Rant: AGE OF ULTRON, MARA und die Dummheit der deutschen Kinobetreiber

no brainEs geht soeben durch den virtuellen Blät­ter­wald und durch die »Qual­itätsme­di­en«: »Kleine Kino­be­treiber« üben den Auf­s­tand und wollen den Block­buster AVENGERS – AGE OF ULTRON nicht zeigen (Vor­sicht, Link zum Dum­men­blatt Focus). Warum das so ist? Kurz­fas­sung: Weil Ver­lei­her Dis­ney mal kurz uni­lat­er­al die Verträge aufgekündigt hat, und einen höheren Anteil an den Ein­tritts­geldern will. Weil sie es kön­nen. Die Reak­tion von inzwis­chen bun­desweit bish­er unge­fähr 200 Kinos ist: Dann boykot­tieren wir den eben. Ätsch!

Das ist natür­lich ein Mord­splan. Einen Film nicht anzu­bi­eten, der ver­mut­lich ein­er der Top Acts in diesem Jahr sein wird. Ein weit­er­er ist DAS ERWACHEN DER MACHT, übri­gens auch von Dis­ney. Es kön­nen zwei Dinge passieren. Besuch­er gehen in ein anderes Kino -> keine Ein­nah­men. Gibt es kein anderes Kino in brauch­bar­er Nähe, wird der Film auf Tauschbörsen herun­terge­laden -> keine Ein­nah­men.

Ich kann das Geheule nicht nachvol­lziehen. Die deutschen Kinos sind voll­ständig abhängig von US-Block­bustern. Weil diese die Massen ins Kino ziehen. Die weitaus meis­ten deutschen Filme bleiben dahin­ter weit zurück. Kein Wun­der, bei den Inhal­ten: Dümm­liche Komö­di­en oder Ver­gan­gen­heits­be­wäl­ti­gung mit erhoben­em Zeigefin­ger und ver­meintlich­er Anspruch dominieren die hiesi­gen Pro­duk­tio­nen. Vielle­icht noch irgend­was, bei dem man schön Film­förderung abgreifen kann, was aber eigentlich außer selb­ster­nan­nten Intellek­tuellen keine Sau inter­essiert.

Dieses Prob­lem ist haus­gemacht. Weil sich in Deutsch­land in Sachen Film nie­mand etwas traut (mit ganz weni­gen Aus­nah­men), und weil in #neu­land seit der UNENDLICHEN GESCHICHTE kein Geld für wenig­stens ansatzweise block­busterähn­liche Pro­duk­tio­nen aus­gegeben wird. Phan­tastik, also Sci­ence-Fic­tion und Fan­ta­sy, sind DIE Geld­maschi­nen in Hol­ly­wood – und die lokalen Pro­duk­tions­fir­men ignori­eren das in Sachen Film aus irgendwelchen nicht nachvol­lziehbaren Grün­den kom­plett weg (im Fernse­hen übri­gens auch, aber das ist ein anderes, eben­falls trau­riges, The­ma). Weil Komö­di­en weitaus bil­liger sind und schnelle Kohle ver­sprechen. Oder weil man meint, irgen­deinen Bil­dungsauf­trag erfüllen zu müssen. Oder »hohe Kun­st« zu machen.

Und dann kommt noch Dummheit hinzu. Ger­ade ging der deutsche Fan­ta­sy-Film MARA UND DER FEUERBRINGER gnaden­los unter. Nicht etwa, weil der Streifen schlecht wäre. Nein, weil die Kino­be­treiber und der Ver­leih unter galop­pieren­der Dummheit lei­den. Es han­delt sich um den ersten ansehn­lichen, nicht plat­ten und inhaltlich ansprechen­den Phan­tastik-Streifen seit der UNENDLICHEN GESCHICHTE und man deklar­i­ert ihn als Kinder­film. Macht nahezu keine Wer­bung dafür (das ist allerd­ings der Ver­leih schuld) und zeigt ihn nur zu Uhrzeit­en, an denen es für nor­mal arbei­t­ende Erwach­sene unmöglich ist, ihn sich im Kino anzuse­hen. Und set­zt ihn dann kon­se­quent nach ein­er Woche ab.

GENAU DAS ist euer Prob­lem, hiesige Ver­lei­her und Kinos. Ihr seid so geil auf die Ein­nah­men aus US-Pro­duk­tio­nen, dass ihr einem wirk­lich guten deutschen Film keine Chance gebt und ihn als Kinder­film abkanzelt. Weil: Ist ja Fan­ta­sy, wer will das schon sehen? Muss für Kinder sein, bringt eh keine Kohle. Und wenn in HARRY POTTER, AVENGERS, DARK KNIGHT oder STAR WARS die Massen strö­men, dann habt ihr plöt­zlich Dol­larze­ichen im Gesicht und beschw­ert euch darüber, wenn Hol­ly­wood die Dau­men­schrauben festzieht? Weil sie es kön­nen? Und: Warum ist Phan­tastik aus den USA für Erwach­sene und Phan­tastik aus Deutsch­land nur für Kinder?

Ganz ehrlich: Selb­st schuld.

Solange das Genre hierzu­lande von den Pro­duk­tions­fir­men und den Kinos weit­er­hin der­art stiefmüt­ter­lich – ach was rede ich … Solange das Genre hierzu­lande NICHT STATTFINDET, weil entwed­er nichts Phan­tastis­ches pro­duziert wird, oder weil es nur eine Woche lang um 12:30 Uhr in den Kinos läuft, möchte ich kein Gemaule über die Dom­i­nanz der US-Stu­dios hören, eben­sowenig darüber, dass sie die Dau­men­schrauben anziehen, die ihr euch selb­st angelegt habt. Ihr habt es nicht bess­er ver­di­ent. Ich hätte mir rasend gern MARA UND DER FEUERBRINGER ange­se­hen. Lief aber nur anderthalb Wochen und zu Zeit­en, an denen kein arbei­t­en­der Men­sch ein Kino von innen sieht. Die deutschen Film­pro­duzen­ten und die Kino­be­treiber verkack­en es, sie verkack­en es seit Jahrzehn­ten, indem sie nicht in der Lage sind, Hol­ly­wood im Bere­ich Phan­tastik die Stirn zu bieten. Und das in einem Land, das ein­mal Pio­nier des Gen­res war. METROPOLIS oder NOSFERATU, um nur mal zwei zu nen­nen. Und heute? Jed­er deutsche Regis­seur, der in der Rich­tung halb­wegs was auf dem Kas­ten hat­te, ist gen Hol­ly­wood aus­ge­wan­dert und hat dort Kar­riere gemacht. Zusät­zlich wird stinkre­ichen US-Fir­men, die irgend­wo in den öden Weit­en der Uck­er­mark drei Szenen drehen, Film­förderung in Mil­lio­nen­höhe hin­ter­herge­wor­fen. Statt ambi­tion­ierte lokale Pro­jek­te zu unter­stützen.

Also, »kleine Kino­be­treiber unter der Knute vom bösen Onkel Dis­ney«. Es ist mir scheiße­gal, ob ihr AGE OF ULTRON boykot­tiert. Ich werde mir den irgend­wo anse­hen, wo er läuft, ver­mut­lich in einem Mul­ti­plex. Da zahle ich schon seit Jahren fuf­fzehn Euro für einen 3D-Film. Tue ich für die Gigantlein­wand und den Mega-Sound (halb­wegs) gern, dafür suche ich mir die Filme, für die ich meinen Hin­tern ins Kino bewege, auch gut aus und renne nicht in jeden Mist – wie beispiel­sweise strun­z­dumme deutsche Komö­di­en mit Till Schweiger und wech­sel­nden Anzahlen von Ohren oder die hun­dert­ste Geschicht­sauf­bere­itung um eine deutschstäm­mige, ein­beinige, usbekische, les­bis­che Nazi-Nutte mit Migra­tionsh­in­ter­grund. Wenn ihr eure Kun­den nicht haben wollt, dann wollt ihr eben nicht. Ihr kön­nt ja stattdessen MARA im Abend­pro­gramm zeigen. Ich befürchte allerd­ings, dass dann ob der Konkur­renz wieder kein­er kommt.

Denkt mal drüber nach, ob ihr sehenswerte Genre-Pro­duk­tio­nen aus Deutsch­land in Zukun­ft nicht lieber unter­stützen möchtet (wenn es sie denn mal gibt), statt sie unter »Kinderkram« wegzu­sortieren, zu völ­lig bek­loppten Uhrzeit­en zu zeigen, und nach ein­er Woche abzuset­zen.

Dann wärt ihr näm­lich irgend­wann vielle­icht ein kleines biss­chen weniger abhängig von Hol­ly­wood. Weil es Alter­na­tiv­en aus Deutsch­land gäbe.

Update: Bitte auch den weit­er­führen­den Kom­men­tar von »Flex« beacht­en, der ste­ht weit­er unten und in einem eige­nen Artikel.

Bild: Film­strip und »no brain« von Pix­abay, CC-0

AutorIn: Stefan Holzhauer

Meist harm­los­er Nerd mit natür­lich­er Affinität zu Pix­eln, Bytes, Buch­staben und Zah­n­rädern. Kon­sum­iert zuviel SF und Fan­ta­sy und schreibt seit 1999 online darüber.

69 Kommentare for “Rant: AGE OF ULTRON, MARA und die Dummheit der deutschen Kinobetreiber”

Kyr

sagt:

Ach, deine Rants sind ein­fach die besten. Ich gehe seit über 10 Jahren nicht mehr ins Kino; der let­zte Film war die »Rück­kehr des Königs« Ende 2003. Und der hat damals (wohl wegen Über­länge) schon 14 Euro in einem Kino in der Welt­stadt Lim­burg gekostet. Soviel zum Preis.

Wann was und warum im Kino läuft habe ich seit damals nicht mehr ver­standen. Ich hätte gerne die »Mond­ver­schwörung« gese­hen oder »Sky Cap­tain and the World of Tomor­row«. Und die kom­men dann entwed­er am Nach­mit­tag oder wer­den nach ein­er Woche abge­set­zt. Und das in Ham­burg – mit Dutzen­den von Kinos.

Und zum The­ma Til Schweiger: Ich warte darauf, dass diese Soft­ware rauskommt, die Schweiger aus den Fil­men raus­rech­net – dann schaue ich mir eventuell (!) mal einen davon an.

sagt:

Hal­löchen,

ja diese Phan­tastik-Ablehnung unser­er Zeit geht mir auch gehörig auf die Ner­ven. Es fängt bei Ver­la­gen an, die lieber Importieren statt sel­ber mal Trends zu set­zen (was bei ein­er Char­lotte Roche klappt, kön­nte genau­so gut auch bei anderen Gen­res funk­tion­ieren).
Aber auch unsere Film und Fernsehland­schaft ist mord­sig­no­rant.
Auf den unzäh­li­gen Kanälen läuft nur noch Mord und totschlag in all seinen Facetten, oder hochgeistige Kul­tur à la 3Sat und Phoenix.
Und wenn man sich nach »seichter Unter­hal­tung« sehnt, lan­det man ziem­lich schnell bei Rosamunde Pilch­er, Inga Lind­ström, und was da son­st noch so an Ver­fil­mungen herumgeis­tert.
Bitte ver­ste­ht mich nicht falsch, jed­er Topf hat sienen Deck­el, und auch Rosamunde Pilch­er find­et sicher­lich Leser, aber ich frage mich: Hat nicht auch Deutsche Phantastik/Fantasy eine Plat­tform ver­di­ent?
Wieso müssen Fans (!) für Ihren Film (!) per Crowd­fund­ing (!!!) spenden, damit er über­haupt pro­duziert wird, OBWOHL die Büch­er sich sehr gut verkauft haben?
Ich kann der­ar­tige Igno­ranz nicht ver­ste­hen. Aber wenn es so sein soll.… was kön­nen wir da ändern? Boykott führt über kurz oder lang zum Ver­schwinden der Kinos dieses Lan­des.

Naja

Grüße

Sascha Schröder

sagt:

Wenn ich schon lese, dass sich die Kino­be­treiber darüber beschw­eren, jet­zt doch tat­säch­lich Min­dest­lohn zahlen zu müssen, fällt mir nix mehr ein. Sklaven­treiber.

KaiKai

sagt:

»strunz­dumme deut­sche Ko­mö­dien mit Till Schwei­ger und wech­seln­den An­zah­len von Oh­ren oder die hun­dertste Ge­schichts­auf­be­rei­tung um eine deutsch­stäm­mige, ein­bei­nige, us­be­ki­sche, les­bi­sche Nazi-Nutte mit Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund«

Made my day! :D

Sanne

sagt:

Warum magst du denn nicht nach­mit­tags ins Kino gehen? Angst vor den vie­len Kindern? Hier läuft Mara übri­gens noch (allerd­ings nur nach­mit­tags). Anson­sten hast du Recht, ich hab davon keinen einzi­gen Trail­er gese­hen oder son­stige Wer­bung, und ich schaue viele Kinder­filme. Das liegt aber eher am Ver­leih und nicht an den Kinos, oder?

sagt:

»The­ma des Rants ist, dass sich die deut­schen Ki­no­be­trei­ber und die Film­in­dus­trie über Jahr­zehnte selb­st in die Ab­hän­gig­keits­lage von Hol­ly­wood ge­bracht haben.«

…ich ver­ste­he das irgend­wie nicht. Die Kino­be­treiber kön­nen nur zeigen, was an Fil­men tat­säch­lich pro­duziert wird. Die Kino­be­treiber (beson­ders die kleinen) haben auch meines Wis­sens nach kaum die Fin­ger in der deutschen Film­pro­duk­tion. …inwiefern kann man denen vor­w­er­fen, dass sie sich selb­st in eine Abhängigkeit­slage von Hol­ly­wood gebracht haben?

Und die deutsche Fil­min­dus­trie hat aus sprach­lichen Grün­den einen immensen Nachteil gegenüber englis­chsprachi­gen Fil­men. Sie kämpfen einen dauern­den Über­leben­skampf gegen das über­mächtige Hollywood…inwiefern sind die über­haupt abhängig von denen? Wenn Hol­ly­wood spon­tan ver­schwindet, wür­den die doch Luft­sprünge machen.

Real­is­tisch betra­chtet hat Hol­ly­wood sprachlich/kulturell bed­ingt einen immensen Mark­tvorteil. Dass Hol­ly­wood Pro­duk­tio­nen dementsprechend mehr Geld ein­spie­len, dementsprechend größere Bud­gets bekom­men und dementsprechend jeden Ver­gle­ich gewin­nen ist nur logisch.

Und ganz ehrlich, bei Mara bitte ein­fach mal die Fan­brille abset­zen und den Film real­is­tisch betra­cht­en. Das IST ein Jugend­film (Pubertät wird ganz klar thematisiert…welchen erwach­se­nen Zuschauer inter­essiert das???), die Pro­duk­tion­squal­ität ist mit das beste was Deutsch­land zu bieten hat…und reicht bei weit­em nicht an gute Hol­ly­woodqual­ität ran (aber zumin­d­est meis­tens über schlechte Hol­ly­woodqual­ität hin­aus) und der Film hat auch sto­ry­tech­nisch seine Schwächen. Der Ver­gle­ich mit der unendlichen Geschichte ist hanebüchen.
Der Film war gut gemacht und sehenswert für Fans und wurde auch defin­i­tiv sehr schlecht ver­mark­tet, aber wenn der durch Mar­ket­ing Verkauf­szahlen im Bere­ich von Har­ry Pot­ter und Herr der Ringe gehabt hätte, wäre da ein Großteil der Leute (zu recht) total ent­täuscht raus­ge­gan­gen.

sagt:

@Sanne: Weil ich nach­mit­tags arbeite? Ostern und am Woch­enende danach hat­te ich keine Zeit und dann war er auch schon abge­set­zt.

sagt:

@Andreas: Mara ist hier nur ein exem­plar­isch­er Rand­schau­platz. Ich bin übri­gens kein Fan. Kann ich gar nicht sein, weil ich ihn noch nicht gese­hen habe.

Real­is­tisch betra­chtet kann man auch gute bis sehr gute Phan­tastik-Filme machen, ohne ein Mul­ti­mil­lio­nen-Dol­lar-Bud­get einzuset­zen. Lei­der geschieht in der Hin­sicht in Deutsch­land seit Jahrzehn­ten NICHTS.

Schön, dass der Ver­gle­ich mit der Unendlichen Geschichte hanebüchen ist. Nur lei­der falsch. Ich habe die gar nicht ver­glichen.

Kevin

sagt:

Sollen es halt manche Kinos boykot­tieren, solange ich AoU hier sehen kann is mir das lat­te. Für etwas was mich inter­essiert zahl ich nun­mal gern den Preis. Und bei uns kostet der »nur« 13€ auf den guten Plätzen. Das ist bish­er n nor­maler Kino­preis heutzu­tage, finde ich.

ALLES wird teur­er, weil irgendw­er in der Kette mehr Geld will. So ist es nun­mal… Man sel­ber will ja auch mehr Geld ver­di­enen, bekommt vom Arbeit­ege­ber das höhere Gehalt und der Arbeit­ge­ber schlägts irgend­wann auf den Preis für den Kun­den durch. SO IST DAS NUNMAL! ^^

danish

sagt:

Guter Kom­men­tar!

Was diesen Mara-Film bet­rifft. Habe ihn nicht gese­hen, lediglich den Trail­er, und der sah aus wie eine halbe Folge Pfef­fer­körn­er mit VFx… Muss ich nicht sehen, Avengers dage­gen schon!

Mar­vel und DC sind ein­fach unübertrof­fen, warum solch­es kopieren und scheit­ern, warum nicht ein­fach in Demut ins Kino gehen und den Amis dabei zuse­hen, was sie kön­nen. Und dann besin­nen wir uns wieder auf das was wir kön­nen. Film­förderungss­cheiss… kleines über­flüs­siges fernsehspiel… Rosamunde Pilch­er… Tatorte, Matthias Schweighöfer… Fam­i­lie Schweiger.… Oder unsere Serien… ganz toll… yeah tatortreiniger… super…

Wir soll­ten endlich ein­se­hen, dass wir gute Inge­nieure haben, gute Tech­nik… Aber ein guter deutsche Film wird immer eine Aus­nahme bleiben.

sagt:

Einen Film den man nicht gese­hen hat, kann man nicht beurteilen.

Auch der Zuschauer muss deutschen Pro­duk­tio­nen eine Chance geben, ohne vorher schon zu wis­sen, dass die nur Mist sein kön­nen, wie das manche aus dem soge­nan­nten Fan­dom in Deutsch­land tat­en.

Elyas Nickname

sagt:

Vie­len Dank für diesen Artikel! Ihr sprecht mir aus der Seele.
ich war »geflasht« als ich den Brief von unserem Kino las, dass A2 nicht gezeigt wird, stand ich da, run­zelte die Stirn, hob die Augen­brauen und dachte: Wie blöd sind die denn?!«
Mara würde ich auch gern sehen. Hat­te kurz nach Veröf­fentlichung, von der ich zuerst nichts mit­bekam, nur gutes gehört, aber das Prob­lem habt ihr ja auch schön ange­sprochen, ähm, angeschrieben. ^^

Peter

sagt:

der Kom­men­tar passt wie die Faust aufs Auge :)
Aber die Vor­liebe für Mara scheint doch was Betrieb­s­blind zu machen, das ist nach allen gängi­gen Kri­te­rien zumin­destes ein Fam­i­lien­film, wenn nicht sog­ar doch ein Kinder­film.…
Die Alter­freiga­be ist klar für Kinder als Zielpub­likum, die Umset­zung und Dialoge sind zumin­d­est Kinder­tauglich: kein echt­es Fluchen, keine »bildliche« Gewalt (im Sinne von »unnötiger« Gewalt­darstel­lung) – die Action lebt von der Ani­ma­tion eins Fabel­we­sens.… Eben klas­sich das was man als Pro­duzent macht, um eine Alter­freiga­be für Kinder zu bekom­men. Der Fehler keine echt­en Phan­tastik Filme zu machen set­zt sich bis zur Pro­duk­tion fort. LOTR hat FSK ab12, die Ext. Edi­tio­nen teil­weise sog­ar 16 – Mara hat ab 6.…. Ich war als Onkel mit meinen 5, 9, 12 & 14 alten Nef­fen und Nicht­en drin­nen. Ich war begeis­tert von der Optik und die Schaus­piel­er waren fast schon echt gut, nur wenige schlechte Momente. Aber rein Inhaltlich war ich gelang­weilt, die bei­den älteren übrin­gens auch. Eben­falls neg­a­tiv: die Haupt­darstel­lerin war nicht authen­tisch (wie auch, ist 19 nicht 14.…) – sowas merken Jugendliche…
Trotz­dem ein guter Film und ein Hoff­nungss­chim­mer das wenn es mal ein­er ern­sthaft ver­sucht es schon klap­pen kann.
-P

sagt:

Kann dem Artikel nur zus­tim­men.

(Lei­der) auch zum The­ma »Mara …« – wollte den guck­en, aber lief halt auch nur zu Zeit­en, wo wir nicht kon­nten. Dafür kam um 20:00/20:15 dann irgen­deine Komödie oder was-weiß-ich …

Susi

sagt:

Danke, Danke, Danke!!!

Bess­er hätte ich auch nicht ätzen kön­nen! ^^

Urs Bender

sagt:

Sor­ry aber ich denke du liegst nicht ganz richtig. Wenn man mal schaut, was in Deutsch­land in anderen »nicht sub­ven­tion­ierten« pop­ulären Kün­sten so pro­duziert wird, dann öffnet sich ein riesiges Dilem­ma.

Selb­st in der Musik sind wir inter­na­tion­al nicht anschlussfähig. Ein Blick auf Kle­in­stlän­der wie zB Däne­mark müsste uns in Grund und Boden schä­men lassen. In der Lit­er­atur vielle­icht ein paar Aus­nah­men.

Also an der Förderung wird es lei­der nicht liegen. Wir Deutschen haben es ein­fach ver­lernt Pop­kul­tur (wozu ich gute Gen­re­filme zäh­le, genau­so wie gute Pop­musik) zu pro­duzieren.

Die filmis­chen Krepier­er der Gen­ri­nale in Berlin sollte man lieber ver­schweigen. Ja sieht lei­der düster aus.….

Jörg

sagt:

Falsch­er Denkansatz.
1. Wenn ich als Betreiber schon den Min­dest­lohn an meine Angestell­ten bezahlen muß und nun auch noch an die Pro­duk­tions­fir­ma 53 Prozent abführen soll, anstelle der bis dahin üblichen 47,3, dann lohnt das für die kleinen Kinos sich nicht mehr. Die kön­nen es ja nicht an den Kun­den weit­er reichen. Mal sehen was du dann schreiben würdest. Ich kann ja ver­ste­hen das die Star,s und Dis­ney Mil­lio­nen ver­di­enen müssen. Da müßen dann andere eben weniger verdi­nen.

2. Große Pro­jek­te in Deutsch­land zu Pro­duzieren loht sich eben­falls nur unter großem Risiko, da wir lei­der nicht einen so großen Absatz­markt haben, wie die USA. Der ist weltweit. Also wer soll einen Film drehen, der 30 Mil­io­nen kostet, wenn er nur 3,5 wieder raus hat und hof­fen muß, das der Rest im Aus­land erwirtschaftet wer­den kann. ( Der Medicus )

Mumbo

sagt:

Hej.
Bin hier her gelinkt wor­den.
Mal ein paar Punk­te:
-Ich gebe dir recht das Fan­ta­sy (oder Phan­tasie) in Deutsch­land zu kurz kommt.
-Ich stimme nicht zu das alle Deutschen Pro­duk­tio­nen die sich mit ver­gan­gen­heits­be­wäl­ti­gung außeinan­der set­zen schlecht sind. Lust ein paar Beispiele zu nen­nen? Sehen wir mal von Kruscht wie »Unsere Müt­ter, unsere Väter« (der ja nicht in den Kinos lief) oder leicht miss­glück­ten Pro­duk­tio­nen wie der neuan­ge­laufene Elser-Film (der – bess­er Umge­set­zt – dur­chaus inter­es­san­ten Stoff geboten hätte) ab, und schauen uns Filme wie etwa »Das weiße Band« an – was gibt es an dem Film auszuset­zen? Das Gejam­mer über den »erhobe­nen Zeigefin­ger« tut sein übriges.
-Daneben gibt es gute in Deutsch­land pro­duzierte Filme die gefördert wer­den – z.B. die Her­zog-Doku­men­ta­tio­nen. Das die zu wenig beachtet wer­den ste­ht auf einem anderen Blatt.
-Du sagst du würdest dich nur für aus­gewählte Filme ins Kino bewe­gen, und gib­st dir dann eine abso­lut lieblose Block­buster-Pro­duk­tion wie die Avengers? Die ist jet­zt nicht unbe­d­ingt auf einem höheren Lev­el als die zurecht als dümm­lich kri­tisierten Schweiger-Komö­di­en.

Ich finde den Boykott gut. Wenn sie mehr bekom­men sichert das langfristig Arbeit­splätze in Kinos die nicht zu irgendwelchen kalten, unper­sön­lichen Fran­chis­es gehören. Und eine gerin­gere Ver­bre­itung des Filmes kommt der geisti­gen Volks­ge­sund­heit ver­mut­lich ent­ge­gen.

sagt:

Ja, ich wollte Mara auch im Kino sehen .. hab aber nicht gle­ich in der ersten Woche geschaut. Dann kam er nur noch ein­mal Son­ntags mor­gens um 11:45. Danke auch.

Anson­sten ein <3 für den Rant, den ich vol­lum­fänglich unter­schreibe.

Mumbo

sagt:

Ach­ja, nochwas:
Langfristig schuld am nieder­gang der deutschen Filmkul­tur ist im End­ef­fekt das dritte Reich. In Weimar ging es hier noch richtig Rund (Fritz Lang, Wilder, Mur­nau), wegen der Faschos mussten alle in die USA oder Sow­je­tu­nion (und in dem Fall dann meist weit­er in die USA) abhauen, oder lebten in den meis­ten Fällen nicht lange (»Die Dichter und Denker holt in Deutsch­land der Henker«). Dadurch hat Hol­ly­wood natür­lich prof­i­tiert, während in Deutsch­land kaum ein Filmemach­er mit Tal­ent übrig­blieb. Selb­st die damals gefeierte Riefen­stahl war im End­ef­fekt nur eine bil­lige Kopie von Eisen­stein. Davon hat sich die Filmkul­tur hier nie wieder wirk­lich erholt-
ähn­lich sieht es auch in der Musik, der Malerei und der Lit­er­atur aus, die Vor­bilder, die Lehrer, die möglichkeit­en eine wirk­liche Szene und Kul­tur herzustellen, fehlten. Insofern bleibt Deutsch­land als Kul­tur­stan­dort nur »der erhobene Zeigefin­ger«. Der ganze Kul­turbe­trieb ist ein gigan­tis­ches Mah­n­mal gegen unmen­schlich­es Han­deln. Kar­ma?

flex

sagt:

Hal­lo Ste­fan,

ich bin soeben via Face­book auf deinen Artikel aufmerk­sam gewor­den.
Erst habe ich mich geärg­ert, allerd­ings habe ich mir den Artikel dann nochmal ein zweites mal durchge­le­sen und möchte nun ein paar Dinge richtig stellen.
Viele dein­er Ansicht­en erscheinen dur­chaus logisch, wenn man über die Kino­branche in Deutsch­land nur soviel weiß, wie ein Kunde eben über die Kino­branche wis­sen kann.

Ich selb­st bin ein klein­er Kino­be­treiber und möchte zu ein paar Punk­ten Stel­lung nehmen:
1. Mara:
Was man als Kunde nicht wis­sen kann, ist das der Film aus anderen Grün­den grandios gefloppt ist als man auf den ersten Blick denken würde:
Stell dir vor du hast zwei Kinosäle zur Ver­fü­gung und bekommst Mara vom Filmver­lei­her ange­boten, allerd­ings zu Kon­di­tio­nen die von dir Voraus­set­zen den Film in JEDER Vorstel­lung in deinem größten Kinosaal zu zeigen den du hast und das ganze (ver­traglich fest­gelegt) mit ein­er Laufzeit von drei Wochen!
Zurecht beschw­erst du dich, das der Film in dein­er Gegend nur zu arbeit­nehmerun­fre­undlichen Zeit­en läuft! Wieso?
Weil Mara auf­grund der Ver­leihkon­di­tio­nen unspiel­bar gemacht wurde! Als Kino­be­treiber beobacht­est du das Starum­feld des Filmes und wenn du mit­bekommst, dass der Film nicht bewor­ben wird und du dazu gezwun­gen bist, bei nur zwei Sälen einen Kinosaal für drei Wochen kom­plett zu block­en über­legst du dir einen Film wie Mara (unbe­wor­ben) ins dein Pro­gramm aufzunehmen.

Avengers 2:
Die Medi­en ver­rat­en dir nicht alles!
Klar kannst du Avengers2 im näch­sten Mul­ti­plex sehen und musst nicht ins kleine Dor­fki­no gehen. Und das tolle daran, du musst nicht mal mehr dafür bezahlen!
Wurde dir gesagt wieso die Ket­ten beim Boykott nicht teil­nehmen? Für Kinoket­ten gel­ten Son­derkon­di­tio­nen, sie bezahlen für Filme weniger als die kleinen Dor­fki­nos und haben den großen Vorteil, dass sie bei weit­em nicht die sel­ben Auswer­tungs­fen­ster haben wie die kleinen Einzel­häuser, sie müssen die Filme näm­lich nicht so lange spie­len wie die kleinen Einzel­häuser auf dem Land!

Was man als Kinobe­such­er nicht wis­sen kann:

Die deutschen Kinos wur­den in den let­zten Jahren dazu gezwun­gen ihre Kinotech­nik auf »Dig­i­tal« umzustellen. Zwar wird es so dargestellt, als ob dies frei­willig passiert wäre, dem war aber nicht so.
In den ver­gan­genen Jahren wurde man als Einzel­haus ein­fach nicht mehr mit einem Film beliefert, weil die damals noch gebräuch­lichen 35mm Kopi­en immer weit­er zurück­geschraubt wur­den. Das Ange­bot an analo­gen Filmkopi­en wurde kün­stlich verk­nappt, wenn man Über­leben wollte und neue Filme zeigen wollte musste man auf die »neue« Tech­nik umrüsten.
Für ein Einzel­haus (abhängig von der Pro­jek­tore­nan­zahl und der Saalan­zahl) kamen da immense Kosten von (bei uns 200.000€) zusam­men. Viele Filmver­lei­her haben erkan­nt das man durch die neue Tech­nik Geld sparen kann (Keine Kopi­en mehr erstellen= pro 35mm Kopie ca. 500€ sparen, gerin­ger­er Filmver­sand, anstatt 30Kg schw­er Filmkopie muss nur noch eine HDD ver­schickt wer­den, etc…) und haben die Kinos bei der Umrüs­tung unter­stützt.

Die Walt Dis­ney hat dies zu keinem Zeit­punkt getan und ver­langt nun von vie­len Kinos in Deutsch­land höhere Abgaben bei der Film­mi­ete.
Übri­gens, was in den Zeitungsar­tikeln ver­schwiegen wird: Die Walt Dis­ney fordert einen Nach­weis, das ihre Filme (egal ob man sie spielt oder nicht) aktiv durch alle Kinos die einen Walt Dis­ney Film zeigen bewor­ben wer­den. Hier­für müssen wir unsere »Playlists« ein­schick­en, die Walt Dis­ney sieht also wie unser Kino­pro­gramm gestal­tet wird, ein Fakt der vie­len Kinos zurecht nicht schmeckt.

Wenn es zu der Fil­mauswahl in deutschen Kinos kommt:
Die Walt Dis­ney fordert seit einiger Zeit eine »kom­plett Auswer­tung« ihrer Filme: Ein Kinder­film mit ein­er FSK 0 muss also auch in der Spätvorstel­lung laufen! Wie es den Kino­be­treibern geht ist dabei neben­säch­lich. Zwar wis­sen wir, dass der inter­es­sante Action­film mit ein­er FSK 18 um 23:00 mehr Besuch­er ansprechen würde als der Kinder­film, nur ist unsere Pro­gram­mgestal­tung nicht so ein­fach!
Wenn man um 14:00, 16:00 und 18:00 jew­eils 200 Besuch­er im Kinder­film hat und den FSK 18 Film erst ab 20:00 im Kino ein­set­zen darf über­legt man sich halt was man wie ein­set­zt.

Als Besuch­er denkt man grund­sät­zlich, das die Kinos in Fil­mauswahl und Pro­gram­mgestal­tung frei wäre! Dem ist nicht so!

Übri­gens: Bei ein­er Ver­lei­hab­gabe von 53% sowie der Abgabe an die SpiO sowie den üblichen Nebenkosten bleibt vom Kinotick­et nichts mehr in der Kinokasse übrig: Ein­er der Gründe warum Pop­corn und Getränke im Kino so teuer sind.

Den Boykott der kleinen Kinos anzuprangern ist wirk­lich ein­fach wenn man die Fak­ten­lage nicht zu 100% nicht ken­nt (aber wie soll man das auch kön­nen?)

So oder so haben die großen Ket­ten, die am wenig­sten für die kul­turelle Vielfalt im Kino tun gewon­nen: Sie zahlen weniger und wenn die kleinen Kinos (die sich noch um ein indi­vidu­elles Pro­gramm küm­mern) nicht spie­len haben sie auch noch mehr Besuch­er!

Übri­gens: Den Gigan­ten­sound und die Mega­lein­wand in den Mul­ti­plexx-Kinos hast du der Mark­t­macht zu ver­danken!

Viele Grüße!

Flex

sagt:

»lieb­lose Block­buster-Pro­duk­tion wie die Aven­gers«

Der war gut, ich habe sehr gelacht. Aber genau diese Ablehnung­shal­tung ist Teil des Prob­lems.

Dem ein oder anderen Kom­men­ta­tor würde ich rat­en, sich mal damit auseinan­derzuset­zen, was ein Rant ist. Wer Satire find­et, darf sie behal­ten.

Anson­sten: Wenn sich eine wirtschaftliche Unternehmung nicht mehr lohnt, dann sollte man sich über­legen, wie man sie wieder lohnen­wert macht, oder sich mit dem Gedanken auseinan­der­set­zen, dass man das Geschäft aufgeben muss. Fün­fzig Cent pro Kinokarte kön­nen nicht das Prob­lem sein, man muss das den Besuch­ern ein­fach mal kom­mu­nizieren, das sollte doch ger­ade im »Dorf« möglich sein? Eben­sowenig kann der Min­dest­lohn ein Prob­lem sein. Ein Kino kann nicht auf Mitar­beit­er­aus­beu­tung basieren. Mich würde wirk­lich mal eine reale, offen­gelegte Rech­nung eines »kleinen Kinos« für einen Block­buster inter­essieren.
Mir ist auch dur­chaus bewusst, dass darauf gedrängt wurde, auf mod­erne Pro­jek­tion­stech­niken umzurüsten – und das schon ziem­lich lange. Bere­its seit 2007 wird 4K-Pro­jek­tion einge­führt – das ist sieben Jahre her. Ja, Tech­nik verän­dert sich und man muss sich anpassen.

Danke an »Flex« für die inter­es­san­ten Hin­ter­gründe zu Mara.

Ich gebe es aber offen zu: Filme abseits von Block­bustern schaue ich mir lieber zuhause auf dem Beam­er an. Da habe ich meine Ruhe und Chips und Bier sind bil­liger – und der Sound auch nicht schlecht. Ein Kino muss mir was bieten, was ich anson­sten nicht habe. Und das sind Gigantsound, Riesen­lein­wand und in manchen Fällen 3D.

Urs Bender

sagt:

In den let­zten Jahren kann man eher beobacht­en, dass sich Tech­nik nicht unbe­d­ingt geän­dert »hat« son­dern geän­dert »wurde«, um den Markt klein zu hal­ten. Kleinere Pro­duk­tio­nen, die sich dur­chaus rech­nen kön­nen, wer­den abge­drängt. Ein­fach mal zB die State­ments von Soder­bergh dazu lesen. Aber glück­licher­weise scheint sich seit let­ztem Jahr eine Trendwende abzuze­ich­nen. Mar­vel-Fran­chise war nicht Jahressieger in Deutsch­land.

sagt:

Son­dern? Mit Quelle bitte.

Ja, sich­er »wird« Tech­nik geän­dert. Das ist über­all so, auch beim End­kun­den, damit man alle paar Jahre was Neues kaufen muss. Wenn ich mir anse­he, wie lange es 35 und 70 mm Pro­jek­tion gab, hat­ten wir wirk­lich lange was davon. Eine Neuerung war über­fäl­lig.

Madschac

sagt:

am umsatzstärk­sten war natür­lich der Hob­bit 3 vor den Trib­uten v. Panem 3…auf platz 3 Trans­form­ers 4 und auf dem vierten rang »über­raschend« die franz. komödie »Mon­sieur Claude und seine Töchter«…Guardians of the Galaxy lan­dete noch hin­ter »Wolf of Wall­street« und »Drachen­zäh­men leicht gemacht 2« auf rang 7!

http://www.boxofficemojo.com/intl/germany/yearly/?yr=2014&p=.htm (Hob­bit und Panem fehlen da, weil erst 2015 kom­plett aus­gew­ertet)

ich hoffe mal inständig, dass ihr pam­phlet eher iro­nisch zu ver­ste­hen ist, anson­sten wäre der text in weit­en teilen eine frech­heit!

Flex hat gut erk­lärt, wie es in der kino­branche abläuft und nicht wir drehen die filme, oder geben sie in auf­trag, son­dern die stu­dios, die ver­lei­her und nicht zulet­zt ist es der kon­sument, der nach bes­timmten fil­men ver­langt!

wir kön­nen den ganzen tag, zur besten zeit, dt. art­house pro­duk­tio­nen zeigen, wer­bung dafür schal­ten (was eigentlich nicht unsere auf­gabe ist) und dann mit wehen­den fah­nen insol­venz anmelden!

die leute wollen Dis­ney-Pixar filme, Mar­vell, Star Wars, James Bond, Mar­tin Scors­ese und DiCaprio, Taran­ti­no, HDR & co und 1–2 Schweighöfer + 1–2 Schweiger filme pro jahr gehen auch noch richtig gut…alles andere ist meist nur füll­w­erk, bis zum näch­sten og. block­buster!

wir spie­len auch regelmäßig dt. kinder­filme wie Hanny&Nanny, 5 Fre­unde, Bibi&TIna oder Ost­wind, aber das sind typ­is­che ferien filme, die sind mal ein paar tage ganz gut besucht, wirk­lich leben kann man davon aber auch nicht! die filmemach­er dank förderung sich­er aus­geze­ich­net, dadurch funk­tion­iert zumin­d­est der dt. kinder u. jugen­film auf ordentlichem niveau!

in sachen film ist richtig große fan­ta­sy oder sci­fi aus deutsch­land ein­fach unmöglich! 50mio € bud­get aufwärts kann kein noch so guter dt. film weltweit ein­spie­len, oder zumin­d­est ist die chance ver­schwindet ger­ing! die amerikan­er ver­schmähen sowas meist aus prinzip und wenn ein film nicht auch in den USA, Chi­na und Asien insg. funk­tion­iert, dann rech­net sich keine so große pro­duk­tion und wenn eine gün­stigere ver­sucht mit herzblut und spaß an der freude etwas in diese rich­tung zu ver­suchen, scheit­ert es meist an kri­tik­ern und überkri­tis­chen pub­likum (zb. Rubinrot/Saphirblau)!

die main­steam zuschauer erwarten bei Sci­Fi und Fan­ta­sy fil­men block­buster qual­itäten und strafen kleinere pro­duk­tio­nen durch nicht beach­tung ab!

Angela

sagt:

Huhu!
Vie­len, vie­len lieben Dank für diesen mir abso­lut aus der Seele sprechen­den Artikel. Mara und der Feuer­bringer wird wohl auch irgend­wann als DVD kom­men, obwohl ich noch nie was davon hörte, werde ich ihn mir holen.. ich ste­he auf Fan­ta­sy­filme!

Dein Zitat
»strunz­dumme deut­sche Ko­mö­dien mit Till Schwei­ger und wech­seln­den An­zah­len von Oh­ren oder die hun­dertste Ge­schichts­auf­be­rei­tung um eine deutsch­stäm­mige, ein­bei­nige, us­be­ki­sche, les­bi­sche Nazi-Nutte mit Migra­tionsh­in­ter­grund«

spricht auch mir aus der Seele.. ich gehe deswe­gen auch nur noch 2–3 mal ins Kino. Age of Ultron werde ich mir auch TROTZ Boykott anse­hen.. obwohl ich 70 km ein­fache Fahrt ins näch­ste Mul­ti­plex-Kino habe. Hach, der Kom­merz ist schön.

Aber selb­st dort hab ich schon seit Jahren 10–14 Euro pro Kinotick­et gezahlt.. denn iss­es halt so. Dafür hab ich ne tolle, riesige Lein­wand, einen unver­gle­ich­lichen Sound und das volle Kino-Feel­ing.

Kneedragger

sagt:

Du hast sooooo recht mit Dein­er Wahrnehmung über die »Risikofreude« deutsch­er Pro­duzen­ten und der Ver­mark­tung, die da hin­ter ste­ht!
Warum kom­men inno­v­a­tive Ideen im TV und Kino vorzugsweise aus GB und den USA? Oder aus Frankre­ich!
Weil sie es ein­fach machen! Auch wenn es manch­mal abseit­ig erscheint, diese »Abseit­igkeit« bringt oft mehr Thrill und Spaß als vorge­blich lustige oder span­nende Sachen von hier. (»Break­ing Bad« oder »Watch­men« hätte in D NIE stattge­fun­den)
Und…sollte wirk­lich in diesem Land etwas inno­v­a­tives im Film oder TV pro­duziert wer­den, sitzt die Arma­da von Feuil­leton bis Jugend­schutz an ihrer Brem­sknopf-Rei­he, die aussieht wie auf Ste­fan Raabs Schreibtisch in sein­er Show. Frei nach dem Mot­to »Wir bes­tim­men, was lustig und/oder gesellschaftsverträglich ist!«, weil wir etwas »Wis­sen« (bloß was?!?).
Damit sind, wie beschrieben, auch die Abhängigkeit­en klar definiert!
Ich per­sön­lich gehe ins Kino, um unter­hal­ten zu wer­den und zwar GUT unter­hal­ten zu wer­den (das heißt NICHT NUR lustig)! Und DAS gelingt meist nur Pro­duk­tio­nen aus dem Aus­land!

sagt:

Kle­in­stadtki­nos – ein Betrof­fen­er …

Mein­er Mei­n­ung nach sitzt der Artikel einen Trugschluß voraus, er tut näm­lich so, als wäre der Kinosaal in der Zeit leer.

Kle­in­stadtki­nos müssen schon heute fein unter den ver­füg­baren Streifen wählen und bei der heuti­gen, bre­it­en Auswahl an Streifen, die pro Woche rauskom­men, kann man auch gut mal einen anderen Streifen zeigen.

Meines Wis­sens laufen hier vor Ort (Helm­st­edt) Block­buster erst in Woche 2/3, ein­fach weil dann die Mieten gesunken sind.

Das wichtig­ste Argu­ment pro Kleoin­stadtki­no für mich ist der Preis. Ich bin bere­it, mir alles anzuguck­en, was auch nur periph­er mein Inter­esse streift, weil es eben 6 Euro (oder 8 in 3D) kostet, ich in 5 Minuten da und wieder zu Hause bin und ich für ne Cola 1,50 und ne Tüte Pop­ko­rn mit­tlere Größe 2,50 zahle und nicht meine Woh­nung verpfän­den oder mein Auto verkaufen muss. Passt man die Preise nach oben an, entschwindet der Hauptvorteil. Zwar gehe ich weit­er­hin ins Kino vor Ort, aber sicher­lich nicht in der Fre­quenz.

Und ich war neulich in Jupiter Ascen­ing (den ich mir son­st sich­er ges­part hätte, auch wenn ich über­rascht wurde – wie übri­gens auch Kings­man, der mich wegge­ballert hat), jeden­falls lief vorher Honig in Kopf. Und ich war extrem über­rascht, wieviele Leute in so ein Kle­in­stadtki­no gehen, ger­ade wenn man mal einen Film abseits des Mas­sen­geschmacks spielt. Ger­ade auch älteres Pub­likum war zu verze­ich­nen. Ich denke, ein Kle­in­stadtki­no kann gestrost auf Avengers II verzicht­en, auch wenn es schade ist, hätte ich gern gese­hen, fahr für diesen Film aber bes­timmt nicht son­der­lich weit.

Bzgl. Mara hast Du allerd­ings recht, aber das ist ja kein Prob­lem der Kle­in­stadtki­nos.

Micha

sagt:

Cloud Atlas war doch ganz nett. Aber hat natür­lich Sel­tenheitswert. Pro­duk­tion­sweise tut sich aber mehr und mehr, hab ich das Gefühl. Sehr langsam nur.

sagt:

Cloud Atlas? Was soll mir das sagen, das war doch eine US-Pro­duk­tion, bei der Deutsche mal wieder nur zahlen durften? Klar, deutsch­er Regis­seur, aber anson­sten ur-amerikanisch. Die Haup­trollen fast auss­chließlich mit Amerikan­ern beset­zt. Nicht wirk­lich ein Beispiel für deutsche Phan­tastik.

sagt:

In einem Kom­men­tar eines Kino­be­treibers war davon die rede, dass deutsche Pro­duzen­ten sich keine SFX-lasti­gen Mul­ti­mil­lio­nen-Dol­lar-Pro­duk­tio­nen leis­ten kön­nen, weil das Geld nicht wieder reinkommt, ins­beson­dere nicht inter­na­tion­al.

1. Schon mal Doc­tor Who gese­hen? Keine Mul­ti­mil­lio­nen-Dol­lar-Effek­te. Dafür Sto­ry­telling. Wer glaubt, dass Phan­tastik nur mit aufwendi­gen SFX funk­tion­iert, ist auf dem Holzweg. Außer­dem haben wir in .de diverse SFX-Fir­men, die auch für Hol­ly­wood arbeit­en.

2. Deutsche Filme funk­tion­ieren inter­na­tion­al nicht? In den 80ern schien das noch zu gehen. Unendliche Geschichte (ja, auch daran war Warn­er beteiligt, aber das war im Gegen­satz zu Cloud Atlas eine vor­rangig deutsche Pro­duk­tion, die auch in Deutsch­land gedreht wurde). Pro­duk­tion­skosten: ~27 Mil­lio­nen Dol­lar. Ein­spiel­ergeb­nis weltweit: 100 Mil­lio­nen Dol­lar.

Lonewolf Di Conis

sagt:

Ich kann zu 95% zus­tim­men, bei dem Kom­men­tar und ich muss geste­hen das ich kaum bis gar nicht mehr ins Kino gehe… wozu auch? Es kostet unge­mein und bringt kaum was … Mal davon abge­se­hen das man sich wie ein Ver­brech­er fühlt, weil man Essen und Trinken in das Kino schleust, weil die Preise in den Kinos so der­maßen über­zo­gen ist, das man für ein wenig Pop­corn plus Trinken das gle­iche Zahlt für die, mein­er Mei­n­ung nach total über­zo­ge­nen Tick­et­preise.

Urs Bender

sagt:

Ste­fan, beant­worte doch ein­fach mal die Frage, wer und wie konkur­ren­zfähige Sci-Fi, Fan­ta­sy in Deutsch­land finanzieren soll? Hier gibt dir keine Bank einen Kred­it für Filmwirtschaft. Erst recht nicht in den notwendi­gen Höhen. Alles was möglich ist, find­et im Low und No Bud­get Bere­ich möglichst Direct to DVD statt. Auch in Deutsch­land. Und sog­ar recht erfol­gre­ich. Zumin­d­est gibt es genü­gend Hor­ror Regis­seure, die von ihrer Arbeit leben kön­nen.

sagt:

Warum soll ich die Frage beant­worten, warum Banken ihrem Job nicht nachkom­men? Das ist ein Teilaspekt des Prob­lems, aber eben nur ein Teilaspekt.

Ich bin sich­er, wenn jemand mit einem inter­na­tion­al ansprechen­den Konzept aus der Höh­le kommt und ein Crowd­fund­ing auf Kick­starter oder Indiegogo startet (nicht auf Start­next, das ken­nt inter­na­tion­al kein­er), find­et sich auch die Kohle. Banken sind so 1990er …

Geht in anderen europäis­chen Län­dern doch auch. Ich sag nur IRON SKY …

Urs Bender

sagt:

Sor­ry aber 27 Mil­lio­nen Dol­lar waren in den 80er noch sehr guter Durch­schnitt in der Film­pro­duk­tion. Heute ist das nicht ein­mal mehr Low Bud­get. Der Film müsste im Ver­gle­ich heute min­destens 150 Mill kosten.

Urs Bender

sagt:

Nein das ist ein­er der Haup­taspek­te. In den finanziell möglichen Rah­menbe­din­gun­gen find­et deutsch­er Gen­re­film ja statt. Nur der lan­det halt nicht im Kino, weil es dort keine Plat­tform dafür gibt. Hier beisst sich die Katze ein­fach in den eige­nen Schwanz. Auf was du wartest ist ein deutsch­er »El Mari­achi« oder »BWP«. Aber das find­et selb­st in der USA nicht im Jahrestakt statt.

sagt:

Wenn die Leute wüssten dass gewisse Redak­teure mit dem lieben net­ten Tom­my Krap­p­weis auf Face­book verknüpft/befreundet sind und solche Beiträge nur Wer­bung und Sym­pa­thie aus­drück­en sollen. Also hier geht es nur darum Mara nochmal in Erin­nerung zu rufen und sich über etwas aufzure­gen was eigentlich auch richtig ist.

Mara ist ein Film der vielle­icht deplatziert präsen­tiert wurde, aber auch ein Film der eigentlich genau das ist was viele sagen: Ein Jugend­film. Der Trail­er macht auch nicht Lust auf mehr und wieso soll­ten Betreiber leere Kinosääle ver­bren­nen und einen Film präsen­tieren den viele ein­fach nicht sehen wollen!?

Also objek­tiv sieht anders aus.

sagt:

@Urs Ben­der: Sich­er waren 27 Mil­lio­nen mal guter Durch­schnitt. Schon mal was von Infla­tion gehört? Auf was ich warte schätzt Du falsch ein. Seit wann ist El Mari­achi Phan­tastik?

Urs Bender

sagt:

Iron Sky hat­te 7,5 Mill Pro­duk­tion­skosten. Unter Anderem auch von der FFA (deutsche Film­förder­anstalt) und der Finnis­chen Film­s­tiftung. Also nix mit »geht in anderen Län­dern auch«. Ganz nor­male Mis­ch­fi­nanzierung wie man sie immer wieder im europäis­chem Film antrifft.

sagt:

@DerJochen: Ah, Du bist aber ein ganz Inves­tiga­tiv­er, was? Ja, Tom­my hat mir auf­grund der bei­den Artikel hier eine Fre­und­schaft­san­frage geschickt, die ich auch angenom­men habe. Vor ca. zehn Minuten. Kann ich auch gern durch Screen­shot bele­gen.

Außer­dem: Warum sollte ich objek­tiv sein oder sein müssen?

Zeitpunkt der Freundschaftsannahme

sagt:

@Urs Ben­der: Was willst Du mir denn damit sagen? Ich will damit sagen: in anderen europäis­chen Län­dern wer­den Genre-Filme pro­duziert, in .de mit faden­scheini­gen Ausre­den nicht.

Urs Bender

sagt:

Iron Sky ist in dem Sinne eine europäis­che Pro­duk­tion, da sie von den Film­förder­anstal­ten ver­schieden­er Län­der (auch Deutsch­land) mit finanziert wurde.

Man sollte nicht den Fehler machen, eine Pro­duk­tion nur am Regis­seur festzu­machen. Generell wird es zunehmend Ko-Pro­duk­tio­nen geben, um am Markt zu beste­hen. Das war in den 60er und 70er Jahren nicht anders,(bsp Spaghet­ti­west­ern)

Im Übri­gen ist »Die unendliche Geschichte« auch so eine Ko-Pro­duk­tion. Also kein rein deutsch­er Film.

Markus

sagt:

Moin! Etwas neben dem The­ma, dieser Artikel, oder? Was du über die Film­förderung in D und die sehr geringe (the­ma­tis­che) Band­bre­ite deutsch­er Filme schreib­st stimmt einiger­maßen (auch wenn du die Tat­sache außer Acht lässt, dass viel Geld aus Deutsch­land in aus­ländis­che Pro­jek­te wie The Inter­na­tion­al oder Cloud Atlas gesteckt wird, was doch eigentlich ziem­lich pos­i­tiv ist; ich sehe lieber Clive Owen in der Haup­trol­le als zum xten Mal Til Schweiger), aber das ist hier doch nicht das The­ma.

Im Grunde geht es um zwei Dinge: erstens, dass Kul­tur abseits der Großstädte gefördert wer­den muss, damit das Gefälle Stadt Land nicht noch weit­er zunimmt, und man nicht nur in Großstädten Zugang zu aktuellen Fil­men hat (und wenn ich deinen Text lese, ver­mute ich, dass du dabei schon vor­sortieren möcht­est, aber im Grunde ist erst­mal JEDER Film, der gedreht wird, Kul­tur). Die Kinos auf dem Land MÜSSEN erhal­ten bleiben.

Zweites um das Aus­nutzen der Mark­t­macht von Film­stu­dios gegenüber den Kino­be­treibern, die durch eng­maschige Abdeck­ung erst dafür sor­gen, dass ein Film über­haupt weltweit bekan­nt sein kann. Vor allem die kleinen Kino-Betreiber haben doch gar keine andere Möglichkeit, ihr Inter­essen zu vertreten, außer mal den ein oder anderen Film bzw. das ein oder andere Stu­dio zu boykot­tieren.

sagt:

Ach? Haben sie nicht? Wofür gibts denn dann die SPIO? Nur zum Beiträge kassieren?

Ich lasse übri­gens keineswegs außer acht, dass inter­na­tionalen Fil­men Film­förderung hin­ter­her gewor­fen wird. Siehe den Hin­weis auf die drei Drehtage in der Uck­er­mark. Ich frage mich, was das soll. Die Major Play­er haben auch so genaug Kohle. Und auch wenn für einen Film Geld aus der Deutschen Film­förderung geflossen ist, macht es ihn noch lange nicht zu einem deutschen Film.

Bandit

sagt:

-
Also, zuerst ein­mal kotzt es mich echt an, dass hier immer mit MARA als Jugend- oder Kinder­film argu­men­tiert wird. Darf ich ihn mir als Erwach­sen­er dann nicht anse­hen? Obwohl es viele ver­nich­t­ende Kri­tiken gab, hätte ich trotz­dem gerne gese­hen. Alleine schon ob sein­er Machart, ger­ade wis­send, dass er nicht den Hol­ly­wood-Stan­dard erre­ichen kann.

PADDINGTON war ein absoluter Kinder­film. Aber der einzige Film seit Jahren, den ich mit mit meinen fün­fzig Jahren zweimal im Kino ange­se­hen habe, weil die Fig­ur so extrem ansprechend war. Das Argu­ment Jugend­film sollte also bitte etwas über­legter ver­wen­det wer­den, weil das Genre nicht zwangsweise einzig ein bes­timmtes Pub­likum anspricht.

Wer des öfteren auf dieser Seite ist, der weiß das SFX-lastige Filme keine Frage des Bud­gets sind, son­dern eine Frage von ver­spiel­ten Men­schen mit raf­finierten Effek­te-Pro­gram­men. Ein Roland Emmerich holt sich die Leute für seine Effek­te-Schmiede aus Lud­wigs­burg, schon seit er seinen ersten Film in Ameri­ka machte. Das Poten­tial ist also im Lande. Nur keine Pro­duzen­ten die Eier in den Hosen haben.

Mein Kinobe­such kostet im Durch­schnitt 10 Euro. Macht vor der Erhöhung 4,70 für Dis­ney, und danach 5,30. 4 Euro 70 bleiben let­z­tendlich fürs Kino. Ich erhöhe den Ein­trittspreis um einen Euro (Weil Dis­ney mich dazu zwingt), Macht nach der Erhöhung 5,83 für Dis­ney, und 5,17 fürs Kino. 47 Cent mehr fürs Kino, mit nur einem Euro Preis­er­höhung. Mar­ket­ing, Leute, Mar­ket­ing. Das müssen Kino­be­treiber dem Kun­den nahe­brin­gen wer der Bösewicht ist, und dann wird alles wieder gut. Mit nur einem Euro. Gemault wird doch so oder so, schon seit Jahren.

sagt:

Eins der Argu­mente war ja, dass die SPIO auch noch ihren Anteil haben will. Weißt Du zufäl­lig, wieviel? Und: muss man da zwin­gend Mit­glied sein? Ist das so eine Zwangs­maß­nahme wie eine Mit­glied­schaft in IHKs?

Aber der Hin­weis auf SFX und Bud­gets ist pri­ma. Wenn man sich ansieht, was auf Youtube an Fan­fil­men mit grandiosen Effek­ten zu Kosten im Bere­ich null kur­siert, dann kann man ob der Hin­weise, dass coole Phan­tastik-Filme auss­chließlich mit Mords-Bud­get zu real­isieren sind, nur lächel­nd den Kopf schüt­teln. Wer so etwas schreibt, ist ziem­lich ahnun­g­los, was man heutzu­tage mit dem heimis­chen PC alles anstellen kann. Hit­film 3 ist echt nicht teuer und ein Adobe After Effects-Abo kostet auch nur 35 Euro im Monat.

Und die ganze Schubla­disierung beißt sich ja auch in den Schwanz. Wenn ein Film von vorne here­in als Kinder­film deklar­i­ert wird, dann wird er auch so wahrgenom­men. Man hätte auch ein­fach mal »young adult« und FSK ab 12 dran­schreiben, und das für jün­gere Kinder »ver­störende« Ende drin lassen kön­nen.

Zu »Kinder­fil­men« muss man auch nur ein Wort sagen: Shrek. FSK 0. Nach der Lesart deutsch­er Ver­lei­her und Kinobe­sitzer hätte sich den keine Sau anse­hen dür­fen.

Aber ver­mut­lich haben die bösen US-Stu­dios die Kinos auch da mit vorge­hal­tener Waffe gezwun­gen, ihn im Abend­pro­gramm zu zeigen. Was? Shrek ist zu lange her? Ich war in Tan­gled in der Abend­vorstel­lung, als er schon ein paar Wochen lief. Das Kino war rap­pelvoll.

Martin

sagt:

@Bandit: So ein­fach ist die Milch­mäd­chen­rech­nung nicht.

Nach der prozen­tualen Abgabe an den Filmver­leih kom­men noch weit­ere Aus­gaben dazu. Im aktuellen Fall hätte das Kino bei einem 10 Euro Tick­et noch 4,70 Euro, wovon sie noch fol­gen­des abgeben müssen:

- Gebühr für FFA (Film­förder­anstalt) 2,8% des Tick­et­preis­es
– Wer­bepauschale an Filmver­leih
– Steuern an den Staat

Der Rest sind Ein­nah­men, wovon der Kino­be­treiber noch fol­gen­des deck­en muss:

- Miete, Nebenkosten (Strom, Wass­er, heizung, Inter­net, Tele­fon), Per­son­alkosten, Mar­ket­ing-Kosten (Wer­bung), Gema-Gebühren, Instand­hal­tungskosten der Tech­nik, Wareneinkauf, Bonussys­teme –> sicher­lich noch einige Dinge vergessen

Wie du siehst, gibt es erhe­bliche Aus­gaben für einen Kino­be­treiber, die für den Gast nicht gle­ich ersichtlich sind. Deswe­gen sind, wie bere­its hier geschrieben wurde, die Thekenein­nah­men essen­tiell und die Hauptein­nah­me­quelle, um eventuell schwarze Zahlen zu schreiben.

Und nun stell dir vor, kein­er kauft was an der Theke. Ein Kino kön­nte dann nicht mehr über­leben. Die Preise sind hoch, auf jeden Fall, aber das Kino muss sich eben auch den steigen­den Waren­wert anpassen.

@Stefan: Ich ver­ste­he deine Sicht, aber ich ver­mute, dass du noch nie in einem Kino gear­beit­et hast, oder?

Ich arbeite in einem Großs­tadtki­no und bin dem­nach nicht direkt betrof­fen und finde es gut, dass kleinere Kinos nun auch das­selbe zahlen müssen. Das ist nur gerecht uns gegenüber, da wir auch höhere Aus­gaben haben. Jedoch kann ich auch deren Hal­tung ver­ste­hen. Wenn sie nicht boykotieren und auf sich aufmerk­sam machen, was sie ja nun geschafft haben, kön­nte jed­er Ver­leih nachziehen, da sie merken, dass sich die Kino­be­treiber dies gefall­en lassen. Dann geht noch mehr Umsatz ver­loren und diverse Exis­ten­zen wären mit Sicher­heit mehr als bedro­ht. Sie wollen eben ein Aus­rufeze­ichen mit drastis­chen Mit­teln set­zen. Ob dies Erfolg hat, sehen wir spätestens im Dezem­ber mit Star Wars.

Bezüglich Mara wurde ja schon viel geschrieben. Auch hier muss man ein­fach wirtschaftlich denken. Bei uns kam der Film 3x am Tag (späteste Vorstel­lung 18:00 Uhr) in der ersten Woche. Dieser Film war am ersten Woch­enende (Don­ner­stag-Son­ntag) ein­fach nur grot­tig besucht. Die deutsch­landweit­en Zahlen bele­gen das: Er lag am ersten Woch­enende auf Platz 48 (!) bei »Besuch­ern pro Kopie«, da ihn pro Kopie nur 37 Leute sehen woll­ten. Wenn es also in den ersten 4 Tagen pro Kino 10 Vorstel­lun­gen ins­ge­samt gab, waren in jed­er Vorstel­lung 3 – 4 Leute! Das ist ein Fiasko und alles andere als wirtschaftlich.

Die Spielzeit­en in der ersten Woche haben also nur mar­gin­al etwas mit dem Inter­esse zum Film zu tun. Kein Kino­be­treiber lässt einen solchen »Rohrkrepier­er« (sor­ry, ist eben so) in der zweit­en Woche einen Saal block­ieren. Ger­ade zu der Zeit gab es genug starke Konkur­renz im Kinder- und Fam­i­lien­film­sek­tor, die wirk­lich alle deut­lich stärk­er besucht waren. Und abends eben auch genug »Erwach­se­nen­filme«. Und der Ver­leih hat Mit­spracherecht, wie viele Vorstel­lun­gen (und wann) am Tag gzeigt wer­den sollen. Offen­bar hat­te dieser kein Prob­lem damit, dass er nir­gends in der Hauptsch­iene gezeigt wer­den soll. Offen­sichtlich haben selb­st diese den Film als »Fam­i­lien­pro­gramm« ange­se­hen.

Kurz gefasst sind die Kino­be­treiber nicht wirk­lich »dumm«, zumin­d­est nicht die meis­ten. Viel mehr sind die aufge­führten Prob­leme beim Filmver­leih ent­standen und gehen nun durch alle Ebe­nen bis hin zum Kun­den durch. :)

sagt:

Das »dumm« bezog sich nicht auf Mara (der Film ist ohne­hin in diesem Zusam­men­hang nur ein Neben­schau­platz und wurde als Beispiel gewählt, weil ger­ade aktuell) son­dern auf den Boykott eines Films, der ver­mut­lich in diesem Jahr eine der Spitzen­po­si­tio­nen bei den Ein­nah­men haben wird. Dis­ney bemerkt den Boykott finanziell ver­mut­lich gar nicht. Und wer genau liest wird fest­stellen, dass das »dumm« auch in Rich­tung Ver­leih und Pro­duzen­ten zielt.

Dass Mara am ersten Woch­enende nur »grot­tig« besucht wurde, wun­dert mich nicht. Das war das Oster­woch­enende, da macht man tra­di­tionell in Fam­i­lie und geht nicht ins Kino. Der Fre­itag fiel dank der kirch­lichen Bevor­mundung zudem kom­plett raus. Ja, ich weiß, auch das liegt in der Ver­ant­wor­tung des Ver­leihs.

Und wie würde sich meine Sicht verän­dern, wenn ich in einem Kino gear­beit­et hätte? Müsste ich dann gegenüber meinem Arbeit­ge­ber kri­tik­los sein?

Zu den Hin­weisen an Ban­dit: Ich arbeite seit Jahrzehn­ten in der freien Wirtschaft, ich weiß, welche Aus­gaben ein Unternehmer hat. Jed­er Unternehmer, nicht nur Kinos. Warum soll­ten die für einen Kinobe­such­er nicht ersichtlich sein, das unter­schei­det sich nun wahrlich nicht von anderen Wirtschaft­szweigen?

sagt:

Aus mehrfach gegeben­em Anlass: Ich schalte Kom­mentare, die per­sön­liche Belei­di­gun­gen bein­hal­ten, nicht frei.

Aber wirk­lich ulkig war die Unter­stel­lung, ich wäre nur sauer, weil ich AOU auf­grund des Boykotts nicht im Kino sehen kann. Ich wohne im Ber­gis­chen Städt­e­dreieck, ich habe haufen­weise Mul­ti­plexki­nos in der Umge­bung, ich kann mir also eins aus­suchen.

Bandit

sagt:

@ Mar­tin:
Ehrlich, dass Betrieb­skosten anfall­en, in der Form wie du sie aufzählst, ist doch wohl klar. Meines Eracht­ens keine Milch­mäd­chen­rech­nung, weil es in dem Artikel und dem angestrebten Boykott um die Erhöhung durch Dis­ney geht. Deine Betrieb­skosten hast du doch auch ohne Erhöhung der Ver­lei­hab­gabe.
Du sagst, die Großs­tadtki­nos zahlen ohne­hin mehr. Weit­er oben behauptet Flex, die Großs­tadtki­nos hätte ver­bil­ligte Son­derkon­di­tio­nen. Ich bin jet­zt schon ein paar Jahre aus dem Kino­geschäft, deswe­gen weiß ich jet­zt nicht genau, welche Aus­sage denn nun zutr­e­f­fend ist.
Und dann sei noch ein­mal die Frage nachgestellt, ob es denn Reak­tio­nen von Dis­ney auf den Boykott gibt, und was eventuelle Ver­hand­lun­gen langfristig ergeben sollen.

sagt:

Witzig. Weit­er oben wird behauptet, die Kinos müssen Wer­bepauschalen an den Ver­lei­her zahlen, in dem von Dir ver­link­ten Artikel beschw­eren sie sich darüber, dass die Wer­bepauschalen, die die Kinos vom Ver­lei­her erhal­ten, gestrichen wer­den. Was stimmt denn nun?

Gast

sagt:

Wer­bepauschale ist nicht Wer­bepauschale:

Die Kinos zahlen einen Pauschal­be­trag an den Ver­leih für Plakate, Trail­er, son­stige Mate­ri­alien.
Der Ver­leih kann dem Kino aber Wer­bekosten­zuschüsse geben in Form von Beteili­gun­gen an Fas­saden­ban­nern etc.

Ersteres müssen die Kinos immer bezahlen, auch wenn inzwis­chen die Trail­er als Down­load bere­it­ste­hen und keine 35mm Kopi­en mehr ver­sandt wer­den.
Let­zteres will Dis­ney aber nun abschaf­fen und diese Kosten (Her­stel­lungskosten, etc) dem Kino auf­bür­den.

sagt:

Die Kinos zeigen den Film nicht und Dis­ney ist laut BR daran schuld? Das ist ja mal eine Kausalkette …

Das ist ja noch bek­loppter als mein Rant und der war wenig­stens noch satirisch gemeint. Der BR-Redak­teur scheint das ern­sthaft zu vertreten.

Und dass »inzwis­chen« kein 35mm mehr genutzt wird ist auch ein grandios­er Hin­weis. Seit wann gibt es die 35mm-Tech­nik und wie lange wurde sie benutzt? Wie lange 70mm? Jahrzehnte? Und nach all der Zeit wun­dern sich die Kinos, dass mal was Neues kommt (4K-Pro­jek­tion gibts in deutschen Kinos auch schon seit 2007)? Bei der Denke muss man sich wun­dern, dass wir schon Ton­film haben …

Bandit

sagt:

-
Na ja, so unrecht hat der Mann jet­zt nun auch nicht (muss ich sagen, ist ja qua­si ›n Kol­lege). Ich ver­ste­he seine Kolumne eher als satirischen Beitrag, aus unvoll­ständi­gen Infor­ma­tio­nen, welche durch die Presse gehen. Je tiefer man sich mit der Materie beschäftigt, desto ver­schwommen­er wird die Angele­gen­heit.

Nach außen hin, ist Dis­ney erst ein­mal das Böse. Aber die Argu­men­ta­tio­nen der »boykot­tieren­den« Kinos muss man viel sorgsamer hin­ter­fra­gen. Der Beitrag des Zünd­funks spiegelt vielmehr das Halb­wis­sen wieder, mit dem man gerne auf Stammtisch Niveau disku­tiert.

Völ­lig daneben finde ich eher den Aufruf dieses soge­nan­nten Blog­gers zum Schwarzse­hen. Kein vernün­ftiger Men­sch, der mit ehrlichen Absicht­en AoU im Kino sehen wollte, wird sich auf die Ebene von Stream­ing-Seit­en herunter lassen. Warum? Irgend­wo find­et sich ein Kino. Das ist genau der Quatsch, den die Film-Indus­trie als Argu­men­ta­tion­spunkt miss­braucht.

sagt:

Hal­lo Ste­fan,
bezüglich »Mara und der Feuer­bringer«:
Es stimmt schon, der Film wurde kaum bewor­ben und ist man nicht zufäl­lig eher in der geeki­gen Szene unter­wegs, wird man wahrschein­lich nicht mit­bekom­men haben, dass es ihn über­haupt gibt. Davon aber mal abge­se­hen:
Ich und sicher­lich jed­er andere hat bei neu erscheinen­den Fil­men, die ihn irgend­wie inter­essieren, sich­er fol­gen­des Rank­ing:
1.) Muss ich mir im Kino anschauen
2.) Schau‹ ich mir vielle­icht im Kino an
3.) Reicht auch auf DVD+BluRay oder VoD
4.) Reicht auch, wenn er mal Free TV kommt
Und bei aller Liebe: »Mara« habe ich mir auf­grund des Heimvorteils ange­se­hen, aber bere­its beim Trail­er in die Kat­e­gorien 3+4 geord­net. Und ich denke, viele – sofern sie von dem Film Notiz genom­men haben – denken ähn­lich.
»Mara« ist nett und unter­halt­sam, aber meilen­weit von der ange­sproch­enen »Unendlichen Geschichte« bzw. von einem Meis­ter­w­erk ent­fer­nt. Daher ver­mute ich ein­fach, dass es auch nicht viel Mund­pro­pa­gan­da gab.

sagt:

Es gab nicht nur nicht viel Mund­pro­pa­gan­da, son­dern auch noch keine Wer­bung durch den Ver­lei­her, er wurde als Kinder­film deklar­i­ert (und geschnit­ten) und das Start­woch­enende war mit Ostern extrem dumm gewählt.

Und ich wieder­hole mich erneut: Mara ist hier nur ein Beispiel, nicht das The­ma.

Paul Naschy

sagt:

»Ir­gendwo fin­det sich ein Kino.« (Zitat Ban­dit)

Die einen find­en sicher­lich irgend­wo ein Kino, die anderen fahren deswe­gen nicht extra 30 Kilo­me­ter weit­er als gewohnt bzw haben evtl. gar nicht die Möglichkeit.

Der Blog­ger hätte sich den Aufruf zum ille­galen Down­load natür­lich sparen kön­nen; dazu wird es eh kom­men.

sagt:

Sehr gute Sicht der Dinge und…wow..ich bin grad geflasht, wie man so Recht haben kann. Hab bish­er nur das The­ma ober­fläch­lich gekan­nt und dachte mir: »Dis­ney dreht mal wieder frei, hat einen Höhen­flug und nutzt seine Macht mal wieder aus.« Aber du hast die ganze Sache ganz klar mal von ein­er anderen Seite gezeigt, über die ich so nie nach gedacht hätte. Respekt!

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