Bandit bespricht: ALICE IN BORDERLAND

Bandit bespricht: ALICE IN BORDERLAND

ALICE IN BORDERLAND – Net­flix 10.12.2020

Der Titel kommt nicht von unge­fähr. Das ver­steht sich. Aber durch die gesam­te ers­te Staf­fel hin­durch stellt sich immer die Fra­ge, ob die Hand­lung ver­ständ­li­cher wäre, wür­de man Lewis Car­rolls Non­sens-Roma­ne um die jun­ge Ali­ce ken­nen. Oder ob sich der Unter­hal­tungs­wert stei­gern wür­de, könn­te man Par­al­le­len zwi­schen den bei­den Wer­ken kla­rer erken­nen. Die Spiel­kar­ten und der Hut­ma­cher sind Merk­ma­le, die sogar Nicht­be­le­se­ne aus­ma­chen kön­nen. Viel­leicht lie­gen die ver­bin­den­den Cha­rak­te­ris­ti­ka viel tie­fer in der Essenz der Geschich­te. Wer will das beur­tei­len, der nicht mit dem Ursprung, dem kul­tu­rel­len Stel­len­wert oder der intel­lek­tu­el­len Struk­tur von Man­gas ver­traut ist?

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Bandit bespricht: FATMAN

Bandit bespricht: FATMAN

FATMAN – VOD – Ama­zon Prime / iTunes

Jetzt, wo sich die cine­phi­le Gemein­schaft end­lich geei­nigt hat, dass DIE HARD – STIRB LANGSAM doch ein Weih­nachts­film ist, geht es in eine neue Run­de mit neu­er Kon­tro­ver­se. Auch wenn es the­ma­tisch und mit dem Haupt­cha­rak­ter ziem­lich ein­deu­tig scheint. Wie viel Spaß darf es denn sein, und, muss es über­haupt sein? Man redet schließ­lich nicht über eine belang­los irrele­van­te Figur. Wir reden von der fleisch­ge­wor­de­nen Kathar­sis kind­li­cher Begier­den. Der Weih­nachts­mann muss eigent­lich über alles erha­ben sein. Oder San­ta Claus, wie er auch genannt wird, oder Kris Krink­le, oder hier in die­sem spe­zi­el­len Fall Chris Cring­le. Wenn Sir Richard Atten­bo­rough in WUNDER VON MANHATTAN Kris Krink­le spielt, wis­sen wir das es gütig und besinn­lich wird. Wenn Mel Gib­son Chris Cring­le spielt, darf man auf alles gefasst sein.

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Ernie Cline: READY PLAYER TWO

Ernie Cline: READY PLAYER TWO

Wenn man einen Nerd-Roman geschrie­ben hat, der nicht nur zum nicht nur von Nerds gefei­er­ten Über­ra­schungs­er­folg wur­de, son­dern auch von Ste­ven Spiel­berg in einen Kino­film ver­wan­delt wur­de, dann hat man für eine Fort­set­zung ein Pro­blem: Egal was man macht, irgend­wer wird mau­len. Die einen wer­den mehr von dem­sel­ben Zeug lesen wol­len und unzu­frie­den sein wenn sie das nicht bekom­men. die ande­ren wer­den was von »ist ja genau das­sel­be wie beim ers­ten Mal!« nör­geln. Letz­te­re haben aller­dings in aller Regel nicht ver­stan­den, dass man so etwas eben »World­buil­ding« nennt – und wenn die Welt erst ein­mal eta­bliert ist, dann kann man die selbst­ver­ständ­lich erneut besu­chen und die Geschich­te in den­sel­ben Para­me­tern vari­ie­ren. STAR TREK und STAR WARS machen das seit Jahrzehnten …

Aber Ernie Cli­ne hat­te das Pro­blem natür­lich mit einer Fort­set­zung von READY PLAYER ONE eben­falls: Egal was er tun wür­de, irgend­wer wäre ver­mut­lich unzufrieden.

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Tommy Krappweis und Christian von Aster: KOHLRABENSCHWARZ

Tommy Krappweis und Christian von Aster: KOHLRABENSCHWARZ

Es kann alles pas­sie­ren! (Alles kann passieren!)

Tat­ort meets Fan­ta­sy in beschau­li­chen Rosen­heim. Wer sich auf KOHLRABENSCHWARZ von Tom­my Krapp­weis und Chris­ti­an von Aster ein­lässt, soll­te alle Erwar­tun­gen an bekann­te Gen­res fah­ren las­sen und sich mit einem offe­nen Geist auf etwas Neu­es einstellen.

Am Anfang glaubt man noch, dass sich, wie man es aus ande­ren Kri­mis gewohnt ist, die unheim­li­chen und mys­ti­schen Fäl­le doch noch irgend­wie erklä­ren las­sen. Doch schließ­lich stellt man fest, dass die Geschich­ten die­sen Pfad ver­las­sen haben und man es mit ech­ten Trol­len und Zau­be­rern zu tun bekommt.

Ein altes Mär­chen­buch, ein geheim­nis­vol­ler Men­tor, magi­sche Zei­chen, die mit Blut an die Wand gemalt wer­den und jede Men­ge Sagen­ge­stal­ten auf der einen und ein mun­da­nes Ermitt­ler­team auf der ande­ren Sei­te. Das ist der Stoff, aus dem nor­ma­ler­wei­se ame­ri­ka­ni­sche Urban-Fan­ta­sy ist. Aber funk­tio­niert das auch in einem deut­schen, einem baye­ri­schen, Städt­chen? Ich sage: ja, das tut es.

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Bandit bespricht: Roald Dahls HEXEN HEXEN

Bandit bespricht: Roald Dahls HEXEN HEXEN

THE WITCHES – Bun­des­start 29.10.2020

Vor­erst nur noch bis 01.11.2020 in deut­schen Kinos.
Von dem Gedan­ken, dass wir hier ein Remake vor­ge­setzt bekom­men, soll­te man sich schleu­nigst ver­ab­schie­den. Schon seit Jah­ren war es für Guil­ler­mo del Toro eine Her­zens­an­ge­le­gen­heit HEXEN HEXEN von Roald Dahl zu ver­fil­men. Wer noch PANS LABYRINTH in Erin­ne­rung hat, der ja auch als Jugend­film gehan­delt wur­de, dem dürf­te es eis­kalt den Rücken hin­un­ter­lau­fen, was er mit die­sem Kin­der­buch ver­an­stal­tet hät­te. Wegen Ter­min­pro­ble­men hat sich del Toro also mit Robert Zeme­ckis und Kenya Bar­ris zusam­men­ge­setzt und wenigs­tens am Dreh­buch mit­ge­ar­bei­tet. Und eigen­ar­ti­ger­wei­se macht HEXEN HEXEN jetzt den Ein­druck, als wären durch die drei Autoren drei ver­schie­de­ne Fil­me gleich­zei­tig zu sehen.

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Bandit bespricht: Gerard Butler in GREENLAND

Bandit bespricht: Gerard Butler in GREENLAND

GREENLAND – Bun­des­start 22.10.2020

Die­ser Film hat wirk­lich alles, was ein alt­be­kann­tes und bewähr­tes Kata­stro­phen­sze­na­rio braucht: Der unbe­darf­te Vater, der mit gott­ge­ge­be­ner Selbst­ver­ständ­lich­keit den Hel­den gibt. Dazu­ge­hö­rig die zer­rüt­te­te Bezie­hung zu sei­ner Frau, bei der die Ehe ohne Kata­stro­phe nicht mehr zu ret­ten gewe­sen wäre. Da ist natür­lich auch der Sohn, wel­cher die unge­bro­che­ne Lie­be bei­der Eltern­tei­le genießt. Und es gibt jenes omi­nö­se Ziel, wel­ches man unter schwie­rigs­ten Bedin­gun­gen errei­chen muss, um dem Ende der Zivi­li­sa­ti­on zu ent­kom­men. Nicht ver­ges­sen sind die vie­len Neben­cha­rak­te­re, die ent­we­der ver­ständ­nis­voll hilfs­be­reit sind, oder kalt­her­zig bru­tal. Nicht wie es die Figu­ren erfor­dern, son­dern der dra­ma­tur­gisch über­spitz­te Handlungsverlauf.

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Bandit bespricht: Richard Dreyfuss in ASTRONAUT

Bandit bespricht: Richard Dreyfuss in ASTRONAUT

ASTRONAUT – Bun­des­start 15.10.2020

Angus Ste­wart ist nicht allei­ne. Jedes Kind träumt davon ins Welt­all zu flie­gen. Jun­ge Men­schen wür­den einen Flug in die unend­li­chen Wei­ten als Her­aus­for­de­rung emp­fin­den. Für Erwach­se­ne wäre es eine Bestä­ti­gung ihrer Frau- und Männ­lich­keit. Angus Ste­wart ist 72, etwas über­ge­wich­tig und trinkt recht ger­ne. Der pen­sio­nier­te Stra­ßen­bau­in­ge­nieur war einer der Bes­ten. Jetzt soll­te er sei­nen Ruhe­stand genie­ßen, doch sei­ne Frau ist auch schon ver­stor­ben. Angus fühlt sich ein­sam und nicht mehr gebraucht, obwohl ihn die Toch­ter zu sich und ihrer Fami­lie ins Haus geholt hat. Es ist ein Lebens­ab­schnitt den wohl sehr vie­le auf die­se Wei­se emp­fin­den. Auf ein­mal ist man allei­ne und wird nicht mehr gebraucht, auch wenn man im Kreis der eige­nen Fami­lie lebt und geliebt wird.

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Bandit bespricht: DER GEHEIME GARTEN

Bandit bespricht: DER GEHEIME GARTEN

THE SECRET GARDEN – Bun­des­start 15.10.2020

Wer auch nur im Ent­fern­tes­ten schon ein­mal von Fran­ces Hodg­son Bur­netts DER GEHEIME GARTEN gehört hat, dürf­te von selbst erah­nen, dass die­se Geschich­te ein brei­tes Spek­trum von Inter­pre­ta­tio­nen zulässt. Da ist der Gar­ten an sich, die cha­rak­ter­li­chen Eigen­schaf­ten der Kin­der, oder das Rot­kehl­chen, die selt­sam abwei­sen­den Erwach­se­nen, und in die­ser Ver­fil­mung natür­lich der Hund. Aber da ist noch das Leben, und der Tod im Beson­de­ren. Das sind alle­samt kei­ne ein­fa­chen The­men, Meta­phern und Aus­le­gun­gen für eine emp­foh­le­ne Leser­schaft zwi­schen acht und elf Jah­ren. Aber es sind span­nen­de The­men und zudem sehr anre­gend. Wenn­gleich kein durch­weg freu­de­strah­len­des, oder leich­tes Erlebnis.

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Bandit bespricht: THE NEW MUTANTS

Bandit bespricht: THE NEW MUTANTS

THE NEW MUTANTS – Bun­des­start 10.09.2020

Es war abzu­se­hen, dass die Vor­ver­ur­tei­lun­gen umge­hend fol­gen und über­hand neh­men wür­den. An einen wohl­ge­son­ne­nen Start war da schon gar nicht mehr zu den­ken, nicht zwei­ein­halb Jah­re nach dem eigent­lich geplan­ten Ter­min. Und eine rei­che Aus­wahl an Schul­di­gen ist selbst­ver­ständ­lich auch vor­han­den, halt­los und unsin­nig. Hier wird das Schei­tern von THE NEW MUTANTS schon zele­briert, bevor die het­zen­de Meu­te den Film über­haupt gese­hen hat. Hat man ihn dann end­lich gese­hen lässt sich zwei­fel­los gut spe­ku­lie­ren, aber Ant­wor­ten wer­den aus­blei­ben. Und der Tanz um Schuld­zu­wei­sun­gen und Spe­ku­la­tio­nen wird sich lan­ge fortsetzen.

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Bandit bespricht: PROJECT POWER

Bandit bespricht: PROJECT POWER

PROJECT POWER – Net­flix seit 14.08.2020

Für fünf Minu­ten hat man Zeit, ein Cha­mä­le­on zu sein. Fünf Minu­ten, in denen man durch die Umwelt nicht rich­tig wahr­ge­nom­men wer­den kann. Wer wür­de tat­säch­lich ein­fach in eine Bank mar­schie­ren und sich einen Kof­fer vol­ler Geld holen? Es klingt wie eine logi­sche Schluss­fol­ge­rung, aber ist das wirk­lich kon­se­quent durch­dacht?  Wenn man alle Risi­ken abwä­gen wür­de, oder gar ande­re Optio­nen, dann soll­te ein Plan wesent­lich geris­se­ner und viel­ver­spre­chen­der sein. Es sei denn, nur für den Fall, man bräuch­te die­ses Set­ting für eine star­ke Action-Sequenz. Und so ist es auch. Das Dilem­ma einer unheim­li­chen und ver­füh­re­ri­schen Prä­mis­se, nie­mand möch­te eine theo­re­ti­sche Dis­ser­ta­ti­on über die Mög­lich­keit, son­dern die spek­ta­ku­lä­re Visua­li­sie­rung des Voll­zugs. Und so kommt PROJECT POWER nie wirk­lich über die Gren­zen des geho­be­nen Action-Films hinaus.

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Bandit bespricht: TESLA

Bandit bespricht: TESLA

TESLA – Bun­des­start 20.08.2020

Phy­si­ker, Inge­nieur, Erfin­der. In der All­ge­mein­heit auf den Namen eines Autos redu­ziert, wäre Niko­la genau der Mann gewe­sen, der das Elek­tro­au­to erfun­den hät­te. Zumin­dest wäre es ohne ihn heu­te nicht mög­lich, ein sol­ches zu fah­ren. Er war der rich­ti­ge Mann zur rich­ti­gen Zeit an der rich­ti­gen Stel­le. Und zugleich war es für sein per­sön­li­ches Anse­hen eine elen­de Bür­de. Wäh­rend man im all­ge­mei­nen Sprach­ge­brauch ger­ne die Namen Edi­son und Westing­house in den Mund nimmt und selbst der Pri­vat­ban­kier J.P. Mor­gan noch als geläu­fi­ge Per­sön­lich­keit bekannt ist, ver­schwin­det hin­ter die­sen statt­li­chen Grö­ßen das Genie Niko­la Tes­la. Phy­si­ker, Inge­nieu­re und Erfin­der, das sind meist die­je­ni­gen, wel­che den Geist und das Schaf­fen die­ses Man­nes rich­tig zuord­nen kön­nen und glei­cher­ma­ßen zu wür­di­gen wis­sen. Aber wer war die­ser Mann?

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Bandit hat fast verpasst: TIME TRAP – DIE HÖHLE

Bandit hat fast verpasst: TIME TRAP – DIE HÖHLE

TIME TRAP – DVD Pre­miè­re 05.12.2019 – VOD Ama­zon & iTunes

Wenn man sich dem Main­stream-Kino ver­schrie­ben hat, bleibt immer eini­ges zu tun. Da springt man von einem Start­ter­min zum nächs­ten, muss koor­di­nie­ren, zwi­schen­drin auch mal etwas Arthouse ein­schie­ben. Und zu allem Unglück wer­den ab und an auch sozia­le Kon­tak­te eingefordert.
In Zei­ten wie die­sen rela­ti­viert sich so man­ches. Da ist plötz­lich Zeit, kei­ner hetzt einen von Block­bus­ter zu Block­bus­ter, und man rich­tet sei­ne Auf­merk­sam­keit auch ein­mal auf Emp­feh­lun­gen, wenn­gleich auch wider­wil­lig, denn was könn­te ein Film mit einem Bud­get unter 80 Mil­lio­nen Dol­lar ernst­haft bie­ten? Woo­dy Allen macht noch Fil­me unter zehn Mil­lio­nen Dol­lar, aber die wer­den ja nur geschaut, weil da ein Ensem­ble an Schau­spie­lern dabei ist, das sonst nur in hoch­prei­si­gen Block­bus­tern spielt. Da muss man dann bei Fil­men wie DIE HÖHLE schon bei­de Augen zudrü­cken, wo das Kame­ra-Equip­ment ver­mut­lich allein fünf­zig Pro­zent des Bud­gets gefres­sen hat und der sich zudem auch noch »Sci­ence Fic­tion« schimpft.

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