Buch

World Fantasy Awards 2015 – die Gewinner

Cover The Bone Clocks

Am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de wur­de in Sara­to­ga Springs die World Fan­ta­sy Con­ven­ti­on abge­hal­ten. In deren Rah­men ver­gab man die World Fan­ta­sy Awards 2015. Im Fol­gen­den die Gewin­ner.

Roman

David Mit­chell, The Bone Clocks (Ran­dom House/​Sceptre UK)

Novel­le

Daryl Gre­go­ry, We Are All Com­ple­te­ly Fine (Tach­yon Publi­ca­ti­ons)

Kurz­ge­schich­te

Scott Nico­lay, Do You Like to Look at Mons­ters? (Fedo­gan & Bre­mer, chap­book)

Antho­lo­gie

Kel­ly Link and Gavin J. Grant, eds., Mons­trous Affec­tions: An Antho­lo­gy of Beast­ly Tales (Cand­le­wick Press)

Samm­lung

Ange­la Slat­ter, The Bit­ter­wood Bible and Other Recoun­tings (Tar­ta­rus Press)

Künst­ler

Samu­el Ara­ya

Spe­cial Award — Pro­fes­sio­nal

San­dra Kas­tu­ri and Brett Alex­an­der Savo­ry, für Chi­Zi­ne Publi­ca­ti­ons

Spe­cial Award — Non-pro­fes­sio­nal

Ray B. Rus­sell and Rosa­lie Par­ker, für Tar­ta­rus Press

Lebens­werk

Ram­sey Camp­bell
She­ri S. Tep­per

Cover THE BONE CLOCKS Copy­right Scept­re

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Erschienen: BISSE von Ju Honisch

Cover Bisse

Beim eBook-Ver­lag hocke­books ist vor Kur­zem Ju Honischs Kurz­ge­schich­ten­samm­lung BISSE erschie­nen, sie ent­hält 17 unge­wöhn­li­che phan­tas­ti­sche Geschich­ten.

Bis­se – die­se 17 unge­wöhn­li­chen Geschich­ten bei­ßen dem Leser jeg­li­ches Wohl­ge­fühl aus dem Gemüt. Es sind kei­ne klas­si­schen Gespens­ter­ge­schich­ten, kei­ne trie­fen­den Splat­ter, doch auch kein lau­schi­ger Ker­zen­schein­gru­sel. Das Grau­en ist viel­mehr ganz nah, im All­täg­li­chen unter uns oder viel­leicht schon unmit­tel­bar hin­ter uns, vor uns, in uns sogar. Es lau­ert. Es kann der bra­ve Kol­le­ge sein, der einem noch nie so rich­tig auf­ge­fal­len ist, der so net­te Arzt oder der lächeln­de Traum­mann von der Kon­takt­an­zei­ge. Das Nor­ma­le ist es, das sich sanft und jäh als anor­mal ent­puppt und den Leser frös­teln lässt. Böse und gemein sind die­se Geschich­ten. Hin­ter­häl­tig und fies trei­ben sie Haken in die Leser­see­len, dre­hen sich um sich selbst und enden stets etwas anders als gedacht. Nichts für Leser mit all­zu schwa­chen Ner­ven, aber genau das Rich­ti­ge für Lieb­ha­ber gepfleg­ten Gru­sels und bizarr-phan­tas­ti­scher Ideen.

Fast alles, was Ju Honisch schreibt, gehört in den Bereich der Phan­tas­tik oder ist nicht weit ent­fernt davon ange­sie­delt. Nied­li­che Feen und süße Elf­lein wird man aller­dings umsonst in ihren Büchern suchen. Sie mag es hand­fest, sie mag es span­nend – und schreibt auch kei­ne Kin­der­bü­cher. Ihr Humor ist schwarz.
Für ihren Erst­lings­ro­man Das Obsi­di­an­herz erhielt sie 2009 den Deut­schen Phan­tas­tik Preis in der Kate­go­rie »Bes­tes Roman­de­büt«. Für den Roman Schwin­gen aus Stein wur­de ihr 2014 auf der Leip­zi­ger Buch­mes­se der SERAPH für das bes­te phan­tas­ti­sche Buch 2014 ver­lie­hen.

Als Print­ver­si­on wäre das eBook BISSE 270 Sei­ten stark, es kos­tet 6,99 Euro und kann bei­spiels­wei­se über Ama­zon bezo­gen wer­den. Eine Lese­pro­be steht als PDF bereit.

Bis­se
17 unge­wöhn­li­che Geschich­ten
Ju Honisch
ISBN: 9783957511119
ASIN: B017DD5SY4
Erschei­nungs­da­tum: 30.10.2015
(Erst­ver­öf­fent­li­chung: 2007)
Preis: 6,99 €

Cover­ab­bil­dung Copy­right hocke­books gmbh

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Buchstabenfetischisten

fuhlerzufehler

Es gibt bekann­ter­ma­ßen ver­schie­de­ne Arten von Kunst. Alle haben eins gemein­sam: Ob einem das Werk gefällt ist maß­geb­lich vom eige­nen Geschmack und von den eige­nen Prä­fe­ren­zen abhän­gig, nicht vom Hand­werk. Gera­de bei gemal­ten oder gezeich­ne­ten Bil­dern ist bei­spiels­wei­se die Band­brei­te immens: da kann sogar ein ver­meint­lich hand­werk­lich schlecht gemach­tes Bild gera­de eben die genia­le Kunst sein (oder man ver­kauft es ein­fach so). Die Kunst liegt im Auge des Betrach­ters. Auch bei der Musik: Wenn jemand Musi­ker ist und live wirk­lich coo­le Musik macht, dann über­hört man gern auch mal eine Stel­le, die viel­leicht nicht ganz so opti­mal gelau­fen ist – und das wird dann ach noch als authen­tisch und nicht über­pro­du­ziert gelobt. Weil der Rest so toll und die Musi­ke­rin eine sym­pa­thi­sche Type ist. Ohne mit­tels Auto­tu­ne gestream­li­ned und lang­wei­lig gemacht zu wer­den. Im Netz fin­det man hau­fen­wei­se Wer­ke unbe­kann­ter Maler und Zeich­ner und man fin­det auch noch viel mehr Stü­cke von Indie-Musi­kern. Und ihnen wird übli­cher­wei­se eher wohl­wol­lend gegen­über­ge­stan­den, wenn sie ihr Hand­werk halb­wegs ver­ste­hen.

Im Bereich Schrift­stel­le­rei und Ver­öf­fent­li­chen von Büchern ist das anders. Da kom­men sofort die Buch­sta­ben­fe­ti­schis­ten aus ihren Löchern gekro­chen und regen sich über jeden gefun­de­nen Feh­ler auf, und sei er auch noch so klein. Und monie­ren laut­stark, dass das nicht sein dürfe!!!11einself!!

Man ver­ste­he mich nicht falsch. Grund­sätz­lich soll­te die Ortho­gra­fie stim­men. Viel­leicht sogar die Gram­ma­tik (man­che als klas­sisch aner­kann­te Autoren zei­gen aber, dass gera­de das nicht zwin­gend der Fall sein muss).

Aber dass ins­be­son­de­re bei Self­pu­blishern, also Indie-Autoren, so stren­ge Maß­nah­men ange­legt wer­den, deut­lich stren­ge­re als sogar bei Ver­lags­pu­bli­ka­tio­nen, die eben­falls nicht feh­ler­frei sind, lässt mich völ­lig ver­blüfft zurück. Ist denn das Schrei­ben und Ver­öf­fent­li­chen von Büchern eine so ande­re Kunst als das Malen oder Musi­zie­ren? War­um sieht man das nicht bei Büchern genau­so locker wie bei ande­ren Kunst­for­men? War­um der elen­de Buch­sta­ben­fe­ti­schis­mus?

Wenn ihr Recht­schreib- oder Flüch­tig­keits­feh­ler in einem selbst­pu­bli­zier­ten eBook fin­det, dann motzt nicht dar­über, son­dern sagt es dem Autor, der freut sich, kann die Feh­ler kor­ri­gie­ren und dann eine ver­bes­ser­te Ver­si­on online stel­len. Und euch ist schon auf­ge­fal­len, dass die Wer­ke von Self­pu­blishern übli­cher­wei­se deut­lich güns­ti­ger ange­bo­ten wer­den, als die von Publi­kums­ver­la­gen, mit ihren zig­tau­sen­der Auf­la­gen und ent­spre­chen­den Ein­nah­men? Wie könnt ihr da anneh­men, Indie-Bücher müss­ten in Sachen Feh­ler­frei­heit sogar bes­ser sein, als die von Ver­la­gen?

Wenn ich ein Buch lese, dann ent­schei­de ich anhand des Inhalts und des Stils, ob es mir gefällt. Ist da hin und wie­der mal ein klei­ner Feh­ler drin, dann ist mir das – mit Ver­laub – scheiß­egal, denn das schmä­lert den Rest des Buches nicht im Gerings­ten. Das ist für mich ganz genau so, wie bei ande­ren Kunst­for­men auch.

Was die Buch­sta­ben­fe­ti­schis­ten da machen, ist in mei­nen Augen typisch deut­sche Korin­then­ka­cke­rei.

[Update] Aus gege­be­nem Anlass: Es geht hier weder um »Self­pu­bli­shing-Bücher, die vor Feh­lern strot­zen«, noch um die »Ver­ge­wal­ti­gung der Spra­che im Inter­net«, also bit­te kei­ne Derai­ling-Ver­su­che. Dan­ke.

Der Phantastische Bücherbrief 624 – Oktober 2015

Cover Bücherbrief 624

Monats­an­fang bedeu­tet auch einen neu­en Phan­tas­ti­schen Bücher­brief, wie immer zusam­men­ge­stellt von Erik Schrei­ber. Dies­mal geht es nicht nur um Bücher, Bücher, Bücher. Lei­der muss der aktu­el­le Bücherbreif auch Nach­ru­fe auf Rolf Micha­el und Rai­ner Cas­tor ent­hal­ten. Wei­ter­hin fin­den sich in die­ser Aus­ga­be aber auch Berich­te von Cons, näm­lich der »Rea­li­tät trifft Fic­tion« in Spey­er, der TimeLash Kas­sel und der BuCon in Drei­eich.

Aber wie immer sind auch Bespre­chun­gen nati­na­ler und inter­na­tio­na­ler Phan­tas­tik ent­hal­ten, zudem wel­che aus den Berei­chen Jugend­li­te­ra­tur, Kri­mi & Thril­ler, Hör­spie­le, Comics und Fan­zines. Bei­spiels­wei­se:

ÆTHERHERTZ von Anja Bagus, ZÄHMUNG von Fari­na de Waard, Pier­ce Browns RED RISING, den Aus­ga­ben eins bis sechs der CONAN-Neu­auf­la­ge bei Fes­ta, Elli Grif­fiths RABENKÖNIG oder dem Comic DAS KUPFERHERZ 4 aus der Rei­he STEAM NOIR.

Der Phan­tas­ti­sche Bücher­brief 624 kann hier wie immer kos­ten­los im PDF-For­mat her­un­ter gela­den wer­den.

Bücher­brief 624 Okto­ber 2015 (PDF, ca. 1,4 MB)

Reality Check: Vortrag von Anja Bagus und Alex Jahnke

Auf dem BuCon in Drei­eich gab es in die­sem Jahr einen Vor­trag von Anja Bagus und Alex Jahn­ke mit dem Titel »Rea­li­ty Check« Er dreht sich ums Schrei­ben, dar­um, wie man ein Autor wird und was einem dabei alles begeg­nen (Har­py­ien!) und pas­sie­ren kann, sowie um Self­pu­bli­shing und Fak­ten zu den The­men und zum Buch­markt.

Da ich Anjas und mei­nen Gemein­schafts­stand hüten soll­te, konn­te ich die Kame­ra lei­der nur hin­stel­len und muss­te dann wie­der ent­schwin­den, des­we­gen ist das Video lei­der ein wenig … sta­tisch … ;) Mein beson­de­rer Dank muss hier dem Tüten­knis­te­rer gel­ten, der sei­nen Jab am Anfang wirk­lich ernst genom­men hat.

Der Inhalt ist nicht verfügbar.
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Erschienen: Guido Krains Space-Opera DAS HERZ DES KRIEGERS

Cover Herz des Kriegers

Beim Aru­nya-Ver­lag ist soeben Gui­do Krains DAS HERZ DES KRIEGERS erschie­nen, der drit­te Band der Space-Ope­ra-Rei­he O.R.I.O.N. und der zwei­te Teil der gleich­na­mi­gen Hand­lungs­li­nie, die in DER BRENNENDE RABE begon­nen wur­de.

»Die Erkennt­nis, dass es nicht mehr schlim­mer kom­men kann, macht das Schick­sal zuwei­len erfin­de­risch.«

Auch für eine erfah­re­ne Besat­zung ist es ein Aben­teu­er, mit sei­nem Raum­schiff hun­der­te von Licht­jah­ren von Zuhau­se ent­fernt fest­zu­sit­zen. Rich­tig uner­freu­lich wird es erst, wenn nicht nur jeder Kon­takt nach Hau­se unmög­lich ist, son­dern auch jeder Ret­tungs­ver­such nur zu einem wei­te­ren fest­sit­zen­den Raum­schiff füh­ren wür­de. Der Gip­fel ist jedoch erreicht, wenn die ein­zig mög­li­che Hil­fe von einem Tod­feind kom­men könn­te, der Men­schen als Haus­tie­re hält und gegen den man weni­ge Tage zuvor noch um sein Leben kämp­fen muss­te.
Für einen alten Krie­ger wird die Rei­se jedoch zu mehr als nur einem Aben­teu­er. Für ihn wird sie zu einer Irr­fahrt in die Tie­fen der eige­nen See­le.

Der Roman kommt als Hard­co­ver mit far­bi­gen Innen­gra­fi­ken daher und hat einen Umfang von 274 Sei­ten. Er kos­tet 14,90 Euro und ist nur direkt über den Ver­lag erhält­lich. Das eBook ver­fügt eben­falls über die far­bi­gen Illus­tra­tio­nen und hat einen Preis von 4,99 Euro. Das Cover und die Innen­il­lus gestal­te­te Shi­ko­mo.

Cover­ab­bil­dung Copy­right Aru­nya-Ver­lag

Erschienen: Hugh Walker – ZAUBEREI IN TAINNIA

Cover Zauberei in Tainnia

Bei Emme­rich Books & Media ist vor Kur­zem Hugh Wal­kers (Hubert Straßls) Roman ZAUBEREI IN TAINNIA erschie­nen:

Hugh Wal­kers MYTHOR: Eine ver­ges­se­ne Visi­on.

Im Früh­jahr 1979 fiel im Pabel-Ver­lag die Ent­schei­dung für eine neue Fan­ta­sy-Heft­se­rie. Drei Expo­sés wur­den damals ein­ge­reicht, die Ent­schei­dung fiel für Hugh Wal­kers Expo­sé. Hugh Wal­kers ZAUBEREI IN TAINNIA war als Auf­takt der Rei­he MYTHOR geplant. Doch obwohl das fer­ti­ge Werk der Kom­pro­miss zwi­schen den ursprüng­li­chen Ideen des Autors und den Auf­la­gen der Redak­ti­on war, ent­sprach es nicht den Vor­stel­lun­gen der Ver­lags­re­dak­ti­on – und so blieb der Roman lan­ge Zeit unver­öf­fent­licht.

Hugh Wal­ker erin­nert sich: »Ich hat­te Mythor ursprüng­lich als nicht ganz mensch­lich kon­zi­piert. Ein Eltern­teil war ein magi­sches Wesen, dadurch soll­te er ein paar beson­de­re Anla­gen haben, dunk­le Kräf­te, mit denen er fer­tig wer­den muss­te. Das soll­te ihm Gele­gen­heit geben, sich erst zu bewäh­ren, sich zu einem ›guten‹ Hel­den zu ent­wi­ckeln. […] Aber das muss­te ich ändern. Der Ver­lag woll­te gleich den voll­ende­ten Gut­ling und hel­den­haf­ten Hel­den. Ich ließ also den Hel­den sei­ne Ver­gan­gen­heit ver­ges­sen, in der Hoff­nung, sie zu einem spä­te­ren Zeit­punkt zu bele­ben.«

ZAUBEREI IN TAINNIA, seit­dem nur inner­halb der Fan­sze­ne publi­ziert, liegt erst­mals als Taschen­buch und E‑Book vor. Die Mythor-Fans kön­nen sich nun ein Bild machen, wie Hugh Wal­ker sich »sei­nen« Hel­den vor­ge­stellt hat­te. In der Aus­ga­be ent­hal­ten sind ein zusätz­li­cher Arti­kel von Horst Her­mann von All­wör­den, zwei Inter­views mit Hugh Wal­ker, eine Kar­te von Hel­mut Pesch und eine Biblio­gra­fie.

Den Roman erhält man als Druck­werk im For­mat 20,3 x 12,7 cm mit einem Umfang von 164 Sei­ten zum Preis von 8,95 Euro. Die eBook-Ver­si­on kos­tet 1,99 Euro. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen fin­det man auch auf der Ver­lags­sei­te.

Cover­ab­bil­dung Copy­right Emme­rich Books & Media

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Bildergalerie: Première von RHEINGOLD und ÆTHERAGENTEN

Tanja, Küper und Anja

Neu­lich wies ich dar­auf hin, dass ges­tern im Kunst­haus in Essen Rel­ling­hau­sen die Pre­miè­re der bei­den Roma­ne RHEINGOLD (von Anja Bagus) und ÆTHERAGENTEN (von Tan­ja Schier­ding) statt­fin­den wür­de. Und das fand dann ges­tern natür­lich auch statt. Es hat­te sich neben den bei­den Autorin­nen eine illus­tre Run­de an wei­te­ren Schrei­bern ein­ge­fun­den, die aus ihren Wer­ken lasen, wobei etli­che die­ser Vor­trä­ge sze­nisch statt­fan­den. Das bedeu­tet, dass der Autor nicht ein­fach nur sei­nen Text vor­trägt, son­dern sich wei­te­re Spre­cher als zusätz­li­che Stim­men hin­zu­holt, die dann Pas­sa­gen über­neh­men.

Gele­sen haben: Anja Bagus, Tan­ja Schier­ding, Cla­ra Lina Wirz, Thors­ten Küper, Tom Daut, Chris­tian Krumm und ein gewis­ser Ste­fan Holz­hau­er. Anwe­send war auch der Ver­le­ger der bei­den Pre­mie­ren­bü­cher, Hol­ger Kli­e­man­nel von der Edi­ti­on Roter Dra­che. Zwi­schen­durch gab es musi­ka­li­sche Ein­la­gen. Beson­ders episch die gemein­sa­me Lesung der Autoren am Schluß, bei der Anjas Geschich­te DER ERLKÖNIG vor­ge­tra­gen wur­de.

Alles in allem eine äußerst gelun­ge­ne Ver­an­stal­tung, die wir von mir aus gern in ähn­li­cher Form wie­der­ho­len kön­nen. Nach­fol­gend eine Bild­ga­le­rie.

Schneller Check: Twentysix, der »Self-Publishing-Verlag«

Logo Twentysix

Kurz vor der Buch­mes­se kamen Ran­dom House (einer der größ­ten Ver­la­ge welt­weit) und Books on Demand, kurz BoD, damit aus der Höh­le, dass sie einen »Self-Publi­shing-Ver­lag« gegrün­det haben. Mal abge­se­hen davon, dass es drin­gend nötig erscheint, denen nahe­zu­brin­gen, dass die Wor­te »Self­pu­bli­shing« und »Ver­lag« nun mal per Defi­ni­ti­on nicht zusam­men pas­sen, erscheint das in mei­nen Augen als noch ein Ver­such der eta­blier­ten Bran­che, an Self­pu­blishern mit­zu­ver­die­nen. Und um erfolg­rei­che Selbst­ver­öf­fent­li­cher für eige­ne Ver­la­ge abzu­grei­fen. Ein schnel­ler Blick auf die Sei­te bestä­tigt bei­des mei­ner Ansicht nach auch.

Zuerst zu Vor­tei­len: Bereits beim kos­ten­lo­sen Paket erhält man eine ISBN für sein eBook und »inter­na­tio­na­len Online-Ver­trieb«. Details zu letz­te­rem habe ich auf der Sei­te auch nach län­ge­rem Kli­cken ver­geb­lich gesucht. Offen­bar ist es zwin­gend, sich anzu­mel­den, um einen Autoren­ver­trag oder Buch­ver­trag ein­se­hen zu kön­nen. Trans­pa­rent geht anders, alle die­se Rah­men­be­din­gun­gen soll­ten bereits vor einer Anmel­dung ein­seh­bar sein, wie bei­spiels­wei­se bei Ama­zon. Ich ver­ste­he offen gesagt nicht, was die­se Geheim­nis­tue­rei soll – außer viel­leicht dass sie dar­in begrün­det ist, dass es sich eben um Ver­lags­bran­chen­di­no­sau­ri­er han­delt, die sol­che Geheim­nis­krä­me­rei viel­leicht ganz nor­mal fin­den.

Sehen wir uns den Buch­kal­ku­la­tor an, dann kom­men wir auf Tan­tie­men für den Autor, die in ähn­li­chen Grö­ßen­ord­nun­gen wie bei CreateSpace/​Amazon lie­gen (leicht dar­un­ter). Das gin­ge wohl noch in Ord­nung, ins­be­son­de­re, wenn man betrach­tet, dass die Print­bü­cher (ange­bo­ten wer­den Taschen­buch, Hard­co­ver, Hard­co­ver mit Faden­bin­dung, Ring­buch und Book­let) angeb­lich in Buch­hand­lun­gen bestell­bar sein sol­len. Ob das tat­säch­lich funk­tio­niert, wird die Zukunft zei­gen, ich hal­te es aller­dings auf­grund der bei­den Fir­men im Hin­ter­grund für durch­aus wahr­schein­lich.

Gro­tesk wird es dann aber, wenn es um die Prei­se für Autoren­ex­em­pla­re geht. Ein Bei­spiel.

Ein Taschen­buch in 12 x 19 cm, mat­ter Lami­nie­rung, Papier creme­weiß 90g, 268 Sei­ten. Ver­kauft man das für 9,99 Euro (ein recht ange­mes­se­ner Preis), kom­men beim Autor gera­de mal pop­li­ge 1,02 Euro an (knapp 11 Pro­zent). Bei Ama­zon sind das ca. 70 Cent mehr. Natür­lich kann man mehr ein­neh­men, wenn man den Preis erhöht, aber da muss man ja gera­de als Self­pu­blisher vor­sich­tig sein und eng kal­ku­lie­ren, was die Leser zu zah­len bereit sind.

Woll­te man die­ses Buch für sich als Autoren­ex­em­plar bestel­len, kos­tet das – und ich kann es nicht anders aus­drü­cken – wege­la­ge­ri­sche 8,71 Euro net­to, 9,32 Euro brut­to, wenn man bis zu 24 Stück ordert. Bis 50 sinkt der Preis auf 7,56 net­to /​ 8,09 brut­to. Zuzüg­lich Ver­sand­kos­ten. Ange­sichts die­ser völ­lig inak­zep­ta­blen Prei­se muss ich mich fra­gen, was für Dro­gen die neh­men.
Bei Crea­tespace kos­tet mich ein Buch auch bei gerin­gen Auf­la­gen ca. knapp 5 Euro inklu­si­ve Expe­di­ted-Ver­sand aus den USA. Las­se ich bei Books­fac­to­ry dru­cken (Min­dest­be­stell­wert 50 Euro), kos­tet mich ein sol­ches Buch in Top-Qua­li­tät 3,50 Euro inkl. USt und Ver­sand. Ja, ich weiß, die ver­trei­ben die Bücher im Buch­han­del, aber den­noch ist zum einen die Mar­ge viel zu gering (sie wol­len für ein Print­buch­pa­ket ja auch noch einen Ein­stiegs­preis von 39 Euro – bis zum 21.12.2015, dann wird das ver­mut­lich teu­rer), zum ande­ren ist der Preis für die Autoren­ex­em­pla­re nichts ande­res als unver­schämt. Print On Demand ist BoDs Kern­ge­schäft. Wenn die tat­säch­lich kei­ne bes­se­ren Kon­di­tio­nen bie­ten kön­nen, riecht das für mich nach Abzo­cke.

Buchkalkulator 26

Komisch wird es dann noch­mal bei den zu Print­bü­chern vor­ge­schla­ge­nen eBook-Prei­sen, die sich an den Mond­prei­sen für elek­tro­ni­sche Bücher der deut­schen Ver­lags­bran­che ori­en­tie­ren und die für Self­pu­blisher völ­lig uto­pisch sind. Die Prei­se kann man aller­dings deut­lich ver­rin­gern und erhält dann immer noch ganz brauch­ba­re Erlö­se, die aller­dings deut­lich unter denen lie­gen, die Ama­zon zahlt. Bei dem Rechen­bei­spiel oben sagt der Buch­kal­ku­la­tor einen Ver­kaufs­preis von 6,99 Euro an, dabei wäre die eBook-Net­to­mar­ge 2,67 Euro, ver­rin­gert man den Preis auf 3,49 Euro bleibt eine Net­to­mar­ge von gera­de mal 1,33 Euro. Soll­te das eBook für null Euro Ein­stiegs­pau­scha­le damit tat­säch­lich in allen Bran­chen­shops zu fin­den sein, könn­te man dar­über tat­säch­lich mal nach­den­ken, aber das kann nur die Zukunft zei­gen. Ange­prie­sen wird:

Sie wer­den in allen rele­van­ten Buch­hand­lun­gen und Online-Shops wie Ama­zon, Apple iBooks, Toli­no, Goog­le Play, Tha­lia und Hugen­du­bel gelis­tet.

Aber was genau bedeu­tet in die­sem Zusam­men­hang das Wort »rele­vant«?

Beden­ken soll­te man bei den Prei­sen, dass kei­ner­lei Wer­bung oder Mar­ke­ting mit den Pake­ten und den pro Ver­kauf ein­be­hal­te­nen Gebüh­ren ein­her gehen. Das muss man als Self­pu­blisher immer noch sel­ber machen.

Soweit ein kur­zer Ein­blick, viel­leicht tes­te ich das bei vor­han­de­ner Zeit mal inten­si­ver, auch weil ich mir die geprie­se­nen Online-Edi­to­ren für Inhal­te und ins­be­son­de­re auch die Ver­trä­ge anse­hen möch­te, aber mei­ner Mei­nung nach han­delt es sich um eine wei­te­re Mogel­pa­ckung der Ver­lags­bran­che, um an Self­pu­blishern mit­zu­ver­die­nen.

Wenn man das als Self­pu­blisher tat­säch­lich tes­ten will, soll­te man in Erwä­gung zie­hen, die Autoren­ex­em­pla­re ein­fach bei einem ande­ren Anbie­ter wie bei­spiels­wei­se Books­fac­to­ry deut­lich güns­ti­ger dru­cken zu las­sen; wenn man tat­säch­lich wei­test­ge­hend alle Rech­te behält, wie das auf der Sei­te mei­ner Ansicht nach sug­ge­riert wird, müss­te das ver­trag­lich gese­hen pro­blem­los mög­lich sein.

Logo Twen­ty­six und Screen­shot Coyp­right Ver­lags­grup­pe Ran­dom House GmbH

Erschienen: Der neue Asterix DER PAPYRUS DES CÄSAR

Cover Papyrus des Cäsar

Heu­te erscheint der neue Aste­rix-Band DER PAPYRUS DES CÄSAR in der deut­schen Fas­sung bei Egmont-Eha­pa. Ver­ant­wort­lich dafür zeich­nen nach ASTERIX BEI DEN PIKTEN erneut Didier Con­rad und Jean-Yves Fer­ri. Der Ver­lag schreibt zum Inhalt:

Nach­dem das letz­te Aben­teu­er sie in ein frem­des Land geführt hat, wer­den Aste­rix und Obe­lix dies­mal in Gal­li­en blei­ben – ganz nach der Tra­di­ti­on der Aste­rix-Alben. Das Dorf der Gal­li­er ist in Auf­ruhr, denn Juli­us Cäsar ist unter die Schrift­stel­ler gegan­gen und so ganz genau nimmt der römi­sche Impe­ra­tor es nicht mit der Wahr­heit.

Die Leser kön­nen sich auf ein span­nen­des Aben­teu­er mit neu­en Figu­ren freu­en. Da wäre ein­mal der Böse­wicht Syn­di­cus – Juli­us Cäsars fie­ser Bera­ter, der zwei­fels­los einen teuf­li­schen Plan gegen die unbeug­sa­men Gal­li­er aus­heckt. Aber er hat nicht mit Pole­mix gerech­net – eben­falls eine neue Figur im Band, für die kein ande­rer als Wiki­leaks-Grün­der Juli­an Assan­ge das Vor­bild war.

Aste­rix Band 36 kann als Soft­co­ver erwor­ben wer­den und kos­tet dann 6,50 Euro. Eine Hard­co­ver-Ver­si­on gibt es eben­falls, für die­se wer­den 12 Ses­ter­zen, ent­schul­di­gung, Euro fäl­lig. Eine Kind­le-Ver­si­on exis­tierr eben­falls, die­se kos­tet 5,99 Euro, man kann für den ver­lag nur hof­fen, dass die nicht wie­der so hunds­mi­se­ra­bel umge­setzt wur­de, wie die der PIKTEN. Dafür bes­ser erst­mal Bespre­chun­gen abwar­ten.

Cover­ab­bil­dung Copy­right Egmont Eha­pa

[aartikel]3770438906[/aartikel]

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