Nein, wir haben hier bei PhantaNews das Themengebiet nicht auf stachelige Säugetiere erweitert. IGEL ist die Abkürzung für »Initiative gegen ein Leistungschutzrecht« – der Name sagt im Prinzip schon exakt, worum es geht. Als »Mission Statement« findet man folgenden kurzen Text auf der Webseite des Projekts:
IGEL wurde in erster Linie aufgrund der Erkenntnis initiiert, dass es für ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger weder eine Notwendigkeit noch eine Rechtfertigung gibt. Ein solches Recht wird einerseits nicht benötigt und hat andererseits – unabhängig von dessen Ausgestaltung – zwangsläufig sehr bedenkliche Auswirkungen auf die Interessen Dritter und das Gemeinwohl.
Jede Menge weitere Informationen zu den Zielen der Initiative und auch zum geplanten Leistungsschutzrecht der lobbyhörigen Bundesregierung findet der geneigte Leser auf der IGEL-Webseite. Warum ich gegen das Leistungschutzrecht bin, habe ich bereits mehrfachthematisiert. Kurzfassung: es würde die freie Meinungsäußerung, den Journalismus und die Netzkultur übermäßig zugunsten einer Verlegerschaft einschränken, die sich völlig unangemessene Vorteile einräumen lassen will, statt ihr nicht mehr zeitgemäßes Geschäftsmodell an die Gegebenheiten anzupassen.
Seit heute ist PhantaNews ein offizieller Unterstützer der IGEL. Ich hoffe, dass auch ich insbesondere Personen auf die Problematik mit dieser ungerechten und ungerechtfertigten Klientelgesetzgebung aufmerksam machen kann, die ansonsten vielleicht nicht darüber gestolpert wären.
Es gibt ein paar neue Genre-Serien, die in diesem Herbst – also in Kürze – im US-Fernsehen starten, sowie einige weitere, die fortgesetzt werden. Hier eine Übersicht.
Die neuen Serien:
666 PARK AVENUE (ABC, Start: 30.09.2012)
Eine serie über ein verfluchtes Appartmenthaus in einer exklusiven Nachbarschaft in Manhattan. Basiert auf einem Roman von Gabriella Pierce und eine der Hauptrollen spielt Terry O´Quinn aus LOST. PhantaNews-Bericht.
ARROW (The CW, Start: 10.10.2012)
Es handelt sich hierbei um eine weitere DC-Comic-Adaption, diesmal vom Bogenschützen GREEN ARROW alias Oliver Queen. Diese neue Serie hat nichts mit dem gleichnamigen Protagonisten aus SMALLVILLE zu tun. PhantaNews-Berichte.
BEAUTY AND THE BEAST (The CW, Start: 11.10.2012)
Eine Neuauflage der Serie mit Ron Perlman als in der Kanalisation lebendes Biest und Linda Hamilton; Catherine wird diesmal gespielt von Kristin Kreuk. Letzteres könnte eventuell auch der einzige Grund sein, sich die Serie anzusehen, sie wirkt arg wie »schöne Menschen die Gutes tun«. PhantaNews-Berichte.
ELEMENTARY (CBS, Start: 27.09.2012)
Sherlock Holmes in den heutigen USA. Könnte ein müder US-Abklatsch der britischen Kultserie SHERLOCK werden, allerdings ist ein Lichtblick, dass Frau Dr. Watson von Lucy Liu gespielt wird. PhantaNews-Bericht.
LAST RESORT (ABC, Start: 27.09.2012)
ABC zeigt die Geschichte der Besatzung eines US-U-Boots, die einen Atomschlag verweigert, daraufhin von ihrer eigenen Regierung gejagt wird und einen autonomen Staat ausruft. PhantaNews-Bericht.
REVOLUTION (NBC, Start: 17.09.2012)
J. J. Abrams liefert eine postapokalyptische Serie in der sich eine Art neues Mittelalter erhebt, nachdem kein einziges elektrisches Gerät der Erde mehr funktioniert. Eine kleine Gruppe von Protagonisten sucht nach Antworten und Gründen, in der Hoffnung, die Energie zurück zu bekommen und die Zivilisation wiederherzustellen. PhantaNews-Bericht.
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Vor einiger Zeit hatte ich schonmal auf HANSEL AND GRETEL: WITCH HUNTERS hingewiesen. Jeremy Renner und Gemma Arterton spielen die Geschwister, die 15 Jahre nach ihren Erlebnissen am Lebkuchenhaus ein Team von Kopfgeldjägern geworden sind, und die auf der ganzen Welt Hexen jagen. Im Film bekommen sie es mit einer mächtigen Zauberin zu tun, der sie das Handwerk legen müssen, bevor diese alle Kinder der Gegend ihren dunklen Künsten opfert.
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War der kürzlich erzählte Schwank zu dauerhaften Kontosperrungen für vermeintliches Ausnutzen von Fehlern im Spiel eigentlich eher ein kleineres Problem, tun sich nun größere Ärgernisse im Zusammenhang mit ArenaNetsGUILD WARS 2 auf. Diesmal betreffen die Probleme den Gem-Laden, in dem man für echtes Geld virtuelle Währung erwerben kann, um damit Spielgegenstände und Boni zu kaufen.
Die Benutzeroberfläche und allgemeine technische Implementierung ist offenbar mangelhaft. Man erhält werder eine Transaktions-ID noch irgendeine Art von Bestätigung wenn man etwas gegen Gems erwirbt. Kommt es zu Lag oder ähnlichen Problemen und versucht man dann diesen Kauf aufgrund der Ansicht, dass er nicht funktioniert hat, mehrfach, dann kann es dazu kommen, dass einem die Gems auch mehrfach abgezogen werden. Eindeutig ein technisches Problem, das durch bessere Implementierung des Shops hätte umgangen werden können. Erschwerend kommt derzeit natürlich hinzu, dass das Spiel zahllose Fehler hat und zusätzlich die Server des öfteren heillos überfordert scheinen.
Insbesondere aufgrund letzterer Tatsachen sollte man meinen, dass die Sache einfach zu lösen wäre: man öffnet ein Support-Ticket und ArenaNet (oder NCSoft, wer auch immer letztendlich zuständig ist) schreibt die Gems einfach wieder gut. Allerdings benötigt der Support wie bekannt mehrere Tage für Antworten und die Antwort, die man zu lesen bekommt, sagt: vergesst es! Es wird auf die Nutzungbedingungen hingewiesen und in denen steht, dass der Spieler schlicht Pech hat, wenn es zu solchen technischen Problemen kommt und dass man keinerlei Gutschriften erhält.
Once gems are used, we are unable to reverse or alter any transactions that you make with them, including, but not limited to, trading gems for gold, buying unwanted items (including multiple purchases due to lag), or refunding partial amounts of gems from their full quantity, For more information regarding gems and gem purchases, please take a look at the Guild Wars 2 User Agreement, specifically section 4, sub-section d: http://us.ncsoft.com/en/legal/user-agreements/guild-wars-2-user-agreement.html
(vii) You acknowledge that Gems are digital material with no cash value, that no interest is paid or earned with respect to Gems, that Gems are not personal property, that the quantity of Gems in Your Account may be increased or decreased by NCsoft in its sole and absolute discretion for any reason or no reason whatsoever, that You have no right to a refund related to Gems, that there is no right to transfer or exchange Gems, and that NCsoft may limit Your license to use Gems with respect to any Item, service, Content or time period related thereto. You further acknowledge that additional restrictions related to Gems, as determined in the sole and absolute discretion of NCsoft, may be applicable if, and when, Gems are made available to You or thereafter. NCsoft may restrict the award or use of Gems based on Your country of residence or other factors.
deutsche Fassung:
(vii) Sie erkennen an, dass es sich bei Gems um digitales Material ohne reellen Geldwert handelt, dass für Gems keine Verzinsung, Überweisung oder kein Umtausch möglich ist, und dass NCsoft die Möglichkeit und den Zeitraum der Verwendung von Gems für Items, Services oder Inhalte einschränken kann. Sie erkennen weiterhin an, dass gemäß dem alleinigen und absoluten Ermessen von NCsoft zusätzliche Beschränkungen in Bezug auf Gems während oder nach der Bereitstellung von Gems gelten können. NCsoft kann die Verteilung oder Nutzung von Gems aufgrund des Landes, in dem Sie wohnen, oder anderer Faktoren einschränken.
Das widerspricht natürlich so ziemlich jeder Verbraucherschutzrechtsprechung in Deutschland, nur wird das niemandem etwas nützen, denn weder Arenanet noch NCSoft haben soweit ich weiß hierzulande einen Firmensitz. Meines Wissens ist die europäische Dependance in Wales ansässig, ein rechtliches Vorgehen ist somit mehr als aufwändig.
Man kann derzeit also vor der Benutzung des Gem-Shops nur warnen, oder aber darauf hinweisen, dass man überaus vorsichtig sein sollte, wenn man ihn nutzt. Kommt es nämlich zu technischen Problemen, ist man seine reale Kohle los. Die nach Ansicht der Betreiber gar keine reale Kohle mehr ist, sobald man sie in Gems umgewandelt hat … gewagte Interpretation. Das ist ungefähr so, als würde ein Telekommunikationsunternehmen argumentieren, dass Prepaid-Guthaben ja eigentlich gar keinen realen Wert haben und sie damit verfahren können, wie sie wollen, auch löschen.
Der schwarze Peter liegt hier eindeutig bei den Betreibern, denn es wäre technisch problemlos möglich, solche Probleme zu unterbinden, sie es durch Transaktions-IDs oder auch durch ein besser implementiertes Benutzerinterface. Die Problematik ist hierbei deutlich größer als bei reinen ingame-Problemen, denn immerhin geht es um reales Geld – und da hört der Spaß auf!
Ich kann mich nur wiederholen: ArenaNet sollte äußerst vorsichtig sein, wie es mit seinen Kunden umspringt. Schon andere Betreiber mussten auf die harte Tour feststellen, dass der scheinbare erste Erfolg mit zahllosen unzufriedenen Spielern schnell wieder abwandern kann.
p.s.: diejenigen, für die das Auktionshaus bereits wieder freigeschaltet ist, sollten übrigens auch hier Vorsicht walten lassen, denn verkaufte Gegenstände tauchen gern mal nicht unter erfolgreichen Verkäufen auf: Gegenstand und Kohle weg.
p.p.s.: die Käufer bekamen die Gegenstände ebenfalls nicht, der Handelsposten ist wieder offline.
Als es nach der ersten Staffel hieß, es gäbe eine zweite Season von AMERICAN HORROR STORY fragten sich alle: wie kann das angesichts der Ereignisse in der Serie denn gehen? Die Antwort ist einfach: neue Handlung, neue Charaktere, und vor allem: neue Zeit. Die Fortführung (von einer Fortsetzung kann man ja eigentlich nicht sprechen) der US-Grusel-Serie spielt in den 1960ern.
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Am letzten Dienstag startete die MMO-Hoffnung GUILD WARS 2 offiziell, nachdem Vorbesteller bereits seit Samstag ins Spiel durften. Der Launch ging weniger glatt als ich es erwartet hatte, diverse Dinge, die in der Beta problemlos funktioniert hatten, klappten nicht mehr, als es »real« zur Sache ging, darunter ein paar wirklich ärgerliche, wie beispielsweise die Tatsache, dass man durch die Zwangsinstanzierung beim Einloggen und beim Wechsel der Gegend bei zu vielen Spielern nicht mit seinen Gruppenmitglieder auf denselben »Überfluss«-Server kommt und Gruppenspiel unmöglich ist. Weiterhin wurde schon im Pre-Launch das Handelshaus komlett abgeschaltet und ist bislang nicht verfügbar (genauer: nur zu Testzwecken für ca. 15% der Spieler). Dass die Loginserver sowohl am Samstag wie auch am Dienstag heftige Probleme hatten ist bei einem Launch nichts Ungewöhnliches, das habe ich schon viel schlimmer erlebt (allerdings auch deutlich besser, Trion Worlds hat auf eindrucksvolle Weise mit RIFT vorgemacht, wie gut ein Launch laufen kann).
Der im Titel angesprochene kleine Skandal ist, dass mehrere tausend Spieler wegen eines angeblichen Exploits gebannt wurden. Irgendwo gibt es offenbar einen Händler, der Ausrüstung gegen Karma verkauft (Karma ist ein Zahlungsmittel, das man für das Erfüllen von Questen erhält). Offenbar hatte ein Programmierer hier einen viel zu niedrigen Preis eingegeben, so dass man konnte sich große Mengen dieser Waffen kaufen und dann wieder verkaufen konnte. Ergebnis: Gold zuhauf!
Diese Spieler wurden gebannt. Aufgrund von Protesten nahm man diesen Bann wieder zurück, allerdings nur dann, wenn die gebannten Spieler sich freiwillig von den Gegenständen und dem Gold trennen. In diesem Fall wurden aus den dauerhaften Bans 72-Stunden Auszeiten gemacht. Ein Geschmäckle hat dabei die Tatsache, dass ArenaNet bereits von einem Exploit spricht, wenn man nur einen (!) der falsch bepreisten Gegenstände gekauft hat – und das halte ich obwohl nicht selbst betroffen für überaus lächerlich.
Please note that anyone who used the exploit has been flagged. If you used it 1 time or 1,000 times, you have cheated items or wealth in your inventory.
Es ist nachvollziehbar, dass ArenaNet das Ausnutzen von Spielfehlen unterbinden möchte, aber dauerhafte Bans sind eine drakonische Maßnahme, insbesondere für Spieler, die – möglicherweise in völliger Unkenntnis – einen einzelnen Gegenstand gekauft haben. Wenn ich in irgendeiner abgelegenen Gegend einen Händler finde, der mir ein Schwert für 1000 Karma verkauft, muss ich dann ab sofort immer darüber nachdenken, ob ein Programmierer hier vielleicht eine Zehnerpotenz vergessen hat und ich gebannt werden, weil das Schwert eigentlich 10000 Karma hätte kosten sollen? Meiner Ansicht nach macht ArenaNet es sich hier viel zu leicht.
Ein weiteres Problem, mit dem auch andere MMOs bereits zu kämpfen hatten, sind Bans aufgrund angeblichen Bottings. Allerdings melden etliche der rausgeworfenen Spieler, dass sie ausschließlich Makros ihres Logitech G15-Keyboards verwendet haben – und das mussten auch andere Anbieter zähneknirschend zulassen oder stillschweigend dulden. Immerhin kann man niemandem die Wahl der Tastatur vorschreiben, obwohl es natürlich Argumente gegen die Nutzung solcher Hilfsmittel geben könnte. Es ist allerdings mehr als seltsam, dass ArenaNet dieses Problem nicht im Vorfeld gesehen und eindeutige Richtlinien dazu genannt hat. Das konnten andere Anbieter ja auch.
Es gibt zudem durchaus glaubwürdige Stimmen, die behaupten, gebannt worden zu sein und nicht zu wissen, warum. Sollte das zutreffen hat ArenaNet ein größeres Problem als bisher angenommen. Der Support hilft hier derzeit nicht das Geringste, denn der ist aufgrund der zahllosen Bugs völlig überlastet und antwortet ohnehin nicht in einer angemessenen Zeit.
Abschließend der Hinweis darauf, dass die Verkäufe der Downloadversionen ab sofort eingeschränkt werden (vulgo: sie sind »ausverkauft«), da man Sorge wegen der Serverkapazitäten hat. Auch das eine etwas eigenartige Lösung, denn immerhin können interessierte Spieler stattdessen einfach in einen Laden gehen und sich dort die Box kaufen, auch gibt es digitale Versionen nach wie vor bei anderen Händlern – nur eben nicht über die offizielle Webseite.
Laut Aussagen von ArenaNet sind übrigens inzwischen alle deutschen Server voll – neue will man »hinzufügen, wenn es notwendig wird«. Im Gegensatz zu SWTOR gibt es allerdings von Anfang an die Möglichkeit zum Serverwechsel. Was jedoch nicht wirklich etwas nutzt, wenn alle erreichbaren Server ebenfalls überfüllt sind …
Alles in allem ist GW2 ein schönes Spiel, bei dem im Moment leider Etliches gar nicht rund läuft und ArenaNet sich meiner Ansicht nach ernsthafte Gedanken machen muss, wie es mit seinen Spielern umspringt. Ansonsten ist man bei GW2 deutlich entspannter, was Probleme angeht, immerhin zahlt man keine Abogebühren und es sitzt einem nicht die Zeit im Nacken. Hätte ich für die Spielzeit bezahlt, wäre ich sauer, wenn ich aufgrund von Fehlern nicht ins Game komme oder irgendwas nicht funktioniert. Da ich kein laufendes Abonnement habe sehe ich das eher locker. Die Probleme mit dem Gruppenspiel sind bei einem MMO aber eher ärgerlich.
Es gibt einen weiteren Teaser zur letzten Staffel der Mystery-Serie FRINGE. Wie schon beim ersten erkennt man sehr deutlich, worum es in der letzten, leider verkürzten, Season geht: die bereits angedeutete Invasion durch die Beobachter.
In der letzten Woche war eine der Meldungen, dass man Hugh Laurie (DR. HOUSE) als Bösewicht für José PadilhasROBOCOP-Reboot gewinnen wollte. Er sollte den Omnicorp-Chef Raymond Sellars spielen, der für die Erschaffung des Cyborg-Polizisten letztendlich verantwortlich ist. Das ist jetzt schon wieder passé, die Rolle wird dem Vernehmen nach nun von Ex-Batman Michael Keaton übernommen.
Damit wurde ein weiterer bekannter Name für die Produktion gewonnen. Padilhas will offenbar keine halben Sachen … Ob die 2013er-Version des robotischen Cops gegen die Verhoeven-Fassung anstinken kann, werden wir abwarten müssen.
Gestern hat die Bundesregierung ihr Leistungsschutzrecht im Kabinett durchgewunken. Und wieder einmal (wie schon bei anderen ähnlichen Gesetzesaktionen in der Vergangenheit) wurden am Entwurf in letzter Minute Änderungen daran vorgenommen – man kann das nur als »Nacht- und Nebel-Aktion« bezeichnen.
Man muss sich in dieser causa über eines vollkommen im Klaren sein: was ihr in der Presse über das Thema lest, ist in vielen, leider allzu vielen, Fällen erstunken und erlogen, und soll nur eins: abwiegeln und den Leser in Sicherheit wiegen, oder ihn gar gezielt falsch informieren, den immerhin geht es um ein bedingungsloses Grundeinkommen für Verleger und damit um den eigenen Vorteil. Da vergisst man einfach mal, dass man eigentlich neutral und objektiv informieren sollte.
Auch wenn seitens der CDU/CSU-Lobbyhuren ‑Politiker vollmundig behauptet wird, dass das Gesetz den »kleinen Blogger« nicht treffen oder nicht betreffen wird, sind Passagen im Gesetz handwerklich schlecht und schwammig formuliert, Stichwort beispielsweise wie immer das nicht exakt definierte »gewerbsmäßig«, so dass eine neue Einnahmequelle für Abmahnabzocker geschaffen wird. In die letzte Gesetzesversion wurden zudem noch schnell Passi über Twitter und RSS-Feeds geschmuggelt, die ebenfalls für genau solche Abmahnungen sorgen werden.
Aber die schlecht formulierten Stellen sind nur ein Teil des Problems: die ganze Nummer stinkt von vorne bis hinten und die Bundesregierung dürfte vor allem einen Grund gehabt haben, das national und international von Fachleuten für kompletten Bullshit erklärte Gesetz mit derartigem Nachdruck durchzuwinken: massive Angst vor Springer und der Bild (und weiteren Verlegern). Denn inhaltlich lässt sich nicht erklären, was da beschlossen werden soll. Wenn die Verlage nicht mehr mit Überschriften und Snippets – und um mehr geht es angeblich nicht – in Googles Newsservice auftauchen wollen, dann gibt es längst die notwendigen technischen Werkzeuge dafür, von Google selbst zur Verfügung gestellt. Google klaut also nix, aber auch gar nix, im Gegensatz zu den Lügen, die Springer-Chefpropagandisten verbreiten. Die Verlage selbst wären in der Lage, dafür zu sorgen, dass diese Snippets von Google nicht mehr verbreitet werden können. Dennoch tun sie das nicht und verbreiten auch noch den Eindruck, Google würde sich großumfänglich an ihren Texten vergreifen – was eine dreiste Unwahrheit ist.
Doch man will selbstverständlich gar nicht raus aus dem Google-Index, denn weit über 90 Prozent der Besucher auf den Verlagswebseiten kommen über diese Suchmaschine. Und das zeigt die Verlogenheit der ganzen Nummer: man freut sich über den Traffic den Google bringt, will den Suchmaschinenbetreiber aber dennoch zusätzlich dafür zur Kasse bitten. Unfassbar.
Es geht nach wie vor um minimale Textpassagen, mithin pure Information, die hier einem Leistungsschutz unterworfen werden sollen – und zwar weil sie mangels Schöpfungshöhe dem Urheberrecht nicht unterliegen würden. Das würde den Wissens- und Informationsfluss im Internet in Deutschland massiv und in nicht hinnehmbarer Weise einschränken, ohne dass es dafür nachvollziehbare Gründe oder Grundlagen gibt. Weiterhin wäre das Gesetz ein massiver Einschnitt in die Presse- und Meinungsfreiheit. Das ist keinesfalls hinnehmbar.
Wer sich weiter informieren möchte, der sei auf aktuelle Artikel beim Perlentaucher und bei Stefan Niggemeier verwiesen, insbesondere in letzterem werden die Scheinargumente der Verfechter dieser vermeintlichen Gelddruckmaschine für Totholzmedien detailliert auseinander genommen.
Hier auf PhantaNews kommt ab sofort ein Plugin zum Einsatz, das Links auf Seiten der Zeitungsverlage auf eine Landingpage umleitet, auf der über das Leistungschutzrecht und die Probleme damit informiert wird. Noch hat man die Möglichkeit, von dort über einen Link zum eigentlichen Artikel weiter zu kommen, aber sollte das Gesetz in dieser Form verabschiedet werden, wird diese Option auch noch entfernt und in Zukunft einfach nicht mehr auf deutsche Verlage verlinkt. Es bleibt ja analog zur Handhabung »Quelle: Internet«, wie sie in diversen Medien immer wieder zu finden ist, einfach der Hinweis: »Quelle: Zeitung«.
[Update 30.08.2012, 12:20 Uhr:] einen ebenfalls sehr lesenswerten neuen Artikel hierzu findet man auf iRights.info
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