LOGAN – The Wolverine

LOGAN – The Wolverine

LOGAN – Bun­des­start 02.03.2017

Als zur Jahr­tau­send­wen­de der ers­te X-MEN über die Lein­wand feg­te, da wur­de schnell klar, dass hier eine Gold­ader frei­ge­legt wor­den war. Was die Pro­du­zen­ten aller­dings über­sa­hen, war die­sen Claim auch rich­tig abzu­ste­cken. Waren die fol­gen­den zwei Fort­set­zun­gen noch immer wun­der­ba­re Main­stream-Unter­hal­tung, erreich­ten sie nicht den Charme und die Kurz­weil des ers­ten Tei­les. Cent­Fox als pro­du­zie­ren­des Stu­dio muss­te reagie­ren, schließ­lich mach­te sich die Publi­kums­er­mü­dung auch in den Kas­sen bemerk­bar. Wenn etwas zu ret­ten war, dann mit einer grund­le­gen­den Ände­rung des Kon­zep­tes. Und es hat­te kei­ne Ana­lys­ten gebraucht zu sagen, wer das größ­te Nug­get in die­ser Gold­ader war. Aber das Kon­zept der Ursprungs­ge­schich­ten woll­ten Fans und Freun­de auch nicht so rich­tig schlu­cken. Die Ein­spiel­ergeb­nis­se sta­gnier­ten, trotz stei­gen­der Ein­tritts­prei­se. Ein letz­tes Auf­bäu­men gab es bei ZUKUNFT IST VERGANGENHEIT. Das soll­te es gewe­sen sein? Doch eine Serie wie die­se konn­te man nicht sang und klang­los aus­ge­hen las­sen.

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KONG: SKULL ISLAND

KONG: SKULL ISLAND

KONG: SKULL ISLAND Deutsch­land­start am 9. März 2017

Die ers­te Fest­stel­lung, die ich machen kann, nach­dem ich KONG: SKULL ISLAND gese­hen habe, ist die­se:

Ich habe noch nie Film­trai­ler gese­hen, die so exakt die Stim­mung eines Films klar­ma­chen wie die zu KONG. Oft genug fokus­sie­ren sich Trai­ler auf eine bestimm­te Stim­mung oder machen Ver­spre­chen, die dann im Film nur teil­wei­se oder gleich gar nicht erfüllt wer­den. Das ist hier abso­lut nicht so. Die Trai­ler ver­spre­chen wil­de Action, ange­sichts der over the top aus­fal­len­den Gewalt und eher mil­dem Hor­ror, eine epi­sche und sty­li­sche Bild­spra­che, eine – nicht mal klei­ne – Por­ti­on Humor und eine dich­te, gera­de­zu detail­ver­lieb­te sieb­zi­ger Jah­re-Atmo­sphä­re.

All die­se Ver­spre­chen wer­den hun­dert­pro­zen­tig gehal­ten. Was aller­dings auch gesagt wer­den muss: Es gibt kei­ne dar­über hin­aus­ge­hen­den Über­ra­schun­gen, denn die Trai­ler zei­gen rund­her­aus alles vor­ne weg, was den Film aus­macht.

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LION – Der lange Weg nach Hause

LION – Bun­des­start 23.02.2017

In Indi­en leben elf Mil­lio­nen Kin­der auf der Stra­ße. Und wie wenig das eine Kul­tur inter­es­sie­ren kann, schafft LION in sei­nen ers­ten 30 Minu­ten sehr ein­drucks­voll, aber auch bedrü­ckend zu zei­gen. In Indi­en wer­den jähr­lich 80.000 Kin­der als ver­misst gemel­det. Was mit ihnen alles gesche­hen könn­te, scheut sich der Film auch nicht anzu­deu­ten. Regis­seur Garth Davies muss dabei nicht expli­zit wer­den, weil dazu auch nicht viel Vor­stel­lungs­kraft gehört. Dem fünf­jäh­ri­gen Saroo bleibt so man­ches Schick­sal erspart, aber mit sei­nen Augen lernt der Zuschau­er eine Welt ken­nen, die so fremd und auch bizarr anmu­tet, dass es schmerzt. Selbst­ver­ständ­lich gibt es Scheuß­lich­kei­ten und Gleich­gül­tig­keit gegen­über Kin­dern auch bei uns, in der viel­ge­prie­se­nen west­li­chen Welt. Aber die Natür­lich­keit in wel­cher LION dies auf­zeigt, hat etwas Erschre­cken­des.

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HIDDEN FIGURES: Unerkannte Heldinnen

HIDDEN FIGURES: Unerkannte Heldinnen

HIDDEN FIGURES – Bun­des­start 02.02.2017

Der Titel HIDDEN FIGURES hat vie­ler­lei Bedeu­tung. Unter ande­rem deu­tet er auf die mathe­ma­ti­schen Schwie­rig­kei­ten hin, mit denen sich die Cha­rak­te­re im Zei­chen des Fort­schritts her­um­schla­gen müs­sen. Oder es ist auch der Hin­weis auf eine Grup­pe Men­schen, die im Welt­raum­pro­gramm der NASA nach außen hin äußerst zurück­hal­tend prä­sen­tiert wur­den. Es ist 1961, Prä­si­dent Ken­ne­dy hat der Nati­on ver­spro­chen, noch vor Ende der Deka­de auf dem Mond zu lan­den. Nicht weil es leicht ist, son­dern gera­de weil es schwie­rig ist. Da ist Mary Jack­son, wel­che Inge­nieu­rin für Welt­raum­kap­seln wer­den möch­te. Und Doro­thy Vaug­han, die eine rie­si­ge Abtei­lung lei­tet, ohne danach bezahlt zu wer­den, und auch nicht den Titel erhält. Oder das Mathe­ge­nie Kathe­ri­ne John­son, die ledig­lich zu stump­fen Revi­si­ons­ana­ly­sen ver­dammt wird. Es ist 1961, und die drei Damen sind Far­bi­ge. Damals durf­te man das so noch sagen. Manch­mal fällt sogar das Wort »Neger«, der Euro­pä­er wird sich wie­der ein­mal empört zei­gen.

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HELL OR HIGH WATER

HELL OR HIGH WATER

HELL OR HIGH WATER – Bun­des­start 12.01.2017

Hell or high water” ist so etwas wie ein Syn­onym für “Alles oder Nichts”. Autor Tay­lor She­ri­dan hat das the­ma­tisch schon in SICARIO her­vor­ra­gend ein­ge­baut, wo nie­mand der zu sein scheint, den er vor­gibt. She­ri­dan hat sich als Dar­stel­ler durch eine ziem­lich Anzahl von Seri­en wie VERONICA MARS oder SONS OF ANARCHY gear­bei­tet.

Aber nun, mit HELL OR HIGH WATER, scheint er sei­ne eigent­li­che Bestim­mung gefun­den haben, und zeigt, dass der Erfolg von SICARIO kein Zufall war. Zwei wei­te­re Fil­me auf Grund­la­ge sei­ner Dreh­bü­cher sind bereits in Vor­pro­duk­ti­on.

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PASSENGERS

PASSENGERS

PASSENGERS – Bun­des­start 04.01.2017

Es ist natür­lich leicht, den Nor­we­ger Mor­ten Tyld­um als Aus­nah­me­re­gis­seur zu bezeich­nen. Selbst­ver­ständ­lich auch des­we­gen, weil jeder jun­ge Regis­seur, der über ein Mul­ti-Mil­li­on-Dol­lar-Bud­get ver­fü­gen darf, sich dies irgend­wie erar­bei­ten haben muss. Mor­ten Tyld­um hat spä­tes­tens mit HEADHUNTERS bereits welt­weit für Auf­merk­sam­keit gesorgt. Aller­dings muss­te bereits sein Nach­fol­ge­film IMITATION GAME schon wie­der eini­ge berech­ti­ge Prü­gel ein­ste­cken, weil es die Geschich­te um die Per­son Alan Turing und der Ent­wick­lung sei­nes Com­pu­ters nicht im Gerings­ten ernst nahm. Das lag natür­lich am Dreh­buch, denn insze­niert war IMITATION GAME tadel­los, aber als Ver­ant­wort­li­cher wird stets der Regis­seur her­an­ge­zo­gen. Es ist sein Film. Es sei denn die Pro­du­zen­ten hei­ßen Micha­el Bay oder Guil­ler­mo del Toro. Doch bei PASSENGERS tappt Tyld­um in die­sel­be Fal­le: ein nicht ganz aus­ge­go­re­nes Dreh­buch.

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ROGUE ONE

ROGUE ONE

Wei­test­ge­hend spoi­ler­frei

Wer hät­te es für mög­lich gehal­ten? STAR WARS mit völ­lig neu­en Aspek­ten.

Exkur­si­on in die Ver­gan­gen­heit: Ich habe STAR WARS sowie die bei­den Fol­ge­fil­me gese­hen und war für immer geflasht (ich war SF-beses­sen und zwölf Jah­re alt, als ich Epi­so­de IV zum ers­ten Mal im Kino sah, danach kam jede Hil­fe zu spät). Sicher, aus der heu­ti­gen Zeit betrach­tet müss­te man eigent­lich zuge­ben, dass das viel­leicht stel­len­wei­se ein wenig flach daher kam. Holz­schnitt­ar­ti­ge Cha­rak­te­re. Dia­lo­ge, die kei­nen Preis gewin­nen wür­den. Aber damals war all das aus vie­len Grün­den eine Offen­ba­rung. Die Effek­te, die Ide­en, die Umset­zung, alles auf der Lein­wand, die das grö­ßer, epi­scher erschie­nen ließ. A NEW HOPE war zwei­fel­los in vie­len Aspek­ten ein Mei­len­stein der Kino­ge­schich­te. Das kann man nicht zuletzt dar­an ermes­sen, dass STAR WARS noch heu­te, fast 40 Jah­re spä­ter, so prä­sent ist, wie Ende der 70er, die Designs nicht lächer­lich aus­se­hen, wie es bei so ziem­lich jedem ande­ren SF-Film aus der Zeit der Fall ist. Damit reiht es sich in Stof­fe ein, die immer wie­der repe­tiert und neu inter­pre­tiert wer­den. Bei­spiels­wei­se Fran­ken­stein, Robin Hood, Sher­lock Hol­mes, grie­chi­sche Sagen, oder Shake­speares Geschich­ten.

Was? Habe ich gera­de die Dreis­tig­keit beses­sen, STAR WARS in einem Satz mit Shake­speare zu nen­nen? Höre ich die Feuil­le­ton-Schrei­ber heu­len? Gut so. Heult ruhig. Hier geht es um Pop­kul­tur, davon hab ihr kei­ne Ahnung. Übri­gens war auch Shake­speare zu sei­ner Zeit ver­lach­te Pop­kul­tur. Denkt mal drü­ber nach.

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Das ist ja gar keine Science Fiction! – Ein Kommentar

Das ist ja gar keine Science Fiction! – Ein Kommentar

Ich habe es über die Jah­re immer wie­der mal ver­nom­men, zumeist von altern­den SF-»Fans«, die laut­stark die Ansicht ver­tre­ten, dass selbst­ver­ständ­lich »frü­her alles bes­ser war, und das doch alles kei­ne Sci­ence Fic­tion sei«. Frü­her, das ist ein nicht ganz genau zu bezif­fern­der Zeit­raum, aber eben nicht heu­te. Aber ich schwei­fe ab. Was habe ich genau ver­nom­men? Die zumeist auf­ge­bracht vor­ge­tra­ge­ne The­se, dass dies und jenes, oft Pop­kul­tur, in Wirk­lich­keit gar kei­ne Sci­ence Fic­tion sei, son­dern nur … irgend so ein Mist. Je nach Alter (es sind nach mei­ner Beob­ach­tung tat­säch­lich über­wie­gend die älte­ren SF-Anhän­ger), Geis­tes­zu­stand und Fana­tis­mus­le­vels des Vor­tra­gen­den wird ver­schie­de­nen Spiel­ar­ten der SF pau­schal abge­spro­chen, tat­säch­lich Sci­ence Fic­tion zu sein, in den meis­ten Fäl­len ohne inhalt­li­che Begrün­dung, son­dern nur mit irgend­wel­chen has­tig vor­ge­tra­ge­nen Schimpf­wor­ten, oder schwumm­ri­gen Schein­ar­gu­men­ten, die wenig durch­dacht erschei­nen. Ger­ne vor­ne­weg kri­ti­siert immer wie­der mal STAR WARS, heut­zu­ta­ge nimmt man sich bevor­zugt die diver­sen Spiel­ar­ten des Super­hel­den-Gen­res vor, aber sogar der Erfor­schungs- und Ent­de­ckungs­se­rie STAR TREK wird abge­spro­chen, tat­säch­lich SF zu sein. Weil? Wegen!

War­um? Die Begrün­dun­gen sind oft schwur­be­lig, fußen aber nicht sel­ten auf der mit zahl­rei­chen Aus­ru­fe­zei­chen vor­ge­brach­ten The­se, dass »das alles« nur »Fan­ta­sy« sei, und mit Wis­sen­schaft nichts zu tun habe. Und schließ­lich habe das Gen­re Sci­ence Fic­tion die »Wis­sen­schaft« im Titel und müs­se des­we­gen auf irgend­wel­chen wis­sen­schaft­li­chen Grund­la­gen beru­hen.

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DOCTOR STRANGE und wie ich ihn sah

DOCTOR STRANGE und wie ich ihn sah

Doctor Strange

Vor­sicht, die Bespre­chung könn­te nicht ganz spoi­ler­frei sein, ande­rer­seits … die Sto­ry ist ja nun nicht gera­de über­ra­schend.

Ich mag den Film. Ich grüb­le aber schon seit ich ihn sah, war­um ich nicht jub­le. Ich bin eine Cum­ber­bitch und lie­be die Mar­vel Fil­me. Ich soll­te eigent­lich hin- und weg­ge­ris­sen sein, aber ich komm nicht drauf, war­um ich das nicht bin.

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GHOSTBUSTERS – Ihr schießt wie Mädchen!

GHOSTBUSTERS – Ihr schießt wie Mädchen!

Logo Ghostbusters

Was gab es für ein Vor­ab­ge­ha­te um den neu­en GHOSTBUSTERS-Film, bei dem Paul Feig Regie füh­ren und – um Him­mels wil­len! – ein Team aus weib­li­chen Geis­ter­jä­gern die Pro­to­nen­päck­chen tra­gen soll­te. Nichts davon hat­te irgend­ei­nen inhalt­li­chen Sinn, denn tat­säch­lich kann man ja erst ermes­sen, wie ein Film gewor­den ist, wenn man ihn gese­hen hat. Das hat all die Hater aber nicht davon abge­hal­ten, ihr kin­di­sches Gemau­le über das gesam­te Inter­net zu ver­brei­ten. Und wer nicht über die Frau­en in der Haupt­rol­le mecker­te, der schwa­dro­nier­te irgend­ei­nen Unsinn dar­über, dass ihm durch ein Remake sei­ne Kind­heit genom­men wer­de (was natür­lich völ­li­ger Blöd­sinn ist, die bei­den alten Fil­me ver­än­dern sich ja dadurch nicht und gehen auch nicht weg). Oder dass Hol­ly­wood nichts mehr ein­fällt. Dass dem nicht so ist, zeigt der vor­lie­gen­de Film.

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STAR TREK BEYOND – Another Fine Day in The Fleet

STAR TREK BEYOND – Another Fine Day in The Fleet

Star Trek Beyond Poster

Kann Spu­ren von Spoi­lern ent­hal­ten. Die­se Bespre­chung basiert auf der eng­lisch­spra­chi­gen Ver­si­on.

Von der Fünf­jah­res­mis­si­on der USS Enter­pri­se sind bereits drei Jah­re ver­gan­gen, und man merkt Schiff und Crew Ermü­dungs­er­schei­nun­gen an. Ins­be­son­de­re Cap­tain James T. Kirk scheint die Faxen nach den Jah­ren im All fern ab von Zuhau­se dicke zu haben. Aber auch Spock sucht nach neu­en Auf­ga­ben und sieht die eher auf New Vul­kan, um sein Volk zu unter­stüt­zen, als wei­ter­hin im Tief­raum auf einem Ster­nen­schiff. Doch bei einem Zwi­schen­stopp auf der Raum­sta­ti­on Yorktown (RAUMSTATION! – man muss das in Groß­buch­sta­ben schrei­ben) ergibt sich eine Auf­ga­be, für deren Lösung die Enter­pri­se das ein­zig sinn­vol­le Schiff weit und breit ist. So weit, so grund­sätz­lich bekannt ist der Beginn die­ses Plots. Aber was dann kommt, ist alles ande­re als bekannt.

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THE LADY IN THE VAN

THE LADY IN THE VAN

Poster Lady In The VanTHE LADY IN THE VAN – Bun­des­start 14.04.2016

Bereits zwei­mal por­trai­tier­te Mag­gie Smith den kau­zi­gen Cha­rak­ter der Miss Mary She­pherd, bevor Nicho­las Hyt­ner die Geschich­te für die Lein­wand adap­tier­te. Ein­mal in einer Hör­spiel­fas­sung, und schließ­lich in einer Büh­nen­ver­si­on. Jetzt kommt die­se außer­ge­wöhn­li­che Geschich­te ins Kino, lie­be­voll umge­setzt von Nicho­las Hyt­ner, der sich neun Jah­re seit sei­nem letz­ten Film HISTORY BOYS Zeit ließ, sein Nischen­pu­bli­kum zu erfreu­en. Nischen­pu­bli­kum des­we­gen, weil eng­li­sche Dra­mas mit stark komö­di­an­ti­schen Ein­schlag noch immer ein in die Ecke gedräng­tes Dasein füh­ren. War­um auch immer. Dreh­buch­schrei­ber und Büh­nen­au­tor Alan Ben­nett will die Geschich­te um die Frau im Lie­fer­wa­gen erlebt haben. Und selbst wenn nur die Hälf­te von sei­ner Erzäh­lung wahr sein soll­te, glaubt man letzt­end­lich dar­an, dass alles davon wirk­lich pas­siert ist.

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