Die Publikumsverlage tun sich nach wie vor schwer mit dem Genre Steampunk. Das wundert auch nicht, denn sie haben meiner Ansicht nach nicht so recht verstanden, was das eigentlich ist und greifen deswegen des Öfteren ins Urinal, weil sie Bücher als Steampunk deklarieren, bei denen es sich gar nicht darum handelt. Und mag das beim Standardpublikum noch funktionieren, erkennt es der Eingeweihte doch schnell und lässt die Finger von diesen Produkten. Alles in allem scheint die etablierte Verlagsbranche zum einen ratlos zu sein und zum anderen einen weiten Bogen um das Thema zu machen. Ist vielleicht auch besser so.
Somit bleiben die Steampunk-Publikationen insbesondere deutscher Autoren eine Domäne der Klein- und Spezialverlage oder des selbst veröffentlichenden Indie-Schreibers. Weit vorn beim Thema Steampunk ist dankenswerterweise Feder und Schwert, bei denen erschien auch der vorliegende Roman DIE ZERBROCHENE PUPPE vom Autoren-Ehepaar Judith und Christian Vogt aus Aachen. Und erneut zeigt sich, welche Kleinodien in dem Verlag veröffentlicht werden.
Kurz vorweg: Wer ernsthafte Literatur mag, ist hier falsch. Den Gang runter, die dritte Tür links und den Aufzug bis in den dritten Stock.
Noch jemand hier? Prima. Ich habe gar nichts gegen ernsthafte Literatur, nur GORILLADELPHIA passt nicht dazu. Nicht mal ansatzweise. Dafür ist es ein Buch, das Spaß macht, wenn man humorvolle Literatur und Don Martin mag. Vor allem Letzteres, denn es ist ein recht lautmalerisches Buch. Immer noch dabei? Ausgezeichnet.
GORILLADELPHIA einzuordnen ist nicht ganz einfach. Nicht wirklich Fantasy, nicht wirklich ein Krimi oder Agententhriller, es ist eher eine gute Mischung in einem Setting, das zwischen allem steht. Schwerter, Schußwaffen, Kampf-Teebeutel, Monster und Zombies, Nähmaschinenfabriken, Telefon … es hat einfach alles. Schöne Frauen, finstere Schurken, strahlende Helden … OK, belassen wir es bei Schurken und Helden. Ist ja auch schon ganz schön. Dazu ein paar nette Anspielungen, schmachtende Jünglinge, Verrat, Verschwörung und Wonzkrabben. Die Styroporflossen nicht zu vergessen, die sind wichtig.
Aber natürlich sollte ich vielleicht nicht zu viel verraten.
Steampunk ist großartig, ich liebe die Ästhetik, den Spirit der Menschen, die »Maker«. Ich bin schon immer ein »Macher« gewesen, ein Bastler, Tüftler, Ausprobierer.
In einer Buchbeprechung, die ebenfalls heute erschienen ist, habe ich Anja Bagus´ Independent-Steampunk-Roman AETHERHERTZ nicht nur besprochen, sondern abgefeiert. Für mich mehr als genug Anlass, der Autorin gleich in einem Interview ein paar Fragen zu stellen. Dankenswerterweise kamen die Antworten in Rekordzeit, vermutlich die schnellste Reaktion auf eine solche Mail aller Zeiten.
So kann man im Folgenden erfahren, wie und unter welchen Umständen der Roman entstanden ist, was der Autorin Steampunk bedeutet und wir lesen Gedanken zur Zukunft des Selfpublishings.
Aber genug des Vorgeplänkels und gleich in medias res:
Independent-Veröffentlichungen, auch als Selfpublishing bekannt, haben hierzulande keinen besonders guten Ruf. Das ist leider inzwischen auch nachvollziehbar, denn dummerweise veröffentlicht inzwischen jeder jeden – mit Verlaub – Scheiß.
Dass es sich dabei allerdings um ein Vorurteil handeln kann und keinesfalls eine Konstante, beweist Anja Bagus in ihrem Steampunk-Roman AETHERHERTZ auf eindrucksvolle Weise, denn der ist qualitativ fraglos auf Verlagsniveau und in Sachen Ideen Thema und inhaltlicher Umsetzung sogar darüber. Wo die Publikumsverlage nur Zahnräder und Zeppeline auf eine beliebige Geschichte kleben und sie dann – oftmals fälschlich – als Steampunk deklarieren, ist hier tatsächlich auch lupenreiner und zudem noch origineller Steampunk drin, der viele schnell zusammen geschusterte Pseudo-Genre-Geschichten weit hinter sich lässt.
Kurzzusammenfassung meiner Besprechung für Eilige: Kaufen! Lesen!
Der neue Zyklus, der Jubiläumsband, der Gastautor und Gedanken zu eBooks.
Die PERRY RHODAN-Redaktion lud anlässlich des anstehenden Erscheinens von PR 2700, und einem damit beginnenden neuen Handlungsabschnitt, zum Pressetermin – und anders als sonst üblich diesmal in Köln, möglicherweise wegen der Medienpräsenz in der Rheinmetropole.
Der Eingeweihte mag nun annehmen, dass an einem Zyklenstart weiter nichts Außergewöhnliches ist, denn so etwas hatten wir in der über 50-jährigen Geschichte der Heftromanserie bereits oft genug – aber diesmal ist der Roman mit dem Titel DER TECHNO-MOND tatsächlich etwas Besonderes, denn er wird nicht von einem Exposé-Autor (oder sonstigem Teammitglied) verfasst, wie sonst, sondern vom Bestsellerautor Andreas Eschbach. Das ist natürlich ein geschickter Schachzug, denn auf diesem Wege kann man möglicherweise Leser und gerade Eschbach-Fans mitnehmen, die ansonsten nie einen Blick auf die Abenteuer des ehemaligen Risikopiloten geworfen hätten.
Im realen Leben stehe ich den Kirchen eher kritisch gegenüber (um es mal vorsichtig auszudrücken), die Gründe hierfür möchte ich an dieser Stelle nicht ausbreiten, weil unpassend – und weil ich über diese schnell mal einen massiven Hals schiebe.
Fraglos ist der vermutlich älteste Fantasyroman der Welt, bekannt unter dem Namen BIBEL, wenngleich stilistisch ziemlich unerträglich, doch die Inspiration für haufenweise gelungene Werke aus dem Bereich Phantastik. Ungezählte Bücher und Filme beschäftigen sich mit Engeln und noch viel mehr mit Teufeln und Dämonen und deren Wirken auf der Erde und Einfluss auf die Sterblichen.
Deswegen war ich erst einmal nicht sonderlich enthusiastisch, als Knaur mir einen fetten Roman namens AETERNUM schickte, und der Klappentext was von Engeln und Dämonen versprach. Immerhin sollte das Ganze in Berlin spielen, statt irgendwo in den USA und das Buch stammte von Andrea Bottlinger – hier erinnerte ich mich dunkel an einen gelungenen PERRY RHODAN ACTION-Roman. Das machte Hoffnung.
Wie immer ist es schwierig, ein solches Buch zu besprechen, ohne übermäßig zu spoilern. Dennoch möchte ich versuchen, mit dem Inhalt zu nähern, ohne zu viel zu verraten.
Ich hatte auf dieser Seite in Sachen Book on Demand bereits Holtzbrincks Epubli und Amazons CreateSpace ausführlich getestet. Für die meisten Anwendungen dürfte CreateSpace ein wirklich gutes Angebot sein, denn die erzeugten Bücher sind über Amazon erhältlich und extrem preiswert. Epubli zeichnete sich durch zu hohe Preise und aasgeierige Versandkosten aus. Soviel dazu. Natürlich gibt es noch weitere Anbieter in diesem Segment, ich habe mich allerdings mit denen nicht intensiv auseinander gesetzt, weil die Preisgestaltung meist völlig uninteressant ist.
Kurz nachdem Johannes Haupt sich auf Twitter darüber beklagte, dass es in seinem eBook-Forum auf lesen.net diversen SEO-Spam von Tredition gibt, fand ich ebenfalls welchen in meinen Kommentaren. SEO-Kommentarspam ist nun leider täglich Brot, wenn man ein halbwegs besuchtes Blog betreibt, das einen gewissen Pagerank überschreitet. Und nervt. Ziemlich. Natürlich kann man nichts nachweisen, weil Wegwerf-Emailadressen verwendet werden, aber die plötzlich hohe Frequenz des Spams auf thematisch passenden Seiten deutet schon auf eine gezielte Aktion hin, auch wenn Tredition vermutlich alles weit von sich weisen wird.
Ich nehme es nicht nur an, ich weiß es, dass der Autor Jim Butcher anfangs nie damit gerechnet hat, welche Dimensionen diese Reihe annehmen würde. Davon abgesehen sage ich immer wieder gern mal, dass ich Buchserien doof finde und stelle die Frage, ob heutzutage keiner mehr einfach nur mal ein Buch schreiben kann? Bei Butchers Reihe um Harry Dresden ist das anders, da kann ich die Fortsetzungen kaum erwarten.
Doch eigentlich ist das nicht wirklich verwunderlich: wenn eine Reihe schon an alte Film Noir-Serials angelehnt ist, sie in ein Urban Fantasy-Setting hebt und die auch noch mit großartigen Charakteren, coolen Sprüchen und haufenweise Popkultur-Referenzen anreichert, dann freut man sich wie bei den Serials auf neuen Stoff. Wenn der Autor dann auch noch in der Lage ist, eine echte Charakterentwicklung nicht nur beim Hauptprotagonisten zu beschreiben, sondern auch die Welt um ihn herum sich verändert, und die Nebendarsteller nicht nur Staffage sind, dann ist das in seiner Mischung aus Coolness, Komplexität und Genialität einzigartig. Ja, ich bin Fan. Ich sag´s lieber vorneweg.
GÖTTER DER NACHT vom Autor David Mack ist der Eröffnungsband einer Trilogie von Romanen unter dem Titel STAR TREK DESTINY, die ein paar Jahre nach der TV-Serie VOYAGER handeln, oder auch ungefähr ein Jahr nach Shinzons Machtergreifung auf Romulus, und sich um eine Borg-Invasion in den Föderationsraum drehen. Dabei haben die Cyborgs ihre Strategie geändert: wo sie früher assimilierten, sind sie nun offenbar auf Vernichtung aus. Aufgrund der technologischen Übermacht kämpft die Föderation einen aussichtslosen Kampf mit einem übermächtigen Gegner.
Mack bedient sich verschiedener bekannter Charaktere aus den Fernsehserien, addiert aber Aspekte aus den danach spielenden STAR TREK-Romanen hinzu, beispielsweise neben der U.S.S. Enterprise die TITAN unter William T. Riker.
Die Idee der groß angelegten Borg-Invasion und dem Zusammenspiel alter und neuer Charaktere hat seine Reize. Leider merkt man allzu deutlich, dass das Ganze auf drei Romane angelegt ist, denn stellenweise ist der erste Roman etwas zäh.
Bekanntermaßen stehe ich auf Urban Fantasy – wenn sie gut gemacht ist. Das weiß auch Amazon und so schlug der Onlineversender mir bereits vor einiger Zeit den Roman BROOKLY KNIGHT von C. J. Henderson vor. Der Klappentext versprach einen Professor, Kurator des Brooklyn Museum und Spezialisten für verlorene Zivilisationen sowie uralte Kulturen, der gleichzeitig im geheimen Kenntnisse der Magie besitzt und in der Lage ist, diese anzuwenden.
Das las sich vielversprechend, allerdings schreckte mich der Preis von 15 Dollar für ein leicht übergroßes Taschenbuch lange ab. Bis dann irgendwann Amazon darauf hinwies, dass ich den Roman auch gebraucht bei einem englischen Anbieter bekommen könnte – für wirklich kleines Geld und in Topzustand. Da schlug ich dann doch zu.
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