Destination Star Trek in Frankfurt: Bilder

Destination Star Trek in Frankfurt: Bilder

logo_dstfAm letzten Wochenende fand in Frankfurt die erste “Destination Star Trek” statt, eine Convention, die nicht von den üblichen Verdächtigen in Deutschland ausgerichtet wurde, sondern von einem englischen Veranstalter.

Auf Details zur Veranstaltung werde ich noch gesondert eingehen, an dieser Stelle möchte ich aber bereits ein paar Bilder präsentieren. Das Staraufgebot konnte sich absolut sehen lassen, an erster Stelle natürlich William Shatner alias Captain Kirk, der sich mit seinen 82 Jahren noch erstaunlich fit präsentierte. Weiterhin Brent Spiner, Michael Dorn, LeVar Burton, Marina Sirtis, Gates McFadden, René Auberjonois, Armin Shimerman, Connor Trineer und Domimik Keating. Nicht zu vergessen auch Karl Urban, der einzige Vertreter des J. J. Abrams-Reboots des Franchise. Weiterhin noch diverse Stars und Sternchen aus kleineren und Nebenrollen oder Kinofilmen.

Nachfolgend eine kleine Auswahl von Bildern, mehr werden folgen, ebenso wie Gedanken zur Veranstaltung selbst.

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Steampunk Hands Around The World: Inspiration – The Wülfing-Museum

Steampunk Hands Around The World: Inspiration – The Wülfing-Museum

Dampfmaschine

Inspiration can strike the Steampunk on many occasions, but here in Germanys Northrhine-Westphalia we have an especially rich heritage of artifacts from the industrial revolution. The area where I live is a city-triangle that consists of Wuppertal, Solingen and Remscheid, all reknown for special products like tools (Remscheid), knifes and blades (Solingen) and  textile fabrication and dyeing (Wuppertal). Remscheid, by the way, was the birthplace of Wilhelm Röntgen, inventor of the X-ray, but that is another story.

If the bold explorer of the Country of Berg (german: “Bergisches Land”, named after the former counts of Berg) seems to have reached a fence with a sign on it that reads “The End Of The World”, ignores this and just moves on, his trusty machete in his hand, he may reach Radevormwald-Dahlerau, a small flock of houses on the shores of the river Wupper. Here you can find the Wülfing-Museum.

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Spiel 2013 in Essen – »neues Hallenkonzept«?

Spiel 2013 in Essen – »neues Hallenkonzept«?

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Ich hatte in Sachen Phantastik auf der Spiel in Essen ohnehin nicht mehr viel erwartet und so war es auch. Das soll bedeuten, dass man sicherlich noch dorthin gehen kann, wenn man irgendwelche Gesellschaftsspiele kaufen möchte, in Sachen Rollenspiel und LARP sah es aber noch düsterer aus, als im Vorjahr. Das war zu erwarten, deswegen wurde ich in dieser Hinsicht auch nicht enttäuscht.

Was allerdings eine reine Katastrophe war: das »neue Hallenkonzept«. Im Gegensatz zu den Vorjahren fand die Spiel nicht im Hallenkonglomerat Ost statt, sondern in den Hallen eins, zwei und drei. Die sind allesamt deutlich größer als die bisher in Anspruch genommenen Hallen. Das führt zu erheblichen Nachteilen: Die Hallen sind durch die Größe weitaus unüberschaubarer, erschwerend kommt hinzu, dass man offenbar dennoch nicht genug Platz hatte und die Gänge dadurch an einigen Stellen äußerst eng ausfielen. Das sollte sich am Samstag rächen. Der Geräuschpegel in den großen Hallen ohne jegliche Trennwände war stellenweise durch die große Besuchermenge unerträglich. An diversen Ständen waren Unterhaltungen schwierig – sich unter diesen Umständen Spiele erklären zu lassen, ist kein Spaß, deswegen habe ich davon abgesehen.

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Buchmesse 2013: Holzhauer warnt vor Phrasendreschern

Buchmesse 2013: Holzhauer warnt vor Phrasendreschern

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tl;dr; Ich kann das Gelaber nicht mehr hören.

Heute beginnt die Buchmesse, gestern jedoch gab es bereits die Pressekonferenz und Medienrummel – und sowohl Gottfried Honnefelder, der Vorstand des Börsenvereins des deutschen Buchhandels wie auch Juergen Boos, Direktor der Buchmesse, haben sich selbstverständlich in diesem Rahmen geäußert.
Dazu vorab ein kleiner Exkurs: man muss den Eindruck haben, dass Gottfried Honnefelder seine Reden in jedem Jahr recycelt und vielleicht maximal ein paar Worte umstellt, so sehr gleichen sich die gedroschenen Phrasen. Und immer wieder, wenn solche vermeintlich hohen Herren ihren Sermon absondern, fällt unvermeidlich das Wort “warnt”. Honnefelder warnt, Boos warnt, sonstwer warnt. Glaubt ihr mir nicht? Sucht auf Google mal nach “Honnefelder warnt” oder “Honnefelder warnte”, es werden reichlich Treffer aus den vergangenen Jahren zu finden sein. Klickt aber bitte nicht auf diese Treffer, denn darin lauert ein Wahnsinn von geradezu cthulhoiden Ausmaßen. Ich habe euch … äh … gewarnt.

Und wovor warnen sie? Vor der Zukunft. Sei es nun das Internet (und damit einhergehend die neuen Medienformate), oder seien es neue Geschäftsmodelle, denen sich die träge und zutiefst im Gestern gefangene Buchbranche nicht anpassen kann oder will. Und selbstverständlich muss das “Urheberrecht” gestärkt werden, auch wenn man tatsächlich etwas ganz anderes meint: sich selbst und die Verwerterrechte. Dazu weiter unten mehr.

Ich möchte auf ein paar Artikel eingehen, die ich anlässlich der Buchmesse-Eröffnung bei einschlägigen Claqueuren wie Börsenblatt und Buchreport im Netz fand:

Auf der Online-Version des Börsenblattes befasste man sich gestern mit Worten von Buchmesse-Direktor Juergen Boos. Da steht unter anderem:

Buchmesse-Direktor Juergen Boos sprach heute (8. Oktober) auf der Eröffnungs-Pressekonferenz der Frankfurter Buchmesse von einer “neuen Gründerzeit im Publishing” und warnte gleichzeitig vor der Dominanz von Oligopolen, die technologische Standards diktieren.

Da haben wir es wieder: es wird “gewarnt”. Wovor genau ist mir unklar. Amazon kann es nicht sein, denn die sind in Sachen Online-Vertrieb nicht Teil eines Oligopols, sondern haben beinahe ein Monopol. Unklar ist für mich zudem, was er für ein Problem mit technischen Standards hat. Da Papierbücher gedruckt werden und diese Technik nun wahrlich bereits ein paar Jahre auf dem Buckel hat, kann er eigentlich nur eBooks meinen. Da gibt es im Prinzip zwei Standards: das offene ePub und Amazons Kindle-Format, ob es nun azw oder mobi sein mag. Wo da allerdings “Standards diktiert werden” kann ich nicht nachvollziehen. ePub und mobi sind Formate, deren Aufbau bekannt ist, jedermann kann sie erzeugen. Oder meint Boos etwa Amazons Kopierschutz, der verhindert, dass man Kindle-eBooks auf anderen Geräten lesen kann? Das würde mich verwundern, denn Adobes DRM ist exakt dasselbe und wird auf einem Großteil der eBooks der Börsenvereins-Mitglieder nach wie vor eingesetzt. Sind die Mitglieder des Oligopols also Amazon und die Verlage, die DRM einsetzen? Worin liegt der Unterschied, zwischen beiden kundenfeindlichen Systemen – mal davon abgesehen, dass Amazons Version innerhalb seines Ökosystems für den Kunden weitaus komfortabler ist? Und weiterhin davon abgesehen, dass es seitens des Buchhandels en vogue ist, gegen Amazon zu wettern statt kundenfreundlicher zu werden …

Technologische Standards sind Werkzeuge. Sie müssen sich nach den Menschen und ihren Bedürfnissen richten, nicht umgekehrt.

… sagt Boos. Das sehe ich genauso. Weg mit harten DRM-Maßnahmen, die nur die ehrlichen Kunden benachteiligen. Richtet euch nach den Menschen und ihren Bedürfnissen. Dazu gehört übrigens auch, dass nach einer Studie, die Leser nach ihren Meinungen befragte, der Preis für ein eBook ca. 40 % unter dem einer Druckausgabe liegen darf. Auch Preisgestaltung muss sich nach den Menschen und deren Bedürfnissen richten – sonst kauft einfach niemand den überteuerten Schmonz, bei dem sich der Preis am Hardcover orientiert. Und dann sind selbstverständlich wieder die Raubkopierer schuld, nicht diejenigen, die Mondpreise befehlen.

Die neue Gründerzeit im Publishing findet ohne die alte Garde, also die Verlage, statt, denn die Goldgräber am eBook-Klondyke sind die Selfpublisher, auch wenn man nach den Nuggets zwischen den Rechtschreibfehler-Sandkörnern lange sieben muss. Und wer bietet den Indies die besten Konditionen? Richtig: Amazon, Google und Kobo. Die Geldscheffler in den hiesigen Verlagen knirschen ob der Höhe der Tantiemenzahlungen durch die Internet-Rivalen an die Autoren vermutlich 24/7 mit den Zähnen. Und deswegen sind die der Erzfeind. Und weil sie kundenfreundlich agieren. Das ist hochgradig impertinent, sowas macht man doch nicht! Kundenfreundlich. Wo kommen wir hin? Wenn das alle machen würden …

Die Rede Honnefelders dagegen erschien – wie oben bereits angemerkt – wie der immer wieder reanimierte Zombie seiner Reden aus den vergangenen Jahren. Im Buchreport schreibt man:

Für eine neue Kultur des Wissens plädierte Börsenvereins-Vorsteher Gottfried Honnefelder zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse 2013. Das Wissen müsse vor der Autorität von Online-Riesen wie Amazon und Google geschützt werden, die “an Inhalten nur so weit interessiert sind, als sie ihrem Geschäft als Werbeträger nützen”.

Nein, Herr Honnefelder. Seien Sie doch bitte ehrlich. Nicht “das Wissen” soll geschützt werden, sondern die Pfründe der Börsenvereins-Mitglieder. Nachdem Jahrzehnte, oder fast Jahrhunderte lang alles eitel Sonnenschein war, kommt hopplahopp dieses Internet aus einem Anarcho-Loch gekrochen und zwingt doch tatsächlich zum Umdenken. Das ist aber auch eine Unverschämtheit.
Liebe Branche, tut doch bitte nicht so, als seien Apple, Amazon und Google die bösen Dämonen und ihr die hehren Lichtgestalten. Euch geht es genauso ums Abseihen von Lesern und das Einfahren von Gewinnen wie den Online-Anbietern. Etwas anders zu behaupten wäre unredlich und schlichtweg unwahr. Und ihr macht es trotzdem, denn wir sind ja dumm. Denkt ihr.
Eine “Kultur des Wissens” wäre eine Kultur, in der dieses Wissen nicht via hauptsächlich durch massive Lobbyarbeit entstandene verwerterfreundliche Urheberrechte Jahrzehnte lang in Stasis verfällt, nämlich bis 70 Jahre nach dem Tod eines Urhebers. Das ist Irrsinn, denkt mal darüber nach, liebe Leser. Wenn ein Werkschaffender vor 30 Jahren verstorben ist, dauert es noch 40 weitere verdammte Jahre, bis seine Werke gemeinfrei werden. Das führt dazu, dass Kulturgüter in Vergessenheit versinken. Werke von vor der Einführung der 70-Jahres-Schranke sind heutzutage im Web zu finden und zugänglich, danach quasi nichts mehr. Was hier an Wissen vernichtet wird, insbesondere, weil die Verwerter es so wollen, ist unbeschreiblich. Haufenweise Backlist-Material ist unzugänglich, weil irgendwelche Rechteinhaber drauf hocken und es nicht heraus geben wollen, es lässt sich damit ihrer Ansicht nach kein Geld verdienen. Dann gebt die Rechte den Autoren zurück, die werden das schon als Selfpublisher ohne euch veröffentlichen. Selfpublishing? Kommt schon, das kennt ihr, das habt ihr doch zu dem ganz großen Ding auf dieser Messe erklärt. Das sind so Nuggets. Zwischen haufenweise Sandkörnern. Habe ich weiter oben erklärt.

Ein weiterer Artikel über Honnefelder auf dem digitalen Börsenblatt-Ableger (die müssen das kommentarlos wiedergeben, der ist so etwas wie ihr Chef):

Es gehe um die Frage, “was wir als Wissen verstehen wollen, jedenfalls so lange unter Wissen eine Erkenntnis gemeint ist, die nicht wie ein subjektloses Datum herumliegt, sondern durch einen Urheber gewonnen und auf einen Kreis von Adressaten hin veröffentlicht wurde.”
Gebraucht werde eine neue Kultur des Wissens. “Das digitale Zeichensystem ist bedeutungsfrei; seine Semantik erhält es erst durch Zuordnung von außen”, so Honnefelder.

Wissen ist eine Erkenntnis, die “subjektlos” herum liegt, bis sie durch einen Urheber “gewonnen” wird? Das “digitale Zeichensystem ist bedeutungsfrei” und “seine Semantik erhält es erst von außen”? Mal unter uns und ganz offen: so einen inhaltsleeren Bullshit habe ich schon lange nicht mehr gelesen, auch nicht in den Parteiprogrammen vor der Bundestagswahl, und das will was heißen. Einerseits müssen Urheber gar nicht zwingend Wissen schaffen. Kunst und Unterhaltung reichen völlig. Andererseits sind Bücher auch als eBook keinesfalls nur “bedeutungsfreie digitale Zeichensysteme”, sondern den gedruckten Fassungen inhaltlich gleich. Da muss man nichts “von außen zuordnen”. Das potentielle Wissen der Menschen, die Zugriff auf das Internet haben wurde in nie zuvor gesehenem Ausmaß erweitert. Information at your fingertips. Jederzeit. Jede Person mit einem Internetanschluss kann sich überzeugen, dass das “digitale Zeichensystem” alles andere als bedeutungsfrei ist.
Falls mir jemand das unerträglich hohle Phrasengedresche in den Kommentaren zu diesem Artikel mit Sinn und Inhalt füllen kann, wäre ich dankbar. Ansonsten könnte ich auch versuchen, mir das Gebrabbel schön zu saufen.

Dann wendet sich Honnefelder an die Politik:

Die Mehrgliedrigkeit der Branche müsse auch im digitalen Zeitalter bewahrt werden; dieses Gefüge schließe auch den Buchhandel ein.

Das bedeutet: liebe Politik, wir schaffen es nicht, unser Geschäftsmodell an die Gegebenheiten anzupassen und wir sind leider total unflexibel. Das finden wir doof. Bitte beschließt Gesetze, damit wir uns nicht bewegen müssen.
Es mag weh tun, Herr Honnefelder, aber wenn ich mich so umsehe, gibt es nur noch sehr wenige Kutscher. Oder vielleicht ein Beispiel, das Ihnen bekannter vorkommen dürfte: Schriftsetzer. Als die Branche “computerisiert” wurde, hat man sich von denen, die den Umgang mit den neuen Techniken nicht beherrschten, flugs getrennt. Es gibt heute keine Schriftsetzer mehr, weil es keine beweglichen Lettern mehr gibt und man stattdessen Desktop Publishing nutzt. Schon mal gehört? Das läuft auf den bösen Computern – muss man aber weder als Vereinsfunktionär noch als Verleger wissen, da kümmern sich die Fußtruppen drum.
Wenn die Branche nicht in der Lage ist, sich und ihre Geschäftsmodelle von Lettern auf Computer umzustellen, wenn man lieber inflexibel bleibt und nach politischen Lösungen und damit Feigenblättern für die eigene Bewegungslosigkeit ruft, dann sollte man sich nicht wundern, wenn man den Weg der Dinosaurier geht. Oder den der Schriftsetzer, suchen Sie sich einen aus. Man kann ja immer noch auf Krankenpfleger oder Kindergärtner umschulen. Oder Autor. Was? Schlecht bezahlt? Tja, man kann halt nicht alles haben.

Ebenfalls im Buchreport weist man weiterhin auf Dampfblasen der “Content Alliance” hin, der der Börsenverein angehört, aber auch die Musikindustrie. Auch hier wird nach dem Gesetzgeber und einem “starken Urheberrecht” geschrien:

Kurz vor der Frankfurter Buchmesse hat die Content Allianz, der auch der Börsenverein angehört, noch einmal ihre Forderungen nach einem starken Urheberrecht bekräftigt. Der Schutz der Leistung von Kreativen vor illegaler Nutzung müsse zur Chefsache im Kanzleramt werden, erklärte das Bündnis von Medien- und Kulturverbänden.

Wenn ich das lese kommt mir ganz deutlich gesagt das kalte Kotzen. Denn hier wird das Urheberrecht vorgeschoben, obwohl es tatsächlich um etwas ganz anderes geht. Das Urheberrecht – das wie der Name bereits sagt die Urheber schützt und begünstigt – ist den Verwertern tatsächlich völlig egal (und ich habe mir “scheißegal” verkniffen). Tatsächlich geht es ihnen ausschließlich um die Teile daraus, die ihnen die Verwertung (sprich: Monetarisierung – ja, das sagen die so. Es bedeutet: Kohle machen) geschaffener Werke Dritter ermöglichen.
Tatsächlich lässt man den Autor oder Musiker (auch der unerträgliche Gorny von der Musikindustrie hat wieder gepöbelt) mit Peanuts am ausgestreckten Arm verhungern, während man selbst das Geld absackt, auch wenn immer wieder anderes behauptet wird.
Sprecht mal mit Autoren abseits des Bestsellers, liebe Leser, und fragt sie, was von den Buchverkäufen bei ihnen ankommt. Ich wiederhole mich und ich tue es gern, damit es einsickert: das sind Peanuts. Es macht sich natürlich ganz prima, sich als Beschützer der armen, armen Urheber zu gerieren und lautstark zu verkünden, man selbst (und das Urheberrecht) seien die letzten Schutzwälle, die die Urheber vor den illegalen Nutzungen behüten. Tatsächlich gehts auch hier wieder nur um ihre Kohle, um ihre Einnahmen. Und sie wissen genau: ihre Zahlen über illegale Downloads und deren Schaden sind von vorne bis hinten erstunken und erlogen.

Ich stimme zu, dass das Urheberrecht dringend einer Reformation bedarf. Es muss an die Realitäten der modernen Netzwelt angepasst werden. Die irrsinnigen Schutzfristen müssen auf ein Maß zurechtgestutzt werden, das kulturell und aus Sicht einer Wissensallmende sinnvoll ist, damit Kultur nicht verschwindet, weil Verwerter darauf sitzen und sie nicht veröffentlichen. Abmahn-Abzockern mit ihren Raubritter-Geschäftsmodellen muss die Geschäftsgrundlage entzogen werden, die Schulkinder kriminalisiert und professionelle Anbieter von Raubkopien davon kommen lässt (weil die Branchen und ihre Hilfssheriffs zu dumm sind, die zu bekommen, hält man sich lieber an die, die sich nicht wehren können).

Am wichtigsten ist meiner Ansicht nach jedoch, dass die Rechte der Urheber statt die der Verwerter gestärkt werden.  Schluss mit Total Buyout, Schluss mit Knebelverträgen, Schluss mit Peanuts und Schluss mit pauschal eingeräumten Rechten für “bisher unbekannte Nutzungsarten”. Rechte müssen nach definierten Zeiträumen wieder an die Urheber zurück fallen. eBooks müssen gesondert vergütet werden, ebenso Hörbücher. Urheber müssen mehr Mitspracherecht bekommen, wie ihre Werke verwertet werden. Urheber müssen angemessen bezahlt werden, egal ob Autoren, Journalisten, Fotografen oder Musiker. Und es muss zwischen den Verwerterrechten und den Verbraucherrechten abgewogen werden. Denn: Gewinne stehen nicht über Bürgerinteressen und auch nicht über Menschenrechten.

Die Buchbranche zeigt durch ihre Köpfe immer wieder eine Kultur des Mahnens und Warnens. Vor neuen Technologien, vor Mitbewerbern, die im Gegensatz zu ihr agil sind. Statt der unerträglichen Miesepeterei sollte man seine Kräfte darauf bündeln, die Technologien zu verstehen und zu nutzen. Statt Gegeifere gegen Apple, Amazon und Google sollte man von den Gegenspielern lernen. Aber vielleicht ist das von der tief konservativen Branche zu viel verlangt.

Die Buchmesse ist eine Veranstaltung, auf der die Buchbranche sich profilieren möchte und sich selbst beweihräuchert. Das soll sie meinethalben gern tun. Nur mögen ihre Großkopferten bitte davon absehen, mich mit Phrasen zu langweilen, mich offensichtlich zu belügen, oder mir zu verstehen zu geben, dass sie mich für dumm halten. Davor warnt der Holzhauer nachdrücklich.

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Bildergalerie: Inspiration für Steampunks – das Wülfing-Museum

Bildergalerie: Inspiration für Steampunks – das Wülfing-Museum

Dampfmaschine

In Radevormwald-Dahlerau befindet sich das Wülfing-Museum. Dabei handelt es sich um die ehemalige Firma “Johann Wülfing & Sohn”, einen Betrieb aus der Textilindustrie, der bereits 1674 in Remscheid-Lennep gegründet wurde und am Standort Dahlerau 1996 geschlossen werden musste.

Besonders interessant daran ist, dass sich dort neben dem ältesten Fabrikgebäude Deutschlands aus dem Jahr 1838 und ein paar alten Generatoren aus den 1920er Jahren eine Dampfmaschine befindet, die bis 1961 im Einsatz war.

Ich wollte das Museum bereits des Längeren mal in Augenschein nehmen, da es für Steampunks mit Sicherheit einiges Interessante aufzubieten hat, gestern fiel mein Blick dann auf einen Eintrag im lokalen Terminkalender, der darauf hinwies, dass es Führungen mit laufender Dampfmaschine geben sollte. Also kurzentschlossen hin.

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Bandits Kommentar: Die Oscar-Golden Globe-Gleichung

Als die Nominierungen für die siebzigsten Golden Globes bekannt gegeben worden sind, da berichtete man in Amerikas Presse ausführlichst, aber auch mit dem notwendigen Augenzwinkern. Schon immer waren gewisse Nominierungen äußerst fragwürdig und die Absichten der Hollywood Foreign Press Association offensichtlich gewesen. Und spätestens seitdem THE TOURIST mit Angelina Jolie und Johnny Depp 2010 drei Nominierungen erhalten hatte, wäre ein differenzierterer Umgang von Seiten des deutschen Qualitätsjournalismus zu erwarten gewesen. Süffisant berichteten amerikanische Branchenseiten auch dieses Jahr wieder über die diesjährigen Entscheidungen der 84-köpfigen Journalistenriege der Hollywood Foreign Press Association. Warum die ausführliche Berichterstattung dennoch anhält, erklärt sich zum einen aus dem Star-Rummel und zum anderen wegen des schönen Party-Charakters im Preise-Zirkus.

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Jeff Waynes Version des KRIEG DER WELTEN in Oberhausen – und wieder ging die Welt nicht unter

Ohne die Show aus den 70er Jahren gekannt zu haben (ich bin Jahrgang ’75), habe ich mir am Freitagabend, den 4. Januar 2013, das Spektakel in Oberhausen angeschaut. Mit dem leicht verblassten Wissen des Buches und um die alte Doppel-CD in der deutschen Fassung mit Curd Jürgens warf ich mich ins Getümmel. Im 1978er Original war Richard Burton der Erzähler/Journalist und gab dem Ganzen seine eigene Note.
Das Musical ist  natürlich inspiriert vom gleichnamigen Buch des Briten H.G. Wells. Im Jahre 1898 geschrieben, hat es nichts von seiner Spannung eingebüßt. Die bekannten Hollywood-Streifen bzw. Serien wie MARS ATTACKS!, INDEPENDENCE DAY, V und viele andere sind letztendlich Klone dieser alten Geschichte.
Kurzum handelt es sich bei THE WAR OF THE WORLDS um eine klassische Invasionsstory bzw. einen interplanetaren Krieg. Das Spannende daran: es spielt im viktorianischen England. Erwähnenswert ist sicherlich noch Orson Welles´ Radiodrama von 1938, damals kam es fast zu einer Massenpanik. Über weitere Interpretationen des Stoffes informiert ausführlich die Wikipedia.

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MucCon 2012: Aliens zeichnen und die Frage, was Jürgen unter seinem Röckchen trägt

Am 17. und 18. November 2012 fand in München Trudering der diesjährige MucCon statt. Miriam Pharo hatte sich freundlicherweise bereit erklärt, für PhantaNews von dort zu berichten. Vielen Dank dafür! Der Red.

Um es vorweg zu nehmen: Am letzten Wochenende sind in München Trudering keine Aliens gelandet. Auch wenn einige Mitglieder des SFCD – nachfolgend “la Famiglia” genannt – sich nicht darüber einig waren, ob der Begriff “Aliens” als Subjekt oder Akkusativobjekt gemeint war. Ich kann bezeugen: Es handelte sich um harmlose Strichzeichnungen im Rahmen des MucCon-Programms. Am Sonntag bot Multitalent Gabi Behrend neben einem Schreibworkshop ein Zeichenworkshop an, eben unter jenem Motto “Aliens zeichnen”.

Aber ich greife vor.

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Bildergalerie: Elf Fantasy Fair Arcen 2012

In den Niederlanden finden seit 2001 in jedem Jahr zwei Elf Fantasy Fairs statt, eine im Frühjahr (meist im April) in Haarzuilens und eine im September in Arcen bei Venlo. ich wollte dort schon länger mal hin, allein die Bildergalerien der Events versprachen einiges. In diesem Jahr hat es dann zumindest zu Arcen endlich geklappt.

Arcen liegt wenige Kilometer nördlich vom bekannten Einkaufsort Venlo nahe der deutsch-niederländischen Grenze. Austragungsort der Elf Fantasy Fair ist ein Schloss mit Park, allein bereits die Anlage ist sicherlich auch ohne die Veranstaltung definitiv einen Besuch wert, denn Gelände und Gemäuer sind bereits äußerst sehenswert.

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FedCon 2012: Cosplayer, Gewandete und Kostümierte

Egal wie man es nun nennen mag, auf einer Veranstaltung wie der FedCon findet man selbstverständlich auch zuhauf Personen, die sich anlässlich des Events in eine entsprechende Schale geworfen haben. Und neben den zahllosen Fans, die sich in einer schnell gekauften Uniform präsentieren, gab es auch eine Menge wirklich liebevoller und aufwendig gestalteter oder einfach kreativer Gewandungen zu entdecken.

Allein zum Staunen über diese Menge an Cosplayern lohnt sich fast schon ein Besuch der FedCon, ich denke, dass es in Deutschland schwer werden dürfte, an anderer Stelle eine ähnlich bunt gemischte Massierung an Kostümierten aus den Genres SF, Fantasy und Comics zu finden.

Hier ein Querschnitt durch das Gesehene:

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FedCon 2012 – Informationsdefizite, ruckelnde Sponsorenvideos und fast kein Shatner

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Bevor ich in anderen Artikeln Inhalte, Programm und Gebotenes auf der diesjährigen FedCon im Maritim-Hotel am Düsseldorfer Flughafen beleuchte, möchte ich auf die diversen Probleme eingehen, mit denen auf der Veranstaltung zu kämpfen war und deren Gipfel darin bestand, dass sich zahlende Besucher mit Tageskarte den Gaststar William Shatner nur auf einer Leinwand ansehen durften.

Die FedCon findet bereits seit 20 Jahren statt, man sollte also annehmen, dass die Veranstalter einen solchen Event im Griff haben. Und sogar wenn man erst einmal davon ausgeht, dass bei einer derartigen Großveranstaltung mit diversen Gaststars (bei denen von einigen bekannt ist, dass sie sich gern mal Extravaganzen leisten) nicht immer alles ganz rund läuft, dann ist das erst einmal kein größeres Problem.

Oder zumindest sollte es kein Problem sein, man informiert die Anwesenden deutlich über eventuelle auftretende Schwierigkeiten oder daraus resultierenden Änderungen und alles ist gut. Nur leider liegt es mit diesen Informationen seitens der FedCon-Veranstalter heftigst im Argen. Und das Verhalten einzelner “Helfer” kann ich persönlich nur als in hohem Maße unprofessionell bezeichnen.

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ROLE PLAY CONVENTION 2012: Randale bis die Ohren bluten – aber coole Gewandungen

Nachdem die Messe “Spiel” in Essen nach Jahren der stiefmütterlichen Behandlung endgültig keinen großen Wert mehr auf das Genre (also Rollenspiele, Tabletops und LARP) zu legen schien, stellte sich insbesondere im letzten Jahr die Frage, wo man sich in Zukunft in großem Umfang treffen wird. Denn es ist abzusehen, dass der Anbieterschwund in Essen weiter gehen wird, so lange der Merz-Verlag die Aussteller und Gäste dieser Bereiche weiterhin als Kunden zweiter Klasse behandelt.

Die Role Play Convention in Köln wäre die ideale Veranstaltung, um das aufzufangen und tatsächlich ist das Gebotene in Sachen Ausstellern und die Mischung aus Computerspiel, Rollenspiel, Tabletop und den verschiedenen LARP-Geschmäckern plus Drumherum und großem Markt im Außenbereich eine optimale Mischung.

Leider krankte das Konzept insbesondere in diesem Jahr dennoch an Kleinigkeiten, die hoffentlich beseitigt werden können.

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