Steam macht sich unbeliebt – Verbraucherzentrale mahnt ab

Wenn man Spie­le über Val­ves Online­platt­form Steam kauft, dann bezahlt man dafür Geld – in man­chen Fäl­len sogar mehr als bei­spiels­wei­se beim Händ­ler oder bei Ama­zon. Die gekauf­ten Spie­le sind dann an das Steam-Kon­to gebun­den. Bis hier­hin eigent­lich kein Pro­blem, soll­te man mei­nen; aller­dings macht sich Val­ve gera­de damit unbe­liebt, dass sie die Geschäfts­be­din­gun­gen geän­dert haben und man als Kun­de die­sen zustim­men muss. Tut man das nicht, hat man kei­nen Zugriff mehr auf sein Kon­to und kann die teu­er gekauf­ten Games nicht mehr nut­zen.

Das ist so natür­lich nicht hin­zu­neh­men, dach­te sich auch die Ver­brau­cher­zen­tra­le Bun­des­ver­band (VZBV) und mahnt Val­ve ab. Caro­la Elbrecht vom Pro­jekt »Ver­brau­cher­rech­te in der digi­ta­len Welt« sagt dazu:

Die­se Geschäfts­pra­xis ist rechts­wid­rig. Das wäre in etwa so, als wenn ich im Laden ein Brett­spiel kau­fe und ich das Spiel nur im Geschäft unter Beob­ach­tung des Ver­käu­fers spie­len darf. Ändert der Ver­käu­fer sei­ne AGB, bleibt mir kei­ne Wahl: Ent­we­der ich stim­me den Ände­run­gen zu oder ich kann das Spiel nicht mehr nut­zen, es ver­bleibt im Laden, und den bereits gezahl­ten Kauf­preis erhal­te ich auch nicht zurück.

Auch wenn der Ver­gleich hinkt: die Inten­ti­on ist die rich­ti­ge. Die­ses Pro­blem dürf­te sich aller­dings nicht auf Steam beschrän­ken, ich gehe davon aus, dass bei ande­ren Anbie­tern genau das­sel­be gesche­hen wür­de, wenn man geän­der­te Nut­zungs­be­din­gun­gen ablehnt, von daher hat die Abmah­nung oder eine even­tu­el­le spä­te­re Kla­ge Sym­bol­wir­kung für die Bran­che.

Gibt Val­ve bis zum 26. Sep­tem­ber kei­ne Unter­las­sungs­er­klä­rung ab und ändert sei­ne Geschäfts­prak­ti­ken in die­ser Sache nicht, dann wird geklagt. Und das kann dann dau­ern …

Sei­tens Val­ve gibt es kei­ne Kom­men­ta­re. Natür­lich nicht.

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Steam-Logo Copy­right Val­ve

Ubisoft verstößt bei FROM DUST gegen Steams Nutzungsbedingungen

Ich weiß ja nicht, was die in den Chef­eta­gen von Ubi­soft so rau­chen, aber was Gutes kann es nicht sein. Aus diver­sen Fäl­len, über die ich auch hier berich­tet habe ist bekannt, dass man bei dem Publisher immer wie­der mal Kopier­schutz­sys­te­me in Spie­le ein­baut, die den Nut­zer zwin­gen, stän­dig eine Onlin­ver­bin­dung zu haben, da die jewei­li­gen Pro­duk­te sonst nicht funk­tio­nie­ren. Das gilt auch für Off­line­spie­le oder Spie­le mit Off­line-Modus neben einem Online-Teil.

Bei Steam steht man auf der­lei Nutzer­gän­ge­lung nicht und unter­sagt des­we­gen in den Nut­zungs­be­din­gun­gen für Publisher sol­che har­te DRM-Maß­nah­men sehr ein­deu­tig. Bei Ubi­soft hat­te man des­we­gen aus­ge­sagt, dass ihr Spiel FROM DUST auf Steam nicht über eine sol­che DRM-Maß­nah­me ver­fü­gen wür­de. Das war eine offen­sicht­li­che Falsch­aus­sa­ge, denn wie sich her­aus­stell­te, war die­se dann doch im Spiel ver­steckt vor­han­den, was ein direk­ter Ver­stoß gegen die Steam-TOS war.

Bei Steam fackel­te man nicht lan­ge, als man das her­aus fand und schmiss nicht nur das Spiel aus dem Store, son­dern bot den Käu­fern auch sofort eine Rück­ga­be an, bei denen sie den Kauf­preis zurück erhiel­ten. Es ist sicher davon aus­zu­ge­hen, dass Steam sich die ent­stan­de­nen Kos­ten bei Ubi­soft zurück holen wird, immer­hin ver­stie­ßen die vor­sätz­lich gegen die Nut­zungs­be­din­gun­gen.

Auch außer­halb von Steam brach­te der Kopier­schutz Ubi­soft der­art viel Ärger ein, dass sie jetzt zu Kreu­ze krie­chen und ange­kün­digt haben, inner­halb von zwei Wochen einen Patch zu ver­öf­fent­li­chen, der die völ­lig untaug­li­che DRM-Maß­nah­me ent­fer­nen wird. Das Gan­ze soll des­we­gen zwei Wochen dau­ern, weil man sicher­stel­len will, dass die Spie­ler ihre Spiel­stän­de wei­ter ver­wen­den kön­nen.

Dem­nächst erscheint DRIVER SAN FRANCISCO für den PC, hier hat Ubi­soft ange­kün­digt, den Kopier­schutz nicht in der bis­her geplan­ten Form ein­zu­set­zen. Das muss aller­dings nichts bedeu­ten, denn das hat­ten sie bei FROM DUST eben­falls ange­kün­digt und ihn dann doch heim­lich ein­ge­schmug­gelt.

Nach wie vor ste­he ich auf dem Stand­punkt, dass ich von Ubi­soft so lan­ge kei­ner­lei Pro­duk­te kau­fen wer­de, bis sie damit auf­hö­ren, ehr­li­che Kun­den zu ver­ar­schen.

Und Hut ab vor Steam, die zwar auch immer wie­der kri­ti­siert wer­den, aber immer wie­der ein­deu­tig zei­gen, dass sie auf Sei­ten ihrer Kun­den ste­hen; zuletzt hat­ten sie Elec­tro­nic Arts wegen ähn­li­cher DRM-Spe­renz­chen raus­ge­schmis­sen. Steam sind im Ver­gleich mit den ande­ren Gier­lap­pen der Bran­che ein­deu­tig die Guten.

Ubi­soft-Logo Copy­right Ubi­soft

FORSAKEN WORLD – spielt doch alleine!

Forsaken World Launcher - mehr habe ich vom Spiel nicht zu sehen bekommen
Der Laun­cher – mehr habe ich vom Spiel nicht zu sehen bekom­men

Steam hat­te groß ange­kün­digt, dass sie jetzt auch free-to-play-Spie­le ver­tei­len. Eigent­lich eine fei­ne Sache und nach­dem ich mal einen Blick auf das – der­zeit noch sehr spär­li­che – Ange­bot gewor­fen hat­te, fiel mir das Asia-MMO FORSAKEN WORLD auf, das dann auch auf Met­acri­tic Bewer­tun­gen bekom­men hat­te, die ganz okay waren.

Kos­tet nichts, zwi­schen dem Aus­pro­bie­ren und mir stand nur der Down­load von ein paar Giga­byte, der nach 45 Minu­ten been­det sein soll­te.

Ging auch rasend schnell, gegen die Steam-Ser­ver kann man wirk­lich nichts sagen. Aber dann…

Der Laun­cher zog noch ein paar Datei­en nach und bot mir den einen leuch­ten­den Start-Knopf. Nach Betä­ti­gen des­sel­ben tat sich – nichts. Bei mehr­ma­li­gen wei­te­ren Ver­su­chen tat sich – nichts. Ein Blick in den Taskma­na­ger zeig­te mir die Lei­chen-Pro­zes­se von FORSAKEN WORLD, die ich ein­zeln abschoß, das Spiel war aber nicht zum Ster­ten zu bewe­gen. Irgend­wel­che wie auch immer gera­te­ten Feh­ler­mel­dun­gen wur­den mir gar nicht nicht erst ange­bo­ten.

Also zur Such­ma­schi­ne der eige­nen Wahl gegrif­fen und schnell fest­ge­stellt, dass das Pro­blem bekannt ist und seit Mona­ten auf­tritt, ohne dass sich die euro­päi­sche Depen­dance des chi­ne­si­schen Betrei­bers Per­fect World Enter­tain­ment des­sen wirk­lich ange­nom­men hät­te (die Chi­ne­sen haben gera­de Cryp­tic gekauft, wahr­schein­lich weil deren mie­ser Sup­port so gut zu ihrem passt… ;o) ). Das Pro­blem tritt durch alle Win­dows-Geschmä­cker auf, am häu­figs­ten aber wohl unter Win­dows XP. Immer wie­der wur­de als ein­zi­ge funk­tio­nie­ren­de Lösung ange­ge­ben, jeg­li­che Anti­mal­wa­re-Soft­ware (Anti­vi­ren, Antis­py­wa­re und Per­so­nal Fire­walls) zu deinstal­lie­ren (deak­ti­vie­ren reich­te nicht), dann kön­ne man das Spiel star­ten.

Ja, ne, is´ klar… Fail! Deinstal­liert.

DIRT 2 und CRYSIS heute für kleines Geld bei Steam

Val­ves Spie­le­platt­form Steam bie­tet bis zum Anfang des neu­en Jah­res (genau­er: bis zum 2. Janu­ar) jeden Tag Spie­le­schnäpp­chen zu zum Teil dra­ma­tisch ver­rin­ger­ten Prei­sen an. Bei­spiels­wei­se gab es schon PORTAL für zwei Euro fünf­zig, LARA CROFT AND THE GUARDIAN OF LIGHT (um Län­gen bes­ser als gedacht) für EUR 5,00 und das Hightech-Jump&Run MIRROR’S EDGE eben­falls für EUR 2,50.

Auch heu­te bie­tet Steam wie­der zwei beson­de­re Lecker­bis­sen feil. Zum einen den preis­ge­krön­ten futu­ris­ti­schen Egoshoo­ter CRYSIS aus deut­schen Lan­den und zum ande­ren den optisch ein­drucks­vol­le und spie­le­risch über­zeu­gen­den Ral­lye-Racer COLIN MCRAE DIRT 2.

CRYSIS geht für EUR 3,74 über den vir­tu­el­len Laden­tisch, für DIRT 2 muss man gera­de mal 4,99 Euro berap­pen. Gera­de bei letz­te­rem gibt es damit kaum noch eine Aus­re­de, nicht mal durch Ait Ben Had­dou zu bret­tern…

Bei allen Spie­len han­delt es sich selbst­ver­ständ­lich um Down­load-Ver­sio­nen, des­we­gen soll­te man ange­sichts der Giga­byte-schwe­ren Datei­en nur mit einer halb­wegs schnel­len Lei­tung über den Kauf nach­den­ken…

Pro­mo-Sze­nen­fo­tos Copy­right Code­mas­ters (DIRT 2) und Cry­tek (CRYSIS)

ALIENS VS. PREDATOR in Deutschland über Steam aktivierbar?

Cover ALIENS VS. PREDATORAuf­grund ange­nom­me­ner Pro­ble­me mit dem bun­des­deut­schen Jugend­schutz und damit einer Frei­ga­be, hat­te man sich beim Publisher Sega ent­schie­den, das Spiel ALIENS VS. PREDATOR in Deutsch­land nicht auf den Markt zu brin­gen (wir berich­te­ten).  Unver­ständ­li­cher­wei­se, wie ich fin­de, denn es wäre für Erwach­se­ne auch dann noch käuf­lich zu erwer­ben gewe­sen, wenn es auf den Index gekom­men wäre, denn Indi­zie­rung bedeu­tet nicht Ver­kaufs­ver­bot – wie vie­le fälsch­lich anneh­men – son­dern »nur« Wer­be­ver­bot. Mög­li­cher­wei­se hat­te man aber bei Sega Angst vor schlech­ter Publi­ci­ty auf­grund der »Killerspiele«-Hexenjagd man­cher Poli­ti­ker (die nach der Wahl glück­li­cher­wei­se und nicht ganz uner­war­tet ein­ge­schla­fen zu sein scheint).

Selbst­ver­ständ­lich kann man sich das Spiel im Aus­land bestel­len und dort gibt es auch bereits eine Demo­ver­si­on zum Her­un­ter­la­den. Akti­viert wer­den müs­sen sowohl die Demo (sie­he den Link links für Tricks, wie das funk­tio­niert) wie auch eine zukünf­ti­ge Voll­ver­si­on aller­dings über Steam und da stell­te sich die Fra­ge, ob man ein im Aus­land erwo­be­nes Exem­plar des Spiels beim deut­schen Steam-Able­ger über­haupt akti­vie­ren kann. Bis­lang wur­de das von Sega-Sup­port-Mit­ar­bei­tern ver­neint, das Pro­dukt­ma­nage­ment aller­dings behaup­tet nun laut Aus­sa­ge der Zeit­schrift Game­star, dass eine Akti­vie­rung doch mög­lich sein soll. Wer sicher gehen will, dem wird wohl nur übrig blei­ben, bis nach der Ver­öf­fent­li­chung zu war­ten, dann weiß man mehr. AVP erscheint in Euro­pa am 19. Febru­ar.

Wer nicht im Aus­land kau­fen möch­te, bekommt das Spiel gegen Vor­la­ge eines Alters­nach­wei­ses (auf­grund feh­len­der Alters­ein­stu­fung) aller­dings auch bei Amazon.de. Fragt sich, wie lan­ge… Ande­rer­seits soll­te man davon aus­ge­hen, dass das Spiel auch akti­viert wer­den kann, wenn Ama­zon es offi­zi­ell in Deutsch­land anbie­tet, sonst hät­te der Online­ver­sen­der wohl ein Pro­blem.

Cover AVP Copy­right 2010 Sega und Rebel­li­on