Buch

Börsenverein motzt über Entwurf zur Urheberrechtsnovellierung

Copyright

In mei­nen Augen ist es gera­de­zu wider­wär­tig zu nen­nen, wie der Bör­sen­ver­ein sich über die Stär­kung der Rech­te des Urhe­bers in einem Ent­wurf des Urhe­ber­rechts echauf­fiert. Bis­her sind die Ver­wer­ter deut­lich im Vor­teil, was Rech­te angeht und kön­nen den Urhe­bern Kne­bel­ver­trä­ge dik­tie­ren, bei­spiels­wei­se was Lauf­zei­ten angeht. Das führt unter ande­rem dazu, dass Bücher in der Ver­sen­kung ver­schwin­den, weil sie nicht nach­pro­du­ziert wer­den, der Ver­lag aber auch die Rech­te nicht frei­gibt, damit die­se an den Autor zurück­fal­len kön­nen. Völ­lig gro­tesk wird die Lage bei eBooks: Wenn die Ver­trags­klau­sel bei Print­bü­chern noch lau­tet, dass die Rech­te an den Autor zurück­fal­len, wenn das Buch eine gewis­se Zeit lang nicht erhält­lich war, ist das bei eBooks qua­si nie so, der Urhe­ber wird die Rech­te also nie zurück erhal­ten.

In der Novel­lie­rung des Urhe­ber­rechts soll die­se Zeit auf fünf Jah­re begrenzt wer­den. Wenn ein ande­rer Anbie­ter dann für die Rech­te mehr bezahlt, darf der Autor die­se zurück­for­dern und an den neu­en Anbie­ter ver­ge­ben.

Mat­thi­as Ulmer, Vor­sit­zen­der des Ver­le­ger-Aus­schus­ses des Bör­sen­ver­eins, äußert sich kri­tisch. Unter ande­rem dar­über, dass sich ein Buch in fünf Jah­ren noch nicht amor­ti­siert haben könn­te.

Der Gesetz­ent­wurf des BMJV sieht unter ande­rem vor, dass Autoren ihre Ver­lags­ver­trä­ge nach fünf Jah­ren durch Rück­ruf been­den kön­nen. Dazu sol­len sie berech­tigt sein, wenn ihnen ein Ver­wer­ter, der an den Inves­ti­tio­nen des Ursprungs­ver­lags in das Werk und an des­sen wirt­schaft­li­chem Risi­ko nicht betei­ligt war, für die Wei­ter­nut­zung z.B. einen hohen Vor­schuss bie­tet. Der ursprüng­li­che Ver­trags­part­ner hat dann ledig­lich eine Art Vor­kaufs­recht. Das gilt auch dann, wenn er sich auf­grund noch nicht amor­ti­sier­ter Inves­ti­tio­nen in das Werk gegen­über dem neu­en Bie­ter in einer rui­nö­sen Wett­be­werbs­si­tua­ti­on befin­det. [Quel­le]

Darf ich mal lachen? Die meis­te Mas­sen­wa­re abseits von Best­sel­lern ist doch nach fünf Jah­ren nur noch in der Back­list zu fin­den, wenn man viel Glück hat. Die wur­de inzwi­schen schon lan­ge auf dem Remit­ten­den-Grab­bel­tisch ver­ramscht. Bei Best­sel­lern sieht die Sache natür­lich deut­lich anders aus, aber bei denen hat man dann sicher­lich bereits genug Umsatz gemacht, dass sich die Sache für Ver­lag (und viel­leicht sogar Autor) lohn­te.

Die Lösung ist eigent­lich ein­fach: Zufrie­de­ne Autoren blei­ben beim Ver­lag. Wenn man die­se also nicht am aus­ge­streck­ten Arm ver­hun­gern lässt und fair behan­delt, dann wer­den die­se sicher­lich wei­ter mit dem Ver­lag arbei­ten, der sie erfolg­reich gemacht hat. Macht ein ande­rer Ver­lag ein deut­lich bes­se­res Ange­bot, dann ist das Werk offen­sicht­lich auch deut­lich mehr wert, als der ers­te Ver­trags­part­ner zah­len möch­te. Eigent­lich sind das in einer Markt­wirt­schaft völ­lig nor­ma­le Vor­gän­ge, aber wenn man sein Haupt selig auf dem wei­chen Kis­sen der Buch­preis­bin­dung bet­ten kann, mag einem das mög­li­cher­wei­se nicht klar sein. Ein wei­te­rer Grund dürf­te sein, dass etli­che Ver­le­ger (und ande­re Mit­spie­ler in der Buch­bran­che) immer noch nicht ver­stan­den haben, oder die Augen davor ver­schlie­ßen, dass wir nicht mehr in den 1980ern leben.

Der Ver­weis auf Klein­ver­la­ge zieht in mei­nen Augen nicht, da die­se nach mei­nen Erfah­run­gen den Autoren ohne­hin bes­se­re und fai­re­re Kon­di­tio­nen bie­ten, als gro­ße Publi­kums­ver­la­ge. Die klei­nen agie­ren mit den Urhe­bern auf Augen­hö­he, statt vom hohen Ross her­ab.

Es dürf­te aber klar sein, dass der Bör­sen­ver­ein des Deut­schen Buch­han­dels sei­ne gesam­te Lob­by­macht in die Wag­scha­le wer­fen wird, um autoren­freund­li­che und seit Jah­ren über­fäl­li­ge Ver­bes­se­run­gen der Geset­zes­la­ge zuguns­ten der Urhe­ber zu ver­hin­dern. Die Musik­in­dus­trie wird das eben­falls tun. Es soll­te also kei­nen wun­dern, wenn am Ende auf­grund die­ser Lob­by­ein­flüs­se ein Gesetz her­aus­kommt, das die Urhe­ber noch schlech­ter stellt, als es jetzt bereits der Fall ist.

Die Ver­wer­ter sind exakt das: Ver­wer­ter. Sie schaf­fen selbst nichts Krea­ti­ves, sie ver­kau­fen aus­schließ­lich das Werk Drit­ter, der eigent­li­chen Urhe­ber. Und ich wie­der­ho­le mich: Deren Rech­te müs­sen im Rah­men einer Urhe­ber­rechts­no­vel­le deut­lich gestärkt wer­den. Die aktu­el­len Ver­wer­ter­rech­te sind viel zu umfang­reich, zu aus­ufernd, sie benach­tei­li­gen die Werk­schaf­fen­den. Und wenn die Ver­wer­ter von »Urhe­ber­rech­ten« spre­chen, wenn sie gegen angeb­li­che Raub­ko­pien wet­tern, dann mei­nen sie die­se nicht tat­säch­lich, son­dern aus­schließ­lich ihre Ver­wer­ter­rech­te.

Wir brau­chen aber mehr Rech­te für die Urhe­ber. Drin­gend. Geset­ze müs­sen zuerst dem Bür­ger die­nen, nicht irgend­wel­chen Fir­men­in­ter­es­sen.

Bild »Copy­right« von Pix­a­bay, CC0, Public Domain

DER PHANTASTISCHE BÜCHERBRIEF 623

Bücherbrief 623

Neu­er Monat, neu­er Bücher­brief. Ab sofort hier zum Down­load: Erik Schrei­bers PHANTASTISCHER BÜCHERBRIEF mit der Num­mer 623 und für den Monat Sep­tem­ber 2015.

In die­ser Aus­ga­be mit Bespre­chun­gen aus den The­men deut­sche und inter­na­tio­na­le Phan­tas­tik, Jugend­li­te­ra­tur, Kri­mi & Thril­ler, Hör­spie­le, Comics und Fil­me.

DER PHANTASTISCHE BÜCHERBRIEF ist kos­ten­los und kann hier im PDF-For­mat her­un­ter gela­den wer­den.

Bücher­brief 623 Sep­tem­ber 2015 (PDF, ca. 1 MB)

 

Neuerscheinung: DECEMBER PARK von Ronald Malfi

December Park

Beim Luzi­fer-Ver­lag ist soeben der Thril­ler DECEMBER PARK von Ronald Mal­fi als deut­sche Erst­aus­ga­be erschie­nen. Dabei han­delt es sich um den Gewin­ner des Bever­ly Hills Inter­na­tio­nal Book Awards 2015 in der Kate­go­rie »Sus­pen­se«. Zum Inhalt:

Im Herbst 1993 wird das beschau­li­che Städt­chen Har­ting Farms in Mary­land vom Ver­schwin­den meh­re­rer Kin­der erschüt­tert. Zunächst den­ken die Bewoh­ner noch an Aus­rei­ßer – bis in dem gro­ßen, gespens­ti­schen, umwal­de­ten Decem­ber Park die ers­te Lei­che eines Mäd­chens gefun­den wird. Die Zei­tun­gen spre­chen vom Ent­füh­rer als Piper – als Rat­ten­fän­ger, wie in der Sage der Brü­der Grimm –, weil er gekom­men ist, um die Kin­der weg­zu­lo­cken. Doch in den Schul­gän­gen flüs­tern die Kin­der noch viel düs­te­re­re Namen.
Ange­lo Maz­zo­ne und sei­ne Freun­de ent­de­cken eine Ver­bin­dung zu dem toten Mäd­chen und neh­men die Ver­fol­gung des Mör­ders auf. Die fünf Jugend­li­chen schwö­ren sich, der Schre­ckens­herr­schaft des Pipers ein Ende zu set­zen. Doch was als muti­ges Ver­spre­chen beginnt, ent­puppt sich nicht nur als Odys­see in die Düs­ter­nis ihrer Hei­mat­stadt und ihrer Bewoh­ner, son­dern auch als Selbst­er­fah­rungs­trip. In der Däm­me­rung ist auf den Stra­ßen von Har­ting Farms jeder ver­däch­tig, und jeder der Jungs könn­te das nächs­te Opfer des Pipers sein.

Der Roman hat einen Umfang von beein­dru­cken­den 624 Sei­ten und kommt als »Smart-Cover« im For­mat 13,5 x 20,5 cm daher. Die Print­aus­ga­be kos­tet 16,99 Euro, für das eben­falls erhält­li­che eBook wer­den 7,99 Euro fäl­lig.

Cover­ab­bil­dung Copy­right Luzi­fer Ver­lag

[aartikel]3958350321[/aartikel][aartikel]B00U8MV522[/aartikel]

Lionsgate kauft Rechte an KINGKILLER CHRONICLES

Pat Rothfuss

Wie der Hol­ly­wood-Repor­ter berich­tet, hat Lions­gate sich die Exklu­siv­rech­te an Patrick Roth­fuss´ Fan­ta­sy-Buch­rei­he THE KINGKILLER CHRONICLES gesi­chert. Zuvor hat­te es Gesprä­che mit ver­schie­de­nen Inter­es­sen­ten gege­ben, dar­un­ter Lions­gate, MGM und auch War­ner Bros.

Das Gan­ze soll dabei mul­ti­me­di­al umge­setzt wer­den, geplant sind offen­bar Fil­me, Fern­seh­se­ri­en und Com­pu­ter­spie­le.

Das ers­te Buch der Rei­he trägt den Titel THE NAME OF THE WIND (deutsch DER NAME DES WINDES), es erschien im Jahr 2008 und wur­de mit diver­sen Prei­sen aus­ge­zeich­net. Die gesam­ten Chro­ni­ken umfas­sen drei Bücher und drei Novel­len, die auf der Serie basie­ren. Die deut­schen Fas­sun­gen der »Königs­mör­der-Chro­nik« sind bei Klett Cot­ta erschie­nen.

Um die Fil­mum­set­zung wer­den sich Lions­gate-Prä­si­dent Erik Feig zusam­men mit Jey­un Choi Mun­ford und Jes­si­ca Switch küm­mern, die Fern­seh­se­rie ist in der Hand von Chris Sel­ak und um den Com­pu­ter­spie­len wid­met sich Peter Levin.

Bild: Pat Roth­fuss 2014, von J Milb­urn, aus der Wiki­pe­dia, CC BY-SA

[aartikel]B0010SKUYM[/aartikel][aartikel]B004PGNB1K[/aartikel][aartikel]B006TXMR62[/aartikel][aartikel]B00SH1YXCA[/aartikel]

Vorkriegs-Heftromane gegen Spende beim Wibra-Verlag

Wibra Promobild

Beim Wibra-Ver­lag arbei­tet man deut­sche Heft­ro­ma­ne aus der Vor­kriegs-Ära in eBooks um und bie­tet die­se auf der eige­nen Web­sei­te zum Her­un­ter­la­den an. Der­zeit fin­den sich die Seri­en AL CAPONE, BUFFALO BILL, FRANK ALLAN, NICK CARTER und ROLF TORRING, also Aben­teu­er, Kri­mi und Wild West.

Die Roma­ne wer­den dabei nicht ein­ge­scannt (was auf­grund der Frak­tur­schrift Pro­ble­me mach­te), son­dern abge­tippt und dabei behut­sam über­ar­bei­tet damit sie flüs­sig les­bar wer­den, wobei aber Wert dar­auf gelegt wird, dass der Flair der Ori­gi­na­le erhal­ten bleibt.

Wöchent­lich wird ein Roman der Rei­he ROLF TORRING erschei­nen, zusätz­lich jeweils im Wech­sel ein Roman der ande­ren vier Seri­en, die damit alle vier Wochen her­aus­ge­ge­ben wer­den. Dabei hat man sich als Erschei­nungs­tag den klas­si­schen Heft­ro­man-Diens­tag aus­ge­sucht. Die jeweils nächs­ten Ter­mi­ne kann man auf der Ver­lags­web­sei­te oder auch auf Face­book nach­le­sen.

Die Roma­ne, die alle­samt gemein­frei sind, kön­nen auf der Web­sei­te kos­ten­los her­un­ter gela­den wer­den, man kann (und soll­te) den Ver­lag durch eine Pay­Pal-Spen­de unter­stüt­zen. Denn das ist auch ein Expe­ri­ment, ob sich so etwas über Spen­den tra­gen kann.

Ein sehr schö­nes Pro­jekt, wie ich fin­de!

Pro­mo­gra­fik Copy­right Wibra-Ver­lag

Neue PERRY RHODAN-Comicserie bei Cross Cult

Cover PR 1

Das war also eine der Geheim­nis­tue­rei­en: Es gibt einen neu­en PERRY RHODAN-Comic, der bei Cross Cult erschei­nen wird. Die ers­te Aus­ga­be kommt am 13.10.2015 auf den Markt, danach folgt alle zwei Mona­te ein wei­te­res Heft. Die Comics wer­den auch als eBook erhält­lich sein.

Aus­ga­be eins trägt den Titel DIE KARTOGRAPHEN DER UNENDLICHKEIT, für die Sto­ry zeich­net Kai Hirdt ver­ant­wort­lich, gezeich­net haben Mar­co Cas­tiel­lo und Micha­el Ati­y­eh. Zum Inhalt:

Mehr als 1500 Jah­re sind ver­gan­gen, seit Per­ry Rho­dan als ers­ter Mensch den Mond betre­ten hat und dort auf gestran­de­te Außer­ir­di­sche traf. Seit­dem hat die Mensch­heit die Milch­stra­ße und vie­le umlie­gen­de Gala­xien erkun­det. Per­ry Rho­dan und eini­ge Weg­ge­fähr­ten sind unsterb­lich gewor­den – im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes. Ein Geist­we­sen hat ihnen soge­nann­te Zell­ak­ti­va­to­ren geschenkt, die ihre Kör­per nicht mehr altern las­sen.
Im Jahr 3540 ist Per­ry Rho­dan auf einer Mis­si­on mit unge­wis­sem Aus­gang. Er befeh­ligt das Fern­raum­schiff SOL mit rund 10.000 Per­so­nen Besat­zung. Unter ihnen sind vie­le der legen­dä­ren Mutan­ten: Men­schen und Außer­ir­di­sche mit schein­bar über­na­tür­li­chen Fähig­kei­ten. Irgend­wo im Uni­ver­sum gestran­det, suchen sie gemein­sam den Weg zurück zur hei­mat­li­chen Milch­stra­ße.
Ohne eine Spur kann die Suche Jahr­zehn­te dau­ern. Doch die ent­schei­den­den Hin­wei­se lie­fern mög­li­cher­wei­se DIE KARTOGRAFEN DER UNENDLICHKEIT.

Das Soft­co­ver im For­mat 17 x 26 cm hat 48 Sei­ten und wird zum Preis von 4,99 Euro ver­kauft wer­den. Zudem erscheint eine limi­tier­te Vari­ant­co­ver­aus­ga­be für Mes­sen. Wei­te­re Details auf der Ver­lags­sei­te.

[Update:] Auf Nach­fra­ge ant­wor­te­te man mir, dass die eBook-Fas­sun­gen als PDF, ePub und mobi vor­lie­gen wer­den, damit steht offen­bar kein dedi­zier­tes For­mat für Comic-Apps auf Tablets zur Ver­fü­gung. Was ich scha­de fin­de, denn die klas­si­schen eBook-For­ma­te sind für Pro­gram­me wie bei­spiels­wei­se Comixolo­gy, Comics oder ComiC­at nicht gut geeig­net – und PDF ist eher Ärger­nis als sinn­voll.

Cover­ab­bil­dung Copy­right Cross Cult

[aartikel]B015XSER8E[/aartikel]

Unfassbar: Deutsche eBooks DRM-frei – außer bei Tolino

Tolino

Was sich wie ein schlech­ter Witz anhört, ist lei­der Rea­li­tät. Inzwi­schen sind alle gro­ßen deut­schen Ver­lags­häu­ser davon abge­kom­men, ihre eBooks mit dem kun­den­feind­li­chen und äußerst uner­go­no­mi­schen Ado­be DRM zu ver­seu­chen. Eigent­lich ein Grund, sich zu freu­en. Aller­dings nicht für Nut­zer eines Lese­ge­rä­tes mit der Bezeich­nung Toli­no, denn in des­sen Shop sind trotz der Abkehr nach wie vor alle eBooks mit dem Kopier­schutz ver­se­hen.

Wie kann das sein?

Das von den Toli­no-Anbie­tern ein­ge­bau­te Was­ser­zei­chen ist nach Ansicht der Bran­che zu offen­sicht­lich und damit zu leicht zu ent­fer­nen, des­we­gen wei­gern sich Ver­la­ge aus Angst vor Raub­ko­pien, ihre eBooks ohne DRM anzu­bie­ten. Bis­her war man bei Toli­no offen­bar noch nicht in der Lage, ein Ver­fah­ren anzu­bie­ten, das die Chef­eta­gen der para­no­iden Ver­la­ge zufrie­den­stel­len konn­te. Angeb­lich arbei­tet man aber dar­an.

Das ist natür­lich alles ein ziem­lich schlech­ter Witz und man muss sich dar­über im Kla­ren sein, dass die Ver­la­ge auch mit der Nut­zung von Was­ser­zei­chen alle zah­len­den Kun­den unter den Gene­ral­ver­dacht stel­len, ihre gekauf­ten eBooks an Drit­te wei­ter­zu­ge­ben. Dabei rei­chen ihnen die imple­men­tier­ten Sys­te­me noch nicht mal aus. Die wer­den sich umgu­cken, wenn auch ver­meint­lich siche­re Was­ser­zei­chen im Hand­um­dre­hen ent­fernt wer­den kön­nen. Offen ist auch nach wie vor noch, wie sie im Fall der Fäl­le bewei­sen wol­len, dass der Kun­de selbst das eBook in Tausch­bör­sen gestellt hat.

Man kann Toli­no-Nut­zern eigent­lich nur raten, bei Händ­lern abseits der Toli­no-Alli­anz zu kau­fen, die tat­säch­lich auf har­tes DRM ver­zeich­ten, bei­spiels­wei­se bei Osi­an­der. Denn auch deren Bücher im ePub-For­mat kann man selbst­ver­ständ­lich auf das Lese­ge­rät wer­fen. Aller­dings ist auch Osi­an­der ab Okto­ber Toli­no-Part­ner. Ob die dann auch nur noch mit har­tem DRM aus­lie­fern?

Wei­ter­hin ver­su­chen deut­sche Ver­la­ge mit aller Kraft, eBooks unat­trak­tiv zu machen.

Bild To­lino von Wosch21149, aus der Wi­ki­pe­dia, CC-BY, be­ar­bei­tet von mir. Quel­le unter ande­rem: lesen​.net

 

Nachtrag zu »Amazon will Buchhandelsstrukturen zerstören«

audiobook

Ges­tern schrieb ich etwas über das Gejam­me­re des Bör­sen­ver­eins des Deut­schen Buch­han­dels zum The­ma Audi­ble bzw. Ama­zon und deren Vor­ha­ben, ein Flat­rate­mo­dell für Hör­bü­cher ein­zu­füh­ren. Dazu habe ich in der Wiki­pe­dia noch ein amü­san­tes Detail gefun­den:

Das deut­sche Unter­neh­men, die Audi­ble GmbH wur­de 2004 als Joint Ven­ture von der Audi­ble Inc. sowie den Ver­lags­grup­pen Holtz­brinck Ven­tures GmbH und Ran­dom House GmbH gegrün­det. 2006 kauf­te sich die Ver­lags­grup­pe Lüb­be GmbH eben­falls als Gesell­schaf­ter bei der Audi­ble GmbH ein. Die Audi­ble Inc. wur­de 2008 von der Ama​zon​.com Inc. (NASDAQ: AMZN) zum Preis von 300 Mio. US$ gekauft. 2009 kauf­te Ama­zon die Antei­le der ande­ren Part­ner des deut­schen Joint Ven­ture auf.

Quel­le

Wir las­sen uns das auf der Zun­ge zer­ge­hen: Nam­haf­te deut­sche Ver­la­ge waren Mit­in­ha­ber von Audi­ble, haben aber an Ama­zon ver­tickt – über die Grün­de könn­te man jetzt spe­ku­lie­ren …

Bild: Au­dio­book von Jeff_​Golden auf flickr, CC BY-SA

Börsenverein: »Amazon will Buchhandelsstrukturen zerstören« – mit anderen Worten: Mimimi!

audiobook

Laut einem Arti­kel auf Bör­sen­blatt Online will der Bör­sen­ver­ein des Deut­schen Buch­han­dels gegen Plä­ne von Ama­zon bzw. deren Toch­ter Audi­ble vor­ge­hen, ein Flat­rate-Modell für Hör­bü­cher ein­zu­füh­ren. Man habe sich des­halb beim Bun­des­kar­tell­amt und der EU-Kom­mis­si­on über die­ses Ver­hal­ten beschwert. Bör­sen­ver­sins-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Alex­an­der Ski­pis sag­te: »Das Geschäfts­mo­dell von Ama­zon und Audi­ble zielt dar­auf ab, die aus­ge­zeich­ne­ten Buch­han­dels­struk­tu­ren in Deutsch­land zu zer­stö­ren.«

Aha. Ich weiß ja nicht, ob irgend­je­mand in den höhe­ren Eta­gen des Bör­sen­ver­eins bis­wei­len Musik hört. Falls ja, könn­te den­je­ni­gen auf­ge­fal­len sein, dass die Anzahl an Plat­ten­lä­den in den Innen­städ­ten dra­ma­tisch zurück­ge­gan­gen ist, man bekommt Ton­trä­ger inzwi­schen fast aus­schließ­lich bei gro­ßen Ket­ten wie Saturn oder Media Markt – wenn über­haupt. Grund: Es ist viel ein­fa­cher und beque­mer, sich sei­ne Musik als mp3-Datei online zu kau­fen und her­un­ter­zu­la­den. Auch wenn man beim Bör­sen­ver­ein viel­leicht meint, dass Hör­bü­cher aber doch etwas künst­le­risch und kul­tu­rel­les beson­ders Wert­vol­les sei­en (träumt wei­ter, sie sind auch nur Medi­en wie alle ande­ren), blei­ben sie doch letzt­end­lich nur Audio­da­tei­en. Und für die gilt das­sel­be: Man kauft sie eher online als off­line. Das bie­tet Audi­ble an. Offen­bar bes­ser als der Rest, denn sie haben 90% Markt­an­teil bei Hör­bü­chern in Deutsch­land (weil sie auch App­les iTu­nes belie­fern).

Und wer sonst noch? Auch hier hat die Bran­che wie schon bei den eBooks wie­der mal seit Jah­ren kom­plett ver­schla­fen, ein brauch­ba­res Alter­na­tiv­an­ge­bot auf die Bei­ne zu stel­len. Und auch den Buch­händ­lern hät­te mal auf­ge­hen kön­nen, dass Hör­bü­cher den­sel­ben Weg wie die CD nicht nur gehen könn­ten, son­dern muss­ten. Statt sich selbst für die­se ekla­tan­ten Unter­las­sun­gen zu kri­ti­sie­ren, ist mal wie­der Ama­zon der Böse – weil die ein erfolg­rei­ches Geschäfts­mo­dell haben. Und weil die Bran­che auf­grund ihrer Ver­säum­nis­se nicht nur kein Alter­na­tiv­an­ge­bot hat, son­dern auch in abseh­ba­rer Zeit keins am Hori­zont zu sehen ist. Das Pro­blem ist erneut kom­plett selbst­ge­macht.

Mim­i­mi.

[Update 22.09.2015] Es gibt einen Nach­trag zu die­ser Nach­richt.

Bild: Audio­book von Jeff_​Golden auf flickr, CC BY-SA

DC verfilmt BOOSTER GOLD und BLUE BEETLE

BlueBeetleBoosterGold

Sieht man sich die Comic-Ver­fil­mun­gen von DC an, dann sind die vor allem eins: düs­ter oder noch düs­te­rer. Auch die Mar­vel-Fil­me sind durch­aus dra­ma­tisch, es bleibt aber immer Zeit für ein wenig Spaß oder einen locke­ren Spruch von Tony Stark. DC hin­ge­gen setzt allein auf Dra­ma, was mei­ner Ansicht nach ein Grund dafür ist, dass ihre Fil­me nicht so rich­tig anstin­ken kön­nen.

Angeb­lich soll sich das bereits bei den THE FLASH- und SHAZAM!-Ver­fil­mun­gen ändern, die ähn­lich wie ihre Comic-Vor­la­gen deut­lich unbe­schwer­ter und fröh­li­cher daher kom­men sol­len.

Das­sel­be gilt für einen wei­te­ren Film, der jetzt ange­kün­digt wur­de, und der sich um zwei unbe­kann­te­re Hel­den dreht: BOOSTER GOLD und BLUE BEETLE. Angeb­lich soll Greg Ber­lan­ti Regie füh­ren und als aus­füh­ren­der Pro­du­zent fun­gie­ren – letz­te­res tut er bereits bei den Fern­seh­se­ri­en ARROW, FLASH, LEGEND OF TOMORROW und SUPERGIRL. Das Gan­ze wird beschrie­ben als »Super­hel­den Bud­dy Cop Film«, das Dreh­buch soll Zak Penn (THE INCREDIBLE HULK) ver­fas­sen.

Boos­ter Gold und Blue Beet­le gehö­ren zu den eher humo­ris­tisch ange­leg­ten Super­hel­den im DC-Ver­sum. Ers­te­rer heißt tat­säch­lich Micha­el Jon Car­ter und ist ein Foot­ball-Star aus dem 25. Jahr­hun­dert, der Gad­gets aus einem Muse­um klau­te und dann in unse­re Zeit reis­te, um als ein Super­held berühmt zu wer­den. Ted Kort ist der zwei­te Blue Beet­le. Im Gegen­satz zu sei­nem Vor­gän­ger und Nach­fol­ger, die ihre Kräf­te durch einen mys­ti­schen Ska­ra­bä­us bekom­men, setzt die­ser aus­schließ­lich auf Kampf­kunst-Trai­ning und tech­ni­sche Hilfs­mit­tel. Die bei­den Freun­de waren Mit­glied der Jus­ti­ce League Inter­na­tio­nal und lös­ten ihre Fäl­le auf … uncha­rak­te­ris­ti­sche Wei­se, was bei den Kol­le­gen der Liga nicht immer für Freu­de sorg­te.

Inter­es­sant, dass jetzt auch DC mal auf unbe­kann­te­re Hel­den setzt. Sicher der rich­ti­ge Weg um von dem dau­ern­den düs­te­ren Über­dra­ma in den Fil­men weg­zu­kom­men.

Pro­mo­fo­to Blue Beet­le & Boos­ter Gold Copy­right DC Comics

Nach oben scrollen

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies und von eingebundenen Skripten Dritter zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest (Navigation) oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst Du Dich damit einverstanden. Dann können auch Cookies von Drittanbietern wie Amazon, Youtube oder Google gesetzt werden. Wenn Du das nicht willst, solltest Du entweder nicht auf "Akzeptieren" klicken und die Seite nicht weiter nutzen, oder Deinen Browser im Inkognito-Modus betreiben, und/oder Anti-Tracking- und Scriptblocker-Plugins nutzen.

Mit einem Klick auf "Akzeptieren" werden zudem extern gehostete Javascripte freigeschaltet, die weitere Informationen, wie beispielsweise die IP-Adresse an Dritte weitergeben können. Welche Informationen das genau sind liegt nicht im Einflussbereich des Betreibers dieser Seite, das bitte bei den Anbietern (jQuery, Google, Youtube, Amazon, Twitter *) erfragen. Wer das nicht möchte, klickt nicht auf "akzeptieren" und verlässt die Seite.

Wer wer seine Identität im Web schützen will, nutzt Browser-Erweiterungen wie beispielsweise uBlock Origin oder ScriptBlock und kann dann Skripte und Tracking gezielt zulassen oder eben unterbinden.

* genauer: eingebettete Tweets, eingebundene jQuery-Bibliotheken, Amazon Artikel-Widgets, Youtube-Videos, Vimeo-Videos

Schließen