Dracula, Frankenstein, Werwolf und der Unsichtbare. Für jeden Cineasten ein Geschenk des Himmels. Zusammen als unschlagbares Gespann. Die Hoffnung keimte auf, dass in einer Zeichentrickversion wieder gut gemacht werden könnte, was Filme wie VAN HELSING mit den Universal-Legenden falsch gemacht hatten. Hier ist es ein beschauliches Hotel in der unwirklichen Unwirklichkeit Transsilvaniens, das der Graf mit den spitzen Zähnen als Wellness-Oase führt. Nicht etwa um frischen Blut anzulocken, sondern seinen geschundenen Mit-Monstern eine Auszeit zu ermöglichen. Wo dieses zum Hotel umfunktionierte Schloss liegt, würde sich nie eine Menschenseele hin verirren, denn auch ein Monster braucht mal Ferien.
Nur der Graf höchstpersönlich bekommt keine Möglichkeit, mal durchzuatmen. Mit 118 Jahren wird seine Tochter Mavis langsam erwachsen und muss davon überzeugt werden, dass sie niemals die Nähe der Menschen suchen darf. Denn Menschen sind die wahren Monster, und so veranstaltet Dracula einiges an Theater um Mavis die Neugierde auszutreiben. Ausgerechnet durch das Spektakel bei einer dieser inszenierten Ablenkungsmanöver, gelangt der Rucksacktourist Jonathan in das Hotel. Und jetzt beginnen die eigentlichen Probleme des Grafen, den Jonathan und Mavis haben einiges füreinander übrig. Aber ein Mensch im Hotel würde die Gäste vertreiben.
Man mag es eigentlich kaum glauben, aber einer der bekanntesten Krimi-Helden der Welt war lange Zeit nicht als Buch erhältlich. Seine Abenteuer sind – nach HARRY POTTER – die erfolgreichste Literaturverfilmung der Kinogeschichte, die literarische Vorlage blieb allerdings in den Verlagskellern und war nur antiquarisch zu bekommen. Aber das Warten hat ein Ende: zum 50sten Geburtstag der James Bond-Filme bringt Cross Cult alle 14 Romane von Ian Fleming wieder auf den Markt, in neuer Übersetzung – und endlich ungekürzt.
Dank einer freundlichen Spende von PhantaNews konnte ich MOONRAKER und LEBEN UND STERBEN LASSEN erneut lesen und den echten James Bond geniessen.
Wer nun glaubt: Ach die Story kenne ich doch schon, dem sei gesagt, dass die Filme nur sehr am Rand mit den Büchern zu tun haben. Dies ist besonders gut an MOONRAKER zu erklären. Während im Film Roger Moore mit dem damals hochmodernen Space Shuttle die Welt rettet, wurde der Roman zu einer Zeit geschrieben, als an eine Mondlandung noch gar nicht zu denken war (1955), geschweige denn an ein Space Shuttle. Dennoch werde ich hier nichts zur Geschichte der Bücher selber erzählen, ich will nicht spoilern und die grobe Geschichte sollte hinreichend bekannt sein. Viel spannender ist der Vergleich zwischen alter und neuer Auflage. Was hat sich geändert, was ist gleich geblieben und vor allem: Lohnt sich die (Neu-)Anschaffung?
Ich gehöre zu denen, die Seit Ende August Tyria unsicher (oder eigentlich eher sicher) machen. Bei Tyria handelt es sich um den Namen der Spielwelt des MMORPGsGUILD WARS 2, entwickelt von ArenaNet im Auftrag von NCSoft.
Um das Spiel selbst werde ich mich ein anderes Mal in einem Artikel kümmern. Während ich GW2 spielte, stellte sich allerdings der Wunsch ein, mehr über den Hintergrund der Welt zu erfahren. Dazu kann man sich zwar im GW2-Wiki in Hintergründe einlesen, den Artikel dort fehlt allerdings oftmals leider die notwendige Stimmung. Da war die Alternative, einen der bereits 2012 erschienen Romane zum Spiel zu lesen, recht naheliegend.
Der erste erschienene war GHOSTS OF ASCALON von Matt Forbeck und Jeff Grubb. Natürlich kann es ins Auge gehen, einen Lizenzroman zu einem Computerspiel zu lesen, denn es kommt immer wieder vor, dass die nur halbherzig zusammen geschrieben werden. Im vorliegenden Fall hat es glücklicherweise funktioniert.
»Ich bin nicht scharf darauf, mit dem zehntausendsten Vampirroman ins Guinness-Buch zu gelangen«
Gestern bin ich auf Facebook über folgenden Aufruf gestolpert:
Auf diese Seite darf jedermann Manuskriptangebote für den LUZIFER-Verlag einstellen und die bestbewerteten Angebote (die meisten »Likes« von Lesern) werden hinsichtlich einer Veröffentlichung geprüft. Dabei spielen die kritischen Kommentare der Leser natürlich auch eine gewichtige Rolle ;)
Auf diese Weise möchten wir jährlich ein bis zwei Bücher neu ins Verlagsprogramm aufnehmen.
Die erste Auswertung erfolgt am 01.01.2013!
Neben unseren Stammautoren möchten wir weiterhin unbekannten Autoren eine faire Veröffentlichungsmöglichkeit jenseits von BoD und Co. bieten. Doch der Dschungel unaufgeforderter Manuskripte übersteigt unsere »Sichtungs«-Möglichkeiten bei weitem. Deshalb möchten wir diesen etwas ungewöhnlichen Weg gehen und eine einfache Bewerbungsplattform für Autoren bieten.
Genre: Horror, Thriller, Sci-Fi, Mystery
Da wurde ich natürlich sofort hellhörig, denn das ist doch mal ein Konzept. Während die Publikumsverlage verzweifelt auf der Suche nach dem nächsten Trend sind (statt selbst welche zu schaffen, wie es sich für sie gehören würde), macht sich Steffen Janssen, Betreiber des Luzifer-Verlags daran, auf Facebook Romankonzepte zu sammeln und die Leser via »Likes« darüber abstimmen zu lassen, welches davon realisiert wird.
Das Warten ist vorbei, und mit ihm die Sorge, THE WALKING DEAD könnte den Kopf verloren haben. Es ist allerdings nicht die Premierenfolge, sondern die Vorschau auf Episode 2, SICK, die dem geneigten Fan und Freund außergewöhnlicher Fernsehunterhaltung zeigt, dass er nicht mehr die Defizite der zweiten Staffel fürchten muss. Denn der Einstieg zu Staffel 3 mit SEED erweckt schnell den Eindruck, die Überlebenden um Deputy Sheriff Rick Grimes könnten wieder für eine komplette Staffel das Überleben der Menschheit an einem einzige Set aussitzen.
Ich hatte mehrfach darüber berichtet, dass die Humble Bundle Inc. nach mehreren Spielebundles zuletzt auch eBooks im Programm hatte. Kurze Erinnerung dazu: es werden Independent-Spiele beziehungsweise in letzterem Fall eBooks im Paket angeboten, man darf dafür zahlen, was man möchte.
Mich interessierte die Frage, ob eine solche Aktion auch in Deutschland möglich wäre, oder ob das – wie ich vermutete – nach Ansicht des Börsenvereins gegen das Buchpreisbindungsgesetz verstößt. Da ich keine rechtliche Ausbildung habe, bin ich nicht in der Lage, eine solche Frage selbst zu beantworten, allerdings hatte ich mit einer Anfrage beim Justiziar des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels in der Vergangenheit positive Erfahrungen gemacht und mir war zudem signalisiert worden, dass ich auch weitere Anfragen in dieser Richtung im Rahmen meiner Berichterstattung über eBooks und Selfpublishing gerne stellen dürfe.
Three Stooges – Drei Vollpfosten drehen ab / Deutschlandstart 18.10.2012
Der wieder einmal witzig gemeinte deutsche Titel bringt es ziemlich genau auf den Punkt. Die Farrelly-Brüder haben wieder einen Film gemacht, und sie möchten beweisen, dass unter der Gürtellinie noch lange nicht Schluss ist. Es ist eine Neuauflage alter Kurzfilme des in Amerika zur Institution gereiften Komiker-Trios THREE STOOGES, das erst Mitte der Achtziger in Deutschland unter dem Titel DIE DREI VERRÜCKTEN lief, hier aber kaum bekannt wurde. Markenzeichen sind der oft grausame und brutale Slapstick und endloses Fratzen schneiden.
»Was ist eigentlich dieses Steampunk?« – das ist eine Frage, die sich bestimmt viele Leser schon einmal gestellt haben. Oder die Insidern der Materie gestellt worden ist und die man dann nicht so ohne Weiteres beantworten konnte. Erschwerend kommt hinzu, dass das Genre nicht scharf umrissen ist, wie es sich insbesondere Marketing-Fuzzies immer gerne wünschen – und wie man es bei diversen anderen Spielarten der Phantastik gewöhnt ist.
Doch Hilfe und Auswege aus diesem Dilemma sind nah. Der Verlag O’Reilly bringt eine Buchreihe namens »Kurz & Geek« heraus, in der verschiedenste Themen in (mehr oder weniger) komprimierter Form behandelt werden. Die neueste Ausgabe widmet sich dem Steampunk.
Als Autoren konnten Alex Jahnke, Betreiber des Clockworker, und Marcus Rauchfuß von Daily Steampunk gewonnen werden.
96 HOURS – TAKEN 2 / Deutschlandpremiere 11.10.2012
Wenn Liam Neeson damit kokettiert, er habe für den ersten TAKEN nur unterschrieben, weil er glaubte es wäre eine Direkt-auf-DVD-Produktion, dann mag in dem Witz schon auch einiges an Wahrheit mitschwingen. Die Abenteuer des Ex-Agenten Bryan Mills waren aber auch zu absurd einfach gestrickt, dass TAKEN als ernsthafter Film kaum in Betracht gezogen werden konnte. Der in Deutschland sinnigerweise 96 HOURS betitelte Film (Gratulation an den Verleiher) zog mit seiner geradezu provozierenden Geradlinigkeit wider Erwarten die Massen ins Kino, weltweit. Das er dann auch im Sinne der Produzenten funktionierte, war zweifellos dem schnörkellosen Spiel und körperlichen Einsatz von Liam Neeson zu verdanken, bei dessen Namen man sofort fragt, was ihn zu so einer Produktion treiben könnte. Es hat den damals bereits 56 Jährigen Charakterdarsteller zum Action-Star gemacht, zu einem Helden den man seinen physischen Einsatz auch abkauft. In einem Alter, bei dem es in Hollywood keine Chance gegeben hätte.
Wenn man hört, dass ein Magazin neu aufgelegt werden soll, mit dem man große Teile der Kindheit verbracht hat, dann ist man schon allein aus rein nostalgischen Gründen erst einmal erfreut – auch wenn man weiß, dass der letzte Reinkarnationsversuch aufgrund mangelnden Käuferinteresses gescheitert ist. Erste Bedenken beschlichen mich dann allerdings bereits, als ich das Konzept vernahm: diesmal sollte das YPS auf Erwachsene ausgerichtet werden, Zielgruppe laut Verlag die 30- bis 45-Jährigen (also die früheren Leser), mit Gimmick, aber auch zu diesen Lesern passenden Artikeln.
Als ich das Rezensionsexemplar dann las, war ich anfangs fast noch bereit, an eine Selbstpersiflierung zu glauben, aber je weiter ich im Magazin kam, desto mehr fragte ich mich, ob man mich für dumm verkaufen will. Oder ob die Redaktion ernsthaft der Ansicht ist, die Artikel im neuen YPS könnten die Zielgruppe auch nur ansatzweise zufrieden stellen.
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