Film, TV & Stream

BRIDGE OF SPIES – Der Unterhändler

Poster Bridge Of Spies

BRIDGE OF SPIES – Bun­des­start 26.011.2015

Wenn Ste­ven Spiel­berg einen his­to­risch begrün­de­ten Film dreht, dann ist die­ser stets ein per­fek­tes Kon­strukt aus dra­ma­tur­gi­schen Frei­hei­ten und geschicht­li­chen Fak­ten. Die Frei­hei­ten allein sind schon dem Medi­um geschul­det. Die Kunst von Dreh­buch und Regie ist es, nicht ein­fach nur alles har­mo­nisch zusam­men zu füh­ren, son­dern es auch davor zu bewah­ren, dass hin­ter­fragt wer­den muss. Spiel­berg hat die­se Gabe, und dar­über hin­aus lässt er stets den Kern der ursprüng­li­chen Geschich­te und die Kraft der eigent­li­chen Aus­sa­gen und Bedeu­tun­gen nie aus den Augen. Sie blei­ben das Herz­stück die­ser Fil­me. Und es ist das Herz­stück von BRIDGE OF SPIES.  Die mitt­ler­wei­le vier­te Zusam­men­ar­beit von Tom Hanks und Ste­ven Spiel­berg. Aber wie schon in PRIVATE RYAN und CATCH ME IF YOU CAN, tritt Hanks erneut in den Hin­ter­grund, um die eigent­li­che Geschich­te nur über­grei­fend zu beglei­ten.

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THE GIFT

Poster The Gift

THE GIFT – Bun­des­start 26.11.2015

Die Bespre­chung basiert auf der ame­ri­ka­ni­schen Blu­Ray-Fas­sung in eng­li­scher Spra­che.

Die Kar­rie­re von Joel Edger­ton ist ähn­lich der Erschei­nung von Jes­si­ca Chas­tain. Ein Schau­spie­ler, der durch­aus eini­ges zu tun hat­te, aber nie wirk­lich groß auf­fiel. Doch auf ein­mal ist er da, und auf jeder­manns Radar. Bei Edger­ton war es sicher­lich WARRIOR, der aller­dings von Tom Har­dy domi­niert wur­de. Aber der Schau­spie­ler ist nun eine fes­te Grö­ße im Busi­ness. Nicht unbe­dingt der Anfüh­rer. Ob bei EXODUS, oder BLACK MASS, wird Joel Edger­ton immer wie­der in die zwei­te Rei­he ver­wie­sen. Sei­ne Dar­stel­lun­gen über­zeu­gen den­noch und ste­chen her­vor. Und dabei geht voll­kom­men ver­lo­ren, dass Edger­ton im Film­ge­schäft schon viel län­ger höchst umtrie­big ist. Sei­ne ers­ten Regie-Arbei­ten waren zwei Kurz­fil­me, die in ent­spre­chen­den Krei­sen gro­ße Aner­ken­nung erfuh­ren. Es war also längst über­fäl­lig, dass sich Joel Edger­ton auf der gro­ßen Lein­wand etwas groß­zü­gi­ger aus­to­ben durf­te. Er schrieb, pro­du­zier­te und insze­nier­te THE GIFT. Ein Thril­ler, bei dem er sich trotz aller Mög­lich­kei­ten, selbst wie­der in die zwei­te Rei­he setz­te.

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THE HUNGER GAMES – MOCKINGJAY Teil 2

Poster Mockingjay 2

DIE TRIBUTE VON PANEM – MOCKINGJAY Teil 2 Bun­des­start 19.11.2015

Vier Jah­re und vier Fil­me spä­ter ist es voll­bracht. Die nach HARRY POTTER belieb­tes­te Jugend­buch­rei­he hat mit ihren Ver­fil­mun­gen ihren Abschluss gefun­den. Ein eigent­lich wahn­sin­ni­ges Unter­fan­gen, drei effekt­las­ti­ge Block­bus­ter in die­sem Zeit­raum stem­men zu wol­len. Was letzt­end­lich Gary Ross, Regis­seur des ers­ten Tei­les, dazu bewog, sich nicht mehr in den Regie­stuhl zu set­zen, weil die Abstän­de für sei­ne krea­ti­ve Vor­be­rei­tungs­zeit viel zu kurz waren. Als man sich dann ganz über­ra­schend dazu ent­schloss, den letz­ten Band in zwei Fil­me zu packen, wur­de es erst rich­tig inter­es­sant. Dem unsin­ni­gen Trend fol­gend, war das abzu­se­hen gewe­sen. War MOCKINGJAY 1 ein durch­aus gelun­ge­ner Film, konn­te nur die fina­le Fort­set­zung bewei­sen, ob das Auf­tei­len des Romans gerecht­fer­tigt war. Und das war es.

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Fast verpasst: THE LAST WITCH HUNTER

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THE LAST WITCH HUNTER – Bun­des­start 22.10.2015

Seit über 800 Jah­ren hält Kauld­er den Frie­den zwi­schen Men­schen und Hexen im Gleich­ge­wicht. Der­einst ver­damm­te ein Fluch Kauld­er zur Unsterb­lich­keit. Ein Fluch, der ihm von der Hexen­kö­ni­gin auf­er­legt wur­de, als er die­se töte­te. Damals war Kauld­ers Moti­va­ti­on Rache für den Tod sei­ner Fami­lie. 800 Jah­re spä­ter hat er sich mit sei­nem Schick­sal arran­giert, fährt tol­le Sport­wa­gen, und bringt mit Cool­ness und der­ber Männ­lich­keit nicht nach den Richt­li­ni­en agie­ren­de Hexen zur Räson. Unter­stützt wird er dabei von Dolan, einen Abge­sand­ten der Kir­che, der unter dem Ban­ner »Axt und Kir­che« arbei­tet. Wegen Kauld­ers Lebens­er­war­tung ist Micha­el Cai­nes Dolan die Num­mer 36. Weil der aber in Ren­te geht, folgt Eljiah Wood als Dolan 37. Es ist eine hübsch erspon­ne­ne Welt, die sich die Autoren Good­man, Saza­ma und Shar­pless da aus­ge­dacht haben. Und als eine Welt, in der ein Vin Die­sel Dienst tun soll, funk­tio­niert sie ziem­lich gut, wenn­gleich nicht weit dar­über hin­aus.

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SCOUTS VS. ZOMBIES – Handbuch zur Zombie Apokalypse

Poster Scouts vs Zombies

SCOUTS GUIDE TO THE ZOMBIE APOCALYPSE – Bun­des­start 12.011.2015

Jetzt sind ja bald alle Varia­tio­nen von Zom­bie-Komö­di­en abge­ar­bei­tet. Jane Aus­tens Cha­rak­te­re sind auch dem­nächst dran, den Unto­ten den Schä­del abzu­schla­gen. Was Mis­ter Dar­cy wohl dazu sagen wird? Das sich nun wirk­lich nicht gera­de coo­le Pfad­fin­der mit den Men­schen­fres­sern aus­ein­an­der­set­zen sol­len, klingt dann aller­dings doch wie eine sehr unter­halt­sa­me Idee. Was wäre da alles mög­lich, mit Bun­sen­bren­ner, Zelt­schnur und Hals­tuch das Ende der Zivi­li­sa­ti­on zu ver­hin­dern. Die Idee ist gesetzt, die Neu­gier­de geweckt. Ben, Car­ter und Augie sind auch gleich mal ein demo­gra­fi­scher Durch­schnitt, wie ihn ein Hor­ror­film immer braucht. Ben ist der Ver­nünf­ti­ge, Augie der die Kind­heit nicht los­las­sen wol­len­de Nerd, und Car­ter der auf­müp­fi­ge Hau­de­gen. In jedem ande­ren Tee­nie-Slas­her wird bewie­sen, dass die­se Kom­bi­na­ti­on an Cha­rak­te­ren nie­mals Freun­de sein kön­nen. Und dass jemand wie Car­ter über­haupt bei den Pfad­fin­dern ist, bleibt alles ande­re als glaub­wür­dig.

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CRIMSON PEAK

Poster Crimson Peak

CRIMSON PEAK – Bun­des­start 15.10.2015

Am Anfang sitzt Edith Cus­hing vor dem Schreib­tisch eines Ver­le­gers. Das 20. Jahr­hun­dert ist gera­de ange­bro­chen, Frau­en tun sich als Lite­ra­ten noch etwas schwe­rer. »Eine Geis­ter-Geschich­te«, raunzt der Ver­le­ger etwas gelang­weilt, der eine Lie­bes­ge­schich­te bevor­zu­gen wür­de. »Nein«, erwi­dert Edith, »kei­ne Geis­ter-Geschich­te, son­dern eine Geschich­te mit Geis­tern«. Es stimmt auf das ein, was kom­men mag. Und am Ende wird der Zuschau­er auch genau ver­stan­den haben, was Edith mit der Erwi­de­rung mein­te. Es ist eine Geschich­te erson­nen und insze­niert von Giu­l­ler­mo del Toro. Es ist also nicht alles unbe­dingt so, wie es zu schei­nen mag. Dabei besinnt sich del Toro in die­ser Insze­nie­rung ger­ne auf sein RÜCKGRAT DES TEUFELS und PANS LABYRINTH. Nur dass CRIMSON PEAK nicht die Qua­li­tä­ten von RÜCKGRAT DES TEUFELS erreicht, dafür die Unzu­läng­lich­kei­ten von PANS LABYRINTH über­nimmt.

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James Bond 007 SPECTRE

PosterSpectre

SPECTRE – Bun­des­start 05.11.2015

Tag der Toten in Mexi­co City. Die Kame­ra schwebt über das Trei­ben der Men­schen­mas­sen, taucht in die Para­de, fokus­siert kurz auf einen Mann mit Toten­kopf­mas­ke und Ske­lett auf dem Smo­king, geht wei­ter und greift einen ande­ren Mann auf, folgt die­sem eben­falls nur kurz. Der Mann mit der Toten­kopf­mas­ke kommt wie­der ins Bild, nimmt sei­ne Beglei­te­rin bei der Hand. Offen­sicht­lich haben sie auf den ande­ren Mann gewar­tet. Sie gehen durch die Para­de in eine ande­re Rich­tung, in eine Hotel­lob­by, hin­auf in den ers­ten Stock. Hier wer­den sie von der Kame­ra über­holt, der Mann nimmt die Mas­ke ab, es ist Bond. Die Kame­ra nun vor­ne­weg, geht Bond sofort wei­ter, nimmt sich ein Gewehr vom Tisch, auf den Bal­kon, steigt über das Gelän­der, geht über das Dach zu einer Mau­er, wo die Kame­ra wie­der hin­ter den Agen­ten glei­tet. Man sieht über die Stra­ße in ein ande­res Gebäu­de, und erkennt dort den Mann vom Anfang. Damit endet eine der auf­re­gends­ten, weil dyna­mischs­ten Plan­se­quen­zen, die ein Main­stream-Block­bus­ter je pro­du­ziert hat. Und stellt dabei selbst Bri­an De Pal­mas auf­wen­dig cho­reo­gra­fier­te Fünf-Minu­ten-Ein­stel­lun­gen in einen tie­fen Schat­ten.

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PARANORMAL ACTIVITY: GHOST DIMENSION 3D

Poster Ghost Dimension

PARANORMAL ACTIVITY: GHOST DIMENSION
Bun­des­start 22.10.2015

Die Glaub­wür­dig­keit von Found-Foo­ta­ge-Thril­lern wird stets dadurch her­ab­ge­setzt, dass Prot­ago­nis­ten ihre Kame­ra hoch­hal­ten, wenn es ein ver­nünf­ti­ger Mensch nicht tun wür­de. Das Sub-Gen­re hat­te sich ziem­lich schnell selbst zu Tode gerit­ten. Doch Oren Peli wand­te 2007 die Stil­mit­tel die­ser Fil­me gegen sie selbst. Mit mini­mals­ten Bud­get schuf er eine klei­ne Sen­sa­ti­on. Er schaff­te es nicht nur, die ste­te Anwe­sen­heit einer Kame­ra ver­nünf­tig und glaub­haft zu erklä­ren, gegen jede Kon­ven­ti­on benutz­te er sta­ti­sche Ein­stel­lun­gen, und das mit einer äußerst gerin­gen Schnitt­ra­te. Nach dem Erfolg hät­te Schluss sein kön­nen, es war ein in sich geschlos­se­nes Gru­sel-Ver­gnü­gen. Aber Para­mount, die PARANORMAL ACTIVITY eigent­lich gar nicht in die Kinos brin­gen woll­ten, ver­lang­ten nun nach mehr. Und das ging min­des­tens noch zwei Mal über­ra­schend gut, weil man sich an die Mus­ter der Vor­la­ge hielt. Dazu hat­ten sich die Macher einen geschicht­li­chen Über­bau aus­ge­dacht, der sogar stim­mig war, ohne das eigent­li­che Ansin­nen der Fil­me zu erdrü­cken.

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THE WALK – von Robert Zemeckis

Poster The Walk

THE WALK – Bun­des­start 22.10.2015

In einer der letz­ten Sze­nen sagt ein Cha­rak­ter zu Phil­ip­pe Petit, er hät­te ihnen Leben ein­ge­haucht, ihnen eine See­le gege­ben. Die Zwil­lings­tür­me des Welt­han­dels­zen­trums waren wäh­rend ihres Baus tat­säch­lich New Yorks unge­lieb­te Kin­der. Mons­tro­si­tä­ten, die man mit Akten­schrän­ken ver­glich. Ob es wirk­lich Phil­ip­pe Petits ille­ga­ler Draht­seil­akt war, der die New Yor­ker Her­zen für die Tür­me öff­ne­te, ist schwer nach­zu­wei­sen. Aber die Legen­de ist zu schön, als dass man sie nicht glau­ben könn­te, oder woll­te. Dass Petit wegen sei­nes Ver­ge­hens zu einer Draht­seil-Vor­stel­lung für Kin­der ver­ur­teilt wur­de, lässt schon tie­fer in die See­le von New York bli­cken, und bestärkt den Ver­dacht von Petits Ein­fluss. Als er zuvor eine ähn­li­che Akti­on zwi­schen den Tür­men von Not­re-Dame voll­zog, fei­er­te ihn die gesam­te Welt­pres­se, ledig­lich die Fran­zo­sen pran­ger­ten den Stunt an. Was den Künst­ler äußerst erzürn­te. Dass er hin­ge­gen für sei­ne Num­mer in New York von der ame­ri­ka­ni­schen Pres­se beju­belt wur­de, dürf­te für den gebür­ti­gen Fran­zo­sen ein Punkt gewe­sen sein sich dafür zu ent­schei­den, in Ame­ri­ka zu blei­ben. Schließ­lich ist Phil­ip­pe Petit kein ein­fa­cher Künst­ler, son­dern einer, der selbst­be­wusst sei­ne Aner­ken­nung ein­for­dert.

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HOTEL TRANSSILVANIEN 2

Poster Hotel Transsilvanien2

HOTEL TRANSYLVANIA 2 – Bun­des­start 15.10.2015

Einst waren es Uni­ver­sals bes­te Mons­ter, jetzt hat Sony sie für sich ver­ein­nahmt. Der Wolfs­mann, die Mumie, der Unsicht­ba­re, Fran­ken­steins Mons­ter, und natür­lich der alte Blut­sauger Dra­cu­la. HOTEL TRANSSILVANIEN war ein lau­tes, chao­ti­sches Spek­ta­kel, des­sen Unter­hal­tungs­wert frag­wür­dig war, beach­te­te man die Ziel­grup­pe zwi­schen sechs und zwölf Jah­ren. Natür­lich brau­chen auch Kin­der ihren klei­nen Hor­ror, aber wie weit die­ser dann gehen darf, müs­sen ande­re ver­ant­wor­ten. Ein scha­ler Geschmack bleibt. Was dem Erfolg kei­nen Abbruch tut. Eini­ge Zeit ist ver­gan­gen. Das Hotel, wel­ches als Erho­lungs­ort aus­schließ­lich für Mons­ter ange­dacht war, öff­net sich mehr und mehr auch mensch­li­chen Gäs­ten. Was auf Dra­cu­las ange­hen­den Schwie­ger­sohn Jona­than zurück­zu­füh­ren ist.

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