Buch

Der Deutsche Buchpreis

Dem­nächst wird er ja wie­der auf die­ser Bran­chen­selbst­be­weih­räu­che­rungs-Ver­an­stal­tung im Elfen­bein­turm … äh … in Frank­furt ver­lie­hen, der Deut­sche Buch­preis. Ich wur­de gefragt, ob ich dazu nichts sagen möch­te. Möch­te ich nicht, alles was es dazu zu sagen gibt oder gab, hat Sir Ter­ry bereits aus­ge­drückt, des­we­gen zitie­re ich ihn an die­ser Stel­le:

Pratchett Literatur

Amazon meldet jetzt auch in Deutschland eBooks mit Qualitätsproblemen

Percy Jackson bei Amazon

Anfang des Jah­res ging es durch den vir­tu­el­len Blät­ter­wald haupt­säch­lich rund ums Self­pu­bli­shing: Online­händ­ler Ama­zon woll­te Feh­ler in eBooks erken­nen und dann irgend­wie reagie­ren. In den USA geschieht das bereits seit Febru­ar 2016, jetzt auch im deut­schen Shop.

eBooks bei denen Qua­li­täts­pro­ble­me fest­ge­stellt wer­den, mar­kiert Ama­zon mit ent­spre­chen­den Hin­wei­sen. Das kön­nen bei­spiels­wei­se Recht­schreib­feh­ler oder falsch for­ma­tier­te Bil­der sein. Der Mel­dung »Qua­li­täts­pro­ble­me wur­den gemel­det« nach zu urtei­len, greift das Sys­tem dabei aber offen­bar nicht auf auto­ma­ti­sier­te Algo­rith­men zurück, son­dern auf Rück­mel­dun­gen von Kun­den.

Falls in den Ver­la­gen jetzt ein lau­tes »Hähä!« anhebt, da jetzt die unlieb­sa­me Self­pu­blisher-Kon­kur­renz ihr Fett weg bekommt, freut man sich dort aller­dings zu früh, denn wie wir wis­sen, lei­den auch ver­meint­li­che Pro­fi-Publi­ka­tio­nen unter Pro­ble­men, sei­en es Recht­schreib­feh­ler, oder gleich kom­plett mise­ra­bel erstell­te eBooks. Das zeigt sich bei­spiels­wei­se an Carlsens PERCY JACKSON – DIE LETZTE GÖTTIN, das einen ent­spre­chen­den Hin­weis ver­passt bekom­men hat.

Unklar sind wie so oft die Kri­te­ri­en, die bei Ama­zon ange­setzt wer­den, auch bleibt im Unge­wis­sen, wie­vie­le Mel­dun­gen zusam­men kom­men, oder wie wahr­heits­ge­treu die­se sein müs­sen, damit eBooks eine ent­spre­chen­de Mar­kie­rung ver­passt bekom­men. Laut Recher­chen von lesen​.net geht Ama­zon dabei aber offen­bar nach der Prä­mis­se »lie­ber eins mehr als eins weni­ger kenn­zeich­nen« vor.

Man soll­te also mög­li­cher­wei­se neben Ama­zons Hin­weis auch mal einen Blick in die Bewer­tun­gen wer­fen, denn wenn ein Buch tau­sen­de fünf-Ster­ne-Wer­tun­gen hat, soll­te man den Hin­weis viel­leicht nicht zu schwer gewich­ten.

Autoren wie Ver­la­ge erhal­ten übri­gens eine Lis­te der Feh­ler, um die­se behe­ben zu kön­nen, nach­dem das gesche­hen ist, sol­len die neu­en Ver­sio­nen wie bis­her kurz­fris­tig online ste­hen und der Hin­weis ver­schwin­den. Man darf gespannt sein, ob das auch in der Pra­xis funk­tio­niert.

Amazon Prime Reading

amazon-Logo

In den USA baut Online­händ­ler Ama­zon sein Ange­bot für Prime-Kun­den mit »Ama­zon Prime Rea­ding« deut­lich aus. Das gan­ze wirkt wie ein Kind­le Unli­mi­t­ed Light, denn man kann damit über 1000 eBook, Comics, Zeit­schrif­ten und Kind­le Sin­gles ohne wei­te­re Zusatz­kos­ten aus­lei­hen. Dafür benö­tigt man nicht zwin­gend einen Kind­le, das funk­tio­niert auch mit einer App auf Android oder iOS.

Man erhält bei­spiels­wei­se fol­gen­de Zeit­schrif­ten ohne Abon­ne­ment: Natio­nal Geo­gra­phic Tra­ve­ler, Peo­p­le und Sports Illus­tra­ted. Bei den eBooks nennt Ama­zons Pres­se­mit­tei­lung bei­spiels­wei­se The Hob­bit, Har­ry Pot­ter and the Sorcerer’s Stone, The Man in the High Cast­le, inter­es­sant erscheint hier, dass expli­zit Titel aus dem Phan­tas­tik-Bereich in den Vor­der­grund gestellt wer­den; das Ange­bot beinhal­tet aber auch Non­fic­tion.

Man kann aus dem Ange­bot belie­big vie­le Titel für eine unbe­schränk­te Zeit lei­hen.

Damit macht Ama­zon sei­ne Prime-Mit­glied­schaft wei­ter für Kun­den inter­es­san­ter. Das wun­dert auch nicht, denn offen­bar bestel­len Prime-Kun­den deut­lich mehr als nor­ma­le, der Online­händ­ler betreibt wei­ter­hin agres­si­ve Kun­den­bin­dung. Vor Kur­zem hat­te man erst Twitch Prime ein­ge­führt, mit dem man wer­be­freie Streams oder Ingame-Loot erhält. Prime-Mit­glie­der erhal­ten zudem Rabat­te auf neue Com­pu­ter- und Kon­so­len­spie­le.

Für Ver­la­ge und Autoren mit Titeln in die­sem Pro­gramm dürf­te sich damit ver­mut­lich die Zahl der gele­se­nen Sei­ten und damit die Ein­nah­men erhö­hen.

Bis­her gibt es Ama­zon Prime Rea­ding nur für Kun­den in den USA, es gibt aller­dings kei­nen Grund anzu­neh­men, dass das Pro­gramm nicht auch in Deutsch­land ein­ge­führt wer­den wird. Ob aller­dings hie­si­ge Ver­la­ge mit­spie­len wer­den, bleibt abzu­war­ten. Für mich ist aller­dings bereits das eng­lisch­spra­chi­ge Ange­bot über­aus attrak­tiv.

Ama­zon Logo Copy­right Ama­zon

DER PHANTASTISCHE BÜCHERBRIEF 635

Cover Buecherbrief 635

Pünkt­lich zum Monats­an­fang ist die 635 Aus­ga­be des PHANTASTISCHEN BÜCHERBRIEFS von Erik Schrei­ber erschie­nen, der sich wie immer mit Lese­stoff aus ver­schie­de­nen Berei­chen befasst.

Dies­mal mit Ver­öf­fent­li­chun­gen aus den The­men Deut­sche und Inter­na­tio­na­le Phan­tas­tik, Jugend­li­te­ra­tur, Kri­mi & Thril­ler, Hör­spie­le und Comics.

Der PHANTASTISCHE BÜCHERBRIEF liegt als PDF vor und kann hier kos­ten­los her­un­ter gela­den wer­den.

Bücher­brief 635 Sep­tem­ber 2016 (PDF, ca. 1,6 MB)

Verlagsvergleich oder dreiste Eigenwerbung mit Falschaussagen?

verlagsvergleich.org

Auf der Sei­te ver​lags​ver​gleich​.org fin­det sich eine tabel­la­ri­sche Lis­te, in der die Leis­tun­gen von Ver­la­gen, Klein­ver­la­gen, Druck­kos­ten­zu­schuss­ver­la­gen, On Demand-Dienst­leis­tern und Eigen­ver­lag ver­gli­chen wer­den. Wei­ter­hin gibt es eine her­vor­ge­ho­be­ne Spal­te mit soge­nann­tem »Value Added Publi­shing«. Die ist her­vor­ge­ho­ben, denn für Leis­tun­gen unter die­sem Bull­shit-Bin­go-taug­li­chen Begriff soll offen­sicht­lich gewor­ben wer­den.

Sieht man sich die Lis­te an, bleibt einem aller­dings ob der mei­ner Ansicht nach kack­dreis­ten Falsch­aus­sa­gen ziem­lich schnell die Spu­cke weg, denn es wird ein­fach mal behaup­tet, dass man als Autor bei Klein­ver­la­gen mit Geld in Vor­leis­tung tre­ten muss, damit das eige­ne Buch ver­öf­fent­lich wer­den kann. Das ist natür­lich pau­schal – und man kann es ein­fach nicht anders sagen – Bull­shit. Da wird bei­spiels­wei­se ein­fach mal behaup­tet, man müs­se als Autor bei einem Klein­ver­lag für den Druck mit 5000 bis 15000 Euro in Vor­leis­tung tre­ten. Das ist aller­dings das typi­sche Geschäfts­mo­dell von Druck­kos­ten­zu­schuss­ver­la­gen. Wei­ter­hin wer­den Kos­ten in Höhe von 250 – 1500 Euro fürs Cover oder 500 Euro fürs Lay­out ange­ge­ben, alles eben­falls arger Blöd­sinn. Sieht man sich die Tabel­le wei­ter an, stellt man schnell fest, dass auch ande­re Anga­ben zur Ver­öf­fent­li­chungs­ge­schwin­dig­keit, zur Sicht­bar­keit in Shops oder zum Mar­ke­ting voll­kom­men aus der Luft gegrif­fen sind.

In mei­nen Augen sieht es so aus, als wol­le hier jemand durch sol­che Rea­li­täts­beu­gun­gen sei­ne Dienst­leis­tung bes­ser aus­se­hen las­sen, als sie tat­säch­lich ist.

Sehen wir uns die Sei­te wei­ter an. Als Web­sei­te, die auf ein deut­sches Publi­kum zielt, müss­te sie eigent­lich trotz .org Top­le­vel-Domain über ein Impres­sum ver­fü­gen. Das fehlt aller­dings, Macht man einen Whois-Look­up auf den Domain­na­men, stellt man fest, dass die­ser auf eine Per­son in den USA aus­ge­stellt wur­de. Hier gibt sich offen­sicht­lich jemand red­lich Mühe, den Hin­ter­grund der Domain zu ver­schlei­ern und die Impres­sums­pflicht für Web­an­ge­bo­te für ein deut­schen Publi­kum zu umge­hen. Es gibt Dienst­leis­ter, die genau das anbie­ten, also als Domain­in­ha­ber auf­zu­tre­ten, um die wah­ren Hin­ter­män­ner von Web­an­ge­bo­ten zu ver­schlei­ern und bei­spiels­wei­se Abmah­nun­gen zu ver­hin­dern. Und eine Abmah­nung durch Mit­be­wer­ber auf­grund fal­scher Aus­sa­gen wäre in die­sem Fall durch­aus denk­bar.

Seri­ös ist so etwas nicht und dient in mei­nen Augen ein­zig dazu, sich recht­li­chen Schrit­ten zu ent­zie­hen.

Folgt man aller­dings dem ein­zi­gen Link auf der Sei­te, wird schnell klar, wer hin­ter der Tabel­le mit den frag­wür­di­gen Aus­sa­gen ste­hen könn­te. Denn der führt zum Wind­sor Ver­lag (dem spen­die­re ich kei­nen Link). Die­ser möch­te sich gern als Ver­lag mit Dienst­leis­tun­gen für Autoren prä­sen­tie­ren, oder viel­leicht eben als Anbie­ter für das Buz­zword »Value Added Publi­shing«. Dabei han­delt es sich auch beim Wind­sor-Ver­lag nicht nur mei­ner mei­ner Ansicht nach eben­falls nur um einen Anbie­ter, der vor Ver­öf­fent­li­chung von den Autoren Geld haben will. Als Geschäfts­mo­dell frag­wür­dig, wenn auch nicht in irgend­ei­ner Form rechts­wid­rig.

Aller­dings zu behaup­ten, Klein­ver­la­ge näh­men hau­fen­wei­se Geld für eine Ver­öf­fent­li­chung von Autoren, um das eige­ne Geschäfts­mo­dell zu pro­mo­ten, wel­ches genau das­sel­be tut, ist mei­ner Mei­nung nach schon eine arge Unver­schämt­heit. Das Fazit »lan­ge War­te­zei­ten, teu­er« setzt dem gan­zen dann noch die Kro­ne auf. Übri­gens kommt auch der Self­pu­blisher beim Ver­gleich sehr schlecht weg. Ach was ..?

Glaubt der Pro­pa­gan­da auf der Sei­te ver​lags​ver​gleich​.de also nicht, denn die arbei­tet offen­bar mit Falsch­aus­sa­gen, um Klein­ver­la­ge schlecht­zu­ma­chen und dann selbst Autoren das Geld aus der Tasche zie­hen zu kön­nen. Es han­delt sich mei­ner Mei­nung nach nicht um einen Ver­lag, son­dern um einen Anbie­ter für Lek­to­rat, Druck und ähn­li­che buch­na­he Dienst­leis­tun­gen (übli­cher­wei­se Druck­kos­ten­zu­schuss­ver­lag oder Pseu­do­ver­lag genannt). Dass den Ver­ant­wort­li­chen selbst klar ist, dass das nicht ganz koscher ist, was sie da tun, zeigt allein schon die Ver­schleie­rung der wah­ren Inter­es­sen­ten hin­ter der Ver­gleichs­web­sei­te. Wobei die Ver­ant­wort­li­chen ver­mut­lich jede Betei­li­gung an der Domain ableh­nen wer­den, ist ja nur irgend­ein Ame­ri­ka­ner.

Lasst euch nicht ins Bocks­horn jagen, lie­be Autoren. Klein­ver­la­ge wol­len nicht, dass ihr in finan­zi­el­le Vor­leis­tung tre­tet. Und wenn es doch einer will, dann ist es kein Klein­ver­lag, son­dern ein Druck­kos­ten­zu­schuss, bzw. Pseu­do­ver­lag. Klein­ver­la­ge kön­nen euch auch auf alle Ver­kaufs­platt­for­men brin­gen.

Sowohl ver​lags​ver​gleich​.org wie auch der Wind­sor-Ver­lag wur­den mit vol­ler Absicht nicht ver­linkt.

[Update 9:45 Uhr] Die Web­sei­te des Wind­sor-Ver­lags ver­fügt übri­gens eben­falls nicht über ein rechts­gül­ti­ges Impres­sum: Kei­ne ladungs­fä­hi­ge Adres­se, kei­ne rechts­kon­for­me Kon­takt­mög­lich­keit. Als Domain­in­ha­ber ist bei Denic der­sel­be Eric Somes aus Che­yenne, USA ein­ge­tra­gen, wie bei ver​lags​ver​gleich​.de. Auch hier möch­te man sich schein­bar aus der Ver­ant­wor­tung steh­len. Ich wür­de aller­dings mit kei­nem Dienst­leis­ter einen Ver­trag ein­ge­hen, der sei­ne Adres­se nicht ange­ben möch­te.

[Update 10:10 Uhr] Der Tweet der kurz nach der Ver­öf­fent­li­chung mei­nes Arti­kels online ging, ist ist dann aber gro­ße Real­sa­ti­re …

Screen­shot-Inhal­te Copy­right Eric J Somes

Onleihe: Bonnier und Holtzbrinck kriegen den Hals nicht voll

ebookpreise

Onlei­he nennt sich das Ver­fah­ren, mit dem die eBooks auch bei dem Stadt­bü­che­rei­en ange­kom­men sein soll­ten. Tat­säch­lich steht dem aller­dings im Weg, dass den Ver­la­gen die Onlei­hen ein Dorn im Auge sind, da sie der Ansicht sind, dass dadurch ihr Ein­kom­men erheb­lich gemin­dert wird. Des­we­gen hört man aus Rich­tung der Ver­la­ge und des Bör­sen­ver­eins zu die­sem The­ma bereits seit Jah­ren viel »Mim­i­mi«.

Bon­nier und Holtz­brinck (und damit auch Droe­mer Knaur, Fischer, Kie­pen­heu­er & Witsch, Rowohlt, Piper, Ull­stein und Carlsen) haben den Büche­rei­en jetzt ein Ange­bot gemacht, das die­se sehr wohl ableh­nen kön­nen. Auch wenn man hef­tig her­um­lob­by­isiert hat, um fest­zu­stel­len, dass eBooks auch ganz nor­ma­le Bücher im Sin­ne des Buch­preis­bin­dungs­ge­set­zes sind, möch­te man für die Onlei­he-eBooks offen­bar einen ande­ren Sta­tus inklu­si­ve Ver­falls­da­tum.

Denn die Lizenz­be­din­gun­gen beinhal­ten zum einen, dass die klas­sisch klam­men Biblio­the­ken für eBooks den zwei­ein­halb­fa­chen End­kun­den­preis bezah­len sol­len. Für den erhöh­ten Preis haben die dann auch noch ein beson­de­res Fea­ture: ein Ver­falls­da­tum. Denn die Lizen­zen sol­len nach zwei vier Jah­ren oder gera­de mal 52 Aus­leih­vor­gän­gen ver­fal­len.

Der Biblio­theks­ver­band Fran­ken hat es dann in einer Stel­lung­nah­me nach­voll­zieh­ba­rer­wei­se auch abge­lehnt, eBook-Lizen­zen zu die­sen Bedin­gun­gen zu erwer­ben. Ich gehe davon aus, dass ande­re nach­zie­hen wer­den.

Da sehen wir in mei­nen Augen wie­der ein­mal, dass gro­ßen Ver­la­gen die klin­geln­de Kas­se offen­bar deut­lich wich­ti­ger ist, als die Unter­stüt­zung von Kunst und Kul­tur bei gemein­nüt­zi­gen Ein­rich­tun­gen wie Stadt­bü­che­rei­en. Die­je­ni­gen, die sich selbst immer wie­der gern als Kul­tur­hü­ter und ‑Unter­stüt­zer gerie­ren, sind mei­ner Ansicht nach längst pri­mär zu Geld­hü­tern gewor­den. Per­so­nen, die auf die Büche­rei­en ange­wie­sen sind, weil sie sich den Buch­kauf nicht leis­ten kön­nen (in Deutsch­land ist inzwi­schen jeder Fünf­te arm oder von Armut bedroht), schau­en in die Röh­re.

Erschienen: PHANTAST 16 – Space Opera

Cover Phantast 16

In der soeben erschie­ne­nen Aus­ga­be 16 des Maga­zins PHANTAST dreht sich dies­mal alles um das The­ma »Space Ope­ra«. Auf 234 Sei­ten fin­det man unter ande­rem Fol­gen­des:

- Werk­statt­be­rich­te zu ASGAROON, den PERRY RHO­DAN-Comics und CHRYSAOR
– Inter­views mit Bernd Perp­li­es, Kai Mey­er und Andre­as Sucha­nek
– einen sehr aus­führ­li­chen Leit­ar­ti­kel von Alfred Kru­se
– die traum­haf­ten Illus­tra­tio­nen von Allan J. Stark
– eine Kurz­ge­schich­te zu ASGAROON
– eine sal­zi­ge Kolum­ne von Hol­ger M. Pohl
– das Uni­ver­sum in Bil­dern mit wis­sen­schaft­li­chen Infos
– klas­si­sche und moder­ne Space Operas
– diver­se Rezen­sio­nen und Mus­tik­tipps

Der PHANTAST kann wie immer kos­ten­los her­un­ter gela­den wer­den, er liegt im PDF-For­mat vor. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen auch auf der zuge­hö­ri­gen Web­sei­te.

Buchmesse Leipzig: Erster Verlag zieht Konsequenzen

Buchmesse Euro

Nach den Que­re­len um die Phan­tas­tik-Lese­insel auf der Buch­mes­se Leip­zig zieht der ers­te Ver­lag jetzt Kon­se­quen­zen. Wie Ver­le­ge­rin Grit Rich­ter auf der Web­sei­te von Art Skript Phan­tas­tik schreibt, hat sie sich schwe­ren Her­zens ent­schlos­sen, der Mes­se im Jahr 2017 fern zu blei­ben, und recht­zei­tig die Not­brem­se zu zie­hen, bevor die Kos­ten astro­no­misch wer­den.

Das hängt eher sekun­där mit Werk­zeugs zusam­men, da die Hal­le zwei deut­lich umstruk­tu­riert wer­den soll, wie ich schon in mei­nem ande­ren Arti­kel heu­te erläu­ter­te, fal­len Stand­ty­pen weg und die Stän­de sol­len auch anders auf­ge­baut wer­den, wodurch es zu Platz­man­gel kom­men wird. Zu dem neu­en Stand­kon­zept äußer­te sich auch schon Jür­gen Egl­seer vom Amrûn-Ver­lag mir gegen­über kri­tisch. Grit Rich­ter stellt zudem her­aus, dass es bereits in der Ver­gan­gen­heit diver­se Pro­ble­me mit der Mes­se Leip­zig gab, und das für sie jetzt nur der Trop­fen ist, der das Fass zum Über­lau­fen brach­te.

Man muss ein­fach ganz klar sehen, dass die Kos­ten für so einen Prä­senz auf der Mes­se erheb­lich sind, denn zu den Stand­ge­büh­ren kom­men ja auch noch Anrei­se, Über­nach­tung und Ver­pfle­gung. Wenn ein Ver­an­stal­ter sich so ein­deu­tig auf gro­ße Anbie­ter ein­rich­tet und kei­ne pas­sen­den Kon­di­tio­nen für Klein- und Kleinst­ver­la­ge anbie­tet, son­dern statt­des­sen auch noch von »Gleich­be­hand­lung gegen­über ande­ren Part­nern« schwa­dro­niert, dann beleuch­tet das mei­ner Mei­nung nach deut­lich, wie egal die klei­nen Anbie­ter dem Mes­se­ver­an­stal­ter sind. Denn wäre es anders, könn­ten sicher Wege gefun­den wer­den, wie man eine kul­tu­rel­le Viel­falt mit auch klei­nen Ver­la­gen oder sogar Self­pu­blishern her­stellt. Das­sel­be gilt übri­gens in ganz ähn­li­cher Form auch für die Buch­mes­se Frank­furt. Aber dass dort die Gro­ßen lie­ber unter sich blei­ben möch­ten, und das durch völ­lig über­zo­ge­ne Stand­prei­se garan­tie­ren, sind eben­falls News von vor­ges­tern. Dort blei­ben ja inzwi­schen sogar renom­mier­te Publi­kums­ver­la­ge fern, weil es sich nicht rech­net.

Ob wei­te­re Phan­tas­tik-Anbie­ter mit Absa­gen fol­gen wer­den bleibt abzu­war­ten. Ange­sichts der Tat­sa­che, dass die Mes­se zum Zeit­punkt der Werk­Zeugs-Absa­ge offen­bar bereits ein kom­plett neu­es Kon­zept inklu­si­ve geän­der­ter Stand­an­ord­nung ste­hen hat­te, erscheint mir die gan­ze Geschich­te ziem­lich abge­kar­tet und ich ver­mu­te nach wie vor, dass Werk­Zeugs aus­ge­boo­tet wer­den soll­te, eben zu Guns­ten des Dienst­leis­ters LSL.

[Update 16:52 Uhr:] Wie ich soeben erfah­re, ist auch der Ver­lag ohneoh­ren raus.

[Update 16.09.2016, 11:00 Uhr:] Uschi Zietsch und ihr Faby­lon-Ver­lag waren schon 2016 nicht mehr auf der Buch­mes­se Leip­zig, auch sie äußert sich in ihrem Blog kri­tisch:

Und dann, weil Werk­Zeugs öffent­lich /​ auf FB mit­teilt, 2017 nicht mehr dabei zu sein, tritt Oli­ver Zil­le belei­digt im Bör­sen­blatt kräf­tig nach, mit Behaup­tun­gen, die nicht nur so nicht stim­men kön­nen – wir ken­nen Werk­Zeugs seit vie­len Jah­ren und wis­sen, wie kom­mu­ni­ka­tiv und koope­ra­tiv sie sind -, son­dern man stellt sich auch noch der­art selbst­herr­lich dar, dass man schon fra­gen muss, wohin will Herr Zil­le denn?

Logo Buch­messe Leip­zig Co­py­right Leip­zi­ger Mes­se GmbH

Buchmesse Leipzig und WerkZeugs: Statement der Veranstalter

Buchmesse Euro

In Sachen der Que­re­len um die Buch­mes­se Leip­zig und die von Werk­Zeugs ver­an­stal­te­te Lese­insel, hat­te ich die Pres­se­ab­tei­lung der Mes­se um Stel­lung­nah­me gebe­ten:

Sehr ge­ehrte Frau Jus­ten,

den nach­fol­gen­den Text ver­öf­fent­lichte die Werk­Zeugs KG, die in den ver­gan­ge­nen Jah­ren die Phan­­tas­­tik-Les­ein­­sel auf der Leip­zi­ger Buch­messe be­trie­ben hat, heu­te auf ih­rer Face­­book-Sei­te und hat da­mit viel Ver­wun­de­rung in der Phan­­tas­­tik-Sze­ne, so­wohl bei Le­sern, wie auch bei Ver­la­gen und Au­to­ren, aus­ge­löst.

[hier der obi­ge Text von Werk­Zeugs]

Ich wür­de hier­zu um eine Stel­lung­nahme bit­ten und dan­ke da­für im vor­aus.


Mit freund­li­chem Gruß,
Ste­fan Holz­hauer
Phan​ta​News​.de
Phan­tas­ti­sche Nach­rich­ten

Dar­auf­hin hat­te ich noch am sel­ben Tag fol­gen­de Ant­wort bekom­men:

Sehr geehr­ter Herr Holz­hau­er,

das Unter­neh­men Werk­Zeugs KG ist ein lang­jäh­ri­ger Part­ner für den Gemein­schafts­stand inner­halb des Fan­ta­sy-Berei­ches der Leip­zi­ger Buch­mes­se. Des­halb haben wir ihm auch in die­sem Jahr ein Ange­bot für die­sen Gemein­schafts­stand und sei­ne Dienst­leis­tun­gen rund um das Forum zu wei­ter­hin güns­ti­gen Son­der­kon­di­tio­nen vor­ge­schla­gen, die deut­lich unter den regu­lä­ren Stand­ge­büh­ren lie­gen. Wir bedau­ern sehr, dass Werk­Zeugs mit uns die­ses Ange­bot nicht dis­ku­tiert hat, son­dern öffent­lich sei­ne Teil­nah­me abge­sagt hat. In unse­rem Forum „Fan­ta­sy-Lese­insel“ und in unse­rem Aus­stel­lungs­be­reich fin­den Autoren und Ver­la­ge selbst­ver­ständ­lich auch zukünf­tig ein star­kes Podi­um für ihre Prä­sen­ta­ti­on. Zudem wer­den die Ver­la­ge die Mög­lich­keit haben, ihre Titel über einen eige­nen Fan­ta­sy-Bereich über die Mes­se­buch­hand­lung in Hal­le 2 zu ver­kau­fen. Wir freu­en uns selbst­ver­ständ­lich auf alle Fan­ta­sy-Fans in Leip­zig und sehen wei­ter­hin den Bereich als einen wich­ti­gen Teil der Leip­zi­ger Buch­mes­se.

Mit freund­li­chen Grü­ßen

i. A. Ruth Jus­ten
Pres­se­spre­che­rin Leip­zi­ger Buch­mes­se 2017
i. A. der Leip­zi­ger Mes­se GmbH

Da sich die­se Aus­sa­ge nun doch deut­lich von der unter­schei­det, die Werk­Zeugs ver­öf­fent­licht hat­te (und es für mich des­we­gen so aus­sah, als wol­len die Ver­an­stal­ter sie in die Pfan­ne hau­en), stell­te ich Werk­Zeugs via Face­book die­ses State­ment bereits vor­ab zur Ver­fü­gung und bat ihrer­seits um Stel­lung­nah­me, da ich das hin­sicht­lich der von den Ver­an­stal­tern geäu­ßer­ten Vor­wür­fen für fair hielt. Die wur­de mir für heu­te zuge­sagt.

Aller­dings bekom­me ich die­sen Kom­men­tar nun nicht, das stand in einer Mail, die ich soeben erhielt. Man möch­te kei­ne offi­zi­el­len State­ments abge­ben, »um eine Schlamm­schlacht zu ver­mei­den« und weil man »über ver­schie­de­ne Schie­nen mit der Mes­se in Dia­log zu kom­men ver­sucht«. Das fin­de ich rela­tiv ulkig, immer­hin ist die Schlamm­schlacht bereits in vol­lem Gan­ge. Offen­bar hofft man bei Werk­Zeugs immer noch, dass die Ver­an­stal­ter ein­len­ken. Ange­sichts der Tat­sa­che, dass bereits vor­ges­tern ein ande­rer Betreu­er der Lese­insel fest­stand (LSL Leip­zig) und dass die Rah­men­be­din­gun­gen in Sachen Stän­de auch für die Ver­la­ge grund­le­gend geän­dert wur­den, sehe ich aller­dings kaum Hoff­nung, dass es die Lese­insel mit Lounge samt ange­schlos­se­nen Stän­den auch in 2017 in akzep­ta­bler Form geben wird. Da das Kon­zept sei­tens der Mes­se bereits weit fort­ge­schrit­ten scheint, hal­te ich Ände­run­gen für unwahr­schein­lich.

Noch ges­tern um 7:48 Uhr schrie­ben Werk­Zeugs auf ihrer Face­book-Sei­te:

Wir dan­ken Euch herz­lich für Euer Feed­back bezüg­lich der #Leip­zi­ger­Buch­mes­se – so vie­le lie­be, ent­rüs­te­te und trau­ri­ge Kom­men­ta­re, Nach­rich­ten und Emails! Irgend­was müs­sen wir also in den ver­gan­ge­nen Jah­ren rich­tig gemacht haben.
Zum »Fak­ten­check« der Leip­zi­ger Buch­mes­se hier zwei klei­ne Rich­tig­stel­lun­gen, eine etwas aus­führ­li­che­re Stel­lung­nah­me wird es in Kür­ze auf geben.

(1) »Des­halb haben wir ihm auch in die­sem Jahr ein Ange­bot für die­sen Gemein­schafts­stand und sei­ne Dienst­leis­tun­gen rund um das Forum zu wei­ter­hin güns­ti­gen Son­der­kon­di­tio­nen vor­ge­schla­gen«

Fakt: Es ist rich­tig, dass wir für 2017 noch güns­ti­ge (wenn auch schon deut­lich gestie­ge­ne) Kon­di­tio­nen bekom­men hät­ten. Aller­dings hät­ten wir uns auf drei Jah­re ver­trag­lich fest­le­gen müs­sen, im drit­ten Jahr hät­ten die Stand­ge­büh­ren mehr als das dop­pel­te des bis­he­ri­gen Prei­ses betra­gen.

(2) »Wir bedau­ern sehr, dass Werk­Zeugs mit uns die­ses Ange­bot nicht dis­ku­tiert hat, son­dern öffent­lich sei­ne Teil­nah­me abge­sagt hat.«

Fakt: Wir haben schrift­lich vor­lie­gen, dass die Leip­zi­ger Buch­mes­se von ihrem »Ange­bot« nicht abwei­chen und und die Zusam­men­ar­beit des­halb nicht wei­ter­füh­ren möch­te.

Und noch ein Wort zur : Die­se bleibt unse­res Wis­sens nach wei­ter­hin bestehen – eben »nur« ohne die von uns erbrach­ten Dienst­leis­tun­gen (wie etwa Anmo­de­ra­ti­on, Koor­di­na­ti­on der Signier­schlan­gen, Stel­len der Secu­ri­ty etc.).

Dass die Buch­mes­se von Ihrem Ange­bot nicht abwei­chen woll­te ist doch in mei­nen Augen ein ziem­lich zen­tra­les Argu­ment für den Stand­punkt von Werk­Zeugs und ande­rer Teil­neh­mer, die jetzt noch ver­su­chen, auf die Ver­an­stal­ter ein­zu­wir­ken.

Ich weiß zudem auch von Klein­ver­la­gen, die auf­grund des geän­der­ten, unvor­teil­haf­ten Stand­kon­zepts nun über­le­gen, in den sau­ren Apfel zu bei­ßen und anstatt nun inak­zep­ta­ble neue Bedin­gun­gen zu akzep­tie­ren, lie­ber die Stor­no­ge­bühr in Höhe von EUR 350 zu zah­len, um der Mes­se fern­zu­blei­ben. Wie man sieht, gehen die Pro­ble­me rund um die Lese­insel über den The­men­kom­plex »Werk­Zeugs« deut­lich hin­aus.

Unab­hän­gig davon sehe ich die Aus­sa­ge der Pres­se­spre­che­rin eben­so wie das sehr ähn­lich klin­gen­de State­ment des Mes­se­chefs im Bör­sen­blatt äußerst kri­tisch und hal­te bei­de für einen fes­ten Tritt in den Hin­tern der Autoren, Ver­la­ge und Fans des Phan­tas­tik-Bereichs, Werk­Zeugs sowie­so. Mal ganz unab­hän­gig davon, wie die aktu­el­le Kon­stel­la­ti­on in Sachen Ver­ant­wor­tung für die Mise­re zwi­schen Mes­se und Werk­Zeugs tat­schlich aus­se­hen mag:

Auch Mes­se­di­rek­tor Oli­ver Zil­le soll­te zur Kennt­nis neh­men, dass Werk­Zeugs in den ver­gan­ge­nen Jah­ren da nicht nur einen Stand hat­te und ansons­ten Däum­chen dreh­te, son­dern viel­mehr die Lesun­gen, Anmo­de­ra­tio­nen, Secu­ri­ty und jede Men­ge mehr rund um die Lese­insel orga­ni­siert hat. Alles Tätig­kei­ten, für die sich die Mes­se­ver­an­stal­ter nicht befä­higt sahen – bevor Werk­Zeugs das über­nahm, war der Phan­tas­tik-Bereich samt Lese­insel eine lieb­lo­se Ecke, die aus hin­ge­streu­ten Sitz­mö­beln bestand. Statt die Prei­se inner­halb von drei Jah­ren (mit gleich­zei­ti­gem Kne­bel­ver­trag über drei Jah­re) auf das Dop­pel­te zu erhö­hen, soll­te die Mes­se für das Enga­ge­ment eher eine Gage zah­len.

Man wird sehen, wie die Ver­hand­lun­gen PANs und Werk­Zeugs´ mit der Leip­zi­ger Mes­se GmbH tat­säch­lich enden, und ob es zu einem für alle betei­lig­ten Prot­ago­nis­ten befrie­di­gen­den Ergeb­nis kom­men wird. Abge­sichts diver­ser Ver­hal­tens­wei­sen des Mes­se­ver­an­stal­ters in den letz­ten Jah­ren (fragt bei­spiels­wei­se mal Klein­ver­la­ge, wie lan­ge die im ver­gan­ge­nen Jahr auf die Abrech­nung der in den Mes­se­buch­hand­lun­gen ver­kauf­ten Bücher gewar­tet haben) hege ich dar­an star­ke Zwei­fel, aber man soll ja die Hoff­nung nie auf­ge­ben …

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Keine WerkZeugs Phantastik-Leseinsel auf der Buchmesse Leipzig

Buchmesse Euro

Auf ihrer Face­book­sei­te mel­den sich die Betrei­ber hin­ter der Werk­Zeugs Krea­tiv KG mit einer Pres­se­mit­tei­lung zu Wort. Werk­Zeugs hat­te in den ver­gan­ge­nen neun Jah­ren auf der Leip­zi­ger Buch­mes­se die Phan­tas­tik-Lese­insel sowie einen Gen­re-Buch­han­del betrie­ben. Jetzt schrei­ben sie:

Lie­be Freun­de der Fan­tas­ti­schen Lite­ra­tur, lie­be Buch­mes­se-Fans,

lei­der müs­sen wir Euch heu­te etwas für uns sehr trau­ri­ges mit­tei­len:
Nach gut neun Jah­ren endet 2016 unse­re Koope­ra­ti­on mit der Leip­zi­ger Buch­mes­se.
Wir haben uns in den ver­gan­ge­nen Jah­ren bemüht, die Lese­insel Fan­ta­sy und den dazu­ge­hö­ren­den Werk­Zeugs-Stand, die Fan­ta­sy-Buch­hand­lung, zu einem span­nen­den Ort mit vie­len tol­len Lesun­gen und Begeg­nun­gen zu machen. Nicht nur für die Leser, son­dern auch für die Autoren und Ver­lags­ver­tre­ter, die unse­re Lounge gern genutzt haben.
Unse­re bestehen­den Ver­trä­ge mit der Mes­se­lei­tung sind in die­sem Jahr aus­ge­lau­fen. Die neu­en Kon­di­tio­nen, die uns die Mes­se ange­bo­ten hat, machen jedoch ein wirt­schaft­li­ches Arbei­ten unmög­lich, da die Stand­ge­büh­ren mehr als ver­dop­pelt wer­den sol­len. Ein Auf­tritt auf der Mes­se in der gewohn­ten Wei­se wäre einem finan­zi­el­len Ruin gleich­zu­setz­ten. Unse­re Ver­su­che, eine Lösung zu fin­den, die für bei­de Par­tei­en sinn­voll wäre, waren ver­geb­lich.
Aus die­sem Grund muss­ten wir unse­re Zusam­men­ar­beit mit der Leip­zi­ger Buch­mes­se lei­der been­den und wer­den 2017 nicht auf der Mes­se ver­tre­ten sein.

Wir bedau­ern dies sehr.
Euer Werk­Zeugs-Team

Ver­dop­pel­te Stand­prei­se. Da kann man wie­der ein­mal sehen, wor­um den Ver­an­stal­tern es auch auf der Buch­mes­se Leip­zig letzt­end­lich geht: Nicht um Bücher, son­dern um das Gene­rie­ren von mög­lichst viel Koh­le. So eine Mes­se ist ja qua­si eine Geld­druck­ma­schi­ne, ins­be­son­de­re, wenn einem die Mes­se­hal­len selbst gehö­ren. Man kas­siert von allen ab: Von Besu­chern und Fach­be­su­chern bei den Ein­tritts­kar­ten und von den Aus­stel­lern gleich dop­pelt bei den Stand­ge­büh­ren und über die Mes­se­buch­hand­lun­gen.

Man kann nun spe­ku­lie­ren, war­um auf ein­mal die dop­pel­te Stand­ge­bühr genom­men wer­den soll? Das erscheint als Preis­stei­ge­rung doch arg über­trie­ben und kaum ver­tret­bar. Es gibt aller­dings neu­er­dings eini­ge Publi­kums­ver­la­ge, die sich inten­siv im Gen­re-Bereich posi­tio­nie­ren, bei­spiels­wei­se Fischer mit der deut­schen Aus­ga­be von TOR oder Piper Fan­ta­sy. Man könn­te nun auf die Idee ver­fal­len, dass die ver­meint­li­chen Ama­teu­re aus­ge­boo­tet wer­den sol­len, damit Buchbranchen-»Profis« die Phan­tas­tik-Lese­insel über­neh­men kön­nen. War­ten wir mal ab, aber ich pro­phe­zei­he, dass die Buch­mes­se-Ver­an­stal­ter dem­nächst mit einem tol­len, neu­en Part­ner für die Lese­insel um die Ecke kom­men wer­den.

Oder ob die Stand­ge­büh­ren all­ge­mein so ange­zo­gen wur­den? In dem Fall dürf­te das ver­mut­lich auch für etli­che Klein­ver­la­ge das Mes­se-Aus bedeu­ten, wenn sich der Stand rein wirt­schaft­lich nicht mehr recht­fer­ti­gen lässt, weil man die Aus­ga­be nicht mal ansatz­wei­se wie­der rein­ho­len kann. Dazu kommt ja noch, dass man sei­ne Bücher dort nicht selbst ver­kau­fen darf, son­dern die Ver­an­stal­ter sogar dar­an noch einen nicht gerin­gen Anteil haben wol­len und des­we­gen nur über spe­zi­el­le Mes­se­buch­hand­lun­gen abe­setzt wer­den darf.

Ange­sichts der Geschäfts­prak­ti­ken der Ver­an­stal­ter der Leip­zi­ger Buch­mes­se wun­dert man sich in der Nach­schau nicht mehr dar­über, dass sie schon ein­mal eine renom­mier­te Bran­chen­mes­se ver­lo­ren haben: Die Games­con, die heu­te unter der Neu­fir­mie­rung Games­Com in Köln ver­an­stal­tet wird. Es ist nun sicher unwahr­schein­lich, dass eine so lang­jäh­ri­ge Ver­an­stal­tung wie die Buch­mes­se ein­fach umzieht, aber wenn durch sin­ken­de Attrak­ti­vi­tät wegen deut­lich weni­ger Aus­stel­lern die Besu­cher­zah­len zurück gehen, wird  sich der Ver­an­stal­ter etwas ein­fal­len las­sen müs­sen.

Da es doch angeb­lich um Kul­tur geht, könn­te man die­se aktiv för­dern, indem die Groß­an­bie­ter (also Publi­kums­ver­la­ge ober­halb eines gewis­sen Jah­res­ge­winns) etwas höhe­re Gebüh­ren zah­len und damit die klei­ne­ren Anbie­ter bzw. deren Stän­de spon­sorn. Es wird ja regel­mä­ßig die kul­tu­rel­le Viel­falt beschwo­ren, bei­spiels­wei­se wenn es um die Recht­fer­ti­gung der Buch­preis­bin­dung geht. Auf Ver­an­stal­tun­gen wie der Leip­zi­ger oder Frank­fur­ter Buch­mes­se ist davon dann aber kei­ne Rede mehr, da darf nur teil­neh­men, wer auch ordent­lich Geld auf den Tisch legt – und das über­steigt eben die Mög­lich­kei­ten vie­ler Klein- und Kleinst­ver­la­ge ganz erheb­lich. Hier wird, von der Bran­che sicher nicht ganz unbe­ab­sich­tigt, eine Zwei­klas­sen­ge­sell­schaft gepflegt: auf der einen Sei­te die Branchen-»Élite« und auf der ande­ren Sei­te die Indies, mit denen man gern prahlt, die sich die teu­ren Prä­sen­zen auf den Bran­chen­selbst­be­weih­räu­che­rungs­ver­an­stal­tun­gen aber eben nicht leis­ten kön­nen.

Aber wie ich schon schrieb: Es geht auf den Mes­sen weder ums Buch, noch um Kul­tur, und schon gar nicht um Autoren und deren Bücher, son­dern nur noch dar­um, mög­lichst viel Geld zu gene­rie­ren. Als Besu­cher soll­te man sich das vor Augen füh­ren, und viel­leicht mal mit den Füßen abstim­men.

Update: Ich habe bei den Ver­an­stal­tern der Leip­zi­ger Buch­mes­se um Stel­lung­nah­me gebe­ten:

Sehr geehr­te Frau Jus­ten,

den nach­fol­gen­den Text ver­öf­fent­lich­te die Werk­Zeugs KG, die in den ver­gan­ge­nen Jah­ren die Phan­tas­tik-Lese­insel auf der Leip­zi­ger Buch­mes­se betrie­ben hat, heu­te auf ihrer Face­book-Sei­te und hat damit viel Ver­wun­de­rung in der Phan­tas­tik-Sze­ne, sowohl bei Lesern, wie auch bei Ver­la­gen und Autoren, aus­ge­löst.

[hier der obi­ge Text von Werk­Zeugs]

Ich wür­de hier­zu um eine Stel­lung­nah­me bit­ten und dan­ke dafür im vor­aus.


Mit freund­li­chem Gruß,
Ste­fan Holz­hau­er

Phan​ta​News​.de
Phan­tas­ti­sche Nach­rich­ten

Man darf gespannt sein, wie die­se Tel­lung­nah­me aus­se­hen wird, falls über­haupt eine kommt.

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