Für den Cineasten gibt es nichts Schlimmeres als eine eingefallene Horde von Popcorn essenden und ständig schnatternden Jung-Pärchen. Aber es gibt für den Cineasten auch nichts Schöneres als genau dieses Publikum, wenn es sich bei Filmen wie INSIDIOUS die Seele aus dem Leib schreit. Und so etwas passiert bei Horrorfilmen, die ihr Handwerk verstehen. Wenn das männliche Publikum den Film vorgibt werden die weiblichen Begleiter zum Indikator für manipulative Inszenierungsklischees. Sollte das aufgeschreckte und begruselte Publikum lauter quietschen als der dem Film eingemischte Toneffekt, dann hat ein Film wie INSIDIOUS schon gewonnen.
Es ist eine Tour de Force des Hand-vor-das-Gesicht-halten. Schon die erste Einstellung setzt den Ton für das, was kommen soll. Damit nicht genug, denn der folgende Titelvorspann ist einer der wirkungsvollsten und passendsten der letzten Jahre. Einfache Stills mit Innenansichten des Hauses. Aber hat sich da nicht im letzten Moment die Lampe bewegt? Moment, war da vielleicht ein Schatten? Dieser Vorspann ist schon ein brillantes Spannungselement für sich.
Buch zwei aus der Reihe der STAR TREK-Romane, die Cross Cult freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Ging es beim letzten Mal um DS9 und dessen Schneider Garak, dreht es sich diesmal um Abenteuer der Besatzung der NX-01 ENTERPRISE, also der etwas glücklosen TREK-Serie, die im Jahr 2001 startete und nach nur vier Staffeln aufgrund mangelnden Zuschauerinteresses leider wieder eingestellt wurde.
ENTERPRISE hat keinen guten Ruf, weder bei Fans noch bei »normalen« Fernsehzuschauern – verstehen kann ich das allerdings nicht, mir hat die Serie ausgesprochen gut gefallen. Möglicherweise war der Plan, bei einer STAR TREK-Serie einen eine ganze Staffel überspannenden Handlungsbogen zu verwenden kein guter, obwohl so etwas bei DS9 ganz gut funktioniert hatte. In Sachen der Raumstation waren die Episoden jedoch eher lose verknüpft, bei ENTERPRISE durfte man im Prinzip keine verpassen – das konnte man dem US-Publikum offenbar 2003 in dieser Form noch nicht geben.
Aufgrund meiner Sympathien für die Serie um die Abenteuer des frühen Raumschiffs Enterprise ging ich dann auch frohen Mutes an den Roman heran, der der Beschreibung nach in der dritten Staffel spielen sollte. Doch auch meine Sympathien konnten nicht dafür sorgen, dass der Roman besser wurde.
Eine Preview hat den sehr schönen Aspekt des Exklusiven. Eine Preview hat auch den Nutzen, einen Film schon mit positiven Stimmen ins Gespräch zu bringen, bevor auf die Allgemeinheit darauf losgelassen wird. Es sei denn, Studio und Verleih haben Vertrauen in ihr Produkt. DreamWorks hat sehr viel Vertrauen in seine Produkte. Und so stopft ein Verleiher jeden bereitwilligen Journalisten in einen großen Saal. Und da die Zahl bereitwilliger Journalisten geringer ausfallen dürfte als die vorhandene Platzzahl, füllt man den Rest mit ebenso bereitwilligem Zielpublikum. Also nicht schwer zu raten, welcher Altersdurchschnitt bei KUNG FU PANDA 2 das Stimmungsbarometer bestimmt. Der übergewichtige und keiner Mahlzeit abgeneigte Panda Po ist zurück, und er hat immer noch Hunger. Der Drachen-Krieger und sein knurrender Magen. Ein Dauerbrenner, ein Running Gag, das Zielpublikum johlt und ist begeistert. Der gesetzte Journalist freut sich ob der vielen Freude um ihn herum.
Die Story atmet schon etwas biblischen Stoff, wenn erklärt wird, dass der böse Lord Shen alle Pandas ausrotten wollte, weil die Prophezeiung einen Retter in schwarz und weiß bringen wird. Das ist lange her. Po, der Panda, ist mittlerweile auf Identitätssuche, weil ihm dünkt, dass die Gans doch nicht sein leiblicher Vater sein könnte. Zwischendurch wird Po mit seinen fünf Freunden ein Rudel diebischer Wölfe verprügeln. Die Kampfszenen sind leider viel zu frenetisch inszeniert, und der optische Beobachtungspunkt wechselt ständig so schnell die Perspektive, dass die Orientierung zügig verloren geht. Man muss den Ausgang der Action eben als gegeben hinnehmen.
Als der erste Hinweis in den einschlägigen Medien zu finden war, dass Steven Spielberg für TNT eine Serie produziert, die sich mit dem längst ausgelutschten Thema Alien-Invasion befasst, war ich erst einmal mäßig interessiert. Eben weil das Thema bereits so tot geritten worden war und weil zu dem Zeitpunkt eine Menge Genre-Serien um die Aufmerksamkeit des Nerds heischten.
Auch erste Trailer waren kaum geeignet, die Vorfreude zu steigern, denn die waren uninspiriert und weckten keinerlei Interesse an der Serie. Na gut, es ist SF, das wird man sich halt mal ansehen. Das änderte sich glücklicherweise später, als man Personen an die Vorgucker ließ, die ihr Handwerk verstanden und da kam dann doch endlich Spannung auf, was FALLING SKIES anging – zudem man davon ausgehen konnte, dass Spielberg keinen völligen Turkey abliefern würde.
Der Pilot – in klassischer Form als Doppelfolge daher kommend – hielt dann auch nicht nur, was die letzten Trailer versprachen, sondern lieferte sogar sehr Sehenswertes ab!
ACHTUNG! Kann Spuren von Spoilern enthalten – ich werde mich bemühen, keine handlungswichtigen Details offen zu legen, aber Kleinigkeiten zu Setting und Handlung wird man in diesem Artikel finden. Wer die nicht will, hört jetzt auf zu lesen! You have been warned!
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Ich bin wahrscheinlich voreingenommen, wenn es um die Besprechung eines Spieles geht, das sich mit dem Universum der BACK TO THE FUTURE-Trilogie aus den 80er Jahren dreht. Das in Deutschland als ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT bekannte Spektakel mit Michael J. Fox und Christopher Lloyd in den Hauptrollen und realisiert von Steven Spielberg und Robert Zemeckis gehört bis heute zu meinen absoluten Lieblingsfilmen und ich kann mir die immer wieder ansehen. Dramaturgie, Cinematographie und Tempo der Trilogie haben das Popcornkino prägend beeinflusst.
Da es die erste Episode zum Testen kostenlos fürs iPad gibt (BTTF THE GAME wurde wie bei Telltale üblich in Episoden veröffentlicht – für den PC liegt das Spiel inzwischen vollständig vor und kann auch nur noch komplett erworben werden – zumindest über Steam) stand einem Test nichts im Wege. Der war dann allerdings nur kurz…
Warum spricht ein in totaler Isolation aufgewachsenes Mädchen, perfektes Englisch, wenn der alleinerziehende Vater nur mit stark deutschem Akzent aufwarten kann? HANNA wirft viele dieser Frage auf, verschwendet allerdings keine Zeit daran, diese zu beantworten. Das ist umso erstaunlicher, da HANNA durchweg das Flair europäischen Kinos versprüht. Gemeint ist damit das europäische Kino, welches sich vom amerikanisch diktierten Mainstream durch Anspruch und Andersartigkeit abhebt.
Die ersten Bilder sind genial, wenn der Zuschauer glaubt, das thematisierte Mädchen als Jägerin wahrnehmen zu können, während sie sofort wieder verschwunden zu sein scheint. Das Herz des gejagten Hirschs verfehlt das junge Mädchen in dieser Szene. Ein Leitmotiv, denn in dem Augenblick wird sie von ihrem Vater überrascht – ein Gegner hätte sie töten können. Aber warum sollte jemand ein so schickes Ding töten wollen? Ein ständiges Katz-und-Maus-Spiel, bei dem das Publikum immer wieder die Rollen von der Katze und der Maus wechseln darf. Das Drehbuch lässt sich Zeit mit seiner Geschichte, was geschieht und warum es geschieht. Die Handlung hangelt sich an Informationsfetzen entlang. Das ist zum Teil sehr spannend, wird aber auch immer wieder von kurzen, aber überraschenden Action-Einlagen aufgelockert.
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Als unbelesener Zuschauer tut man sich natürlich schwerer als das Comic-begeisterte Zielpublikum. Würden Gold in Gold erstrahlende Thronräume nicht reichlich überladen wirken? Kann man denn allen Ernstes einen Bodybuilder mit Flügeln am Helm dem modernen Kino zumuten? Und dann der Hammer. Sollten Helden, oder in diesem Fall sogar ein Gott, nicht etwas Schicklicheres tragen? Wie ernst kann man einen Film nehmen, der einem Namen wie Mjölnir und Heimdall, Bifröst und Sif zumutet? Es ist tatsächlich schwer vorstellbar, und demnach muss man es einfach gesehen haben.
Neun Welten sind es, die der nordischen Sage nach wie ein Baum miteinander verbunden sind. Eine davon ist Asgard, eine weitere die Erde. Wegen groben Unfugs verbannt Gottvater Odin seinen angedachten Thronfolger Thor von einer Welt auf die andere. Aber weise, wie Odin eben ist, schließlich wird er von Tony Hopkins verkörpert, steckt hinter der Verbannung ein weit tieferer Sinn. All seiner Mächte beraubt, gibt die Verbannung Thor auf der Erde die Gelegenheit, sich oberkörperfrei zu zeigen, schließlich wird der Donnergott von Chris Hemsworth dargestellt. So kann sich die überdrehte Wissenschaftlerin Jane in tollpatschigem Eifer umgehend in den Superhelden verlieben, schließlich wird diese Jane Foster von Natalie Portman porträtiert. Und weil Asgards Angelegenheiten ausgerechnet in New Mexico ausgetragen werden, ruft das wieder einmal Agent Coulson auf den Plan, schließlich wird der von Clark Gregg gespielt, und der ist das verbindende Glied unter all den Marvel-Superhelden-Verfilmungen.
Anlässlich der Meldung, dass Cross Cult neue STAR TREK-Romane in deutscher Sprache nicht mehr nur in Papierform sondern auch als eBooks auf den Markt bringen wird, stellte ich die Frage in den Raum, wie wohl die Qualität der Übersetzungen sei. Nicht nur etliche Kommentare auf PhantaNews sprachen sich lobend darüber aus, weiterhin schickte man mir bislang zwei Rezensionsexemplare, damit ich mir selbst ein Bild davon machen konnte.
Trotz chronischen Zeitmangels habe ich den ersten Band nun endlich durchgelesen. Es handelt sich um EIN STICH ZUR RECHTEN ZEIT, einen DEEP SPACE NINE-Roman des Garak-Darstellers Andrew J. Robinson, der im Original bereits im Jahr 2000 erschienen ist. Folgerichtig behandelt der Roman dann auch den cardassianischen Schneider und sorgt für eine Überraschung, was den Inhalt und die Umsetzung angeht, denn diese können nur als »angenehm untypisch« bezeichnet werden.
Sie überschwemmen den Markt derzeit zuhauf, Romane aus dem Bereich »Urban Fantasy«, oft mit Vampiren als Protagonisten oder Gegenspielern, aber es gibt noch eine weitere Schiene auf der momentan scheinbar alles fährt, was tippen kann: Privatdetektive, angelehnt an den Film Noir und den klassischen, einzelgängerischen Ermittler, zusätzlich gewürzt mit Übernatürlichem.
Auch »Dead Witch Walking« gehört in diese Kategorie. Rachel Morgan ist eine Hexe, die für eine Sonderabteilung der Polizei arbeitet, welche sich ausschließlich mit übernatürlichen Fällen befasst. Das ist in dieser Welt auch nichts ungewöhnliches, denn das Übernatürliche und seine Wesenheiten gehören ins ganz normale Leben und auch wenn die »normalen« Menschen weitestgehend unter sich bleiben, so gibt es doch eine gewisse Vermischung der Kulturen.
Neil Jordan, wo bist du, wenn man dich braucht? Herrje, entschuldige. Du warst ja längst da, aber man vergisst leicht. In der heutigen Filmwelt meint man zu glauben, dass Vergangenes nicht einfach nur alt ist, sondern sogleich aus dem Gedächtnis von Cinephilen und der Historie getilgt sein muss. Hätten sich die Macher von TWILIGHT nicht denken können, dass sie mit ihrer Adaption eines Märchens nicht nur verträumte Mädchenherzen ansprechen, sondern auch einen nicht unerheblichen Anteil von fantasy-affinen Kinogängern?
Nun, wenigstens lügt die Werbung nicht. Wenn auf dieser Verpackung über das rot-beschürzten Mädchen steht, dass dieser Film von den Machern von TWILIGHT gemacht wurde, dann erwartet das Publikum auch tatsächlich ein Film, der mit brutaler Offenheit auf ein pubertierendes Mädchenpublikum hin konzipiert wurde, das im Fahrwasser einer anderen Serie Geld einspielen soll.
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