Buch

In Kürze kostenlos: BEST OF EBOOKS

Cover "Best Of eBooks"

Vom 6. bis ein­schließ­lich 10. Sep­tem­ber gibt es ein soeben erschie­ne­nes elek­tro­ni­sches Buch gra­tis bei Ama­zon, das wesent­li­che Hil­fe­stel­lung bei der Ori­en­tie­rung im Bücher­meer lie­fert. BEST OF EBOOKS bie­tet auf umge­rech­net ca. 350 Buch­sei­ten Arbeits­pro­ben von hand­ver­le­se­nen Top-Autoren aus allen Gen­res. Es han­delt sich um den ers­ten Band einer Rei­he, die regel­mä­ßig fort­ge­setzt wer­den soll.

Der E‑Book-Markt ent­wi­ckelt sich mit explo­si­ons­ar­ti­ger Geschwin­dig­keit. Lese­ge­wohn­hei­ten ändern sich. Sta­tis­ti­ker sagen einen Markt­an­teil von zwan­zig bis fünf­und­zwan­zig Pro­zent vor­aus. So posi­tiv die­se Rasanz jedoch gese­hen wer­den darf, so deut­lich zeigt sich bereits heu­te ein ent­schei­den­der Nach­teil des Selbst-Ver­le­gens. Denn vie­le selbst­pu­bli­zier­te Wer­ke ver­nach­läs­si­gen den Min­dest­stan­dard hand­werk­li­chen Kön­nens. Der Anteil an dilet­tie­ren­den Hob­by­au­to­ren und ent­spre­chend unpro­fes­sio­nell erstell­ten Büchern steigt expo­nen­ti­ell. In die­sem uner­gründ­li­chen Oze­an muss man tief tau­chen, um Per­len zu fischen.

BEST OF EBOOKS bil­det eine sol­che Tauch­fahrt ab, die dem Leser im Ergeb­nis Hil­fe­stel­lung geben will. 23 hand­ver­le­se­ne Autoren wer­den vor­ge­stellt. Bei der Aus­wahl spiel­ten tex­tu­el­le Auf­rich­tig­keit und Authen­ti­zi­tät sowie ein eige­ner, mög­lichst unver­wech­sel­ba­rer Stil eine tra­gen­de Rol­le.

Her­aus­ge­ber des Sam­mel­ban­des ist Wil­helm Ruprecht Frie­ling, die­ser rekla­miert mit vier­zig Erfolgs­jah­ren im Ver­lags­we­sen ein zuver­läs­si­ges Gespür für Tex­te. Er hat vor einem Jahr­zehnt die Platt­form lite​ra​tur​zeit​schrift​.de ins Leben geru­fen, die als Pio­nier­leis­tung der Buch­blog­ger­sze­ne gilt. Auf­grund sei­ner zahl­rei­chen Ver­öf­fent­li­chun­gen und Vor­trä­ge zum digi­ta­len Publi­zie­ren apo­stro­phiert ihn die Pres­se auch gern als »eBook-Paten«.

Fol­gen­de Autoren sind mit Lese­pro­ben in dem Sam­mel­band ver­tre­ten: Cari­na Bartsch. Car­la Ber­ling, Bir­git Böck­li, Emi­ly Bold, Béla Bol­ten, Myra Çakan, Micha­el Erle, Vol­ker Fer­kau, Frie­ling, Ruprecht, Susan­ne Ger­dom, Chris Karl­den, Micha­el Lin­ne­mann, Nika Lubit­sch, Mat­thi­as Mat­ting, Micha­el Meis­heit, Tho­mas R.P. Miel­ke, Han­ni Mün­zer, Nor­man Nekro, Horus Oden­thal, Hel­mut Poell, Petra Schier, Bri­git­te Tho­len und Marah Woolf.

Wer die kos­ten­lo­se Akti­on ver­pas­sen soll­te muss sich aller­dings nicht grä­men, denn der nor­ma­le Preis für den vir­tu­el­len Zie­gel­stein beträgt eben­falls nur 0,89 Euro.

Cover BEST OF EBOOKS Copy­right Ruprecht Frie­ling

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Kreatives – und legales – Entfernen von DRM bei eBooks

Habt ihr noch eine Kis­te Lego auf dem Spei­cher ste­hen, oder gar Kin­der, die es gera­de nut­zen? Pri­ma, dann könnt ihr dem Bei­spiel von Peter Pur­ga­t­ho­fer fol­gen. Der ist Pro­fes­sor für inter­ak­ti­ve Sys­te­me an der TU Wien und hat ein Sys­tem geschaf­fen, um bei eBooks (in die­sem Fall via Kind­le) das DRM zu umge­hen und das mit­tels die­ser Kopier­schutz­maß­nah­me kom­plett aus­ge­he­bel­te Recht auf Pri­vat­ko­pie wie­der zu ermög­li­chen, indem man die Sei­ten scannt und über OCR wie­der in Text umwan­delt. Bei Audio­da­tei­en und Fil­men nennt man so etwas die »ana­lo­ge Lücke«, denn auch dort sind bei­spiels­wei­se Kopien, die nicht direkt digi­tal unter Umge­hung des Kopier­schut­zes erfol­gen, son­dern am ana­lo­gen Audio­aus­gang abge­grif­fen wer­den, erlaubt. Inspi­riert wur­de der fin­di­ge Pro­fes­sor vom DIY-Book­scan­ner.

Der Inhalt ist nicht verfügbar.
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Amazon kündigt »Kindle Match Books« an – AutoRip für Bücher

Buch & eReader

Als Ama­zon Auto­Rip vor­stell­te, also dass man beim Erwerb der meis­ten CDs die Stü­cke zusätz­lich und kos­ten­los dazu bekommt, war mir schon klar, dass es etwas Ähn­li­ches in nicht all­zu fer­ner Zukunft auch für Bücher geben wür­de. Und mei­ne Intui­ti­on hat mich nicht getäuscht.

Unter dem Titel »Kind­le Match Books« wird man Medi­en­be­rich­ten zufol­ge dem­nächst die eBooks zu bereits erwor­be­nen Büchern bekom­men. Die­se wer­den zum Teil kos­ten­los sein, für ande­re wer­den aller­dings Beträ­ge zwi­schen 0,99 und 2,99 Dol­lar fäl­lig wer­den. Das Pro­gramm soll in den USA bereits im Okto­ber star­ten. Das Unglaub­li­che dar­an: Auch hier gilt das wie bei Auto­Rip für Käu­fe in der Ver­gan­gen­heit – und zwar bei Büchern zurück bis ins Ama­zon-Grün­dungs­jahr 1995!

Zum Start wer­den ca. 10000 Bücher ver­füg­bar sein, es wer­den ver­mut­lich mehr wer­den, wenn sich Ama­zon mit wei­te­ren Ver­la­gen einigt.

Deut­sche Leser soll­ten sich nicht zu früh freu­en, denn auf­grund der Buch­preis­bin­dung wird die­ses kun­den­freund­li­che Ver­fah­ren hier nicht (so schnell) durch­zu­set­zen sein. Ange­sichts der Mond­prei­se für eBooks auf dem deut­schen Markt wer­den die Ver­la­ge näm­lich kaum bereit sein, ihre eBü­cher für der­art gerin­ge Prei­se wie oben zu bun­deln (wenn die­se dann ein­zeln eben­so preis­wert sein müss­ten).

[Update 16:50] Es sei mir die Anmer­kung erlaubt, dass das mei­ner Mei­nung nach aber garan­tiert irgend­wann auch in Deutsch­land kom­men wird. Frü­her oder spä­ter.

[Update 2 – 17:15] Dass der Onlin­ever­sen­der plant, die­ses Ange­bot auch auf Deutsch­land aus­zu­deh­nen, kann man allein aus der Tat­sa­che able­sen, dass es bei Ama­zon KDP schon eine deut­sche FAQ zu »Kind­le Match Book« gibt. Da der Bör­sen­ver­ein und sein Treu­hän­der sich unei­nig sind, ob die Buch­preis­bin­dung auch für Self­pu­blisher gilt, könn­te es sein, dass Ama­zon einen Ver­suchs­bal­lon mit Indies star­tet. Oder die Hin­wei­se sind nur für deut­sche Indies, die auch in den USA ver­kau­fen. Könn­te ja sein … :o) (Dank an Otto La Ber für den Hin­weis auf die FAQ)

[Update 3 – 19:40] Ama­zon hat mir gera­de eine Mail geschickt:

Guten Tag,

wir freu­en uns, Ihnen Kind­le Match­Book vor­zu­stel­len – ein inno­va­ti­ves neu­es Pro­gramm, mit dem Sie Ihre Kind­le-Bücher zu einem redu­zier­ten Preis anbie­ten kön­nen, wenn Leser eine Druck­ver­si­on des Buches kau­fen. Sie erhal­ten so die Mög­lich­keit, Ihre Umsät­ze wei­ter zu stei­gern. Die Anmel­dung beim Pro­gramm ist ganz ein­fach.

Und so geht’s:

1. Wäh­len Sie Ihren Kind­le Direct Publi­shing (KDP)-Titel in Ihrem KDP-Bücher­re­gal aus und mar­kie­ren Sie das Kon­troll­käst­chen für die Anmel­dung bei Kind­le Match­Book auf der Sei­te »Rech­te und Preis­in­for­ma­tio­nen«.
2. Legen Sie den Rabatt für Ihr Buch fest, indem Sie einen Akti­ons-Lis­ten­preis von 2,99 US-Dol­lar oder dar­un­ter aus­wäh­len.
3. Spei­chern Sie Ihre Ein­stel­lun­gen für das Kind­le Match­Book-Pro­gramm.

Wenn Sie Ihr Buch jetzt anmel­den, sind Sie unter den Ers­ten, die von die­sem neu­en Pro­gramm pro­fi­tie­ren. Der von Ihnen aus­ge­wähl­te Kind­le Match­Book-Rabatt wird erst nach der voll­stän­di­gen Ein­füh­rung des Pro­gramms in den nächs­ten Wochen auf Ama​zon​.com ange­zeigt. Sie erhal­ten eine Benach­rich­ti­gung per E‑Mail, sobald Ihr Kind­le Match­Book-Rabatt live ange­zeigt wird. Ihre Leser kön­nen Ihr Buch bald auf ein­fa­che und kos­ten­güns­ti­ge Wei­se sowohl im Druck- als auch im digi­ta­len For­mat lesen.

Sie ver­fü­gen nicht über eine Druck­ver­si­on Ihres Buches? Mit Crea­teSpace, der unab­hän­gi­gen Ver­öf­fent­li­chungs­platt­form von Ama­zon für gedruck­te Bücher, kön­nen Sie jetzt eine Print­ver­si­on erstel­len.

Dank an Cynx für den Hin­weis, Quel­le unter ande­rem: The Ver­ge

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Bild eRea­der und Buch von mir, CC BY-NC-SA

Erschienen: Hugh Walkers BLUT-GMBH

Cover Blut-GmbH

Bei Emme­rich Books & Media ist soeben das ers­te Buch aus der Rei­he der Hugh Wal­ker-Neu­auf­la­gen als eBook erschie­nen. Es trägt den Titel BLUT-GMBH. Es han­delt sich bei Hugh Wal­ker um ein Pseud­onym von Hubert Straßl.

Men­schen ver­schwin­den im Dun­kel der Nacht, um Tage spä­ter ohne Erin­ne­rung wie­der auf­zu­tau­chen. Ein­sti­che an ihren Kör­pern bewei­sen, dass Blut abge­zapft wur­de. Die Spur führt in die Kli­nik von Dr. Lukard und sei­ner Blut-GmbH.
Alle Anstren­gun­gen, Lukards Plä­ne zu durch­kreu­zen, schei­nen ver­ge­bens: Men­schen wer­den wei­ter­hin als Melk­kü­he für sei­ne fins­te­ren Scha­ren miss­braucht.
Ret­tung scheint nur unter größ­ten Opfern mög­lich zu sein. Rea­li­tät und Phan­ta­sie ver­schwim­men – und die Land­kar­ten unse­rer Wirk­lich­keit müs­sen neu geschrie­ben wer­den …

Die Dra­ku­la-Roma­ne von Hugh Wal­ker erfah­ren mit der vor­lie­gen­den Buch­aus­ga­be BLUT-GMBH ihre vier­te Ver­öf­fent­li­chung. Die Ein­zel­ro­ma­ne erschie­nen als Ori­gi­nal­aus­ga­be 1973/​1974 und 1975 in der VAMPIR HOR­ROR-ROMAN-Rei­he beim Erich Pabel Ver­lag, Ras­tatt und wur­den 1994 für die DÄMO­NEN-LAND-Heft­rei­he im Bas­tei-Ver­lag nach­ge­druckt. Unter dem Titel HUGH WALKERS DRAKULA brach­te der Blitz-Ver­lag 1998 erst­mals eine Kom­plett­aus­ga­be in Taschen­buch­form her­aus.

Für die aktu­el­le Aus­ga­be wur­de Hugh Wal­kers Text behut­sam über­ar­bei­tet, wei­test­ge­hend an die neue Recht­schrei­bung ange­passt und mit einem umfang­rei­chen Anhang ver­se­hen, wel­cher Infor­ma­tio­nen über die Ent­ste­hung der DRA­KU­LA-Roma­ne lie­fert.

Das eBook erhält man zum Preis von EUR 5,95 bei Ama­zon, die Taschen­buch­fas­sung erscheint in Kür­ze.

Cover BLUT-GMBH Copy­right Emme­rich Books & Media

[aartikel]B00EV7MSUI[/aartikel]

Frederik Pohl (1919 – 2013)

Frederik Pohl

Erneut hat sich lei­der einer der Gro­ßen der Sci­ence Fic­tion auf den Weg zu den Ster­nen gemacht. Ges­tern ver­starb der US-ame­ri­ka­ni­sche Autor Fre­de­rik Pohl.

Pohl wur­de am 26. Novem­ber 1919 gebo­ren und ver­brach­te sie­ne Kind­heit und Jugend an zahl­lo­sen Orten der Ver­ei­nig­ten Staa­ten, da sein Vater viel umzog. So leb­te er in  Texas, Kali­for­ni­en, New Mexi­co, in der Nähe des Pana­ma­ka­nals und schließ­lich in Brook­lyn, wo er die Brook­lyn Tech­ni­cal High School besuch­te. Er muss­te wäh­rend der Welt­wirt­schafts­kri­se mit vier­zehn Jah­ren die Schu­le abbre­chen, um arbei­ten zu gehen. Noch wäh­rend sei­ner Teen­ager­zeit schloss er eine lebens­lan­ge Freund­schaft mit Isaac Asi­mov, der wie er der New Yor­ker Sci­ence-Fic­tion-Fan­grup­pe der »Futu­ri­ans« ange­hör­te.

Von 1939 bis 1943 (ande­re Quel­len nen­nen 1941) war Pohl Her­aus­ge­ber zwei­er Pulp-Maga­zi­ne – der ASTONISHING STORIES und der SUPER SCIENCE STORIES.

Pohl begann sei­ne Kar­rie­re als Buch­händ­ler und ‑agent im Jahr 1937, dies stell­te jedoch nur einen Neben­be­ruf dar, bis er nach dem Krieg haupt­be­ruf­lich in die­sem Gewer­be arbei­te­te. Vom April 1943 bis zum Novem­ber 1945 dien­te Pohl als Meteo­ro­lo­ge in der US Army und wur­de bis zum Ser­geant beför­dert. Nach sei­ner Aus­bil­dung in Illi­nois, Okla­ho­ma und Colo­ra­do war er haupt­säch­lich in Ita­li­en sta­tio­niert.

Sei­ne ers­ten Roma­ne und Geschich­ten erschie­nen in den frü­hen 1950er Jah­ren, bei­spiels­wei­se THE SPACE MERCHANTS (dt. unter ande­rem als EINE HANDVOLL VENUS UND EHRBARE KAUFLEUTE) zusam­men mit Cyril M. Korn­bluth. Danach ver­öf­fent­lich­te er zahl­lo­se Roma­ne, Kurz­ge­schich­ten und Sach­bü­cher. Eine sei­ner bekann­tes­ten Seri­en dürf­te die GATEWAY-Tri­lo­gie sein. Für sein Schaf­fen wur­de er mit über 20 Prei­sen aus­ge­zeich­net, dar­un­ter der Hugo, Nebu­la, Locus und John W. Camp­bell-Award.

Das Leben und Werk Fre­de­rik Pohls ist zu umfang­reich, um es in die­sem Nach­ruf hin­rei­chend wür­di­gen zu kön­nen. Es sei des­we­gen auf die Arti­kel in der deut­schen und eng­li­schen Wiki­pe­dia ver­wie­sen, wobei letz­te­rer wie immer deut­lich aus­führ­li­cher ist.

Fre­de­rik Pohl ver­starb am 2. Sep­tem­ber 2013 im Alter von 93 Jah­ren in Pala­ti­ne, Illi­nois, an Lun­gen­ver­sa­gen. Ad astra!

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Bild: Fre­de­rik Pohl, von Ally­U­ni­on, aus der Wiki­pe­dia, CC BY-SA

Erschienen: FANDOM OBSERVER 291

Cover FO 291

Eben­falls wie immer neu zum Monats­an­fang ist die Auga­be 291 des FANDOM OBER­VERs erschie­nen. Chef­re­dak­teur der aktu­el­len Num­mer war Mar­tin Kempf und der prä­sen­tiert auf 18 sei­ten unter ande­rem die fol­gen­den The­men:

* 50 Jah­re Dr. Who: Olaf Brill stellt den neu­en Doc­tor vor.

* Wid­di­wid­di: Buck Rogers fliegt seit 1979 durchs Welt­all

* Ali­en­jagd: Bet­ti­na Petrik über PACIFIC RIM

* Unter­halt­sa­me Geschichts­fäl­schung: Andre­as Nor­diek zu LEVIATHAN von Oli­ver Hen­kel

Wei­ter­hin im neu­en FANDOM OBSERVER: Buch­re­zen­sio­nen, Kino­kri­ti­ken, und der Fan­zine-Kurier

Das Maga­zin erhält man auf des­sen Web­sei­te zum kos­ten­lo­sen Her­un­ter­la­den als PDF-Datei.

Cover FO 291 Copy­right Redak­ti­on FANDOM OBSERVER

Der Phantastische Bücherbrief 597 – August 2013

Cover Zwielicht 3

Auch zum Monat August stellt Erik Schrei­ber wie­der einen Phan­tas­ti­schen Bücher­brief zur Ver­fü­gung. Auf der ers­ten Sei­te fin­det sich das Titel­bild von ZWIELICHT 3, einer 421 Sei­ten star­ken Kurz­ge­schich­ten­samm­lung, die von Micha­el Schmidt her­aus gege­ben wur­de und die bei Saphir im Stahl erschie­nen ist.

Danach wid­met sich Erik erneut deut­scher und inter­na­tio­na­ler Phan­tas­tik, sowie Heft­rome­n­en, Fan­zines  und auch Comics.

Deut­sche Phan­tas­tik bei­spiels­wei­se: Achim Köp­pen – DIE ERBEN DES LICHTS, Tho­mas Thie­mey­er – MAGDA UND BEN oder Richard Schwarz – DIE FESTUNG DER TITANEN.

Inter­na­tio­na­le Phan­tas­tik unter ande­rem: Jona­than Stroud – DIE SEUFZENDE WENDELTREPPE, Cas­san­dra Cla­re – CLOCKWORK PRINCE oder Helen Dou­glas – LICHTJAHRE ZU DIR.

Der Phan­tas­ti­sche Bücher­brief liegt als PDF-Datei mit einer Grö­ße von ca. 460 kB vor und kann hie rher­un­ter gela­den wer­den.

Der Phan­tas­ti­sche Bücher­brief 597 August 2013

Cover ZWIELICHT 3 Copy­right Saphir Im Stahl

»Natürlich lassen sich die strukturellen Seiten der Buchkultur nicht analog auf das neue Medium übertragen«

noweb

Gott­fried Hon­ne­fel­der ist der »Vor­ste­her« des Bör­sen­ver­eins des Deut­schen Buch­han­dels. In einer Rede erläu­tert er ein­drück­lich, wie er zum Inter­net steht. Man könn­te es salopp als »moder­ner, gefähr­li­cher Scheiß« zusam­men­fas­sen. Vor­sicht, es könn­te bei inter­net­af­fi­nen Men­schen, die nicht in irgend­ei­ner Ver­gan­gen­heit leben, zu einem spon­ta­nen Abfal­len des Kop­fes füh­ren, wenn man den Arti­kel liest, so aus­gie­big wird man mit dem Kopf schüt­teln und sich des Gesichts­pal­mie­rens beflei­ßi­gen.

Da wird ernst­haft eine »digi­ta­le Abs­ti­nenz« der Nut­zer gefor­dert und beklagt, dass sich eine sol­che »in der Brei­te nicht wer­de durch­set­zen las­sen«. Und DRM ist selbst­ver­ständ­lich die Ret­tung.

Ange­sichts die­ser mit­tel­al­ter­li­chen Ansich­ten des Bör­sen­ver­eins­vor­stands wun­dert mich bei der Bran­che ehr­lich gesagt nichts mehr.

Arti­kel auf boer​sen​blatt​.net, aber ich habe euch gewarnt!

Buchpreisbindung? Im Internetzeitalter? Kauf in England!

Logo Book Depository

Wie bekannt gibt es in Deutsch­land ein Gesetz für Buch­preis­bin­dung. Das besagt grund­sätz­lich, dass Bücher über­all gleich viel kos­ten müs­sen (stark ver­kürzt dar­ge­stellt). Und die­ses Gesetz wird vom Bör­sen­ver­ein und des­sen Treu­hän­der auch gna­den­los durch­ge­setzt, wer ver­sucht dar­an zu rüt­teln, wird abge­mahnt. Und das sogar, obwohl Bör­sen­ver­ein und Treu­hän­der sich nicht einig sind, ob bei­spiels­wei­se Self­pu­blisher unter das Gesetz fal­len.

Durch die Buch­preis­bin­dung hat der Bücher­markt eine kar­tell­ar­ti­ge Struk­tur, Kar­tel­le sol­len durch ande­re Geset­ze eigent­lich ver­mie­den wer­den, aber dank guter Lob­by­ar­beit gilt das für die­se Bran­che offen­sicht­lich nicht. Die rigi­de und aus­nahms­lo­se Durch­set­zung führt unter ande­rem dazu, dass sol­che pro­gres­si­ven und in ande­ren Län­dern völ­lig lega­len Aktio­nen wie das »Hum­ble eBook-Bund­le« in Deutsch­land nicht mög­lich sind, ohne sich der Gefahr von Rechts­strei­tig­kei­ten aus­zu­set­zen.

Wie hirn­ris­sig die­se Buch­preis­bin­dung ange­sichts eines inter­na­tio­na­len Mark­tes und des Inter­nets ist, zeigt der bri­ti­sche Ver­sand­händ­ler The Book Depo­si­to­ry. Die ver­sen­den welt­weit kos­ten­los, was an sich bereits ein Fea­ture ist. Bei eng­li­schen Büchern sind sie in aller Regel nicht preis­wer­ter als bei­spiels­wei­se Ama​zon​.de, sind aber eine Alter­na­ti­ve, falls der Online­händ­ler mal was nicht vor­rä­tig haben soll­te. Inter­es­sant wird es aber bei deut­schen Büchern, denn auch die führt Book Depo­si­to­ry. Und die­se sind zum Teil deut­lich preis­wer­ter als hier­zu­lan­de.

Bei­spiel gefäl­lig? Bit­te: ER IST WIEDER DA von Timur Ver­mes, preis­ge­bun­den bei uns für 19,33 EUR. Beim Book Depo­si­to­ry für EUR 17,69 zu haben, also 1,64 güns­ti­ger. Noch eins? TINTENHERZ als Taschen­buch: preis­ge­bun­den bei uns für 12 Euro, beim Book Depo­si­to­ry für 11,03 Euro. Oder: DIE TRIBUTE VON PANEM –  TÖDLICHE SPIELE. Preis­ge­bun­den in Deutsch­land für 17,90 Euro, in GB für 16,94 Euro.

Das waren jetzt nur ein paar Bei­spie­le, teil­wei­se gibt es deut­li­che­re Preis­un­ter­schie­de zwi­schen den hie­si­gen Shops und dem Book Depo­si­to­ry. Auch wenn die­se Preis­dif­fe­ren­zen viel­fach eher gering sind und man auf die Ware aus dem Ver­ei­nig­ten König­reich ein paar Tage län­ger war­ten muss, zeigt das deut­lich, dass man auch preis­ge­bun­de­ne Bücher güns­ti­ger erhal­ten kann. Und das zudem völ­lig legal. Mei­ne Vor­her­sa­ge: Es wird nicht lan­ge dau­ern, bis ande­re Anbie­ter ähn­li­che Ange­bo­te machen und gezielt deut­sche Kun­den anspre­chen.

Viel­leicht soll­te das dem Bör­sen­ver­ein zu den­ken geben. Der wird aber ver­mut­lich eher ver­su­chen, die­se Prak­ti­ken zu unter­bin­den. Ein Kla­ge­ver­such gen Bri­tan­ni­en dürf­te aber sicher unter­halt­sam wer­den. Das Gesetz sagt zwar:

§ 4 Grenz­über­schrei­ten­de Ver­käu­fe

(1) Die Preis­bin­dung gilt nicht für grenz­über­schrei­ten­de Ver­käu­fe inner­halb des Euro­päi­schen Wirt­schafts­rau­mes.
(2) Der nach § 5 fest­ge­setz­te End­preis ist auf grenz­über­schrei­ten­de Ver­käu­fe von Büchern inner­halb des Euro­päi­schen Wirt­schafts­rau­mes anzu­wen­den, wenn sich aus objek­ti­ven Umstän­den ergibt, dass die betref­fen­den Bücher allein zum Zwe­cke ihrer Wie­der­ein­fuhr aus­ge­führt wor­den sind, um die­ses Gesetz zu umge­hen.

Da der Händ­ler aber welt­weit anbie­tet, dürf­te es wohl nicht ganz ein­fach wer­den, ihm letz­te­res nach­zu­wei­sen.

Ach ja: The Book Depo­si­to­ry gehört zu Ama­zon …

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Logo The Book Depo­si­to­ry Copy­right The Book Depo­si­to­ry Limi­t­ed

Rant: Wovon sollen Autoren leben? Im Ernst?

eBook-Piraterie

Im Tages­spie­gel und zweit­ver­wer­tet auch in der Zeit fand sich in den ver­gan­ge­nen Tagen ein Inter­view mit einem anony­men Buch­pi­ra­ten, der angeb­lich die größ­te (deut­sche) Platt­form für ille­ga­le eBooks betreibt. Dass so etwas bei der Buch­bran­che nicht gut ankommt, hät­te man sich vor­her den­ken kön­nen. Da hört man ein­zel­ne Stim­men jam­mern, wie es sein kann, das sol­chen Raub­mord­ko­pier­ter­ro­ris­ten über­haupt ein Podi­um gege­ben wird. Auf buch​re​port​.de fei­ert man ab, dass irgend jemand Straf­an­zei­ge gegen die bei­den Zei­tun­gen erstat­tet hat (mög­li­cher­wei­se jemand vom Buch­re­port selbst). War­um? Weil der Link zum Ange­bot gesetzt wur­de, das sei angeb­lich »Bei­hil­fe zur Urhe­ber­rechts­ver­let­zung«. Die sind ja nied­lich. Der Hei­se-Ver­lag hat längst bis zum Bun­des­ge­richts­hof durch­ge­foch­ten, dass das Set­zen von Links selbst­ver­ständ­lich zur jour­na­lis­ti­schen Arbeit gehört, das könn­te man als Qua­li­täts­jour­na­list wis­sen. Sie­he:

* Hei­se vs. Musik­in­dus­trie: Bun­des­ge­richts­hof ver­wirft Link-Ver­bot
* Hei­se vs. Musik­in­dus­trie: Begrün­dung des BGH-Urteils gegen Link-Ver­bot
Urteil des I. Zivil­se­nats vom 14.10.2010 – I ZR 191/​08

Außer­dem müss­te man kon­se­quen­ter­wei­se dann auch gleich den Bör­sen­ver­ein ver­kla­gen, denn der hat auf sei­ner Web­sei­te über die Arti­kel berich­tet und eben­falls auf die eBook-Sei­te ver­linkt; von Goog­le wol­len wir gar nicht reden. Der Gip­fel der Dreis­tig­keit ist aller­dings der Satz am Ende des Arti­kels, der sich auf die unter ande­rem von Ans­gar War­ner auf eBook-News bemän­gel­ten zu hohen eBook-Prei­se der Publi­kums­ver­la­ge bezieht:

Wovon Autoren bei E‑Book-Prei­sen im Cent-Bereich künf­tig leben sol­len, ver­rie­ten aller­dings weder der anony­me Boox.to-Betreiber noch War­ner.

Da bleibt mir die Spu­cke weg. Autoren wer­den von der Bran­che tra­di­tio­nell – und ich kann es nicht anders sagen – beschis­sen bezahlt. Die über­höh­ten Prei­se für eBooks damit zu begrün­den, dass die Autoren ja auch noch was abbe­kom­men müs­sen, kotzt mich an. Das ist Popu­lis­mus in Rein­kul­tur. Nicht die Autoren machen sich die Taschen damit voll, son­dern die Ver­la­ge, das wol­len wir hier mal ganz deut­lich klar stel­len. Die Autoren bekom­men Pea­nuts. Und: wer redet denn von »eBook-Prei­sen im Cent-Bereich«? Ange­mes­se­ne Prei­se sind gemeint. Was die beschrie­be­nen eBook-Flat­rates angeht: ja, die wer­den kom­men, es gibt sie sogar schon.

Man kann nur mehr Autoren raten, ihre Bücher im Selbst­ver­lag zu ver­kau­fen, Ama­zon zahlt 70% Tan­tie­men, davon kann ein Ver­lags­au­tor nur träu­men. Es wird zudem Zeit für eine alter­na­ti­ve Platt­form, die eben­so erfolg­reich ist, wie die Ama­zo­nen und auch ähn­li­che Hono­ra­re gene­riert, ohne gleich auf einem mit Blut unter­schrie­be­nen Ver­trag die See­le des Autoren (sprich: umfang­rei­che und aus­schließ­li­che Rech­te an den Tex­ten) ein­zu­for­dern. Und wenn die Flat­rates kom­men, soll­ten Autoren eben­falls direkt mit deren Anbie­tern ver­han­deln, ansons­ten schöp­fen auch hier die Ver­la­ge wie­der das Geld ab, die Musik­in­dus­trie zeigt gera­de, wie das geht.

Was die Ver­la­ge angeht: har­tes DRM weg, benut­zer­freund­li­che Platt­for­men schaf­fen und nach­voll­zieh­ba­re Prei­se ansa­gen. Dann klappts auch mit dem Leser. Und viel­leicht mal damit anfan­gen deut­lich sym­pa­thi­scher auf­tre­ten, statt stän­dig mit Rechts­ver­dre­hern zu dro­hen oder gegen Mit­be­wer­ber zu pöbeln.

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Bild: eBook-Pira­te­rie, von mir, CC BY-NC-SA

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