Das nebenstehende Bild zeigt einen Kommentar auf der Facebook-Seite des Börsenblattes vom heutigen Tag, der auf einen Spiegel-Artikel von Frank Patalong verweist. Ich möchte einen Satz nochmal ganz besonders hervorheben:
Der Kindle ist nur erfolgreich, weil Selfpublisher bizarre Literaturpornos unters Volk bringen.
Tja, liebe Kindle-Nutzer, das Börsenblatt (Magazin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels) hat euch gnadenlos enttarnt. Ihr hat das Ding vom Beelzebub Amazon nur deswegen gekauft, damit ihr euch haufenweise bizarre Dinosaurier- und andere Soft- bis Mittelpornos reinpfeifen könnt. Leugnen ist zwecklos, ihr könnt es jetzt einfach zugeben.
Es ist natürlich völlig abwegig, dass der Kindle so erfolgreich ist, weil die Nutzung im Vergleich zu dem DRM-verseuchten eBooks der deutschen Verlage so unendlich viel einfacher ist. Oder weil das Angebot gerade im Bereich Selfpublishing gigantisch daher kommt. Oder weil englischsprachige eBooks nur ein Drittel des Preises kosten, den deutsche eBook-Portale ansagen. Oder weil Amazon kundenorientiert, kundenfreundlich und kulant ist.
Nein, alles falsch. Der Erfolg des Kindle liegt gemäß Börsenblatt einzig und allein an »bizarren Literaturpornos«.
Das kann man sich nicht ausdenken …
(Ach ja, das SpOn-Traktat könnte man übrigens inhaltlich mal mit zweiArtikeln aus der HuffPost vergleichen …)
Die Serie ZBV (ZUR BESONDEREN VERWENDUNG) des deutschen Science Fiction-Autoren und PERRY RHODAN-Miterfinders Karl Herbert Scheer liegt nun zum ersten Mal vollständig als eBook vor. ZBV erschien erstmalig als gebundenes Leihbuch im Balowa Gebrüder Zimmermann Verlag. Ein Heftnachdruck wurde ab 1957 verlegt. Eine Neuauflage und auch Fortführung erschien ab dem Jahr 1972 beim Pabel Moewig-Verlag, neben Scheer arbeiteten auch Kurt Mahr, H. G. Francis und William Voltz an der Serie mit. Sie wurde 1980 mit Erscheinen des Bandes 50 eingestellt.
ZBV gilt als Vorläufer der Science-Fiction-Serie Perry Rhodan, da sie deutliche Gemeinsamkeiten mit deren ersten Bänden hat. Scheers Autorschaft in der Rhodan-Serie wird bei den Taschenbuchausgaben des Pabel-Verlages auf deren Titelseite auch besonders herausgestellt. Ebenso wurden zahlreiche identische Charaktere, Handlungsstränge und technische Entwicklungen vorweggenommen. Dazu zählt beispielsweise der Aufbruch ins All mit Hilfe außerirdischer Technik. Auch gibt es in der ZBV-Serie bereits Abenteuer in der Vergangenheit, in denen das sagenumwobene Atlantis existiert.
[…]
Nach und nach entwickelt sich die Serie von futuristischen Spionage-Geschichten, die ab dem Jahr 2002 spielen, mehr und mehr zur Science-Fiction. Ab Band 8 wird nach der Entdeckung von vergessener Technik vom Mars auch gegen außerirdische Gefahren gekämpft. Die Erde wird in der ZBV-Serie vor 187.000 Jahren von den Marsbewohnern als Außenstützpunkt bewohnt, welche die Vorfahren der Menschheit zu Handlangern heranzogen und schulten. Die Menschheit findet nach der ersten Entdeckung auf dem Mond weitere Technik auf der Erde und dem Mars sowie den Hinweis auf ihre Herkunft. Der technische Fortschritt schreitet mit Hilfe der Mars-Technik sehr schnell voran, was jedoch auch außerirdische Mächte anlockt und für neue Gefahren sorgt.
Alle 50 Romane liegen ab sofort als eBook vor, der Preis beträgt 2,99 pro Band. Im Moment erhält man die eBooks nur bei Readersplanet, ich würde mich aber sehr wundern, wenn sie nicht in Kürze auch anderswo zu kaufen wären. Gerüchten zufolge soll es Band eins mit dem Titel ZUR BESONDEREN VERWENDUNG demnächst zum Anfüttern eventuell kostenlos geben.
Der Kampf gegen das Böse in Filmen, Romanen und Hörspielen ist angesagt in der aktuell erschienenen November-Ausgabe des monatlichen F&SF-Magazin NAUTILUS – Abenteuer & Phantastik. Das Böse präsentiert sich hübsch-häßlich herausgeputzt, maskiert oder ganz offen in Form von dystopischen Terror-Regimes, uralten Mächten, befremdlichen Außerirdischen, umstürzlerischen Totenbeschwörern und mörderischen Rachegeistern und manchmal auch ganz einfach nur als bitter-böser Irrtum.
Das Böse demaskiert zwar auf dem Coverbild der NAUTILUS 116 sein Gesicht, doch in den Geschichten versucht es zumeist, sich zu verbergen: Die Jugendlichen Katniss und Peta kämpfen gegen das ausbeuterische Kapitol in der Verfilmung von DIE TRIBUTE VON PANEM: CATCHING FIRE nach dem Dystopie-Roman von Suzanne Collins, denn sie werden von den Machthabern eines künftigen Amerikas erneut als die Tribute ihrer Distrikte zur Teilnahme an den tödlichen Hungerspielen gezwungen, nachdem sie gerade noch in schönen Kleidern für Propagandazwecke herausgeputzt den Medien vorgeführt worden waren. Der Donnerkönig Thor aus Asgard kämpft in der spektakulären neuen Marvel-Verfilmung THOR: THE DARK KINGDOM gegen eine Invasion der finsteren Schwarzalben, die aus Rache für ihren gescheiterten Krieg nun das ganze Universum der Neun Reiche in ewige Finsternis stürzen wollen, gegen die fiesen Intrigen seines heimtückischen Bruders Loki und für sein eigenes Liebesglück auf der Erde. Der von Kindesbeinen an mit einem Sender im Nacken überwachte und manipulierte Militärakademie-Schüler Ender muß in der Verfilmung und im Hörspiel ENDER´S GAME nach dem SF-Roman von Orson Scott Card auf Druck eines dystopischen Regimes einen simulierten totalen Vernichtungskrieg gegen außerirdische Insektenwesen führen, und erst zu spät erkennt er, wie bitterlich er getäuscht wurde. Im Roman THE LEGION: DER KREIS DER FÜNF der US-amerikanischen Fantasy-Autorin Kami Garcia kämpfen Jugendliche als Mitglieder eines Geheimbundes gegen einen bösen Dämonen, der unheimliche Rachegeister zu ihrer Ermordung aussendet, bereits ihre Eltern tötete und die ganze Welt versklaven will. Und in den SKULDUGGERY PLEASANT-Romanen von Derek Landy kämpfen ein Skelettdetektiv und eine Magierschülerin in einem alternativen Irland gegen schwarzmagische Kultisten, Totenbeschwörer und das Böse schlechthin.
Zudem im Heft sind Features zum oscar-reifen Historien-Drama 12 YEARS A SLAVE nach der wahren Geschichte um den im Jahr 1841 in Washington von Häschern entführten und illegal in die Slaverei verkauften Afroamerikaner Solomon Northup, zum Action-Film ESCAPE PLAN, in dem Sylvester Stallon und Arnold Schwarzenegger gemeinsam aus einem Hochsicherheitsgefängnis ausbrechen sowie zum neuen Studio Ghibli-Film DER MONDBLUMENBERG. Das Magazin präsentiert neben den Features zu den Filmen und Romanen Interviews mit Autoren, Hörspiel- und Filmemachern: Der Hörspiel-Regisseur Balthasar von Weymarn berichtet aus Anlass des Magazinbesuchs im Tonstudio über die Produktion von ENDER´S GAME als dramatisches Hörspiel mit ingesamt 101 Sprechern. Der Drehbuch-Autor Michael Hirst gibt einen intensiven Einblick in die Entstehung von historischen TV-Serien wie VIKINGS und DIE TUDORS. Derek Landy erzählt über modernes Drehbuchschreiben und den Status der anstehenden Verfilmung seiner Romane. Die Autorin Ursula Poznanski verrät, dass sie trotz der düsteren Perspektiven in ihrem Dystopie-Romanen DIE VERRATENEN und DIE VERSCHWORERENEN eine überzeugte Optimistin ist. Und Kami Garcia erzählt, warum sie Fantasy und Übernatürliches mag und wie sie von der Autorenkollegin Holly Black und ihrer Co-Autorin Margaret Stohl aus der BEAUTIFUL CREATURES-Saga dazu gedrängt wurde, mit THE LEGION endlich ihre eigene Romanwelt zu verwirklichen. Dazu kommen Hintergrund-Artikel zum Thema Dystopie, eine Vorschau auf kommende Dystopie-Filme, eine Übersicht der lesenswertesten aktuellen Dystopie-Romane sowie eine Galerie der besten Filme zum Gefängnis-Thema. Weriterhin gibt es Werkstattberichte, die monatliche Fantasy-Romanvorschau mit den Stimmen der Autoren, DVD- Roman- und Hörbuch-Besprechungen sowie als Gimmick zwei große Leseproben in der Heftmitte.
NAUTILUS erscheint monatlich beim Abenteuer Medien-Verlag und kann im gutsortierten Zeitschriftenhandel erworben werden. Bei Amazon erhält man das Magazin ebenfalls, dort allerdings nur im Abo. Weiterhin gibt es auch elektronische Fassungen: als ePaper sowie als Apps für iOS und Android.
Neuer Monat, neuer FANDOM OBSERVER. Mit nur minimaler Verspätung erschien die Ausgabe 293 bereits am Samstag und dass ich erst heute darüber berichte, ist allein meine Schuld. :) Diesmal hat der FO mit Antje Brand eine Gast-Chefredakteurin und die hat unter anderem folgende Themen zusammengestellt:
- Alles Gute, Doctor – 50 Jahre Zeitreisen mit dem Doctor und der Tardis
– Silbernes Jubiläum – 250 SF-Treffs München
– Kino satt – Bettina Petrik war für uns im Kino
Weiterhin finden sich in der recht lilalastigen Ausgabe Buchrezensionen, ein Führer über die Buchmesse in Frankfurt und der Fanzine-Kurier.
Der FANDOM OBSERVER kann wie immer auf der zugehörigen Webseite im Format PDF herunter geladen werden.
A STUDY IN SILKS ist ein Steampunk-Roman (der erste einer Reihe) um die Abenteuer von Sherlock Holmes´ Nichte Evelina Cooper. Die Zusammenfassung des Verlags ist zumindest äußerst vielversprechend:
Evelina Cooper, the niece of the great Sherlock Holmes, is poised to enjoy her first Season in London Society. But there’s a murderer to deal with—not to mention missing automatons, a sorcerer, and a talking mouse.
In a Victorian era ruled by a council of ruthless steam barons, mechanical power is the real monarch and sorcery the demon enemy of the Empire. Nevertheless, the most coveted weapon is magic that can run machines—something Evelina has secretly mastered. But rather than making her fortune, her special talents could mean death or an eternity as a guest of Her Majesty’s secret laboratories. What’s a polite young lady to do but mind her manners and pray she’s never found out?
But then there’s that murder. As Sherlock Holmes’s niece, Evelina should be able to find the answers, but she has a lot to learn. And the first decision she has to make is whether to trust the handsome, clever rake who makes her breath come faster, or the dashing trick rider who would dare anything for her if she would only just ask.
A STUDY IN SILKS stammt von Emma Jane Holloway, ist bei Del Rey erschienen und liegt als Paperback und als eBook vor. Der Preis bei Amazon für das Taschenbuch beträgt derzeit ca. 5,70 Euro, für die Kindle-Fassung werden gerade mal EUR 4,25 fällig.
Buch zwei ist ebenfalls bereits erscheinen, der dritte Teil kommt erfreulicherweise schon im Dezember. Wann soll ich das nur alles lesen?
A STUDY IN SILKS
Emma Jane Holloway
Steampunk-Roman
24. September 2013
Taschenbuch und eBook
560 Seiten
Taschenbuch: EUR 5,70
eBook (Kindle): EUR 4,25
ISBN (Taschenbuch): 978–0345537188
ASIN (eBook): B00C4BA48G
Del Rey
Coverabbildung Copyright Del Rey/Random House
Die aktuelle Ausgabe von Erik Schreibers Phantastischem Bücherbrief ist eine runde Nummer: 600 lautet die sagenhafte Nummer darauf. Das nebenstehende Coverbild stammt von der soeben im Verlag Saphir im Stahl erschienenen Kurzgeschichtensammlung DIE KATHEDRALE, dem vierten Band aus der Reihe GEHEIMNISVOLLE GESCHICHTEN. Im Bücherbrief liest man dazu:
Bei seiner Reihe GEHEIMNISVOLLE GESCHICHTEN gibt der Herausgeber immer eine bestimmte Vorgabe. Die Autorinnen und Autoren, die sich an der Ausschreibung beteiligen wollten mussten sich an die Vorgabe halten, dass mitten in einer nicht näher beschriebenen Umgebung eine Kathedrale steht. Dazu gehörte auch ein kleiner Fluss mit einer steinernen Rundbogenbrücke sowie eine Dombauhütte, die die Kathedrale Instand hält und ein Dorf, wo die Bewohner leben.
Mit diesen Angaben erschöpfte sich der Herausgeber in seinen Vorgaben und hoffte auf spannende, humorvolle, liebevolle Geschichten. Der Kurzgeschichtenband enthält tatsächlich Geschichten mit Krimi‑, Science Fiction‑, Fantasy‑, Liebesroman‑, Thriller- und Historie-Einflüssen. Die Geschichten erzählen vom Reiz alltäglicher Begebenheiten, von geglückten oder gescheiterten Unternehmungen und von überraschenden Lebenswendungen.
Darüber hinaus findet man in der Jubelnummer des Phantastischen Bücherbriefs natürlich wie immer zahllose Besprechungen deutscher und internationaler Phantastik.
Den Bücherbrief 600 kann man hier im Format PDF herunter laden.
Da hatte sich die »Tolino-Allianz« mit ihrer neuen Reihe von eReadern laut und deutlich und mit viel Werbe-Tamtam als die großartige Alternative zu Amazons Kindle präsentiert. Das kam in der Buchbranche natürlich gut an, denn die sieht den Onlineverkäufer aus den USA nicht zu Unrecht als den ganz großen Konkurrenten und verpasst keine Gelegenheit, Amazon und Jeff Bezos als die Urbösen darzustellen. Die Hoffnung lag also auf dem Tolino in seinen verschiedenen Inkarnationen als eReader und neuerdings auch Tablet.
Doch nun muss der stationäre Buchhandel feststellen, dass man sich zu früh gefreut hat und die Tolino-Allianz (bestehend aus den Schwergewichten Thalia, Weltbild, Hugendubel, Club Bertelsmann und Telekom) auch nicht besser ist, denn die Gespräche, um die Tolinos als die eReading-Plattform auch für den Buchhandel abseits der Großkopferten Allianzler zu etablieren, sind gescheitert.
Das bedeutet: die von der Tolino-Allianz eingeräumten Konditionen waren zu schlecht für die Buchhändler, die Margen miserabel. Wo da jetzt die deutliche Verbesserung gegenüber Amazon sein soll, erschließt sich mir ehrlich gesagt überhaupt nicht. Ob nun der eine oder der andere Quasi-Monopolist, sie werden immer die Vorgaben diktieren. Angeblich sollen das Tolino-Imperium (passt viel besser als »Allianz«) sogar gefordert haben, dass man neben ihrem Produkt keine anderen eReader verkaufen darf. Unfassbar.
Das Problem ist aber erneut: der Buchhandel hat wieder einmal auf einen neuen Messias gewartet und wieder einmal hat sich der als Popanz heraus gestellt. Diese Blauäugigkeit ist in ihrer Hilflosigkeit fast schon niedlich. MVB und Börsenverein täten gut daran, zusammen mit dem Buchhandel endlich ein eigenes System zu installieren (das geräteunabhängig ist), statt sich darauf zu verlassen, dass Dritte das schon machen werden. Denn Dritte wollen auch nur so viel wie möglich verdienen.
Folgenreich lässt wieder einmal neue Hörspiele aus ihren erfolgreichen Serien auf die Fans los. Diesmal handelt es sich um eine Episode aus Bernhard Hennens ELFEN-Reihe und ein neues Abenteuer des »Dämonenkillers« DORIAN HUNTER.
DIE ELFEN – Folge acht – DIE SCHLACHT AM MORDSTEIN
Bei ihrer Flucht aus der Bibliothek von Iskendria können sich Schwertmeister Ollowain und die Koboldin Ganda auf einen Albenpfad retten, jedoch vergehen dabei ganze 15 Jahre, bis sie zu Elfenkönigin Emerelle zurückkehren können. Zeit genug für die Yingiz, die Albenmark zu verwüsten und für die Trolle, erneut ein übermächtiges Heer aufzustellen. Die Lage scheint aussichtslos, dennoch sucht Ollowain als Heerführer die Entscheidungsschlacht am Mordstein …
DIE SCHLACHT AM MONDSTEIN erscheint am 15. November 2013 bei Folgenreich/Universal Music, die Artikelnummer ist 0602537390281.
DORIAN HUNTER – Folge 23 – TOD EINES FREUNDES
Dorian Hunters zweite Inkarnation Juan Garcia de Tabera wird Zeuge der Geburt eines dämonischen Drillings, scheitert jedoch beim Versuch, diesen mit Hilfe des Drudenfußes, einem Pentagramm aus massivem Gold, zu vernichten. 500 Jahre später erinnert sich Dorian endlich wieder an sein Leben als de Tabera und was damals geschah. Ein entscheidener Hinweis des zwielichtige Olivero bringt ihn auf die Spur des verloren gegangenen Drudenfußes, der einzigen Waffe, mit der man den Dämonendrillings besiegen kann.
TOD EINES FREUNDES wird am 29.11.2013 in den Handel gehen, die Artikelnummer ist 0602537578399.
Beide Höspiele werden zu einem Preis von EUR 7,99 verkauft werden.
Coverabbildungen Copyright Folgenreich/Universal Music
Eigentlich wäre es doch so einfach: Im Prinzip benötigt man keine Werbeträger für eBooks im Laden. Warum nicht? Offensichtlicher kann es kaum sein: die Werbeträger für eBooks sind die Papierbücher, die dort ohnehin bereits in rauhen Mengen herum stehen. Dazu ein paar Schilder installiert: »Sie möchten dieses Buch als eBook kaufen? Wenden Sie sich an unsere Mitarbeiter«. Die drucken dann einen Bon mit einem Code aus – das Konzept funktioniert bei Pre-Paid-Karten seit Jahren tadellos -, den gibt man dann zu Hause ein und lädt das Buch auf den eReader. Optimalerweise kann man den Code in WLAN-tauglichen Lesegeräten direkt eingeben und das Buch herunter laden.
Will man so etwas verschenken, druckt die Buchhandlung nach dem Kauf eine verkleinerte Version des Covers aus, darauf der Code, und klebt das in eine Geburtstagskarte, die man auf diesem Wege gleich mit verkaufen kann. Alle sind glücklich. Es könnte so einfach sein. Doch in der Buchbranche ist offensichtlich nichts einfach.
Denn tatsächlich beharrt man darauf, dass eBooks im Laden »präsentiert« werden müssen. Zum einen erschließt sich mir nicht mal ansatzweise, warum man die ohnehin ausgestellten Bücher in elektronischer Form nochmal ausstellen muss. Zum anderen bestehen die sogenannten »SnapCards« nicht etwa umweltfreundlich aus recyceltem Papier, sondern aus – man fasst es nicht! – Plastikkarten, in der Art von Guthabenkarten für iTunes und Co. Ist es denn wirklich nötig, auf diesem Wege noch mehr völlig überflüssigen Plastikmüll zu erzeugen? Hat es sich noch nicht bis zu den Snapload-Betreibern herum gesprochen, dass Ressourcen begrenzt sind und Müllvermeidung angesagt? Offenbar nicht, stattdessen schreiben sie Codes für eine virtuelle Ware auf Plastikkarten, die keinerlei anderen Zweck erfüllen und danach weggeworfen werden. Eine gigantische, umweltfeindliche Sauerei!
Hinzu kommt, dass bei allen vorgestellten Konzepten noch jemand mitverdienen möchte, seien es Umbreit, Epidu oder in diesem Fall Snapload. Warum wird nicht eine anbieterunabhängige Struktur bereit gestellt, um allen Buchhändlern eine einfache Lösung wie den Kassenbonausdruck (der sich als Codeausdruck auch außerhalb von Kassensystemen einfach realisieren ließe, wenn die Einbindung für kleinere Buchhandlungen zu aufwendig ist – es reicht im Prinzip ein passwortgeschützter Internetzugang zu einem Codeserver) bereitzustellen? Statt gesundem Menschenverstand setzt man auf Müllerzeugung. Unfassbar …
[cc]
Promofoto Snapload-Cards Coypright snapload GmbH, Illustration: eReader von mir, Facepalm von Fabio Venni auf flickr, CC BY-SA
Öffentliche Bibliotheken sind eine feine Sache – und das nicht erst seit gestern. Sie ermöglichen finanzschwachen Bürgern (beispielsweise Arbeitslosen oder Kindern) kulturelle Teilhabe und Bildung. Sie ermöglichen es zudem, Bücher testzulesen, die man ansonsten möglicherweise nie erworben hätte. Halt! Ist letzteres nicht etwas ganz ähnliches wie Seiten, die eBooks kostenlos anbieten? Nicht? Nur weil man die Bücher der Bibliothek wieder zurückgeben muss? Na gut, darüber kann man diskutieren, aber manch einer scheint Bibliotheken in dieselbe Kategorie einzuordnen wie Tauschbörsen..
Mit welcher inhaltlichen Begründung würde mich allerdings wirklich mal interessieren, denn inhaltlich unterscheiden sich Bücher nicht von eBook. In der Nutzungsform natürlich schon, denn bei einem Buch erwirbt man dieses (aber keine Rechte am Inhalt), bei einem eBook erwirbt man ausschließlich eine Nutzungslizenz, die theoretisch jederzeit wieder entzogen werden kann (und das auch tatsächlich wird, wie jeder weiß, der nach Jahren nochmal versucht hat, eseine eBooks bei bestimmten Anbietern abseits von Amazon herunter zu laden. Prüft mal die Nutzungsbedingungen eures eBook-Anbieters, wie lange die Bücher dort für euch zum erneuten Download bereit gestellt werden). Dennoch: die Einrichtungen stellen nach meinem Wissen sicher, dass immer nur ein Leser das eBook ausleiht (auch wenn sich das aus technischer Sicht kafkaesk und mittelalterlich ausnimmt).
Das Unterbinden der Nutzung von eBooks in Bibliotheken durch die Verlage ist in meinen Augen ein unerträgliches, kulturfeindliches und asoziales Unding. Insbesondere, da diese Verlage sich immer wieder gern mal als Schützer der Kultur und des Urheberrechtes gerieren und immer wieder gen Amazon als »das Urböse« wettern. Ich kann an derWeigerung, eBooks für die öffentlichen Büchereien bereit zu stellen, nichts Kulturschützendes sehen und wenn man nach »den Bösen« der Branche suchen möchte, sollte man mal bei diesen Verlagen nachsehen. Mich würde zudem wirklich interessieren, wie der Börsenverein sich in dieser Causa positioniert.
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