Film, TV & Stream

POLTERGEIST 3D

Poster Poltergeist

POLTERGEIST – Bun­des­start 28.05.2015

Immer wie­der ent­fa­chen die Dis­kus­sio­nen über Sinn und Unsinn von Reboots, Remakes, oder Fort­set­zun­gen. Und das Für und Wider ergibt sich meist auch aus der Qua­li­tät der jewei­li­gen Pro­duk­ti­on. Eine unbe­kann­te aber schlaue Stim­me argu­men­tier­te, dass sich das jun­ge Ziel­pu­bli­kum kei­ne alten Fil­me anse­hen wür­de, es aber viel­leicht dazu ani­miert wer­den könn­te, wenn es zuerst ein­mal das Remake gese­hen habe. Im heu­ti­gen Zeit­al­ter der moder­nen Medi­en wun­dert es nicht, dass kei­ne alten Fil­me kon­su­miert wer­den, wo soll­te man auch die Zeit her­neh­men? Social Media, der Start meist zwei­er Block­bus­ter pro Woche, und es gibt mitt­ler­wei­le unglaub­lich vie­le qua­li­ta­tiv und inhalt­lich her­aus­ra­gen­de Fern­seh­se­ri­en. Als Ste­ven Spiel­berg POLTERGEIST pro­du­zier­te und von Tobe Hoo­per insze­nie­ren ließ, arbei­te­te man noch lan­ge mit prak­ti­schen, also hand­ge­fer­tig­ten, Spe­zi­al­ef­fek­ten. Das war 1982, also min­des­tens dop­pelt so lan­ge her, wie das heu­ti­ge Ziel­pu­bli­kum alt ist.

MAD MAX: FURY ROAD

Poster Mad Max Fury Road

MAD MAX: FURY ROAD – Bun­des­start 14.05.2015

Als Geor­ge Mil­ler MAD MAX dreh­te, hat­te er ein Bud­get von umge­rech­net 650.000 US-Dol­lar zur Ver­fü­gung. Ein klei­ner, aber extrem fei­ner Explo­ita­ti­on-Thril­ler, oder wie man im Oz genann­ten Aus­tra­li­en ger­ne sagt, ein Ozplo­ita­ti­on-Thril­ler. Mil­ler setz­te damit nicht nur neue Stan­dards im Action-Kino, son­dern er gene­rier­te ein ganz eige­nes Sub-Gen­re. End­zeit­sze­na­ri­os, in der die Skru­pel­lo­sen die Macht an sich rei­ßen und der Auf­rech­te die Ord­nung wie­der her­stel­len kann. Die meis­ten die­ser Tritt­brett­fah­rer waren ita­lie­ni­sche Pro­duk­ti­on von unsäg­li­cher Art, und kamen die Fil­me aus Ame­ri­ka, waren sie den­noch nicht bes­ser. Erst zwei Jah­re spä­ter über­zeug­te Geor­ge Mil­ler die Film­welt, dass dies sein Gen­re war, sein Spiel­platz. THE ROAD WARRIOR – MAD MAX DER VOLLSTRECKER setz­te erneut Stan­dards. Die Stunt-Arbeit und ‑Koor­di­na­ti­on wur­de in den fol­gen­den Jahr­zehn­ten höchs­tens von SPEED und dem ers­ten DIE HARD erreicht, aller­dings nicht über­trof­fen. Erst 2015 schaff­te es ein Film, noch wag­hal­si­ge­re, noch extre­me­re Action-Sequen­zen auf die Lein­wand zu zau­bern.

A WORLD BEYOND

Poster A World Beyond

TOMORROWLAND – Bun­des­start 21.05.2015

Bevor die Tira­de wie­der anfängt, die bei die­sem The­ma immer wie­der ger­ne zuta­ge tritt: Dis­ney muss­te in Euro­pa wegen des gleich­na­mi­gen Musik-Fes­ti­vals den Titel des Fil­mes ändern. Und man kann über A WORLD BEYOND nicht wirk­lich meckern, denn das trifft den Kern der Geschich­te eigent­lich sehr genau. Die­ser Kern ist die jun­ge Casey, tech­nik­be­geis­tert und vol­ler Hoff­nung auf die Zukunft, die sich mit Hil­fe eines mys­te­riö­sen Anste­ckers in zwei ver­schie­de­nen Wel­ten bewe­gen kann. Die eine ist das rea­le Hier und Jetzt, die ande­re Tomor­row­land, eine strah­len­de Zukunft. Unter­stützt wird sie dabei von der undurch­sich­ti­gen Athe­na, ein eigent­lich viel zu jun­ges Mäd­chen, aller­dings mit beson­de­ren Fähig­kei­ten. Athe­na will Casey mit dem mis­an­thro­pi­schen, und äußerst pes­si­mis­ti­schen Frank Wal­lace zusam­men brin­gen. Frank will aller­dings nichts mit Casey zu tun haben, ihr uner­schüt­ter­li­cher Glau­be an die Mensch­heit widert ihn eher an. Wie sich her­aus­stellt, war Frank selbst schon in Tomor­row­land, wur­de von dort aller­dings ver­bannt. Jetzt hat Frank mit Hil­fe von Zukunfts­tech­no­lo­gie her­aus­ge­fun­den, dass unse­re Zivi­li­sa­ti­on nur noch weni­ge Tage hat, bis sie sich aus noch unbe­kann­ten Grün­den selbst zer­stö­ren wird. Und Casey könn­te das ver­hin­dern, nur weiß kei­ner der Betei­lig­ten genau, wie das funk­tio­nie­ren soll.

EX MACHINA

Poster Ex Machina

EX MACHINA – Bun­des­start 23.04.2015

In nur zwei Minu­ten hat der Regie-Debü­tant Alex Gar­land die Expo­si­ti­on erzählt, und sei­nen Prot­ago­nis­ten dort­hin gebracht, wo er die noch aus­ste­hen­de Lauf­zeit ver­brin­gen wird. Näm­lich im Kern der Geschich­te. Der offen­sicht­li­che Pro­gram­mie­rer Caleb hat schein­bar bei einer Lot­te­rie gewon­nen. Die raum­na­he arbei­ten­den Kol­le­gen gra­tu­lie­ren ihm begeis­tert. Es scheint ein fir­men­in­ter­nes Gewinn­spiel gewe­sen zu sein, und noch dazu ein gro­ßes Ding. Dann fliegt ein Hub­schrau­ber über gran­dio­se, unbe­rühr­te Land­schaf­ten. »Wann kom­men wir zu sei­nen Län­de­rei­en«, fragt Caleb. Der Pilot lächelt, »wir flie­gen schon seit zwei Stun­den dar­über«. Es ist der ers­te Dia­log in EX MACHINA. Was aus den ers­ten zwei Minu­ten nicht voll­kom­men schlüs­sig wur­de, wird spä­ter äußerst geschickt in den Dia­lo­gen auf­ge­fan­gen und erklärt. Alex Gar­land weiß also, wie man Geschich­ten erzählt, wie man eine Hand­lung struk­tu­riert. Span­nung ent­steht bei Gar­land nicht aus der Situa­ti­on, son­dern durch die Erzähl­form.

DER BABADOOK

Poster Babadook

THE BABADOOK – Bun­des­start 07.05.2015. Die Bespre­chung basiert auf der eng­li­schen DVD-Fas­sung

Viel Neu­es kann Jen­ni­fer Kent in ihrem Spiel­film-Debüt dem Zuschau­er nicht bie­ten. Und doch zeigt DER BABADOOK immer wie­der ein gewis­ses Etwas, was ihn zu einem der ange­se­hens­ten Hor­ror­fil­me der letz­ten Jah­re wer­den ließ. Ober­fläch­lich gese­hen scheint die­ses Lob nicht nur über­trie­ben, son­dern über­haupt nicht gerecht­fer­tigt. Ein allein­er­zie­hen­de Mut­ter, die ihren Mann bei einem Unfall ver­lo­ren hat. Ein Kind, das von Mons­tern unter dem Bett über­zeugt ist. Die ers­ten, noch nicht ernst zu neh­men­den, Anzei­chen eines über­na­tür­li­chen Ein­dring­lings. Schließ­lich der aus­sichts­los schei­nen­de Kampf gegen den Ter­ror. Und dann eine Auf­lö­sung mit Mit­teln, wie sie lan­ge vor­her­ge­sagt, aber zuerst als Unsinn abge­tan wur­den. Jen­ni­fer Kent reiht die Stan­dards anein­an­der, wel­che schon lan­ge die Eck­pfei­ler von oft gese­he­ner, aber soli­der Gru­sel-Unter­hal­tung bil­den.

Auf DVD & BluRay: THE HOUSE AT THE END OF TIME

Poster

LA CASA DEL FIN DE LOS TIEMPOS –  auf Blu­Ray /​ DVD

Nach drei­ßig Jah­ren Gefäng­nis kommt Dul­ce als alte Frau zurück in ihre lang­sam ver­fal­len­de Kolo­ni­al­vil­la. Sie soll ihren Mann ermor­det haben. Obwohl Dul­ce das Mes­ser nie anfass­te, waren ihre Fin­ger­ab­drü­cke dar­auf zu fin­den. Und auch Blut ihres Soh­nes Leo­pol­do fand man, aber kei­ne Lei­che.

In Rück­blen­den erzählt Dreh­buch­au­tor und Regis­seur Ale­jan­dro Hidal­go die schreck­li­chen und über­na­tür­li­chen Ereig­nis­se im Haus, die zur Ver­haf­tung von Dul­ce führ­ten. Und Ale­jan­dro Hidal­go hat dabei nur von den bes­ten Vor­bil­dern gelernt. Dass er den­noch das Grau­en nicht neu erfin­det ist allein über 100 Jah­re Kino­ge­schich­te geschul­det. Auch in die­sem Gen­re han­gelt man sich von Varia­ti­on zu Varia­ti­on, und HOUSE AT THE END OF TIME ist da kei­ne Aus­nah­me. Aber eben die Mischung macht es, und mit der über­rascht Ale­jan­dro Hidal­go dann doch.

AVENGERS 2 – AGE OF ULTRON

Poster Age Of Ultron

AVENGERS: AGE OF ULTRON – Bun­des­start 23.04.2015

Gera­de als man dach­te, es geht nicht mehr, da bekommt man mehr. Von allem. Als elf­ter Film in der Rei­he der zwei­ten und bald abge­schlos­se­nen Pha­se kann das Mar­vel Cine­ma­tic Uni­ver­se immer noch über­zeu­gen. Und ver­steht es immer noch, eine sich stei­gern­de Erwar­tungs­hal­tung zu befrie­di­gen. Dass in der abschlie­ßen­den drit­ten Pha­se Macher Joss Whe­don das Heft für die letz­ten bei­den Aven­gers-Fil­me an Antho­ny und Joe Rus­so abgibt, stimmt da eher nach­denk­lich. Die Rus­sos haben einen her­vor­ra­gen­den (der Ver­fas­ser ver­wei­gert den deut­schen Titel) CAPTAIN AMERICA: THE WINTER SOLDIER gemacht, zwei­fel­los. Und sie wer­den sich mit CAPTAIN AMERICA: CIVIL WAR bewei­sen müs­sen. Denn soll­te der Titel tat­säch­lich auf die aus­ste­hen­de Aus­ein­an­der­set­zung zwi­schen dem Cap­tain und Iron Man hin­deu­ten, dann wür­de das einen ent­schei­den­den Eck­punkt in der Geschich­te des Mar­vel Uni­ver­sums betref­fen. Und wie es aus­sieht, hat Joss Whe­don dafür schon vor­ge­baut. Immer wie­der rei­ben sich im jüngs­ten Aben­teu­er die gegen­sätz­li­chen Ansich­ten von Ste­ve Rogers und Tony Stark in hit­zi­gen Ver­bal­at­ta­cken. Und hier steckt die ganz gro­ße Anzie­hungs­kraft in einem Film, der nur ober­fläch­lich aus end­lo­sen Show­ef­fek­ten besteht. 

Leserkommentar zum AVENGERS-Boykott-Artikel

Kino

Ich habe einen Kom­men­tar zu mei­nem gest­ri­gen Rant bekom­men, den ich hier noch­mal pro­mi­nen­ter plat­zie­ren möch­te, Ich gehe mal davon aus, dass »Flex« echt ist, auch wenn er oder sie die Iden­ti­tät ver­birgt. Bei den Details kann ich das aber nach­voll­zie­hen. Beson­ders inter­es­sant fin­de ich die Aus­sa­gen zu MARA. Nehmt es als so etwas Ähn­li­ches wie eine Gegen­dar­stel­lung, auch wenn ich etli­che Anmer­kun­gen auf­recht erhal­te. Ich habe natür­lich kei­ne Mög­lich­keit, die Aus­sa­gen zu prü­fen.

Hal­lo Ste­fan,

ich bin so­eben via Face­book auf dei­nen Ar­ti­kel auf­merk­sam ge­wor­den.
Erst habe ich mich ge­är­gert, al­ler­dings habe ich mir den Ar­ti­kel dann noch­mal ein zwei­tes mal durch­ge­le­sen und möch­te nun ein paar Din­ge rich­tig stel­len.
Vie­le dei­ner Ansich­ten er­schei­nen durch­aus lo­gisch, wenn man über die Ki­no­bran­che in Deutsch­land nur so­viel weiß, wie ein Kun­de eben über die Ki­no­bran­che wis­sen kann.

Rant: AGE OF ULTRON, MARA und die Dummheit der deutschen Kinobetreiber

no brain

Es geht soeben durch den vir­tu­el­len Blät­ter­wald und durch die »Qua­li­täts­me­di­en«: »Klei­ne Kino­be­trei­ber« üben den Auf­stand und wol­len den Block­bus­ter AVENGERS – AGE OF ULTRON nicht zei­gen (Vor­sicht, Link zum Dum­men­blatt Focus). War­um das so ist? Kurz­fas­sung: Weil Ver­lei­her Dis­ney mal kurz uni­la­te­ral die Ver­trä­ge auf­ge­kün­digt hat, und einen höhe­ren Anteil an den Ein­tritts­gel­dern will. Weil sie es kön­nen. Die Reak­ti­on von inzwi­schen bun­des­weit bis­her unge­fähr 200 Kinos ist: Dann boy­kot­tie­ren wir den eben. Ätsch!

Das ist natür­lich ein Mords­plan. Einen Film nicht anzu­bie­ten, der ver­mut­lich einer der Top Acts in die­sem Jahr sein wird. Ein wei­te­rer ist DAS ERWACHEN DER MACHT, übri­gens auch von Dis­ney. Es kön­nen zwei Din­ge pas­sie­ren. Besu­cher gehen in ein ande­res Kino -> kei­ne Ein­nah­men. Gibt es kein ande­res Kino in brauch­ba­rer Nähe, wird der Film auf Tausch­bör­sen her­un­ter­ge­la­den -> kei­ne Ein­nah­men.

THE PYRAMID – Grab des Grauens

Poster The Pyramid

THE PYRAMID – Bun­des­start 16.04.2015. Die Bespre­chung basiert auf der eng­lisch­spra­chi­gen DVD-Fas­sung

In Kai­ro tobt der ara­bi­sche Früh­ling. Aus­län­di­sche Fir­men eva­ku­ie­ren ihre Mit­ar­bei­ter. Auch eine archäo­lo­gi­sche Expe­di­ti­on 250 Mei­len vor den Toren Kai­ros, soll aus Sicher­heits­grün­den das Land ver­las­sen. Aus­ge­rech­net als man dabei ist, eine kul­tur­his­to­ri­sche Sen­sa­ti­on im Wüs­ten­sand zu erkun­den. Und da Gré­gro­ry  Lev­as­seur als Expe­di­ti­ons­lei­ter mit­mischt, glaubt man eini­ges erwar­ten zu dür­fen. Lev­as­seur gibt mit THE PYRAMID sei­nen Ein­stand im Regie­we­sen. Berüch­tig­te Berühmt­heit erlang­te er aller­dings mit dem Dreh­buch zu dem gna­den­lo­sen Scho­cker HIGH TENSION, der trotz eines gewal­ti­gen Logik­feh­lers noch immer ein abso­lu­ter Lieb­ling bei Splat­ter-Fans ist. Spä­ter adap­tier­te er den Wes Cra­ven-Klas­si­ker THE HILLS HAVE EYES zu einer aktu­el­le­ren Vari­an­te, eben­falls für den HIGH TENSION Regis­seur Alex­and­re Aja. Kri­tisch in sei­ner Absicht auf­ge­nom­men, über­zeug­te HILLS HAVE EYES sein Ziel­pu­bli­kum dann doch. Genau­so wie  MIRRORS, den Lev­as­seur für Aja vom korea­ni­schen für ein west­li­ches Publi­kum über­trug. Als Dreh­buch­ge­spann schos­sen sie dann den Vogel mit dem Dreh­buch zu MANIAC ab. Natür­lich empör­te sich die Fan-Gemein­schaft dar­über, dass Wil­liam Lus­tigs Splat­ter-Klas­si­ker neu ver­filmt wer­den soll­te. Das Resul­tat ließ dann doch sehr vie­le sehr schnell ver­stum­men.

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