Pool, Dead (ein spoilerfreies Loblied auf ein grandioses Camp-Movie)
Wir trafen uns in der Videothek, um vier Filme zu leihen: Drei davon wollen wir uns ansehen, der vierte war die Reserve für den Fall, dass einer der drei anderen sich als Mist herausstellen würde. Der Anspruch an die Filme war, dass sie nicht langweilen sollten.
Nicht langweilen konnte natürlich auch Trash und Exploitation, extra miese Effekte, übertriebene Kostüme und wildes Overacting. Es war die Zeit der Camp-Movies. Es gab unendlich viele dieser freiwilligen oder unfreiwilligen »Kultfilme«, die ihren Status nicht erreicht haben, weil sie vom professionellen Standpunkt kritischer Cineasten aus eine besonders herausragende Qualität erreichten. Eher im Gegenteil.
Hoch im Kurs standen bei uns klare Parodien wie Angriff der Killertomaten, Top Secret, Spaceballs, House oder unfreiwillig komische Direct-to-Video Produktionen wie Mutant und Strange Invaders. Hin und wieder auch die unzähligen Actionfilme, in denen nicht mal Jean Claude van Damme mitspielen wollte. Auch beliebt bei Jugendlichen damals waren natürlich möglichst eklige Horrorfilme. Die haben uns aber weniger interessiert, wir waren Freunde von Filmen, die möglichst viele coole oder dumme Zitate abwarfen.
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