Es war im Prinzip schon klar, dass nach der Einführung in den ersten beiden Episoden STAR TREK DISCOVERY eine deutlich andere Richtung einschlagen würde, und dass in diesen im Prinzip nur der Boden für den Rest geebnet und ein wenig Charaktervorstellung betrieben wurde.
Seit gestern kann man die ersten beiden Episoden, also den Piloten, der neuen STAR TREK-Serie DISCOVERY ansehen. Ganz legal, einen Tag nach der US-Ausstrahlung, Netflix sei es gedankt. Was hätten wir Fans uns das in den 80ern oder 90ern gewünscht, heute ist es Realität.
Auf den ersten Blick wird klar: DISCOVERY unterscheidet sich in Cinematographie und auch erzählerisch grundlegend von dem, was man man früher von STAR TREK-Serien kannte. Und leider ignoriert man auch zahllose als gegeben angenommene Eckpunkte und Historie des Franchise. Das stößt dem Fan sauer auf, aber die Show ist eben nicht nur für Fans gemacht, sondern soll die heutigen TV-Zuschauer allgemein ansprechen.
Fünf Jahre hat es gedauert, bis sich Ridley Scott erneut seinem bekanntesten Universum zugewandt hat. Dazwischen lagen vier mehr oder weniger erfolgreiche Spielfilme, der schlechteste war COUNSELOR, dafür strahlte THE MARTIAN. Viel Schelte hatte Scott für seinen PROMETHEUS einstecken müssen. Die Einen bemängelten das Fehlen von Erklärungen. Die Anderen regten sich darüber auf, dass PROMETHEUS ja gar kein ALIEN-Film sei. Hätte sich Ridley Scott nach diesen ungerechtfertigten Äußerungen entschlossen, das Alien-Universum zu verlassen, wäre es nur allzu verständlich gewesen. Und dass der Regisseur sich tatsächlich vier Filme Zeit nahm, um doch weiter zu machen, hat den Verdacht des Absprungs nur verhärtet. Aber jetzt dürften die letzten negativen Kritiker endlich verstummen.
Chris ist mit Rose vier Monate zusammen. Es wird ein Wochenende bei der Familie fällig, um den neuen Freund endlich vorzustellen. Rose’ Familie ist eine tief im Süden Amerikas verwurzelte Sippschaft. Das Problem, welches Chris auch äußert, ist seine Hautfarbe. Rose ist eine Weiße, Chris ist schwarz. Doch alle Bedenken werden obsolet, denn viele andere Überraschungen warten auf Chris. Jordan Peele wurde eigentlich als Komiker einem hauptsächlich amerikanischen Publikum aus dem Fernsehen bekannt. Das er sich als zweites Kino-Drehbuch und Regie-Debut einen Horrorfilm zur Brust nehmen würde, ist daher umso überraschender. Aber da ist auch schon das Problem, ob man GET OUT wirklich als Horrorfilm einordnen kann.
Die erste Reise des Oberstleutnants Percival Harrison Fawcett nach Amazonien im Jahre 1906 war ein einfacher Auftrag. Der Brite sollte als schlichtende Partei den Grenzstreit zwischen Bolivien und Kolumbien beenden. Doch auf dieser Expedition erfährt er eine unglaubliche Geschichte, welche ihn sein Leben lang nicht mehr loslassen wollte. Eine verschollene Stadt, die eine fortgeschrittenere Zivilisation in Südamerika beweisen könnte, noch lange bevor in der sogenannten westlichen Welt an Zivilisation zu denken war. Percy Fawcett wird letztendlich zur Legende, leider aus einem anderen Grund, wenngleich während einer Expedition nach der versunkenen Stadt Z. Also fast schon selbstredend eine Geschichte nach einer wahren Begebenheit. Aber man muss dem Produzenten und Autor sowie Filmemacher James Gray hoch anrechnen, dass sie entgegen normalen Gepflogenheiten nie damit hausieren gehen.
Nun ist das mit Science Fiction so ein Problem. An Zuschauern ist das Genre durch Männer dominiert. Da hatte Morten Tyldum ein goldenes Händchen, als er den letzten Jahr erschienenen PASSENGERS drehte. Mit Jennifer Lawrence und Chris Pratt setzte er zwei der momentan angesagtesten Schauspieler in ein Raumschiff, und gestaltete es als Romanze mit starken Startschwierigkeiten. Aber so ein Konzept ist nicht beliebig wiederholbar. Da hatten scheinbar auch die Drehbuchautoren Rhett Reese und Paul Wernick die Eingebung, auf das Ursprüngliche zurückzugreifen. In 400 Kilometern über der Erde zieht die Internationale Raumstation ihre Bahnen. Die Aufgabe der Astronauten: eine Sonde vom Mars abzufangen und zu untersuchen. Mit Folgen, für die man als Kinogänger nicht viel Phantasie braucht.
Er ist wieder da, der beliebteste Affe der Welt. Viel Freude wird das bei den Cineasten weltweit nicht ausgelöst haben. Immer wieder fürchtet man um den Ruf eines Heiligtums. Natürlich ist und bleibt Ernest B. Schoedsacks KING KONG von 1933 ein Meilenstein. Ein Film der in manchen Einstellungen sämtliche damals zur Verfügung stehenden Spezialeffekte vereinte. Erst 29 Jahre später wagten es die Toho Studios den Namen King Kong in ihrer Godzilla-Reihe zu verwenden. Wer den Film kennt, weiß dass dieser keinen Aufschrei der Entrüstung hervor bringen konnte. Anders, als Dino De Laurentiis Mitte der 1970er ankündigte, die Originalgeschichte im Mantel der Gegenwart neu zu verfilmen. Unverständlicherweise wurde KING KONG 1976 von Kritikern und selbstgefälligen Cineasten verrissen. Was sogar so weit ging, dass man hoffte, Peter Jackson würde 2006 die Schmach wieder gut machen. Das nächste Remake. Welches allerdings weit hinter den Erwartungen blieb.
Als sich Regisseur Martin Scorsese mit WIE EIN WILDER STIER das erste Mal an eine Biografie wagte, nun, da schrieb er Filmgeschichte. Nicht ohne den unverkennbaren Einfluss von Hauptdarsteller Robert de Niro, der sich für die Produktion unglaublichen körperlichen Veränderung hingab. Erst 17 Jahre später sollte die Geschichte des Dalai Lama erzählt werden, und 2004 folgte das Portrait um das wilde Treiben des Milliardärs Howard Hughes. Jeder Film besitzt seinen eigenen Ton, sein eigenes Tempo, seine eigene Struktur. Scorsese war und blieb kreativ. Bereits Mitte der 1980er spielte Scorsese aber schon mit einer anderen, aber speziellen Art von Biografie. Es war der Roman SILENCE, welcher von zwei Missionaren handelt, die nach Japan reisen, um einen abtrünnigen Priester der gleichzeitig ihr Mentor war, zurück zu holen. Pech nur, dass der christliche Glaube in Japan verboten ist und unter schwerer Strafe steht.
Aufgrund der aktuellen Diskussionen um den Deutschen Phantastik-Preis habe ich mir einige Gedanken darum gemacht, wie denn die Ausrichtung eines solchen Preises aussehen könnte, und wie die Rahmenbedingungen sein müssten, damit Streit und Kontroversen minimiert werden und die Ausrichtung fair ist. Das sind an dieser Stelle – wie gesagt – erst einmal nur Ideen und Gedanken, die in konkreter Durchführung sicherlich noch optimiert werden können.
Worüber man sich bei jedem reinen Publikumspreis im Klaren sein muss: Es wird immer der- oder diejenige gewinnen, der oder die die meisten Fans aktivieren kann. Das ist so, und das ist auch durchaus nichts Schlimmes oder Negatives, und bei einem Publikumspreis immanent. Das macht deswegen nicht, weil man ohnehin nicht feststellen kann, ob irgendein Werk »das Beste« ist, denn eine qualitative Bewertung liegt immer im Auge des Betrachters.
Es sollte sich meiner Ansicht nach übrigens nicht um einen »deutschen« Preis handeln, sondern um einen, der deutschsprachige Werke auszeichnet, diese könnten selbstverständlich auch beispielsweise aus der Schweiz, Österreich oder Burkina Faso stammen. Der Name des Preises sollte das reflektieren.
Als zur Jahrtausendwende der erste X‑MEN über die Leinwand fegte, da wurde schnell klar, dass hier eine Goldader freigelegt worden war. Was die Produzenten allerdings übersahen, war diesen Claim auch richtig abzustecken. Waren die folgenden zwei Fortsetzungen noch immer wunderbare Mainstream-Unterhaltung, erreichten sie nicht den Charme und die Kurzweil des ersten Teiles. CentFox als produzierendes Studio musste reagieren, schließlich machte sich die Publikumsermüdung auch in den Kassen bemerkbar. Wenn etwas zu retten war, dann mit einer grundlegenden Änderung des Konzeptes. Und es hatte keine Analysten gebraucht zu sagen, wer das größte Nugget in dieser Goldader war. Aber das Konzept der Ursprungsgeschichten wollten Fans und Freunde auch nicht so richtig schlucken. Die Einspielergebnisse stagnierten, trotz steigender Eintrittspreise. Ein letztes Aufbäumen gab es bei ZUKUNFT IST VERGANGENHEIT. Das sollte es gewesen sein? Doch eine Serie wie diese konnte man nicht sang und klanglos ausgehen lassen.
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