Fantasy. Wenn man etwas in dem Genre lesen möchte, bekommt man es leider oft mit abgestandenen Epigonen bekannter Werke zu tun. Seien es Autoren, die die Heldenreise aus Tolkiens HERR DER RINGE nachahmen, oder seien es die daraus entliehenen Völker, die gegeneinander vorgehen, Elfen gegen Zwerge, Orks gegen Elfen, Zwerge gegen Tomaten. Die andere Variante ist Urban-Fantasy. Hier findet man in letzter Zeit zu viele Harry Dresden-Kopien, etliche davon schlecht. Und wenn man viel Pech hat, dann stolpert man aus Versehen über irgendeinen Romantasy-Schmonz, wie er seit TWILIGHT leider boomt, und der sich hauptsächlich darum dreht, wie die Hauptdarstellerin was mit irgendwelchen Fantasywesen anfängt. Oder von der Vampirjägerin zur Vampirmatratze wird …
Originelles zu finden ist schwierig. Umso erfreuter war ich, so etwas in V. E. Schwabs Roman A DARKER SHADE OF MAGIC zu entdecken. Ja, ich weiß, auch hier kommen einem Versatzstücke bekannt vor, aber es gibt tatsächlich neue Ideen, und Story wie Protagonisten wissen zu überzeugen.
Hinweis: Diese Besprechung kann Spoiler enthalten.
Seit über 800 Jahren hält Kaulder den Frieden zwischen Menschen und Hexen im Gleichgewicht. Dereinst verdammte ein Fluch Kaulder zur Unsterblichkeit. Ein Fluch, der ihm von der Hexenkönigin auferlegt wurde, als er diese tötete. Damals war Kaulders Motivation Rache für den Tod seiner Familie. 800 Jahre später hat er sich mit seinem Schicksal arrangiert, fährt tolle Sportwagen, und bringt mit Coolness und derber Männlichkeit nicht nach den Richtlinien agierende Hexen zur Räson. Unterstützt wird er dabei von Dolan, einen Abgesandten der Kirche, der unter dem Banner »Axt und Kirche« arbeitet. Wegen Kaulders Lebenserwartung ist Michael Caines Dolan die Nummer 36. Weil der aber in Rente geht, folgt Eljiah Wood als Dolan 37. Es ist eine hübsch ersponnene Welt, die sich die Autoren Goodman, Sazama und Sharpless da ausgedacht haben. Und als eine Welt, in der ein Vin Diesel Dienst tun soll, funktioniert sie ziemlich gut, wenngleich nicht weit darüber hinaus.
Per Email hatte sich Stefan Arbes bei mir gemeldet und angeboten, auf eventuelle Fragen meinerseits zu seiner Beantragung der Eintragung einer Wortmarke des Begriffes »Steampunk« zu antworten. Dem komme ich selbstverständlich gerne nach, denn ich halte seine Stellungnahme inhaltlich für zumindest fragwürdig, denn sie geht meiner Ansicht nach von falschen Voraussetzungen aus. Meine Antwort an ihn, die er auch per Email erhalten hat, kann man unten lesen. Wenn ich darauf eine Reaktion bekomme, wird die selbstverständlich ebenfalls hier auf PhantaNews veröffentlicht (dazu gibt er ja ausdrücklich sein Einverständnis).
Ich war in der Zwischenzeit ebenfalls nicht untätig, und habe mich hinsichtlich der Markeneintragungen schlauer gemacht, als ich es vor dem Zutagetreten der Sachlage am Freitag war. Gleich vorneweg: Der zentrale Punkt ist, dass über eine solche Beantragung der Markeneintragung und einem eventuellen Widerspruch dagegen, gar nicht, wie in seiner Stellungnahme fälschlich angedeutet, sichergestellt werden kann, dass die Wortmarke »Steampunk« in Zukunft nicht von irgendwem geschützt wird oder werden kann. Und damit fällt Stefan Arbes´ Argumentationskette leider wie ein Kartenhaus in sich zusammen.
Jetzt sind ja bald alle Variationen von Zombie-Komödien abgearbeitet. Jane Austens Charaktere sind auch demnächst dran, den Untoten den Schädel abzuschlagen. Was Mister Darcy wohl dazu sagen wird? Das sich nun wirklich nicht gerade coole Pfadfinder mit den Menschenfressern auseinandersetzen sollen, klingt dann allerdings doch wie eine sehr unterhaltsame Idee. Was wäre da alles möglich, mit Bunsenbrenner, Zeltschnur und Halstuch das Ende der Zivilisation zu verhindern. Die Idee ist gesetzt, die Neugierde geweckt. Ben, Carter und Augie sind auch gleich mal ein demografischer Durchschnitt, wie ihn ein Horrorfilm immer braucht. Ben ist der Vernünftige, Augie der die Kindheit nicht loslassen wollende Nerd, und Carter der aufmüpfige Haudegen. In jedem anderen Teenie-Slasher wird bewiesen, dass diese Kombination an Charakteren niemals Freunde sein können. Und dass jemand wie Carter überhaupt bei den Pfadfindern ist, bleibt alles andere als glaubwürdig.
Am Anfang sitzt Edith Cushing vor dem Schreibtisch eines Verlegers. Das 20. Jahrhundert ist gerade angebrochen, Frauen tun sich als Literaten noch etwas schwerer. »Eine Geister-Geschichte«, raunzt der Verleger etwas gelangweilt, der eine Liebesgeschichte bevorzugen würde. »Nein«, erwidert Edith, »keine Geister-Geschichte, sondern eine Geschichte mit Geistern«. Es stimmt auf das ein, was kommen mag. Und am Ende wird der Zuschauer auch genau verstanden haben, was Edith mit der Erwiderung meinte. Es ist eine Geschichte ersonnen und inszeniert von Giullermo del Toro. Es ist also nicht alles unbedingt so, wie es zu scheinen mag. Dabei besinnt sich del Toro in dieser Inszenierung gerne auf sein RÜCKGRAT DES TEUFELS und PANS LABYRINTH. Nur dass CRIMSON PEAK nicht die Qualitäten von RÜCKGRAT DES TEUFELS erreicht, dafür die Unzulänglichkeiten von PANS LABYRINTH übernimmt.
Eigentlich hätte ich ja diesen neuen Asterix-Band schon früher besprechen wollen. Viel früher. Der Ehapa-Verlag hatte mir mittels Pressemitteilung ein Rezensionsexemplar angedient und ich das daraufhin auch sofort angefordert (12.10.2015). Dann passierte … nichts. Der Band erschien. Nichts. Irgendwann fragte ich per Mail nach (26.10.2015). Man habe soooo viel um die Ohren gehabt mit der Veröffentlichung, da sei das wohl durchgerutscht, war die Antwort. Man wolle aber umgehend einen schicken. Es passierte erneut … nichts. Ich hatte schon nicht mehr damit gerechnet, als er dann vorgestern doch unerwartet im Briefkasten landete. Oder eher nicht, dank Hermes, aber das ist eine andere Geschichte, und würde hier zu weit führen.
Und so konnte ich – endlich – prüfen, was andere bereits verbreitet hatten: Dass der neue ASTERIX prima ist.
Tag der Toten in Mexico City. Die Kamera schwebt über das Treiben der Menschenmassen, taucht in die Parade, fokussiert kurz auf einen Mann mit Totenkopfmaske und Skelett auf dem Smoking, geht weiter und greift einen anderen Mann auf, folgt diesem ebenfalls nur kurz. Der Mann mit der Totenkopfmaske kommt wieder ins Bild, nimmt seine Begleiterin bei der Hand. Offensichtlich haben sie auf den anderen Mann gewartet. Sie gehen durch die Parade in eine andere Richtung, in eine Hotellobby, hinauf in den ersten Stock. Hier werden sie von der Kamera überholt, der Mann nimmt die Maske ab, es ist Bond. Die Kamera nun vorneweg, geht Bond sofort weiter, nimmt sich ein Gewehr vom Tisch, auf den Balkon, steigt über das Geländer, geht über das Dach zu einer Mauer, wo die Kamera wieder hinter den Agenten gleitet. Man sieht über die Straße in ein anderes Gebäude, und erkennt dort den Mann vom Anfang. Damit endet eine der aufregendsten, weil dynamischsten Plansequenzen, die ein Mainstream-Blockbuster je produziert hat. Und stellt dabei selbst Brian De Palmas aufwendig choreografierte Fünf-Minuten-Einstellungen in einen tiefen Schatten.
Die Glaubwürdigkeit von Found-Footage-Thrillern wird stets dadurch herabgesetzt, dass Protagonisten ihre Kamera hochhalten, wenn es ein vernünftiger Mensch nicht tun würde. Das Sub-Genre hatte sich ziemlich schnell selbst zu Tode geritten. Doch Oren Peli wandte 2007 die Stilmittel dieser Filme gegen sie selbst. Mit minimalsten Budget schuf er eine kleine Sensation. Er schaffte es nicht nur, die stete Anwesenheit einer Kamera vernünftig und glaubhaft zu erklären, gegen jede Konvention benutzte er statische Einstellungen, und das mit einer äußerst geringen Schnittrate. Nach dem Erfolg hätte Schluss sein können, es war ein in sich geschlossenes Grusel-Vergnügen. Aber Paramount, die PARANORMAL ACTIVITY eigentlich gar nicht in die Kinos bringen wollten, verlangten nun nach mehr. Und das ging mindestens noch zwei Mal überraschend gut, weil man sich an die Muster der Vorlage hielt. Dazu hatten sich die Macher einen geschichtlichen Überbau ausgedacht, der sogar stimmig war, ohne das eigentliche Ansinnen der Filme zu erdrücken.
In einer der letzten Szenen sagt ein Charakter zu Philippe Petit, er hätte ihnen Leben eingehaucht, ihnen eine Seele gegeben. Die Zwillingstürme des Welthandelszentrums waren während ihres Baus tatsächlich New Yorks ungeliebte Kinder. Monstrositäten, die man mit Aktenschränken verglich. Ob es wirklich Philippe Petits illegaler Drahtseilakt war, der die New Yorker Herzen für die Türme öffnete, ist schwer nachzuweisen. Aber die Legende ist zu schön, als dass man sie nicht glauben könnte, oder wollte. Dass Petit wegen seines Vergehens zu einer Drahtseil-Vorstellung für Kinder verurteilt wurde, lässt schon tiefer in die Seele von New York blicken, und bestärkt den Verdacht von Petits Einfluss. Als er zuvor eine ähnliche Aktion zwischen den Türmen von Notre-Dame vollzog, feierte ihn die gesamte Weltpresse, lediglich die Franzosen prangerten den Stunt an. Was den Künstler äußerst erzürnte. Dass er hingegen für seine Nummer in New York von der amerikanischen Presse bejubelt wurde, dürfte für den gebürtigen Franzosen ein Punkt gewesen sein sich dafür zu entscheiden, in Amerika zu bleiben. Schließlich ist Philippe Petit kein einfacher Künstler, sondern einer, der selbstbewusst seine Anerkennung einfordert.
Isnogud, der miesepetrige und cholerische Großwesir des guten Kalifen Harun al Pussah war ein Comic aus der Jugend, wie vermutlich bei vielen meines Alters. Mir kam er immer wie der kleinere, unbekanntere und auch uncoolere Bruder von Asterix vor. Bei Isnogud war der Humor brachialer und auch politisch unkorrekter, die Stories chaotischer, dennoch habe ich damals eine Menge der Bände gelesen und den Satz »Ich will Kalif werden anstelle des Kalifen« dürfte auch fast jeder Comicleser kennen (in Frankreich wurde es sogar zu einem gängigen Sprichwort). Der Verweis auf Asterix macht auch deswegen Sinn, weil anfangs René Goscinny die Texte beisteuerte, die Zeichnungen stammten von Jean Tabary.
Tabary verstarb im Jahr 2011, bereits 2004 erlitt er einen schweren Schlaganfall und musste deswegen mit dem Zeichnen neuer Isnogud-Comics aufhören. Das hätte das Ende der Reihe sein können. Aber glücklicherweise kann sein Sohn Nicolas Tabary ebenfalls zeichnen – und der führt das Erbe des Vaters weiter.
Bereits im Jahr 2012 erschien in Frankreich der 29. Band mit dem Titel Iznogoud président, der nun dank Dani Books auch in deutscher Sprache verfügbar ist, den Titel PRÄSIDENT ISNOGUD trägt, und als Hinweis auf die Wiederauferstehung den Zusatz »Die neuen Abenteuer des Großwesirs Isnogud, Band 1« trägt.
Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies und von eingebundenen Skripten Dritter zu. Weitere Informationen
Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest (Navigation) oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst Du Dich damit einverstanden. Dann können auch Cookies von Drittanbietern wie Amazon, Youtube oder Google gesetzt werden. Wenn Du das nicht willst, solltest Du entweder nicht auf "Akzeptieren" klicken und die Seite nicht weiter nutzen, oder Deinen Browser im Inkognito-Modus betreiben, und/oder Anti-Tracking- und Scriptblocker-Plugins nutzen.
Mit einem Klick auf "Akzeptieren" werden zudem extern gehostete Javascripte freigeschaltet, die weitere Informationen, wie beispielsweise die IP-Adresse an Dritte weitergeben können. Welche Informationen das genau sind liegt nicht im Einflussbereich des Betreibers dieser Seite, das bitte bei den Anbietern (jQuery, Google, Youtube, Amazon, Twitter *) erfragen. Wer das nicht möchte, klickt nicht auf "akzeptieren" und verlässt die Seite.
Wer wer seine Identität im Web schützen will, nutzt Browser-Erweiterungen wie beispielsweise uBlock Origin oder ScriptBlock und kann dann Skripte und Tracking gezielt zulassen oder eben unterbinden.