Ist der Name Al Capone der Inbegriff für das amerikanische Gangstertum, können die Brüder Reginald und Ronald Kray diesen Status in Großbritannien für sich beanspruchen. Ihr Aufstieg beginnt in den Sechzigern. Ronnie sitzt noch in der geschlossenen Psychiatrie, wegen psychischer Instabilität und pathologischen Gewaltausbrüchen. Er ist Familie, betont Reggie im Verlauf immer wieder, so nutzt er seinen Ruf, um die ärztliche Diagnose etwas zu beschleunigen, natürlich in die richtige Richtung. Die Zwillingsbrüder haben zwar unterschiedliche Ansichten, wie Geschäfte getätigt werden sollten, aber genau das stellt sie noch breiter gegen konkurrierende Banden auf. Dadurch wird das Geschäft allerdings auch brutaler, und unberechenbarer.
Sherlock Holmes ist derzeith ein ziemlich umtriebiger Charakter. Das begann mit der Guy Ritchie-Verfilmung 2009, die den Detektiv charakterlich so zeigte, wie sie Arthur Conan Doyles Vorlage an nächsten kam. Die jetzt schon legendäre BBC-Serie mit Benedict Cumberbatch, welche die alten Geschichten grandios in die Neuzeit verlegte. Dann ist da noch ELEMENTARY, welche ebenfalls in der Neuzeit spielt, einen weiblichen Watson präsentiert, und eben mal nach New York verlegt wurde. Und nicht zu vergessen die vielen neu verfassten Geschichten, die seit geraumer Zeit in emsigen Kleinverlagen veröffentlicht werden. 2005 schrieb auch Mitch Cullin seinen sechsten Roman A SLIGHT TRICK OF MIND mit Sherlock Holmes als Hauptcharakter. Und Cullin geht mit der Figur noch einmal einen Schritt weiter.
Alejandro González Iñárritu ist ein Filmemacher, der sich kaum in Geschichte und Inszenierung wiederholt. Ein äußerst abwechslungsreicher Regisseur, der dabei immer wieder zu überraschen versteht. Diese Überraschungen haben ihm nicht umsonst für BIRDMAN die vier obersten Kategorien bei den Oscars gewinnen lassen. Jetzt hat Iñárritu wieder einen komplett anderen Film gemacht, aber THE REVENANT wird der Film sein, an dem er sich zukünftig immer wird messen lassen müssen. Fast könnte man das über alle vorangegangenen Filme sagen, wie 21 GRAMS nach AMORES PERROS, oder BIUTIFUL nach BABEL. Und nun eben THE REVENANT nach BIRDMAN. Jetzt produziert Iñárritu erst einmal die Fernsehserie THE ONE PERCENT, und danach wird man sich überraschen lassen müssen. Auf keinen Fall wird es ein schlechter Film, aber an die filmische Kraft dieses Epos´ wird schwer noch einmal heranzukommen sein.
Als Dr. Norbert Himmler, der Programmchef des ZDF, mit der Aussage »Wir machen ein deutsches BREAKING BAD« aus der verstaubten öffentlich-rechtlichen Höhle kam, blieb dem Fernsehzuschauer, der US- und britische Serien kennt eigentlich nur eins: mitleidiges Hohnlachen. Denn deutsche Produktionen gerade bei den öffentlich-rechtlichen Sendern zeichnen sich durch alles aus, aber garantiert nicht durch Originalität, Coolness und frische Ideen. Eher durch abgedroschene Themen, tausendfach kopierte Klischee-Charaktere und in den meisten Fällen gähnende Langeweile, also alles komplett anders als bei den aufwändig produzierten und von Kritikern wie Fans gelobten ausländischen Serien. Es ist mir auch völlig schleierhaft, wie jemand in einer solchen Position eine derart dumme Aussage machen kann, von der jeder weiß, dass sie in keinem Fall eingehalten werden kann, auch wenn natürlich der Werbeeffekt eines solchen markigen Spruches nicht unterschätzt werden darf. Damit wird aber natürlich eine Erwartungshaltung und ein Druck auf die Kreativen erzeugt, die völlig unfair sind, denn hierzulande stehen üblicherweise weder die technischen noch die finanziellen Möglichkeiten zur Verfügung wie eben beispielsweise für BREAKING BAD. Ich glaube intensiv, dass es mehr als genug Kreative gibt, die so etwas dennoch schaffen könnten, aber die werden von den Verantwortlichen bei den Sendern entweder ignoriert oder an einer ganz kurzen Kette gehalten.
Und so hab ich mir die Pilotepisode von MORGEN HÖR ICH AUF dann mal angesehen, ohne allzu viel zu erwarten – aber meckern soll man eben erst, wenn man etwas gesehen hat, nicht vorher.
25 Jahre nach ihrem letzten Kinoauftritt haben es die LITTLE FOLKS endlich wieder auf die Leinwand geschafft. 65 Jahre nach dem ersten Comic-Strip von Charles M. Schulz, und 50 Jahre nach dem ersten Kurzfilm. Schulz selbst benannte seine Reihe L’IL FOLKS, nach Rechteproblemen musste der Verlag allerdings auf einen anderen Titel ausweichen. Es hat den Comic-Zeichner nie glücklich gemacht, so taucht der Titel PEANUTS auch nirgendwo auf, wo Schulz einen konkreten Einfluss darauf hatte. Wie zum Beispiel bei den Kinofilmen.
Seit 15 Jahren ist Schulz nun nicht mehr unter uns, und hinterließ eine Lücke, welche sein Sohn und der Enkel füllen wollten. Zum Glück.
… fing so richtig schlimm an. Der Stau auf der Autobahn war furchtbar. Ich wohne wirklich nicht weit weg, aber ich habe mehr als eine Stunde allein in dem Stau für die Parkplätze gestanden. Da kann der Veranstalter nichts dafür, ich weiß, aber das war schlimm. Dann im eisigen Wind zur Halle laufen … keine Busse, wie bei anderen Messen. Nein, die Messe Dortmund ist wirklich mies.
Dann war ich im Vorfeld als Presse zwar gemeldet, und zwar als Ersatz für den Herrn Holzhauer, aber ich bekam keinerlei Infos per Mail. Nichts. Null. Auch eine Anfrage zwei Tage vorher wurde nicht beantwortet. (Anm. d. Red: der Herr Holzhauer hatte auch mehrfach angefragt und ebenfalls keinerlei Antworten bekommen. Professionell geht anders.)
Ich lief also mit zwei ausgedruckten Emails an der ca. zwei Kilometer langen Schlange vorbei. Ja, man hat richtig gelesen, die braven Fantasy- und Comicliebhaber standen in Zweierreihe und warteten auf Einlass durch exakt einen Eingang. Der sich dann nicht als der herausstellte, in den wir mussten. Aber wohin wir sollten, wusste da auch niemand.
STAR WARS: THE FORCE AWAKENS – Bundesstart 17.12.2015
Nun ist es also vollbracht. Vielen Filmfreunden und Fans wird lange ein Lächeln im Gesicht bleiben. Feuilletonisten können wieder über weltfremde Menschen schreiben, die sich eine Ersatzreligion geschaffen haben. Doch diese besonders in Deutschland immer wieder selbsternannten Kritiker für die Vernunft werden merklich weniger. Langsam erkennt man an, dass KRIEG DER STERNE keine Spinnerei ist, oder war, sondern ein kulturhistorisches Phänomen. Als Steven Spielberg mit DER WEISSE HAI sozusagen den Blockbuster erfand, da wurde der Weg frei für das alles überlagernde Mainstream-Kino. Tentpoles, Zeltstangen, wie man in der Branche sagt. Ein Film der so konzipiert ist, dass ein die größte Bandbreite an Zuschauern ansprechender Erfolg die kleineren und riskanteren Produktionen eines Studios finanziell mit auffangen konnte. Vor KRIEG DER STERNE 1977 wusste man das noch nicht. Erst nachdem das vielfach abgelehnte Projekt von George Lucas schließlich in die Kinos kam.
Vorbemerkung: Das hier ist keine Filmbesprechung im üblichen Sinne. Dafür garantiert völlig spoilerfrei.
Im Jahr 1978 lief STAR WARS Episode IV im Kino, die heute als A NEW HOPE bekannt ist. Ich war damals zwölf Jahre alt, und auch, wenn ich vorher bereits SF-Fan gewesen war (und deswegen extrem heiß auf den Film), änderte sich mit STAR WARS alles, danach war ich nicht mehr zu resozialisieren, was Unterhaltung anging. Die danach folgenden Episoden waren ein wichtiger Teil meiner Jugend und haben mich nachhaltig geprägt. Seitdem hat STAR WARS mein Leben nie mehr wirklich verlassen, irgendwas war immer, seien es Rollenspiele (wie das legendäre D6-System von West End Games), die zahllosen Romane aus der Reihe, die heute »Legends« heißt, weil LucasFilm das Expanded Universe (glücklicherweise) weggeboxt hat, oder das MMO THE OLD REPUBLIC.
Innerhalb kürzester Zeit hat sich Eli Roth an die Spitze des Horror-Genres inszeniert. Irgendwie scheint Roth omnipräsent im Kino vertreten zu sein. Tatsächlich hat der Regisseur seit 2002 lediglich fünf Kinofilme gemacht, wobei CABIN FEVER der erste war. Viel umtriebiger ist er hingegen als Produzent. Doch genau wie seine Regiearbeiten treffen die von ihm mit produzierten Filme nicht immer den sicheren Geschmack. Eher das Gegenteil. Mal werden seine Filme milde belächelt, manchmal als Unsinn abgetan, oder sie sind in ihren Motivationen fragwürdig. Was natürlich nicht bedeutet, der Filmemacher hätte nicht auch eine treue Anhängerschaft. Doch wie man das Skalpell auch drehen und wenden mag, Eli Roth ist hier, er bleibt, und ist immer wieder im Gespräch. Und jetzt hat er erstmalig einen Thriller gedreht.
IN THE HEART OF THE SEA – Bundesstart 26.11.2015
Die Geschichte des Walfangschiffes Essex war nicht »die« Inspiration für Herman MelvillesMOBY DICK. Sondern eines von mehreren Ereignissen, welche Melville zu seinem Erfolgsroman inspirierten, und in den er dieses mit einfließen ließ. Das macht die Geschichte von IM HERZEN DER SEE nur noch interessanter, die letztendlich auch als eine Art Prequel interpretiert werden könnte. Ron Howard ist bekanntlich einer der Regisseure, der wahre Begebenheiten wie ein weit hergeholtes Spektakel an Erfindungsreichtum inszenieren kann, um den Zuschauer in bestmöglicher Form mit den Mitteln des Kino zu unterhalten. APOLLO 13, A BEAUTIFUL MIND, CINDERELLA MAN, FROST/NIXON, und RUSH gingen IM HERZEN DER SEE voraus, und verdeutlichen für den Einzelnen eindringlich, was er von diesem Film zu erwarten hat.
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