Im Jahr 2007 wurde beim britischen Fantasyautor Terry Pratchett Alzheimer diagnostiziert. Das hat ihn bislang nicht daran gehindert, weiter zu arbeiten und die Welt zu bereisen, um mit seinen Fans in Kontakt zu kommen. Trotzdem verfasst er seine Werke aufgrund der sich vergrößernden gesundheitlichen Probleme nicht mehr auf dem Computer oder mit einem Stift, sondern nutzt spracherkennende Diktiersoftware (TalkingPoint und Dragon Dictate). Nach seiner Aussage in einem Interview mit der US-Zeitung The Statesman geht das sogar fast besser als Schreiben.
Er erklärt weiterhin, dass er sich Gedanken über die Zukunft der Scheibenwelt-Serie gemacht hat, wenn er nicht mehr dazu in der Lage sein wird, die Geschichten weiter zu spinnen. Seine Tochter Rhianna wird das Ruder übernehmen und die Reihe weiter führen. Sie hat ohnehin über die Jahre an seinem Werk teil gehabt und auch bereits Hintergründe für Videospiele geschrieben, darunter TOMB RAIDER, PRINCE OF PERSIA oder
HEAVENLY SWORD – für letztes gewann sie einen Preis. Zudem ist sie eine der Autorinnen der neuen BBC-DISCWORLD-Serie THE WATCH, die von Pratchetts kürzlich gegründeter Produktionsfirma Narrativia produziert werden wird.
Pratchett ist nach eigener Aussage froh darüber, dass die Serie durch seine Tochter fortgeführt wird, er sagte:
»The Discworld is safe in my daughter’s hands«
Das ist wohl das erste Mal, dass Pratchett offen darüber spricht, irgend wann einmal nicht mehr in der Lage zu sein, weiter »schreiben« zu können. Wollen wir hoffen dass bis dahin noch eine lange Zeit vergeht.
In der Reihe der neu aufgelegten PERRY RHODAN-Planetenromane erscheint der nächste am 23.11.2012. Das Agentenabenteuer wurde von Hans Kneifel verfasst, trägt den Titel ATLANS MÖRDER und spielt zur Zeit des Solaren Imperiums. Es handelt sich bereits um die Ausgabe 21 der Neuauflagen.
Sechs Jahre nach dem Ende des Krieges gegen die Meister der Insel befindet sich das Reich der Terraner in einer Aufbauphase. Das bedeutet aber nicht, dass es in der Galaxis ruhig ist – innere Krisenherde gibt es immer noch genug.
Zu den Organisationen, die in dieser Zeit die Menschheit beschützen, gehört Atlans USO, die United Stars Organisation. Doch nicht nur ihre Spezialisten kämpfen an vorderster Front – nun hat es ein unheimlicher Gegner auf den unsterblichen Arkoniden selbst abgesehen.
ATLANS MÖRDER erschient unter demselben Titel bereits im Jahr 1993, für die Neuauflage wurde der Roman von Rainer Nagel überarbeitet, der verfasste auch ein Nachwort. Die Titelillustration stammt von Dirk Schulz.
Das Taschenheft erhält man ab dem 23. November 2012 bei den einschlägigen Händlern. Bei einem Umfang von 160 Seiten kostet es 3,90 Euro (in Österreich 4,50 Euro, in der Schweiz 7,60 CHF).
Der Buchreport meldet in einem Newsartikel, dass der Anteil der eBooks am Gesamtmarkt in Deutschland nach wie vor relativ gering ist und angeblich (es fehlen hierzu konkrete Quellen, es werden nur »Schätzungen von Media Control« genannt) bei ca. 2% liegt.
Interessant ist dabei allerdings, dass das bei Bestsellern anders aussieht, hier werden deutlich höhere Anteile erreicht. Random House (Bertelsmann) nennt einen Anteil von je nach Titel 3,5 bis 12%. Bastei-Luebbe spricht sogar davon, dass der eBook-Anteil bei diesen Büchern stellenweise bei bis zu 30 % liegt. Besonders interessant meiner Ansicht nach hier die Aussage, dass:
»Bücher, die im Printbereich hinter den Erwartungen zurückblieben, digital wunderbar funktionieren«
Das deutet offenbar darauf hin, dass das Kaufverhalten des eBook-Lesers von demjenigen des Printbuchnutzers deutlich abweicht. Für mich ist das allerdings keine wirkliche Überraschung. Zudem hatte Bastei-Luebbe eine Art »eBook-Offensive« gestartet, die allein schon zu höheren Absätzen führen dürfte.
Wirklich interessant wäre gewesen, wenn man die Printbuchverkäufe der Bestseller in Relation zum Gesamtmarkt gestellt hätte, um Vergleichswerte zu haben. Ohne diese Angaben stehen die Zahlen ziemlich allein auf weiter Flur. Dennoch kann man zumindest bei Bestsellern die Aussage, dass eBooks ein Nischenmarkt sind, nicht mehr halten.
Jeder, der mit Rollenspielen oder Fantasy in Berührung gekommen ist, kennt den Namen Larry Elmore. Der Künstler hat durch seine Illustrationen unter anderem für DUNGEONS & DRAGONS einen fast legendären Ruf.
Larry möchte nun über eine Kickstarter-Kampagne genug Geld zusammen bekommen, um einen mehr als 300-seitigen Bildband heraus zu bringen, der einen großen Teil seiner Werke in einem Buch vereinigt. Gesammelt werden sollen gerade mal 17500 Dollar, zusammen gekommen sind zum Zeitpunkt da dieser Artikel geschrieben wird, bereits über 41600 Bucks – und das obwohl die Kampagne noch 43 Tage läuft. Allein daran kann man bereits ablesen, wie populär Larry Elmore und seine Werke sind (angesichts anderer Projekte ist das Pledge-Ziel aber auch äußerst gering).
Wer spendet um das Buch zu erhalten muss in diesem Fall leider etwas tiefer in die Tasche greifen. Zwar kann man wie immer minimal einen Dollar spenden, wer den Bildband haben möchte muss allerdings bereits mindestens 49 Dollar berappen, für nicht-Amerikaner kommen noch 48 Dollar für den Versand hinzu (das erscheint mir überteuert, da ich bereits mehrfach Bücher in den USA bestellt habe, weiß ich, was das Porto ungefähr kostet). Wer 225 oder mehr Dollar in die Hand nimmt, erhält eine in Leder gebundene und von Elmore signierte Sonderausgabe.
Trotzdem: jedem Fantasyfan dürfte das Wasser im Mund zusammen laufen, angesichts der Aussicht, dass es einen Bildband voller Elmore-Werke geben wird. Mehr Details dazu auf der Kickstarter-Seite zum Projekt. Larry Elmore hat selbstverständlich auch eine Webseite.
Unter dem Titel »wohin dreht sich die Buchwelt 2013?« hat der Autor Sean O’Connell (TÍR NA NÓG, TÚATHA DÉ DANANN) verschiedenen Personen aus dem Umfeld Buch befragt. Die Fragen lauteten:
Welche persönliche Veränderung erwartest du beruflich von 2013?
Worauf muss sich der Leser/müssen die Verlage/als Herausgeber (sich) einstellen?
Welche Chancen siehst du?
Welche Gefahren siehst du?
Welches Projekt willst du 2013 unbedingt fertigstellen?
Und die wurden auch mir gestellt. Meine Antworten darauf – und selbstverständlich auch die der anderen Befragten – findet man seit heute Morgen auf Seans Seite Wortwellen.
Bild: Auschnitt aus dem »Wortwellen«-Header, Copyright Sean O’Connell
Viele Petitionen, die auf der e‑Petitions-Plattform des Bundestages eingereicht werden, sind lang und umständlich formuliert. Das ist bei dieser hier nicht der Fall:
Umsatzsteuer – Reduzierter Steuersatz für eBooks (7%)
Text der Petition
Der Bundestag möge beschließen, dass eBooks mit dem gleichen Mehrwertsteuersatz besteuert werden wie gedruckte Bücher, d.h. mit 7%.
Begründung
Für gedruckte Bücher gilt der reduzierte Mehrwertsteuersatz von 7%, da Bücher als Kulturgut gelten, das allen Bevölkerungsschichten zu erschwinglichen Preisen zur Verfügung stehen sollte. Da dies in gleichem Maße auch auf eBooks zutrifft, sollte für elektronische Bücher der gleiche Steuersatz gelten. Des weiteren sollten Menschen mit einer Sehschwäche, die auf eBooks wegen der Möglichkeit der Schriftvergrößerung angewiesen sind, nicht steuerlich benachteiligt werden.
Die Petition Petition Nummer 37573 kann seit dem 12.11.2012 gezeichnet werden. Ich habe allerdings die Befürchtung, dass der Petitionsausschuss sich möglicherweise einfach für nicht zuständig erklären wird, wie er es in letzter Zeit zu oft tut, wenn ihm eine erfolgreiche ePetition nicht passt. Wahrscheinlich hat beim Einrichten der ePetitionen keiner bei der Polit-Meschpoke damit gerechnet, dass das Instrument so eifrig und erfolgreich genutzt wird.
Das Ansinnen der Petition ist aber natürlich völlig korrekt: es kann nicht angehen, dass eBooks zwar nach dem Buchpreisbindungsgesetz zwingend als Bücher gelten, in Sachen MWSt jedoch nicht – das ist nicht nachvollziehbar. Erfahrungsgemäß ist der Weg einer solchen Petition auch bei einem Erfolg aber lang – und es ist nicht gesagt, dass dabei das gewünschte Ergebnis heraus kommt – zudem erst einmal die notwendigen Mitzeichner mobilisiert werden müssen und ich bin nicht sicher, dass das bei diesem Thema klappen wird. Ich bin üblicherweise nicht für Steuergeschenke an Branchen (siehe »Fast Drei Prozent« und die Hoteliers), aber in diesem Fall würde ich zustimmen. Ob die Verlage den geänderten USt-Satz dann auch an die Verbraucher durchreichen oder einfach einsacken ist noch einmal eine andere Frage.
THE INEXPLICABLES ist der neueste Roman aus Cherie PriestsA CLOCKWORK CENTURY-Reihe, ein Steampunk-Szenario mit Dieselpunk-Spritzern. Er erscheint morgen.
Werbetext:
Rector »Wreck’em« Sherman was orphaned as a toddler in the Blight of 1863, but that was years ago. Wreck has grown up, and on his eighteenth birthday, he’ll be cast out out of the orphanage.
And Wreck’s problems aren’t merelyabout finding a home. He’s been quietly breaking the cardinal rule of any good drug dealer and dipping into his own supply of the sap he sells. He’s also pretty sure he’s being haunted by the ghost of a kid he used to know—Zeke Wilkes, who almost certainly died six months ago. Zeke would have every reason to pester Wreck, since Wreck got him inside the walled city of Seattle in the first place, and that was probably what killed him.Maybe it’s only a guilty conscience, but Wreck can’t take it anymore, so he sneaks over the wall.
The walled-off wasteland of Seattle is every bit as bad as he’d heard, chock-full of the hungry undead and utterly choked by the poisonous, inescapable yellow gas. And then there’s the monster. Rector’s pretty certain that whatever attacked him was not at all human—and not a rotter, either. Arms far too long. Posture all strange. Eyes all wild and faintly glowing gold and known to the locals as simpley »The Inexplicables«.
In the process of tracking down these creatures, Rector comes across another incursion through the wall—just as bizarre but entirely attributable to human greed. It seems some outsiders have decided there’s gold to be found in the city and they’re willing to do whatever it takes to get a piece of the pie unless Rector and his posse have anything to do with it.
INEXPLICABLES ist 368 Seiten stark und kostet als Taschenbuch ca. 11 Euro, für die Kindle-Version werden 8,51 Euro fällig. Amazon weist explizit darauf hin, dass die eBook-Fassung auf Wunsch des Verlags Pan Macmillan ohne DRM angeboten wird. Sehr löblich, daran sollten sich gewisse deutsche Verlage ein Beispiel nehmen.
THE INEXPLICABLES
Cherie Priest
Steampunk-Roman
Sprache: Englisch
14. November 2012
Taschenbuch:
368 Seiten, ca. EUR 11,00
ISBN-10: 1447225597
ISBN-13: 978–1447225591
eBook (Kindle):
EUR 8,51
ASIN: B0089LOE0Y
Pan Macmillan
Eine fast unglaubliche Pressemitteilung kommt von Richard und Wendy Pini, den Erfindern der überaus erfolgreichen Comicserie ELFQUEST. Meine Güte ist das lange her, dass ich die Comics gelesen und das Rollenspiel dazu mit Freunden gespielt habe … :O
Die Rechte an einer Verfilmung des Stoffes lagen bis zum ersten Quartal 2012 bei Warner Bros., die haben sie aber nicht genutzt, deswegen verfielen sie. Die Pinis haben nun verlautbaren lassen, dass die Filmrechte an Stephanie Thorpe und Paula Rhode gingen. Das sind die Macher hinter dem überaus erfolgreichen Webvideo und mehrfach ausgezeichneten ELFQUEST: A FAN IMAGINING, die daraus eine filmische Umsetzung gestalten sollen.
Das ist ziemlich überraschend, denn nachdem Warner die Rechte hatte, war kaum damit zu rechnen, dass diese an Independent-Filmmacher gehen würden. Man muss sich fragen, ob die tatsächlich in der Lage sein werden, ein solches aufwendiges Fantasy-Projekt zu realisieren. Insbesondere die Finanzierung dürfte nicht ganz einfach werden. Spannend ist das aber allemal und die Pinis zeigen ihre Verbundenheit zum Fandom einmal mehr dadurch, dass sie die millionenschweren Rechte an Fans vergeben. Allerdings wird ein Film mehr zu bieten haben müssen, als hübsche, junge, knapp bekleidete Frauen mit spitzen Ohren im Wald – und seien sie noch so überzeugend in Szene gesetzt …
Hier nochmal ein Video zu ELFQUEST: A FAN IMAGINING, hinter dem Break die komplette Pressemeldung.
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Die Romanreihe OUTLANDER (auf Deutsch: DIE HIGHLAND-SAGA) der Autorin Diana Gabaldon dreht sich um Claire, eine verheiratete Krankenschwester zur Zeit des zweiten Weltkriegs, die durch eine Verkettung von Umständen (und einen Steinkreis) zurück ins Jahr 1743 stolpert und dort eine Welt voller Abenteuer und Gefahren vorfindet. Als sie gezwungen wird, Jamie zu heiraten, einen ritterlichen und romantischen schottischen Krieger, wird ihr Herz zwischen zwei Männern in zwei Zeiten zerrissen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten.
Aha. Also offenbar Historienromane mit Fantasy-Einschlag für Frauen.
Der Sender Starz hat nun niemand anderen als Ron Moore (STAR TREK, BATTLESTAR GALACTICA) mit der Umsetzung von Gabaldons Romanreihe in eine Fernsehserie beauftragt. Diese Zusammenstellung aus dem Sender der SPARTACUS realisiert und dem Mann hinter NEW BSG ist im Moment das Einzige, was mich im Moment hinsichtlich dieser Serie ein wenig neugierig macht.
Man muss weiterhin leider konstatieren, dass der Börsenverein die Fehler der Musikindustrie wiederholen möchte.
Mir sind daran allerdings einige Dinge unklar:
Wäre es nicht viel sinnvoller, endlich kundenfreundlich zu agieren und auf DRM-Maßnahmen zu verzichten, die die Nutzung der erworbenen Nutzungslizenzen auf beliebigen Geräten unterbinden, die Handhabung der eBooks höchst sperrig machen und die Kunden unter Generalverdacht stellen? Wäre es zudem nicht viel sinnvoller, endlich von den Mondpreisen abzukommen und eBooks zu angemessenen Kosten anzubieten? In beiden Fällen würde das sofort für eine höhere Akzeptanz und größere Umsätze sorgen. Sind Umsätze nicht genau das, was die Anbieter wollen?
Nach den Pressemitteilungen der letzten Zeit sind eBooks immer noch kein wirklicher Faktor im deutschen Markt und der Umsatz dümpelt auf äußerst niedrigem Niveau. Wenn das so ist, dann kann auch in der Schlussfolgerung eBook-Piraterie noch kein nennenswerter Markt sein. Was stimmt denn nun? Oder handelt es sich um eine Präventivmaßnahme, weil das Internet ja schließlich in Kürze von eBook-Kopien überschwemmt wird? Hört sich für mich nicht nach einem plausiblen Szenario an.
Noch ein ketzerischer Gedanke zum Abschluss: wenn man einer Organisation Geld dafür bezahlt, gegen Urheberrechtsverstöße vorzugehen, dann wird diese in dem Moment überflüssig, in dem sie großflächig erfolgreich ist … Im Jahr 2006 wurden gegen die GVU Ermittlungen eingeleitet, weil sie selbst illegal geschütztes Material in Tauschbörsen verbreitet hatten – sie begingen also möglicherweise genau die Taten, die sie verhindern sollten. Weiterhin halten sie selbst Honeypots vor, damit diese von Release-Gruppen genutzt werden können. Unbedenklich sind diese Vorgehensweisen nicht, meiner Meinung nach auch nicht moralisch oder rechtlich einwandfrei. Vielleicht denkt darüber ja beim Börsenverein mal jemand nach …
[cc]
Bild iPad von mir, Jolly Roger von Jack Rackham, gemeinfrei, Collage von mir
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