Auch zum Monat August stellt Erik Schreiber wieder einen Phantastischen Bücherbrief zur Verfügung. Auf der ersten Seite findet sich das Titelbild von ZWIELICHT 3, einer 421 Seiten starken Kurzgeschichtensammlung, die von Michael Schmidt heraus gegeben wurde und die bei Saphir im Stahl erschienen ist.
Danach widmet sich Erik erneut deutscher und internationaler Phantastik, sowie Heftromenen, Fanzines und auch Comics.
Deutsche Phantastik beispielsweise: Achim Köppen – DIE ERBEN DES LICHTS, Thomas Thiemeyer – MAGDA UND BEN oder Richard Schwarz – DIE FESTUNG DER TITANEN.
Internationale Phantastik unter anderem: Jonathan Stroud – DIE SEUFZENDE WENDELTREPPE, Cassandra Clare – CLOCKWORK PRINCE oder Helen Douglas – LICHTJAHRE ZU DIR.
Der Phantastische Bücherbrief liegt als PDF-Datei mit einer Größe von ca. 460 kB vor und kann hie rherunter geladen werden.
Als ich gestern den Artikel beim Tagesspiegel gefunden habe, dachte ich erst an den ersten April. Oder einen schlechten Scherz. Doch leider handelt es sich um Realität.
Kurzfassung: Der Cross Cult-Verlag, bekannt für deutsche Fassungen diverser US-Comics und auch zahlloser Romanreihen zu Fernsehserien, allen voran STAR TREK, muss Ende August (also jetzt) große Teile seines Lagers schreddern, weil das Finanzamt den Wert viel zu hoch ansetzt und eine gigantische Steuernachzahlung in Höhe von 60000 – 70000 Euro verlangen würde. Da ein vergleichsweise kleiner Verlag sich das nicht leisten kann, bleibt nur der Ausweg der Vernichtung des Lagerbestands, um diese Kosten zu umgehen. Der vollständige Artikel im Tagesspiegel.
Da bleibt mir die Luft weg. Backlists sind für Verlage ohnehin ein Greuel, für den Leser sind sie Gold wert. Wie es sein kann, dass so ein Finanzamt Fantasiewerte für Lagerhaltung ansetzen kann, und damit für die Vernichtung von Kulturgüter sorgt, kann ich nicht mal ansatzweise nachvollziehen. Fragt man die Hausbank nach dem Wert des Lagerbestands, dann wird die vermutlich etwas wie »Altpapier« antworten und ihn in keiner Weise als Wert oder Sicherheit anerkennen wollen. Das Finanzamt kehrt das zur Generierung von Steuermitteln für den Staat einfach mal unilateral um. Widerstand ist zwecklos, mit den »grauen Herren« legt man sich nicht an, das weiß jeder Selbstständige, denn die sitzen immer am längeren Hebel und lassen Dich im Zweifelsfall nicht nur sinngemäß am ausgestreckten Arm verenden. Genannt wird sowas dann üblicherweise »Ermessensentscheidung«.
Unfassbar.
Da zeigt sich wieder mal die Steuergerechtigkeit in Deutschland: je größer die Firmen, desto größer üblicherweise deren Steuerbefreiung. Erst gestern fand sich ein Artikel auf Telepolis, der beleuchtete, dass durch von der Politik so gewollt vermiedene Steuern und Abgaben insbesondere großer und multinationaler sich auf über eine Billion Euro jährlich (!) belaufen. Könnten die kassiert werden, wäre Europa auf einen Schlag saniert.
Statt aber die dicke Kohle bei den ganz Großen endlich abzuholen, sorgt das deutsche Finanzamt, legitimiert durch eben diese Politik, dafür, dass kleine Firmen unter Druck gesetzt werden und ihre Backlist vernichten müssen. Ich will hier wahrlich keinen Godwin produzieren, aber da kommt mir schon unwillkürlich das Wort »Bücherverbrennung« in den Sinn. Das ist die Realität, während irgendwelche Politiker immer wieder mal von der »Steuererklärung auf einem Bierdeckel« schwafeln. ich würde mal vermuten, dass die Finanzbeamten umso kreativer sind, je leerer bei der jeweiligen Gemeinde die Kasse ist.
Wenn ihr also demnächst wieder mal einen Titel aus der Backlist nicht mehr bekommt, dann wisst ihr, wem ihr zu danken habt. Den Kulturvernichtern aus dem Bundesministerium der Finanzen und den Sachbearbeitern in den Finanzämtern mit ihren »Ermessensentscheidungen«.
Ein Fall wie bei Cross Cult erzeugt nur Verlierer (Zitat Tagesspiegel):
Der Verlag verliert seine Bücher, das Finanzamt sein Geld und die Leser den Zugriff auf mitunter preisgekröntes Kulturgut.
Wenn ihr schnell noch ein paar Bücher vor der Vernichtung bewahren wollt, dann kauft was bei Cross Cult.
Übrigens könnte auch das zu einer verstärkten Verbreitung von eBooks führen, denn da gibt es systembedingt keine Lagerhaltung …
Marvel Entertainment stellt den Fans eine Promo zur demnächst stertenden und und insbesondere von Joss Whedon-Anhängern und AVENGERS-Fans sehnsüchtig erwarteten Serie AGENTS OF S.H.I.E.L.D. zur Verfügung. Agent Coulson selbst (alias Clark Gregg) führt durch das Video und berichtet über seine Rückkehr (jedoch nicht darüber, wie er von den Toten auferstanden ist).
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Obwohl der Zack Snyder-Film MAN OF STEEL an den Kinokassen nicht so gut ankam wie gedacht, soll es einen weiteren Streifen um den DC-Helden SUPERMAN geben und zwar zusamen mit dem anderen, noch viel ikonischeren Heroen aus dem Hause: BATMAN. Klar war bereits, dass Henry Cavill erneut die Rolle des Kryptoniers übernehmen soll. Für den Fledermausmann wäre einem als erstes Christian Bale in den Sinn gekommen, der hatte allerdings zu verstehen gegeben, dass nach Nolans DARK KNIGHT-Trilogie Schluss sei, mit dem schwarzen Anzug.
Wie Variety jetzt berichtet wurde ein BATMAN gefunden: Ben Affleck wird die Rolle des »Caped Crusaders« übernehmen.
Zack Snyder sagte dazu (Übersetzung von mir):
Ben liefert ein interessantes Gegengewicht zu Henrys SUPERMAN. Er hat mehr als reichlich Schauspiel-Erfahrung um ein vielschichtiges Portrait eines Mannes abzuliefern, der älter und weiser ist als Clark Kent, und er trägt die Narben eines bewährten und gereiften Verbrechensbekämpfers, hat sich aber dennoch den Charme erhalten, den die Welt im Milliardär Bruce Wayne sieht. Ich kann es nicht abwarten, mit ihm zu arbeiten.
Meiner Ansicht nach: eine gute Wahl. Schon im völlig zu Unrecht unterschätzten und untergegangenen DAREDEVIL hat Affleck einen großartigen Superhelden abgeliefert, vom brillianten DOGMA wollen wir erst gar nicht reden. Und das Kinn für die Maske hat er auch.
Der bis dato titellose zweite SUPERMAN-Film wird am 17 Juli 2015 in den US-Kinos starten. Diane Lane und Amy Adams werden neben Henry Cavill ihre Rollen wiederaufnehmen.
In der Nachschau muss man leider feststellen, dass George Lucas sein bestes gegeben hat, um das STAR WARS-Universum immer wieder und immer mehr zu versaubeuteln, mit der Begründung, es sei schließlich seine Vision und er würde das so machen, wie er das wolle. Dass er dabei die Fans immer wieder vergrätzte, schien ihm egal zu sein. Was aber wäre, wenn auch die Originaltrilogie schon versaubeutelt worden wäre? Das Originaldrehbuch, das dann so nie umgesetzt wurde, unterschied sich inhaltlich deutlich von dem, was wir dann in Episode IV zu sehen bekamen.
Die Frage könnte nun beantwortet werden, denn Dark Horse wird eine achtteilige Comicausgabe des Ur-Drehbuchs veröffentlichen, in dem Luke Skywalker deutlich älter und weiser, Darth Vader kein Cyborg und Han Solo ein Außerirdischer ist.
Die erste Ausgabe von THE STAR WARS erscheint in den USA am 4. September 2013.
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Als die originale STAR TREK-Serie in den 1960ern entstand, war die Mitte der 1990er noch 30 Jahre entfernt – eine lange Zeit. Und so erfand man für den Gegenspieler Khan Noonien Singh als Pseudohistorie die Eugenischen Kriege, die Mitte der Neunziger getobt haben sollten und in deren Rahmen der Kriegsverbrecher Khan über große Teile der Erde geherrscht hatte. Trotz des ikonischen Charakters, der es schon zu TOS-Zeiten in eine Episode und sogar einen Kinofilm gebracht hatte, wollte man später irgendwie nicht mehr so recht etwas von diesen Eugenischen Kriegen wissen: in einer VOYAGER-Doppelfolge besucht ein Teil der Crew die Erde der Neunziger – und die sah aus wie bei uns, keine Spur von Gen-Kriegen.
Durch den aktuellen STAR TREK-Film INTO DARKNESS ist Khan wieder in aller Munde. Was es aber genau mit den Eugenischen Kriegen auf sich hat, wissen wir immer noch nicht. Unter der Ägide von Drehbuch-Coautor Roberto Orci (der vermutlich überwacht, ob die Details der Story zum neuen Universum passen) entwickeln Mike Johnson und Claudia Balboni gerade die Comicreihe STAR TREK: KHAN, welche im Oktober in sechs Teilen bei IDW erscheinen soll. Und darin gibt es die uns bekannten Neunziger nicht.
Werbetext:
By 1993, a wave of the genetic »supermen« including Khan, had simultaneously assumed control of more than 40 of Earth’s nations. From 1992 to 1996, Khan was absolute ruler of more than one-quarter of Earth’s population, including regions of Asia and the Middle East. Considered »the best of tyrants«, he severely curtailed the freedoms of his subjects, but his reign was an exception to similar circumstances in Earth history – lacking massacres or internal war.
Ich finde es sehr lobenswert, dass hier auf Geschehnisse der originalen Zeitlinie zurück gegriffen wird und bin gespannt, welche Story die Autoren sich ausgedacht haben. Auf einmal ist dadurch der Reboot näher am klassischen STAR TREK als die »canon-Fernsehserien«. Als Vorbild für Khan hält aber im neuen Comic verständlicherweise Benedict Cumberbatch her.
Dr. Viktor Frankensteins Kreation – oder sagen wir vielleicht besser: Kreatur – nach dem Mary Shelley-Roman gehört zu den wohl meistverfilmten Antihelden der Filmgeschichte. Und es ist mal wieder eine neue auf dem Weg.
Die neue Fassung ist eine moderne Version und wirft einen neuen Blick auf das Monstrum, das nicht viel mit dem von früher zu tun hat. Auf Schrauben im Hals wird man wohl verzichten müssen, dafür unterzieht sich die Kreatur umfangreicher plastischer Chirurgie, um sein Aussehen … na sagen wir mal: »zu verbessern«. Außerdem trainiert das Geschöpf, um fit zu sein. Jetzt sollte man aber nicht auf die idee verfallen, es handle sich hierbei um eine Frankenstein-Version eines Fitness-Videos, das Geschöpf benötigt die Muckis für seinen Kampf gegen Gargoylen, Dämonenprinzen und Armeen aus Untoten.
Ja, es fällt irgendwie auf, dass Aaron Eckhard, der diesmal die Rolle der Kreatur übernehmen soll, nicht unbedingt das Monster spielt, das Opa gekannt hat. Die neue Fassung basiert auf dem gleichnamigen Comic von Kevin Grevioux.
Der Comic erschien bereits im Jahr 1999 und fand bereits einmal eine Umsetzung als Kinofilm, der wurde allerdings allgemein eher negativ angenommen. Inhaltlich geht es um fiktive Figuren aus dem viktorianischen Zeitalter, nämlich Allan Quartermain, Captain Nemo, der Unsichtbare, Mina Murray sowie Dr. Jekyll (und selbstverständlich Mr. Hyde).
Wie oben geschrieben wurde erst einmal ein Pilotfilm geordert, nach dessen Begutachtung die hohen Mächte beim Sender entscheiden werden, ob das Ganze in Serie gehen wird. Moore und O´Neill sind übrigens nicht in das Projekt involviert.
[cc]
Cover LEAGUE OF EXTRAORDINARY GENTLEMEN Vol. 1 Copyright WildStorm
Und zum Julibeginn gibt es natürlich auch wieder einen von Erik Schreibers PHANTASTISCHEN BÜCHERBRIEFEN. Die Nummer 595 eröffnet leider mit diversen Nachrufen, nämlich auf Marianne Sydow (1944 – 2013), Iain Banks (1954 – 2013), Parke Godwin (1929 – 2013) und Richard Matheson (1926 – 2013).
Weiterhin gubt es wie immer zahllose Besprechungen von Publikationen aus dem deutschsprachigen und internationalen Phantastik-Genre, beispielsweise Frank Rehfelds ZWERGENBANN, Myra Çakans DREIMAL PROXIMA CENTAURI UND ZURÜCK, Thomas Thiemeyers DAS GESETZ DES CHRONOS, A. Lee Martinez´ DER MOND IST NICHT GENUG, BLUTKLINGEN von Joe Abercrombie oder George R. R. Martins PLANETENWANDERER.
Weiterhin gibt es Artikel zu Publikationen aus den Bereichen Heftroman, Fanzines und Comics.
Den PHANTASTISCHEN BÜCHERBRIEF gibt es wie immer als PDF-Datei zum Download.
Eine der nächsten Superhelden-Verfilmungen im Kino ist bekanntermaßen THE WOLVERINE (in Deutschland glaube ich als WOLVERINE – WEG DES KRIEGERS). Nach einigen ‘Trailern gibt es nun auch eine Featurette zu den neuen Abenteuern von James Logan Howlett, der – wie vermutlich auch jeder weiß – von Hugh Jackman dargestellt wird.
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