Bandits Kommentar: Die Oscar-Golden Globe-Gleichung

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Das besprochene Medium, also beispielsweise Buch oder Film

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In einer Szene liegt der durch Kinderlähmung bewegungsunfähige Mark O’Brien in seiner eisernen Lunge und flüstert völlig gefasst und vorbereitet im Glauben, es seien seine letzten Minuten, »so endet es also.« Es ist mit Abstand einer der bewegendsten Szenen in THE SESSION, weil dieser Film so erfrischend frei und unkompliziert erzählt ist, dass einem das Unvermögen seiner Figur sehr nahegebracht wird, ohne dass man durch Mitleid manipuliert wird. Ohne jede Sentimentalität dürfen wir an dem Leben eines Mannes teilhaben, der trotz aller extremen Widrigkeiten das Leben zu schätzen weiß. Es ist ein Film zum Staunen, Lachen und endlosem Diskutieren.
Und wenn man unerwartet von Tränen übermannt werden sollte, dann bei Szenen wie der oben beschriebenen. Nicht, weil sie darauf ausgelegt sind, sondern weil man überwältigt wird, von der inneren Kraft dieses Mark O’Brien.
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Man kann ja von seiner mentalen Gesinnung halten was, man möchte. Tatsächlich aber ist Tom Cruise einer der ganz wenigen, die nach wie vor Rollen wie die des harten Jack Reacher glaubwürdig verkörpern können. Nach wie vor hat der mittlerweile 50 Jahre alte Cruise seinen jugendlichen Charme behalten, ohne aber eine gewisse Altersweisheit vermissen zu lassen.
Jack Reacher kann mitfühlend sein, auch charmant, durchaus selbstkritisch, äußerst brutal, oft rücksichtslos, dafür immer ehrlich. Jack Reacher steht über dem Gesetz, nicht weil es ihm gewährt wurde, sondern weil er sich das Recht heraus genommen hat. Als ein Scharfschütze wahllos fünf Menschen erschießt, taucht Jack Reacher aus seiner selbstgewählten Versenkung auf. Denn der Kriegsveteran Barr hat schon einmal ohne Befehl Menschen erschossen, musste allerdings keine Konsequenzen fürchten.
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Das las sich vielversprechend, allerdings schreckte mich der Preis von 15 Dollar für ein leicht übergroßes Taschenbuch lange ab. Bis dann irgendwann Amazon darauf hinwies, dass ich den Roman auch gebraucht bei einem englischen Anbieter bekommen könnte – für wirklich kleines Geld und in Topzustand. Da schlug ich dann doch zu.
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Vergleiche von Original und Remake haben sehr selten für den Zuschauer einen Nährwert. Wer Filme zu schätzen weiß, der kann gut darauf verzichten, diese gegenüberzustellen. Meistens. Eine sehr schöne Ausnahme dieser Regel ist RED DAWN, der eine wie der andere. Beide Filme sind, und das sollte man ganz objektiv betrachten, sehr dumme Filme. Heute spricht man von John Milius‘ ROTER FLUT als Kult-Klassiker. Es ist auch gut zu verstehen, warum: es war ein Film, der an die Grenzen ging, als Reagan am heftigsten den kalten Krieg heraufbeschwor. Es war eine gar nicht so schlechte Geschichte, aber ein dummes Drehbuch, das zudem dumm inszeniert war. Das fängt schon mit der Anfangssequenz an, wenn die flüchtenden Jugendlichen mit ihrem Pick-up auf der von gegnerischen Soldaten gesäumten Hauptstraße ihre Runde drehen, ohne dass der Kugelhagel ihnen etwas anhaben kann. Macht aber nichts, denn dieser Film von 1984 hat genau gewusst was er tut und wie er es tun muss. Regisseur Dan Bradley und Ellsworth und Passmore als Autoren haben offensichtlich nicht gewusst, was sie tun, als sie ausgerechnet die ROTE FLUT neuinterpretierten.
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RED DAWN – Zuschauer als KollateralschadenWeiterlesen »

Man sollte endlich Abstand davon nehmen, ein Buch als unverfilmbar zu bezeichnen, gerade wenn der Film dazu in die Kinos kommt. Das hat damals die UNERTRÄGLICHE LEICHTIGKEIT DES SEINS zu keinem besseren Buch gemacht, und den Film nicht schlechter. Zuletzt war unverfilmbar bei CLOUD ATLAS zu lesen, und nun kommt LIFE OF PI. Dies macht es Ang Lees Adaption nicht leichter, wenn überall betont wird, wie sich die literarische Variante gegenüber einer visuellen Umsetzung verhalten soll. Damit werden nicht nur Erwartungen geweckt, sondern auch Meinungen geformt. In Ermangelung an der Lektüre fällt es jedenfalls sehr leicht, Ang Lees LIFE OF PI als phantastischen Film zu loben. Seinem poetischsten seit TIGER & DRAGON. Eine Poesie, die sich nicht nur aus der frei interpretierbaren Geschichte ergibt, sondern ergänzend aus der imposanten, visuellen Umsetzung.
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THE HOBBIT: AN UNEXPECTED JOURNEY – Bundesstart 13.12.2012
DER HOBBIT: EINE UNERWARTETE REISE ist dahingehend ein Phänomen, dass seine Umsetzung durchaus kontrovers diskutiert werden könnte, aber niemand davon spricht. Obwohl man sich zum einen ernsthaft fragen muss, ob nicht Guillermo del Toro doch die vernünftigere Wahl als Regisseur gewesen wäre, um eine differenziertere Atmosphäre in die Vorgeschichte zum ultimativen HERR DER RINGE zu schaffen. Und dann die barbarische Laufzeit, nur um das Epos um einen dritten Teil erweitern zu können. Gleich an dieser Stelle muss allerdings angemerkt werden, dass gewisse Längen nicht mit Langweile gleichgesetzt werden dürfen. Erst ein zweiter Besuch in Mittelerde könnte die Geduld eventuell etwas strapazieren. Soll es das gewesen sein, was es zur filmischen Umsetzung des kleinen Hobbit zu sagen gibt? Natürlich nicht, nur vorerst. Denn obgleich man kontrovers diskutieren könnte, spricht man über Wichtigeres.
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Die unerbittlichsten Zuschauer von allen sind die Horror-Fans. In keinem anderen Genre erfolgt eine spontanere Reaktion noch innerhalb des Kinosaals als bei Horrorfilmen. Lauthalse Äußerungen während des Films als direkte Kritik am Geschehen sind nicht selten. Und meistens sind diese auch noch berechtigt. Versucht man zum Beispiel eine romantische Komödie zu genießen, die dann weder romantisch noch komisch ist, dann geht das Zielpublikum gebeugten Hauptes und denkt sich seinen Teil.
Hingegen schmilzt die Grusel- und Schockfraktion schon im Dunkel während der Vorführung zu einer verschworenen Gemeinschaft zusammen, die unmittelbar vor Ort ihre Interessen vertritt. Da werden unschöne Dialoge mit den Figuren auf der Leinwand ausgetragen oder Kritik an der Umsetzung in pikante Worte gekleidet. Gerade wenn die Auflösung unbefriedigend ausfallen sollte, hat sich ein gegen die Leinwand geworfener, ganz besonderer Satz etabliert, nämlich »are you fu**ing kidding me?«, was so viel bedeutet wie »damit hätte ich jetzt nicht gerechnet«.
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