Habt ihr noch eine Kiste Lego auf dem Speicher stehen, oder gar Kinder, die es gerade nutzen? Prima, dann könnt ihr dem Beispiel von Peter Purgathofer folgen. Der ist Professor für interaktive Systeme an der TU Wien und hat ein System geschaffen, um bei eBooks (in diesem Fall via Kindle) das DRM zu umgehen und das mittels dieser Kopierschutzmaßnahme komplett ausgehebelte Recht auf Privatkopie wieder zu ermöglichen, indem man die Seiten scannt und über OCR wieder in Text umwandelt. Bei Audiodateien und Filmen nennt man so etwas die »analoge Lücke«, denn auch dort sind beispielsweise Kopien, die nicht direkt digital unter Umgehung des Kopierschutzes erfolgen, sondern am analogen Audioausgang abgegriffen werden, erlaubt. Inspiriert wurde der findige Professor vom DIY-Bookscanner.
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Als Amazon AutoRip vorstellte, also dass man beim Erwerb der meisten CDs die Stücke zusätzlich und kostenlos dazu bekommt, war mir schon klar, dass es etwas Ähnliches in nicht allzu ferner Zukunft auch für Bücher geben würde. Und meine Intuition hat mich nicht getäuscht.
Unter dem Titel »Kindle Match Books« wird man Medienberichten zufolge demnächst die eBooks zu bereits erworbenen Büchern bekommen. Diese werden zum Teil kostenlos sein, für andere werden allerdings Beträge zwischen 0,99 und 2,99 Dollar fällig werden. Das Programm soll in den USA bereits im Oktober starten. Das Unglaubliche daran: Auch hier gilt das wie bei AutoRip für Käufe in der Vergangenheit – und zwar bei Büchern zurück bis ins Amazon-Gründungsjahr 1995!
Zum Start werden ca. 10000 Bücher verfügbar sein, es werden vermutlich mehr werden, wenn sich Amazon mit weiteren Verlagen einigt.
Deutsche Leser sollten sich nicht zu früh freuen, denn aufgrund der Buchpreisbindung wird dieses kundenfreundliche Verfahren hier nicht (so schnell) durchzusetzen sein. Angesichts der Mondpreise für eBooks auf dem deutschen Markt werden die Verlage nämlich kaum bereit sein, ihre eBücher für derart geringe Preise wie oben zu bundeln (wenn diese dann einzeln ebenso preiswert sein müssten).
[Update 16:50] Es sei mir die Anmerkung erlaubt, dass das meiner Meinung nach aber garantiert irgendwann auch in Deutschland kommen wird. Früher oder später.
[Update 2 – 17:15] Dass der Onlineversender plant, dieses Angebot auch auf Deutschland auszudehnen, kann man allein aus der Tatsache ablesen, dass es bei Amazon KDP schon eine deutsche FAQ zu »Kindle Match Book« gibt. Da der Börsenverein und sein Treuhänder sich uneinig sind, ob die Buchpreisbindung auch für Selfpublisher gilt, könnte es sein, dass Amazon einen Versuchsballon mit Indies startet. Oder die Hinweise sind nur für deutsche Indies, die auch in den USA verkaufen. Könnte ja sein … :o) (Dank an Otto La Ber für den Hinweis auf die FAQ)
[Update 3 – 19:40] Amazon hat mir gerade eine Mail geschickt:
Guten Tag,
wir freuen uns, Ihnen Kindle MatchBook vorzustellen – ein innovatives neues Programm, mit dem Sie Ihre Kindle-Bücher zu einem reduzierten Preis anbieten können, wenn Leser eine Druckversion des Buches kaufen. Sie erhalten so die Möglichkeit, Ihre Umsätze weiter zu steigern. Die Anmeldung beim Programm ist ganz einfach.
Und so geht’s:
1. Wählen Sie Ihren Kindle Direct Publishing (KDP)-Titel in Ihrem KDP-Bücherregal aus und markieren Sie das Kontrollkästchen für die Anmeldung bei Kindle MatchBook auf der Seite »Rechte und Preisinformationen«.
2. Legen Sie den Rabatt für Ihr Buch fest, indem Sie einen Aktions-Listenpreis von 2,99 US-Dollar oder darunter auswählen.
3. Speichern Sie Ihre Einstellungen für das Kindle MatchBook-Programm.
Wenn Sie Ihr Buch jetzt anmelden, sind Sie unter den Ersten, die von diesem neuen Programm profitieren. Der von Ihnen ausgewählte Kindle MatchBook-Rabatt wird erst nach der vollständigen Einführung des Programms in den nächsten Wochen auf Amazon.com angezeigt. Sie erhalten eine Benachrichtigung per E‑Mail, sobald Ihr Kindle MatchBook-Rabatt live angezeigt wird. Ihre Leser können Ihr Buch bald auf einfache und kostengünstige Weise sowohl im Druck- als auch im digitalen Format lesen.
Sie verfügen nicht über eine Druckversion Ihres Buches? Mit CreateSpace, der unabhängigen Veröffentlichungsplattform von Amazon für gedruckte Bücher, können Sie jetzt eine Printversion erstellen.
Dank an Cynx für den Hinweis, Quelle unter anderem: The Verge
ODD THOMAS – bisher kein Kinostart und keine DVD-Veröffentlichungen
Wirft man einen Blick auf Stephen Sommers Werdegang, und bekommt dann einen Film wie ODD THOMAS zu sehen, dann kann eine logische Schlussfolgerung nur sein, dem Mann nicht mehr so große Budgets zur Verfügung zu stellen. Nach langer Zeit dreht Sommers wieder einen rundum gelungenen Film, und dann kommt ein hässlicher Rechtstreit dazwischen, der ODD THOMAS vorerst lahmlegt. Für Interessierte hat der Hollywood-Reporter die Klageschrift in Gänze veröffentlicht. Auf alle Fälle ist es traurig, dass ein breiteres Publikum erst einmal auf diesen unterhaltsamen Gruselstreifen verzichten muss. Der ’seltsame’ Thomas hat tatsächlich eine etwas eigenartige Gabe, heißt allerdings nicht deswegen Odd, das ist einem Fehler auf der Geburtsurkunde geschuldet. Doch der Zufall will es, dass der seltsame Vorname und Odds Gabe gut einhergehen. Denn Odd kann tote Menschen sehen. Das konnten andere vor ihm auch schon, aber der Schnellimbiss-Koch kann wirklich etwas damit anfangen. So können ihm Mordopfer schnell mal zum Täter führen. Was den Polizeichef oft in Rage bringt, weil Odd jene Täter gern selbst stellt. Chief Porter weiß von Odds Fähigkeit, ebenso Odds bezaubernde Freundin Stormy. Eine Einleitung oder Erklärung dafür vermeidet der Film zum Glück, was die Situationen noch komischer macht, wenn Porter und Stormy so selbstverständlich und entspannt mit Odds Können umgehen.
Bei Emmerich Books & Media ist soeben das erste Buch aus der Reihe der Hugh Walker-Neuauflagen als eBook erschienen. Es trägt den Titel BLUT-GMBH. Es handelt sich bei Hugh Walker um ein Pseudonym von Hubert Straßl.
Menschen verschwinden im Dunkel der Nacht, um Tage später ohne Erinnerung wieder aufzutauchen. Einstiche an ihren Körpern beweisen, dass Blut abgezapft wurde. Die Spur führt in die Klinik von Dr. Lukard und seiner Blut-GmbH.
Alle Anstrengungen, Lukards Pläne zu durchkreuzen, scheinen vergebens: Menschen werden weiterhin als Melkkühe für seine finsteren Scharen missbraucht.
Rettung scheint nur unter größten Opfern möglich zu sein. Realität und Phantasie verschwimmen – und die Landkarten unserer Wirklichkeit müssen neu geschrieben werden …
Die Drakula-Romane von Hugh Walker erfahren mit der vorliegenden Buchausgabe BLUT-GMBH ihre vierte Veröffentlichung. Die Einzelromane erschienen als Originalausgabe 1973/1974 und 1975 in der VAMPIR HORROR-ROMAN-Reihe beim Erich Pabel Verlag, Rastatt und wurden 1994 für die DÄMONEN-LAND-Heftreihe im Bastei-Verlag nachgedruckt. Unter dem Titel HUGH WALKERS DRAKULA brachte der Blitz-Verlag 1998 erstmals eine Komplettausgabe in Taschenbuchform heraus.
Für die aktuelle Ausgabe wurde Hugh Walkers Text behutsam überarbeitet, weitestgehend an die neue Rechtschreibung angepasst und mit einem umfangreichen Anhang versehen, welcher Informationen über die Entstehung der DRAKULA-Romane liefert.
Erneut hat sich leider einer der Großen der Science Fiction auf den Weg zu den Sternen gemacht. Gestern verstarb der US-amerikanische Autor Frederik Pohl.
Pohl wurde am 26. November 1919 geboren und verbrachte siene Kindheit und Jugend an zahllosen Orten der Vereinigten Staaten, da sein Vater viel umzog. So lebte er in Texas, Kalifornien, New Mexico, in der Nähe des Panamakanals und schließlich in Brooklyn, wo er die Brooklyn Technical High School besuchte. Er musste während der Weltwirtschaftskrise mit vierzehn Jahren die Schule abbrechen, um arbeiten zu gehen. Noch während seiner Teenagerzeit schloss er eine lebenslange Freundschaft mit Isaac Asimov, der wie er der New Yorker Science-Fiction-Fangruppe der »Futurians« angehörte.
Von 1939 bis 1943 (andere Quellen nennen 1941) war Pohl Herausgeber zweier Pulp-Magazine – der ASTONISHING STORIES und der SUPER SCIENCE STORIES.
Pohl begann seine Karriere als Buchhändler und ‑agent im Jahr 1937, dies stellte jedoch nur einen Nebenberuf dar, bis er nach dem Krieg hauptberuflich in diesem Gewerbe arbeitete. Vom April 1943 bis zum November 1945 diente Pohl als Meteorologe in der US Army und wurde bis zum Sergeant befördert. Nach seiner Ausbildung in Illinois, Oklahoma und Colorado war er hauptsächlich in Italien stationiert.
Seine ersten Romane und Geschichten erschienen in den frühen 1950er Jahren, beispielsweise THE SPACE MERCHANTS (dt. unter anderem als EINE HANDVOLL VENUS UND EHRBARE KAUFLEUTE) zusammen mit Cyril M. Kornbluth. Danach veröffentlichte er zahllose Romane, Kurzgeschichten und Sachbücher. Eine seiner bekanntesten Serien dürfte die GATEWAY-Trilogie sein. Für sein Schaffen wurde er mit über 20 Preisen ausgezeichnet, darunter der Hugo, Nebula, Locus und John W. Campbell-Award.
Das Leben und Werk Frederik Pohls ist zu umfangreich, um es in diesem Nachruf hinreichend würdigen zu können. Es sei deswegen auf die Artikel in der deutschen und englischen Wikipedia verwiesen, wobei letzterer wie immer deutlich ausführlicher ist.
Frederik Pohl verstarb am 2. September 2013 im Alter von 93 Jahren in Palatine, Illinois, an Lungenversagen. Ad astra!
Ebenfalls wie immer neu zum Monatsanfang ist die Augabe 291 des FANDOM OBERVERs erschienen. Chefredakteur der aktuellen Nummer war Martin Kempf und der präsentiert auf 18 seiten unter anderem die folgenden Themen:
* 50 Jahre Dr. Who: Olaf Brill stellt den neuen Doctor vor.
* Widdiwiddi: Buck Rogers fliegt seit 1979 durchs Weltall
* Alienjagd: Bettina Petrik über PACIFIC RIM
* Unterhaltsame Geschichtsfälschung: Andreas Nordiek zu LEVIATHAN von Oliver Henkel
Weiterhin im neuen FANDOM OBSERVER: Buchrezensionen, Kinokritiken, und der Fanzine-Kurier
Auch zum Monat August stellt Erik Schreiber wieder einen Phantastischen Bücherbrief zur Verfügung. Auf der ersten Seite findet sich das Titelbild von ZWIELICHT 3, einer 421 Seiten starken Kurzgeschichtensammlung, die von Michael Schmidt heraus gegeben wurde und die bei Saphir im Stahl erschienen ist.
Danach widmet sich Erik erneut deutscher und internationaler Phantastik, sowie Heftromenen, Fanzines und auch Comics.
Deutsche Phantastik beispielsweise: Achim Köppen – DIE ERBEN DES LICHTS, Thomas Thiemeyer – MAGDA UND BEN oder Richard Schwarz – DIE FESTUNG DER TITANEN.
Internationale Phantastik unter anderem: Jonathan Stroud – DIE SEUFZENDE WENDELTREPPE, Cassandra Clare – CLOCKWORK PRINCE oder Helen Douglas – LICHTJAHRE ZU DIR.
Der Phantastische Bücherbrief liegt als PDF-Datei mit einer Größe von ca. 460 kB vor und kann hie rherunter geladen werden.
Insbesondere die dritte Staffel SHERLOCK wird von den Fans ja sehnlichst erwartet, die britische Variante der Musketiere könnte aber ebenfalls interessant werden.
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Gottfried Honnefelder ist der »Vorsteher« des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. In einer Rede erläutert er eindrücklich, wie er zum Internet steht. Man könnte es salopp als »moderner, gefährlicher Scheiß« zusammenfassen. Vorsicht, es könnte bei internetaffinen Menschen, die nicht in irgendeiner Vergangenheit leben, zu einem spontanen Abfallen des Kopfes führen, wenn man den Artikel liest, so ausgiebig wird man mit dem Kopf schütteln und sich des Gesichtspalmierens befleißigen.
Da wird ernsthaft eine »digitale Abstinenz« der Nutzer gefordert und beklagt, dass sich eine solche »in der Breite nicht werde durchsetzen lassen«. Und DRM ist selbstverständlich die Rettung.
Angesichts dieser mittelalterlichen Ansichten des Börsenvereinsvorstands wundert mich bei der Branche ehrlich gesagt nichts mehr.
SWEETWATER a.k.a. SWEET VENGEANCE – vorerst nur in USA und Großbritannien auf DVD
Mit SWEETWATER gibt es endlich wieder einmal einen Western, der einen anderen Blick auf das Genre zulässt. Nun sind Rachegeschichten im Wilden Westen wahrlich nichts seltenes. Eastwoods UNFORGIVEN ist eines von vielen Beispielen, oder noch aktueller, Coens Neuverfilmung von TRUE GRIT. Logan Miller hat bei seinem zweiten Film ohne seinen Bruder Noah auf dem Regiestuhl gesessen, dafür haben sie wieder zusammen das Buch, nach einer Geschichte von Andrew McKenzie, geschrieben. Herausgekommen ist ein geradliniger Thriller, der das Genre genau studiert zu haben scheint. Ein bisschen das Feeling von THERE WILL BE BLOOD, reichlich Optik aus Sergio Leones besten Zeiten, und verdrehte Einfälle die aus eben erwähnten TRUE GRIT stammen könnten. Der geistig nicht ganz auf der Höhe scheinende Sheriff Jackson kommt ins Territorium von New Mexico, um den religiösen Fanatiker Prophet Josiah aufzuspüren. Zur gleichen Zeit tötet Josiah den Mann der ehemaligen Prostituierten Sarah. Anfangs ist Sarah über das plötzliche Verschwinden ihres Gatten etwas blauäugig. Doch Sheriff Jacksons unkonventionelle Ermittlungsmethoden und Prophet Josiahs aufdringliche Avancen lassen Sarah langsam erahnen, dass sie nicht mit der Rückkehr ihres Mannes rechnen sollte. Und jemand muss dafür zur Rechenschaft gezogen werden.
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