AUF DER SUCHE NACH EINEM FREUND FÜR DAS ENDE DER WELT

Es ist eine pfif­fige Prämisse. Ein ordentlich­er Schuss roman­tis­che Komödie, attrak­tive Darsteller, ein biss­chen Road-Movie, skur­rile Sit­u­a­tio­nen und der Wel­tun­ter­gang. Kaum hat der Radiomod­er­a­tor verkün­det, dass der Men­schheit nur noch 21 Tage verbleiben, springt Dodges Frau aus dem Wagen und ver­schwindet. Kein guter Aus­gangspunkt für die Zukun­ft, oder was von dieser übrig ist.
Lorene Sca­faria war ein­mal mit einem genialen Drehbuch für NICK & NORAH – SOUNDTRACK EINER NACHT aufge­fall­en. Das ließ für SUCHE NACH EINEM FREUND nur Bestes erhof­fen. Let­z­tendlich wurde die kuriose Idee zu ein­er roman­tis­chen Geschichte ver­formt, die dem Ganzen gar nicht wirk­lich gerecht wer­den will.

Dodge ver­fällt für einige Tage in eine Lethargie, die mehr dem Ver­schwinden sein­er Frau anzu­las­ten ist als dem Ende der Welt. Was Dodge einen würdi­gen Abgang bescheren würde, wäre seine alte Jugend­liebe Olivia, doch die müsste er erst ein­mal aus­find­ig machen. Dabei kommt ihm die quirlige Pen­ny in die Quere, die ger­ade dabei ist, ihre Beziehung zu been­den. Reich­lich vielver­sprechende Fäden, die man für eine roman­tis­che Komödie mit Wel­tun­ter­gang zu ein­er Geschichte ver­woben hat, die den­noch nicht sehr kom­pliziert gewor­den ist. Dem Zuschauer wird schnell klar, wie das Ende der Welt ablaufen wird.

Über jede Ver­nun­ft dien­st­be­flis­sene Polizeibeamte. Ein Bunker voller selb­stüberzeugter Sol­dat­en. Oder ein bizarrer Selb­st­mord, der nicht selb­st verübt wird. Immer wieder spielt die Geschichte mit skur­rilen, unvorherse­hbaren Details. Dazu kom­men die üblichen Szenen von Plün­derun­gen und Anar­chie. Aber im Vorder­grund ste­ht die Beziehung von Dodge und Pen­ny. Und ihre Geschichte ist die Suche nach der Wahrhaftigkeit in ihrem Leben. Was wird bleiben? Glück­licher­weise umge­ht der Film die aus­ge­lutschte Frage nach dem Sinn des Lebens, welche nicht mit der Wahrhaftigkeit ver­wech­selt wer­den darf. Car­rell und Knight­ley sind ein glaub­würdi­ges Ges­pann, bei dem die Chemie stimmt. Mit ihren charis­ma­tis­chen Per­sön­lichkeit­en geben sie dem Drehbuch den let­zten Schliff und eine wun­der­same Ehrlichkeit.

Autorin und Regis­seurin Sca­faria bet­tet die Beziehung von Dodge und Pen­ny und natür­lich die treibende Jugend­liebe Olivia klei­d­sam in das Endzeit-Szenario. Aber so richtig find­en diese bei­den Hand­lung­steile nicht zusam­men. Was die bei­den Suchen­den auf ihrem Road-Trip sehen und erleben, hat keinen direk­ten Ein­fluss auf ihr eigenes Tun. Das Ende der Welt, so orig­inell es auch erscheinen mag, es in einen solchen Kon­text zu set­zen, hat keinen exis­ten­ziellen Ein­fluss auf die ange­führten, zwis­chen­men­schlichen Beziehun­gen.

Tech­nisch ist SUCHE NACH EINEM FREUND ein in allen Belan­gen großar­tiges Kinos­tück, mit stim­mi­gen, manch­mal auch magis­chen Bildern und einem ein­nehmenden Rhyth­mus. Lin­da Cohens Musikauswahl wirkt manch­mal etwas stark bemüht, wenn sie Pen­nys Vinyl-Lei­den­schaft verdeut­lichen soll. Aber es gibt nichts, was ein gut aufgelegtes Ensem­ble nicht wieder richt­en kann. Allen voran Car­rell und Knight­ley machen diesen roman­tis­chen Road-Trip zu einem Vergnü­gen. Doch wie ein dro­hen­der Schat­ten hängt das Ende der Welt über der nicht ganz dem The­ma gerecht wer­den­den Umset­zung der Geschichte. Oder ist das am Ende doch die Weisheit für die let­zten Tage, dass einzig die Liebe deines Lebens von allem das Wichtig­ste ist? Im wahren Leben vielle­icht, hört sich auch gut an. Aber es ist ein Film, der mit Titel und Prämisse das Ende aller Tage her­auf­beschwört. Ein gar nicht mal so schlechter Film ver­spricht damit allerd­ings etwas zu viel.

AUF DER SUCHE NACH EINEM FREUND FÜR DAS ENDE DER WELT
Seek­ing a Friend for the End of the World

Darsteller: Steve Car­rell, Keira Knight­ley, Adam Brody, Con­nie Brit­ton, Derek Luke, Mar­tin Sheen, Mark Moses, Rob Corddry u.v.a.
Regie & Drehbuch: Lorene Sca­faria
Kam­era: Tim Orr
Bild­schnitt: Zene Bak­er
Musik: Jonathan Sad­off, Rob Simon­sen
Pro­duk­tions­de­sign: Chris L. Spell­man
zir­ka 101 Minuten
USA 2012
Pro­mo­fo­tos Copy­right Focus Fea­ture / Uni­ver­sal Pic­tures Inter­na­tion­al

AutorIn: Bandit

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