Es geht in den letzten Tagen durch den virtuellen Blätterwald und auch in Deutschland werden die angeblichen Verkaufseinbrüche beim eBook von bestimmten Protagonisten gern aufgenommen und freudestrahlend verbreitet. Denn tatsächlich hält man insbesondere bei großen Verlagen eher nichts von den digitalen Buchvarianten, kannibalisieren diese doch angeblich die Totholzverkäufe. Und überhaupt: Da sind diese undankbaren Leser noch nicht mal bereit, die angesagten Mondpreise für Elektrobücher zu zahlen.
Deswegen verbreitet man die Zahlen gern und freut sich darüber, dass angeblich die Menge an verkauften und gelesenen eBooks zurückgeht.
Doch tatsächlich lügt man sich (und anderen) einfach mal in die Tasche, denn den genannten Zahlen fehlt es an Substanz – wenn man die Realitäten betrachtet, sieht das ganz anders aus.
Jan Tißler betrachtet das Szenario in einem Artikel auf Medium – und kommt zu ganz anderen Schlüssen, als sie von Buchbranche und Qualitätsmedien kolportiert werden. Überaus lesenswert. Und im Prinzip ja ganz ähnlich wie das, was ich hier schon lange sage: Dass die Statistiken der Protagonisten der Buchbranche nicht die Realität abbilden, sondern nur einen kleinen Ausschnitt davon. Und deswegen sollte man deren Absatzzahlen äußerst skeptisch betrachten – und mal darüber nachdenken, warum sie eBooks so gern für tot erklären möchten …
Es ist wieder so weit: Der Monat startet und Erik Schreiber informiert uns darüber, was er in letzter Zeit (genauer: im Vormonat) so gelesen hat. Und das ist wie immer einiges.
In der Ausgabe 642 des PHANTASTISCHEN BÜCHERBRIEFs finden sich neben zwei leider notwendigen Kurznachrufen auf Waldemar Kumming und Michael H. Buchholz Buchbesprechungen zu den folgenden Themen:
Tommy Krappweis schreibt bekanntermaßen an einer Jugenbuchreihe mit dem Titel GHOSTSITTER. Die soll es zukünftig nicht nur auf Papier, sondern auch auf die Ohren geben. Amazon Music und Audible produzieren ein Hörspiel – und das mit durchaus bekannten Stimmen:
Der Onlinehändler Amazon realisiert über seine Hörspielsparte Audible ein achtteiliges Hörspiel mit Episoden von 60 – 75 Minuten Länge, die ab Oktober 2017 erhältlich sein werden. Man wir es sowohl über Amazon Music gestreamt und zum Download bekommen können, wie über Audible als Stream.
Zur Story:
Tom (Felix Strüven) hat eine Geisterbahn mit quicklebendigen Geistern geerbt! Und die im Zaum und geheim zu halten, ist gar nicht so einfach: Vampir Vlarad (Christoph Maria Herbst) mutiert dummerweise bei Blutkonsum zum jeweiligen Spenderwesen, meistens zu Meerschweinchen. Mit Zombie Wombie (Tommy Krappweis) ist nicht zu spaßen, wenn man seinem Plüschhäschen zu nahe kommt, und Hop-Tep (Karim El Kammouchi), die Mumie, kann aufgrund der Bandagen um den Kopf nur telepathisch kommunizieren. Außerdem wären da noch Werwolf Welf (Detlef Tams), dem man bei Vollmond besser nicht begegnet, und Gespenstermädchen Mimi (Paulina Rümmelein). Bei dieser geisterhaften Chaostruppe ist echt ein Profi gefragt – und Tom ist das genaue Gegenteil. Dass er aber trotzdem genau der Richtige für den Job als »Ghostsitter« ist, beweist er ein ums andere Mal mit viel Witz und Einfallsreichtum.
Noch bis zum 4. Mai 2017 hat man Zeit, ein Bewerbungsvideo auf Instagram mit dem Hashtag #ghostsitter hochzuladen. Wer die meisten Likes erhält, bekommt eine Sprecherrolle. Voraussetzung: Mindestalter 16 Jahre. Alle Details bei Amazon.
Zwar sind die Verhandlungen mit Fox um neue Folgen des Revivals der Kult-Mystery-Serie X‑FILES (AKTE X) noch nicht zu einem Ergebnis gekommen, weitere Abenteuer um die FBI-Agenten Mulder und Scully wird es allerdings als Hörspiele geben. An denen kann man sich erfreuen falls man der englischen Sprache mächtig ist.
Audible Studios wird unter dem Titel X‑FILES: COLD CASES neue Fälle, die es nicht in eine TV-Episode geschafft haben, als Hörspiele veröffentlichen. Die Episoden basieren auf den von Joe Harris geschriebenen Comics und sollen nach dem Kinofilm I WANT TO BELIEVE handeln. Ebenfalls als »Creative Director« dabei ist Serienschöpfer Chris Carter. Die Audio-Adaption stammt von Dirk Maggs (THE HITCHHIKER’S GUIDE TO THE GALAXY).
Der Start X‑FILES: COLD CASES bei Audible ist am 18. Juli 2017 (bei Amazon Deutschland sind sie allerdings noch nicht gelistet)
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Eigenen Aussagen zufolge hatte Erik Schreiber im März 2017 weniger Zeit zum Lesen, da er auf diversen Buchmessen war. Trotzdem sind wieder einige Besprechungen für den PHANTASTISCHEN BÜCHERBRIEF mit der Nummer 641 zusammen gekommen.
Besprochen werden diesmal unter anderem Werke aus den Bereichen deutsche und internationale Phantastik, Jugendliteratur, Krimi & Thriller, Comics und Hörspiele.
Darunter zum Beispiel SEELENSPLITTER von Ju Honisch, SCHWERTER UND SCHWINDLER von Juli Knight, Peter Splitts EIFELWAHN oder Irena Brignulls DIE PROPHEZEIHUNG DER HAWKWEED.
Den PHANTASTISCHEN BÜCHERBRIEF 641, der als PDF vorliegt, kann man wie immer hier kostenlos herunter laden.
Der 37. Band um den gallischen Zaubertrankjunkie Asterix und seine Freunde erscheint am 19. Oktober 2017 und wird den anfangs leicht merkwürdig wirkenden Titel ASTERIX IN ITALIEN tragen. Ehapa schreibt zum Inhalt:
Die von den genialen Comicgrößen Albert Uderzo und René Goscinny geschaffenen Helden sind wieder da! Nach Asterix bei den Pikten und Der Papyrus des Cäsar erleben wir Asterix und Obelix in einem neuen Band der begnadeten Autoren Jean-Yves Ferri und Didier Conrad: Asterix in Italien Obelix ist überrascht, dass in Italien bei weitem nicht nur Römer wohnen, die es mit Zauberkräften zu vermöbeln gilt! Stattdessen gibt es dort viele Italiker, die ganz nach gallischer Manier, ihre Unabhängigkeit wahren wollen. Sie lehnen den Herrschaftsanspruch von Julius Cäsar mit seinen Legionen strikt ab. In Asterix in Italien stürzen sich unsere Lieblingshelden in ein fesselndes Abenteuer und entdecken das außergewöhnliche Italien der Antike!
Italien lässt sich nicht auf Cäsar, Rom und das Kolosseum reduzieren! Unserer Meinung nach wurde es für Asterix und Obelix höchste Zeit, sich einmal persönlich davon zu überzeugen, wie es in Italien tatsächlich zugeht! Das dürfte auch Albert Uderzo gefallen, weil seine Familie aus Venetien stammt.
Ein Cover zeigte der Verlag noch nicht.
Promografik Copyright Egmont Ehapa Media GmbH / Egmont Verlagsgesellschaften mbH
Am 18. April erscheint der neue Roman CHANGE AGENT des SF-Autors Daniel Suarez (DAEMON) bei Random House. Die Rechte an dem Stoff hat sich bereits vorher Netflix gesichert, um sie vermutlich entweder als Film oder Serie für seinen Streamingdienst umzusetzen, das berichtet der Hollywood Reporter.
CHANGE AGENT dreht sich um den Interpol-Agenten Kenneth Durand, der leitet eine Einsatztruppe, welche illegale Labore aushebt, die »Eitelkeits-Eingriffe« an Embryonen vornehmen und sich dabei Menschenhandels bedienen. Doch seine Gegner injizieren ihn mit einem neuartigen Mittel, das seine Gene verändert und mit einem Mal trägt er das Gesicht eines gefährlichen Gangsters, den er eigentlich verhaften sollte, und wird selbst zum Gejagten.
Es produziert Josh Bratman (FRIGHT NIGHT 2011) für Immersive Pictures.
Da Netflix die Rechte gerade erst gekauft hat, gibt es derzeit noch keine weiteren Informationen. Die folgen, sobald ich sie weiß.
Bei Emmerich Books & Media ist soeben in der Hugh Walker-Werkausgabe die Sammlung WELT DER TÜRME erschienen. Die Originalromane und Novellen erschienen unter dem Pseudonym Ray Cardwell, sie wurden in Zusammenarbeit mit dem österreichischen Autor und Okkultisten Hans Feller verfasst. Zum Inhalt:
3000 Jahre lang haben die geheimnisvollen Türme, Relikte der Vergangenheit, die Auswüchse »wilder Magie« in Almordins Welt unterdrückt!
Durch die Geburt eines Geschwisterpaares, das die verfemte Kraft in sich trägt, droht sich dieser Zustand dramatisch zu ändern. Verfolgt durch fanatische Lichtritter und Priester gehen Erviana und Gothan ihren Weg, der das Schicksal der Menschen für immer verändern könnte.
Hugh Walker lernte Hans Feller Anfang der 1960er Jahre in Wien kennen. Beider Interesse für phantastische Literatur führte ab Mitte der sechziger Jahre zu gemeinsamer literarischer Betätigung: Sie schrieben neben etlichen Horror-Stories (z.T. unter den Gemeinschaftspseudonymen »Ray Cardwell« und »Hogarth Brown«) über die Jahre hinweg einen kleinen Zyklus um die »Welt der Türme«, der zu Beginn starke SF-Elemente aufwies, sich später aber zu einer reinen Fantasy-Serie entwickelte. Doch die erhoffte Veröffentlichung stand unter keinem guten Stern. Feller übersiedelte nach Amsterdam, Walker zog nach Unterammergau, und die beiden verloren sich aus den Augen. 1973 brannte Fellers Miethaus in Amsterdam ab, wobei auch die Originalmanuskripte um »Welt der Türme« ein Raub der Flammen wurden. Anfang 1974 erhielt Hugh Walker die Nachricht vom Tod seines Freundes.
Mittlerweile hatte sich Walker im Genre als Autor und Herausgeber einen Namen gemacht. Er verfasste etliche SF- und Horror-Romane und war von 1974 bis 1982 Herausgeber der Reihe TERRA FANTASY, wo neben Walkers MAGIRA-Zyklus auch zwei Romane und eine Kurzgeschichte um die »Welt der Türme« Veröffentlichung fanden: die Romane »Als die Hexer starben« und »Herrin der Welt« sowie die Story »Jaramons Traum«, alle unter dem Pseudonym Ray Cardwell. Eine weitere Novelle – »Mordins Kraft« – erschien dann 1984 noch bei Heyne. Diese Werke sind also posthume Kollaborationen von Hans Feller und Hugh Walker. »Welt der Türme« erscheint in der Hugh-Walker-Werkreihe erstmals vollständig und in handlungschronologischer Reihenfolge.
WELT DER TÜRME ist seit dem 26. März 2017 erhältlich, die Printausgabe hat ein Format von 20,3 x 12,7 x 2,4 cm und einen Umfang von 384 Seiten, sie kostet 15,00 Euro. Für die eBook-Fassung werden 5,95 Euro fällig. Mehr Informationen auf der Verlagsseite.
WELT DER TÜRME
Hugh Walker & Hans Feller
Phantastik Taschenbuch:
20,3 x 12,7 x 2,4 cm, 384 Seiten
15 Euro eBook:
5,95 Euro
26. März 2017
Emmerich Books & Media
Ob Dampf, ob Öl oder Elektoimpulse – seit jeher träumt der Mensch von der Verbesserung seiner selbst.
Nun haben sich zehn Tüftler an die Aufgabe gewagt, das fleischliche Selbst zu modifizieren und auf eine neue Stufe zu bringen. Ob mechanische Gliedmaßen, dampfende Herzen oder roboterartige Haushaltshilfen – der Traum hat die Realität bereits eingeholt.
Diese Anthologie enthält zehn Geschichten aus steam‑, cyberpunkigen und transhumanen Welten aus der Feder von Thorsten Küper, Melanie Ulrike Junge, Marco Ansing, Gloria H. Manderfeld, Mia Steingräber & Tobias Rafael Junge, Peer Bieber, Peter Hohmann, Andreas Winterer, Eva Strasser und Anja Bagus.
Das Taschenbuch ist am 22. März 2017 erschienen, 216 Seiten stark und kostet 11,90 Euro. Die eBook-Fassung schlägt mit 3,99 Euro zu Buche und wird ab ca. Ende nächster Woche erhältlich sein.
Eigentlich wollte ich eine geharnischte Replik auf das sexistische Altherren-Kulturdefinierer-Gesülze von Carsten Otte vom SRW verfassen, der im 21. Jahrhundert ernsthaft die Ansicht vertritt, bunte Fans und Manga passen nicht zu einer »altehrwürdigen«, »ernsthaften« Buchmesse Leipzig. Und das aus äußerst kruden Gründen, die man schon mit zwölf Sekunden Nachdenken auseinander nehmen kann.
[Update 21:10 Uhr:] Auch Carsten Otte ist die Kritik an seinen Aussagen zu Hasenohren gekommen und er versucht das, was solche Leute immer gern zu tun versuchen: Alles von sich weisen, kritikresistent auf seinen diskriminierenden Ausführungen bestehen, und von irgendwelchen »strafrechtlich relevanten Äußerungen« zu schwafeln, um die Kritiker pauschal zu diskreditieren. Und vor allem versucht er in durchsichtigster Weise, Ausfälle einzelner (die bekanntermaßen in Sozialen Medien vorkommen) auf die Szene allgemein zu schieben. Das ist in meinen Augen leider erbärmlich und nichts anderes als billiges Nachtreten. In diesem Licht sollte man seinen Einführungssatz sehen:
Zunächst einmal ging es mir nicht darum, literarische Subkulturen zu diffamieren.
Und dann tut er das sofort nochmal, indem er die gesamte Szene aufgrund von Äußerungen einzelner Personen auf Sozialen Medien diffamiert, von denen er noch nicht einmal nachweisen kann, dass diese auch tatsächlich zum Fandom gehören. Denn das kann er selbstverständlich nur annehmen, aber zum Zeitpunkt seiner Aussage nicht belegen.
Auch diesen Satz muss man sich auf der Zunge zergehen lassen:
Es lohnt sich aber dennoch zu diskutieren, ob die Art und Weise, wie sich manche Cosplayer inszenieren, nicht im krassen Gegensatz zu den von der Buchmesse definierten Zielen steht.
Was sind denn »die definierten Ziele der Buchmesse«? Die Antwort ist einfach: In erster Linie geht es, wie bei jedem Wirtschaftsunternehmen und auch der Buchbranche im allgemeinen, in erster Linie darum, möglichst viele Einnahmen zu erzielen. Alles Geschwafel und Getue um Hochliteratur oder hehre politische Ziele sind letztlich nur PR-Getrommel, die der Generierung von harten Moneten dienen sollen. Wer das anders sieht, sollte dringend seinen Sinn für Realität überprüfen.
Und dann noch der zweite Ansatz: Der SWR dürfte es mit diesem Clickbait-Artikel auf richtig viel Traffic gebracht haben – und das könnte ein anderer Grund für dessen Veröffentlichung gewesen sein. Allerdings erwarte ich von öffentlich-rechtlichen Medien Sachlichkeit und nicht Clickbaiting.
[Nachtrag 29.03.2017:] Übrigens äußern sich die Veranstalter der Buchmesse Leipzig (und Frankfurt) selbstverständlich positiv über Cosplayer. Weil die medienwirksam sind und somit kostenlos Werbung für die Veranstaltung machen. Und das obwohl sie sich ähnlich merkwürdigen, teilweise lächerlichen, Vorschriften wie bei der GamesCom unterwerfen müssen. Da steht unter anderem:
Die Kostüme dürfen nicht zu freizügig sein, d.h. Oberkörper, Intimbereich und Po müssen ausreichend von Kleidung bedeckt sein – das gilt für beide Geschlechter.
Somit sollten die von Otte gesehenen pornografischen Kostüme nur seiner übersteigerten Prüderie geschuldet sein, denn als Porno-Hase kommt man gar nicht an den Ordnern vorbei.
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