Der uninformierte Kinogänger hätte möglicherweise angenommen, dass AVENGERS: ENDGAME der letzte Film der Phase III des Marvel Cinematic Universe sei. Denn immerhin schloss der einen Handlungsbogen ab, der über mehr als zehn Jahre gewachsen war, etwas, das es in dieser Form im Kino noch nie gegeben hatte. Doch das mit dem Abschluss stimmt nicht, denn tatsächlich beendet erst SPIDER-MAN: FAR FROM HOME die Phase III des MCU.
Und der ist vielleicht nicht das, was die Fans von einem solchen Abschluss erwartet hätten. Aber exakt das haben die Mächtigen bei Marvel und die Macher dieses Films genau richtig gemacht.
Werbeslogans wie “Der Erste Weltkrieg in Farbe” oder “Der Erste Weltkrieg wie Sie ihn noch nie erlebt haben” können schnell zu Verwirrungen führen. Denn hier warten keine großartigen Abenteuer oder innovative Erzählstrukturen. Aber wie sonst soll man dem Publikum einen Film näher bringen, der tatsächlich sehr viel weiter geht, als was man bisher gesehen hat? Er muss Neugierde wecken, um die Aufmerksamkeit zu erlangen, welche er durchaus verdient.
Es war eine Herzensangelegenheit für Peter Jackson, sehen zu können, was man bisher nur aus mündlichen Überlieferungen kannte. Jacksons Großvater kämpfte im großen Krieg und verstarb viel später wegen anhaltender Kriegsleiden, aber noch bevor der neuseeländische Regisseur ihn kennenlernen durfte. Die Faszination für diesen Krieg war seither ungebrochen und Peter Jackson verfügte über technische Ressourcen und Verbindungen, die alles möglich machten. Er musste sich dafür nicht einmal eine Geschichte ausdenken, Schauspieler casten, oder gar selbst einen Film drehen. Es war alles da. Mehr als genug.
Es war Liebe auf den ersten Ton. Weil John Ronald Reuel Tolkien sie zuerst Musik machen hörte. Dann sah er sie, und es wurde Liebe auf den ersten Blick. So zumindest beschreibt es Dome Karukoski in seiner Inszenierung. Sie war Edith Mary Bratt und sie war mit ihm seit ihren Jugendjahren bis zum Ende zusammen. Später wurde John Ronald Reuel es nicht müde, im wahren Leben, wie im Film, Edith als seine Inspiration für die Elbentochter Lúthien Tinúviel anzugeben. Jene absolute Schönheit mit unvergleichlicher Stimme, aus dem Begleitband zu HERR DER RINGE, dem SILMARILLION. Leider erteilte das Tolkien-Estate unter der derzeitigen Leitung von direkten Nachkommen des Literaten keine Absolution für die Verfilmung und deren Inhalte. Der Graben zwischen tatsächlichen Ereignissen und dramaturgischer Änderungen wird dadurch nur noch viel vager.
Es ist eine kleine Stadt, in der Dinge untereinander bleiben, egal wen es betrifft, egal um was es sich handelt. Hier in Brightburn regelt man Sachen im eigenen kleinen Kosmos. Auch wenn das kinderlose Farmer-Paar Breyer plötzlich mit einem Baby aufwartet, mit dem eigentlich nicht zu rechnen war. Sprichwörtlich vom Himmel ist er gefallen, der kleine Brandon, entwickelt sich prächtig und ist selbstverständlicher Bestandteil der nun komplettierten Familie. Torie und Kyle lassen keinen Zweifel daran, dass Brandon der gemeinsame Sohn ist, und immer ihr Sohn bleiben wird. Aber das ist nicht das Ehepaar Kent aus Smallville. Und so können sich gewisse Dinge auch etwas anders entwickeln.
Das Wichtigste natürlich vorne weg. Die Fragen aller Fragen. Nicht der Anfang, nicht der Film selbst, nicht die Auflösung. Noch bevor man sich für einen Film entscheidet, muss man wissen, hat der Film eine Post-Credit-Scene. Bevor man sich den Nebensächlichkeiten widmet, sei diese Frage geklärt: Vielleicht. Selbst herausfinden, das macht wirklich Spaß.
Die zweite der wichtigsten Fragen überhaupt: Ist das Pferd nicht schon längst tot geritten? Nein, ist es nicht. Selbst im Wahn von Sequels, Reboots und Neuinterpretationen, haben die Men in Black noch lange nicht ihr Plasma verschossen. Einfach selbst herausfinden, das macht nämlich auch Spaß.
Es ist eher selten, aber dafür überraschender, dass ein Zombie-Film das Filmfestival von Cannes eröffnet. Dass Regisseur und Autor Jim Jarmusch Macher dieses Eröffnungsfilmes ist, wirft dann schon wieder ein anderes Licht auf die Umstände. Fünfzehn mal war Jarmusch für diverse Preise in Cannes nominiert, bei fünf Gewinnen in verschiedenen Kategorien. Er ist also kein unbekannter, dafür gerne gesehener Gast in Frankreich. Und das mit einem Zombie-Film, wo sich in dem beschaulichen Städtchen Centerville die Toten aus den Gräber erheben, auf der Suche nach warmem, lebendigem Fleisch. Chief Robertson und Officer Peterson stehen dabei etwas überfordert in der Gegend herum und versuchen mit den noch Überlebenden von Centerville in aller Ruhe die Lage zu sondieren. Die Erdachse hat sich verschoben und etwas Schreckliches wird deswegen geschehen. Doch wie soll man mit so etwas umgehen, was man nur aus Filmen kennt.
Die Geheimorganisation MEN IN BLACK, die die Erde vor dem Abschaum des Universums schützt, eignet sich aufgrund des Themas natürlich perfekt für eine Filmreihe, bei der auch mal die Hauptfiguren wechseln können. Nachdem wir Tommy Lee Jones zweieinviertelmal und Will Smith dreimal im schwarzen Anzug sehen konnten, bekommen wir es diesmal mit Tessa Thompson und Chris Hemsworth als … äh … Women In Black zu tun.
Und – soviel will ich vorwegnehmen – auch wenn der Film nicht der ganz große Wurf ist, habe ich mich über die gesamte Laufzeit ausgesprochen gut unterhalten gefühlt.
110 Kulissen für 65 Drehorte. Das ist selbst für einen kalkulierten Blockbuster eine beachtliche Menge. Zeichentrick und am Computer animierte Filme tun sich hierbei auch – verhältnismäßig – einfach. Die Figuren wurden 20% kleiner modelliert, als in Stop-Motion Filmen üblich ist, damit die größte Figur, mit vierzig Zentimetern, noch gut zu handhaben war. Manchmal waren bis zu 91 Teams waren gleichzeitig mit ständig 47 Motion-Control Kameravorrichtungen im Einsatz. Von den 1500 Kameraeinstellungen, war der Computer bei 460 Einstellungen vonnöten, um diverse Sets optisch zu vergrößern, ebenso viele wurden für Effekte gebraucht, und 320 für Animationen. Aber kein Computer bei den Figuren, da ist alles gute alte Handarbeit. Willkommen in der Welt von Mister Link, der gerne Susan genannt werden möchte.
Liebhaber des Genres sind intelligenter Science Fiction nie abgeneigt. Hier und da sind Weltraumschlachten sehr schön anzusehen, oder man lässt sich durch futuristische Gedankenspiel herausfordern. HIGH LIFE fordert heraus. Er könnte auf hoher See spielen, oder irgendwo in der Wüste, in einem Hochhaus, oder auf dem Mond. Die Figuren könnten allesamt Akademiker sein, oder römische Legionäre. Die Räumlichkeiten könnten ein Penthouse sein, oder eine verfallene Blockhütte. Die Experimente könnten das Wachstum von Gräsern erforschen, oder das tragen von Angora-Socken. Aber HIGH LIFE spielt im Weltraum, in einem heruntergekommenen Raumschiff, mit ausschließlich hochgradig Kriminellen, die Experimenten zur menschlichen Fortpflanzung ausgesetzt sind. Das eherne Ziel der Reise ist letztendlich der Flug in ein schwarzes Loch.
Für die Nerds eine kleine Auswahl von Titanen die in GODZILLA erscheinen, anwesend aber nicht zu sehen sind, oder als mögliche Gegner für weitere Filmen in Frage kommen: Anguirus, Baragon, Battra, Biolante, Destoroyah, Dogora, Ebirah, Gigan, Godzilla, Gorosaurus, Hedorah, Kamacuras, King Caesar, King Ghidorah, King Kong, Kumonga, Manda, Megaguirus, Megalon, Mothra, Ookondoru, Orga, Rodan, Rokmutul, SpaceGodzilla, Spiga, Titanosaurus, und/oder Varan. Auch in Deutschland, genauer bei München, ist ein Titan verborgen. Für den Film vollkommen irrelevant, aber für Interessierte könnte es vielleicht Rokmutul sein, oder sogar Anguirus. Der Trailer ist dafür zu ungenau.
Es gibt Filme, die nur wenige Zwecke erfüllen müssen. Sie sollen Spaß machen, sie sollen die selbst gestellten Ansprüche liefern, sie müssen keinen tieferen Sinn ergeben. Popcorn-Kino vom Feinsten. Mehr als zwei Stunden einfach abschalten können und dürfen. Überhaupt nicht mehr, aber dafür auch nicht weniger, erwartet man von einem Film, dessen Hauptdarsteller von Computern animiert wurde, größer als manches Hochhaus ist, und sich mit gleich großen Fieslingen ordentlich in die Wolle kriegt. Bei solch einleitenden Worten ist vorauszulesen, dass hier noch ein ganz großes »Aber« folgen wird. Doch wo fängt man da an? Godzilla ist ja schließlich nicht irgendein Hollywood-Schnellschuss. Im Abspann kann man sogar lesen, dass es extra einen Beauftragten für das sogenannte »MonsterVerse« gibt.
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