men auf der offi­zi­el­len Web­sei­te wer­den ver­mut­lich in Kür­ze fol­gen, man hat dort ob des unge­heu­ren Fan­inter­es­ses immer wie­der etwas Band­brei­ten­pro­ble­me.

Eine der Vor­aus­set­zun­gen dafür, dass Rech­te­inha­ber CBS den Pro­du­zen­ten die Erstel­lung und Ver­brei­tung ihrer Wer­ke erlaubt hat, ist die Vor­ga­be, dass sie damit kein Geld ver­die­nen dür­fen (eine ande­re ist mit Sicher­heit, dass Gene Rod­den­ber­rys Sohn Euge­ne das Pro­jekt deut­lich unter­stützt und sich dafür ein­ge­setzt hat), des­we­gen ist die Finan­zie­rung nicht ganz ein­fach. Wer hel­fen möch­te fin­det auf der offi­zi­el­len Web­sei­te die Mög­lich­keit zu spen­den.

[Update:] Aktu­ell (03.04.2012, 21:30 Uhr) sind die Vide­os auf You­tube trotz der Ankün­di­gung auf der offi­zi­el­len Face­book-Sei­te wie­der ver­schwun­den.

http://​www​.you​tube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​6​w​q​j​H​A​v​-​Zn8

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Screen­shot aus dem Teaser von THE CHILD: Copy­right STAR TREK PHASE II

Eine halbe Million Dollar für Larry Laffer

Wer?

Die­je­ni­gen unter uns, die sich noch an Com­pu­ter­gra­fik mit einer höchst begrenz­ten Anzahl von Pixeln und Far­ben erin­nern kön­nen (bei­spiels­wei­se 256 – Far­ben nicht Pixel), ken­nen garan­tiert auch Lar­ry Laf­fer, den Mann im wei­ßen Anzug, bes­ser unter sei­nem Pseud­onym LEISURE SUIT LARRY bekannt. Na gut, auch Jün­ge­re kön­nen ihn ken­nen da es noch meh­re­re Neu­auf­la­gen gab, die letz­te Ende der 90er.

Die Aben­teu­er des LEISURE SUIT LARRY dreh­ten sich um die Ver­su­che des Prot­ago­nis­ten, bei der Damen­welt zu lan­den, kamen sati­risch-humo­rig daher und nah­men ins­be­son­de­re den »ame­ri­can way of life« gehö­rig auf die Schip­pe. Erson­nen wur­de Lar­ry vom Kult-Spie­le­ent­wick­ler Al Lowe.

Die Texa­ner von Replay Games haben soeben die Rech­te an Lar­ry erwor­ben und wol­len nun ein Adven­ture im klas­si­schen Stil auf die Bei­ne stel­len. Um an das dafür not­wen­di­ge Geld zu kom­men, haben sie ein Kick­star­ter-Pro­jekt mit dem viel­sa­gen­den Titel »make Lei­su­re Suit Lar­ry come again« ein­ge­rich­tet, um die finan­zi­el­len Mit­tel bei den Fans ein­sam­meln zu kön­nen. Benö­tigt wer­den 500000 Dol­lar. Das dürf­te wahr­schein­lich funk­tio­nie­ren, kurz nach dem Start waren bereits über 80000 Bucks zusam­men gekom­men.

Beson­ders inter­es­sant dürf­te das Pro­jekt ins­be­son­de­re auch des­we­gen sein, weil man Alt­meis­ter Al Lowe per­sön­lich für die Ent­wick­lung des Spiel gewin­nen konn­te.

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Erschei­nen wird der neue Lar­ry (der tat­säch­lich eine moder­ni­sier­te Neu­auf­la­ge des ers­ten Teils wer­den soll) für den PC, erhält­lich als Down­load. Soll­te mehr als die hal­be Mil­li­on zusam­men kom­men, könn­te das Spiel auch für wei­te­re Platt­for­men umge­setzt wer­den, ange­dacht wur­den bereits Linux, Mac OS, Xbox Live, Play­sta­ti­on Net­work, iOS (iPho­ne und iPad), Win­dows Pho­ne und Kind­le. Auch wird es bei dann mög­li­cher­wei­se Sprach­ver­sio­nen geben. Geht so rich­tig viel Geld ein, wird man den Sound­track von einem Orches­ter ein­spie­len las­sen.

Um im Duk­tus zu blei­ben: gei­le Num­mer! :o)

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Screen­shot aus LEISURE SUIT LARRY IN THE LAND OF THE LOUNGE LIZARDS Copy­right 1987 Sier­ra Online & Al Lowe, Kon­ter­fei des neu­en Lar­ry Copy­right Replay Games

Willkommen im Tal der Ahnungslosen!

Die Jün­ge­ren unter uns mögen es viel­leicht nicht wis­sen: zu Zei­ten des geteil­ten Deutsch­lands wur­den Regio­nen in der DDR, die kein West­fern­se­hen emp­fan­gen konn­ten und des­we­gen auf das zen­sier­te Staats­fern­se­hen ange­wie­sen waren, als »Tal der Ahnungs­lo­sen« bezeich­net.

Heu­te ist in Sachen US-Fern­seh­se­ri­en ganz Deutsch­land ein Tal der Ahnungs­lo­sen. War­um? Wer­fen wir mal einen Blick auf eine Tabel­le aus der Wiki­pe­dia, in der inter­na­tio­na­le Sen­de­ter­mi­ne der von J. J. Abrams (LOST) pro­du­zier­ten Serie ALCATRAZ ver­zeich­net wur­den:

Start der Serie in den USA war am 16.  Janu­ar 2012. Bei den Ara­bern konn­te man sie bereits drei Tage spä­ter sehen, im spa­ni­schen Pay-TV einen (!) Tag danach, im dor­ti­gen Free-TV schon am 8. Febru­ar. Auch die ande­ren Sen­de­ter­mi­ne welt­weit spre­chen eine deut­li­che Spra­che: wenn auch nicht zeit­gleich, so konn­te man die Serie in zahl­lo­sen Län­dern – auch euro­päi­schen – inner­halb kür­zes­ter Zeit nach der Pre­miè­re im US-Fern­se­hen gou­tie­ren.

Nur bei uns dau­ert es Jah­re bis zu einer Aus­strah­lung.

Klar: es wird syn­chro­ni­siert, weil der Groß­teil der deut­schen Fern­seh­zu­schau­er (angeb­lich?) kei­nen Bock hat, Seri­en im eng­li­schen Ori­gi­nal zu sehen. Ange­sichts der Absatz­zah­len von Ori­gi­nal­ton-Seri­en in iTu­nes und ange­sichts der Down­load­zah­len in Tausch­bör­sen und von Share­hos­tern kann ich nicht so recht glau­ben, dass hier­zu­lan­de kein Markt besteht. Und den­noch: teil­wei­se jah­re­lan­ges War­ten ist die Regel (oder Seri­en wer­den gar nicht erst gezeigt).

Noch ein Bei­spiel gefäl­lig?

Die Mär­chen-Mys­tery-Cop-Serie GRIMM, wur­de in den USA soeben für eine zwei­te Staf­fel erneu­ert. Start­ter­min USA: 28. Okto­ber 2011. In Schwe­den bereits am 17. Novem­ber 2011, Grie­chen­land: 16. Janu­ar 2012.

Deutsch­land: Wahr­schein­lich irgend­wann in 2012 auf VOX. Immer­hin.

Man könn­te die­se Auf­zäh­lung bei­na­he end­los mit Seri­en­neu­starts der letz­ten Jah­re fort­set­zen. Die ein­zi­ge Chan­ce, eine Show zeit­nah sehen zu kön­nen besteht dar­in, dass ein deut­scher Sen­der dar­an mit­pro­du­ziert (aber auch das ist kei­ne Garan­tie, wie das unter Betei­li­gung von Pro7 rea­li­sier­te  DEFYING GRAVITY zeigt, das hier nie lief und auch nicht auf DVD erhält­lich ist). In zahl­lo­sen über den Glo­bus ver­streu­ten Län­dern, die nicht Eng­lisch als Haupt­spra­che spre­chen, ist man in der Lage, neue Seri­en legal kurz nach dem Start anse­hen zu kön­nen.

Nur in Deutsch­land lebt man im Tal der Ahnungs­lo­sen …

Es wird drin­gend Zeit, dass jemand die Zei­chen der Zeit erkennt und die Seri­en zu ver­nünf­ti­gen Prei­sen inter­na­tio­nal übers Netz ver­mark­tet, damit wir auf die fos­si­len, schnarch­na­si­gen deut­schen Fern­seh­sen­der nicht mehr ange­wie­sen sind. Fern­se­hen ist ohne­hin sowas von 90er.

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Tabel­le aus der Wiki­pe­dia, CC-BY-SA

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