Das Leben in den gefährlichen Vierteln der amerikanischen Metropolen ist ja längst auch für den weißen Mittelständler in Europa kein unbekanntes mehr. BOYZ IN THE HOOD war ganz vorne mit dabei. STAND AND DELIVER betrachtete die mexikanischen Problemviertel. Es waren die ersten zarten Anfänge, bis die Filme expliziter wurden und weiter in die Tiefe gingen. Mit FRIDAY kamen dann auch die Komödien in die Nachbarschaft. Mit STRAIGHT OUTTA COMPTON gab es zuletzt eine fantastische Reflexion nach wahren Begebenheiten. Obwohl alle Filme ihren eigentlichen Ursprung in der Realität haben. Harte Welten, in denen man zu etwas wird, was man nie wirklich sein wollte. Rick Famuyiwa geht mit seinem vierten Langfilm das Thema etwas anders an, und macht DOPE zu einem überraschenden Film, der neue Akzente zu setzen versteht.
Die Fregoli-Illusion ist eine meist schizophrene Störung, bei der Menschen glauben, alle anderen Menschen um sie herum wären ein und die selbe Person, mit demselben Aussehen. Darunter leidet auch Michael Stone, der während einer Lesereise im Fregoli-Hotel eincheckt, in der Geschichte, die von Francis Fregoli geschrieben wurde. In Wahrheit steckt hinter dem Pseudonym Francis Fregoli der Autor Charlie Kaufman, der spätestens mit BEING JOHN MALKOVICH auch einem breiteren Publikum bekannt geworden ist. Und der Name Charlie Kaufman lässt auch erahnen, dass man auch auf einige Überraschungen bei ANOMALISA gefasst sein muss. Zum Beispiel, dass es der erste Animationsfilm ab 18 Jahren ist, der eine Oscar-Nominierung erhielt.
Hypothekengesicherte Wertpapiere oder hypothekenversicherte Wertpapiere. Vielleicht auch Collateralized Debt Obligation? Niemand hat wirklich begriffen, wie die weltweite Finanzkrise tatsächlich zustande kam. Und man sollte sich auch nicht wundern, wenn man nach Adam McKays Film noch immer nicht alles verstanden hat. Genau das war auch der Grund, warum der Immobilienmarkt in Amerika zusammenbrach. Niemand hat das System wirklich verstanden, welches sich lediglich auf nicht gezahlte Hypothekenraten der Unterschichten und mittelständischen Bürger aufbaute. Fälligkeiten, die von den Banken in allen Bereichen der Finanzwelt genutzt wurden, um größtmögliche Gewinnmaximierung zu erreichen. Aber an dieser Stelle muss man abbrechen, weil man sonst schnell in das Fahrwasser gerät, falsche Zusammenhänge herzustellen.
Vorsicht, Buch! Diese anderweitig verwendete Kampagne sollte allmählich auch im Kino angewendet werden, wenn sich unbedarfte Kinogänger einfach einmal einen angenehmen Filmabend gönnen möchten. Denn einen schlechten Eindruck macht DIE 5. WELLE vorab nicht. Der Trailer verspricht viel, was der Film auch hält. Mit Chloë Grace Moretz an der Spitze wird eine Reihe attraktiver, aber auch talentierter, Jungschauspieler präsentiert. Und Regisseur J Blakeson hat mit seinem Erstling DIE ENTFÜHRUNG DER ALICE CREED ordentlich vorgelegt. Spannungskino mit Alien-Invasion, das lässt man sich gerne gefallen. Wenn man es dann auch bekommt. Doch zuerst muss der geneigte Zuschauer eine schwere Hürde meistern. DIE 5. WELLE basiert auf dem ersten Band einer Jugendbuch-Trilogie.
Die ersten Vorabplakate, mit dem weißen, verwaschenen Titel auf schwarzen Grund, die ließen auf einen neuen Teenie-Slasher vermuten. Das machte neugierig auf den Trailer, der letztendlich wirklich zu überraschen verstand. Die ersten Szenen ließen auf eine billige ROCKY-Kopie schließen, bis der Mann mit Hut auftauchte. Der Gongschlag zur siebten Runde. Hatte der Fan seine berechtigten Schwierigkeiten mit Teil vier, machte es Nummer fünf nicht besser. Schließlich siegte ROCKY BALBOA wieder ganz klar nach Punkten. Über Sinn und Unsinn braucht man dabei nicht zu diskutieren, es geht um ein Vermächtnis, welches weit größer ist, als sich Nörgler und Schlechtredner jemals ernsthaft ereifern könnten. Ryan Coogler und Aaron Covington haben lange auf Sylvester Stallone eingeredet, der vehement ablehnte. Schließlich hatte er sich mit ROCKY BALBOA selbst in einen grandiosen Abgang geschrieben und inszeniert.
Ist der Name Al Capone der Inbegriff für das amerikanische Gangstertum, können die Brüder Reginald und Ronald Kray diesen Status in Großbritannien für sich beanspruchen. Ihr Aufstieg beginnt in den Sechzigern. Ronnie sitzt noch in der geschlossenen Psychiatrie, wegen psychischer Instabilität und pathologischen Gewaltausbrüchen. Er ist Familie, betont Reggie im Verlauf immer wieder, so nutzt er seinen Ruf, um die ärztliche Diagnose etwas zu beschleunigen, natürlich in die richtige Richtung. Die Zwillingsbrüder haben zwar unterschiedliche Ansichten, wie Geschäfte getätigt werden sollten, aber genau das stellt sie noch breiter gegen konkurrierende Banden auf. Dadurch wird das Geschäft allerdings auch brutaler, und unberechenbarer.
Sherlock Holmes ist derzeith ein ziemlich umtriebiger Charakter. Das begann mit der Guy Ritchie-Verfilmung 2009, die den Detektiv charakterlich so zeigte, wie sie Arthur Conan Doyles Vorlage an nächsten kam. Die jetzt schon legendäre BBC-Serie mit Benedict Cumberbatch, welche die alten Geschichten grandios in die Neuzeit verlegte. Dann ist da noch ELEMENTARY, welche ebenfalls in der Neuzeit spielt, einen weiblichen Watson präsentiert, und eben mal nach New York verlegt wurde. Und nicht zu vergessen die vielen neu verfassten Geschichten, die seit geraumer Zeit in emsigen Kleinverlagen veröffentlicht werden. 2005 schrieb auch Mitch Cullin seinen sechsten Roman A SLIGHT TRICK OF MIND mit Sherlock Holmes als Hauptcharakter. Und Cullin geht mit der Figur noch einmal einen Schritt weiter.
Alejandro González Iñárritu ist ein Filmemacher, der sich kaum in Geschichte und Inszenierung wiederholt. Ein äußerst abwechslungsreicher Regisseur, der dabei immer wieder zu überraschen versteht. Diese Überraschungen haben ihm nicht umsonst für BIRDMAN die vier obersten Kategorien bei den Oscars gewinnen lassen. Jetzt hat Iñárritu wieder einen komplett anderen Film gemacht, aber THE REVENANT wird der Film sein, an dem er sich zukünftig immer wird messen lassen müssen. Fast könnte man das über alle vorangegangenen Filme sagen, wie 21 GRAMS nach AMORES PERROS, oder BIUTIFUL nach BABEL. Und nun eben THE REVENANT nach BIRDMAN. Jetzt produziert Iñárritu erst einmal die Fernsehserie THE ONE PERCENT, und danach wird man sich überraschen lassen müssen. Auf keinen Fall wird es ein schlechter Film, aber an die filmische Kraft dieses Epos´ wird schwer noch einmal heranzukommen sein.
Als Dr. Norbert Himmler, der Programmchef des ZDF, mit der Aussage »Wir machen ein deutsches BREAKING BAD« aus der verstaubten öffentlich-rechtlichen Höhle kam, blieb dem Fernsehzuschauer, der US- und britische Serien kennt eigentlich nur eins: mitleidiges Hohnlachen. Denn deutsche Produktionen gerade bei den öffentlich-rechtlichen Sendern zeichnen sich durch alles aus, aber garantiert nicht durch Originalität, Coolness und frische Ideen. Eher durch abgedroschene Themen, tausendfach kopierte Klischee-Charaktere und in den meisten Fällen gähnende Langeweile, also alles komplett anders als bei den aufwändig produzierten und von Kritikern wie Fans gelobten ausländischen Serien. Es ist mir auch völlig schleierhaft, wie jemand in einer solchen Position eine derart dumme Aussage machen kann, von der jeder weiß, dass sie in keinem Fall eingehalten werden kann, auch wenn natürlich der Werbeeffekt eines solchen markigen Spruches nicht unterschätzt werden darf. Damit wird aber natürlich eine Erwartungshaltung und ein Druck auf die Kreativen erzeugt, die völlig unfair sind, denn hierzulande stehen üblicherweise weder die technischen noch die finanziellen Möglichkeiten zur Verfügung wie eben beispielsweise für BREAKING BAD. Ich glaube intensiv, dass es mehr als genug Kreative gibt, die so etwas dennoch schaffen könnten, aber die werden von den Verantwortlichen bei den Sendern entweder ignoriert oder an einer ganz kurzen Kette gehalten.
Und so hab ich mir die Pilotepisode von MORGEN HÖR ICH AUF dann mal angesehen, ohne allzu viel zu erwarten – aber meckern soll man eben erst, wenn man etwas gesehen hat, nicht vorher.
25 Jahre nach ihrem letzten Kinoauftritt haben es die LITTLE FOLKS endlich wieder auf die Leinwand geschafft. 65 Jahre nach dem ersten Comic-Strip von Charles M. Schulz, und 50 Jahre nach dem ersten Kurzfilm. Schulz selbst benannte seine Reihe L’IL FOLKS, nach Rechteproblemen musste der Verlag allerdings auf einen anderen Titel ausweichen. Es hat den Comic-Zeichner nie glücklich gemacht, so taucht der Titel PEANUTS auch nirgendwo auf, wo Schulz einen konkreten Einfluss darauf hatte. Wie zum Beispiel bei den Kinofilmen.
Seit 15 Jahren ist Schulz nun nicht mehr unter uns, und hinterließ eine Lücke, welche sein Sohn und der Enkel füllen wollten. Zum Glück.
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