Die »kein Schwein kauft mehr eBooks«-Lüge

Es geht in den let­zten Tagen durch den virtuellen Blät­ter­wald und auch in Deutsch­land wer­den die ange­blichen Verkauf­sein­brüche beim eBook von bes­timmten Pro­tag­o­nis­ten gern aufgenom­men und freud­e­strahlend ver­bre­it­et. Denn tat­säch­lich hält man ins­beson­dere bei großen Ver­la­gen eher nichts von den dig­i­tal­en Buch­vari­anten, kan­ni­bal­isieren diese doch ange­blich die Totholzverkäufe. Und über­haupt: Da sind diese undankbaren Leser noch nicht mal bere­it, die ange­sagten Mond­preise für Elek­trobüch­er zu zahlen.

Deswe­gen ver­bre­it­et man die Zahlen gern und freut sich darüber, dass ange­blich die Menge an verkauften und gele­se­nen eBooks zurück­ge­ht.

Doch tat­säch­lich lügt man sich (und anderen) ein­fach mal in die Tasche, denn den genan­nten Zahlen fehlt es an Sub­stanz – wenn man die Real­itäten betra­chtet, sieht das ganz anders aus.

Jan Tißler betra­chtet das Szenario in einem Artikel auf Medi­um – und kommt zu ganz anderen Schlüssen, als sie von Buch­branche und Qual­itätsme­di­en kol­portiert wer­den. Über­aus lesenswert. Und im Prinzip ja ganz ähn­lich wie das, was ich hier schon lange sage: Dass die Sta­tis­tiken der Pro­tag­o­nis­ten der Buch­branche nicht die Real­ität abbilden, son­dern nur einen kleinen Auss­chnitt davon. Und deswe­gen sollte man deren Absatz­zahlen äußerst skep­tisch betra­cht­en – und mal darüber nach­denken, warum sie eBooks so gern für tot erk­lären möcht­en …

Dank an Kris­t­ian Köh­n­topp fürs Find­en.

p.s.: Ergänzend inter­es­sant dazu die Sta­tis­tiken für die Jahre 2014 bis 2016 auf authorearnings.com und der Text im dig­i­talpub­lish­in­gre­port (ab Seite 7), der sich auf Zahlen von Hugh Howey und »Data Guy« bezieht.

Stefan Holzhauer

AutorIn: Stefan Holzhauer

Meist harm­los­er Nerd mit natür­lich­er Affinität zu Pix­eln, Bytes, Buch­staben und Zah­n­rädern. Kon­sum­iert zuviel SF und Fan­ta­sy und schreibt seit 1999 online darüber.

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