Buch

Börsenverein vergrätzt: doofes Urheberrecht ist doof

eBook-Paragraph

Jaja, der Bör­sen­ver­ein des deut­schen Buch­han­dels, so ist er. Immer ganz weit vor­ne dabei, wenn es gegen angeb­li­che Urhe­ber­rechts­ver­let­zun­gen Drit­ter geht (und meint dabei tat­säch­lich nicht die Rech­te der Urhe­ber, son­dern der Ver­wer­ter). Da wird gegen Raub­mord­ter­ror­ko­pie­rer gewet­tert, dass einem die Ohren schla­ckern. Nur selbst sieht man das mit dem Urhe­ber­rechts offen­sicht­lich nicht so eng.

Der Online­händ­ler buch​.de hat­te Rezen­sio­nen aus der FAZ ganz oder teil­wei­se abge­druckt, die Zei­tung war dage­gen gericht­lich vor­ge­gan­gen. Nun hät­te man anneh­men kön­nen, dass der Fall ein­deu­tig ist: das Urhe­ber­recht liegt beim Autoren, das Ver­wer­tungs­recht (ver­mut­lich via total buy­out des Urhe­bers, wie in der Zei­tungs­bran­che üblich) liegt bei der FAZ. Doch beim Bran­chen­ver­band sah man das anders. Ein Gerichts­ur­teil trieb dem Bör­sen­ver­ein (mir gegen­über haben Autoren neu­lich geäu­ßert, dass man ihn spa­ßes­hal­ber inzwi­schen auch den »Bösen­ver­ein« nennt) sei­ne Flau­sen aus. Das Urteil ist ein­deu­tig – und auf der Web­sei­te des Bör­sen­blat­tes zeigt man sich ob des nicht uner­war­te­ten Ergeb­nis­ses (Urhe­ber­rechts­ver­stoß, Ord­nungs­gel­des in Höhe von 250000 Euro, alter­na­tiv Haft) mau­lig. Denn:

Bedau­er­lich ist, dass das sym­bio­ti­sche Mit­ein­an­der von Buch- und Pres­se­ver­la­gen bei der Ver­wen­dung von Rezen­sio­nen nach die­sem Urteil fak­tisch auf­ge­kün­digt ist.

Ach so. Was sie anders­wo als (Sar­kas­mus on) uner­träg­li­ches, gera­de­zu todes­wür­di­ges Ver­bre­chen ver­dam­men (Sar­kas­mus off) – näm­lich das nicht­li­zen­sier­te Kopie­ren von Inhal­ten – ist wenn es ihre Mit­glie­der tun auf ein­mal ein »sym­bio­ti­sches Mit­ein­an­der«. Ich kom­me aus dem Lachen heu­te gar nicht mehr raus …

Beson­ders inter­es­sant fin­de ich die Argu­men­ta­ti­on der Bör­sen­ver­eins-Rechts­ver­dre­her-Juris­ten:

[…] Im Übri­gen ent­spre­che die Ver­wen­dung von Rezen­si­ons­aus­zü­gen und Rezen­sio­nen – unab­hän­gig von ihrer prin­zi­pi­el­len urhe­ber­recht­li­chen Schutz­wür­dig­keit – einer »lang­jäh­ri­gen, bis­her von allen Betei­lig­ten akzep­tier­ten oder zumin­dest gedul­de­ten und infol­ge­des­sen zum Gewohn­heits­recht erstark­ten Bran­chen­übung.«[…]

Ver­ste­he. Weil man das seit Jahr­zehn­ten so hand­habt, ist es also qua­si gott­ge­ge­be­nes Recht. Na denn, ich kopie­re auch schon mein gan­zes Leben Din­ge …

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Bild von mir, CC BY-NC-SA

Erschienen: FANDOM OBSERVER 296

Cover FO 296

Urgh. Da ist mir doch der unver­zeih­li­che Pat­zer unter­lau­fen, dass ich ver­ges­sen habe, auf das Erschei­nen der Num­mer 296 des FANDOM OBSERVER hin­zu­wei­sen. Ein Miss­stand, dem an die­ser Stel­le aber umge­hend abge­hol­fen wird. Natür­lich erschien der FO pünkt­lich zum Monats­an­fang. Chef­re­dak­teur Mar­tin Kempf prä­sen­tiert dies­mal auf 17 Sei­ten die fol­gen­den The­men:

* Titel­ge­schich­te: Mos­kaus unbe­kann­ter Rake­ten­bau­er – Gün­ther Freu­nek por­trä­tiert den rus­si­schen Gegen­spie­ler Wern­her von Brauns, Ser­gej Korol­jow und ver­rät das Vor­bild für den us-ame­ri­ka­ni­schen Mars-Rover.
* Der Herr der Seri­en: Ein Inter­view mit Dirk van den Boom, SF-Autor, Poli­tik­wis­sen­schaft­ler, Exper­te für Mili­ta­ry-SF‑F und, und, und …

Und das erwar­tet euch außer­dem:
Armin Möh­les Fan­zine-Kurier mit einem Schwer­punkt auf den Mach­wer­ken des ACDs, Rezen­sio­nen zu Mat­thi­as Fal­kes Muse­ums­schiff, epo­cha­len Fil­men wie DIE PUTE VON PANEM und PARANORMAL ACTIVITY. Außer­dem beschäf­to­gen wir uns mit dem Start neu­er Seri­en und ihr erfahrt das Lieb­lings­ge­richt des Osna­brü­cker Chef­re­dak­teurs.

Der FANDOM OBSERVER 294 kann wie immer im For­mat PDF auf der Web­sei­te des Maga­zins her­un­ter gela­den wer­den.

Cover FO296 Copy­right Redak­ti­on FANDOM OBSERVER

Honor Harrington wird multimedial – Film, Serie, Comic, Spiel!

TalesOfHonor

Nicht kle­ckern, klot­zen, das schei­nen sich die Ever­green Stu­di­os zu den­ken. Die wol­len David Webers Mili­ta­ry-SF-Serie um die gene­tisch ver­bes­ser­te Mili­tätkom­man­dan­tin Honor Har­ring­ton gleich in meh­re­re Medi­en umset­zen. Geplant sind – man höre und stau­ne – ein Kino­film, eine Fern­seh­se­rie, Comics bei Top Cow und Spie­le-Apps für iOS und Android. Der Titel unter dem alle die­se Pro­jek­te lau­fen lau­tet TALES OF HONOR.

2000 Jahr in der Zukunft hat der Hyper­raum­flug es der Mensch­heit erlaubt, auch fer­ne ecken des Uni­ver­sums zu besie­deln, im Mit­tel­punkt steht Honor Har­ring­ton, weib­li­cher Raum­schiff-Cap­tain . Die Geschich­ten der Roma­ne erzäh­len von »Loya­li­tät und Men­schen­füh­rung«.

In der Rei­he sind bis­lang erstaun­li­che 28 Roma­ne erschie­nen, wei­ter­hin zwei Spin­off-Seri­en und eine Rei­he für jun­ge Erwach­se­ne, die­se sol­len als Quel­le für ver­schie­de­ne Hand­lungs­bö­gen genutzt wer­den. Ever­green will sei­ne zur Ver­fü­gung ste­hen­de Tech­nick, zuletzt ein­ge­setzt in WALKING WITH DINOSAURS, dafür ver­wen­den, Webers futu­ris­ti­sche Tech­no­lo­gie und die epi­schen raum­kämp­fe zum Leben zu erwe­cken.

Bereits am fünf­ten März star­tet die cross­me­dia­le Akti­on mit einer monat­lich erschei­nen­den Comic­rei­he bei Top Cow. Unge­fähr zwei Wochen spä­ter soll das Spiel TALES OF HONOR: THE SECRET FLEET für Android und iOS erhält­lich sein. Genaue­re Ter­mi­ne zu Film und Serie ste­hen noch aus.

Color me impres­sed. Ich habe die Roma­ne nie gele­sen, weil ich nicht so auf Mili­ta­ry-SF ste­he, das muss ich nun wohl mal nach­ho­len. Aber ech­te Space Ope­ra mit Raum­schif­fen und Welt­raum­schlach­ten als Kino­film und end­lich mal wie­der als Fern­seh­se­rie? Zu schön, um wahr zu sein – sofort her damit!

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Pro­mo­fo­to Copy­right Ever­green Stu­di­os

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Neil Gaimans ANANSI BOYS wird zur Fernsehserie

Cover "Anansi Boys"

Neil Gai­man-Fans wer­den der­zeit ganz gut bedient. Zuerst wur­de bekannt, dass AMERICAN GODS in eine Fern­se­se­rie umge­setzt wer­den wird, jetzt mel­det die BBC, dass man ANANSI BOYS das­sel­be ange­dei­hen las­sen will.

Das Pro­jekt ist der­zeit noch in einem sehr frü­hen Sta­di­um, des­we­gen gibt es der­zeit kaum Details, aber es soll wohl eine Mini­se­rie wer­den, also ver­mut­lich ähn­lich wie wei­land NEVERWHERE. Letz­te­res agier­te aller­dings sicht­bar auf einem äußerst begrenz­ten Bud­get und ist nun auch schon ein paar Jah­re alt, heut­zu­ta­ge kann man mit gerin­gen Mit­teln deut­lich mehr rea­li­sie­ren. Unklar ist eben­falls noch, wann die Pro­duk­ti­on beginnt oder wann die Serie aus­ge­strahlt wer­den soll.

ANANSI BOYS ist die Fort­set­zung von AMERICAN GODS und wur­de 2006 mit dem Bri­tish Fan­ta­sy Award als bes­ter Roman des Jah­res aus­ge­zeich­net.

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Cover ANANSI BOYS Copy­right Har­per Coll­ins USA

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Science Fiction-Anthologie: EXOTISCHE WELTEN

Cover "Exotische Welten"

Vor noch nicht all­zu lan­ger Zeit grün­de­ten Susan­ne und Sean O´Connell den Ver­lag O´Connell-Press, mit der Absicht, Phan­tas­tik in Form von eBooks zu ver­öf­fent­li­chen. Bei­na­he zeit­gleich folg­te die ers­te Aus­schrei­bung für eine Sci­ence Fic­tion-Antho­lo­gie mit dem Titel EXOTISCHE WELTEN, die­se lief bis zum 31.12.2013.

156 Ein­sen­dun­gen gin­gen bei den bei­den ein, die­se wur­den gesich­tet und bewer­tet. In die Antho­lo­gie geschafft haben es dann schließ­lich 25 Sto­ries von eben­so vie­len Autoren, dar­un­ter bekann­te Namen wie Ju Honisch, Kars­ten Kru­schel, Cars­ten Steen­ber­gen, und Anja Bagus. Die bei­den umtrie­bi­gen Her­aus­ge­ber haben eben­falls je eine Geschich­te zur Samm­lung bei­gesteu­ert. Die voll­stän­di­ge Lis­te der teil­neh­men­den Autoren fin­det man auf der Ver­lags­sei­te.

Die Sto­ries wer­den nun in Zusam­men­ar­beit mit den Autoren über­ar­bei­tet und EXOTISCHE WELTEN wird dann irgend­wann dem­nächst als eBook erschei­nen. Ich freue mich schon dar­auf, weil ich gera­de the­ma­ti­sche SF-Sto­ry­samm­lun­gen ganz groß­ar­tig fin­de.

[Update 10.02.2014:] Ich wur­de soeben auf einen klei­nen Feh­ler in mei­ner Bericht­erstat­tung hin­ge­wie­sen. Es ist kei­ne rei­ne SF-Antho­lo­gie.  In der Aus­schrei­bung waren fol­gen­de phan­tas­ti­sche Gen­re-Spiel­ar­ten genannt wor­den: Sci­ence Fic­tion, Fan­ta­sy, Steam­punk, Bizar­ro Fic­tion, Hor­ror, phan­tas­ti­scher Gen­re­mix. Das hat­te ich ein wenig aus den Augen ver­lo­ren … :)

p.s.: nur als Trans­pa­renz­dis­clai­mer: auch von mir ist eine Geschich­te mit drin …

Cover­il­lus­tra­ti­on EXOTISCHE WELTEN von Timo Küm­mel, Copy­right Cover O´Connell Press

Renaissance des »Groschenromans« in digitaler Form

Wie wie­der­ho­le ich noch gleich seit Jah­ren Man­tra-artig? »Das eBook wird der Heft­ro­man des 21. Jahr­hun­derts.«

Der Elek­tri­sche Repor­ter im ZDF aktu­ell zum The­ma:

»Digi­ta­le Gro­schen­ro­ma­ne: Das als Weg­wer­fli­te­ra­tur geschol­te­ne Gen­re erlebt im Netz gera­de eine Renais­sance.«

Sag ich doch! :)

Der Inhalt ist nicht verfügbar.
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Der PHANTASTISCHE BÜCHERBRIEF 603

Cover Bücherbrief 603

An Erik lag es nicht, dass ich den Phan­tas­ti­schen Bücher­brief mit der Num­mer 603 hier erst heu­te vor­stel­le, ich war Anfang der Woche etwas … unpäss­lich. Das erklärt auch die zeit­wei­li­ge Abwe­sen­heit von Bei­trä­gen auf Phan­ta­News. Nun aber trotz­dem, oder erst recht: der neue Bücher­brief ist da. Die Aus­ga­be 603 gehört zum Janu­ar 2014.

Wie immer dreht sich im Bespre­chungs-Maga­zin von Erik Schrei­ber alles um Phan­tas­tik, sei es deut­sche oder inter­na­tio­na­le, sei es im Medi­um Buch, Comic oder auch Hörbuch/​Hörspiel. Dane­ben befasst die­se Aus­ga­be sich auch wie­der ein­mal mit Fan­zines.

Im Bereich deut­sche Phan­tas­tik liegt ein Schwer­punkt dies­mal auf klas­si­schen Seri­en wie RAUMSCHIFF PROMET oder LARRY BRENT, die im Blitz-Ver­lag eine Fort­füh­rung gefun­den haben, dane­ben wird bei­spiels­wei­se auch DIE DUNKLE HORDE von Chris­toph Har­de­busch vor­ge­stellt.
Bei der inter­na­tio­na­len Phan­tas­tik wid­met Erik sich unter ande­rem Yoko Oga­was DAS MUSEUM DER STILLE, Ryk Browns DER FLUG DER AURORA oder Lau­ren Beu­kes´ SHINING GIRLS.

Der Phan­tas­ti­sche Bücher­brief kann hier im For­mat PDF kos­ten­los her­un­ter gela­den wer­den.

Phan­tas­ti­scher Bücher­brief 603 – Janu­ar 2014 (PDF, ca. 2,5 MB)

Kommentar: Das Adobe-DRM-Debakel

Logo Readers Against DRM

Dass har­te DRM-Maß­nah­men Mist sind und aus­schließ­lich ehr­li­che Kun­den bestra­fen, hat die Musik­in­dus­trie bereits vor Jah­ren auf die har­te Tour erfah­ren müs­sen. Die­se gab dann irgend­wann ihre Evo­lu­ti­ons­re­sis­tenz auf und ver­zich­te­te dar­auf. Seit­dem brum­men digi­ta­le Musik­ver­käu­fe. Weni­ger gesun­den Men­schen­ver­stand zeigt die kon­ser­va­ti­ve Buch­bran­che, in der viel zuvie­le Ver­la­ge Kopier­schutz­maß­nah­men immer noch für das Ei des Kolum­bus hal­ten, und eine mei­ner Ansicht nach völ­lig über­zo­ge­ne Para­noia gegen­über irgend­wel­chen »Buch­pi­ra­ten« pfle­gen.

Nun ist es also pas­siert: Ado­be bringt eine neue Ver­si­on von Digi­tal Edi­ti­ons her­aus und das führt erwar­tungs­ge­mäß zu Pro­ble­men. eRea­der für die es kei­ne Firm­ware-Updates mehr geben wird, sind raus, man wird sie zum Lesen von eBooks, die mit ADE3 geschützt sind nicht mehr nut­zen kön­nen. Aktu­el­le Lese­ge­rä­te benö­ti­gen mög­li­cher­wei­se Firm­ware­up­dates, von denen man nicht weiß, wie schnell sie kom­men wer­den. Oder ob die­se jemals erschei­nen.

Pikant in die­sem Zusam­men­hang auch: Kürz­lich erst wur­den Ado­be hau­fen­wei­se Daten­sät­ze ent­wen­det, man spricht von bis zu 150 Mil­lio­nen Kun­den­da­ten, die auf­grund mög­li­cher­wei­se schlecht gesi­cher­ter Ser­ver des Anbie­ters Kri­mi­nel­len in die Hän­de fie­len. Dar­un­ter eben auch die Daten von Kun­den, die man nur des­we­gen genö­tigt hat, ein Ado­be-Kon­to ein­zu­rich­ten, damit die­se eBooks lesen kön­nen, die mit dem DRM der Fir­ma geschützt sind. Unfass­bar. Auch hier soll­te die Buch­bran­che drin­gend mal in sich gehen und dar­über nach­den­ken, wie­viel Ver­ant­wor­tung sie in die­ser Cau­sa mit­zu­tra­gen hat.

Was mich dar­an am meis­ten belus­tigt: Seit Mona­ten, wenn nicht Jah­ren, schießt die Bran­che mit zahl­lo­sen mehr oder weni­ger halt­lo­sen Argu­men­ten gegen den Anti­chris­ten Ama­zon. Statt nun aber dafür zu sor­gen, dass man kun­den­freund­li­cher und beque­mer wird als der Online­rie­se, treibt man den eBook-Leser mit untaug­li­chen, durch Update defek­te und ver­mut­lich ohne­hin dem­nächst obso­le­ten DRM-Maß­nah­men (»unknack­bar« – dar­an glau­be ich nicht) gera­de­zu ins Kind­le-Öko­sys­tem, wo zwar eben­falls ein Kopier­schutz vor­han­den sein kann, der Kun­de aber in der Nut­zung nichts davon bemerkt.

Wenn es die Buch­bran­che ernst damit meint, (nicht nur) in Sachen eBooks eine ernst­zu­neh­men­de Alter­na­ti­ve zu Ama­zon wer­den zu wol­len, dann soll­te sie die lächer­li­chen, kun­den­feind­li­chen DRM-Spiel­chen sofort ein­stel­len. Unter ande­rem. Aber die zahl­lo­sen ande­ren Defi­zi­te sind hier nicht das The­ma.

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Gra­fik von Re­a­ders Bill of Rights, CC BY SA

John & Carole E. Barrowman: HOLLOW EARTH

Cover "Hollow Earth"

Ich weiß ja nicht, ob ihr es wuss­tet, ich wuss­te es nicht und bin gera­de zufäl­lig dar­über gestol­pert: John Bar­row­man, bekannt als Cap­tain Hark­ness aus DOCTOR WHO und TORCHWOOD oder sinis­trer Papa Mer­lyn in ARROW, schreibt zusam­men mit sei­ner Schwes­ter Caro­le Phan­tas­tik für Her­ans­wach­sen­de. Das ers­te Buch trägt den Titel HOLLOW EARTH. Beschrei­bungs­text:

Lots of twins have a spe­cial con­nec­tion – being able to finish each other’s sen­ten­ces; sens­ing what the other is thin­king; per­haps even kno­wing when the other is in trou­ble or in pain – but for 12-year-old twins, Matt and Emi­ly Cal­der, the con­nec­tion is bey­ond spe­cial. Tog­e­ther, the twins have extra­or­di­na­ry powers. They are able to bring art to life, or enter pain­tings at will.
Their abili­ties are sought by vil­lains try­ing to access the ter­rors of Hol­low Earth – a place whe­re all the demons, devils and crea­tures ever ima­gi­ned lie trap­ped for eter­ni­ty. The twins flee with their mother to the secu­ri­ty of an island, off the west coast of Scot­land, whe­re their grand­fa­ther has cer­tain pro­tec­ti­ve powers of his own. But too much is at sta­ke, and the twins are­n’t safe the­re eit­her. The vil­lains will stop at not­hing to find Hol­low Earth and harness the powers within …

Na, da muss ich doch bei Gele­gen­heit mal einen Blick drauf wer­fen … Eine gebun­de­ne Aus­ga­be kos­tet bei Ama­zon 12,30 Euro, das Taschen­buch gera­de mal 5,10 Euro und für die Kind­le-Aus­ga­be muss man 3,69 Euro berap­pen. Das Taschen­buch hat eine Stär­ke von ordent­li­chen 416 Sei­ten. Und falls es gut sein soll­te (die Bespre­chun­gen beim Online­händ­ler sind durch­weg posi­tiv), gibt es erfreu­li­cher­wei­se bereits einen zwei­ten Teil mit dem Titel BONE QUILL.

Cover Copy­right Alad­din

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eBooks und Probleme mit dem neuen Adobe DRM: Der Dreck muss endlich weg!

Logo Readers Against DRM

Lesen​.net berich­tet heu­te über die Ein­füh­rung von Ado­be Digi­tal Edi­ti­on 3, der neu­es­ten Ver­si­on des Kopier­schutz-Drecks für eBooks. Und wie zu erwar­ten führt das zu diver­sen Pro­ble­men. Ins­be­son­de­re ist gera­de­zu arro­gant welt­fremd, dass man Inkom­pa­ti­bi­li­tä­ten mit älte­ren eRea­der oder bes­ser deren Firm­ware ein­fach mal voll­kom­men igno­riert. Das bedeu­tet: Man kauft sich ein eBook und ADE lädt dann mög­li­cher­wei­se eine Fas­sung vom Ver­käu­fer-Ser­ver her­un­ter, die mit dem eige­nen Lese­ge­rät man­gels Kom­pa­ti­bi­li­tät mit der neu­en Fas­sung des DRM über­haupt nicht genutzt wer­den kann.

Das ist an Kun­den­feind­lich­keit kaum noch zu über­bie­ten und gelin­de gesagt eine Unver­schämt­heit. Es exis­tie­ren ein paar Lese­ge­rä­te oder ‑Apps, für die man ver­mut­lich nie wie­der ein Soft­ware­up­date erhal­ten kann. Soll man die jetzt auf­grund der feh­len­den Abwärts­kom­pa­ti­bi­li­tät von ADE 3 in die Ton­ne tre­ten? Künst­li­che Obs­zo­le­zenz durch Update von ohne­hin völ­lig über­flüs­si­gen, kun­den­feind­li­chen Kopier­schutz­maß­nah­men? Wei­ter­hin las­sen sich eBooks mit­mit  die­ser Schutz­maß­nah­me ver­se­hen sind, oft nicht auf ande­re Lese­ge­rä­te über­tra­gen, dar­auf weist bei­spiels­wei­se der Chef von Blue­fi­re hin.

War­um die neue DRM-Ver­si­on so gna­den­los in den Markt gedrückt wird, dürf­te klar sein: die alte Fas­sung kann inzwi­schen jeder kna­cken, es gibt zu die­sem Zweck bei­spiels­wei­se Plug­in für Calib­re, oder Stand-alo­ne-Soft­ware, die das auf Klick erle­digt. Das woll­te man abstel­len. Doch zu wel­chem Preis? Das Han­tie­ren mit DRM-geschütz­ten eBooks ist ohne­hin mas­siv umständ­lich und tech­nisch weni­ger affi­ne Leser sind oft damit schlicht über­for­dert. Und jetzt soll man inkom­pa­ti­ble LEse­ge­rä­te ein­fach in die Ton­ne tre­ten, weil Ado­be das so will?

Ers­te Lösungs­mög­lich­keit: Auf gar kei­nen Fall Ado­be Digi­tal Edi­ti­ons 3 instal­lie­ren, egal, was die Soft­ware einem auch sagt. Jeder, der Pro­ble­me damit hat, soll­te sich umge­hend an den Händ­ler wen­den und ver­lan­gen, ent­we­der ein eBook zu bekom­men, das auf sei­nen Gerä­ten gele­sen wer­den kann, oder sein Geld zurück for­dern. Aber Vor­sicht: offen­bar sind etli­che der Sup­port­mit­ar­bei­ter der Online­platt­for­men völ­lig über­for­dert und wis­sen weder, dass es eine neue Ver­si­on des Kopier­schut­zes gibt, noch wie sie damit umge­hen sol­len. Wei­ter­hin soll­te man auf den Kauf von der­art kopier­ge­schütz­ten Büchern ein­fach ver­zich­ten und damit mit den Füßen abstim­men. Auch wenn dann spä­ter ver­mut­lich wie­der kol­por­tiert wird, dass die bösen Raub­ko­pie­rer an irgend­wel­chen Ver­kaufs­rück­gän­gen schuld sind – tat­säch­lich sind es die Anbie­ter, die vor­gest­rig auf DRM bestehen.

Das Deba­kel zeigt aber erneut deut­lich, dass sol­che har­ten DRM-Maß­nah­men abge­schafft wer­den müs­sen, denn sie benach­tei­li­gen zum einen den Käu­fer erheb­lich und vor allem unver­hält­nis­mä­ßig. Zum ande­ren wer­den sie die Akzep­tanz des neu­en Medi­ums eBook erneut ver­rin­gern, denn der Bequem­lich­keits­ver­lust ist immens. Man will sich nicht mit so einem Mist her­um schla­gen, son­dern ein­fach nur ein Buch lesen.

Angeb­lich gilt ADE3 als unknack­bar. War­ten wir mal ab, wie lan­ge es dau­ert …

Gra­fik von Rea­ders Bill of Rights, CC BY SA

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