Auch angesichts zahlloser Film-Blockbuster aus dem Bereich Science Fiction ist man doch immer wieder dankbar, wenn man mal etwas anderes entdeckt, das ein Kleinod sein könnte. Das trifft definitiv auf den Indie-Film INFINITY CHAMBER zu, der eine Art kafkaesker Mindfuck zu sein scheint.
Beschreibung: Ein Mann der in einem automatisierten Gefängnis feststeckt, muss einen Computer austricksen, um frei zu kommen und seinen Weg zurück in eine Welt zu finden, die bereits zerstört sein könnte.
Der Film tingelt seit 2016 über diverse Filmfestivals und kommt Mitte September in die US-Kinos. Einen Termin für den Deutschlandstart gibt es nicht, ich würde mich nicht wundern, wenn das hier leider nur direkt auf Silberscheibe veröffentlicht werden würde.
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Hier mal ein Trailer zu einem ziemlich ungewöhnlichen SF-Film mit dem Titel MARJORIE PRIME. Es geht um künstliche Intelligenz, das Älterwerden und ob KIs vielleicht die besseren Menschen sind.
Der Film lief gerade auf dem Sundance-Festival, Termine für einen Deutschlandstart gibt es bisher nicht. Wie man deutsche Verleiher kennt, gibt’s den vielleicht irgendwann mal auf Konserve oder als Stream.
Es scheint noch Erklärungsbedarf zur Ausschreibung zu REISEZIEL UTOPIA zu geben, denn es tauchten diverse Fragen auf, die ich im Folgenden zu klären versuche.
Nein, es muss nicht alles »Friede, Freude, Eierkuchen« sein. Es geht um eine grundsätzlich positive Gesellschaft in der Zukunft. Dass auch die nicht ohne Konflikte auskommt, erklärt sich von selbst. Zwei Beispiele:
In STAR TREK handelt es sich fraglos um eine positive Utopie. Der größte Teil der Menscheit und der Förderation ist tolerant und offen. Eigenheiten unterschiedlicher Spezies innerhalb der Völkergemeinschaft sieht man als Bereicherung und versucht, auch mit den schwierigeren davon zurecht zu kommen. Dass es dennoch Reibungen geben kann und wird, wenn beispielsweise ein logischer Vulkanier auf einen emotionalen Menschen trifft, ist klar und war Grundlage diverser Plots. Ebenso klar ist, dass es äußere Gegenspieler wie Klingonen, Romulaner, Borg oder Ferengi gibt – und selbst bei denen bemüht man sich eher um Verständnis und friedliches Zusammenleben. Das klappt aber nicht immer, und dann sprechen auch mal die Waffen. Trotzdem ist STAR TREK in der Prime-Zeitlinie geradezu ein Paradebeispiel für eine positive Utopie. nein, es darf leider keine Fanfiction eingereicht werden.
Ebenfalls zu nennen wären Alan Dean Fosters Romane aus dem Humanx-Universum. Menschen und insektoide Thranx haben es geschafft, trotz anfänglich schwerer Ressentiments und Urängsten eine gemeinsame Zivilisation aufzubauen, die auf den ersten Blick positiv utopisch ist. Dass es auf Hinterwäldlerplaneten anders aussehen kann, ist in einem SF-Setting so, aber dann werden halt Inspektoren (Polizisten) geschickt, die nach dem Rechten sehen. Und auch da gibt es Antagonisten in Form der biestigen Echsenrasse A´Ann oder Komplikationen durch planetare Besonderheiten oder kosmische Phänomene.
Hintergrund der Idee ist die Science Fiction, die geschrieben wurde, bevor Dystopien en vogue wurden: eine positive Sicht auf die Zukunft, auf die gesellschaftliche und persönliche Entwicklung und die Technik. Oder neue Modelle des Zusammenlebens.
Keine Utopien sind beispielsweise Gesellschaften die komplett glücklich sind, weil sie im Dauerdrogenrausch existieren, oder weil sie von irgendwelchen religiösen Kasten unterdrückt werden, die ihnen aufoktroieren, dass sie toootal glücklich sind, weil Gott das so will.
Die Utopie sollte schon echt sein. Utopien müssen nicht konfliktfrei sein. Konflikte könnten beispielsweise auch daraus entstehen, dass jemand versucht, die Gesellschaft zum Schlechteren zu verändern, und dass es dagegen Widerstand gibt. Oder dass eine utopische Gesellschaft auf eine Probe gestellt wird, weil sie nicht von ihren Prinzipien lassen will, obwohl das Nachteile bedeuten könnte – aber auch da kommt man am Ende gestärkt heraus hervor.
RAKKA ist der Titel des neuen Science Fiction-Kurzfilms von Neill Blomkamp (DISTRICT 9), der erste seiner kürzlich gegründeten Independent-Produktionsfirma Oats Studios. Und er hat sich für den Kurzfilm namhafte Hilfe geholt, die Hauptrolle spielt keine andere als Sigourney Weaver.
Die stellt eine kampferfahrene Freiheitskämpferin dar, die einen Guerillakrieg gegen echsenartige Alien-Invasoren führt – und das ist nicht eben leicht, denn diese Echsen haben übersinnliche Fähigkeiten wie Telekinese oder Bewusstseinskontrolle.
RAKKA hat eine Länge von 20 Minuten.
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Mit DIE AUSERWÄHLTEN ist der zweite Band aus der Science Fiction-Reihe ARMATIN von Mathias Leopold erschienen.
Während es im ersten Band, DIE ORLASIER, um die Erforschung einer nahezu erloschenen Spezies von genialen Gentechnikern ging, wendet sich Leopold im zweiten Band dem gesamten Völkerbund »Gemeinschaft« zu: Es geht jetzt nicht mehr nur um eine Mission oder eine Verteidigung, alles scheint auf dem Spiel zu stehen. Mit den »Auserwählten«, einer Gruppe von nicht näher bezeichneten übermächtigen Wesen, wird eine der Parteien vorgestellt, die die Geschicke des Bundes lenken und die Macht an sich reißen wollen. Ihr Motto ist die Errettung der Gemeinschaft, aber ihre Methoden passen nicht dazu. Den Auserwählten, die im Verborgenen arbeiten, gelingt es mehr und mehr, das Gefüge zu destabilisieren und ihre eigenen Leute an die Macht zu bringen, im Versuch, eine neue Gesellschaft zu erschaffen. Den Toach, einer technische Lebensform und Gründungsmitglied der klassischen Gemeinschaft, kommt dabei eine besondere Rolle zu, aber auch die Machtverschiebung auf der Heimatwelt der Menschen, Armatin, geht auf das Konto der Auserwählten.
Das Buch begleitet erneut das gigantische Raumschiff Pulsar auf verschiedenen Missionen wie zum Beispiel der Verteidigung gegen die vorrückenden Fenor oder Rettungsmissionen für die Dijyu. Die Pulsar ist dabei immer im Zentrum der Macht und Kapitänin Migaschscher wird mehr und mehr zu einer der engsten Vertrauten der neuen Regierung.
Angesichts des ungebrochenen Interesses an GAME OF THRONES wundert es nicht, dass auch andere Stoffe des Autoren George R. R. Martin umgesetzt werden sollen. Nach all den Jahren seines Schaffens gibt es wirklich genug Stoff.
SyFy wird die Novelle NIGHTFLYERS als Fernsehserie umsetzen. Dabei handelt es sich um eine Kurzgeschichte, die 1980 erschien. Sie wurde bereits 1987 in einen eher trashigen B‑Film umgesetzt.
Diesmal hat SyFy sich mit Universal Cable Productions zusammen getan. Das Produktionsteam besteht aus einer Menge Leuten: Doug Liman (EDGE OF TOMORROW), Gene Klein und David Bartis von Hypnotic, Alison Rosenzweig und Michael Gaeta of Gaeta Rosenzweig Films, Lloyd Ivan Miller und Alice P. Neuhauser von Lloyd Ivan Miller Productions und Jeff Buhler (MEAT TRAIN) – letzterer schreibt auch die Drehbücher.
Die Zusammenfassung lautet wie folgt:
Nightflyers is a science fiction tale set in the future on the eve of Armageddon. A crew of explorers escape Earth’s destruction by boarding the Nightflyer, a highly advanced space ship that is run by an artificial intelligence and has a captain that the explorers never get to see. The mission has them rendezvousing with a mysterious alien spacecraft, but as the journey continues question arise about just where the Nightflyer is really going.
NIGHTFLYERS ist eine Science Fiction-Geschichte, die in der Zukunft am Vorabend der Apokalypse handelt. Eine Gruppe von Forschern entkommt der Zerstörung der Erde in der Nightflyer, einem hochmodernen Raumschiff, das von einer künstlichen Intelligenz domioniert wird, das Kommando hat ein Captain, den sie nie zu sehen bekommen. Ihre Mission ist es, sich mit einem mysteriösen Alienschiff zu treffen, doch während der Reise stellen sich Fragen, wohin die Nightflyer tatsächlich fliegt.
Einen Starttermin gibt es noch nicht.
Cover Nightflyers Copyright 1985 St Martins Press
Neben Computerspielen bringt Humble Bundle auch immer wieder mal eBook-Pakete heraus. Jetzt gibt es ein neues und das ist sehenswert, denn es enthält ausschließlich Bücher von SF-Autoren, die schon mal den Nebula Award gewonnen haben.
Und das liest sich wie ein Who Is Who, denn dabei sind unter anderem:
George R.R. Martin, Sheila Finch, Howard Waldrop, Elizabeth Ann Scarborough, Kelly Link, Harlan Ellison, Ray Bradbury, Neil Gaiman, John Brunner, Roger Zelazny, Frank Herbert und noch diverse andere mehr.
Wer das komplette Paket aller eBooks haben möchte, muss 20 Dollar ausgeben und erhält dafür ganze 40 (!) bemerkenswerte Bücher aus dem Bereich SF und Phantastik. Man kann aber auch deutlich weniger ausgeben und dann eben nur Teile des Gesamtpakets bekommen.
Erneut ein grandioses Bundle – eine Aktion, die in Deutschland dank der fossilen Buchpreisbindung leider unmöglich wäre.
Tom Cruises Version des Murmeltiertags war ein Science Fiction-Film mit dem Titel EDGE OF TOMORROW, und der lief 2014 in den Lichtspielhäusern. Wenngleich er bei Kritikern umstritten war, kam er beim Publikum doch recht gut an. Was allerdings zweifelhaft war, war zum einen Warners Werbekampagne. Zum anderen muss man sich fragen, welche Drogen die bei Warner genommen haben, als es um die Konserven-Vermarktung ging, denn auf Silberscheibe hieß der Streifen auf einmal LIVE DIE REPEAT.
Und auch wenn man sich fragen muss, wie genau man da noch einen zweiten Teil anhängen soll (und eigentlich war die Story doch abgeschlossen), haben die Mächtigen beim Studio entschieden, den mal zu machen. Bei der Fortsetzung sollen erneut Tom Cruise und Emily Blunt die Hauptrollen spielen. Der Titel des Sequels soll Live Die Repeat And Repeat lauten.
Regisseur Doug Liman ist der Ansicht, dass der zweite Teil besser werden wird, als der erste, und sie ein ganz großartiges Drehbuch haben. Aber solche PR-Phrasen werden eigentlich immer abgesondert. Deswegen bleibt uns nur, abzuwarten, ob es tatsächlich so sein wird. Ich habe meine Zweifel, aber wie immer gilt: Man kann Filme erst beurteilen, nachdem man sie gesehen hat.
Promofoto EDGE OF TOMORROW Copyright Warner Bros.
Brad Pitt ist kein kompletter Newcomer wenn es um Science Fiction-Filme geht. Man konnte ihn bereits in 12 MONKEYS sehen und auch WORLD WAR Z könnte man irgendwie ins Genre einsortieren. Jetzt will er zusammen mit Regisseur James Gray (THE LOST CITY OF Z) den SF-Streifen AD ASTRA machen.
Prämisse: Pitt spielt einen Astronauten, der zu einem Mission zum Planeten Neptun aufbricht – 20 Jahre nachdem sein Vater während eines ähnlichen Vorhabens verschwunden ist. Er will versuchen Hinweise darauf zu finden, was damals geschah.
In einem Interview mit Collider sagte Gray, dass er im Juli 2017 zusammen mit Pitt beginnen wird, am Projekt AD ASTRA zu arbeiten. Weiterhin führte er aus, dass er in dem Film »die realistischste Darstellung einer Weltraumreise, die es je im Kino gegeben hat« zeigen möchte. Fügte aber auch gleich hinzu, dass das sehr ambitioniert ist, denn neben der realistischen Raumfahrtdarstellung müsse man eben auch Konzessionen an Dramaturgie und Zuschauer machen und bei SF gewisse fantastische Elemente zulassen.
Man darf sehr gespannt sein, was bei diesem Vorhaben heraus kommen wird. Einen Starttermin für AD ASTRA gibt es derzeit noch nicht.
Jeder, der sich intensiver mit Science Fiction beschäftigt, weiß was Fanzines sind. Fanzines sind von Fans herausgegebene Magazine, die sich mit Aspekten der SF und verwandten Gebieten beschäftigen. Die gibt es seit vielen, vielen Jahren, seit man als Sterblicher abseits von Verlagen halbwegs brauchbaren Zugriff auf Vervielfältigungsmethoden für Totholz bekam. Ich kann mich noch an Fanzines erinnern, die vor dem großflächigen Entstehen von Copyshops mit Spiritus-Umdruck entstanden sind. Mit Stückzahlen, die man an vier Händen abzählen konnte. Oder drei. Oder 20. Es gab Fanzines mit den verschiedensten Inhalten, manche befassten sich sekundärliterarisch mit dem Gerne, andere brachten selbstverfasste Stories, wieder andere waren reine Egozines, die vermutlich meisten ein Mix aus all dem. Fanzines waren ein Aspekt des Genres und des Hobbies, das nicht wegzudenken war – und streng genommen bis heute ist.
Aber wenn wir das mal mit etwas Abstand und objektiv betrachten, dann waren das Publikationsformen für jedermann, lange bevor so etwas wie das Internet oder Selfpublishing allgemein verfügbar waren. Magazine, die in ebenfalls einer Art von Selfpublishing erschienen sind.
Und da kommen wir zum Punkt: Angesichts dieser jahrzehntelangen Historie des Selfpublishings im deutschen SF-Fandom kann ich absolut nicht nachvollziehen, warum etliche Protagonisten dieses Gerontenstadls dieser Gruppierung heutzutage via Selfpublishing veröffentlichte Werke oder Kurzgeschichtensammlungen pauschal als »Mist« ablehnen, ohne auch nur mal ein Blick hinein geworfen zu haben? Warum finden Selfpublishing-Werke keinerlei Berücksichtigung, wenn es um Preise aus dem Dunstkreis »deutsches SF-Fandom« geht, Veröffentlichungen in Fanzines – die heute bisweilen noch wie mit Spiritusumdruck hergestellt wirken, selbst wenn sie eine Webpräsenz sind – aber schon? Wird da mit zweierlei Maß gemessen? Weil »wir das noch nie so gemacht haben«? Warum? Ich kann es einfach nicht nachvollziehen, denn es gibt fraglos im Bereich SF via Selfpublishing haufenweise bemerkenswerte Veröffentlichungen, sogar welche, die anderswo Preise einheimsen können. Warum werden die nicht zur Kenntnis genommen? Weil gerade die Juroren für SF-Preise eine neue Technologie wie eBooks und eBook-Reader als neumodisches Teufelswerk ablehnen und lieber verzückt an Druckerschwärze und Buchrückenklebstoff von bedrucktem Totholz schnüffeln? Und weil sie nicht erkennen, dass Selfpublishing so weit vom Fandom-Klassiker Fanzine nicht entfernt ist? Oder sind sie vergrätzt, dass wir heute in der Lage sind, Storysammlungen via Amazon großflächig unters Volks zu bringen, statt nur zwei Handvoll handgeklammerter nach Sprit riechender Umdruck-Hefte verteilen oder per Post verschicken zu können? Warum lehnen Urgesteine, die uns früher mit mehr oder weniger schlecht kopierten Fanzines zweifelhaften Inhalts gequält haben (die aber dennoch als Fan-Arbeit selbstverständlich liebens- und bemerkenswert waren), heute andere Fans ab, die eigentlich genau dasselbe tun?
Ich verstehe es nicht. Ich verstehe es wirklich nicht.
p.s.: Nein, es geht diesmal nicht um den DPP, selbst wenn der sich auch jahrelang mit Händen und Füßen gegen Selfpublishing gewehrt hat.
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