Nachdem ich neulich den ersten Band von Simon R. Greens Urban Fantasy-Reihe um Edwin Drood alias Shaman Bond besprochen hatte (THE MAN WITH THE GOLDEN TORC), musste ich natürlich auch die Fortsetzung lesen. Die trägt den Titel DAEMONS ARE FOREVER und führt die Abenteuer der Protagonisten und der Familie Drood, die die Menschheit von Alters her vor allerlei paranormalem Kroppzeug beschützt weiter.
Wer anhand der Titel eine James Bond-Parodie mit Phantastik-Anreicherungen erwartet, liegt im zweiten Band eher falsch.
Bemerkenswert vorweg: Beim Marvel-Intro vor deren Filmen sieht man üblicherweise Szenen und Figuren aus vergangenen Produktionen, durch die »geblättert wird« und daraus entsteht das Logo. Das Blättern wird auch hier natürlich wieder verwendet, alle Szenen sind allerdings Stan Lee-Cameos, dem der Film auch gewidmet wurde. Da kann man schon mal ein Tränchen verdrücken.
Nach AVENGERS: INFINITY WAR fragte man sich: Was würde Marvel tun, um da noch einen draufzusetzen? Die Antwort ist so einfach wie unerwartet: Sie tun es nicht. CAPTAIN MARVEL nimmt sich in Sachen Bombast und Epik im Vergleich mit INFINITY WAR ganz erheblich zurück – und das hat dem Film sehr gut getan.
Noch dazu ist es der erste Streifen des Marvel Cinematic Universe mit einer Heldin als Hauptrolle – viele hatten gesagt, das sei längst überfällig, und das sicher vollkommen zu recht. Und wie fast schon zu erwarten liefert Marvel nicht nur, sie tun das auch noch in einer erfreulich unaufgeregten, undogmatischen und unterhaltsamen Weise.
Vom britischen Autor Simon R. Green kannte ich bereits die NIGHTSIDE-Reihe, auch wenn ich nicht alles aus dieser gelesen habe. Dass er eine neue Urban-Fantasy-Serie begonnen hatte, war irgendwie an mir vorbei gegangen. Irgendwann redeten sie dann auf SWR3 im Rahmen des Lesetags eher am Rand über Shaman Bond und ich kaufte den ersten Band der SECRET HISTORY-Reihe sofort als eBook – und vergaß ihn dann erst einmal. Kürzlich fand ich THE MAN WITH THE GOLDEN TORC dann auf dem Kindle wieder und fing an zu lesen. Das hätte ich viel früher tun sollen.
Natürlich stellt sich selbstredend auch bei ALITA die Frage, ob man das Ausgangsmaterial kennen sollte, oder ein Film für sich alleine stehen muss, wenn man ihn objektiv betrachten will. Ideal ist natürlich ein gesunder Mittelweg, der beim unbedarften Zuschauer keine Fragen aufwirft oder offen lässt, und die lockere Einbindung von Elementen, an denen sich der Fan erfreuen kann. Bei ALITA: BATTLE ANGEL ist genau dies der Fall. Er bietet 122 Minuten Spektakel, mit ein klein wenig Tiefgang, verschont das Publikum mit endlosen Action-Sequenzen, so wie es die Werbung vorgab, sondern setzt diese sorgsam und nicht des Schauwertes willen über den Film verteilt. Und während das, mit Verlaub gesagt, anspruchslosere Samstag Abend-Publikum seinen Spaß hat, spürt man förmlich, das hinter der einen Szene oder dem anderen Dialog sich doch zarte Hinweise verbergen, die einem eingefleischten Fan der Vorlage gerecht werden. Irgendwie das Ideal eines solchen Filmes.
Es war umgehend ein Ohrwurm. Für die Kleinen zum mitträllern, für die Großen aus schierer Freude über einen nicht unerheblichen Teil ihrer Kindheitserinnerungen. Doch wie hat sich das Lied nun verändert, fünf Jahre nachdem Bauarbeiter-Lego Emmet die Wahrheit über seine Welt und deren Bestimmung erfahren hat. Ja, da war hier alles super. Doch jetzt hat eine entsetzliche Macht die Lego-Welt von Brickburg gewaltig verändert. Und entstanden ist Apocalypseburg. Was Emmett noch immer nicht davon abhält, mit seiner simplen Art durch das Leben zu gehen, stets versucht, den anderen Figuren eine positive Stimmung zu vermitteln. Aber: hier ist nichts mehr super.
Es war schon lange ein Herzensprojekt von James Cameron: Eine filmische Umsetzung des Mangas und Animés BATTLE ANGEL ALITA. Erstmalig wurde ein Film bereits im Jahr 2003 angekündigt, das Projekt verschob sich allerdings aufgrund von Camerons Arbeiten am AVATAR-Franchise immer wieder und manch einer hatte die Hoffnung schon lange aufgegeben, den Film als in der Produktionshölle verschollen abgeschrieben.
Als sich Cameron von dem Anspruch trennte, selbst Regie führen zu wollen und dieser Job an Robert Rodriguez ging, konnte das Projekt endlich Fahrt aufnehmen. Cameron bliebt allerdings weiter als Produzent mit an Bord und er verfasste auch zusammen mit Laeta Kalogridis Story und Drehbuch.
Die Dreharbeiten begannen bereits im Oktober 2016 und dauerten bis zum Februar 2017. Danach sollte es wegen der äußerst aufwendigen Postproduction noch ein weiteres Jahr dauern, bis ALITA: BATTLE ANGEL jetzt in die Kinos kam.
Für einen guten Schreiber geziemt es sich, die zur Besprechung anliegende Sache erst einmal sacken zu lassen. Sofern es die Zeit erlaubt. Ein bisschen reflektieren, ein bisschen analysieren. Hinter so manchen nicht wirklich gelungenen künstlerischen Ergüssen könnte sich doch hier und da ein feingeistiger Schliff verbergen. Aber die nachgestellte Töpfer-Szene aus GHOST – NACHRICHT VON SAM gehört sicher nicht dazu. Für einen guten Schreiber geziemt es sich, irgendwo in dem zur Kritik stehenden Objekt etwas heraus zu kitzeln, das doch einen positiven Eindruck hinterlassen könnte. Aber dann gibt es auch jene Machwerke, wo man eine Auseinandersetzung nach dem sogenannten Genuss des Machwerkes ganz schnell hinter sich bringen möchte.
Ja, wo Marvel drauf steht, ist auch Stan Lee drin. Vorsicht für alle Film-Buffs, kurz einmal mit dem Nachbarn geschwätzt, schon hat man ihn verpasst. Aber es bleibt wirklich ausreichend Gelegenheit, sich in anderen vielen kleinen und größeren Details zu verlieren. Außerdem geht es ja in erster Linie um den liebenswertesten aller Bösewichter aus den Konsolenspielhallen. Schon zu Beginn des Filmes macht diese Fortsetzung den Eindruck, dass sie keine erzwungene Geldmaschine sein soll, die sich am Erfolg des Vorgängers gütlich tun will. Natürlich möchte Teil zwei genau das, die Regeln des Geschäftes sehen das so vor. Aber man kann sehr wohl darüber hinweg sehen, weil Autor Johnston mit seine Kollaborateurin Pamela Ribon mit viel Sorgfalt gegenüber dem Zuschauer, der Geschichte und seinen Figuren einen fast fließenden Übergang zwischen den zwei Filmen gelingt. Auch wenn zwischenzeitlich sechs Jahre vergangen sind. Genau wie in der Handlung von CHAOS IM NETZ.
… dieses beinahe schon geflügelte Wort stammt aus der Nerd-Comedy THE BIG BANG THEORY und hat danach in die Popkultur Einzug gefunden. Umso erstaunter war man natürlich deswegen, als DC und Warner nicht nur einen AQUAMAN-Film ankündigten, sondern dann ausgerechnet auch noch Jason Momoa die Titelrolle übernehmen sollte, der nun wirklich völlig anders aussieht, als man die Figur bisher kannte. Eben kein blondgelockter Jüngling in peinlichem, orangegrünem Spandex.
DC Comics hat mit seinen Kinofilmen abgesehen von WONDER WOMAN nicht eben riesigen Erfolg gehabt. Das liegt in meinen Augen zum einen an Snyders überstrapaziertem Grimdark-Ansatz, zum anderen daran, dass den Filmen der Humor fehlte, und zum letzten auch die schiere übersprudelnde und entspannt inszenierte Genialität nicht vorhanden ist, die die Marvel-Filme auszeichnet.
Man merkt während der gesamten Spieldauer, dass man bei DC und Warner den festen Willen hatte, jetzt aber endlich einen Film auf die Leinwand zu bringen, der mit den Epen des direkten Konkurrenten nicht nur mithalten, sondern sie übertreffen kann. Leider steht man sich genau deswegen auch selbst im Weg.
Als bekannt wurde, dass Peter Jackson mit WETA Workshop eine Umsetzung der MORTAL ENGINES-Romanreihe von Philip Reeve plant, war das schon bemerkenswert, denn bei den Büchern handelt es sich um ein Genre, das zwar im #Neuland nach wie vor noch eher einen Geheimtipp darstellt, aber auf der anderen Seite beinahe im Mainstream angekommen ist, zumindest wenn man sich die Auslage im Karnevalsladen ansieht. Im Bereich Literatur fassen die großen deutschen Verlag das Thema nicht mehr an, nachdem sie es mit Veröffentlichungen verbrannt haben, die mit Steampunk so viel zu hatten, wie 50 SHADES OF GREY.
Und jetzt kommt Jackson und macht einen seiner bekannt opulenten Filme aus einer Steampunk-Vorlage. Dabei ist das Genre doch mausetot, wie mir viele Schlaumeier in den vergangenen Jahren immer wieder erläutern wollten.
Ich habe ebenso immer wieder gelacht wenn man mir das sagte und nach dem Ansehen dieses grandiosen Films lache ich noch viel mehr. Neben dem soeben Geschriebenen auch deswegen, weil die zahllosen Victoria-Fetischisten unter den hiesigen Steampunks hier nicht unbedingt bedient werden – und weil MORTAL ENGINES zeigt, dass das Genre eben auch in einer fernen Zukunft ganz prima funktionieren kann.
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