Ist ein »Humble eBook Bundle« in Deutschland möglich?

Ich hat­te mehrfach darüber berichtet, dass die Hum­ble Bun­dle Inc. nach mehreren Spiele­bun­dles zulet­zt auch eBooks im Pro­gramm hat­te. Kurze Erin­nerung dazu: es wer­den Inde­pen­dent-Spiele beziehungsweise in let­zterem Fall eBooks im Paket ange­boten, man darf dafür zahlen, was man möchte.

Mich inter­essierte die Frage, ob eine solche Aktion auch in Deutsch­land möglich wäre, oder ob das – wie ich ver­mutete – nach Ansicht des Börsen­vere­ins gegen das Buch­preis­bindungs­ge­setz ver­stößt. Da ich keine rechtliche Aus­bil­dung habe, bin ich nicht in der Lage, eine solche Frage selb­st zu beant­worten, allerd­ings hat­te ich mit ein­er Anfrage beim Jus­tiziar des Börsen­vere­ins des Deutschen Buch­han­dels in der Ver­gan­gen­heit pos­i­tive Erfahrun­gen gemacht und mir war zudem sig­nal­isiert wor­den, dass ich auch weit­ere Anfra­gen in dieser Rich­tung im Rah­men mein­er Berichter­stat­tung über eBooks und Self­pub­lish­ing gerne stellen dürfe.

Deshalb fragte ich nach.

Meine ursprüngliche Mail:

Sehr geehrte Damen und Her­ren,

ich bitte darum, die fol­gende Anfrage an ihren Jus­tiziar weit­er zu leit­en.

Wie Ihnen möglicher­weise bekan­nt ist, gibt es eine Aktion der US-Fir­ma Hum­ble Bun­dle Inc. Diese bietet zusam­men mit den Entwick­lern von Inde­pen­dent-Com­put­er­spie­len immer wieder soge­nan­nte »Hum­ble Indie Bun­dles« an, in deren Rah­men man einige Spiele erwer­ben. Für diese gibt es allerd­ings keinen fes­ten Preis, man kann bezahlen was man möchte. Die Ein­nah­men wer­den unter den Autoren, der Fir­ma Hum­ble Bun­dle und zu wohltäti­gen Zweck­en aufgeteilt.

Aktuell läuft unter

http://www.humblebundle.com

das »Hum­ble eBook Bun­dle« in dessen Rah­men das­selbe Prinzip für eBooks in Anwen­dung kommt. Bei einem der Büch­er han­delt es sich um das ger­ade erst erschienene PIRATE CINEMA des SF-Autors, Urhe­ber­recht­sex­perten und Net­za­k­tivis­ten Cory Doc­torow.

Meine Frage:

Wäre eine solche »zahl was Du willst«-Aktion in Deutsch­land eben­falls möglich oder wür­den Sie dies als Ver­stoß gegen die Buch­preis­bindung sehen? Falls Let­zteres bitte ich um eine Begrün­dung.

Für eine Antwort bedanke ich mich im voraus.


Mit fre­undlichem Gruß,
Ste­fan Holzhauer

PhantaNews.de
Phan­tastis­che Nachricht­en

Die erste Antwort fiel äußerst knapp aus und beschränk­te sich im Wesentlichen auf die Aus­sage:

nach Rück­sprache in der Abteilung gehen wir davon aus, dass eine solche Aktion in Deutsch­land nicht zuläs­sig ist. Zumin­d­est gilt das für deutsche E-Books, da diese preis­ge­bun­den sind. Eine solche Aktion würde die Preis­bindung unter­laufen. Ich hoffe, Ihre Frage ist damit beant­wortet.

Das war mir als Ent­geg­nung zu dünn, ich hat­te mit ein­er deut­lich inhaltlich begrün­de­ten Antwort gerech­net, wie wei­land bei mein­er Anfrage an den Jus­tiziar zum The­ma Buch­preis­bindung für im Rah­men von Self­pub­lish­ing erschiene­nen eBooks. Deswe­gen hak­te ich nach:

Ich hat­te nach mein­er let­zten Anfrage, die von ihrem Jus­tiziar fre­undlicher­weise aus­führlich beant­wortet wurde, mit ein­er inhaltlich detail­liert­eren Antwort und Begrün­dung gerech­net als »wir gehen davon aus«. Mein­er Ansicht nach ist der Fall näm­lich nicht so ein­fach gelagert, wie Sie es hier darstellen und es sind dur­chaus Szenar­ien möglich, unter denen die Buch­preis­bindung nicht greift.Beispiel: ein in Deutsch­land bere­its exis­tentes eBook wird im Aus­land in ein­er Son­der­aus­gabe pro­duziert und dann auch von einem aus­ländis­chen Anbi­eter in der genan­nten Form von einem Serv­er in seinem Land ange­boten. In diesem Fall würde die Buch­preis­bindung nicht greifen, oder sehe ich das falsch? Sie ver­weisen ja in ihrer Antwort aus­drück­lich auf »in Deutsch­land«. Ins­beson­dere wäre dieser Fall beispiel­sweise für Self­pub­lish­er inter­es­sant, die eBooks ohne ISBN anbi­eten.

Weit­ere Szenar­ien sind denkbar.

Hal­ten Sie es für zielführend, solche Werbe- und Verkauf­sak­tio­nen mit Ver­weis auf die Buch­preis­bindung pauschal als rechtswidrig einzustufen? Führt das nicht ins­beson­dere im Bere­ich eBook zwangsläu­fig zu erhe­blichen Wet­tbe­werb­snachteilen für deutsche Anbi­eter?

Für eine weit­ere Antwort bedanke ich mich im voraus.

Darauf kam am heuti­gen Tage eine Antwort der Rechtsabteilung des Börsen­vere­ins, aus der ich die maßge­blichen Pas­sagen mit Erlaub­nis zitiere. Ich möchte mich an dieser Stelle für die kurzfristige Bear­beitung bedanken.

Aus unser­er Sicht ist eine »zahl was Du willst« – Aktion in Deutsch­land nicht zuläs­sig, wenn preis­ge­bun­dene E-Books ange­boten wer­den. Ob und wann E-Books preis­ge­bun­den sind, ist bis­lang noch nicht gerichtlich entsch­ieden wor­den. Für die Preis­bindung von E-Books spricht jedoch der klare Wort­laut des Buch­preis­bindungs­ge­set­zes. Nach dessen § 2 Abs. 1 sind Büch­er auch Pro­duk­te, die Büch­er, Musi­knoten oder kar­tografis­che Pro­duk­te repro­duzieren oder sub­sti­tu­ieren und bei Würdi­gung der Gesam­tum­stände als über­wiegend ver­lags- oder buch­han­del­styp­isch anzuse­hen sind. Es wird den­noch wohl nicht jed­er Text, der in elek­tro­n­is­ch­er Form veröf­fentlicht wird, automa­tisch unter das Buch­PrG fall­en, wenn aber eine Datei z.B. eine Entsprechung in der analo­gen Welt hat, also als gedruck­tes Buch vor­liegt, oder wenn eine Datei wie ein gedruck­tes Buch aussieht, d.h. von einem Ver­lag stammt, ein Impres­sum, Cov­er etc. hat, wird in aller Regel ein preis­ge­bun­denes E-Book vor­liegen. Dage­gen ist ein Pro­dukt, welch­es lediglich eine gedruck­te Broschüre im pdf-For­mat wiedergibt, kein Buch im Sinne des Gesetz. Auch soge­nan­nte enhanced E-Books fall­en ggf. nicht unter das Gesetz, wenn die Anre­icherun­gen so sind, dass vom Ein­druck her eher ein Soft­ware­pro­dukt vor­liegt, d.h. kein Pro­dukt, welch­es ein Buch sub­sti­tu­iert.

Wenn E-Books preis­ge­bun­den sind, dann muss der Ver­lag, auch der Selb­stver­leger, gemäß § 5 Abs. 1 Buch­PrG einen Preis fest­set­zen. Dementsprechend kann er es nicht dem Kun­den über­lassen zu entschei­den, wie hoch der Preis sein soll. Hier nützt auch nicht die Her­stel­lung ein­er Son­der­aus­gabe, denn auch für diese muss ein Preis fest­gelegt wer­den, wenn es sich um ein preis­ge­bun­denes E-Book han­delt. Als Mar­ketingak­tion wäre aber ein zeitweiliges Ver­schenken von E-Books möglich, dann muss dies jedoch über alle Plat­tfor­men gle­ichzeit­ig passieren.

Aus unser­er Sicht greift die Buch­preis­bindung auch dann, wenn deutsche Bücher/E-Books auf ein­er aus­ländis­chen Web­seite bzw. von einem aus­ländis­chen Serv­er aus verkauft wer­den und sich das Ange­bot bewusst an Kun­den in Deutsch­land richtet (z.B. deutschsprachiges Ange­bot, wie z.B. ibook store). Entsprechen­des gilt auch dann, wenn während des Bestel­lvor­gangs auf einen aus­ländis­chen Serv­er umgeleit­et bzw. über diesen durchgeleit­et wird. Auch eine aus­ländis­che Plat­tform – wie z.B. Ama­zon oder Apple – muss sich also an die deutsche Buch­preis­bindung hal­ten, wenn deutschsprachige Bücher/E-Books an Kun­den in Deutsch­land verkauft wer­den. Auch diese Ein­schätzung ist jedoch noch nicht gerichtlich bestätigt wor­den.

Für fremd­sprachige Büch­er gilt das Gesetz dage­gen nicht (§ 2 Abs. 2 Buch­PrG), es sei denn, auch diese sind für den deutschen Markt (z.B. Büch­er mit Vok­a­bel­hil­fe) hergestellt wor­den.

Dass solche Ange­bote auf­grund des Buch­PrG in Deutsch­land nicht möglich sind, hat­te ich mir schon gedacht und erhielt die Bestä­ti­gung.

In der Rechtsabteilung des Börsen­vere­ins ist man allerd­ings zudem der Ansicht, dass sog­ar speziell im Aus­land für eine solche Aktion pro­duzierte Son­der­aus­gaben der deutschen Buch­preis­bindung unter­liegen. Das ist mein­er Mei­n­ung nach ins­beson­dere in Zeit­en eines glob­alen Han­dels über das Inter­net eine über­aus gewagte Ein­stel­lung, denn es gibt immer­hin neben Deutsch­land auch noch andere Län­der die Deutsch als Amtssprache haben. Würde man dieser Argu­men­ta­tion fol­gen, würde sich jed­er, der im Aus­land ein deutschsprachiges eBook verkauft, das auch in Deutsch­land erwor­ben und gele­sen wer­den kann, eines Ver­stoßes gegen die deutsche Buch­preis­bindung schuldig machen? Das wird die deutschsprachi­gen Schweiz­er nicht freuen, denn dort gibt es kein Buch­preis­bindungs­ge­setz mehr, eine Volksab­stim­mung hat­te am 11. März 2012 das entsprechende Gesetz abgelehnt. Und wer will mich daran hin­dern, ein solch­es Paket übers Inter­net in der Schweiz zu kaufen?

Eine Analo­gie wäre es, wenn ich mein Manuskript einem Anbi­eter in der Schweiz andi­ene und der verkauft es dort als eBook. Auch dann kann kein Ver­stoß gegen das deutsche Buch­preis­bindungs­ge­setz vor­liegen. Und selb­st wenn ich als Deutsch­er in der Schweiz bestelle: wer will das nachvol­lziehen?

Das beschriebene Szenario, dass ein Anbi­eter einen Serv­er auf den Caiman-Inseln mietet, aber expliz­it Deutsche als Ziel­gruppe hat, ist dabei mein­er Ansicht nach ein völ­lig anderes – und da ist die Mei­n­ung kon­form mit der Recht­sprechung in anderen Bere­ichen des Inter­nethandels: egal wo der Serv­er ste­ht, wenn das Ange­bot sich haupt­säch­lich oder auss­chließlich an Kun­den in Deutsch­land richtet, dann unter­liegt der Anbi­eter deutschem Recht. Wie mein Beispiel mit der Schweiz zeigt, kann es allerd­ings Gren­zfälle geben.

Bei all dem ist auf eine alte Bin­sen­weisheit hinzuweisen: drei Anwälte, fünf Mei­n­un­gen. Es han­delt sich um eine Ein­schätzung der Rechtsabteilung des Börsen­vere­ins, Gerichte mögen das anders sehen, aber darauf weist man ja auch schon selb­st hin.

Nicht beant­wortet wird meine Frage, ob im inter­na­tionalen Ver­gle­ich nicht erhe­bliche Wet­tbe­werb­san­teile für deutsche Anbi­eter enste­hen. Ich kann allerd­ings nachvol­lziehen, dass diese Frage eher von der Presse- und Mer­ketingabteilung des Börsen­vere­ins zu beant­worten wäre, da es sich nicht um ein rechtlich­es The­ma han­delt. Nicht nur mein­er unmaßge­blichen Mei­n­ung nach entste­hen diese Nachteile allerd­ings defin­i­tiv, so schreibt beispiel­sweise sog­ar Spiegel online bere­its 2010:

Mit wach­sender Nach­frage ist es aber nur eine Frage der Zeit, bis E-Book-Shops irgend­wo im Aus­land begin­nen, auch E-Books in deutsch­er Sprache anzu­bi­eten. Gegen die dann zu erwartenden Son­derange­bote wird das buch­preis­bindungs­geschützte E-Book deutsch­er Machart dann wohl kaum eine Chance haben.

Also let­z­tendlich genau meine Rede. Ich wäre auch äußerst ges­pan­nt darauf, wie der Börsen­vere­in einen Anbi­eter in – beispiel­sweise – den USA oder der GUS und ohne deutsche Vertre­tung tat­säch­lich wegen des deutschen Buch­preis­bindungs­ge­set­zes abmah­nen oder verk­la­gen möchte (Beispiele für solche Anbi­eter gibt es bere­its, nehmen wir exem­plar­isch Smash­words, die expliz­it auch deutschsprachige Inhalte zulassen). Die Real­ität zeigt, dass in vie­len Staat­en deut­lich schw­erere Geset­zesver­stöße nicht geah­n­det wer­den, da wird eine Ver­fol­gung von Ver­stößen gegen das Buch­PrG zur Nichtigkeit.

Als Quin­tes­senz muss man wie lei­der viel zu oft in ähn­liche gelagerten Fällen kon­sta­tieren: es bleibt schwierig. Dass die Buch­preis­bindung ins­beson­dere auf eBooks sich nicht mehr mit den durch das Inter­net geschaf­fe­nen Real­itäten verträgt, tritt immer wieder deut­lich zutage. Für Autoren und Abi­eter, die an solchen lukra­tiv­en Werbe­maß­nah­men wie dem »Hum­ble eBook Bun­dle« inter­essiert wären (und die damit Geld ver­di­enen kön­nten, eben auch ohne Ver­lage), bleibt die Recht­slage zumin­d­est so lange unsich­er, bis eine Klärung durch Gerichte stattge­fun­den hat – und das kann Jahre dauern. Zudem kommt man nicht umhin, festzustellen, dass die Kla­gen und Unter­las­sungsauf­forderun­gen die zu solchen Gericht­surteilen führen kön­nten ins­beson­dere bei den deut­lich unsicheren Fällen nicht existieren. Man kön­nte auf die Idee kom­men, dass nie­mand daran inter­essiert ist, Präze­den­zfälle zu erzeu­gen, die vielle­icht für Branche neg­a­tiv aus­fall­en kön­nten, da doch in den aller­meis­ten Fällen die immer wieder aufgestellte Drohkulisse »Buch­preis­bindungs­ge­setz« aus­re­ichend zu sein scheint. Auch erscheint es mir äußerst real­itäts­fern, Self­pub­lish­ing-Werke densel­ben rigi­den Regeln zu unter­w­er­fen, wie Pro­duk­te ein­er pro­fes­sionellen Ver­lags­land­schaft mit im Ver­gle­ich zum Selb­stveröf­fentlich­er fast unbe­gren­zt wirk­enden Mit­teln. In meinen Augen ist das eine erhe­bliche Benachteili­gung kreativ­er Pri­vat­per­so­n­en.

Es bleibt zu hof­fen, dass das Buch­preis­bindungs­ge­setz im Sinne der Urhe­ber zumin­d­est in Teilen zügig an die Real­ität angepasst wird – doch ich befürchte, dass das trotz gewiss­er Bestre­bun­gen auf EU-Ebene vor­erst ein from­mer Wun­sch bleiben wird …

In nicht allzu fern­er Zukun­ft wird das Netz aber Fak­ten schaf­fen. Und ich lese bis dahin weit­er­hin englis­chsprachige eBooks.

Creative Commons License

Bild: drei eRead­er von mir, CC BY-NC-SA

AutorIn: Stefan Holzhauer

Meist harm­los­er Nerd mit natür­lich­er Affinität zu Pix­eln, Bytes, Buch­staben und Zah­n­rädern. Kon­sum­iert zuviel SF und Fan­ta­sy und schreibt seit 1999 online darüber.

6 Kommentare for “Ist ein »Humble eBook Bundle« in Deutschland möglich?”

sagt:

Danke für die Nach­frage, das ist ein­er der fundiertesten Beiträge zur Preis­bindungs­de­bat­te, den ich bis jet­zt gele­sen habe.

Ich muss geste­hen, ich bin ein Fre­und der Buch­preis­bindung, aber gegen etwas mehr Flex­i­bil­ität für Kle­inst- und Selb­stver­leger wäre nichts einzuwen­den. Unbeant­wortet blieb auch die Frage, ob die ISBN bei der Ein­schätzung eines »Buchs« als eben­solchem eine Rolle spielt, oder?

GeorgF

sagt:

Sie über­legen ja was passiert, wenn man die Aktion ins Aus­land ver­lagert.
Aber muss man das?
Hat das Indiebun­dle wirk­lich keinen Preis? Man kann doch min­destens ein Dol­lar (vielle­icht sog­ar $0.01) bezahlen. Das kann man ja als Verkauf­spreis anse­hen, alles andere ist frei­willige Spende.

Und Buch­preis­bindung besagt ja auch nur, dass eine Aus­gabe über­all wo sie verkauft wird das gle­iche kosten soll.
Aber eine Aus­gabe muss, wenn ich richtig sehe, nicht über­all verkauft wer­den?!

Es gibt ja spezielle, gün­stigere Welt­bild­taschen­büch­er bzw. kann man ja sowieso nicht alles über­all verkaufen. PDF eBook bei Ama­zon geht nicht. Und es gibt ja kosten­lose Extraaus­gaben- zum Beispiel wur­den beim let­zten Lese­tag, Tag des Buchs (oder wie auch immer es heißt) Mil­lio­nen Büch­er kosten­los ver­schenkt. Oder ein­fach KDP- will man den Preis verän­dern kön­nen, muss man eine zeit­lang eklu­siv nur auf Ama­zon sein.

Also so kön­nte ein hypo­thetis­ches, deutsches Bun­dle so ausse­hen- extra Aus­gaben der eBooks, also im Impres­sum oder Cov­er Ver­merk- »xyz-Bun­dle Son­der­aus­gabe », da darf man schon weniger Geld ver­lan­gen als bei anderen Anbi­etern.

Das größere Prob­lem ist der Preis- nun ja man kann doch als Preis deut­lich 1€ anset­zen und den Leuten klar machen, dass sie gerne mehr spenden kön­nen, aber der Preis eben nur 1€ beträgt. Das muss ja auch nicht direkt im Zusam­men­hang mit dem Buch ste­hen- Einkauf­sko­rb extra Kosten­stelle eBooks, eine Extrakosten­stelle Spende. Das wäre der große Unter­schied zum Exper­i­ment der Berlin Sto­ry Ver­lags- dort hat das Buch nicht null, son­dern »das was ihr bezahlen wollt« gekostet.

Beim Hum­ble Bun­dle bezahlen die meis­ten Leute ja nicht nur den $1, son­dern mehr.

Also die Aktion wäre angepasst auch in Deutsch­land mach­bar, nur müssen sich mutige Organ­isatoren find­en – eBook Indieau­toren lassen sich auch leicht find­en, selb­st wenn die Aktion scheit­ert bekom­men sie ordentlich PR und das Völkchen will sicher­lich auch mehr Rechte an dem eige­nen Werk besitzen. Buch­preis­bindung ist dafür da um Autoren/Verlage vor Händlern zu schützen und bei eBooks legt den Preis nicht der Händler, son­dern der Autor fest.

Warum muss der Organ­isator mutig sein? Selb­st wenn die Aktion rechtlich okay ist, Recht haben und Recht bekom­men sind zwei ver­schiedene paar Schuhe. Es kann dur­chaus sein, dass die stolzen Buch­preiswächter vor­sor­glich eine Abmah­nung ausstellen.

Stefan Holzhauer

sagt:

Die Möglichkeit ein­er Son­der­aus­gabe habe ich expliz­it erwäh­nt, die ließ man unberück­sichtigt – warum nur … ?

Ich habe eben­falls bere­its darüber nachgedacht, dass die Spende nicht gezielt für die einze­le­nen eBooks, son­dern für das Gesamt­pro­jekt gel­ten kön­nte und das Geld am Ende aufgeteilt wird. Ich gehe aber davon aus

Das mit der Abmah­nung ist genau der Grund, warum ein eventueller Organ­isator mutig sein muss. Da kom­men schnell tausende Euro zusam­men, wenn ein völ­lig über­zo­gen­er Stre­itwert ange­set­zt wird. Es ist übri­gens irrig, annehmen zu wollen, dass nur im Auf­trag des Börsen­vere­ins abgemah­nt wer­den kann. Abmahn-Abzock­er kön­nen das auch auf eigene Faust tun. Für Pri­vat­per­so­n­en oder Freiberu­fler ist das finanzielle Risiko ein­fach zu groß. Es müsste sich eventuell eine Fir­ma oder Organ­i­sa­tion find­en, die auch bere­it wäre, das not­falls vor Gericht durchzufecht­en.

Wenn Sie sich der­art sich­er sind, dass es so klap­pen muss: dann los! Ich bin schon sehr ges­pan­nt auf ihre Erfahrun­gen.

sagt:

Hal­lo,

es ist gängige Prax­is, dass etablierte große deutsche Ver­lage die Preis­bindung umge­hen, indem sie Bun­dles her­aus­brin­gen.

Nach gängiger Inter­pre­ta­tion und Prax­is entste­ht durch das Bun­dle ein neues Pro­dukt (das Bun­dle), für das ein Preis neu und unab­hängig von den Kom­po­nen­ten fest­gelegt wer­den kann. Das Bun­dle darf auch ins­ge­samt bil­liger sein, als eine enthal­tene Kom­po­nente. Das sagt Dir nur der Börsen­vere­in als Lob­by­or­gan­i­sa­tion so nicht direkt, aber die Mit­glieder des Börsen­vere­ins han­deln so.
(Durch diese Prax­is ist es völ­lig egal, ob das Preis­bindungs­ge­setz für eBooks gilt oder nicht, weil die etablierten Ver­lage das mit gedruck­ten Büch­ern machen, für die das Preis­bindungs­ge­setz gilt.)

Etwas anderes ist die Frage nach »zahl was Du willst«. Dafür kenne ich keine gängige Prax­is. Nach der oben genan­nten Prax­is IST ein Bun­dle aber kein Buch, son­dern ein eigen­ständi­ges Pro­dukt aus Büch­ern.

Gerd

P.S. als Self­pub­lish­er habe ich Inter­esse daran, mit Autorenkol­le­gen aus meinem The­menge­bi­et Bun­dles anzu­bi­eten. Wer also so eine Plat­tform zum Verkauf von eBook-Bun­dles hat: ich organ­isiere das Bun­dle :-)

sagt:

Auch wenn der Artikel bere­its recht alt ist: Inter­es­sante Sichtweise. Hast Du ein konkretes Beispiel für ein solch­es von Dir genan­ntes »Bun­dle« eines großen deutschen Ver­lags? Wann, wo und wie han­deln die Mit­glieder des BoeV so? Ich brauche Quellen, Details, um mehr zu diesem Aspekt sagen zu kön­nen, bzw ihn zu bew­erten. Wenn das stim­men sollte, wer­den Self­pub­lish­er vom BoeV kräftig verar…albert. Es müssen allerd­ings konkrete Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen her.

Das mit der Plat­tform ist aber genau das Prob­lem. Der Verkäufer kön­nte ein­er Stör­erhaf­tung unter­zo­gen wer­den. Ob sich den Rechtsweg nach der Abmah­nung durch den Buch­preistreuhän­der jemand antun möchte?

Edit:

Ich kann das mit den Bun­dles ehrlich gesagt nicht so ganz glauben, ich zitiere mal §2 des Buch­PrG:

§ 2 Anwen­dungs­bere­ich

(1) Büch­er im Sinne dieses Geset­zes sind auch

1. Musi­knoten,
2. kar­tographis­che Pro­duk­te,
3. Pro­duk­te, die Büch­er, Musi­knoten oder kar­tographis­che Pro­duk­te repro­duzieren oder sub­sti­tu­ieren und bei Würdi­gung der Gesam­tum­stände als über­wiegend ver­lags- oder buch­han­del­styp­isch anzuse­hen sind sowie
4. kom­binierte Objek­te, bei denen eines der genan­nten Erzeug­nisse die Haupt­sache bildet.

(2) Fremd­sprachige Büch­er fall­en nur dann unter dieses Gesetz, wenn sie über­wiegend für den Absatz in Deutsch­land bes­timmt sind.
(3) Let­ztab­nehmer im Sinne dieses Geset­zes ist, wer Büch­er zu anderen Zweck­en als dem Weit­er­verkauf erwirbt.

Siehe den Punkt: »kom­binierte Objek­te, bei denen eines der genan­nten Erzeug­nisse die Haupt­sache bildet«. Das wäre ein Bun­dle, zwar kom­biniert, aber alles Büch­er, unter­liegt damit der Buch­preis­bindung.

Aber an konkreten Beispie­len wie und wo namhafte deutsche Ver­lage Bun­dles anbi­eten, wäre ich jet­zt noch mehr inter­essiert.

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